Mit dem Nachtzug nach Lissabon 4/7 | 57 B Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 19.02.2019, 18:19 (vor 2612 Tagen) @ TD

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Für die Weiterreise nutzen wir einen klassischen, lokbespannten Intercidades der Linie „IC Norte“. Die eingesetzten Wagen mit den charakteristischen gesickten Seitenwänden können ihre Verwandtschaft mit den französischen Corail-Wagen nicht verbergen.

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Und auch das Zuglaufschild ist hier noch massiv ausgeführt und nicht nur ein laminiertes Papier. Die Inneneinrichtung erinnert ebenfalls sehr an französische Wagen.

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Von der Fahrt selbst habe ich nicht viele Bilder, das liegt zum einen daran, dass unsere Plätze auf der gegenlichtigen Seite sind, zum anderen aber auch an der nicht besonders spektakulären Landschaft.

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Bei Coimbra quert die Strecke den Fluss Mondego, kurz darauf ist der Bahnhof Coimbra-B erreicht. Dort verlassen wir den Zug, nach dem Aussteigen werfen wir noch einen Blick auf das ebenfalls massive Logo der CP auf dem Intercidades-Wagen.

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Die Stadt Coimbra hat zwei Bahnhöfe in unterschiedlichen Stadtteilen. Die Bahnhöfe werden zur Unterscheidung schlicht Coimbra-A und Combra-B genannt. Ist das nur etwas einfallslos oder ein Zukunftsmodell auch für Deutschland? Statt Hauptbahnhof und Deutz gäbe es dann Köln-A und Köln-B. Naja...
Coimbra selbst wäre sicherlich auch eine sehenswerte Stadt, allerdings liegt das historische Zentrum ein ganzes Stück vom Bahnhof entfernt, dafür ist die Zeit zu knapp.
Das Empfangsgebäude befindet sich in Insellage. Für den Touristen aus Deutschland ist es etwas ungewöhnlich, dass ein Bahnhof einer Großstadt nicht über eine Unterführung verfügt und die Gleise der Hauptbahn ebenerdig überquert werden. Warum wir überhaupt in Coimbra-B ausgestiegen sind, wenn der Zug doch bis Porto gefahren wäre und wir in Coimbra gar nichts vorhaben?

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Das ist die Antwort. Wenn wir schon mal in Portugal sind, wollen wir doch wenigstens auch mal mit dem Stolz der portugiesischen Eisenbahn mitfahren. Der Alfa Pendular (Baureihe 4000) ist eine Breitspur-Version des Pendolino, hierzulande auch als Cisalpino bekannt bzw. gefürchtet.

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Die CP besitzt 10 dieser Hochgeschwindigkeitszüge und setzt diese auf zwei Strecken ein. Zur Höchstgeschwindigkeit der Züge werden mal 220 und mal 225 Stundenkilometer genannt. Auf dem Monitor im Zug steigt die Geschwindigkeitsanzeige während der Fahrt bis 225 Stundenkilometer – dann wird das wohl auch die Höchstgeschwindigkeit sein.

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Auf der Linha do Norte fahren wir nun quer durch Portugal. Ich hatte mir die Streckenführung vorher nicht auf der Karte angesehen und bin überrascht...

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...als wir für ein kurzes Stück plötzlich am Meer entlang fahren.

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Die Einfahrt nach Porto ist dann auch wieder interessant, hier ist die stillgelegte Eisenbahnbrücke Ponte Maria Pia über den Douro zu sehen. Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1877 war dies die größte Bogenbrücke der Welt, sie gehört zu den berühmtesten Brücken von Gustave Eiffel neben dem Garabit-Viadukt (zum Reisebericht mit dem Garabit-Viadukt). Die Bahnstrecke folgt nun noch ein Stück dem Duoro und erreicht dann den Bahnhof Porto-Campanhã.

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Nach der Ankunft führt uns der erste Weg zum Fahrkartenschalter im Bahnhof, denn für den Folgetag brauchen wir noch Fahrkarten für einen besonderen Zug, der sich nicht vorab online buchen ließ. Beim Blick auf den Bildschirm des Verkäufers mit der Reservierungsanzeige wird mir etwas mulmig, denn da gibt es überwiegend rote Symbole. Aber wir haben Glück, bei den wenigen Restplätzen finden sich gerade noch zwei beieinander liegende Plätze. Mehr dazu dann im nächsten Teil.

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Jetzt geht es nämlich zunächst noch auf eine erste abendliche Erkundungsrunde durch die zweitgrößte Stadt Portugals. Die Altstadt von Porto gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, dazu gehört auch die Kathedrale, deren Bau zu Beginn des 12. Jahrhunderts begonnen wurde.

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Durch die belebte Altstadt machen wir uns auf den Weg...

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...zum Douro. Das Zentrum wird geprägt von der Ponte Dom Luís I, unten gibt es eine Straßenverbindung, die obere Ebene dient Stadtbahnen und Fußgängern zwischen den Stadtvierteln Ribeira und Cais de Gaia.

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Mit einem Blick über den Fluss zur Ribeira, der historischen Altstadt, beenden wir diesen Teil. In den nächsten Tagen folgt Teil 5 mit einem Tagesausflug von Porto ins Dourotal.

Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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