Teure Berge. Kapitel 3, Teil 1 (Reiseberichte)
Hallo liebes Forum,
im letzten Kapitel habe ich Norwegen in Nord-Süd-Richtung gezeigt. Wir waren größtenteils ohne Schienen bis Bergen gekommen. Ab dort geht es nun wieder auf Schienen weiter.
Für heute stand die Bahnfahrt von Bergen nach Oslo auf dem Plan.
Da ich in Norwegen auch mal Regionalzug gefahren sein wollte, nahm ich zunächst das Shuttle durch den Tunnel nach Arna. 3 min nach Plan-Abfahrt sagte mir der KiN: „We will start in a few minutes“. Mit + 7 ging es dann los, wovon 1 min aufgeholt werden konnte. Der NZ aus Oslo hatte eine halbe Stunde Verspätung gehabt, und danach dauerte es eine Weile, bis sich der Verkehr durch den eingleisigen Tunnel stabilisiert hatte. Es gab keine Zwischenhalte, die Fahrt dauerte bloß 9 min.
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1 Bhf Bergen
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2 Nordischer Nachtzug
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3 Nordische Schleuder von außen…
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4 …und von innen. Kaum wiederzuerkennen!
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5 Mein einziges Bild der Tram Bergen :-/
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6 Die sind aber auch wirklich überall, oder?^^
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7 Die Schleuder in ihrer ganzen Pracht
Dann ging es weiter mit dem Expresszug mit Fahrtziel Oslo. Zunächst war das Wetter noch mäßig, die tunnelreiche Strecke führte entlang mehrerer Fjorde, später einem kleinen Fluss entgegen. Ab Voss ging es in die Berge, irgendwann kam auch der alte Bekannte namens Schnee wieder, die Seen waren teilweise noch vereist (wir schreiben den 3. Juni!). Bei immer noch bescheidenem Wetter erreichte der Zug nach 1:40 h Fahrt Myrdal. Da die norwegische Bahn auf ihrer Seite schreibt, dass Umsteigezeiten unter 30 min (bzw. unter 60 min nach Langstreckenzügen) nicht garantiert werden können (DB aufgepasst, so kann man auch FGR-Zahlungen vermeiden!), hatte ich extra großzügige Umsteigezeiten gewählt, so durfte ich jetzt 70 min im Nichts warten: Myrdal ist kein Ort, nur ein Bhf und eine Herberge. Natürlich hätte auch der knappe Umstieg geklappt.^^
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8 Da kommt was
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9 Nämlich das da
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10 Norwegische Idylle
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11 – 12 Spiegelung
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13 – 14 Langer Zug
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15 Bahnhofsgebäude von Voss
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16 Voss von oben
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17 Wilder Gebirgsbach
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18 Zählt das schon als Wasserfall? Beeindruckend ist es allemal!
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19 Ui, Schnee!
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20 Spiegelung
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21 Blick zurück
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22 – 23 Angekommen in Myrdal
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24 – 25 Mein Zug fährt weiter
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26 – 27 Eine Schleuder macht sich auf den Weg nach Voss
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28 Der menschenleere Bhf Myrdal fernab der Zivilisation
Zum Glück besserte sich in der Zwischenzeit das Wetter. Nun zuckelte ich mit der Flåmbahn von 867 m Höhe wieder runter an den Fjord. Die Fahrt war landschaftlich wirklich spektakulär, auch wenn sie mMn immer nicht ganz mit dem Bernina Express mithalten kann. Die Strecke ist 20 km lang, die Befahrung dauert eine knappe Stunde, und mit gut 50 € für Hin- und Rückfahrt ist es wahrlich kein preiswertes Vergnügen. Natürlich waren nur Touris im Zug.^^ Während der Fahrt gab es einen 8-minütigen Halt am Wasserfall Kjosfossen. Dreisprachig (NO, EN, DE) wurde erklärt, dass lt. einer Sage an dieser Stelle eine wunderschöne Frau, die Huldra, die Wanderer ins Innere des Berges lockte – also quasi die Loreley auf Norwegisch.^^ Passend dazu tanzte neben dem Wasserfall ein Blondine zu alter nordischer Musik. In Flåm, dem nördlichsten von mir bis dahin per Bahn erreichten Punkt, mussten alle aussteigen und konnten kurz danach wieder in denselben Zug für die Rückfahrt einsteigen. Es ging nicht weniger spektakulär dieselbe Strecke wieder nach oben. Durchaus einige Touristen fuhren gar nicht die komplette Strecke, sondern stiegen unterwegs aus, um wandern zu gehen.
