Auf nach Sizilien! Kap 2/2, Teil 2/3 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Sonntag, 10.03.2019, 09:54 (vor 2675 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Morgen ging es schon wieder relativ früh los. Zunächst fuhr ich mit einer der kürzesten U-Bahnen Europas von der Endstation Stesicoro einmal fast die gesamte Linie bis zur Station Borgo. Offiziell gibt es 36 Sitzplätze & 185 Stehplätze. Bis zum ersten Zwischenhalt war der Zug fast leer, aber dann brechend voll. Die Metro verkehrt interessanterweise im Linksbetrieb. An den Automaten können durchgehende Tickets zur Ferrovia Circumetnea gekauft werden, denn diese ist auch Betreiberin der Metro Catania.
[image]
134 Metro-Station Stesicoro
[image]
135 Ich frage mich ja immer noch, wie man eine U-Bahn, die ausschließlich unterirdisch verkehrt und wo man nicht gut rankommt, derart beschmieren kann
[image]
136 Hier sauber
[image]
137 Die Fahrzeuge sind ziemlich spartanisch eingerichtet
An der Station Borgo verließ ich die Metro und wechselte in den Vulcano der Ferrovia Circumetnea. Leider konnte man in dem modernen Triebwagen die Fenster nicht öffnen, die alten Karren wären mir zumindest im Frühjahr lieber gewesen. Nun fuhr ich einmal um den Ätna – dachte ich. Denn ich wurde informiert, dass der Zug ab Randazzo im SEV geführt wird. Ich schaute nochmal auf die Webseite, verdammt, der Fahrplan war kurzfristig geändert worden… -.- An der Strecke wurden einige Bahnübergänge noch per Hand gekurbelt. Auch dieselten wir durch mehrere Tunnelbahnhöfe – so können die Ortszentren besser angebunden werden. Die alte Strecke führte zwar auch durch die Ortszentren, aber kurvig und viel langsamer. Die Ferrovia Circumetnea ist zwar wenig bekannt, gehört aus meiner Sicht aber landschaftlich auf jeden Fall zu den Top-Strecken Europas! Zuerst fährt man vorbei an den engen Gassen von Catania. Dann geht's weiter zwischen Kakteen und Zitronenbäumen mit Blick auf den Ätna. Ok, dann folgt ein längerer Tunnel-Abschnitt. Die Fahrt führt weiter bergauf, rechts der Ätna, links ein traumhafter Ausblick ins Tal. Immer wieder werden Lavazungen mit zerklüfteten Felsen durchquert. Es geht noch weiter bergauf. Irgendwann ist man auf über 900 m in einer Landschaft, die eher an Norditalien erinnert: keine Kakteen, sondern grüne Wiesen und Schafe. Nach wie vor Lavafelder und rechts der Ätna. Bei der Fahrt runter nach Giarre sieht man – gbf. im SEV – das Meer und sogar das Festland. Sehr zu empfehlen!!! Der Zug war pünktlich abgefahren, aber hatte bis kurz vor Randazzo 6 min Verspätung angesammelt – bei 5 min Umsteigezeit, und der nächste Bus fuhr 4 h später… Nach dem letzten Zwischenhalt hielten wir auf einmal an einem Bahnübergang, ein Fahrgast stieg aus und ging weg – gut, dass ich andere Mitreisende gefragt hatte, das war nämlich noch nicht die Endstation. :D Nach knapp 2 h Fahrzeit erreichte der Zug Randazzo mit + 8. Da stand ein Bus, ich und zwei weitere Reisende stellten uns mal davor.^^ Bald kam ein Busfahrer, ließ uns rein, machte den Motor an und ging wieder weg.^^ Kurz später ging es dann los wieder hinunter Richtung Küste. Von den drei Mitreisenden stieg eine recht bald aus, wir beide blieben wir Giarre – ok, bei zwei Fahrgästen macht ein Bus schon mehr Sinn als ein Zug… Der Ausblick war wie gesagt sehr schön, aber Fotografieren aus einem fahrenden Bus natürlich extrem schwer. Der Busfahrer donnerte mit sizilianischer Fahrweise in halsbrecherischer Geschwindigkeit hupend die engen kurvigen Bergstraßen hinunter und schaffte es, nach 10 min verspäteter Abfahrt früher als zur planmäßigen Ankunftszeit des Zuges in Giarre zu sein. :D Nicht ganz eine Stunde war er unterwegs.
[image]
138 Catania Borgo
[image]
139 Vulcano
[image]
140 So ein Gefährt hätte ich gern gehabt, da hätte ich bei Gegenlicht nicht auch noch durch Glas fotografieren müssen…
[image]
[image]
141 – 142 Fast perfekte Sicht auf den Ätna :-)
[image]
143 Zerklüftete Lavazunge
[image]
144 Leider ist auch das typisch für Sizilien: Überall liegen Unmengen Müll in der Landschaft…
[image]
145 Von der Westseite war die Sicht nicht mehr so gut
[image]
[image]
[image]
[image]
146 – 149 Zwar kein Ätna, aber trotzdem grandiose Landschaft im Landesinneren
[image]
150 Beim Kreuzungshalt am Passo Zingaro hatte ich kurz die Möglichkeit, ohne Fensterscheibe zu fotografieren
[image]
151 Dann kam auch schon der Gegenzug
[image]
152 Mächtige Lavazunge
[image]
153 Die Bewohner dieser Häuser hatten Glück ;-)
[image]
154 Weiter oben wirkt die Landschaft deutlich weniger mediterran
[image]
155 Unten am Meer gedeihen die Palmen, hier setzen die Bäume erste Blüten an
[image]
156 Den wolligen Schafen wäre es unten viel zu warm
[image]
157 Die nahezu bedeutungslose Bahnstrecke vor der Kulisse des Ätna
[image]
158 Haus in bester Lage & mit Meerblick
[image]
159 Die Ostflanke des Ätna
[image]
160 Giarre
Dort am Bahnhof stieg ich aus, und just in dem Moment gingen die Schranken des Bahnübergangs nach unten. Ich dachte, warteste mal und fotografierst den Zug. Ein Bahnmitarbeiter stand auf dem Bahnübergang und telefonierte erstmal ewig. Selbst als die Schranken schon 10 min unten waren, spornte er immer noch Leute an, sie sollten jetzt schnell rüberlaufen. :D Nach 15 min kam dann endlich der Zug – genau so ein Jazz, mit dem ich am Vortag innerhalb Palermos gefahren war… -.- Dann fuhr ich entlang der Ostküste 20 min lang zurück nach Catania. Meistens verdeckte Bebauung die Sicht auf den Ätna, dafür hatte man auf der anderen Seite einen zwar gegenlichtigen, aber schönen Blick aufs Meer. Mittags um 12 war ich dann wieder in Catania.
[image]
161 Nachdem ich so ewig gewartet hatte, möchte ich das Bild wenigstens hier zeigen^^
[image]
[image]
162 – 163 Ätna aus dem Zug
[image]
164 Auf der anderen Seite blubbert das Meer
[image]
165 Zurück in Catania

Ich aß dann erstmal frisch von der Mafia ein Pferd (zum Glück bekam ich es ohne Kopf serviert).
Nun wiederholte ich die Erkundung des Zentrums von Catania nochmal bei Tageslicht, bevor ich zum Park Bellini spazierte. Dort hat man Aussicht auf Gipfel des Ätna, aber der war aktuell leider komplett wolkenverhangen. Später probierte ich auch mal einen italienischen Döner (als jemand, der in Berlin aufgewachsen ist, bin ich da sehr anspruchsvoll), der war gar nicht mal schlecht. Dann streifte ich noch etwas durchs Stadtzentrum. Schließlich plünderte ich noch den Supermarkt. Eigentlich wollte ich ca. 2 – 3 kg Kekse und min. 5 kg Pasta kaufen, doch die Auswahl an Keksen war so groß. Ich hatte gar keinen Platz mehr für Pasta. Aber 5 kg Kekse… Yäääääy!
Hier die Bilder aus Catania im Hellen.
[image]
[image]
166 – 167 Die Kathedrale Sant’Agata
[image]
168 Daneben der Palazzo dei Chierici
[image]
169 Am selben Platz steht der Palazzo degli Elefanti
[image]
170 Auch von der Collegiata habe ich Foto im Hellen
[image]
171 Kekse!!! *‿*

Und ein letztes Mal splitte ich.

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum