[Welt] Jedes Land hat den ÖV den es verdient (Allgemeines Forum)
In der Welt steht eine wie ich finde in vielen Punkten sehr zutreffende Beschreibung zum Status unseres Bahnsystems.
Mfg Höllentalbahn
Link
https://www.welt.de/wirtschaft/article185300560/Bahnstreik-Jedes-Land-hat-den-oeffentli...
Ich beschwere mich nicht, ich füge nur hinzu ;-)
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Link war auch bei mir enthalten ;-)
So ist er aber sichtbarer, danke dafür
Ich bin blind :'-)
Hab extra nach dem Link gesucht, aber erst grade gefunden. My bad ^^
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Huhu.
Aus jeder Silbe, genau wie beim anderswo verlinkten Kommentar des Deutschlandfunks, liest man heraus, wie empört die Mächtigen und die Macher doch sind angesichts dessen, was der kleine doofe Arbeiter sich doch herausnimmt, wenn er einfach nur das macht, was Politik und Wirtschaft ihn gelehrt haben und täglich vorleben: denke nur an Dich.
Tja, ist für so'n Chef und sein journalistisches Sprachrohr schon ein Elend, wenn Plebs und Pöbel aufmucken und feststellen, hey, die Marktmechanismen funktionieren andersrum für Arbeitnehmer ja auch, wenn man sie nur konsequent anwendet. Derlei Ideen ganz unten sind für oben logischerweise alarmierend - da gilt es, ratzfatz dazwischen zu hauen. Also trichtet man dem streikbetroffenem Teil der Kleinbürger ein, dass die streikführenden Mitbürger Arschlöcher sind. Das schlimme: das funktioniert auch noch. Genug Dösköppe plappern das Eingetrichterte dann artig nach. Und beschimpfen in Folge die Angehörigen der eigenen Gesellschaftsschicht. Worüber man sich hochdroben in den herrschaftlichen Villen halbtot lacht und weiter ungestört dafür sorgt, dass es in der eigenen Kasse ordentlich klingelt.
Schöne Grüße von jörg
+1
- kein Text -
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
1. Der Ärger über den Streik beschränkt sich nicht auf die "Mächtigen", sondern ist in der Gesamtgesellschaft weit verbreitet. Das zeigt ja auch die Diskussion hier im Forum, von Eintrichtern kann keine Rede sein. Und das ist ja auch durchaus verständlich, werden hier doch in großem Ausmaß Unbeteiligte des Konfliktes betroffen.
2. Der Streik setzt Marktmechanismen gerade außer Kraft. Ziel ist es ja, einen Lohn zu erkämpfen, der über dem am freien Markt gebildeten liegt.
3. Deine Klassenkampfrethorik ist von vorgestern.
Streikrecht in diesem Bereich gehört eingeschränkt
Ich teile die Ansicht des Artikels und würde sogar so weit gehen, das Streikrecht für GDL und EVG einzuschränken.
Ich sehe die Arbeitgeber als strukturell benachteiligt an, da eine kleine Gruppe von Arbeitskräften ein riesiges Unternehmen lahmlegen kann.
Wenn 15 000 Lokführer bei der GDL streiken, sind nicht nur Millionen von Kunden betroffen, sondern auch die übrigen 285 000 Angestellten der Bahn. Soviel Macht ist ungesund.
Eingriffe in die Tarifautonomie sind heikel - genau wie politische Diskussionen in einem Bahnforum, in dem es primär um Nichtpolitisches geht ;) - aber in diesem Fall m.E. notwendig.
Der Fakt, dass die öffentliche Hand bei der Bahn über viele Kanäle mitmischt, ist für mich hingegen weniger kriegsentscheidend. Ich hielte eine Einschränkung des Streikrechts auch in wenigen anderen Bereichen für sinnvoll, z.B. bei der VC, wo ich ebenfalls eine starke Machtasymmetrie sehe, welche die Arbeitgeber über Gebühr benachteiligt.
+1
3. Deine Klassenkampfrethorik ist von vorgestern.
Genau.
Streikrecht in diesem Bereich gehört eingeschränkt
Ich teile die Ansicht des Artikels und würde sogar so weit gehen, das Streikrecht für GDL und EVG einzuschränken.
