Österreichische Arroganz? (Allgemeines Forum)

worfie, Samstag, 22.06.2019, 20:16 (vor 2480 Tagen) @ GibmirZucker

Dazu müsste man die Umstände kennen. Vielleicht lag ein Fehlverhalten des Personals vor. Vielleicht war die Begleitung der Kinder inkompetent, letzteres ist leider auch häufig zu beobachten. Und so schlecht ist das Angebot der Schulung auch nicht, gerade wenn es sich um Kinder vom Land handelt, die privat kaum an Bahnreisen gewohnt sind. Je nach Region beobachtet man wirklich unfähiges bis gefährliches Verhalten. Am Rande, die beste Lenkung vom Kindergruppen ist in Prag zu beobachten. Ich wundere mich, wie drei bis vier Lehrerinnen es schaffen, 40 6-8 jährige Schüler in der U Bahn ohne Verzögerung des Betriebes zum Ein- und Aussteigen zu bewegen und in 2er Reihen auf die High-Speed Rolltreppen einzusortieren, und das ohne Geschrei. Tschechen können das, Italiener nicht und in Berlin trampeln einen die Schüler nieder, mit dem Standard-Satz ich f....deine Mutter (scheint in Berlin der haufigst gesprochene Satz unter Kindern zu sein)

Das man beide Seiten kennen müsste, stimmt natürlich. Der Artikel klang jetzt aber danach, dass sich die Fahrgäste mit einem normalen Einsteigevorgang mit aufsichtspflichtigen Kindern befunden haben. Die Fahrgäste schienen ja auch direkt an den Türen und nicht ewig weit weg vom Fahrzeug gestanden zu haben, sonst hätten sie ja vermutlich den Türschliessvorgang auch nicht unterbrechen können. Das "einem Kind fast die Hand gequetscht" klingt auf mich jetzt etwas übertrieben, aber ich weiß auch nicht, was die Österreicher da für Wagenmaterial einsetzen.
Was mir in Europa in der Tat aufgefallen ist, ist die Disziplinlosigkeit vieler Fahrgäste, insbesondere von Schulgruppen. Anscheinend wird da an den Schulen auch nicht wirklich etwas über Alltagsverhalten gelehrt und erstaunlicherweise zeigen die Schüler dort wenig Autorität gegenüber dem Lehrpersonal.

Genauso habe ich in Deutschland aber auch schon völlig katastrophales Bahnpersonal erlebt, welches ihren Beruf völlig verfehlt hat. Beispiel: Mutter mit zwei Kindern, Gepäck und Kinderwagen steigt ein. Die Kinder als erstes, dann hebt die Frau den Koffer in den Zug und im selben Moment schliessen nach nicht einmal 30 Sekunden Standzeit die Türen, während die Frau gerade den Kinderwagen hochheben will. Fahrgäste gehen dazwischen und halten die Tür offen, dass die Mutter mitfahren kann. Nachdem der Zug losfährt, kommt die Zugbegleiterin angerannt(!) und schreit die Fahrgäste an, was das soll und dass sie beim nächsten Mal die Polizei rufen will wegen Behinderung des Bahnverkehrs.

Wohlgemerkt: Die Fahrgäste sind zügig eingestiegen, es waren halt nur Kinder und Gepäck dabei. Die Bahn war eine heute nicht mehr im Bahnverkehr aktive Privatbahn im sog. "echten Norden", die mit gerade einmal sechs Wagen fuhr. So ein Verhalten gegenüber zahlenden Kunden, die sich nicht einmal irgendwo fragwürdig verhalten haben, würdest du in Japan genau zweimal erleben: Einmal und nie wieder, weil die entsprechende Zugbegleiterin entweder zu Reinigungspersonal degradiert oder gleich fristlos vor die Tür gesezt werden würde, während man in Deutschland so ein Verhalten völlig problemlos duldet und es bestenfalls vielleicht ein kleines "Dududu" gibt.

Die DB als Infrastrukturbetreiber und die Privatbahn hingegen gaben sich aber die beste Mühe um den Verkehr und den Einstiegsprozess so gut wie möglich zu behindern. Am Bahnsteig gab es null Markierungen, wo denn die Türen der Züge überhaupt zum Stehen kommen werden und man konnte sich ja nicht einmal auf eine überall gleiche Bahnsteighöhe einigen, um die Fahrgäste so problemlos wie möglich einsteigen zu lassen.


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