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29 Schließlich trifft die Flåmbahn in Myrdal ein. Die Züge sind mit zwei EI-18-Loks im Sandwich bespannt, die Loks sind eine modifizierte Variante der Schweizer Re 460.
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30 Sitzprobe
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31 Sieht aus wie ein Hochmoor
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32 Schicker See
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33 Ausblick aus der Gallerie
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34 Der Wasserfall Kjosfossen
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35 – 38 Für die männlichen Touristen tanzt hier eine Blondine ;-)
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39 Der Zug am Kjosfossen. Darüber noch ein Wasserfall.
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40 Bahnsteig zum Wasserfall gucken ;-)
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41 Von hoch da oben komme ich her
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42 Wenn man den Blick irgendwann mal vom Wasserfall lösen kann, sieht die Szene darunter aus wie ein Kollisionskurs. Ist aber eine ganz normale Zugkreuzung ;-)
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43 Ausblick
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44
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45 Wechselhaftes Wetter
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46 Ein Traum!
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47 Nochmal Ausblick
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48 Die Fahrt führt teilweise äußerst nah an den Felsen vorbei oder sogar hindurch
Wieder in Myrdal angekommen hatte ich nochmal 51 min Wartezeit. Der Zug aus Oslo nach Bergen war mit über 20 min Verspätung unterwegs. Bei Oslo waren Bauarbeiten, weshalb die Züge umgeleitet wurden und dabei alle Verspätung erhielten. Der Zug aus Bergen nach Oslo, der u. a. meine Mutter transportierte, war pünktlich. Ich stieg zu. Auf tunnelreicher Strecke ging es rasant mit bis zu 160 km/h zunächst noch weiter hinauf, bis nahe Finse, dem auf 1222 m Höhe höchstgelegenen Bhf Nordeuropas, der Scheitelpunkt der Strecke auf 1237 m passiert wurde. Hier lag noch fast geschlossene Schneedecke, die Temperaturanzeige vermeldete 7 °. Dann ging es bergab, und wie es sich für Juni gehörte, verschwand auch der Schnee bald wieder. Später wurde das regionale Wintersportzentrum mit dem herrlichen Namen Geilo durchquert. Irgendwann erreichte der Zug Hønefoss, wo wir auf den verspäteten Gegenzug aus Oslo warteten. Vorher wurde vorbildlich ausführlich zweisprachig (NO, EN) angesagt, dass die Halte zwischen Hønefoss und Oslo Sentralstasjon entfallen, es gab SEV. Hønefoss ist Keilbahnhof und da der verspätete Gegenzug das Durchfahrtsgleis genutzt hatte, mussten wir zunächst ein ganzes Stück zurücksetzen, bevor wir die Fahrt nach Oslo fortsetzen konnten. Wir verließen in Hønefoss die Bergenbahn und wechselten auf die normalerweise Güterzügen vorbehaltene Jevnakerbahn und ab Roa auf die Gjøvikbahn, der wir dann bis Oslo folgten. Dabei wurden wieder einige Seen passiert, vor Oslo wurde es etwas hügelig. Nachdem wir bei Abfahrt in Hønefoss schon + 20 auf dem Tacho hatten und alle Gegenzüge aus dem diesem Streckenabschnitt mit min. 20 min Verspätung gekommen waren, befürchtete ich schon das Schlimmste. Letztendlich machte ich Augen wie Untertassen, als wir nach gut 5 h ab Myradal Oslo S mit – 3 erreichten. Wo sich sämtliche Gegenzüge ihre Verspätungen einfingen, ist mir schleierhaft.^^
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49 Kurzzeitig geht es in Myrdal wieder zu wie aufm Ameisenhaufen, danach herrscht wieder Stille
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50 Der verspätete Zug aus Oslo hat es nicht mehr so weit bis Bergen
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51 – 52 Der pünktliche Zug aus Bergen nach Oslo trifft ein
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53 – 56 Ui, viel Schnee!
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57 – 61 Mit Volldampf über Fjell
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62 Hier ist das Land wieder grün
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63 Und dann gibt es da noch das Geilo Hotel, das an der Verlängerung vom Geilovegen liegt ;-)
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64 Wilde Natur
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65 Stiller See
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66 An der Umleitungsstrecke
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67 Bhf Roa
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68 Geschafft!
