WDR: Die Bahn ist eine Baustelle (Allgemeines Forum)

Frank-RE, Recklinghausen, Mittwoch, 10.03.2010, 18:22 (vor 5982 Tagen)
bearbeitet von Frank-RE, Mittwoch, 10.03.2010, 18:27

Hunderte Gleis-Baustellen in NRW

Die Bahn baut und alles steht - nein, ganz so schlimm soll es nicht kommen. Aber mit Verspätungen müssen viele Fahrgäste in NRW rechnen, wenn demnächst Oberleitungen oder Weichen erneuert werden - und das über Monate hinweg.

Fernverkehrszüge werden umgeleitet

Die Strecke zwischen Eschweiler und Aachen-Rothe Erde ist nur knapp zehn Kilometer lang, hat es aber in sich: Bis in den Sommer hinein wird es dauern, bis alle Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert sind. Das bedeutet, dass ab dem kommenden Wochenende (13./14.03.10) Strecken gesperrt, Züge umgeleitet und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. "Die Baustellen sind im Fahrplan für den Fernverkehr eingearbeitet", so ein Bahnsprecher. Das heißt: Der Fahrgast weiß, dass sein Zug später kommt und wie lange er warten muss. Nicht so im Nahverkehr. Dort muss er Bus fahren, in den Pendelzug umsteigen - oder gleich mit dem Auto fahren.

Arbeiten im "Korridor"

Die Strecke ist nicht die einzige, die generalüberholt wird. In ganz NRW wird in sogenannten "Bahnkorridoren", das sind längere Streckenabschnitte, gebaut. Nicht etwa wegen möglicher Winterschäden, sondern weil Gleise und Schotter in die Jahre kommen, so der Bahnsprecher. 4.800 Kilometer Schienen gibt es in NRW, über die jeden Tag 7.000 Güterzüge, S-Bahnen und Züge fahren. Um die instand zu halten, gibt die Bahn nach eigenem Bekunden jährlich rund 500 Millionen Euro aus.

Im Dortmunder Hauptbahnhof zum Beispiel werden ab April die Weichen erneuert. Wie sich das konkret auswirkt, ist nach Angaben des Bahnsprechers noch unklar, er rechnet aber mit Umleitungen und "Fahrzeitverlängerungen" . Im Bahnkorridor 16 (Köln-Dortmund) werden zwischen Leverkusen-Opladen und Köln-Mülheim mehrere Kilometer Untergrund und Gleise ersetzt, in Korridor 18 zwischen Hamm und Altenkirchen ebenfalls. Dort hat der Zugverkehr nur noch ein Gleis zur Verfügung - Verspätungen sind wahrscheinlich.
Informiert wird "zeitnah"

Wie viele Baustellen es genau geben wird, kann die Bahn noch nicht sagen. Die Planungen laufen bis weit in den Herbst hinein und sparen auch die Ferienzeit nicht aus - wie auf der Strecke zwischen Münster und Osnabrück, wo in mehreren Etappen neue Gleise eingebaut werden. Außerdem gibt es die "Ad-hoc"-Baustellen, die sich nicht langfristig planen lassen. Nähere Informationen, wo und wann genau gebaut wird, gibt die Bahn nach eigenen Angaben "zeitnah" im Internet oder in den Reisezentren bekannt.

WDR: Die Bahn ist eine Baustelle

Steffen, Mittwoch, 10.03.2010, 22:19 (vor 5982 Tagen) @ Frank-RE

Die Strecke zwischen Eschweiler und Aachen-Rothe Erde ist nur knapp zehn Kilometer lang, hat es aber in sich: Bis in den Sommer hinein wird es dauern, bis alle Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert sind.

Korrekt ist: Fast der gesamte Bahnhof Stolberg wird von Oberleitung befreit! Nur die Durchfahrgleise behalten den Fahrdraht, da wird er wohl erneuert.

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Baustellenmanagement

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 11.03.2010, 10:26 (vor 5981 Tagen) @ Frank-RE

Die Strecke zwischen Eschweiler und Aachen-Rothe Erde ist nur knapp zehn Kilometer lang, hat es aber in sich: Bis in den Sommer hinein wird es dauern, bis alle Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert sind. Das bedeutet, dass ab dem kommenden Wochenende (13./14.03.10) Strecken gesperrt, Züge umgeleitet und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Wo ist das Problem? Bei uns ist das doch auch so? Auch unser Netz wird voll ausgelastet und daher kommt es zu Baustellen.

Nur mit einem Unterschied: bei uns gibt es vor allem Wochenendsperren. Dann ist z.B. das Herzstück Utrecht-Den Bosch das ganzen Wochenende dicht. Die ICs aus Amsterdam verkehren bis Utrecht und die aus Eindhoven bis Den Bosch. Dazwischen gibt es einen SEV mit Fernreisebussen. Hinzu kommen noch Regionalbusse statt RB.

Aber auch bei uns kommt es bei Generalüberholungen zo großen Sperren:

1. Bahnhof Nijverdal ist nur aus Almelo erreichbar, nicht aus Zwolle. Die RB 79 aus Zwolle endet in einem Behelfsbahnhof Nijverdal West, ab dort SEV nach Nijverdal mit Regionalbus. Die Situation soll 2-3 Jahre dauern. Grund: Umstrukturierung des Bahnhofsumfeldes.
2. Bahnhof Arnhem ist 5 Wochen lang nur aus Doetinchem und Deventer erreichbar, nicht aus Utrecht und Nijmegen. Die ICs Utrecht-Nijmegen wenden in einem Behelfsbahnhof Arnhem KEMA, zwischen Arnhem KEMA und Arnhem SEV mit Bussen. ICE International wird via MG und Eindhoven umgeleitet. Grund: Umstrukturierung des Gleisfeldes.

Ich glaube, die Baustellen sind an sich das Problem nicht, nur wie man danach handelt.
Bei uns geht das etwa so:

1. Verarbeitung in den Fahrplänen, sowohl online als auf den Bahnhöfen. Bei uns sind die Züge pro Richtung gelistet und werde nur die Fahrpläne der baustellenbetroffenen Richtungen umplakatiert.
2. Baustellenbroschüren: was ist unterbrochen, aus welchem Grund, was fällt aus, was sind die Alternativen, wieviel Fahrzeitverlängerung?
3. Ausschilderung der Fußstrasse zwischen Bahnsteig und Abfahrtsort der SEV-Busse.
4. ausreichende Verfügbarkeit von SEV-Bussen, wobei IC-Ersatzleistungen mit Fernreisebussen gefahren werden.

Außerdem gibt es die "Ad-hoc"-Baustellen, die sich nicht langfristig planen lassen.

Auch bei uns passiert es, dass Bauarbeiten nicht in dem geplanten Zeitrahmen vollendet sind. Dann ist auch bei uns Montags die Hölle los.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

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