Von der Dolderbahn ins Mittelland - Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Freitag, 21.06.2019, 19:27 (vor 2474 Tagen) @ TD

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Als nächstes steht nun unsere Prämierenfahrt mit dem Twindexx Swiss Express (RABe 502) auf dem Programm. Zum Einsatz kommt eine der kurzen 100-Meter-Versionen (IR 100). Der Zug fährt im sogenannten gelenkten Einsatz auf der Linie IR 17 von Zürich nach Bern.

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Die doppelstöckigen Triebzüge hätten ab 2013 geliefert werden sollen, aus unterschiedlichen Gründen verzögerte sich die Auslieferung um mehrere Jahre. Seit 2018 kommen die Triebzüge schrittweise zum Einsatz. Etwa zwei Monate nach dem ersten fahrplanmäßigen Einsatz können wir uns nun im Oberdeck des Zugs umschauen.

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Die Fahrt ist pünktlich und ok, da kann ich nicht viel Aufregendes berichten – eine normale Zugfahrt halt. Wir fahren nun über Olten nach Langenthal, zwischendurch queren wir die Reuss.

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In Langenthal verlassen wir den Fernverkehrszug und wechseln zur Meterspurstrecke der Aare Seeland mobil (asm). Mit einem Star (Schmalspur-Triebzug für attraktiven Regionalverkehr) fahren wir nach Oensingen.

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Der Niederflur-Gelenkzug wurde von Stadler für diese Strecke konzipiert, weil der klassische GTW wegen der engen Kurvenradien nicht geeignet war. Wir befahren nun die Strecke der ehemaligen Langenthal-Jura-Bahn (LJB). Hier fahren wir gerade an Schloss Aarwangen vorbei. Wenig später führt die Strecke über die Aare.

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Für das Foto des Bahnhofsgebäudes von Bannwil (übrigens Baujahr 1907) habe ich dann mehr Zeit, als mir lieb ist. Hier möchte ein Rollstuhlfahrer mit und der Lokführer ist mit der Nutzung der mobilen Faltrampe völlig überfordert. Falls hier jemand von asm mitliest: bitte übt mit Eurem Personal Ausklappen, Einhängen und Einklappen der Rampe, dieser simple Vorgang geht doch bestimmt auch ohne 8-minütige Verspätung und damit verbundenem Anschlussverlust für die Fahrgäste.

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Über einen Hügel geht es nun nach Niederbipp, dort unterquert die Strecke die schweizerische Gäubahn und führt dann parallel zu den SBB-Gleisen am Jurasüdfuss nach Oensingen. Dort heißt es nun erstmal Warten, nachdem der geplante Anschlusszug weg ist.

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Oensingen ist Ausgangspunkt der Bahnstrecke nach Balsthal. Betrieben wird die Strecke von der Eisenbahngesellschaft Oensingen-Balsthal-Bahn, die Abkürzung OeBB bitte nicht verwechseln mit der österreichischen ÖBB. Der Bahnhof Oensingen ist als Keilbahnhof angelegt, der Bahnsteig der OeBB befindet sich jenseits des Bahnhofsgebäudes. Ich wundere mich etwas über die Domino-Komposition mit SBB-Logo. Hat die OeBB nicht auch einen Domino mit OeBB-Logo?

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Eine Bahngesellschaft mit einer Strecke von gerade mal gut 4 Kilometern ist schon kurios. Die Stichstrecke wird im Halbstundentakt bedient. Die Strecke folgt dem Fluss Dünnern, aus dem offenen Schweizer Mittelland führen die Gleise durch eine Klus, also ein schluchtartiges Durchbruchstal.

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Über der Klus von Balsthal wacht die Burg Alt-Falkenstein, die Höhenburg auf einem Felsen in dem Jura-Quertal wurde um das Jahr 1250 für den Grenzschutz errichtet.

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Jenseits der Klus liegt das offene Balsthaler Tal. Im Bild die reformierte Kirche von Balsthal. Nach einer Fahrzeit von 8 Minuten ist damit gleich der Endbahnhof erreicht und wir haben das Streckennetz der OeBB abgefahren.

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Aufgrund des verkürzten Aufenthalts belassen wir es in Balsthal bei einer Runde um den Bahnhof. Hier hat die OeBB ihren Sitz. Die OeBB ist auch bekannt für ihre Sammlung historischer Bahnfahrzeuge, aber Nostalgieverkehr ist nicht ganz meine Welt.

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Mit der Domino-Komposition geht es nun gleich wieder zurück – im Hintergrund nun wenigstens noch ein Fahrzeug mit OeBB-Logo.

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Es gab einst große Pläne für verschiedene durchgehende Bahnstrecken über Balsthal hinaus, einige blieben schon im Planungsstadium auf der Strecke, bei anderen ging während des Baus das Geld aus, so dass es bei der kurzen Stichstrecke mit zwei Zwischenhalten blieb. Durch die Juraklus fahren wir zurück nach Oensingen.

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Hier stehen wir nun auf dem Bahnsteig in Oensingen. Im Vordergrund die SBB-Gleise der Gäubahn von Solothurn nach Olten, rechts der Domino auf dem Gleis nach Balsthal und von links ein Star der asm auf der Meterspurstrecke.

Wir haben nun Halbzeit und machen hier einen Schnitt, in den nächsten Tagen folgt der zweite Teil mit der Strecke Biel-Täuffelen-Ins, einem Besuch in Fribourg/Freiburg und der Rückfahrt sowie dem Radexpress Bodensee.


Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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