Österreichisches Potpourri, Teil 1 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Freitag, 15.02.2019, 21:50 (vor 2545 Tagen)

Hallo liebes Forum,

am letzten Februar-Wochenende 2018 unternahm ich einen Ausflug nach Österreich, bei dem ich so ziemlich alles sah, was Österreich bahntechnisch zu bieten hat: Nightjet, Westbahn, Cityjet, alte IC-Steuerwagen, Tauri, ausländisches Wagenmaterial, Talent, Railjet sowie alte CityShuttle-Wagen. Von den typisch österreichischen Zügen fehlten wohl nur Wanderdüne & S-Bahn Wien. ;-)
Ich bin ja Streckensammler. Ich nehme mir die Bueker-Karten, und alles, wo ich schon langgegurkt bin, mache ich weiß. Nun wollte ich in Österreich einen langen durchgehenden Strich weiß machen: die Gesäusebahn. Das konnte man gut verbinden mit einem Besuch in Graz. Die Gesäusebahn wird nur am Wochenende befahren, früh Richtung Süden, nachmittags Richtung Norden – da ich im Winter bei Schnee fahren wollte, fiel die Nordfahrt aus, da ist es dunkel. Also musste ich Sa früh um 8:05 Uhr in Amstetten sein. Das geht von München aus entweder mit Übernachtung in Amstetten, aber so viel Geld war mir der Spaß doch nicht Wert, oder irgendwie mit einer abenteuerlichen Verbindung mit dem letzten Meridian, Abfahrt kurz vor Mitternacht, nach Salzburg und dort fast zwei Stunden Wartezeit auf den Nightjet. Dann fiel mir auf, dass doch zu einer vernünftigen Zeit ein Nightjet in Bregenz startet, das ist ja auch nicht so weit weg von München.^^ Um noch etwas länger schlafen zu können und nicht in aller Herrgottsfrühe zweieinhalb Stunden in Amstetten warten zu müssen, verlängerte ich die NJ-Fahrt noch bis St. Pölten.
So fuhr ich von München zum Bodensee und von dort über Niederösterreich nach Graz – und das war nur die Hinfahrt. :D Ich denke, damit habe ich den Preis für die kreativste Streckenführung gewonnen.^^