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Teure Berge. Kapitel 3, Teil 2
Am nächsten Tag blieben wir in Oslo. Es regnete lange, so verbrachten wir nach kurzer Sightseeing-Tour viel Zeit im interessanten Frammuseet, wo es um arktische Entdecker ging, v. a. natürlich um den Norweger Roald Amundsen, den ersten Menschen am Südpol.
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69 Opernhaus am Vorabend bei besserem Wetter
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70 Königpalast
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71 Rathaus
Die Rückfahrt zum Hotel erfolgte per Tram. Abends bestand ich noch auf einen Besuch im riesigen öffentlichen Skulpturenpark, um per U-Bahn dorthin fahren zu können^^
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72 Vigeland-Skulpturenpark
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73 Oslo S
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74 Tram von vorne
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75 Tram von hinten
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76 – 78 U-Bahn Oslo
Pünktlich zur Abreise besserte sich das Wetter, na toll.^^ Wir tigerten am Morgen nochmal über die Oper, bevor ich Muttern zum Flughafen brachte. Pfingstmontag war der Zug extrem voll, Sitplatzauslastung über 150 %. Gleich nach dem Verlassen von Oslo S bretterte der Zug mit Vollgas durch den Romeriksporten, den mit 14,6 km längsten Bahntunnel des Landes. Nach kurzem Halt in Lillestrøm, wo es noch voller wurde, ging es ebenso rasant mit 200 km/h zum Flughafen. Die 48 km lange Strecke bewältigte der Flirt in gerade einmal 23 min, was meine Durchschnittsgeschwindigkeit für Norwegen ordentlich steigerte – zumal ich nach dem erfolgreichen Einchecken Mutterns auf selbe Weise zurück fuhr. ;-)
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79 Aufpreispflichtiger Express-Zug zum Flughafen
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80 Schneller Regionalzug zum Flughafen
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81 Gardermoen Lufthavn
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82 Mein Regionalzug für die Rückfahrt
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83 Die Schweden schauen auch mal in Oslo vorbei
Vor Abreise in München hatte ich schon gesehen, dass am Pfingstwochenende Bauarbeiten im Raum Oslo stattfinden, Details wurden erst kurzfristig im Laufe meiner Tour veröffentlicht. Leider herrschte auf der gesamten Vestfoldbahn SEV. -.- Die norwegische Fahrplanauskunft spuckte mir nicht weniger als vier verschiedene SEV-Busse aus, alle mit derselben Abfahrtszeit, aber unterschiedlichen Zwischenhalten und somit vier verschiedenen Ankunftszeiten in Larvik, Fahrzeiten von 2 – 3 h. Als ich dann an den Bussteigen bei Oslo Sentralstasjon ankam, standen dort sogar sieben verschiedene Busse! Ich fragte nach, man sagte mir, ich solle den am Bussteig 4 nehmen. Dieser erwies nicht als Nonstop-Bus, immer wieder hielt er in Kleinstädten. Aber bei 2:20 h Fahrzeit will ich mich nicht beschweren.^^ Da ich Angst vor Stau hatte (ich Staustrophobiker, ich), war ich extra frühzeitig losgefahren, um dann festzustellen, dass es in einem so dünn besiedelten Land wie Norwegen natürlich keinen Stau gibt. :D Dementsprechend war ich viel zu früh in Larvik, die Stadt war wirklich nicht schön, es war äußerst windig.
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84 Ziemlich edel für SEV. Und ziemlich leer…
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85 Larvik ist wahrlich keine Schönheit…
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86 Mal-Zug und SEV
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87 Wie viele Streckensperrungen könnten damit vermieden werden, und warum gibt es sowas nicht auch bei uns? So teuer kann es ja nicht sein…
Ich hatte zwar schon mächtig Hunger, musste mich aber noch etwas gedulden. Auf dem Schiff kostete ein Sitzplatz allein 9 €, ein Sitzplatz im Restaurant + All-You-Can-Eat-Buffet zusammen 28,50 €. Ja Geilo! Schließlich kam ein riesiger Klopper angeschwommen: Er bot Platz für 750 Stinktiere sowie zusätzlich mehrere Dutzend LKWs und fast 2.000 Passagiere, zumindest auf dem Stinktierdeck lag die Auslastung nicht über 75 %. Was ich beim All-You-Can-Eat-Buffet nicht bedacht hatte: es war wirklich extrem windig, sogar auf dem riesigem Schiff war es heftig zu spüren. Am Anfang dachte ich, selbst wenn mir nicht schlecht wird, würde ich mich unweigerlich bekleckern.^^ Die Teller-Türme am Buffet wurden abgebaut, die wären eh umgefallen, das Buffet selbst blieb Gott sei Dank geöffnet. Und sobald wir abgelegt und die Küste hinter uns gelassen hatten, wurde es deutlich ruhiger und ich konnte vernünftig futtern. Auf der Fähre waren die meisten Ansagen auch dreisprachig (NO, EN, DE, aber kein DK – die Dänen verstehen eh Norwegisch), die Überfahrt dauerte von 17:30 – 21:15 Uhr. Über dem Büffet klebte ein Zettel mit 3 norwegischen Worten und darunter der Zahl 2015. Ich dachte mir nichts dabei. Und um 20:15 Uhr, als ich mir gerade den 3. Gang des Desserts holen wollte, hatte auf einmal das Buffet geschlossen! Auf Nachfrage sagte man mir: „Steht doch da…“. Da war ich, die Verkörperung der Gefräßigkeit, schon mächtig sauer…
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88 Terminal von Color. An den Fahnen kann man erahnen, wie stürmisch es war.
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89 Da kommt was
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90 Mächtiges Viech
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91 Für viele Passagiere der Hauptgrund der Überfahrt ;-)
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92 Adé, Norwegen :(
Die Ankunft an der Nordspitze Dänemarks erfolgte mit wenigen min Verfrühung, nun galt es, den Zug um 21:30 Uhr (Stundentakt) zu bekommen. Dazu musste man zunächst ein ganzes Stück am Bhf vorbei laufen (der parallel einfahrende Zug wusste mich zu stressen, äh motivieren), dann einmal umständlich außen rum um den Bhf (Sprinten wg Koffer nicht möglich) und schließlich schaffte ich es wenige Sekunden vor Abfahrt in den Lint. Die 22-minütige Fahrt führte durch leicht hügelige Landschaft im Abendlicht bis Hjørring, wo ich ein ziemliches Stück weg vom Bhf übernachtete. Mit 75 € war es zwar meine zweitteuerste Übernachtung überhaupt (nach Kopenhagen), aber tatsächlich das Günstigste weit und breit in Norddänemark. Ich war noch bis 23:30 Uhr wach, und selbst dann war es noch nicht finster, und als ich kurz 3:30 Uhr kurz aufwachte, dämmerte es schon schon wieder (oder immer noch).
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93 Hej Danmark!
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94 Zeit für ein Foto muss sein!
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95 Weaung!
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96 Hjørring ist erreicht
Und ein letztes Mal trenne ich diesen Bericht …
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Teure Berge. Kapitel 3, Teil 3
Morgens um halb sechs verließ ich die Unterkunft schon wieder und machte mich auf den Weg zum Bhf. Mein Zug fuhr kurz nach sechs ab, ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schwer sein würde, einen nicht reservierten Fensterplatz zu finden! Bei sonnigem Wetter rauschte der Zug durchs nette Flachland. Ich fuhr gut 2:30 h bis Horsens mit, hier hatte ich ca. 75 min zum Umsteigen. Ich hätte auch in Aarhus oder Fredericia umsteigen können, aber da hätte ich in 75 min nicht so viel gesehen. In Horsens hingegen reichte es durchaus für einen Rundgang durch die hübsche kleine Stadt.
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97 Nebenstraße in Hjørring
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98 Der Zug kommt angebrummt
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99 Norddänische Landschaft
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100 Randers
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101 In Horsens verließ ich die Gumminase
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102 Das schicke Bahnhofsgebäude
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103 Hübsche Backsteinkirche
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104 – 105 Fußgängerzone
Dann fuhr ich im nächsten IC3 durchs dänische Flachland weiter gen Süden, wobei der Zug einige min Verspätung aufbaute. Der dänische Zub bis Padborg sprach exzellent sowohl Englisch als auch Deutsch. Nach 2 h überquerte der Zug mit letztlich 4,5 min Verspätung die Grenze – für mich ist alles unter 5 min pünktlich, entsprechend bleibt Dänemark auch nach 10 Fahrten bei 100 % Pünktlichkeit und steht damit am besten da. Die deutsche Zubine konnte nur die Standardphrasen auf Dänisch, diesmal gab es keine ausführlichen dreisprachigen Ansagen. Die Erstbefahrung der Rendsburger Hochbrücke war durchaus ein Erlebnis! Bereits 20 min vor Planankunft in Ha-ha-ha-tschi, äh HH-Hbf. standen wir kurz vor der Außenalster, dann ging es langsam weiter und wir erreichten das Fahrtziel mit – 7.
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106 Eine Gumminase stinkt heran
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107 Da kommt meine halbe Gumminase
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108 Güterzug von unten
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109 – 110 Rendsburger Hochbrücke
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111 Güterzug von oben
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112 Ein Bild der Binnenalster ohne Stinktier ist in Deutschland leider nicht möglich -.-
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113 Gumminase schnuppert Auslandsluft
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114 Wirkt etwas verloren. Eigentlich sollte sie ja auch doppelt so lang sein^^
Ich hatte planmäßig 59 min Umsteigezeit, doch der vorherige Zug (mit planm. minus 1 min Umsteigezeit) hatte wegen eines Notarzteinsatzes zwischen HH und H ordentlich Verspätung. Ich ging erstmal einen Burger in der Nähe des Bhf futtern. Selbst nach dem Burger konnte ich den Zug mit minus 1 min Umsteigezeit erreichen, denn der hatte + 40.^^ Meine Reservierung konnte das RZ nicht mehr ändern, da die planm. Abfahrtszeit schon verstrichen war.^^ Fast wäre ich trotzdem eingestiegen, aber dann fiel mir ja auf, dass der frühere Zug ja nicht über Schweinfurt fuhr, und ich bin doch Streckensammler, wollte unbedingt von Schweinfurt nach Bamberg fahren.^^ Deshalb wartete ich noch die 20 min und setzte mich auf meinen reservierten Platz im nächsten ICE. Dienstag am frühen Nachmittag war dieser Zug völlig überbelegt, damit hätte ich auch nicht gerechnet.^^ Wegen großen Zuspruchs durch Reisende erfolgte die Abfahrt mit + 9. Ich saß im Ruhebereich, und jedes Mal, wenn jemand anfing zu telefonieren, sprang der Herr vor mir auf und rief dem Telefonierenden laut zu: „Entschuldigung! Hier ist Ruhebereich!!! Hier ist Telefonieren verboten!!!!!“, was noch nerviger war als die Telefonate selbst. Zum Glück stieg auch er, wie viele andere, in Hannover aus. Es war ein ICE2, offenbar war einer der beiden Zugteile falsch gereiht, jedenfalls fuhren wir nie schneller als 200 km/h, oft langsamer. Interessanterweise reichte das trotzdem fast, um die Fahrplan-Zeiten zu halten, bis Würzburg kamen nur knapp 10 min Verspätung obendrauf. Zwischen Würzburg und Bamberg konnten ein paar min Verspätung abgebaut werden, am Ende kamen wir mit + 11 in München an.
Dieser Tag hat meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf jeden Fall ordentlich erhöht. ;-)
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115 Wieder dahoam. Huch, es wird ja schon dunkel!
Am Ende noch die Zahlen: Es waren insg 2.968 km, davon mit 1.111 die meisten tatsächlich in Deutschland, 111 in Österreich, 183 in Italien, 530 in der Schweiz (die zurückzulegen aber länger dauerte als die mehr als doppelte Entfernung in Schland), 609 in Norwegen und 425 in Dänemark. Selbst wenn ich die 10 % Frühbucher-Rabatt fürs Interrail, ein paar Rewe-Gutscheine sowie den nicht gezahlten Aufpreis für Italien abziehe, komme ich immer noch auf stolze 8,7 ct/km. Mei, man lebt nur einmal. :D Zur Fahrzeit von 36:53 h kamen Zwischenhalte mit einer Länge von 3:55 h, das macht eine Durchschnittsgeschwindigkeit für die ganze Tour von mageren 80,5 km/h, wobei der Wert in Deutschland bei 126,3 km/h lag, in der Schweiz bei schildkrötigen 47,7 km/h.^^
Mit der Ankunft am Münchner Hbf. war ein wundervoller Urlaub zu Ende gegangen! Landschaftlich ist Norwegen auf jeden Fall das tollste, was ich kenne! Ich kann jedem, der in Norwegen unterwegs ist, sehr ans Herz legen, dort auch mit Hurtigruten zu fahren. Highlights waren sicherlich die Lofoten, aber auch der menschenleere Norden.
Bei Fragen immer her damit! :-)
Ich wünsche allen Lesern noch einen frohen dritten Advent!
Es grüßt
Das Krümelmonster
--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!
Danke
Hallo,
vielen Dank für den schönen Reisebericht.
Die Flåmbahn ist wirklich wunderschön.
Gruß
Action85
Danke für den tollen Bericht!
