Internationale Zusammenarbeit im EC Polonia (Reiseberichte)
Die Verhältnisse, über die ich manchmal über Deutschland im Zugverkehr lese, die kann man anderswo nicht immer so leicht reproduzieren. Da braucht es internationale Zusammenarbeit. In diesem Fall zwischen Tschechien und Polen.
Tschechien ist sehr zuverlässig darin, einen Fahrplan zu publizieren, der in aller Regel nicht eingehalten werden kann. So auch hier. Auf Tschechien ist in der Hinsicht so ziemlich Verlass, dass eine Verspätung auf jeden Fall eintrifft. Zuerst waren's 5 Minuten, als ich da war schon 15 Minuten Verspätung. Und das kenne ich such nicht anders.
Ist natürlich nicht viel, aber man kriegt so ein gewisses Feeling sag ich mal. Außerdem muss ich mich auch nie wirklich stressen, das ist nett.
Ich hatte irgendwie Durst, da beschloss ich, mir eine Kofola in Hodonín mir vom Automaten zu genehmigen. Ich hatte damals eine gute Entscheidung getroffen, mich nicht darauf zu verlassen, dass ich im Bordrestaurant was bekäme.
Denn...
Es hat im EC Polonia, der 7 Stunden von Warschau nach Wien fährt, heute keinen Speisewagen. Hier spielt nämlich PKP iC seinen Part. Der Zug hatte den Speisewagen ausgereiht bekommen und fuhr deshalb mit nur 4 Wagen. Der Großraum zweiter Klasse hatte dann auch noch ein interessantes Feature: Die Klimaanlage ist dort ausgefallen. War sehr kuschelig drin. Zumindest gab's Fenster zum Öffnen.
Außerdem war der Zug so gut gefüllt, dass ich die 10 Minuten zur Grenzstation erstmal stand - da kam mal endlich so ein wenig Abenteuerfeeling auf, nicht so langweilig und trist im klimatisierten Abteil sitzen und bis zum Ende der Fahrt warten, dank SZDC und PKP iC gibt's hier mal etwas Action!
Ich begab mich in Breclav nun in ein Abteil, angeblich klimatisiert, aber die Lüftung ist eher mau, es ist sagen wir mal so eine Temperatur, die an sich noch erträglich ist, Colaholiker würde es wohl als Sahara-Hitze bezeichnen. Hier schwitzt man jedenfalls auch ein wenig... und die Fenster sind verschlossen. Einen Vierkant habe ich leider nicht zur Hand.
wer bei dieser internationalen Zusammenarbeit (noch) nicht mitspielt, das sind die ÖBB. Hier verlief die Übergabe wie immer problemlos und man rollt und rollt und rollt und rollt... eher langweilig. Womöglich wird hier sogar noch Verspätung etwas abgebaut...
Also ja, mit internationaler Zusammenarbeit lässt sich durchaus wein gewisses Feeling, ein gewisses Abenteuer bewerkstelligen.
Die zwei asiatischen Touristen mir gegenüber sind für solche Fälle selbstverständlich ausgerüstet, man hat einen Handventilator parat. Clever!
--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
gesamter Thread: