? Zum Deutschlandtakt (Allgemeines Forum)

TheoretICEr, Donnerstag, 04.04.2019, 11:56 (vor 2562 Tagen)

Hallo Zusammen,

Im Rahmen des Deutschlandtaktes habe Ich noch ein Paar Fragen die Ihr mir bestimmt beantworten könnt.

1) Was ist zur Situation Frankfurt-Kassel-Hannover-Hamburg geplant?
F-KS ist mit dem ausbau Hanau-Fulda wohl in 1:15 zu schaffen nicht aber in 60min
KS-H ist mit 60min jetzt machbar und H-HH ist auch nur in 1:15 und nicht in 60min drin. Reicht hier der kommende Ausbau für 60min? Ich kanns mir nicht vorstellen. Natürlich ist es möglich auch mit 75min Kantenzeit zu planen aber dann wären H oder F keine Vollknoten mehr.

2) Frankfurt Köln ist nicht unter 1h möglich. Hier ist ja schon fast das optimum erreicht

3) Auf der Rheintalbahn liegen Basel-Freiburg-Offenburg-Karlsrue-Mannheim in jeweils Abständne von 20-25min zueinander (wenn der Ausbau jemals fertig werden sollte).

Damit ist in einem nicht unerheblichem Teil des Schienennetzes ein ITF nur schwer machbar. Wie es auf MA-S-M aussehen wird nach den Ausbauten weiss Ich im Moment nicht, wird da ein ITF möglich sein?
Sollen auf diesen Raltionen die Züge "ausgebremst" werden und mit langsamen Tempo fahren oder soll hier kein ITF eingehalten werden? Was würdet ihr denn bevorzugen?

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CNL484, Donnerstag, 04.04.2019, 13:44 (vor 2562 Tagen) @ TheoretICEr

Völlig abgehoben von der Realität dieser "Deutschlandtakt" Wie soll man das machen? Viele Bahnhöfe an der Kapazitätsgrenze.Auserdem muss der Nahverkehr reduziert werden. Um Platz zu schaffen für mehr FV.Denn NV bremst FV aus.Früher gab es nicht so ein ausgebauten NV in Deutschland.30 mim Takt HH-HL zum Beispiel Muss viel mehr Geld in Hand genommen. Als was jetzt für Kapazitätssteigerung ausgegeben werden muss.

Du willst den NV reduzieren? Sehe ich das richtig?

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Donnerstag, 04.04.2019, 14:15 (vor 2562 Tagen) @ CNL484

- kein Text -

Nicht zwangsläufig.

J-C, In meiner Welt, Freitag, 05.04.2019, 00:51 (vor 2562 Tagen) @ CNL484
bearbeitet von J-C, Freitag, 05.04.2019, 00:54

In der Schweiz wird selbst auf Nebenstrecken ein Halbstundentakt erreicht, auf Hauptstrecken wird eine sehr dichte Frequenz erreicht und das klappt eben.

Das führt mich zur These, dass viele Faktoren da mitspielen und bei kluger Taktung err Reionalverkehr kein Prpblem ist.

Ich meine, wir haben in Österreich eine überlastete Strecke, wo auf einem Abschnitt sich bis zu 6 S-Bahnen, 4 beschleunigte Regionalzüge und 2 Fernverkehrszüge durchquetschen.

Auf einem Gleis pro Richtung wohlgemerkt. Ich hab das mal selber mit angesehen, da kommt zuerst ein Railjet, 1-2 Minuten später fährt schon ein Regionalzug durch, 3 Minuten später fährt eine S-Bahn ein...

Bei einem hohen Takt des Regionalverkehrs wird der einen Taktknoten ohne weiteres bedienen können, man kann den also flexibler gestalten , sodass der Fernverkehr reinpasst. Und wenn, dann muss man eben ausbauen, ist so oder so notwendig.

Bei Hamburg-Lübeck mache ich mir mebenbei keine Sorgen. Die S4 wird größtenteils ihren eigenen Gleiskörper haben und bei einem Halbstundentakt des REs, der phmehin nur wenig Halte hat, kriegt der Fernverkehr recht einfach einen Slot. Selbst wenn ein stündlicher Fernverkehr bis Kopenhagen anvisiert ist (ich meine mal ein Fahrplanbild von vor Jahrzehnten gesehen zu haben, wo sowas tatsächlich der Fall war), sehe ich da keine Konflikte aufkommen.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

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MvG, Donnerstag, 04.04.2019, 14:15 (vor 2562 Tagen) @ TheoretICEr

Hallo Zusammen,

Grüße


1) Was ist zur Situation Frankfurt-Kassel-Hannover-Hamburg geplant?

