Von Saint-Nicolas à Nancy bis Advent u Zagrebu – 2/4 Forts. (Reiseberichte)

TD, Samstag, 29.12.2018, 13:48 (vor 2642 Tagen) @ TD

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Das ursprüngliche Empfangsgebäude des Bahnhofs von Épinal wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1956. Anlässlich der Aufnahme einer TGV-Verbindung von Remiremont über Épinal nach Paris wurde der Bahnhof 2007 modernisiert, er präsentiert sich seither außen als auch innen recht farbenfroh. Nur mit der Angabe „18:32“ auf dem Wandbild innen kann ich nicht viel anfangen. Weiß zufällig jemand, für was das steht?

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Zum Zeitvertreib fahren wir nun einmal nach Remiremont und anschließend wieder zurück nach Épinal. Der TGV hatte leider nicht in unseren Reiseplan gepasst, und so wird es wieder ein Regionalzug. Immerhin gibt es nun etwas Abwechslung in Form eines älteren Z2-Elektrotriebzugs. Der Zug kommt aus Nancy (aber auf dem direkten Weg und nicht über den Umweg via Saint-Dié-des-Vosges, den wir gewählt hatten).

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Durch das Tal der oberen Mosel fahren wir nun zunächst zurück nach Arches, hier der Abzweig der Strecke nach Saint-Dié-des-Vosges. Unsere Strecke folgt weiter der Mosel und erreicht nach einer halben Stunde Fahrzeit die Endstation Remiremont. Die Strecke führte früher noch rund 30 Kilometer weiter hinauf in die Vogesen bis nach Bussang an der Moselquelle, jener Abschnitt ist heute ein Radweg.

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Auf zur nächsten Stadtbesichtigung: Laubengänge aus dem 17. und 18. Jahrhundert prägen das Zentrum von Remiremont, bekannt ist der Ort auch für die ehemalige Abtei Saint-Pierre mit der Stiftskirche.

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Zu den ehemaligen Klosteranlagen gehört auch der Brunnen im Jardin des Olives am früheren Stiftsgebäude.

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Der Bahnhof von Remiremont wurde 1864 eröffnet, etwas jünger ist die Denkmallok vor dem Bahnhof, die 030T stammt aus dem Jahr 1891. Seit 1989 ist Remiremont Endbahnhof, dafür hat der 8.000-Einwohner-Ort zwischenzeitlich täglich zwei TGV-Verbindungen nach Paris.

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Genug gesehen, fahren wir wieder zurück nach Épinal. Deute ich es richtig, dass die roten Fahnen mit der Innenreinigung des Zugs im Zusammenhang stehen? Jedenfalls befindet sich noch Reinigungspersonal im Zug und ich meine, dass dieses dann auch die Fahnen abnimmt. Wir können aber trotzdem schon einsteigen.

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Durch das Moseltal fahren wir wieder hinunter nach Épinal...

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...wo es diesmal sogar einen für Frankreich schlanken 15-Minuten-Anschluss gibt. Ein einzelner Dieseltriebwagen wird für die Fahrt nach Belfort bereitgestellt, im Hintergrund übrigens der TGV nach Remiremont.

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Die Fahrt von Épinal nach Belfort gefällt mir recht gut, das liegt einerseits daran, dass das Wetter etwas freundlicher wird, zum anderen aber auch an der offenen Landschaft. Die Strecke ist nicht elektrifiziert. Auf dem ersten Abschnitt bis Aillevillers ist die Strecke zweigleisig, dabei ist der Verkehr äußerst dünn, wenn ich es richtig sehe, gibt es je Richtung gerade mal drei Fahrten am Tag. Sofern ich den französischen Wikipedia-Artikel zu der Strecke richtig verstehe, wird aber eine Elektrifizierung und Aufwertung als Nord-Süd-Strecke diskutiert.

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Und hier erreichen wir Aillevillers, zunächst die Kirche Décollation-de-Saint-Jean-Baptiste...

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...und kurz darauf der Bahnhof. Etwas deprimierend ist die Tour ja schon, wenn man überall nur auf Niedergang trifft. Der Bahnhof Aillevillers war einst ein wichtiger Kreuzungspunkt mehrerer Bahnlinien; auch der legendäre Bäderzug Train d’eaux, der wohlhabende Badegäste aus Paris zu den Thermalbädern in den Vogesen brachte, machte einst hier Station und es wurden Kurswagen rangiert. Heute ist der Bahnhof nur noch ein Haltepunkt an der Strecke von Épinal nach Lure und Belfort, die anderen Strecken sind stillgelegt.

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Durch die Ausläufer der Vogesen führt die Strecke weiter nach Lure, dort trifft sie auf die Verbindung von Paris nach Mulhouse. Beim nächsten Bild fahren wir durch den früheren Bergbauort Ronchamp.

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In Belfort angekommen gäbe es mit einer Übergangszeit von einer knappen Dreiviertelstunde die Möglichkeit für die nächste Städtetour, aber so langsam sinkt die Motivation, zumal wir Belfort schon kennen. Und so nutzen wir die Zeit, um in einem Supermarkt unsere Vorräte aufzufüllen und warten dann im Bahnhof auf den Zug nach Mulhouse.

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Für weitere Streckenbilder ist es nun zu dunkel. Bezüglich der Rückfahrt war ich lange unschlüssig, welche Route bzw. welcher Grenzübergang es denn werden soll. Straßburg wollte ich wegen des Weihnachtsmarkt-Rummels vermeiden und bei Basel hatte ich keine Lust auf den Bahnhofswechsel. Und so ist es schließlich Neuenburg geworden, zumal der Fahrplan auch passt. In Mulhouse steigen wir somit in den Blauwal nach Müllheim.

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Gut, das könnte man auch für einen weihnachtlichen Lichterglanz halten, wir sehen hier das Chemiewerk von Chalampé nahe des Rhein und der französisch-deutschen Grenze.

Von Müllheim fahren wir anschließend mit einem Regional-Express nach Basel zum Badischen Bahnhof, von dieser Etappe habe ich allerdings gar keine Bilder, denn der Zug ist recht voll. Die meisten werden sich einen Doppelstockwagen der DB auch so vorstellen können, eingesetzt wird ein Wagen der Schwarzwaldbahn.

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Nach der Ankunft am Badischen Bahnhof werfen wir noch einen Blick in das Tonnen-Gewölbe der Schalterhallte mit dem Kugelleuchter...

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...dann wird es Zeit für die letzte Etappe der Reise. In Landesfarben geht es mit der BR 612 auf der Hochrheinbahn nach Singen.

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In echt fahren wir anschließend von Singen mit dem seehas nach Hause, hier im Reisebericht setzen wir an dieser Stelle die nächste Tour an und fahren mit einem IC nach Zürich, um dort den Nachtzug nach Prag zu besteigen.

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Aber halt, der Teil ist jetzt eigentlich schon lang genug, deshalb machen wir hier einen Schnitt. In den nächsten Tagen folgt Teil 3 mit Zürich, Prag, Brünn und Wien. Eine Region mit Nahverkehrszügen zu erkunden ist durchaus ganz reizvoll – aber jetzt reicht es auch mal wieder und wir freuen uns nun auf langlaufende Fernzüge mit Speisewagen und anderen Annehmlichkeiten.


Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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