HSL-Zuid Seifenoper: Lärmschutzwand funktioniert nicht (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 12.03.2010, 09:15 (vor 5872 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 12.03.2010, 09:15

Hallo ICE-Fans,


und da ist schon wieder eine neue Episode der HSL-Zuid Seifenoper.
"Gute Zeiten, schlechte Zeiten" hätte es nicht besser bedenken können.

Diesmal sollte es Probleme mit den Lärmschutzwänden geben.
Nicht nur die Fyra-Züge sind zu laut, auch die Thalys.
Wurden zuerst noch die Prio-Wagen verschuldet, jetzt sind es also doch nicht die Prio-Wagen, sondern die bösen Lärmschutzwände.

TNO: Wir möchten die Wände näher untersuchen
Verkehrsminister: Ja, aber erst wenn die neuen Züge da sind!
Oscar (NL) dazu: Ja, wann die neuen Züge da sind, weiß sogar der Hersteller nicht...

Bei aktuellen Messungen wurde tatsächlich eine geringere Lärmquote festgestellt.

NS: Stimmt, wir haben die Gleise geschliffen.
HSL-Bekämpfer: Nein, Ihr habt Daten gefälscht.

Für die HSL-Zuid gilt, genauso wie Flughafen Schiphol, eine Schallproduktionslimit. Unter heutigen Umständen wäre die Quote für 2010 schon im Sommer verbraucht.
Verkehrsminister: Sollte das nicht klappen, wird das keine Konsequenzen haben.

Klar. Würde der Betrieb sofort stillgelegt, dann wäre HSA bankrott und unser Finanzierungsdefizit 37 statt 35 Milliarden Euros...


Auch so ein Thema: Fyra-Züge nach Belgien.

Journalist: Wann fahren die Fyra-Züge eigentlich von Amsterdam nach Brüssel?
HSA: September.
Journalist: Ist das September 2010 oder September 2011?
HSA: September !!


Stand der Dinge:

Juni 2010: Amsterdam-Rotterdam -> Amsterdam-Breda
Dez. 2010: Amsterdam-Brüssel (Benelux) -> Amsterdam-Brüssel (Fyra)

Mit welchem Takt und Fahrzeugmaterial, steht in den Sternen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Von der Goldgrube zum Milliardengrab?

rotfuxx, Freitag, 12.03.2010, 12:26 (vor 5872 Tagen) @ Oscar (NL)

Das hört sich alles andere als zuversichtlich an. Die Strecke ist aus meiner Sicht im Dauerbetrieb eine Lizenz zum Gelddrucken. Es werden europäische Zentren mit zahlungsstarkem Businessverkehr verbunden. Man kann darüber streiten, ob die Distanz vielleicht nicht ein bisschen zu kurz für HGV ist, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass hier ordentlich Umsatz im Halbstundentakt gemacht werden kann.

Doch beim bisherigen Stand der Dinge sieht das ganze Unternehmen erst einmal nach einem Milliardengrab aus. Es wird sehr lange Dauern bis sich diese Kosten durch Verzögerungen und Pfusch amortisieren und die angekratzte Reputation aufpoliert ist.

Von der Goldgrube zum Milliardengrab?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 12.03.2010, 13:27 (vor 5872 Tagen) @ rotfuxx

Hallo rotfuxx,


eine Goldgrube würde ich nicht sagen.
Noch abgesehen von allen Verzögerungen durfte die HSL-Zuid pro Kilometer die teuerste SFS weltweit sein.