Eine SFS zwischen Gelnausen und der bestehenden SFS Fulda - Würzburg

F-KS ist mit dem Ausbau Hanau-Fulda wohl in 1:15 zu schaffen nicht aber in 60min

Laut Zielfahrplan soll es bei 1:15 bleiben. Frankfurt (M) ist ja eh zu dicht mit FV-Linien aus allen Himmelsrichtungen belegt, als dass ein reiner Knoten realisierbar oder sinnvoll wäre.

KS-H ist mit 60min jetzt machbar und H-HH ist auch nur in 1:15 und nicht in 60min drin. Reicht hier der kommende Ausbau für 60min?

Nein leider nicht. Das ist dem verkorksten Alpha E geschuldet. Hier lässt sich nur hoffen, dass noch nicht aller Tage Abend ist.

Ich kanns mir nicht vorstellen. Natürlich ist es möglich auch mit 75min Kantenzeit zu planen aber dann wären H oder F keine Vollknoten mehr.

Für Hannover geht es halbwegs auf, in Hamburg kann man aufgrund der Randlage als Endpunkt im FV darauf verzichten. (Wer mit NV ankommt, kommt mit dem FV dann wenigstens in unter 30 Minuten Umsteigezeit weiter) In Frankfurt ergeben sich aufgrund der dichten Belegung in alle Richtungen auch Umsteigezeiten von unter 30 Minuten im FV.


2) Frankfurt Köln ist nicht unter 1h möglich. Hier ist ja schon fast das optimum erreicht

Dafür lässt sich am Flughafen ein schöner Knoten einrichten. Hbf dann als zerfledderter Knoten.


3) Auf der Rheintalbahn liegen Basel-Freiburg-Offenburg-Karlsrue-Mannheim in jeweils Abständne von 20-25min zueinander (wenn der Ausbau jemals fertig werden sollte).

Richtige Knoten gibt es dann in Karlsruhe und Basel. Dazwischen liegen die Ankünfte der FV-Züge aus Richtung Norden immer so um 20/50 herum, sodass gute Anschlüsse an den NV in Knotenlage entstehen. Das ist in diesem Teil des Netzes vertretbar, da die überwiegenden Reiserouten ja dementsprechend verlaufen. Mit dem FV aus Richtung Norden und dem NV dann weiter in die Fläche. Wer aus dem Schwarzwald nach Basel will muss dann halt 20 Minuten Umsteigezeit in Kauf nehmen.


Damit ist in einem nicht unerheblichem Teil des Schienennetzes ein ITF nur schwer machbar. Wie es auf MA-S-M aussehen wird nach den Ausbauten weiss Ich im Moment nicht, wird da ein ITF möglich sein?

Sieht schlecht aus, allein Stuttgart 21 ist da ein Problem.

Sollen auf diesen Raltionen die Züge "ausgebremst" werden und mit langsamen Tempo fahren oder soll hier kein ITF eingehalten werden?

Eher kein starrer ITF, dafür mehr versetzte Linien, die verschiedene Knoten bedienen, 15/45 Knoten und Richtungsanschlüsse.

Dazu muss man bedenken, dass der derzeitige Zielhorizont 2030 ja nicht das Ende der Fahnenstange ist, danach kann ja weiter optimiert werden. Im nächsten Schritt sollte man die verbliebenen SFS-Lücken schließen und im darauffolgenden Schritt dann SFS-Umfahrungen von Göttingen, Kassel, Fulda, Würzburg, Mannheim, Halle/Leipzig, Erfurt, Bielefeld, Wolfsburg, Freiburg, Ruhrgebiet, etc. angehen, um dann vielleicht 2070, mit einem echten Sprinter-Netz, den innderdeutschen Flugverkehr komplett abgeschafft haben zu können. Zusätzlich zum gut funktionierenden ITF.

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Murrtalbahner, Donnerstag, 04.04.2019, 14:24 (vor 2562 Tagen) @ MvG

Damit ist in einem nicht unerheblichem Teil des Schienennetzes ein ITF nur schwer machbar. Wie es auf MA-S-M aussehen wird nach den Ausbauten weiss Ich im Moment nicht, wird da ein ITF möglich sein?

Sieht schlecht aus, allein Stuttgart 21 ist da ein Problem.

Würde ich so nicht sagen. Sicher, die acht Gleise sind sportlich, aber mit ein bisschen Willen und ein paar Kopfbahnhofgleisen bekäme man das hin. Das Problem sind die Außenäste, mit denen ein ITF nicht zu machen sind, z.B. Herrenberg-Vaihingen oder Waiblingen-Schorndorf/Backnang.
Allein den Fernverkehr betrachtet liegt der ITF-Hase zwischen Mannheim und Sutttgart begraben. Dort beträgt die Fahrzeit gerade 37 Minuten. Mit S21 geht vielleicht was auf 35min runter. Hätte man den Tunnel Feuerbach gleich bis zur NBS verlängert, könnte man vielleicht an die 30min ran kommen, zusammen mit Fahrzeugen mit guter Beschleunigung.

Ein anderes Problem droht man sich zwischen Ulm und Augsburg zu verbauen, wenn nur die Bestandsstrecke ausgebaut wird und man auf eine NBS verzichtet.

Immer dieser "Flugverkehr"

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Donnerstag, 04.04.2019, 14:31 (vor 2562 Tagen) @ MvG

Dazu muss man bedenken, dass der derzeitige Zielhorizont 2030 ja nicht das Ende der Fahnenstange ist, danach kann ja weiter optimiert werden. Im nächsten Schritt sollte man die verbliebenen SFS-Lücken schließen und im darauffolgenden Schritt dann SFS-Umfahrungen von Göttingen, Kassel, Fulda, Würzburg, Mannheim, Halle/Leipzig, Erfurt, Bielefeld, Wolfsburg, Freiburg, Ruhrgebiet, etc. angehen, um dann vielleicht 2070, mit einem echten Sprinter-Netz, den innderdeutschen Flugverkehr komplett abgeschafft haben zu können. Zusätzlich zum gut funktionierenden ITF.

Das ist einfach nur falsch. Viele Umfahrungen sind total unnötig. Mit schnellen Ein- und Ausfahrten ist viel mehr erreicht und auf Hannover-Würzburg sieht das doch ganz gut aus.

Was bringen 200 Leute aus einem Flugzeug, wenn 800 in den Zug passen? Die 100 Umsteiger nach Frankfurt oder München kriegt man eh nicht.

Nee, diese Wunschvorstellung, dass man mit dem ICE schneller non-stop von Hamburg nach München kommt, bringt es einfach nicht. Auch die Reisendenströme sehen dementsprechend ja gar nicht aus.

WAS anzugehen ist, sind Strecken wie Hamburg-Ruhrgebiet-Köln und Berlin-Köln. Da ist es möglich, die Fahrzeit signifikant zu steigern und gegenüber dem Flugzeug Land gutzumachen. Aber dafür muss man nicht jede mittlere Großstadt auf dem Weg umfahren, denn diese interessieren sich eben auch für die Anbindung.

Und nicht zu vergessen: Beim Individualverkehr ist immernoch am meisten zu holen! Und den gräbt man nicht nur mit schnellen Verbindungen von Metropole zu Metropole den Verkehr ab, sondern mit einem guten Flächennetz und sinnvollem Nahverkehr zum IC(E).

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agw, NRW, Donnerstag, 04.04.2019, 14:40 (vor 2562 Tagen) @ TheoretICEr

2) Frankfurt Köln ist nicht unter 1h möglich. Hier ist ja schon fast das optimum erreicht

Die SFS ist ja nicht mal fertig gebaut, wie kann da schon das Optimum erreicht sein?
Ob es nach Fertigstellung für 58 Minuten von Hbf zu Hbf reicht, weiß ich aber auch nicht. Für Flughafen nach Deutz wird es auf jeden Fall reichen. :-)

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agw, NRW, Donnerstag, 04.04.2019, 17:25 (vor 2562 Tagen) @ agw

2) Frankfurt Köln ist nicht unter 1h möglich. Hier ist ja schon fast das optimum erreicht

Die SFS ist ja nicht mal fertig gebaut, wie kann da schon das Optimum erreicht sein?
Ob es nach Fertigstellung für 58 Minuten von Hbf zu Hbf reicht, weiß ich aber auch nicht. Für Flughafen nach Deutz wird es auf jeden Fall reichen. :-)

Bei Wikipedia zum KRM-Ausbau gefunden: "Die Reisezeit zwischen den Hauptbahnhöfen Köln und Frankfurt soll zwischen 54 Minuten (300 km/h schnelle Züge ohne Zwischenhalte)"

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naseweiß, Donnerstag, 04.04.2019, 21:17 (vor 2562 Tagen) @ TheoretICEr

3) Auf der Rheintalbahn liegen Basel-Freiburg-Offenburg-Karlsrue-Mannheim in jeweils Abständne von 20-25min zueinander (wenn der Ausbau jemals fertig werden sollte).

Der Witz ist ja, dass heute Karlsruhe, Offenburg und Freiburg in ITF-geeigneten 30-min-Abständen voneinander entfernt sind. Der Ausbau der Rheintalbahn ist eine Kapazitäts- und Geschwindigkeitsmaßnahme und dient nicht der Erzielung eines ITFs, abgesehen von Karlsruhe Hbf - Basel SBB in unter 90 min.

Damit ist in einem nicht unerheblichem Teil des Schienennetzes ein ITF nur schwer machbar. (...)
Sollen auf diesen Raltionen die Züge "ausgebremst" werden und mit langsamen Tempo fahren oder soll hier kein ITF eingehalten werden? Was würdet ihr denn bevorzugen?

Es gibt bereits heute schon an vielen Stellen ITF-Knoten. Das wird lediglich weiterentwickelt. Es kann nicht das Ziel sein, überall ITF-Knoten zu haben, sondern einfach ein praktikable Netz, bei dem dichte Takte und vielfältige, gute Umsteigemöglichkeiten (-> ITF) nach Möglichkeit geboten werden.

Nimm als Extremfälle die hoch belasteten Durchgangsbahnhöfe Hamburg, Köln (+ S21). Dort werden nie alle Züge gleichzeitig (reiner ITF) im Bahnhof sein können.

Gruß, naseweiß

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ITF-Knoten auch möglich mit Züge > Bahnsteigkanten

flierfy, Donnerstag, 04.04.2019, 22:27 (vor 2562 Tagen) @ naseweiß

Nimm als Extremfälle die hoch belasteten Durchgangsbahnhöfe Hamburg, Köln (+ S21). Dort werden nie alle Züge gleichzeitig (reiner ITF) im Bahnhof sein können.

Züge müssen auch nicht unbedingt im Bahnhof stehen bleiben, um an einem Takt-Knoten teilzunehmen. Gerade die zuerst einfahrenden und zuletzt ausfahrenden Bummelzüge können auch gern in Abstellanlagen wenden und somit die Bahnsteiggleise freimachen für schnellere Züge.

ITF-Knoten auch möglich mit Züge > Bahnsteigkanten

naseweiß, Donnerstag, 04.04.2019, 23:01 (vor 2562 Tagen) @ flierfy

Nimm als Extremfälle die hoch belasteten Durchgangsbahnhöfe Hamburg, Köln (+ S21). Dort werden nie alle Züge gleichzeitig (reiner ITF) im Bahnhof sein können.

Züge müssen auch nicht unbedingt im Bahnhof stehen bleiben, um an einem Takt-Knoten teilzunehmen. Gerade die zuerst einfahrenden und zuletzt ausfahrenden Bummelzüge können auch gern in Abstellanlagen wenden und somit die Bahnsteiggleise freimachen für schnellere Züge.

Könnte man theoretisch machen. Aber die Ein- und Ausfahrten wären dadurch stärker belastet, da jeder Bummelzug einmal mit Fahrgästen zur Strecke und einmal ohne zur Abstellanlage durchmüsste. Gerade in Köln und bei S21 undenkbar (abgesehen von wenigen Ausnahmen). Stattdessen werden und sollen die Regionallinien durchgebunden werden.

Und in Hamburg hat man bekanntermaßen Durchgangsgleise als Wendegleise in Doppelbelegung entfremdet.

