MWSt bei Auslandsfahrten? (Fahrkarten und Angebote)

Mike65, Dienstag, 26.02.2019, 00:21 (vor 2584 Tagen)

Ich habe gerade ein Ticket von Radolfzell am Bodensee nach Genf und zurück gebucht, mit Umstiegen jeweils in Singen und Zürich. In der 1.Klasse mit BC25 hat es mich 98,90€ gekostet. Dank Supersparpreis für Schweizer Verhältnisse ein guter Preis.

Was mich wundert, ist die Berechnung der Mehrwertsteuer: Es sind 7% aus 62,70€ = 4,10 MWSt ausgewiesen. Ich dachte bisher immer, dass nur auf den deutschen Streckenanteil die Steuer ausgewiesen wird, dieser ist auf meinem Reiseweg aber marginal (Radolfzell-Thayngen, ca. 25km) und kann unmöglich 63% des Gesamtpreises ausmachen. Für eine berufliche Reise ist das wegen des möglichen Vorsteuerabzugs natürlich günstig, andererseits gibt es aber nur 7%. Ab Singen wird ein IC genutzt, da müssten doch die im Fernverkehr üblichen 19% gelten?

MWSt bei Auslandsfahrten?

A-W, Hannover, Dienstag, 26.02.2019, 02:00 (vor 2584 Tagen) @ Mike65

Hallo,

soweit ich weiß, zählen die Entfernungen bis 50 km steuerlich als Nahverkehr und dafür gibt es den ermäßigten Steuersatz von 7%. Die Entfernungen darüber scheinen steuerlich unter Fernverkehr zu fallen und deswegen von 19% belegt. Ich bin kein Steuerexperte aber das hatte ich im Hinterkopf.

Auf die Schnelle habe ich diesen Artikel gefunden, wo diese Thematik näher erläutert wird: https://www.nwb-experten-blog.de/vorsicht-vorsteuer-deutsche-bahn-veralbert-geschaeftsk...

Viele Grüße,
A-W

Eventuell fester Betrag für die Auslandsbahn?!

DG, Dienstag, 26.02.2019, 16:53 (vor 2583 Tagen) @ A-W

Deine Schilderung würde ich so unterstützen.
Dennoch erscheint die Basis für die Berechnung der MwSt sehr hoch.

Von meinen Sparpreisen gen Südosteuropa habe ich es so gedeutet, als ob die DB da einen festen Betrag an andere Bahnen abgeben müsste, da eine Rückfahrt, die 5€ teurer als die Hinfahrt war, auch zu einer 5€ höheren Basis für die MwSt geführt hat, ergo meiner Einschätzung nach in der Tasche der DB gelandet ist.

Möglicherweise hat die DB mit der SBB ja 36,20€ als SBB-Anteil vereinbart und darf den Überschuss behalten, egal ob von Flensburg oder Freiburg gefahren wird...
Nur so eine Vermutung, die diesen komischen Sachverhalt erklären könnte.

Eventuell fester Betrag für die Auslandsbahn?!

Mike65, Dienstag, 26.02.2019, 20:38 (vor 2583 Tagen) @ DG

Vielen Dank für die Antworten, die 7% sind klar, da der deutsche Anteil unter 50km ist.
Der hohe Ticketanteil in D bleibt jedoch weiter unklar.

Möglicherweise hat die DB mit der SBB ja 36,20€ als SBB-Anteil vereinbart und darf den Überschuss behalten, egal ob von Flensburg oder Freiburg gefahren wird...
Nur so eine Vermutung, die diesen komischen Sachverhalt erklären könnte.

Da würde die SBB aber ein schlechtes Geschäft machen, es sei denn die DB hat für bei der SBB gebuchte Fahrten nach Deutschland eine ähnliche Regelung. Ich könnte mir allenfalls vorstellen, dass der DB Anteil nicht bis zur Grenze, sondern zum ersten Umsteigepunkt in der Schweiz (Zürich) berechnet wird.

Zusatzfrage: Gibt es auf der innerschweizer Relation Genf-Zürich eine Zugbindung? Der Anschluss in ZH ist mit 9 Minuten etwas knapp und ich würde gerne nach Möglichkeit einen Zug früher nehmen.

Eventuell fester Betrag für die Auslandsbahn?!

Frecciarossa, Dienstag, 26.02.2019, 20:47 (vor 2583 Tagen) @ Mike65

Vielen Dank für die Antworten, die 7% sind klar, da der deutsche Anteil unter 50km ist.
Der hohe Ticketanteil in D bleibt jedoch weiter unklar.

Ich hatte mal den umgekehrten Fall. Fahrkarte bis kurz hinter die deutsch-niederländische Grenze und der niederländische Anteil am Fahrpreis war höher als der entsprechende Flexpreis. Offensichtlich nutzen die Bahnen bei der Verrechnung irgendwelche Pauschalen.

Ich könnte mir allenfalls vorstellen, dass der DB Anteil nicht bis zur Grenze, sondern zum ersten Umsteigepunkt in der Schweiz (Zürich) berechnet wird.

Das auf gar keinen Fall.

Eventuell fester Betrag für die Auslandsbahn?!

EK-Wagendienst, EGST, Dienstag, 26.02.2019, 21:05 (vor 2583 Tagen) @ Mike65

Vielen Dank für die Antworten, die 7% sind klar, da der deutsche Anteil unter 50km ist.
Der hohe Ticketanteil in D bleibt jedoch weiter unklar.

Die DB muss den deutschen Anteil versteuern, und dann wird der so hoch sein, da es ja Personen gibt die es bezahlen.

In der Fahrkarte Bahncard 100HGV von Karlsruhe nach Strasbourg sind von den 5,00 € der deutsche Anteil 4,59 € mit 19% MWwSt 0,73 € enthalten.

Ein Fahrkarte von Karlsruhe nach Strasbourg mit der S-Bahn sind bei der Ermäßigung BahnCard100 keine MwSt enthalten, und die Karte kostet 2,80 €, also eine reine Auslandsfahrkarte.

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

Eventuell fester Betrag für die Auslandsbahn?!

ICE920, München, Dienstag, 26.02.2019, 21:33 (vor 2583 Tagen) @ Mike65

Der Sparpreis startet bei 29,90 Euro. D.h. der Schweizer Anteil ist irgendwo darunter. Davon, dass die DB eine höhere Preisstufe verkauft, hat die SBB nichts. Die höhere Preisstufe geht ganz einfach an die DB. Das ist eigentlich ganz einfach nachzuvollziehen: Beim Vergleich von unrabattierten Preisen mit BC-Preisen erkennst du, wie hoch der Anteil der DB ist und wie hoch der Auslandsanteil. Der Anteil steigt auch nicht, wenn du paar Stationen nach Deutschland weiter reinbuchst oder paar Stationen weniger in der Schweiz fahren willst. Da wird mit Pauschalen, die nur wenige Entfernungssprünge haben, gearbeitet.

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