1. Hauptgrund ist, dass der NL-Boden butterweich ist. Bevor man überhaupt die Strecke bauen konnte, mußte man eine sechsstellige Zahl an Betonpfeilern in den Boden schlagen. Auf dieses Fundament wurde dann die feste Fahrbahn ("slab track") gebaut. Auch die Stadt Amsterdam ist großenteils auf Pfeilern gebaut.
2. Für die HSL-Zuid musste man Stromschleusen bauen. In Gegensatz zu Deutschland konnte man das vorhandene Stromsystem (1500 V DC) nicht für die HSL-Zuid (25kV AC) verwenden.
3. Umweltschützer haben dem Betreiber gezwungen, das grüne Herz zu untertunneln. Kosten: 1 Milliarde. Oh Ironie: der Straßenverkehr (Lärm + Abgase) auf den benachbarten Autobahnen und Landstraßen wurde im Kauf genommen, aber der böse Zug muss begraben werden. Wenn das Gebiet so schön ist, warum darf ich das denn nicht durch das Fenster eines umweltfreundelichen Verkehrsmittels anschauen?
4. ERTMS: die Zugsicherung war neu, dazu noch grenzüberschreitende Anwendung.

Doch beim bisherigen Stand der Dinge sieht das ganze Unternehmen erst einmal nach einem Milliardengrab aus. Es wird sehr lange Dauern bis sich diese Kosten durch Verzögerungen und Pfusch amortisieren und die angekratzte Reputation aufpoliert ist.

Das kann übrigens auch noch negative Auswirkungen auf ICE International haben.
Wenn die NLer die Idee bekommen, Schienen-HGV ist nur etwas für Reiche und Schöne, werden die für Deutschlandfahrten das billige Auto benutzen und erst gar wenn der ICE International kaum die Schnitte der NS-ICs überbieten kann.

Ich bin auch mal gespannt wie die Situation in Amsterdam aussehen wird.
Geplant ist, die HGV-Züge aus der Stadtmitte zu verbannen. Thalys und ICE International sollen in Amsterdam Zuid enden, nicht in Amsterdam Centraal (der Berlin-IC verkehrt schon via Amsterdam Zuid und endet in Schiphol).
Nach Amsterdam Centraal geht's ab dort mit der U-Bahn via die Noord-Zuidlinie. Für diese Linie wurden gerade zwei Tunnelbohrmaschinen eingeweiht. Die U-Bahn hat jetzte schon einige Milliarden gekostet und ist auch von Verzögerungen geprägt. Ob de Verlängerung nach Amsterdam Noord gebaut wird, steht noch in den Sternen.


gruß,

Oscar (NL).

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Nordliches Abschnitt Noord-Zuidlijn

Jurjen (NL), Freitag, 12.03.2010, 13:43 (vor 5872 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Jurjen (NL), Freitag, 12.03.2010, 13:43

Nach Amsterdam Centraal geht's ab dort mit der U-Bahn via die Noord-Zuidlinie. Für diese Linie wurden gerade zwei Tunnelbohrmaschinen eingeweiht. Die U-Bahn hat jetzte schon einige Milliarden gekostet und ist auch von Verzögerungen geprägt. Ob de Verlängerung nach Amsterdam Noord gebaut wird, steht noch in den Sternen.

Oder jetzt bereits mit der U-Bahnlinie 51 über Amsterdam Amstel oder die Straßenbahnlinie 5 über das Museumplein. Die Verlängerung nach Amsterdam Noord wird definitiv gebaut, und ist eigentlich schon ein Jahr fertig! Da brauchen sie nur noch die Gleisen und sonstige Bahnanlagen bevor die U-Bahn losfahren kann. Der Frage war, ob das Abschnitt nördlich von der Hauptbahnhof bereits früher, möglich 2011, in Betrieb genommen werden soll. Sobald die Bahnen fahren werden, werden sie aber bestimmt über das Hauptbahnhof hinaus nach der Buikslotermeerplein fahren.

Falsche Lärmschutzwand an Autobahnen - gab es schon

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Sonntag, 14.03.2010, 09:12 (vor 5870 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo,
im Süden von Hamm wurden beim Ausbau der Autobahn auch Lärmschutzwände errichtet, die nicht den Anforderungen entsprechen. Nach Beschwerden von Bürgern, die darüber klagten, dass es nun lauter sei als zuvor, hieß es, dass das alles gar nicht sein kann. Nach Messungen an einem ausgebauten Element stellte man dann fest, dass die den Schall mehr reflektieren als absorbieren.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
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