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Viertelstundentakt rund um Halbstundenknoten

Alphorn (CH), Donnerstag, 04.04.2019, 23:24 (vor 2562 Tagen) @ naseweiß

Könnte man theoretisch machen. Aber die Ein- und Ausfahrten wären dadurch stärker belastet, da jeder Bummelzug einmal mit Fahrgästen zur Strecke und einmal ohne zur Abstellanlage durchmüsste. Gerade in Köln und bei S21 undenkbar (abgesehen von wenigen Ausnahmen). Stattdessen werden und sollen die Regionallinien durchgebunden werden.

Ist das so? Gerade die Ausfahrtsgleise, welche solche Züge nutzen, sind doch kurz vor der Knotenzeit ungenutzt. Oder fahren in Deutschland Züge oft auf dem "falschen" Gleis ein?

Eine weitere Möglichkeit für mehr Züge als Bahnsteigkanten ist die Methode in der Stadt Zug: Alle halbe Stunde ist die Knotenzeit, zu der die Züge der Linien Luzern-Zürich und Gotthard-Zürich kreuzen, zudem stehen noch zwei verschiedene hier endende/startende S-Bahnen. Damit sind schon alle Durchgangsgleise belegt. Um zusätzliche Stadtbahnen durchzukriegen, hat man sie im Viertelstundentakt um die Knoten herum arrangiert, jeweils 7-8 Minuten vor/nach der Knotenzeit. Das ist sehr bequem: Meist kann man aussteigen, auf den nächsten Zug warten und gleich wieder einsteigen.

Viertelstundentakt rund um Halbstundenknoten

agw, NRW, Freitag, 05.04.2019, 08:19 (vor 2562 Tagen) @ Alphorn (CH)

Eine weitere Möglichkeit für mehr Züge als Bahnsteigkanten ist die Methode in der Stadt Zug: Alle halbe Stunde ist die Knotenzeit, zu der die Züge der Linien Luzern-Zürich und Gotthard-Zürich kreuzen, zudem stehen noch zwei verschiedene hier endende/startende S-Bahnen. Damit sind schon alle Durchgangsgleise belegt. Um zusätzliche Stadtbahnen durchzukriegen, hat man sie im Viertelstundentakt um die Knoten herum arrangiert, jeweils 7-8 Minuten vor/nach der Knotenzeit. Das ist sehr bequem: Meist kann man aussteigen, auf den nächsten Zug warten und gleich wieder einsteigen.

Jo. Das gleiche wird hier wohl mit S-Bahnen und S-Bahn-ähnlichen RB/RE-Takten passieren, je nach Situation. Wenn alle 15 Minuten ein Zug auf einer Stammstrecke fährt (z.B. RRX), braucht dieser nicht 10 Minuten zur Knotenzeit im Bahnhof stehen.

Warum Regionalzüge in Hamburg nicht längst durchgebunden?

martarosenberg, Samstag, 06.04.2019, 11:34 (vor 2560 Tagen) @ naseweiß

Stattdessen werden und sollen die Regionallinien durchgebunden werden.

Ja das frage ich mich bei Hamburg eh, warum man das nicht schon längst gemacht hat. Wie in Berlin, da ist es bei den meisten Regionalzügen auch so.

So dass sich z.B. ziemlich langlaufende Verbinsungen wie z.B.

Elsterwerda - Stralsund/ Rostock
Magdeburg - Frankfurt(Oder)
Wittenberge - Cottbus

ergeben, sind aber nicht die einzigen.

Viele Gründe

Hustensaft, Samstag, 06.04.2019, 11:48 (vor 2560 Tagen) @ martarosenberg

Ja das frage ich mich bei Hamburg eh, warum man das nicht schon längst gemacht hat. Wie in Berlin, da ist es bei den meisten Regionalzügen auch so.

Die Durchbindung hat bekanntlich nicht nur Vorteile, werden beispielsweise auch Verspätungen "durchgebunden" - und je länger eine Linie ist, desto größer ist die Anfälligkeit dafür. Zwar kann man diesem Effekt - der RE1 von Hannover über Bremen, Oldenburg, Leer und Emden nach Norddeich macht das vor - eindämmen, in dem man an Bahnhöfen, wo dies möglich ist (und zusätzlich Sternanschlüsse schafft) Standzeiten einplanen, im Gegenzug sind solche Standzeiten aber für durchgehende Fahrten lästig, weil sie die Fahrzeit verlängern und betrieblich nur möglich, wo entsprechende Bahnsteigkapazitäten vorhanden sind; gerade in Hamburg ist das ja nun eher nicht der Fall.