Ich sehe die Arbeitgeber als strukturell benachteiligt an, da eine kleine Gruppe von Arbeitskräften ein riesiges Unternehmen lahmlegen kann.
Ich habe in den hiesigen Diskussionen zum GDL-Streik 2015 (?) eine ähnliche Position vertreten, sehe das aber inzwischen anders. DB mag als Arbeitgeber strukturell benachteiligt sein, allerdings ist das ja nicht dem Handeln einer Gewerkschaft, sondern dem grundsätzlichen Charakter der Aufgaben geschuldet, die die Mitarbeiter dort wahrnehmen.
Wenn 15 000 Lokführer bei der GDL streiken, sind nicht nur Millionen von Kunden betroffen, sondern auch die übrigen 285 000 Angestellten der Bahn. Soviel Macht ist ungesund.
Das ist grundsätzlich richtig.
Eingriffe in die Tarifautonomie sind heikel - genau wie politische Diskussionen in einem Bahnforum, in dem es primär um Nichtpolitisches geht ;) - aber in diesem Fall m.E. notwendig.
Im Kern müsste es doch darum gehen, ein verbindliches Streikgesetz zu schaffen. Den von dir geforderten Eingriffen in das Streikrecht müsste dann ein verhältnismäßiger Ausgleich entgegenstehen, damit aus dem vermeintlichen strukturellen Nachteil von DB nicht ein handfester Nachteil für Arbeitnehmer wird.
Die Erfahrung in der Gesetzgebung zeigt aber, dass so heikle Rechtsetzung nur in einer Phase stattfinden wird, in der alle politischen Akteure einen Nutzen daraus ziehen können oder wenigstens keinen Schaden nehmen. Ähnlich heikel war damals die Einführung eines PUAG; das hat nur geklappt, weil es einen kompletten Regierungswechsel gab und deshalb alle Parteien ein Interesse an Kodifizierung hatten.
Der Fakt, dass die öffentliche Hand bei der Bahn über viele Kanäle mitmischt, ist für mich hingegen weniger kriegsentscheidend. Ich hielte eine Einschränkung des Streikrechts auch in wenigen anderen Bereichen für sinnvoll, z.B. bei der VC, wo ich ebenfalls eine starke Machtasymmetrie sehe, welche die Arbeitgeber über Gebühr benachteiligt.
Und auch hier ist doch der Kern des Problems die Frage, ob man die Leistungen der DB oder der VC-organisierten Mitarbeiter als öffentliche Infrastruktur oder Daseinsvorsorge betrachtet. Bei der damals vollstaatlichen Bahn war es ja offensichtlich so. Inzwischen haben wir ein Modell zwischen den Stühlen; die Politik betont auch den öffentlichen Charakter der Bahn, die aber wie ein klassisch privater Konzern dem vollen Gewinndruck ausgesetzt ist. Das funktioniert so überhaupt nicht und zeigt sich auch hier an der Frage, wie man DB-Mitarbeiter klassifiziert. Die immer wieder geforderte Einschränkung des Streikrechts führt doch stark zurück zum Modell des Beamten.
+1
3. Deine Klassenkampfrethorik ist von vorgestern.
Genau.
Da hätte ich bis vor ein, zwei Jahren zugestimmt - inzwischen sehen das aber wohl sehr, sehr viele Menschen ganz anders.
+2
- kein Text -
Falscher Ansatz
In Österreich musste man das Streikrecht nicht einschränken, theoretisch wäre wohl sogar mehr möglich als in Deutschland.
Aber man hat da einen anderen Ansatz, arbeitet mit Kollektivverträgen, wo quasi die gesamte Branche den exakt selben Lohn kriegt. Das Modell der Sozialpartnerschaft in Österreich scheint in Österreich sehr gut zu funktionieren.
Und mir geht's nicht darum, mit Österreich mal wieder daher zu kommen. Mir geht's darum, dass man das Problem eher an der Wurzel packen und die Notwendigkeit eines Streiks überhaupt erst eliminieren sollte.
Vor einiger Zeit gab es einen Warnstreik in Österreich, ja. Aber der letzte richtige Streik davor war 2003, der dauerte dann aber auch ganze 3 Tage an.
Heißt, man hat offenbar - trotz nicht unbedingt höheren Lohnniveaus - es hingekriegt, offene Konflikte weitestgehend zu vermeiden und das sollte auch in Deutschland möglich sein.
Also nicht Streikrecht einschränken, aber dafür sorgen, dass man davon nicht einmal erst Gebrauch machen muss!
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Wie soll eine Preisbildung auf dem freien Markt funktionieren, wenn die Arbeitnehmer nicht berechtigt sind, ihre Leistung zurückzuhalten? Preisbildung bei Zwangsarbeit kann es nicht geben.
+1
- kein Text -
Ich wollte nicht gegen das Streikrecht was schreiben
Die Qualität des Nahverkehrs und der Fernbahnen ist nicht gottgegeben. Sie wird vom Willen der Bevölkerung bestimmt, für verlässliche, pünktliche, schnelle und attraktive Verkehrsleistungen auch gut zu bezahlen und die Beschäftigten anständig zu behandeln, damit Motivation und Einsatzbereitschaft gefördert und nicht zerstört werden.
Es ist Irrsinn zu glauben, dass Effizienz notwendigerweise bedeutet, Personal einzusparen oder Beschäftigte schlecht zu bezahlen
Der Autor trifft eben gut den Widerspruch und negiert ja auch nicht den Anspruch der Beschäftigten auf eine gute Bezahlung, das war es worauf ich eigentlich hinaus wollte
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Zwangsarbeit? Wovon redest Du?
Zurückhalten ist ein Monopolkonzept und der Streik ist Kartellbildung, etwas, was man den Unternehmen nicht zubilligt.
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Ein allgemeines Argument gegen jegliches Streikrecht lautet: Es läuft einfach jeglichem Pflichtbewußtsein und jeglicher Arbeitsmoral zuwider (und sollte deshalb nicht noch durch rechtliche Rahmenbedingungen gefördert werden), dem Arbeitgeber seine vertraglich zugesicherte Arbeitsleistung vorzuenthalten, und das, obwohl dieser seinerseits nicht vertragsbrüchig ist, sondern lediglich Zusatzwünschen des Arbeitnehmers nicht in vollem Umfang entgegenkommen will.
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Finde ich nicht sehr überzeugend. Dass der Lohn im Laufe der Zeit an sich ändernde Rahmenbedingungen (Preissteigerung, Produktivitätsfortschritt) angepasst werden muss, wissen beide Vertragsparteien bereits bei Vertragsschluss. Daher würde ich den Streik nicht als Bruch der Vertragstreue werten.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Zwangsarbeit (also: arbeiten oder ins Gefängnis kommen oder erschossen werden) wäre die einzige Möglichkeit, Streiks zu verhindern.
Die arbeits- und zivilrechtlichen Konsequenzen illegaler Streiks sind bei einem breiten Ausstand Makulatur - die Bahn würde sich mit Massenentlassungen gründlich und dauerhaft lahmlegen, weil sie so schnell keine anderen qualifizierten Arbeitskräfte finden würde.
Das Streikrecht kommt hier also der Bahn entgegen.
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Tarifverträge haben eine beschränkte Laufzeit, bzw. können gekündigt werden. Streiks gibt es nur im Vorfeld der Verhandlung eines neuen Tarifvertrags.
Streikrecht in diesem Bereich gehört eingeschränkt
Ich teile die Ansicht des Artikels und würde sogar so weit gehen, das Streikrecht für GDL und EVG einzuschränken.
Ich sehe die Arbeitgeber als strukturell benachteiligt an, da eine kleine Gruppe von Arbeitskräften ein riesiges Unternehmen lahmlegen kann.
Wenn 15 000 Lokführer bei der GDL streiken, sind nicht nur Millionen von Kunden betroffen, sondern auch die übrigen 285 000 Angestellten der Bahn. Soviel Macht ist ungesund.
Eingriffe in die Tarifautonomie sind heikel - genau wie politische Diskussionen in einem Bahnforum, in dem es primär um Nichtpolitisches geht ;) - aber in diesem Fall m.E. notwendig.
Der Fakt, dass die öffentliche Hand bei der Bahn über viele Kanäle mitmischt, ist für mich hingegen weniger kriegsentscheidend. Ich hielte eine Einschränkung des Streikrechts auch in wenigen anderen Bereichen für sinnvoll, z.B. bei der VC, wo ich ebenfalls eine starke Machtasymmetrie sehe, welche die Arbeitgeber über Gebühr benachteiligt.
Du hättest auch noch die Quelle nennen können, von der du die Idee geklaut hast. -.-
Da sehe ich nur einen Ausweg bzw. Rückweg: Bahnreform kübeln, zurück zur Staatsbahn, was in manchen Bundesländern mit deren eigenen Zügen, eigener Instandhaltung und eigenen Fahrpänen, wo nur noch das Fahrpersonal und die Aufkleber ausgeschrieben werden (u.a. NVBW und Nah.SH) bereits praktiziert wird.
Das auch im FV umsetzen, mit einer Behörde für den Bahnverkehr, die man einfach wieder Deutsche Bundesbahn nennen kann. Beamte dürfen nicht streiken und werden auch besser bezahlt.
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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
![[image]](https://i.ibb.co/3FX2shg/signature-met.png)
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Anmerkung: Ein Streik ist auch zulässig, wenn kein Tarifvertrag gilt.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Alles schön und gut, aber was hat das mit Marktmechanismen zu tun?
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Dass zu einem Funktionieren der Marktmechanismen gehört, dass man das Angebot auch ablehnen kann.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Wenn sich aber die Marktteilnehmer zu einem Kartell (Gewerkschaft) zusammenschließen, werden die Marktmechanismen außer Kraft gesetzt.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Nein. Die Bildung von Kartellen ist Teil der Marktmechanismen.
Man hat lediglich gemerkt, dass ein komplett freier Markt auch nicht das Gelbe vom Ei ist und hat daher Richtlinien erlassen, die ihn einschränken. Zum Beispiel das Kartellverbot, aber auch das Streikrecht.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Naja, ich will Dir Deine Minderheitsmeinung nicht nehmen.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Naja, ich will Dir Deine Minderheitsmeinung nicht nehmen.
Warum sollte die Organisation von Angestellten in Gewerkschaften eine Minderheitsmeinung sein? Viele Arbeitnehmer sind Gewerkschaftsmitglieder und nutzen ihr Recht, dies zu sein.
Warum sollten sich Arbeitnehmer quasi rechtlos dem Willen der Arbeitgeber unterwerfen? Wollen wir wirklich zurück zum Sklavenhandel?
+2
Das scheitert aber zuallererst recht häufig am fehlenden Willen, den Profit auch mal zu teilen ...
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Anpassungen an die Preissteigerung "müssen" erst sein, wenn sich der Wert des Reallohns ganz erheblich verändert, daß es immer schon nach ein paar Jahren bzw. Prozent sein muß, das kann ich nicht als selbstverständlich jedem ohne jede vertragliche Fixierung zustehendes Recht betrachten, dessen Einforderung Pflichtverletzungen rechtfertigt. Alles "moralisch" betrachet, nicht formaljuristisch. Außerdem geht es bei Streiks oft um Forderungen, die darüber hinausgehen.
Daß der Arbeitnehmer an Produktivitätssteigerungen teilhaben "muß", ist sowieso nicht a priori klar. (Bei der umgekehrten These, Produktivitätssenkungen, wirtschaftliche Schieflagen usw. seien sofort 1:1 an den Arbeitnehmer weiterzureichen, scheint es vielen klarer zu sein, daß sie nicht klar ist.)
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Hier ging es nicht um dürfen oder nicht, sondern um die korrekte Beschreibung.
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Wie gesagt, beide Parteien kennen die Spielregeln bei Vertragsschluss, daher ist auch nicht unmoralisch, diesen dann auch zu folgen.
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
Hier wird das Arbeitsrecht mit Moral vermischt, was nicht zusammen passt. In den meisten Arbeitsverträgen wird auf einen Tarifvertrag verwiesen, nach dem gearbeitet und bezahlt wird. Ist der Tarifvertrag aus gelaufen und jeder Tarifvertrag hat nur eine begrenzte Gültigkeit, dann ist der Arbeitnehmer und seine Vertretung die Gewerkschaft nicht mehr an die Fortsetzung der Absprachen im Tarifvertrag gebunden. Es kommt also zu Tarifverhandlungen. Um diesen Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen sind Wanrstreiks zulässig und bei gescheiterten Tarifverhandlungen und durchgeführter Urabstimmung unbefristete Streiks. Der Arbeitgeber ist selbstverständlich während des Streiks nicht verpflichtet das Entgelt weiter zu bezahlen. Die letzte Regierung in Europa die versucht hat das Streikrecht ein zu schränken war die Regierung von Margaret Thatcher , die war zwar zu nächst damit erfolgreich, die Berarbeiter Streiks in GB sind abgebrochen worden und in GB wurde der Ausverkauf der britischen Staatsunternehmen eingeläutet, was sich bis heute als der größte Fehler heraus gestellt hat. Mittlerweile sind die britischen Gewerkscahften stärker denn jeh, gerade im Verkehrssektor. In GB wird bei mehreren Eisenbahngesellschaften seit Mittlerweile über 1 Jahr verlässlich jedes Wochenende gestreikt, ein Ende ist nicht absehbar, die Streikkassen der Gewerkscahften sind sehr gut gefüllt. Das Streikrecht ist ein Europarecht, dagegen kommt keine Regierung an.
Ein kleiner Wahnstreik und sie jammern ...
Hier ging es nicht um dürfen oder nicht, sondern um die korrekte Beschreibung.
Naja, in den 7-8 Antworten vorher ging es aber darum eher nicht mehr ...
Was Warnstreik und richtigen Streik unterscheidet: man vergleiche das von J-C gebrachte Beispiel der ÖBB aus dem Jahr 2003 mit dem gestrigen Warnstreik bei der DB ...
Streikrecht nötig. Notdienstvereinbarung oder Busersatz?
Ein allgemeines Argument gegen jegliches Streikrecht lautet: Es läuft einfach jeglichem Pflichtbewußtsein und jeglicher Arbeitsmoral zuwider (und sollte deshalb nicht noch durch rechtliche Rahmenbedingungen gefördert werden), dem Arbeitgeber seine vertraglich zugesicherte Arbeitsleistung vorzuenthalten, und das, obwohl dieser seinerseits nicht vertragsbrüchig ist, sondern lediglich Zusatzwünschen des Arbeitnehmers nicht in vollem Umfang entgegenkommen will.
Keinesfalls sollte man nach der Abschaffung des Streikrechtes rufen. Sonst könnten die Arbeitgeberverbände und Arbeitgeber ihre Machtposition gnadenlos ausnutzen; die dann geltenden Tarifverträge würden sich an der Grenze dessen bewegen, was überhaupt gesetzlich zulässig ist.
Gerade bei der Bahn könnte man aber über "Notdienstvereinbarungen" nachdenken. Natürlich dürfen Notdienstvereinbarungen nicht die Aufrechterhaltung des üblichen Bahnbetriebes zum Inhalt haben, dies käme einem Streikverbot gleich.
Ebenso sollte man bei mehrtägigen Streiks die Bahnunternehmen verpflichten, sich um einen Schienenersatzverkehr zu bemühen. Dann würden die Nachteile des Streiks nicht zu sehr von den Arbeitgebern an die Kunden weitergereicht.
Allgemeines Argument gegen Streikrecht
In den meisten Arbeitsverträgen wird auf einen Tarifvertrag verwiesen
Alleine schon diese Quantifizierung halte ich für eine Fehlannahme beim Blick auf das Gesamtbild. Mag sein, daß dies im Eisenbahnumfeld so ist, aber nicht über alle Arbeitnehmer in Deutschland gerechnet.
Letztlich hilft nur eine Wiederverstaatichung der Infrastruktur und Verbeamtung derer, die diese Infrastruktur am Laufen halten. Damit kann zumindest kein Streik mehr das gesamte Netz lahm legen.
In keinem meiner bisherigen Jobs irgendeine Referenz auf einen Tarifvertrag gehabt habende Grüße
der Colaholiker
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![[image]](http://abload.de/img/kippelnverbotene3qfr.png)
Jetzt ist es nun so
Ich weiß nicht, wie's so bei euch ist, aber hier in Österreivh sind die Beamten bei der Bahn arg verpönt. Un die loszuwerden hat man massenhaft frühpensioniert, das hat man zwar zurückgestellt mittlererweile, aber Konsens ist, Beamten will man loshaben.
Das hat auch seine Gründe. Sie verdienen viel mehr Geld, zulasten des Steuerzahlers. Das will nicht jeder. Es hatte ja seine Gründe, wieso man die Mitarbeiter nicht mehr verbeamtet.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky