[AT] ein außerplanmäßiger Tag (m.15 Bildern) (Reiseberichte)
Gestern plante ich, wieder um 6 Uhr früh den Railjet nach Mürzzuschlag zu nehmen. Das wäre auch passiert, hätte ich meine Zeit besser kalkuliert. Denn weil ich sehr spät dran war und alles schief ging, was schief gehen konnte (kein direkter Übergang bei der U-Bahn, eine Rolltreppe gesperrt), kam ich gerade am Bahnsteig an, als die Türfreigabe erlosch. Ist klarerweise meine Schuld. Zwar mag der Zug nach der Bahnsteiguhr noch eine halbe Minute bis zur Abfahrt gehabt zu haben, aber es wäre jetzt töricht, der Bahn die Schuld daran zu geben, dass man last minute auf dem Bahnsteig erscheint.
Wie dem auch sei, ich war also schon am Bahnhof und der nächste Railjet fährt erst in einer Stunde (wobei der Bus zur Talstation in der Regel nur alle zwei Stunden fährt, wodurch ich also 2 Stunden verlor). Wäre auch schlecht gewesen, wenn uch noch nach Hause führe, um den Zug 2 Stunden später zu nehmen. Das wäre nämlich mit noch mehr Verzögerung einhergegangen, da jener Zug - der EC nach Ljubljana - 20 Minuten verspötet war. Und so lange wollte mein Bus nicht warten (und ja, der Bus hätte bei weniger Verspätung wohl gewartet). So hingegen kam während der Busfahrt der besagte EC, in dem ich noch Tags zuvor ohne Verspätung ankam, entgegen.
Nach Hause wollte ich nicht, stattdessen habe ich spontan mir ein Alternativprogramm zusammengestellt.
Und das bestand als erstes in einer Fahrt in der S4 nach Wiener Neustadt. Die wurde in einem 4020er absolviert. Der Sound, den der Triebwagen beim Anfahren macht., hat irgendwie etwas beruhigendes, wie ich finde.
So konnte ich schonmal die eine Stunde Wartezeit auf meinen Railjet überbrücken, denn in Wiener Neustadt erreicht die S-Bahn den Halbknotem, in dem auch mein Railjet einfebunden ist. Ich muss schon sagen, es ist immer wieder imposant, wie zur halben Stunde dann eine Armada an Zügen aus allen Himmelsrichtungen den Bahnhof bevölkert. Ich liebe einfach Taktknoten und der Anblick erfüllt mich dann einfach mit Freude:
Die zwei freien Gleise zur Rechten wurden dann von den beiden railjets von und nach Wien belegt.
Es ging dann nach Mürzzuschlag, wie immer ein schönes Erlebnis. Man kam auch 3 Minuten verfrüht an, ich machte mich da erst mach Halt des Zuges zum Ausstieg vereit. Ist eh nicht viel los, da muss man sich ja nicht hetzen.
Doch staunte ich nicht schlecht, als am Bahnsteig neben dem Zug ein klassischer Wagenzug stand. Ich überlegte, welcher das sein könnte.
Der Abfahrtsmonitor gab mir Auskunft. Wobei ich bei der Zugnummer nicht sicher bin, ob das die richtige ist. Auf vagonweb scheint der Zug nicht auf und die Zugnummer sieht etwas... "random" aus... ein Mysterium für mich.
Man hat sogar vergessen, dem eine Zuggattung zu geben. Nebenan war ein Ankunftsmonitor und da las man, dass der Zug aus Villach kam. Ich vermute, dass in den Semesterferien halt eine Menge merkwürdige Dinge auf Österreichs Schienen passieren...
Später kam dann eine rollende Österreich-Flagge als Railjet zum Flughafen Wien an.
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Ich hatte derweil eine Stunde zu vertreiben. Das war aber kein Problem. In der Stadt hat es eine Bäckerei, Geschäfte...und dann ging's ans Skigebiet und dieses Mal spielte das Wetter auch endlich mit:
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Und so verbrachte ich einen recht langen Tag. Doch irgendwann musste man wieder los. Dieses Mal jedoch wollte ich mal etwas anders als sonst fahren. Ich nahm den Bus also nicht nach Mürzzuschlag, sondern nach Semmering Landesgrenze. Denn genau an der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark endet jene Buslinie. Jedoch muss man dann noch zu Fuß ein Stück zum Bahnhof gehen. Der Gehweg ist beschildert und je nachdem, wie schnell man ist, kommt man von der Bushaltestelle zum Bahnhof in 20 Minuten. Das geht bergab ganz gut, bergauf könnte es aber ein Kraftakt sein... was der Fall wäre, würde ich am Zauberberg Ski fahren.
Wie dem auch sei, bereut habe ich es ganz und gar nicht, die andere Route genommen zu haben. Belohnt wird man mit herrlichen Aussichten auf den Semmering:
Geht man auf den Bahnhof zu, fühlt man sich so, als würde man auf eine Modelleisenbahn schauen, zumindest geht es mir so. Es ist durchaus ciel Verkehr am Semmering, bis der Basistunnel fertig ist... da halten kurioserweise mehr Fernzüge als Regionalzüge.
Im folgenden Bild stand ich direkt über dem Tunnelportal, was mir eine durchaus interessante Perspektive angeboten hat:
Und dann kam ich im Bahnhof an. Das Bahnhofsgebäude ist schön gepflegt, allgemein fühlte ich mich ziemlich wohl in jenem Bahnhof. Die Bahnsteige modern gestaltet... allgemein hat man alles, was man sich von einem Bahnhof wie diesem erwartet: Einen Ticketautomaten, einen Snack- und Getränkeautomaten der Marke Selecta, einen Warteraum und ein gepflegtes und kostenloses WC.
Doch trotz Existenz des Warteraums blieb ich draußen. Die Aussicht ist einfaxh zu herrlich, um die Zeit im Warteraum totzuschlagen - vorrausgesetzt, das Wetter spielt mit:
Während ich also auf meinen Zug wartete, kam mir noch ein Güterzug und der Railjet nach Venezia (durchfahrend) vorbei.
Außerdem stand da noch ein Regionalzug nach Payerbach-Reichenau bereit. Fahrgäate vom Railjet haben einen schlanken Anschluss von 5 Minuten auf jenen Zug, den man nur über eine beschrankte Gleisquerung erreicht:
Im starken Kontrast zu diesem modernen und vor einiger Zeit aufgefrischten Gefährt steht ein Ausstellungsstück am Bahnhof:
Eine schöne Erinnerung an Zeiten, wo Railjets und Cityjets oder ICEs wie außerirdische Gefährte geklungen haben müssen... an Zeiten, wo selbst das Wort Science-Fiction... nun ja, Science-Fiction war. In Zeiten, wo Bahnfahren auch einen anderen Stellenwert hatte. Waren die Zeiten besser? Ich weiß es nicht, ich schweife aber ab.
Irgendwann kam mein Railjet. Dieses Mal ein ÖBB-Railjet - also bewirtschaftet von DoN.
Ich bestellte also gleich ein Tiroler Gröstl, einen Apfelstrudel und eine heiße Schokolade.
Ersteres hat mir durchaus gemundet.
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Die Kellnerin war sehr zuvorkommend und hat mich etwa gefragt, ob ich den Apfelstrudel in der Vanillesauce oder die Sauce separat wollte. Und ob der Strudel mit oder nach der heißen Schokolade serviert werden soll. Bloß eines hätte ich wohl erfragen sollen. Denn meine heiße Schokolade genieße ich am liebsten mit Schlagobers
Aber das macht nix, es war auch so ein Genuss:
Gestern erwähnte ich es schon, aber ich sage es hier kochmal der Vollständigkeit halber, es war nicht nur ein außerplanmäßiger Mirgen, sondern auch ein außerplanmäßiger Abend, als mein Zug umgeleitet wurde. Die Information darüber hat mich aber durchaus entzückt. Die Vorstellung, dass automatisch über Störungen an der Strecke schon im Zug selbst per Ansage informiert wird, entzückt mich bei meinem Background. ;-)
Und das war es, ein Tag, der anders als geplant verlief, aber eigentlich kein bisschen schlechter war.
Und damit liebe Grüße aus Wien.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
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