WDR: Die Bahn ist eine Baustelle (Allgemeines Forum)
Hunderte Gleis-Baustellen in NRW
Die Bahn baut und alles steht - nein, ganz so schlimm soll es nicht kommen. Aber mit Verspätungen müssen viele Fahrgäste in NRW rechnen, wenn demnächst Oberleitungen oder Weichen erneuert werden - und das über Monate hinweg.
Fernverkehrszüge werden umgeleitet
Die Strecke zwischen Eschweiler und Aachen-Rothe Erde ist nur knapp zehn Kilometer lang, hat es aber in sich: Bis in den Sommer hinein wird es dauern, bis alle Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert sind. Das bedeutet, dass ab dem kommenden Wochenende (13./14.03.10) Strecken gesperrt, Züge umgeleitet und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. "Die Baustellen sind im Fahrplan für den Fernverkehr eingearbeitet", so ein Bahnsprecher. Das heißt: Der Fahrgast weiß, dass sein Zug später kommt und wie lange er warten muss. Nicht so im Nahverkehr. Dort muss er Bus fahren, in den Pendelzug umsteigen - oder gleich mit dem Auto fahren.
Arbeiten im "Korridor"
Die Strecke ist nicht die einzige, die generalüberholt wird. In ganz NRW wird in sogenannten "Bahnkorridoren", das sind längere Streckenabschnitte, gebaut. Nicht etwa wegen möglicher Winterschäden, sondern weil Gleise und Schotter in die Jahre kommen, so der Bahnsprecher. 4.800 Kilometer Schienen gibt es in NRW, über die jeden Tag 7.000 Güterzüge, S-Bahnen und Züge fahren. Um die instand zu halten, gibt die Bahn nach eigenem Bekunden jährlich rund 500 Millionen Euro aus.
Im Dortmunder Hauptbahnhof zum Beispiel werden ab April die Weichen erneuert. Wie sich das konkret auswirkt, ist nach Angaben des Bahnsprechers noch unklar, er rechnet aber mit Umleitungen und "Fahrzeitverlängerungen" . Im Bahnkorridor 16 (Köln-Dortmund) werden zwischen Leverkusen-Opladen und Köln-Mülheim mehrere Kilometer Untergrund und Gleise ersetzt, in Korridor 18 zwischen Hamm und Altenkirchen ebenfalls. Dort hat der Zugverkehr nur noch ein Gleis zur Verfügung - Verspätungen sind wahrscheinlich.
Informiert wird "zeitnah"
Wie viele Baustellen es genau geben wird, kann die Bahn noch nicht sagen. Die Planungen laufen bis weit in den Herbst hinein und sparen auch die Ferienzeit nicht aus - wie auf der Strecke zwischen Münster und Osnabrück, wo in mehreren Etappen neue Gleise eingebaut werden. Außerdem gibt es die "Ad-hoc"-Baustellen, die sich nicht langfristig planen lassen. Nähere Informationen, wo und wann genau gebaut wird, gibt die Bahn nach eigenen Angaben "zeitnah" im Internet oder in den Reisezentren bekannt.
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