Die Durchbindung setzt auch entsprechend kombinierbare Takte voraus. Wenn ich in Hamburg die RE8, RE80 und RB81 kombinieren will, bliebe nur RE7, RE70 und RB71 - aber die benötigen ganz unterschiedliche Kapazitäten, für RE3/RB31 und RE4/RB41 gilt ähnliches. Außerdem verschärft man Anschlussprobleme an der Strecke und den Endbahnhöfen, ganz so einfach ist es eben nicht immer.

Last but not least reden wir hier über Regionalverkehr, d.h. unterschiedlicher Besteller/Ausschreiber mit unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen - neben Hamburg wären auch Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen beteiligt und indirekt (z.B. durch Knoten in Uelzen/Hannover, Bremen, Rostock) auch Nordrhein-Westfalen und Hessen (wo es wiederum weitere Anschlussbeziehungen gibt).

Ach ja: Die Trassenbelegungen müssen auch zum Fernverkehr passen und der Nahverkehr soll gleichzeitig guter Zubringer und Abnehmer des FV sein. Alles passt eben nicht immer … wobei in Hamburg durch die besondere Lage (Stichwort Gleis 8) ohnehin nicht alle Linien kombinierbar sind.

Viele Gründe

ITF, Samstag, 06.04.2019, 13:53 (vor 2560 Tagen) @ Hustensaft

Bei der der Durchbindung kann jedes Gleis nur von einem Nahverkehrszug belegt werden, derzeit werden diese hingegen doppelt belegt.
Im Optimalfall haben die Nahverkehrslinien etwa 12-15 Minuten Wendezeit im Hbf. Damit kann man 1 Gleis aus einer Richtung mit 2-3 Zügen pro Stunde belegen, macht dann für beide Richtungen 4-6 Züge pro Stunde und Bahnsteig. Bei einer Durchbindung und sind 6 Züge pro Bahnsteig auch schon ziemlich viel.

Derzeit enden aus Süden deutlich mehr Züge im Hbf als aus Richtung Norden. Wenn dann wird man aber alle Züge und nicht nur einen Teil durchbinden müssen. Bei gut 10 endenden NV-Zügen aus Harburg ist schwer vorstellbar wie die alle auf die Verbindungsbahn passen sollen, da derzeit nur 3 NV-Züge pro Stunde aus Richtung Norden im Hbf enden.

Derzeit ist Dammtor im NV nur zum Ein- bzw. Aussteigen. Dei durchgebundenen Züge würden aber gleichzeitig Leute ein- und aussteiegen. Dafür müssten die Haltezeiten verlängert werden, was wiederum Gift für die Kapazität der Verbindungsbahn wäre.

Da die Nahverkehrszüge derzeit jeweils mindestens 15 Minuten im Hbf zur Wende stehen, können Fahrgäste frühzeitig in die stehenden Züge einsteigen. Staus von wartenden Fahrgästen auf den Bahnsteigen kommen nicht vor.
Was passiert, wenn nachmittags 800 Reisende auf die Ankunft eines verspäteten Metronoms auf Gleis 13/14 warten während gleichzeitig nebenan die Reihenfolge der Fernverkehrszüge wieder mal durcheinander geraten ist und Reisende mit großem Gepäck auf den IC nach Köln und den ICE nach München warten, sollte sich jeder mal angeschaut haben.
Die derzeitige Nichtdurchbindung entlastet die Passagieranlagen des Hbf mssiv.


Ich will jetzt gar nicht sagen, dass die Durchbinudng nicht trotzdem sinnvoll seien könnte, aber trivial ist das auch nicht und man sollte sich keine Wunder davon erhoffen.

Viele Gründe

Henrik, Samstag, 06.04.2019, 15:26 (vor 2560 Tagen) @ Hustensaft

wobei in Hamburg durch die besondere Lage (Stichwort Gleis 8) ohnehin nicht alle Linien kombinierbar sind.

Gleis 8 ist zugänglich aus beiden Richtungen, Dammtor wie auch Harburg und auch Lübeck.

Dichte Takte vereinfachen die Sache!

Bahngenießer, Freitag, 05.04.2019, 00:11 (vor 2562 Tagen) @ TheoretICEr

Wenn zum Beispiel fast alle Strecken, die den Knotenbahnhof berühren, im 10-Minuten-Takt bedient werden, braucht man sich um Anschlüsse und Anschlussknoten nicht ganz so viel Gedanken zu machen!

Wenn hingegen alle Strecken im Stundentakt bedient werden, wird es aber kaum gelingen, dass sich wirklich alle Züge zur selben Zeit 5 Minuten lang im Umsteigebahnhof X treffen. Da müsste man schon Prioritäten setzen.

Dichte Takte vereinfachen oder komplizieren die Sache?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 05.04.2019, 12:00 (vor 2561 Tagen) @ Bahngenießer

Hallo Bahngenießer,

Wenn zum Beispiel fast alle Strecken, die den Knotenbahnhof berühren, im 10-Minuten-Takt bedient werden, braucht man sich um Anschlüsse und Anschlussknoten nicht ganz so viel Gedanken zu machen!

Bin ich mir nicht sicher.

Im Prinzip hast Du recht. Nur schade, dass man in Europa solche dichten Takte auf allen Strecken bei der Vollbahn vergeblich sucht (lediglich Trambahnen und Metrobahnen). Soweit ich weiss bietet nur der japanische Hankyu-Express sowas an.

Wir sind in NL schon froh dass es auf Eindhoven-Amsterdam einen 10-Minutentakt "IC" gibt. Züge kommen aus Maastricht, Heerlen und Venlo und verkehren nach Alkmaar (via Amsterdam C), Enkhuizen (via Amsterdam C) und Schiphol (via Amsterdam Zuid). Letzterer korrespondiert in Utrecht mit einem "IC" Nijmegen-Den Helder (via Amsterdam C) damit der 10-Minutentakt bis Amsterdam C kommt.

Wenn man auf dieser Achse unterwegs ist, sind die Umständen ideal. Weniger lustig wird es im Fall Heerlen-Breda. Hier muss man 20 Minuten in Eindhoven warten, weil der IC Eindhoven-Den Haag nur halbstündlich verkehrt (nach Den Haag kann man auch via Utrecht reisen; "IC" Utrecht-Den Haag verkehrt in 15-Minutentakt).

Gut, in Deutschland wären 20 Minuten eher eine normale Wartezeit.

Wichtiger ist allerdings, dass die Takte der Strecken Vielfalten hoch zwei haben. Also 15-, 30-, 60-, 120-Minutentakt.
Bei uns ist besagter 10-Minutentakt eine Ausnahme in einem 15-Minutentaktnetz. Bei Fahrten wie Maastricht-Schiphol und Heerlen-Schiphol entstehen in Utrecht Wartezeiten von 5 oder 10 Minuten, die es nicht gäbe wenn beide Korridoren (Nijmegen-Schiphol und Eindhoven-Amsterdam) 15-Minutentakt (wie der Fall war vor dem 10-Minutentakt) oder 10-Minutentakt (geplant für 2025) hätten.

Für 2030 sind bei uns allerdings "doppelte 15-Minutentakte" vorgesehen. Ich berichtete schon eher. Vollständige Grafik hier.

Wenn hingegen alle Strecken im Stundentakt bedient werden, wird es aber kaum gelingen, dass sich wirklich alle Züge zur selben Zeit 5 Minuten lang im Umsteigebahnhof X treffen. Da müsste man schon Prioritäten setzen.

Es würde schon etwas sein, wenn man im deutschen Fernverkehr ein Kernnetz im Halbstundentakt hinkriegt. Man würde sagen: das ist leicht gemacht, denn 1979 hatte man landesweit Stundentakt.
Aber es hat seitdem einiges getan: jede sichselbst respektierende Stadt möchte Fernverkehrsanschluss haben, sei es einmal pro Tag, einmal pro Woche oder meinetwegen saisonal. Das lässt sich nur mit einem Halbstundentakt vereinigen, wenn diese Wunschhalte ausserhalb des Kernnetzes liegen und für diese Sonderleistungen keine Taktzüge weichen müssen.
Hauptsache ist, für jede Stadt ein bestimmtes passendes Zugangebot zu schaffen, egal was für ein Logo auf dem Zug steht. Und dann kann es halt mal passieren, dass Arnhem ICE-Anschluss hat, aber die viel grössere Städte Den Haag und Rotterdam eben nicht.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

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