Idee der Luftmatratzen-Übernachtung ist aber alt ... (Allgemeines Forum)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 16.03.2019, 21:28 (vor 2584 Tagen) @ Blaschke
bearbeitet von Alibizugpaar, Samstag, 16.03.2019, 21:29

Es gibt Zugwenden, da lohnt sich aber auch kein Hotelzimmer. Habe nach der EXPO 2000 in Hannover S-Schichten begleitet, da saß ich mit dem Tf von 01:30 bis 05:00 in einem dunklen 424 auf einem verkrauteten Abstellgleis in Haste. Er auf dem Bock FS1, ich auf FS2. Dank der durchknatternden Cargos 20m nebenan war aber zumindest bei mir an Schlaf nicht zu denken. Da half auch keine monoton säuselnde Klimaanlage. In Celle konnte man sich nachts für 4 Stunden auch nur in einen Aufenthaltsraum mit Tisch setzen. Eine Luftmatratze hätte damals durchaus unsere Eigeninitiatividee sein können.

Gruselig wird es natürlich, wenn der fürsorgliche Arbeitgeber solche Pfadfinder-Zeltlager-Zustände von seiner Belegschaft dann wie selbstverständlich täglich erwartet. Bei Cargo dürfte es ruppiger zugehen als bei Regio und Fern, denn die stehen mit ihren Zügen wirklich oft in der Pampa zwischen Kraut und Rüben.

Und aus der heutigen Zeit: Ich weiß nicht ob Regio oder Fern und ob es heute immer noch so ist, aber die DB soll Hotels/Pensionen nur OHNE Frühstück gebucht haben. Auch wenn die Herbergen dies zu sehr früher Stunde und bereits im Preis inbegriffen angeboten haben. "Nein, die kriegen nichts." Man kann nur mutmaßen, daß die DB-SPARWAHN befürchtete, daß alle Mitarbeiter einen Anspruch daraus ableiten könnten, wenn einige Tf je nach Übernachtungsort eine Versorgung bekommen und andere nicht. Nicht jeder Betrieb bietet ein Futterpaket um 4 Uhr früh an. Aber zum einen denke ich das sind alles erwachsene Personale, wo ein Tf in Hessen einem Tf in Brandenburg dessen Frühstücksbrötchen nicht geneidet hätte. Zum anderen aber sind die Damen und Herren in den Büros der Direktionen, Präsidien und v.a. im Berliner Bahntower ganz sicher immer bestens versorgt! So eine engstirnige Denke von oben herab kann doch echt nur wütend machen.

Von den vielen massig Überstunden schiebenden Personalen habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten geschrieben. Wenn die Männer und Frauen nicht freiwillig weiter arbeiten würden (über die tarifvertraglich maximal zulässige Zahl von neuen Stunden hinaus), dann würden jedes Jahr ab Spätherbst reihenweise Züge ersatzlos ausfallen. Immer mehr Ausfälle, je mehr man sich im November und Dezember dem Jahresende nähert. Das gäbe irre Szenarien auf den Bahnsteigen...

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797


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