Freitagabend begann die Fahrt um 18:33 in München mit dem doppelten Ungeheuer aus Jurassic Park. Bald nach pünktlicher Abfahrt waren wir schon bei + 7, was bis Lindau aber auf + 3 reduziert werden konnte. Leutkirch – Hergatz war für mich streckentechnisch Neuland, dort lagen so interessante Ortsnamen wie Beutelsau und Ratzenried. Der Lokwechsel in Lindau wurde um 2 min gekürzt, Ankunft in Bregenz dann pünktlich.
Hier hatte ich eine gute halbe Stunde Wartezeit, aber der NightJet wurde recht früh bereit gestellt. Zunächst hatte ich nur eine Mitreisende in meinem 6er-Liegeabteil, doch im Laufe der Fahrt durch Vorarlberg füllte es sich, ab Feldkirch waren alle Betten belegt. Bis Feldkirch war die Strecke für mich Neuland, später nur noch der westliche Teil der Neubaustrecke im Inntal (Unterquerung Jenbach) sowie die Rosenheimer Kurve. Lt. Tracking befuhr der Zug auf der Westbahn durchgehend die Schnellfahrstrecke. Der Schaffner war sehr bemüht und freundlich, aber irgendwie hatte er das Prinzip von einem Nachtzug nicht so ganz verstanden. In Bregenz fragte er, ob wir jetzt schlafen wollten und er die Betten umklappen solle – ähm, ja, zum Schlafen war ich doch hier. Ich hatte gesagt, ich hatte bis St. Pölten gebucht, damit ich länger schlafen könnte, aber muss ab Amstetten weiterfahren – wenn der Zug verspätet sei, solle er mich bitte so wecken, dass in Amstetten umsteigen könnte. Er weckte mich dann, als der Zug in Amstetten stand – da hätte ich auch nicht mehr aussteigen können.^^ Obwohl wir pünktlich waren. Und die anderen Aussteiger für St. Pölten wurden später geweckt.^^
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1 „Gestatten, mein Name ist Zweiachtzehnosaurus, und mein Hobby ist Röhren. Am liebsten gemeinsam mit meinem Bruder!“
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2 Rechts die Autotransportwagen meiner Inlandslangstrecke. Links exotische kroatische Wagen.
Um 6:08 erreichte der Zug dann nach achteinhalbstündiger Fahrt auf die Minute pünktlich St. Pölten. Ich wartete dort eine Stunde lang, von der Temperatur war es sogar ganz gut auszuhalten. Dann nahm ich die Westbahn mit einem ihrer älteren Vehikel zurück nach Amstetten, lt. meiner Tabelle legte der Zug die Strecke mit einer planmäßigen Durchschnittsgeschwindigkeit von 174,2 km/h zurück, was wahrlich nicht schlecht ist für vmax 200 und 21 min Fahrzeit. 8,90 € kostete der Spaß bei Zahlung im Zug. In Amstetten hatte ich auch noch eine halbe Stunde Aufenthalt, aber so war es immer noch besser als die ganzen zweieinhalb Stunden hier zu warten, zumal ich dann schon kurz vor halb sechs aus dem Zug geworfen worden wäre.
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3 Guten Morgähn…
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4 Weaung
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5 Jetzt wird der Desiro aber mächtig größenwahnsinnig
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6 Noch ein NightJet
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7 Die Anzeige war falsch. Ich habe sie trotzdem geentert. Ich Rebell, ich.
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8 Patriotischer Railjet
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9 Alibizugpaar
Nun ging es weiter im Desiro ML, in Österreich Cityjet genannt, der eines der nur zwei wöchentlichen Zugpaare auf dem oberen Teil der Gesäusebahn bildete. Bis Kleinreifling hielt er häufig (bis hierhin gibt es Taktverkehr), danach führte die Fahrt durch menschenleeres Gebiet. Die Strecke verlief flussaufwärts entlang der Enns, die hier mehrere Staustufen durchfließt. Lt. Openrailwaymap sind überwiegend gerade einmal 60 – 70 km/h möglich. Ich kann schon verstehen, dass man den Taktverkehr durch dieses faktisch unbesiedelte Gebiet eingestellt hat und sich auf Ausflugsverkehr beschränkt. Bei schönem Wetter gibt es hier sicher viele Ausflügler, aber heute war es sehr trüb. Es saßen nur ca. 5 Menschen im Zug. Trotzdem hatten alle (!) Stationen eigene Stationswärter. Auch wenn das Wetter hätte besser sein können, war die Landschaft überaus sehenswert. Die Gesäusebahn ist für mich eine der schönsten durchgehenden Bahnstrecken Österreichs, bei besserem Wetter vielleicht sogar die schönste!
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10 Auf in die Berge
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11 Hier ist das Wetter noch vernünftig
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12 Hier lässt es schon nach
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13 – 19
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20 Inzwischen hat es sich so richtig eingetrübt
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22 Hieflau
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23 – 24 Berge
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25 Das Tal weitet sich wieder
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26 – 28 Wettertechnisch geht es wahrlich nicht bergauf^^
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29 Wallfahrtskirche Frauenberg
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30 Letztes Bild der Gesäusebahn
Nach 2:14 h war ich in Selzthal. Nach einer halben Stunde Aufenthalt kamen aus zwei verschiedenen Richtungen der IC aus Salzburg & Linz, die gemeinsam nach Graz weiterfuhren und deshalb vereinigt wurden. Der Salzburger hielt dazu kurz, öffnete die Türen und ließ die ganzen Raucher, die sich über den Zwischenstopp freuten, hinaus – diese guckten dann aber schön blöd, als er anschließend noch um mehrere Wagenlänger vorsetzte und auf den Linzer Zug auffuhr.^^ So ergab sich die interessante Konstellation, dass quasi zwei eigenständige Züge aneinandergekoppelt waren und 1 x Lok & Steuerwagen sich in der Mitte befanden. Ich nahm Platz im Steuerwagen des Linzer Zuges, der bis hierhin vorausgefahren war, d. h. ich saß mittig und hinter der Lok des Salzburgers – leider war es kein singender Stier, sondern ein Alpenstaubsauger.^^ Bei den ICs lassen sich nur in den Steuerwagen die Fenster öffnen, ich wählte dafür freundlicherweise das andere Wagenende als meine paar Mitreisenden.^^ Ziemlich schnell merkte ich, dass die interessante Reihung leider auch zur Folge hatte, dass man gerne mal Schnee vom vorderen Zugteil durchs Fenster reingeschmissen bekam.^^ Die schnelle Fahrt führte in anderthalb Stunden mit nur zwei Zwischenhalten nach Graz. Streckentechnisch begann für mich ab der Brucker Schleife Neuland.
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31 Nach der Durchquerung des Nichts angekommen im Fast-Nichts^^
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32 Südöstlich von Selzthal fahren IC Schöckl und IC Pyhrn-Priel gemeinsam
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33 – 35 Wettertechnisch ist nun so ungefähr der Tiefpunkt erreicht^^
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36 Der Transalpin nach Zürich
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37 Hat was
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38 Lok-Parade
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39 Kurz vor Bruck/Mur
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40 Schon besser^^
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41 Angekommen^^
Für 341 km Luftlinie hatte ich nun inkl. Umstiegen 17:41 h gebraucht. Google für gibt die Strecke mit dem Fahrrad 26 h an.^^

Wie die Stadt aussieht, erfahrt ihr gleich. ;-)

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Österreichisches Potpourri, Teil 2

Krümelmonster, München, Freitag, 15.02.2019, 21:51 (vor 2545 Tagen) @ Krümelmonster

Nach Ankunft brachte ich erst meinen Krempel ins Hotel. Dann fuhr ich mit der Tram vom Bahnhof in die Innenstadt, wobei ich das Pech hatte, dass meine Tram direkt hinter einem Demonstrationszug landete und daher mit weniger als Schrittgeschwindigkeit vorankam und schließlich vorzeitig verendete.^^ Endlich angekommen streifte zunächst etwas durch die wirklich sehenswerte Altstadt. Anschließend wollte ich die Schlossbergbahn, eine Standseilbahn auf den gleichnamigen Berg, nehmen, doch ich stellte fest, dass sie just an dem Wochenende noch wegen der jährlichen Revision außer Betrieb war. Im Winter dick angezogen wollte ich nicht unbedingt die glatten Treppen hochlaufen, deshalb ging ich zum Lift. Was allerdings nicht dabei stand: Der fährt nur bis auf ¾ der Höhe des Gipfels, den Rest darf man trotz entrichtetem Fahrpreis (gut, 1,60 € sind nicht die Welt) laufen.^^ Die Sicht bei dem Wetter war gewiss nicht ideal, aber schön war das ganze trotzdem. :)
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42 Tram Graz
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43 Oper
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44 – 45 Fußgängerzone mit Tram
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46 Alte Gasse
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47 Grazer Dom
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48 Tram am Rathausplatz
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49 – 50 Rathaus
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51 Uhrturm
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52 Gasse, Uhrturm & Spiegelei
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53 Rathaus von oben
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54 – 55 Blick auf die Altstadt
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56 – 57 Blick auf die Neustadt
Zum Abendessen wählte ich das Restaurant 3 Kugeln gleich ggü. vom Hbf., das in die Kategorie Gut & Güntig gehört und mir kein Murren entlockte.

An jenem Wochenende kam die große Kälte nach Mitteleuropa. Am nächsten Morgen hatte es – 12 Grad in der Großstadt. Die Folge war allerdings strahlender Sonnenschein.
Allerdickst angezogen stapfte ich noch eine Runde durch die Stadt, bevor ich mich zum Bahnhof aufmachte. Dort bestieg ich den EC 216, der – bestehend aus deutschen Wägelchen – das ferne Saarbrücken als Ziel hat (wer auch immer dahin will^^).
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58 Hilfsvehikel
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59 Verspäteter Zug aus Slowenien
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60 Tschechenrailjet mit Ösilok
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61 Auf Auslandsdienst

Es geht gleich weiter…

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Österreichisches Potpourri, Teil 3

Krümelmonster, München, Freitag, 15.02.2019, 21:52 (vor 2545 Tagen) @ Krümelmonster

Auf der Rückfahrt folgte ich zunächst der Strecke der Hinfahrt bis Selzthal – es lässt sich ja nicht immer vermeiden, einzelne Strecken doppelt zu befahren. ;-) Der Zug verließ Graz pünktlich, aber bereits am ersten Zwischenhalt Leoben hatte er + 6. Interessanterweise sagte der DB Navigator + 6, Scotty (das österreichische Pendant) sagte + 2, und es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die beiden sich auf + 4 einigen konnten, was dann auch der Realität entsprach.^^ Grund war, dass ein uns vorausfahrender Railjet Anschlussfahrgäste aus dem EC Croatia abgewartet hatte. Damit war mein 4-min-Anschluss in Stainach-Irdning natürlich arg gefährdet. In Selzthal kamen mit + 4 an, doch der 6-minütige Aufenthalt mit Fahrtrichtungswechsel wurde nicht zum Verspätungsabbau genutzt, sondern für einen Plausch. -.- Auf der nicht ganz 20-minütigen Weiterfahrt ging die Verspätung zum Glück auf 2 min zurück, der Anschluss war bahnsteiggleich und wartete sogar eine Minute.
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62 Der zwei Wochen zuvor verunfallte Zug
Bei Kaiserwetter ging es nun durchs Salzkammergut, eine mir bislang ebenfalls unbekannte Strecke. Im Talent war es sehr viel wärmer als im EC, aber der Besetzungsgrad war so gering (und ein KiN nicht vorhanden), dass ich mich einfach in meinem Platz umziehen konnte.^^ Auch die Salzkammergutbahn ist sehr schön. Sie hat nicht viele Tunnel und führt nicht nicht über Pässe, sondern immer im Tal um die großen Berge herum. Auch hier erlauben die meisten Abschnitte nur 60 – 70 km/h, sodass man mehr Zeit hatte, die wunderschönen Berge zu begutachten. ;-) Der Zug füllte sich im Laufe der Fahrt beträchtlich, v a ab Bad Ischl waren sehr viele Touris anwesend.
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63 Parallelausfahrt mit dem Piefke-Zug
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64 – 65 Das weite Ennstal
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67 Einsamer Prellbock mitten im Schnee^^
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68 Im Vordergrund ein riesiger, dreckiger Schnee-Haufen
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69 – 70 Bei Kaiserwetter durchs Salzkammergut :)
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71 Eiszapfen am Bach
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72 Reichlich Schnee
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73 Windrichtung ist klar^^
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74 Langsam rücken die Seen näher
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75 – 76 Leider unscharf
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77 Schon besser^^
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78 Berg mit Brautschleier
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79 – 82 Bereits der Traunsee
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83 Tram Gmunden
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84 Mein Talent von weitem ;-)
Nach gut 2 h war die Endstation Attnang-Puchheim an der Westbahn erreicht, wo schlanker Anschluss in Richtung Ost und West bestand. Ich wählte (naja, Sparschiene^^) den nach 13 min einfahrenden Railjet bis Wels. Dies war wahrscheinlich meine kürzeste HGV-Fahrt bisher, von der 14-minütigen Fahrt nutzte ich einen beträchtlichen Teil dafür, mich wieder warm anzuziehen (wobei ich das diesmal sehr wohl auf der Toilette erledigen musste^^). Denn nun hatte ich 2 h Zeit in Wels, und, glaubt mir, das ist nicht der Nabel der Welt. :D Ich ging in die Stadt zum Stadtplatz, aber so viel gibt’s dort auch nicht zu sehen. Dann verweilte ich noch kurz in einem Park, wo ich bei immer noch – 12 Grad der einzige Mensch war – warum nur?^^ Schließlich verkrümelte ich mich wieder in den Bahnhof und erwartete die Ankunft meines Zuges.
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85 Beweisbild zum Zweck der Dokumentation ;-)
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86 Der Fischbahnhof: Wels
Eine EuroRunner-Lok schob alte City-Shuttle-Wagen, zwar konnte man hier überall das Fenster öffnen, aber bei zweistelligen Minus-Graden und Dunkelheit verzichtete ich nicht nur aus Rücksichtnahme auf meine Mitreisenden.^^ Diese waren überwiegend Jugendliche, die die Abgründe des österreichischen Bildungssystems offenbarten. Mist, und ich dachte immer, dahin könnte man zur Not auswandern, weil alles besser ist als bei uns… -.- Der Zug war aus Linz gekommen und leerte sich an den folgenden Stationen gleichmäßig und schnell. Ab Wels befuhr er zunächst die Passauer Bahn bis Neumarkt-Kallham, wo er auf die Innkreis-Bahn wechselte. Auf meinem Ticket war Braunau als Ziel angegeben. Ich fragte den KiN, er meinte, kein Problem, Simbach ist in der gleichen Tarifzone. Bei Mining warteten wir planmäßig geschlagene 7 min auf den Gegenzug – und letztendlich fuhren beide Züge ohne Fahrgastwechsel weiter. -.-
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87 Beweisbild zum Zweck der Dokumentation ;-)
Vorher hatte ich in Österreich mit der Pünktlichkeit nicht so viel Glück gehabt, mein Wert hatte nur bei 75 % gelegen (DE bei über 80 %!), aber an diesem Wochenende lief bislang alles glatt. Und ausgerechnet nun, nach fast anderthalb Stunden püntklicher Fahrt, vor dem allerletzten knappen Anschluss mit 4 min in Simbach, begann der Zug Verspätungsminuten aufzubauen, in Braunau waren es derer 5. Die Ankunft auf der anderen Seite des Inn erfolgte mit + 3, der Anschluss war nicht etwa bahnsteiggleich. -.- Von der grimmig wachenden Grenzwache unbehelligt spurteten ich und die drei anderen Umsteiger durch die Unterführung, um den Retter der Nebenbahn Richtung Heimat des Papstes zu besteigen. Dieser setzte sich sodann mit 1-minütiger Verspätung in Bewegung, hätte man gar nicht so hasten müssen, aber man kann ja nicht davon ausgehen, dass Anschlüsse aus dem Ausland abgewartet werden… Die + 3 waren tatsächlich die höchste Ankunftsverspätung an diesem Wochenende, Österreich hatte seine Pünktlichkeitsquote bei mir damit massiv verbessert. Der Retter der Nebenbahn erreichte nach einer halben Stunde Pampa-Oberbayerns Drehkreuz Mühldorf, wo ich in den betraxxten Dosto nach Minga umstieg. Dieser legte in Thann-Matzbach tatsächlich einen planmäßigen (!) 10-minütigen Halt ein, um auf einen Gegenzug zu warten – wieder beide Züge ohne Fahrgastwechsel…
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88 Im Vordergrund der Zug aus Simbach
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89 Dahinter steht schon der Zug nach Minga
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90 Ankunft in Minga kurz vor 22 Uhr

Insgesamt waren es 1.671 km, davon 441 km auf deutschem Territorium, aber nur 322 nach deutschem Tarif. Im laufenden Fahrplanjahr hatte ich aktuell tatsächlich mehr km nach österreichischem Tarif zurückgelegt als nach deutschem.^^ Zur Fahrzeit von 19:46 h kamen Zwischenhalte von 2:50 h. Mit einem Preis von 8,2 ct/km war die Reise kein Schnäppchen gewesen. Dafür lag die 4-min-Pünktlichkeit bei 100 %!

Graz kann ich für einen Kurztrip jedem ans Herz legen, und die Alpen sind eh immer toll! :-)

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Fahrgastwechsel

MC_Hans, 8001376, Samstag, 16.02.2019, 12:11 (vor 2545 Tagen) @ Krümelmonster

... Bei Mining warteten wir planmäßig geschlagene 7 min auf den Gegenzug – und letztendlich fuhren beide Züge ohne Fahrgastwechsel weiter. -.-

... Der Retter der Nebenbahn erreichte nach einer halben Stunde Pampa-Oberbayerns Drehkreuz Mühldorf, wo ich in den betraxxten Dosto nach Minga umstieg. Dieser legte in Thann-Matzbach tatsächlich einen planmäßigen (!) 10-minütigen Halt ein, um auf einen Gegenzug zu warten – wieder beide Züge ohne Fahrgastwechsel…


Also ich als Fahrgast freue mich stets, wenn der Zug, mit dem ich unterwegs bin, den jeweiligen Gegenzug abwartet. Erst recht, wenn der dann zu befahrende Streckenabschnitt eingleisig ist; Fahrgastwechsel hin oder her...

Fahrgastwechsel

Krümelmonster, München, Sonntag, 17.02.2019, 16:31 (vor 2544 Tagen) @ MC_Hans

... Bei Mining warteten wir planmäßig geschlagene 7 min auf den Gegenzug – und letztendlich fuhren beide Züge ohne Fahrgastwechsel weiter. -.-

... Der Retter der Nebenbahn erreichte nach einer halben Stunde Pampa-Oberbayerns Drehkreuz Mühldorf, wo ich in den betraxxten Dosto nach Minga umstieg. Dieser legte in Thann-Matzbach tatsächlich einen planmäßigen (!) 10-minütigen Halt ein, um auf einen Gegenzug zu warten – wieder beide Züge ohne Fahrgastwechsel…

Also ich als Fahrgast freue mich stets, wenn der Zug, mit dem ich unterwegs bin, den jeweiligen Gegenzug abwartet. Erst recht, wenn der dann zu befahrende Streckenabschnitt eingleisig ist; Fahrgastwechsel hin oder her...

Sicher, warten ist besser als nicht abwarten. Auch wenn der andere Zug nicht immer der stärkere ist, so ist er immer noch stark genug, um die Weiterfahrt zu verhindern. ;-)
Bloß wenn man mehrmals doch etwas länger wartet, ist es eben schon etwas nervig.^^

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Besten Dank !

Garfield_1905, Freitag, 15.02.2019, 22:49 (vor 2545 Tagen) @ Krümelmonster

Vielen Dank für den tollen Bericht, der in mir einige Erinnerungen hoch brachte, da ich seit vielen, vielen Jahren mehrmals im Jahr in Österreich bin, zuletzt in dieser Woche.

An die Gesäusebahn habe ich sehr gute Erinnerungen, da ich vor vielen Jahren nicht geplant und kurz entschlossen in Linz in einem damals noch verkehrenden IC von Prag (?) nach Graz (?) bei einem leckeren böhmischen Gulasch eine der schönsten Bahnfahrten meines Lebens gemacht habe. Ein wunderschöne Strecke, wahrscheinlich nicht nur für diejenigen, die aus dem norddeutschen Tiefland kommen. Ich hatte eigentlich gedacht, das man die Bahn komplett dicht gemacht hat, zumindest für den Personenverkehr. Deinen Tipp mit dem Wochenendverkehr habe ich aber aufgenommen und werde das bei nächstbester Gelegenheit mal 'testen'. DANKE ! :-)

EC 100/101 Prag - Linz - Graz - Ljubljana

Power132, Samstag, 16.02.2019, 09:09 (vor 2545 Tagen) @ Garfield_1905

Ohh danke für den Link!

J-C, In meiner Welt, Samstag, 16.02.2019, 09:26 (vor 2545 Tagen) @ Power132
bearbeitet von J-C, Samstag, 16.02.2019, 09:30

Ich kann aber auch sehen, das ssich sowas eher nucht lohnt. Andererseits schade. Muss sicher ein Genuss gewesen sein, zwischen Graz und Linz etwa einen tschechischen Speisewagen zu haben... persönlich stelle ich fest, dass österreichische Landschaft und tschechischer Bewirtschaftung wundervoll miteinander harmonieren ;-)

Dafür trägt die Nummer 100/101 ein Zug, der zunächst das tschechische Inlandsanhängsel eines russischen Nachtzugs ist, später nach Wien verlängert wurde, weiterhin aber als Express lief und dann im Dezember 2017 auf einen polnischen Zug mit Speisewagen verlängert nach Katowice umgestellt wurde und zum EC wurde.

Also genau umgekehrt zu dem, was dem Zug 100/101 zwischen Prag ind Ljubljana widerfuhr.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

EC 100/101 Prag - Linz - Graz - Ljubljana

Garfield_1905, Sonntag, 17.02.2019, 00:22 (vor 2544 Tagen) @ Power132

Besten Dank für den Link ! Es war damals eine sehr gute Idee von mir diesen Zug zu nehmen, aber aufgrund von besonderen Umständen auch seeehr kurzfristig. Ich habe mir daher auch keine weiterebn Notizen gemacht, zumal ich gar nicht mit einer so tollen Fahrt gerechnet habe. DANKE noch mal !

Besten Dank !

Krümelmonster, München, Sonntag, 17.02.2019, 16:31 (vor 2544 Tagen) @ Garfield_1905

Vielen Dank für den tollen Bericht, der in mir einige Erinnerungen hoch brachte, da ich seit vielen, vielen Jahren mehrmals im Jahr in Österreich bin, zuletzt in dieser Woche.

An die Gesäusebahn habe ich sehr gute Erinnerungen, da ich vor vielen Jahren nicht geplant und kurz entschlossen in Linz in einem damals noch verkehrenden IC von Prag (?) nach Graz (?) bei einem leckeren böhmischen Gulasch eine der schönsten Bahnfahrten meines Lebens gemacht habe.

Sicher, dass es die Gesäusebahn war?
Die direkte Verbindung von Linz nach Graz ist eigentlich die Pyhrnbahn. Auch sehr schön, aber die Gesäusebahn ist noch wilder und einsamer. ;-)

Es grüßt
Das Krümelmonster

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Besten Dank !

Garfield_1905, Sonntag, 17.02.2019, 16:55 (vor 2544 Tagen) @ Krümelmonster

Sicher, dass es die Gesäusebahn war?

Nein, absolut nicht. Es war damals alles so spontan, das ich mich weder vorher und leider auch nicht später um die Strecke gekümmert habe. Ich weiß oder besser ich glaube :-) , das ich am Ende in Selzthal aus- bzw. umgestiegen bin, aber ich meine, das ich das ohnehin wollte. Ich weiß aber noch, das ich bei der Fahrt im Speisewagen saß und sehr lange direkt an so einem mehr oder weniger reißenden Flüsschen gefahren bin.

Die direkte Verbindung von Linz nach Graz ist eigentlich die Pyhrnbahn. Auch sehr schön, aber die Gesäusebahn ist noch wilder und einsamer. ;-)

Ich hab' mir jetzt noch mal im Bahnatlas die Sache angeschaut und bin jetzt noch unsicherer als vorher. Ich bin auch erst jetzt wieder durch Deine Bilder an diese Fahrt erinnert worden, weil ich eben vermutet habe, das ich die Fahrt bestenfalls bei einer Sonderfahrt wiederholen könnte.

Es grüßt
Das Krümelmonster

Beste Grüße zurück - der faule Kater

Besten Dank !

J-C, In meiner Welt, Montag, 18.02.2019, 08:12 (vor 2543 Tagen) @ Garfield_1905

Das mit dem Fluss dürfte wohl auf beide zutreffen. Die Gesäusebahn ist allerdings nicht der reguläre Weg dfür Fernverkehr zwischen Linz und Graz. Sofern dein Zug nicht gerade umgeleitet gewesen war, wirst du wohl aller Wahrscheinlichkeit nach über die Pyhrnbahn gefahren sein ;-)

Bei der Gesäusebahn soll ab 2020 übrigens ein zweites Zugpaar am Wochenende kommen. Beide sollen scheinbar ab Wien West durchgebunden sein.

Dann kommt man ab Amstetten um 8:05 und 14:05 nach Selzthal und zurück von Selzthal nach Amstetten um 10:45 und 16:45.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

+1

Garfield_1905, Montag, 18.02.2019, 12:51 (vor 2543 Tagen) @ J-C

Danke, könnte gut sein. Ich weiß es halt - leider ! - nicht mehr.

Gefällt mir sehr - Vielen Dank

Reservierungszettel, KDU, Montag, 18.02.2019, 00:06 (vor 2543 Tagen) @ Krümelmonster

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