Da ich Angst vor Stau hatte (ich Staustrophobiker, ich), war ich extra frühzeitig losgefahren, um dann festzustellen, dass es in einem so dünn besiedelten Land wie Norwegen natürlich keinen Stau gibt. :D
Einspruch, Euer Ehren! Ich glaub, ich hab einige der schlimmsten Staus meines Lebens in Norwegen abgesessen (weil es oft nur eine Straße gibt).
Z.B. SEV von Voss nach Bergen. Fahrzeit 3,5 Stunden für 100 km (mit voller Blase im Bus ohne WC) ... Oder Stadtverkehr Trondheim 1,5 Stunden usw. ...
Auch von mir DANKE !
Danke für den höchst interessanten Bericht aus Gegenden, die ich vermutlich zumindest zum Teil wohl kaum selbst in Augenschein nehmen werde.
Teure Berge. Kapitel 3, Teil 2
die Dänen verstehen eh Norwegisch
Andersrum könnte es schwierig werden, jedenfalls beim mündlichen.
96 Hjørring ist erreicht
Ah, einer der neuen NJ-Lints.
Und: Vielen Dank auch von mir für den schönen Bericht!
Viele Grüße
Sören
--
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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Vielen Dank!
Vielen Dank! War eine sehr interessante Tour. Plane nächstes Jahr für zwei Wochen nach Lavik im Sognefjord. Leider mit Schiff und Auto.
Teure Berge. Kapitel 3, Teil 1
Hej and Hallo!
Danke für einen schönen Bericht und viel Fotos.
Bei meinem Besuch auf der Flam-Bahn im Sommer vor etwa 10 Jahren wurde alles in 7 Sprachen angesagt. Dabei waren auch Französisch, Russisch und ostasiatische Sprachen.
Vielleicht klappt es im Mai oder Juni 19 für uns mal mit einem Besuch in Bergen.
God Tur ... Kristian
Teure Berge. Kapitel 3, Teil 1
Wuuuuuunderschööööön....
--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.
https://adobe.ly/2PMZyEV
Vielen Dank!
Vielen Dank! War eine sehr interessante Tour. Plane nächstes Jahr für zwei Wochen nach Lavik im Sognefjord. Leider mit Schiff und Auto.
Zumindest die Flåmbahn ist da (halbwegs) in der Nähe ;-)
Es grüßt
Das Krümelmonster
--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
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Danke für den tollen Bericht!
Da ich Angst vor Stau hatte (ich Staustrophobiker, ich), war ich extra frühzeitig losgefahren, um dann festzustellen, dass es in einem so dünn besiedelten Land wie Norwegen natürlich keinen Stau gibt. :D
Einspruch, Euer Ehren! Ich glaub, ich hab einige der schlimmsten Staus meines Lebens in Norwegen abgesessen (weil es oft nur eine Straße gibt).
Von Oslo nach Larvik dürfte eine der am dichtesten besiedelten Regionen Norwegens sein. Es gibt gibt eine durchgehende Autobahn. Selbst die war leer...
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es in anderen Landesteilen an Alternativen mangelt. ;-)
Es grüßt
Das Krümelmonster
Z.B. SEV von Voss nach Bergen. Fahrzeit 3,5 Stunden für 100 km (mit voller Blase im Bus ohne WC) ... Oder Stadtverkehr Trondheim 1,5 Stunden usw. ...
--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
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Teure Berge. Kapitel 3, Teil 1
Hej and Hallo!
Servus! ;-)
Danke für einen schönen Bericht und viel Fotos.
Gern :-)
Bei meinem Besuch auf der Flam-Bahn im Sommer vor etwa 10 Jahren wurde alles in 7 Sprachen angesagt.
Oh Gott, da wird man ja überhaupt nicht mehr fertig.^^
Dabei waren auch Französisch, Russisch und ostasiatische Sprachen.
Bei mir wären mit ostasiatischen Sprachen schon über die Hälfte der Passagiere abgedeckt gewesen ;-)
Vielleicht klappt es im Mai oder Juni 19 für uns mal mit einem Besuch in Bergen.
Ich drück dir die Daumen
God Tur ... Kristian
Danke, ebenso!
Es grüßt
Das Krümelmonster
--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)
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Mange takk!
Vielen Dank für die gesamte Serie! In Norwegen war ich nur einmal sehr kurz, aber immerhin größtenteils mit dem Zug (Erzbahn–Narvik–Trondheim–Oslo–Göteborg). Dein Bericht macht Lust auf mehr. Und beim Titel fällt mir immer das Lied „Hohe Berge“ von Frl. Menke ein :-).