Radfahrer im Fernverkehr - dumm, dreist oder beides? (Allgemeines Forum)
Hustensaft, Sonntag, 22.09.2019, 17:32 (vor 2391 Tagen)
Heute im IC Hamburg - Ruhrgebiet - Stuttgart:
Die Stellplätze im Wagen 3 komplett ausgebucht, im Wagen 5 gab es aber auch Fahrradplätze. Nach jedem Halt heilloses Chaos, welches das Zugpersonal mühsam aufgelöst hat.
Ein Radler mit "Klapprad" (zusammengeklappt immer noch erhebliche Ausmaße, aber angeblich hatte der Besitzer die Auskunft von der Bahn bekommen, dass das in Ordnung sei - schwer vorstellbar, aber immerhin) hatte sein Rad einfach in ein freies Gestell geparkt. Logisch, dass da dann ein Platz fehlte. Dann wieder ganz superschlaue Radler, dass es doch egal sei, wo das Rad eingehängt werde, klar, spätestens beim nächsten Wechsel gibt das erneut Probleme. Ein weiterer Radler an Bord, der sicherheitshalber gar keine Fahrradkarte für diesen Zug hatte. Radler, welche die Satteltaschen am Rad lassen, so dass nicht alle Plätze belegt werden konnten. Radler mit Plätzen in Wagen 5, die aber in Wagen 3 einsteigen wollen. Radler, die ihre Satteltaschen legen statt stellen, so dass die Gepäckablagen überfüllt waren, obwohl eigentlich Platz genug gewesen wäre. Radler, die ihre Satteltaschen einfach über die ersten Sitze im Sitzbereich legen und damit zusätzlich für bunte Durchmischung der Gepäckstücke sorgen. Und so weiter …
Ich als unbeteiligter Fahrgast habe mich ernsthaft gefragt, ob das nun dummes oder dreistes Verhalten mancher Radler ist oder nicht doch beide Aussagen zutreffen. Und wenn man anfängt zu denken, fällt ganz schnell auf, dass pro Rad 9 (mit BC sogar nur 6) Euro Einnahme generieren, man aber in einem vollen Zug wie heute definitiv mehr Fahrgäste hätte befördern können, die mehr Einnahmen eingebracht hätten. Wohlwissend, dass die Radfahrerlobby jetzt laut aufheult, aber die Frage, ob die Fahrradmitnahme betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, drängt sich förmlich auf (übrigens erst recht im Nahverkehr) - und dabei habe ich die Problematik, dass Radler leider oft genug die Fahrgäste sind, welche durch schlechte Vorbereitung etc. für Verspätungen beim Ein- und Ausstieg sorgen, noch gar nicht einbezogen.
Die ÖBB haben da eine Lösung
Power132, Sonntag, 22.09.2019, 17:38 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Wobei das vom Fall abhängt
J-C, In meiner Welt, Sonntag, 22.09.2019, 17:49 (vor 2391 Tagen) @ Power132
bearbeitet von J-C, Sonntag, 22.09.2019, 17:51
Die gezeigten Radtransporter werden vor allem in Kärnten eingesetzt bei grenzüberschreitenden Freizeitzügen nach Slowenien und Italien.
Es gibt halt Lösungen, wenn man sie denn will.
Auch einen Talent3, wo man Fahrräder in der Horizontalen abstellen kann.
https://www.vagonweb.cz/fotogalerie/A/OeBB_4758.php
Oder eben umgebaute Cityshuttles für den Fahrradtransport, die vor allem auf dem Radtramper Donau von Wien nach Passau eingesetzt werden.
https://www.vagonweb.cz/fotogalerie/A/OeBB_Bmpvz-l-8473.php
Im Fernverkehr haben die ÖBB übrigens in den ICs geräumige Multifunktionswagen, wo Fahrräder auch ganz gut Platz finden:
https://www.vagonweb.cz/fotogalerie/A/OeBB_ADbmpsz-8191-0.php
--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Zur Not passen die aber sogar an nen RJ
Power132, Sonntag, 22.09.2019, 18:26 (vor 2391 Tagen) @ J-C
Die gezeigten Radtransporter werden vor allem in Kärnten eingesetzt bei grenzüberschreitenden Freizeitzügen nach Slowenien und Italien.
nur eben nicht bei 250km/h. Aber der gedachte Einsatz war ja ein anderer und nicht nur in Nordslowenien...
GW Train Regio auch. (m.B.)
martarosenberg, Montag, 23.09.2019, 11:17 (vor 2391 Tagen) @ Power132
GW Train Regio auch. (m.B.)
oska, Montag, 23.09.2019, 20:20 (vor 2390 Tagen) @ martarosenberg
Schönes Foto. Funktioniert nur an Touristen-Stationen mit langen Haltezeiten. Aussteigen, Tür zu, losfahren funktioniert bei dem Konzept nicht.
Radfahrer im Nahverkehr
oska, Sonntag, 22.09.2019, 18:13 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, drängt sich förmlich auf (übrigens erst recht im Nahverkehr)
Kommt darauf an, wie weitsichtig Du gucken möchtest. Wenn Du nur den öffentlichen Nahverkehr betrachtest, dann ist das nicht wirtschaftlich sinnvoll. Der Nahverkehr wird bezuschusst, um überhaupt betrieben werden zu können. Das gilt nicht nur für Radfahrer, sondern für alle Fahrgäste. Wenn Du alle Stadtbusse, Straßenbahnen und U-Bahnen stilllegst, sparen die Kommunen auf dem Papier zunächst Geld. Jeder fährt (alleine) mit seinem Auto und trägt die Betriebskosten selbst.
Wenn Du etwas über den Tellerrand hinausguckst, dann weißt Du natürlich, dass ohne den ÖPNV ein Verkehrschaos herrschen würde und jeder Fahrgast in Bus&Bahn die Umwelt entlastet. So ist es auch besser für die Umwelt, wenn jemand statt mit dem Auto zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt. Da für viele Pendler die Strecken zu weit sind, bietet es sich an Rad und Bus/Bahn zu kombinieren um so aufs Auto verzichten zu können.
Radfahrer im Nahverkehr - zu kurz gedacht
Hustensaft, Sonntag, 22.09.2019, 18:21 (vor 2391 Tagen) @ oska
Kommt darauf an, wie weitsichtig Du gucken möchtest. Wenn Du nur den öffentlichen Nahverkehr betrachtest, dann ist das nicht wirtschaftlich sinnvoll. Der Nahverkehr wird bezuschusst, um überhaupt betrieben werden zu können.
Das trifft für die meisten Linien zu (die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel) und ist mir durchaus bekannt.
Wenn Du etwas über den Tellerrand hinausguckst …
Genau das solltest Du tun, bevor Du andere so attackierst. Je nachdem, wie die Platzverhältnisse in einem Bus/Zug sind und wie rücksichtsvoll Radler agieren, nimmt ein Fahrrad zwei bis sechs Sitzplätze ein, dazu kommt noch der Sitzplatz, den ein Radler selbst beansprucht. Hier muss also - um jetzt der Einfachheit halber mal mit einem Euro zu rechnen - für einen normalen Fahrgast 1 € Zuschuss gezahlt werden, für einen Radler 3 € bis 7 €. Von daher ist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Radmitnahme auch im Nahverkehr sehr wohl sinnvoll, die Radler sollten eher über den Tellerrand sehen. Und wenn wir gerade dabei sind: In den meisten Ballungsräumen ist eine Steigerung der Kapazitäten kaum noch möglich, da die Bahnsteiglängen und die Trassen weder mehr noch längere Züge zulassen - und wäre es da nicht besser, lieber mehr Passagiere mitzunehmen, die auch noch zahlen und damit den Zuschussbedarf reduzieren, als Räder, die oftmals kostenlos, im Verhältnis zum Platzbedarf aber niemals zu einem angemessenen Preis (der läge im Mittelwert beim Fünffachen eines Einzelfahrscheins/einer Zeitkarte) einbringen, mitzunehmen?
Radfahrer im Nahverkehr - zu kurz gedacht
oska, Sonntag, 22.09.2019, 18:52 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
und wäre es da nicht besser, lieber mehr Passagiere mitzunehmen, die auch noch zahlen und damit den Zuschussbedarf reduzieren, als Räder, die oftmals kostenlos, im Verhältnis zum Platzbedarf aber niemals zu einem angemessenen Preis (der läge im Mittelwert beim Fünffachen eines Einzelfahrscheins/einer Zeitkarte) einbringen, mitzunehmen?
Nein. Es ist ja nicht so, das ein Radfahrer in den Bus einsteigt und fünf andere vor der Tür warten müssen. Wenn der Bus bereits sehr voll ist, dann bleiben Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen draussen, während sich andere noch zwischen die anderen Fahrgäste quetschen.
Wenn die Bahnsteige zu kurz sind, muss man sie verlängern. Falls das nicht geht, den Takt erhöhen, sofern so ein großer Andrang an Fahrgästen herrscht, die alle warten mitgenommen zu werden.
Die Realität sieht jedoch so aus, das die meisten nicht am Bahnsteig stehen und traurig dem überfüllten Zug hinterhergucken, sondern alleine im Auto sitzen und sich darüber ärgern das alle so schlecht fahren - außer man selbst.
Wenn sich der ÖPNV-Betreiber/-Besteller entschieden hat Räder kostenlos mitzunehmen, dann wird er sich etwas dabei gedacht haben. Mehr Menschen zum Wechsel vom Auto zum ÖPNV zu überzeugen.
Ich bin auch kein Freund von Fahrrädern in Verkehrsmitteln. Im Nahverkehr könnte ein (kostenloses) Bikesharingangebot helfen das eigene Rad zu Hause zu lassen. Man kauft die Fahrkarte an der Fahrradleihstation (oder online), fährt damit zur Bus/Bahn-Haltestelle, stellt das Rad dort ab, fährt mit dem ÖPNV und von dort mit dem nächsten Leihrad zu seinem Ziel. Wird so leider nicht in jede bestehende Infrastruktur zu integrieren sein. Das private Rad in Bus/Bahn ist da die billigere Lösung für die Stadt.
Radfahrer im Nahverkehr - zu kurz gedacht
Hustensaft, Sonntag, 22.09.2019, 19:36 (vor 2391 Tagen) @ oska
Wenn der Bus bereits sehr voll ist, dann bleiben Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen draussen, während sich andere noch zwischen die anderen Fahrgäste quetschen.
Das entspricht aber so ganz und gar nicht meinen Erfahrungen. Die allermeisten Radmitnehmer benehmen sich dabei wie die Rambos, ich habe - egal, wie voll der Zug war - noch nie erlebt, dass ein Radler draußen blieb, da wurden schon die tollsten Verrenkungen gemacht (die Zahl der verschmutzen Kleidungsstücke anderer Reisender würde ich gerne mal erfahren).
Wenn die Bahnsteige zu kurz sind, muss man sie verlängern. Falls das nicht geht, den Takt erhöhen, sofern so ein großer Andrang an Fahrgästen herrscht, die alle warten mitgenommen zu werden.
Das geht in Ballungsräumen regelmäßig nicht, da rundherum Bebauung ist, es sich um Mittelbahnsteige oder Tunnel-/Brückenhaltestellen handelt etc. pp. Da kann man nicht mal eben die Stationen verlängern - und bitte daran denken, dass viele Züge etliche Kilometer (z.B. Hamburg - Rostock, Hannover - Norddeich, Kassel - Frankfurt, Frankfurt - Bamberg) lange Laufwege habe, da müssten alle Haltestellen angepasst werden. Häufigere Zugfahrten sind wegen nicht vorhandener Trassen (Konkurrenz mit Fernverkehr, Güterverkehr oder anderen Nahverkehrszügen) auch nur in sehr wenigen Fällen möglich.
Die Realität sieht jedoch so aus, das die meisten nicht am Bahnsteig stehen und traurig dem überfüllten Zug hinterhergucken, sondern alleine im Auto sitzen und sich darüber ärgern das alle so schlecht fahren - außer man selbst.
Und wenn dann im Winter mal Schnee liegt ist der Zug zu spät und überfüllt … (negativer Lerneffekt) - wobei das oft genug auch so ist, wenn kein Schnee liegt.
Wenn sich der ÖPNV-Betreiber/-Besteller entschieden hat Räder kostenlos mitzunehmen, dann wird er sich etwas dabei gedacht haben. Mehr Menschen zum Wechsel vom Auto zum ÖPNV zu überzeugen.
In der Regel sind es aber nicht die ÖPNV-Unternehmen, sondern politische Vorgaben. Die ÖPNV-Unternehmen stöhnen oft genug über solche Ideen, weil sie um die Probleme wissen (ein Klassiker ist beispielsweise die Strecke vom Mainzer Hauptbahnhof zur Universität, welche die Verkehrsbetriebe am liebsten für Räder sperren würden, da genau hier extrem viele Räder mitgenommen werden, aber eben nur in dieser Richtung (geht durchgängig bergauf), in der Gegenrichtung ist das vollkommen unproblematisch), die Politik validiert ihre Vorgaben leider nur sehr selten und bemerkt die Nebenwirkungen meist gar nicht.
Wie wenig valide und nachhaltig die Politik dabei agiert, wird doch an dem Umstand deutlich, dass man Ausschreibungen vornimmt, um möglichst wenig Zuschuss bezahlen zu müssen. Dies ist per se ja noch nachvollziehbar, nur sind die Ausschreibungskriterien meist nicht hinreichend differenziert bzw. die Bedarfszahlen als Mittelwerte berechnet - schon mal an einem sonnigen Herbstwochenende im Rheingau gewesen? Die Züge sind gnadenlos überfüllt (auch mit Fahrrädern), an einem regnerischen Tag sieht das ganz anders aus, da reicht das Platzangebot in der Regel. Nur kann man halt nicht ausschreiben, dass bei schönem Wetter ein zweiter Zugteil anzuhängen ist. Und hier gibt es etliche Beispiele ...
Ich bin auch kein Freund von Fahrrädern in Verkehrsmitteln. Im Nahverkehr könnte ein (kostenloses) Bikesharingangebot helfen das eigene Rad zu Hause zu lassen. Man kauft die Fahrkarte an der Fahrradleihstation (oder online), fährt damit zur Bus/Bahn-Haltestelle, stellt das Rad dort ab, fährt mit dem ÖPNV und von dort mit dem nächsten Leihrad zu seinem Ziel. Wird so leider nicht in jede bestehende Infrastruktur zu integrieren sein. Das private Rad in Bus/Bahn ist da die billigere Lösung für die Stadt.
Och, da gäbe es schon Lösungsmöglichkeiten - genau so, wie ich heute zu meinem Ticket in den meisten Verbünden eine extra Karte für die 1. Klasse buchen kann, wäre es doch möglich, ein Leihrad in den Fahrkartenpreis einzubauen (kostet dann eben etwas mehr); nur müssten sich da die Lokalfürsten wieder einigen, denn der Leihradanbieter in Frankfurt kooperiert nicht mit dem in Offenbach (willkürliches fiktives Beispiel).Und damit das private Rad dann eben nicht wieder die billigere Lösung ist, muss die Mitnahme einen angemessenen Mehrpreis kosten, der höher ist als der inkludierte Betrag für die Leihradnutzung.
Radfahrer im Nahverkehr - zu kurz gedacht
Irgendware, Bremen, Montag, 23.09.2019, 10:18 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Wenn der Bus bereits sehr voll ist, dann bleiben Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen draussen, während sich andere noch zwischen die anderen Fahrgäste quetschen.
Das entspricht aber so ganz und gar nicht meinen Erfahrungen. Die allermeisten Radmitnehmer benehmen sich dabei wie die Rambos, ich habe - egal, wie voll der Zug war - noch nie erlebt, dass ein Radler draußen blieb, da wurden schon die tollsten Verrenkungen gemacht (die Zahl der verschmutzen Kleidungsstücke anderer Reisender würde ich gerne mal erfahren).
Das kann ich so nicht bestätigen.
Ich sehe es regelmäßig, dass Radfahrer auf der Strecke bleiben, wenn ein Bus/Straßenbahn überfüllt ist. Ich selbst habe auch schon öfter auf einen Folgetakt gewartet oder bin mit dem Rad zu einer anderen Linie rüber gefahren, wenn ich mit meinem großen Rad unterwegs bin.
Im ICE nehme ich grundsätzlich nur mein Brompton mit, das ist zusammengefaltelt so klein, dass es von den Dimensionen her weniger Platz, als ein Kabinenkoffer einnimmt und sehr gut in die Gepäckfächer auf dem Boden passt.
Ich sehe aber auch immer mehr von diesen XL-Klapprädern, die meiner Meinung nach nicht mehr als Gepäck gelten dürften. Die Beförderungsbedingungen bräuchten hier eine Grenze (z.B. 20 Zoll).
Radfahrer im Nahverkehr - zu kurz gedacht
Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 22.09.2019, 21:13 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Wenn Du etwas über den Tellerrand hinausguckst
Genau das solltest Du tun, bevor Du andere so attackierst.
Attacke? Also der einzige mit einem überladenen Akku scheinst Du hier selber zu sein.
--
Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
Radkarte für einen anderen Zug
frwi, Sonntag, 22.09.2019, 19:08 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von frwi, Sonntag, 22.09.2019, 19:09
Ein weiterer Radler an Bord, der sicherheitshalber gar keine Fahrradkarte für diesen Zug hatte.
Ich habe auch ab und zu (zwar auf kurzer Strecke, aber immerhin) mein Rad mit in den IC genommen. Es ist zwei Mal vorgekommen, dass mein erster Zug Verspätung hatte und ich meinen gebuchten Anschluss nicht mehr erwischt habe. Also bin ich brav ins RZ, dort sagte man mir: Wir können leider nichts zur Belegung des nächsten IC sagen und wenn dort angerufen und nachgefragt wird, dauere es mindestens 15 Minuten bis es Feedback geben würde. Leider hatte ich nur noch knapp 10 Minuten. Es blieb mir also nicht wirklich etwas anderes übrig, als mich einfach an den richtigen Wagen zu stellen und kurz reinzugucken, ob ausreichend Stellplätze vorhanden sind (war jeweils noch mindestens einer frei, Glück gehabt). Die Zugbegleiterin sprach mich daraufhin allerdings an, dass ich eigentlich vorher nachfragen müsste, ich hätte ja eine Reservierung für einen anderen Zug.
Leider wird die Fahrradmitnahme im Fernzug sobald man einen Umstieg verpasst sehr unflexibel. Es könnte sich auch daran gelegen haben, dass sich dieser Radler im "falschen" Zug wiedergefunden hat. Ich denke, da muss die Bahn auf jeden Fall etwas machen, denn Radfahren ist ja ohnehin im Kommen. Die Nachfrage nach zur Fahrradmitnahme wird sicher auch im Fernverkehr nicht sinken, vielleicht gibt es dazu sogar Zahlen aus den vergangenen Jahren?
Reservierungssystem aus den 80ern
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:23 (vor 2391 Tagen) @ frwi
Leider wird die Fahrradmitnahme im Fernzug sobald man einen Umstieg verpasst sehr unflexibel. Es könnte sich auch daran gelegen haben, dass sich dieser Radler im "falschen" Zug wiedergefunden hat. Ich denke, da muss die Bahn auf jeden Fall etwas machen, denn Radfahren ist ja ohnehin im Kommen. Die Nachfrage nach zur Fahrradmitnahme wird sicher auch im Fernverkehr nicht sinken, vielleicht gibt es dazu sogar Zahlen aus den vergangenen Jahren?
Ich war vor zwei Wochen von Udine nach Nürnberg unterwegs, hatte eine Reservierung für den EC 113. Dank Verspätung des REX von Udine (trotz Übergang von 30') jenen EC verpasst. Der ÖBB-Schaltermitarbeiter hat es tatsächlich versucht, wurde von Minute zu Minute blasser als er mir nur eine Reservierung für den nächsten Tag ausstellen konnte. Tatsächlich hätte mir die ÖBB aber die Übernachtung bezahlt, immerhin. In Deutschland wäre der Widerstand sicher größer gewesen mir einen Hotelgutschein zu geben.
Glücklicherweise hat mich dann der nächste EC zwei Stunden später mitgenommen, genauso wie eine 4er Gruppe mit gleichem Schicksal. Einfach den Zugchef gefragt. Die haben noch diese alten, großen ÖBB Gepäckwagen wo dann eh ein Mitarbeiter der Bahn zum Ein- und Ausladen dort ist und es auch entscheiden kann. Beim IC kann's einem ja passieren dass das Personal am anderen Ende des Zuges ist. Und die Gepäckwagen haben faktisch mehr Platz als die Räder die man reservieren kann.
Das eigentliche Problem ist das altmodische Reservierungssystem. Würde das in Echtzeit funktionieren, also würden bspw. auch Plätze bei Nichterscheinen vom Personal zumindest an den größeren Halten freigegeben (oder könnte man sie selber stornieren wenn man merkt, dass man die Reise nicht antritt) und könnte man bis kurz vor Abfahrt eine Reservierung online buchen wäre manches einfacher. Aber nein, man muss für eine Radreservierung ins Ausland (selbst in einem Zug, der in Deutschland losfährt/ankommt) oder für eine Reservierung ohne Fahrradkarte an den Schalter. Im Jahre 2019.
Digitalisierung bei der Bahn heißt halt, dass ich im Zug Filmchen gucken kann.
Viele Grüße,
Bernhard
Reservierungssystem aus den 80ern
Berlin-Express, nähe BPHD, Sonntag, 22.09.2019, 19:31 (vor 2391 Tagen) @ Taurus83
Auch in Deutschland bekommst du einen Hotelgutschein wenn die nächstmögliche Reisealternative für dich und dein Fahrrad erst am Folgetag besteht.
Übernachtung
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:38 (vor 2391 Tagen) @ Berlin-Express
Auch in Deutschland bekommst du einen Hotelgutschein wenn die nächstmögliche Reisealternative für dich und dein Fahrrad erst am Folgetag besteht.
Gut, ich muss dazu sagen dass nur meine Fahrradkarte bis Nürnberg ging. Die Fahrkarte ging dank Splittbuchung nur bis Prien am Chiemsee. Trotzdem hat der das akzeptiert (ich glaube es hätte bis Salzburg noch am selben Tag geklappt und dann wäre ich sicherlich mit dem Meridian noch bis Prien um Mitternacht gegangen).
Aber auch die DB war recht kulant und hat mich dann trotz der Zugbindung von Prien bis Augsburg dann über Ingolstadt fahren lassen. Ehrlich gesagt glaube ich dass keiner der beteiligten Personen mein Fahrkartenkonstrukt wirklich durchschaut hat und mich deshalb einfach machen hat lassen. ;)
Viele Grüße,
Bernhard
Nachfragen bei Zub!?
Proeter, Sonntag, 22.09.2019, 19:24 (vor 2391 Tagen) @ frwi
Leider hatte ich nur noch knapp 10 Minuten. Es blieb mir also nicht wirklich etwas anderes übrig, als mich einfach an den richtigen Wagen zu stellen und kurz reinzugucken, ob ausreichend Stellplätze vorhanden sind (war jeweils noch mindestens einer frei, Glück gehabt). Die Zugbegleiterin sprach mich daraufhin allerdings an, dass ich eigentlich vorher nachfragen müsste
Diese Regel habe ich auch nie verstanden. 1. bleibt bei Haltezeiten von 1-2 Minuten dazu eh keine Zeit, wenn nicht zufällig der Zub an der betreffenden Tür steht. 2. was soll der Zub denn anderes machen, außer nachzusehen, ob noch was frei ist? Genau - gar nichts. Und das kann der Fahrgast auch selbst. Und als wohlerzogener Fahrgast schaut man danach auf die Reservierungsanzeige und hängt sein Fahrrad auf einen unreservierten Platz. Falls kein unreservierter Platz vorhanden ist, findet man sich kurz vor Beginn der fremden Reservierung am Fahrrad ein und steigt notfalls aus.
Alles ganz einfach. Der Zub kann bei alledem nicht helfen.
Nachfragen bei Zub!?
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:30 (vor 2391 Tagen) @ Proeter
Leider hatte ich nur noch knapp 10 Minuten. Es blieb mir also nicht wirklich etwas anderes übrig, als mich einfach an den richtigen Wagen zu stellen und kurz reinzugucken, ob ausreichend Stellplätze vorhanden sind (war jeweils noch mindestens einer frei, Glück gehabt). Die Zugbegleiterin sprach mich daraufhin allerdings an, dass ich eigentlich vorher nachfragen müsste
Diese Regel habe ich auch nie verstanden. 1. bleibt bei Haltezeiten von 1-2 Minuten dazu eh keine Zeit, wenn nicht zufällig der Zub an der betreffenden Tür steht. 2. was soll der Zub denn anderes machen, außer nachzusehen, ob noch was frei ist? Genau - gar nichts. Und das kann der Fahrgast auch selbst. Und als wohlerzogener Fahrgast schaut man danach auf die Reservierungsanzeige und hängt sein Fahrrad auf einen unreservierten Platz. Falls kein unreservierter Platz vorhanden ist, findet man sich kurz vor Beginn der fremden Reservierung am Fahrrad ein und steigt notfalls aus.
Alles ganz einfach. Der Zub kann bei alledem nicht helfen.
Ganz einfach: Der durchschnittliche Fahrgast ist zu blöd das so zu machen wie Du das schreibst. Und deshalb heißt die Regel, dass man den Zub fragen muss. :)
Viele Grüße,
Bernhard
Radfahrer im Fernverkehr - dumm, dreist oder beides?
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:11 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Also erstmal gebe ich Dir als jemand, der öfter mit Rad und Bahn unterwegs ist, recht, dass viele Radfahrer schlicht und einfach von der Beförderung ausgeschlossen gehören. Das trifft aber auch auf Bahnfahrer ohne Fahrrad zu. Bspw. solche, die sich bei halb leerem Zug auf die Klappsitze sitzen, die eben für Rollstühle, Kinderwägen und Fahrräder (in dieser Reihenfolge) reserviert sind. Oder auf Leute, die bei vollem Zug glauben, ihre Tasche hätte einen Sitzplatz nötig. Oder Leute, die ohne Kopfhörer ein Video schauen. Oder schreiende Kinder im Ruhebereich. Oder grölende Fußballfans. Alkoholisierte Gruppen. Usw. usf.
Was ich sagen will: Asoziales Verhalten findet man überall.
aber die Frage, ob die Fahrradmitnahme betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, drängt sich förmlich auf (übrigens erst recht im Nahverkehr)
Sind Gepäckregale betriebswirtschaftlich sinnvoll? Kostenlose Toiletten? Speisewagen? Betrachtet man den Platz, den Fahrräder wegnehmen, ist die Mitnahme sicherlich nicht sinnvoll. Die Frage ist aber: Ist die Bahn für die Menschen (die nunmal dieses Bedürfnis haben, ein Rad mitzunehmen, sonst wären die Radplätze ja nicht teilweise Wochen ausgebucht; Leihräder sind für mich auf längeren Touren definitiv keine Option) da oder für die Betriebwirtschaft?
Ist das Leben betriebswirtschaftlich überhaupt sinnvoll?
Eine moderate Preiserhöhung der Fahrradkarte vor allem im FV oder international würde ich aber akzeptieren.
Viele Grüße,
Bernhard
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Proeter, Sonntag, 22.09.2019, 19:18 (vor 2391 Tagen) @ Taurus83
Eine moderate Preiserhöhung der Fahrradkarte vor allem im FV oder international würde ich aber akzeptieren.
Angesichts der Tatsache, dass die Fahrradplätze oft leerstehen, muss hier differenziert werden. Vorschlag: Zugbindung und Yieldmanagement:
- Wenn bei Buchung noch 15 Plätze frei sind: 3 €
- Wenn bei Buchung noch 8 Plätze frei sind: 10 €
- Wenn bei Buchung noch 2 Plätze frei sind: 20 €
...oder so ähnlich. Man sollte die Preiskurve so gestalten, dass auch im Sommer immer noch 1-2 Plätze frei sind, die dann z.B. für Anschlussverluste zur Verfügung stehen.
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Murrtalbahner, Sonntag, 22.09.2019, 19:24 (vor 2391 Tagen) @ Proeter
Ob das wirkt? Angesichts der zunehmenden ICEisierung ist ohnehin ein Studium nötig, mit dem Fahrrad im Fernverkehr unterwegs zu sein. Stuttgart - Berlin? Bitte über Köln/Osnabrück. Das ist doch gaga!! Auch wenn der ICE4 etwas lindert, wird es noch Jahrzehnte dauern, bis man im Fernverkehr von einer funktionierenden und zufriedenstellenden Fahrradinfrastruktur sprechen kann. Von den Einstiegshöhen und -türen mal ganz zu schweigen.
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:32 (vor 2391 Tagen) @ Murrtalbahner
Von den Einstiegshöhen und -türen mal ganz zu schweigen.
Da finde ich aber die ICE4 sehr nobel vergleicht man das mal mit nem 612er.
Und man kann auch andere Fahrgäste bitten, einem zu helfen! Klappt eigentlich immer.
Viele Grüße,
Bernhard
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Murrtalbahner, Sonntag, 22.09.2019, 19:46 (vor 2391 Tagen) @ Taurus83
Aber das kann doch nicht die Lösung sein, wenn man ernsthaft einen klimafreundlichen Mobilitätsmix erreichen will. Da braucht es ausreichend breite Einstiege "ebenerdig" zum Bahnsteig. Alles andere ist aufwändig und kostet Zeit.
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:28 (vor 2391 Tagen) @ Proeter
...oder so ähnlich. Man sollte die Preiskurve so gestalten, dass auch im Sommer immer noch 1-2 Plätze frei sind, die dann z.B. für Anschlussverluste zur Verfügung stehen.
Bei 8 Plätzen zwei frei halten halte ich für pure Verschwendung. Im Zweifel reicht's dann doch eh nicht.
Nein, ein dynamisches Reservierungssystem wäre die Lösung damit die Kapazitäten nicht ungenutzt sind. Oftmals werden ja Reisen (Wetter, Krankheit, etc.) gar nicht angetreten.
Viele Grüße,
Bernhard
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Murrtalbahner, Sonntag, 22.09.2019, 19:47 (vor 2391 Tagen) @ Taurus83
...oder so ähnlich. Man sollte die Preiskurve so gestalten, dass auch im Sommer immer noch 1-2 Plätze frei sind, die dann z.B. für Anschlussverluste zur Verfügung stehen.
Bei 8 Plätzen zwei frei halten halte ich für pure Verschwendung. Im Zweifel reicht's dann doch eh nicht.Nein, ein dynamisches Reservierungssystem wäre die Lösung damit die Kapazitäten nicht ungenutzt sind. Oftmals werden ja Reisen (Wetter, Krankheit, etc.) gar nicht angetreten.
Viele Grüße,
Bernhard
Es gibt ja auch keinen Anreiz, eine Reservierung zu stornieren. Warum auch, das Geld ist weg.
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 19:54 (vor 2391 Tagen) @ Murrtalbahner
Es gibt ja auch keinen Anreiz, eine Reservierung zu stornieren. Warum auch, das Geld ist weg.
Ich habe durchaus einen Idealismus und würde das machen, ginge es online.
Viele Grüße,
Bernhard
Preis der Fahrradkarte dynamisieren
Murrtalbahner, Sonntag, 22.09.2019, 20:16 (vor 2391 Tagen) @ Taurus83
Es gibt ja auch keinen Anreiz, eine Reservierung zu stornieren. Warum auch, das Geld ist weg.
Ich habe durchaus einen Idealismus und würde das machen, ginge es online.
Viele Grüße,
Bernhard
Das ist natürlich das nächste Thema, warum so eine einfache Sache nicht online geht.
Leider beides - und keine einfachen Antworten
Proeter, Sonntag, 22.09.2019, 19:14 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Heute im IC Hamburg - Ruhrgebiet - Stuttgart:
Die Stellplätze im Wagen 3 komplett ausgebucht, im Wagen 5 gab es aber auch Fahrradplätze. Nach jedem Halt heilloses Chaos, welches das Zugpersonal mühsam aufgelöst hat.
Fahrradplätze in 2 Wagen... zwar nicht so luxiriös, wie alle Stellplätze in einem einzigen Wagen (so wie im deutschen FV üblich), aber denk mal an die SBB- oder ÖBB-Züge - mit 1 bis 2 Stellplätzen je Tür. Das ist eine Katastrophe. Da steige ich richtig ein, merke, dass mein Platz durch ein fremdes Fahrrad belegt ist - will also wieder raus... geht aber nicht.
Im IC2 hat man jetzt leider auch damit angefangen. Verstehen kann ich das nicht.
Ein Radler mit "Klapprad" (zusammengeklappt immer noch erhebliche Ausmaße, aber angeblich hatte der Besitzer die Auskunft von der Bahn bekommen, dass das in Ordnung sei - schwer vorstellbar, aber immerhin)
Das ist schon richtig. Zusammengeklappte Räder übrigens auch sogar vollverpackte Nichtklappräder. Sind Traglasten.
hatte sein Rad einfach in ein freies Gestell geparkt. Logisch, dass da dann ein Platz fehlte.
Kann man machen, dann aber auch bitteschön stets den Platz beobachten und bei Bedarf freiräumen.
Dann wieder ganz superschlaue Radler, dass es doch egal sei, wo das Rad eingehängt werde, klar, spätestens beim nächsten Wechsel gibt das erneut Probleme.
Das beobachte ich auch oft. Genährt wird das leider dadurch, dass an Fahrradstellplätzen überdurchschnittlich oft die Reservierungsanzeige nicht funktioniert und/oder sich nicht direkt am Stellplatz befindet.
Ein weiterer Radler an Bord, der sicherheitshalber gar keine Fahrradkarte für diesen Zug hatte.
Da die DB leider bis heute mutwillig Zugangsbarrieren im Vertrieb aufbaut, habe ich dafür großes Verständnis. Bis heute ist nicht möglich, eine Reservierung (ohne FK) online zu kaufen (zumindest nicht mit ausgefuchsten und sehr aufwändigen Tricks), oder eine Reservierung kurz vor Abfahrt zu kaufen (z.B. bei vorherigem Anschlussverlust). In anderen Ländern geht dies seit Ewigkeiten, in Tschechien bspw. kann die Fahrradreservierung (falls Reservierungspflicht) auch noch Minuten vor Abfahrt gekauft werden - und zwar min. seit 2013.
Radler, welche die Satteltaschen am Rad lassen, so dass nicht alle Plätze belegt werden konnten.
Eine Mischung aus Ignoranz und Unverständnis. Hier kann nur Belehrung helfen.
Radler mit Plätzen in Wagen 5, die aber in Wagen 3 einsteigen wollen.
Warum sollten die das tun?
Radler, die ihre Satteltaschen legen statt stellen, so dass die Gepäckablagen überfüllt waren, obwohl eigentlich Platz genug gewesen wäre.
Nun, hier würde ich nicht lange zögern. Ich würde diese Taschen einfach aufrichten, auch wenn sie mir nicht gehören und mein Koffer sonst nicht daneben passt.
Radler, die ihre Satteltaschen einfach über die ersten Sitze im Sitzbereich legen und damit zusätzlich für bunte Durchmischung der Gepäckstücke sorgen.
Solange sie diese unverzüglich beräumen, wenn sich dort jemand hinsetzen will - sei's drum.
Ich als unbeteiligter Fahrgast habe mich ernsthaft gefragt, ob das nun dummes oder dreistes Verhalten mancher Radler ist oder nicht doch beide Aussagen zutreffen.
Vmtl. insb. ersteres, denn viele Fahrgäste mit derlei Verhalten sind Seltenfahrer. Auch ich hab's vor 20 Jahren bei meinem ersten Fahrradurlaub ähnlich gemacht.
Und wenn man anfängt zu denken, fällt ganz schnell auf, dass pro Rad 9 (mit BC sogar nur 6) Euro Einnahme generieren, man aber in einem vollen Zug wie heute definitiv mehr Fahrgäste hätte befördern können, die mehr Einnahmen eingebracht hätten.
Ja, Betonung auf "in einem vollen Zug". Es kommt nur sehr selten vor, dass ausgerechnet die wenigen Sitzplätze, die durch die Fahrradstellplätze weggenommen werden, darüber entscheiden, ob nun noch jemand mitkommt oder nicht. Viel öfter hingegen helfen die Fahrradstellplätze - zum Beispiel weil die betreffenden Fahrgäste sonst gar gefahren wären. Man darf die Betrachtung nicht nur am vollen Zug ausrichten. Der Zug ist vielleicht nur 0,5% seiner Lebensdauer so voll, dass auf diese, sagen wir 10, Sitzplätze ankäme.
aber die Frage, ob die Fahrradmitnahme betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, drängt sich förmlich auf (übrigens erst recht im Nahverkehr)
Ja - sie ist nicht trivial zu beantworten, s.o.. Und im Nahverkehr lassen die die Stellplätze meist als Sitzplätze nutzen, wenn keine Fahrräder dabei sind. Auch hier nur sehr selten die Situation, dass es wg. Fahrrädern dazu kommt, dass weniger Fahrgäste mitfahren können - selbst im Berufsverkehr.
- und dabei habe ich die Problematik, dass Radler leider oft genug die Fahrgäste sind, welche durch schlechte Vorbereitung etc. für Verspätungen beim Ein- und Ausstieg sorgen, noch gar nicht einbezogen.
Teilweise sind sie selbst schuld, ja. Teilweise ist es auch die Bahn (falsche Wagenreihung, Anschlussverlust etc.).
Radfahrer im Fernverkehr - dumm, dreist oder beides?
Murrtalbahner, Sonntag, 22.09.2019, 19:19 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Radfahren verbieten, die Unfallstatistik würde massiv zurück gehen und viele Probleme wären gelöst.
Radfahrer im Fernverkehr - dumm, dreist oder beides?
Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Sonntag, 22.09.2019, 20:28 (vor 2391 Tagen) @ Murrtalbahner
Radfahren verbieten, die Unfallstatistik würde massiv zurück gehen und viele Probleme wären gelöst.
Autofahren verbieten, die Unfallstatistik würde massiv zurückgehen und viele Probleme wären gelöst.
Radfahrer im Fernverkehr - dumm, dreist oder beides?
Dosto2, Hamburg / Dortmund, Sonntag, 22.09.2019, 19:44 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Fahrradbeförderung muss im NV und FV konsequent verboten werden!
Nein.
Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Sonntag, 22.09.2019, 20:28 (vor 2391 Tagen) @ Dosto2
Dumme Verbote müssen verboten werden.
Nein.
Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 22.09.2019, 20:42 (vor 2391 Tagen) @ Paladin
Dumme Verbote müssen verboten werden.
Verbieten ist eh das falsche Wort. "Nicht anbieten" würde es eher treffen. Ein Beispiel dafür ist (leider) (bis auf wenige regionale Ausnahmen) Schweden.
Viele Grüße,
Bernhard
hervorragendes Stammtisch-Thema :)
sflori, Sonntag, 22.09.2019, 20:29 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von sflori, Sonntag, 22.09.2019, 20:30
... denn zur Fahrradmitnahme hat jeder was zu sagen, auch wenn er keine Ahnung hat. So wie ich. :D
Ich würde die Fahrradkarte im Fernverkehr verteuern, vielleicht auf 30 oder 40 €. Online buchbar, online stornierbar. Letzteres natürlich mit voller Erstattung. Sobald man bucht, gibts ein entsprechendes PDF, in dem die Verhaltensregeln aufgeführt sind. Gleiche Verhaltensregeln dick und fett an die Tür zum Einstieg kleben.
Die These: Wenn jemand viel Geld für den Fahrradständer zahlt, kümmert er sich auch darum, dass sein Rad am richtigen Platz steht. ;)
Die Bahn ist wichtig, um Räder auch im FV zu transportieren. Ich denke da jedoch eher an Urlauber oder Überführungen als an regelmäßige Pendler. Daher ist die Dienstleistung wichtig, auch wenn sie ggf. nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.
Um Kunden mitzunehmen, die unverschuldet ohne Reservierung reisen, müsste es eine sinnvolles Management von der Bahn geben. Die wissen doch, wenn Anschluss X an Y nicht klappt und davon n Räder betroffen sind. Die entsprechenden Optionen wurden ja hier im Thread bereits genannt.
Bye. Flo.
hervorragendes Stammtisch-Thema :)
oska, Sonntag, 22.09.2019, 21:23 (vor 2391 Tagen) @ sflori
Ich würde die Fahrradkarte im Fernverkehr verteuern, vielleicht auf 30 oder 40 €.
Warum nicht der gleiche Preis wie bei Hunden und Kindern (6-14 Jahre)?
Bei Hermes kostet der Fahrradversand 49,90 - eine Transportverpackung kann man kostenlos dazubuchen.
Wer einen Urlaub bucht und sein eigenes Rad benutzen will, muss dieses eben auf seinen Reisepreis draufrechnen. Urlaub ist Luxus, 100 € sind bezahlbar. Wer sich beispielsweise alle 3 Jahre einen Urlaub leisten kann, kann dann eben nur alle 3,x Jahre in den Urlaub fahren.
Wer seinen Wohnort wechselt wird auch 44 € für den Umzug (zusätzlich) investieren können, sofern er es nicht ohnehin im Möbelwagen verstaut.
Gleiche Verhaltensregeln dick und fett an die Tür zum Einstieg kleben.
Das ist natürlich Unsinn. Das Einsteigen muss schnell gehen. Wenn jeder Fahrgast erst mal ne Minute einen Text lesen soll, dann wäre ein gesonderter Fahrradzug vermutlich günster als die Verspätungsminuten.
Überführungen als an regelmäßige Pendler. Daher ist die Dienstleistung wichtig, auch wenn sie ggf. nicht betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.
Der Fernverkehr ist sehr schnell und in ein/zwei Stunden kommt man mit dem ICE ziemlich weit. Wer also Wohnort und Arbeitsplatz getrennt hat muss pendeln. Mit dem Rad zum Bahnhof und mit dem Rad zum Arbeitsplatz ist toll für die Gesellschaft. Wenn wir uns jetzt die Gesamtkosten angucken: Kauf von einem Fahrrad, tägliche Fahrradbeförderung im ICE. Und das mit folgenden Kosten vergleichen: Kauf von zwei Fahrrädern. Dann wird der zweite Fall günstiger sein. Voraussetzung ist hier allerdings das sichere Parken des Rads am Heimatbahnhof (tagsüber während der Arbeit) und das sichere Parken am Bahnhof des Arbeitsortes (nachts). Hier ist die Gesellschaft gefragt, attraktive Bedingungen zu schaffen, damit der Pendler sich ein zweites Rad kauft ohne Angst vor Diebstahl und Vandalismus zu haben. Also ein Fahrradparkhaus oder ähnliches. Das wiederum lohnt sich aus Fahrradparkhausbetreibersicht erst ab einer Größenordnung, die höher ist als die Anzahl der Kunden die den ICE mit Fahrrad nutzen.
hervorragendes Stammtisch-Thema :)
sflori, Sonntag, 22.09.2019, 21:49 (vor 2391 Tagen) @ oska
Ich würde die Fahrradkarte im Fernverkehr verteuern, vielleicht auf 30 oder 40 €.
Warum nicht der gleiche Preis wie bei Hunden und Kindern (6-14 Jahre)?
Ja, klingt doch gut. Also unter der Prämisse, dass die Kapazität so gering bleibt wie derzeit. Falls man für ausgewählte Relationen Lösungen mit größerer Kapazität bieten kann, soll der Preis natürlich entsprechend sinken. Es geht hier nicht um Abzocke.
Hier ist die Gesellschaft gefragt, attraktive Bedingungen zu schaffen, damit der Pendler sich ein zweites Rad kauft ohne Angst vor Diebstahl und Vandalismus zu haben.
Genau das war war mein Hintergedanke.
Bye. Flo.
hervorragendes Stammtisch-Thema :)
guru61, Arolfingen, Montag, 23.09.2019, 08:55 (vor 2391 Tagen) @ oska
Dann wird der zweite Fall günstiger sein. Voraussetzung ist hier allerdings das sichere Parken des Rads am Heimatbahnhof (tagsüber während der Arbeit) und das sichere Parken am Bahnhof des Arbeitsortes (nachts).
Hallo
Genau das habe ich gemacht:
In Zürich ein billiges Zweitvelo das in der bewachten Velostation abgestellt habe. Die 120 Franken für die Bewachung in der Velostation Nord, stecke ich locker weg.
https://www.velostation.ch/velostationen/zuerich-2/
Das Velo selber hat mich keine 30 Franken gekostet. Es war eine Occasion aus dem Brockenhaus.
Wer wirklich immer gleich pendelt, kommt so am billigsten.
Nachher in Bern habe ich das Rad ebenfalls am Bahnhof eingestellt.
https://www.velostation.ch/velostationen/bern-6/
Gruss Guru
Fahrradparkhaus
oska, Montag, 23.09.2019, 09:17 (vor 2391 Tagen) @ guru61
In Zürich ein billiges Zweitvelo das in der bewachten Velostation abgestellt habe. Die 120 Franken für die Bewachung in der Velostation Nord, stecke ich locker weg.
Pro Jahr. Also weniger als 10 Euro pro Monat, das ist selbst in ärmeren Ländern nördlich der Schweiz nicht viel.
Wie ist das Handling? Wie lange brauchst Du im Schnitt um Dein Fahrrad zu parken oder abzuholen?
Gutes Beispiel in D: Fahrradparkhaus Oldenburg
frwi, Montag, 23.09.2019, 09:38 (vor 2391 Tagen) @ oska
Pro Jahr. Also weniger als 10 Euro pro Monat, das ist selbst in ärmeren Ländern nördlich der Schweiz nicht viel.
Wie ist das Handling? Wie lange brauchst Du im Schnitt um Dein Fahrrad zu parken oder abzuholen?
In Oldenburg (Oldb) gibt es auch ein sehr schönes Parkhaus direkt am Bahnhof. Die Jahreskarte kostet gerade mal 30 € und man hat mit einer Chipkarte jederzeit Zugang zu einem Bereich für die "Dauerparker". Das hinbringen und abholen dauert vielleicht 2 Minuten länger, als das Fahrrad vor dem Bahnhof abzustellen.
Viele Grüße
Fahrradparkhaus
Frecciarossa, Montag, 23.09.2019, 09:38 (vor 2391 Tagen) @ oska
In Zürich ein billiges Zweitvelo das in der bewachten Velostation abgestellt habe. Die 120 Franken für die Bewachung in der Velostation Nord, stecke ich locker weg.
Pro Jahr. Also weniger als 10 Euro pro Monat, das ist selbst in ärmeren Ländern nördlich der Schweiz nicht viel.
In Utrecht sind die ersten 24 Stunden gratis. Finde ich besser.
Fahrradparkhaus
oska, Montag, 23.09.2019, 19:12 (vor 2390 Tagen) @ Frecciarossa
Pro Jahr. Also weniger als 10 Euro pro Monat, das ist selbst in ärmeren Ländern nördlich der Schweiz nicht viel.
In Utrecht sind die ersten 24 Stunden gratis. Finde ich besser.
Das ist eine tolle Lösung für die Auspendler, da diese meist weniger als 24 Stunden am Stück arbeiten und so kostenlos während der Arbeitszeit parken können.
Die Einpendler brauchen jedoch ein Ticket für ihr Zweitfahrrad in Utrecht, da es sicher Zeiten gibt, wo sie länger als 24 Stunden nicht am Arbeitsort sind. Klassischerweise Wochenende/Urlaub.
Fahrradparkhaus? Tschechien zeigt, wie's geht!
J-C, In meiner Welt, Montag, 23.09.2019, 09:02 (vor 2391 Tagen) @ oska
bearbeitet von J-C, Montag, 23.09.2019, 09:03
Dieses Jahr wurden in Breclav und Hodonin je ein neues Fahrradparkhaus eingeweiht. Da in Tschechien Radfahren durchaus seine Beliebtheit hat, scheint für sowas sich ein Bedarf eingestellt zu haben.
--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Und jetzt nochmal über große Koffer bitte
Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 22.09.2019, 21:09 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Es scheint ja Leute zu geben, die ihren halben Hausrat zum Flughafen schleppen. Und dann über die Leute, die meinen jedes zweite Wochenende nach Hause fahren zu müssen. Alle 4 Wochen würde auch reichen. Kinderwagen im Zug: Kinder kann man auch huckepack tragen. Und die Normalreisenden, die weder Wagen- noch Sitzplatznummer lesen können und sich einfach irgendwo hinsetzen. Vielleicht weil sie nicht rückwärts fahren wollen.
"Ein weiterer Radler an Bord, der sicherheitshalber gar keine Fahrradkarte für diesen Zug hatte."
Hatte er sicherheitshalber einen Anschlussverlust erlitten?
Oh man, es ist echt voll doof hier auf dieser Welt.
Ach so: Warum bist Du eigentlich selber Zug gefahren? War es ein wichtiger Grund oder warst Du nur irgendwo irgendwas gucken und dann wieder zurück?
--
Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
Normaler Alltag ... *gähn* ;-)))
Blaschke, Sonntag, 22.09.2019, 22:12 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Hey.
Ich mag das immer, wenn sie im Dieseltriebwägelchen mit 3 Fahrrädern dafür sorgen, dass Durchgänge nicht passierbar sind. Oder sich in der S-Bahn Hannover nach dem gleichen Schema positionieren.
Und die anderen Fahrgäste, die unbedingt auf den unbequemen Klappsitzen lungern müssen und alles blockieren, sind genauso behämmert.
Schöne Grüße von jörg
Meine Beobachtungen im Nahverkehr
sobinichhalt, Feldkirch, Montag, 23.09.2019, 05:38 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Hallo zusammen,
ich stimme den Thread-Eröffner zu und finde die Situation im Nahverkehr sehr viel schlimmer.
Ich fahre häufig zwischen Augsburg und München im Fuggerexpress, bzw. zwischen Augsburg und Ingolstadt mit der Bayerischen Regiobahn.
In keinem der Züge kann man reservieren, aber gerade zu "Radfahr-Stoßzeiten", also im Sommer bei schönem Wetter sind die Fahrradabteile auch gerne überfüllt.
In den wenigsten Fällen nehmen die Radler ihre Satteltaschen ab und versuchen auf irgendeine Weise Platz zu sparen.
In der BRB werden gerne dann mit drei Rädern zwölf Sitzplätze blockiert und die Leute, die einen Sitzplatz suchen (oder brauchen) schauen dann dumm aus der Wäsche.
Im Fugger-Express wird dann zusätzlich noch der Durchgang blockiert.
Und was mich persönlich ganz besonders aufregt ist die Arroganz der Leute mit Fahrrädern, die darauf beharren, weil ein Piktogramm an der Wand pappt, dass sie jetzt unbedingt ihr Rad hier und jetzt abstellen müssen. Da wird keine Rücksicht genommen.
In meinen Augen müsste man das Thema schon sehr lange angehen. Für mich sehe ich auch nur
zwei Lösungen: Entweder Radfahrer komplett verbannen oder für ausreichende Kapazitäten sorgen.
Schönen Gruß
sobinichhalt
Wo denn das Fahrrad abstellen, außer vor Klappsitzen?
Proeter, Montag, 23.09.2019, 06:23 (vor 2391 Tagen) @ sobinichhalt
bearbeitet von Proeter, Montag, 23.09.2019, 06:26
Leute mit Fahrrädern, die darauf beharren, weil ein Piktogramm an der Wand pappt, dass sie jetzt unbedingt ihr Rad hier und jetzt abstellen müssen. Da wird keine Rücksicht genommen.
Die Kritik daran verstehe ich nicht.
Wo sollen die Leute denn sonst das Fahrrad abstellen, wenn nicht dort, wo das Piktogramm ist? Oft erlebe ich es, dass die Fahrgäste auf den Klappsitze (übrigens durchweg ohne Begründung und Alternativvorschläge) nicht weggehen, wenn der Radfahrer sie darum bittet. Kommt dann später der KiN oder der Sicherheitsdienst, dann plötzlich machen sie doch Platz - und zwar ohne Diskussion. Wie kann das sein?
Und was meinst du mit "und jetzt"? Wann soll man das Fahrrad denn am vorgesehenen Ort abstellen, außer "jetzt", wenn man gerade eingestiegen ist?
Und das Fahrrad wollen die ja nicht da abstellen, "weil da das Piktogramm ist". Die Kausalität ist vielmehr, dass das Piktogramm dort ist, weil man dort sein Fahrrad abstellen soll - und nicht woanders. Genauso, wie im Zug ebenfalls durch Piktogramme gekennzeichnet ist, wo man den Feuerlöscher suchen soll, wo man sein Geschäft verrichten soll und man sich mit 2.-Klasse-Fahrschein aufzuhalten hat. Was ist dagegen einzuwenden, wenn man sich gemäß den Regeln verhält?
Vielleicht kannst du mir all diese Fragen beantworten, was den Klappsitzblockierern im Zug nicht gelingt. Ich würde es wirklich gern wissen.
Zur Sicherheit noch dazu gesagt: Ich formuliere das Anliegen grundsätzlich freundlich, nach einer Begrüßung und als Frage. In 95% der Fälle, in denen Leute sich weigern, aufzustehen, sind zum Zeitpunkt meiner Ansprache auch andere Sitzplätze im Zug noch frei.
Und noch eins: Ja, ich sitze sogar selbst manchmal auf den Klappsitzen. Wenn aber ein Fahrradfahrer (oder Kinderwagen oder Rollstuhl kommt), dann braucht man mich gar nicht erst zu fragen. Ich biete den Platz ungefragt an. Tut übrigens gar nicht weh.
Klappsitzsperren
idle2, Montag, 23.09.2019, 07:20 (vor 2391 Tagen) @ Proeter
Ihre Beobachtung kann ich so bestätigen. Ich habe bereits "Ausklappsperren" in Dostos Steuerwagen gesehen, die eben dieses Problem beheben. Die Klappsitze können nicht mehr ausgeklappt werden und der Mehrzweckbereich steht seiner eigentlichen Bestimmung zur Verfügung.
Grüße aus dem NV mit Fahrrad
Leute wie du eher Problem im NV
Höllentalbahn, Montag, 23.09.2019, 08:18 (vor 2391 Tagen) @ sobinichhalt
Auf der Höllentalbahn nehme ich mein Rad auch ab und zu mal gerne mit und da kenne ich auch diese Art Mensch.
Man sieht ganz genau das noch normale Sitzplätze frei sind (aber eben kein Privat-Vierer oder Zweier) und dann geht das Gezeter los.
Nein man macht jetzt kein Platz, ja man weiß was da steht interessiert mich aber nicht, man zahlt ja nicht dafür er schon (Fahrrad kostet soviel wie Einzelfahrschein also ziemlich sicher sogar mehr und ich erlebe es häufig dass durch Stapeln ähnlich viele Fahrräder da reinpassen wie Sitzplätze da sind ) usw.
Also ich glaube die Welt wird hier etwas zu Schwarz-Weiß gesehen...
Radfahrer im Fernverkehr - dumm, dreist oder beides?
idle2, Montag, 23.09.2019, 07:11 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von idle2, Montag, 23.09.2019, 07:12
Man kann sich auch Rücksichtsvoll und entsprechend den Beförderungsbedingungen verhalten - sodass keiner Behindert wird. Das hat nichts mit dem Fahrrad zu tun. Dass auf Kapazitätsengpässe nicht reagiert wird ist nicht schuld der Radfahrer.
Ein rücksichstvoller Fahrradmitnehmer
6 Euro sind ein Witz
worfie, Montag, 23.09.2019, 12:32 (vor 2391 Tagen) @ Hustensaft
Heute im IC Hamburg - Ruhrgebiet - Stuttgart:
Die Stellplätze im Wagen 3 komplett ausgebucht, im Wagen 5 gab es aber auch Fahrradplätze. Nach jedem Halt heilloses Chaos, welches das Zugpersonal mühsam aufgelöst hat.
[...]
Nun gut, Fahrradmitnahme im Zug ist ein Luxusangebot. In Ländern wie Deutschland, wo Züge nur selten wirklich stark ausgelastet sind und dementsprechend viel Platz übrig ist, kann man so etwas ja gerne anbieten. Hier in Japan sind die Züge zumeist voll, da wäre es undenkbar so großes Sperrgepäck wie Fahrräder mit in den Zug zu nehmen (laut Beförderungsbedinungen ist es hier erlaubt, Fährräder mitzunehmen, wenn man sie zerlegt und in üblicher Gepäckgröße verpackt).
Ich finde eine Fahrradmitnahme im Zug sinnvoll, allerdings sollten da auch die Rahmenbedingungen stimmen. Bei dem was du da oben geschrieben hast, bekommt man ja nicht nur Kopfschmerzen sondern gleich ne hand- und (kopf-)feste Migräne.
Wenn man Fahrräder mitnehmt, sollte das natürlich so gestaltet sein, dass der Ein- und Ausstieg innerhalb der 30-60 Sekunden, die der Zug irgendwo hält auch vollzogen werden kann, so dass der Zug nicht x Sekunden verspätet abfahren muss.
Dann sollte man die Fahrradmitnahme reservierungspflichtig machen und zwar so, dass der Fahrgast vor Abfahrt des Zuges jederzeit überprüfen kann, ob noch ein Platz frei ist. Natürlich muss das reservierte Wagenmaterial dann auch in eben jener Ausstattung und zu eben jener Fahrplanlage unterwegs sein. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für seriöse Bahnunternehmen, aber wir reden hier ja über die Deutsche Schönwetterbahn.
Fahrradbereiche (im NV) sollten im Zug dann auch so aussehen, dass sie für Fahrräder sind. Was kostet das an Zeit, wenn in einem fast leeren Zug der Zustieg verzögert wird, weil im Fahrradbereich viele Fahrgäste ohne Fahrrad und Sperrgepäck sitzen, obwohl überall anderswo Plätze ohne Ende frei sind. Das habe ich bislang nur beim Metronom konsequent gelöst gesehen.
Außerdem muss die Fahrradbeförderung auch einen entsprechenden Wert haben. Wenn man eh nur heiße Luft durch die Gegend karrt, kann man ja Stellplätze für 6 Euro verscherbeln. Aber in Anbetracht des Platzverbrauches wäre eigentlich Preis analog zum Kinderfahrschein angemessen, wie oben auch schon angemerkt wurde.
Hier in Japan, wo es keine Fahrradmitnahme gibt, löst man das Problem damit, dass es an vielen Bahnhöfen (auch denen, die in Deutschland einer S-Bahn entsprechen würden) Fahrradparkhäuser gibt, wo man tageweise oder auch per Monatskarte (+/- 20 Euro) sein Fahrrad abstellen kann. Dann hat man halt zwei Fahrräder, eines für die Wohnung zum Bahnhof und eines vom Bahnhof zur Arbeit.
![[image]](https://www.bahnbilder.de/1200/wo-denn-nun-mein-fahrrad-1156102.jpg)