Danke liebe Eisenbahner... (Allgemeines Forum)

Münchner, Montag, 10.12.2018, 08:53 (vor 2678 Tagen)
bearbeitet von Münchner, Montag, 10.12.2018, 08:55

...zeigt ihr doch heute Vormittag einmal mehr, dass man sich auf die Deutsche Bahn besser nicht verlässt.

Heute in der früh durfte ich meine Eltern noch schnell auf einen Fernbus umbuchen. Sie haben für die Fahrt mit euch 113,00 € Flexpreis bezahlt. Nun kommen sie für 49€ an ihr Ziel und wie man feststellt, auch noch eher.

Von meinem Arbeitsweg will ich nicht reden. Das ist da eher Pillepalle dagegen. Auch dass viele Kollegen nicht da sind. Freude kommt auf, wenn man daran denkt, dass man die ganzen nun ausfallenden Besprechungen nachholen darf. Zu Lasten der Freizeit jedes einzelnen.

Ich habe ohne Frage Verständnis für eure Tarifforderungen. Für den Zeitpunkt eures 1. (!) Warnstreiks absolut nicht. Geht es hier ganz offensichtlich nicht um Tarifverhandlungen, sondern darum, ein Land mit 80 Millionen Einwohnnern mal so richtig zu schikanieren. Anders kann man es sich nicht erklären, warum man einen 1. Warnstreik am Montagmorgen von 4-9 Uhr ansetzt. Klar, es trifft immer jemanden. Aber was hätte gegen 10:00-15:00 Uhr gesprochen?

Letztlich tut ihr nicht anders als Millionen von Menschen und unzählige Unternehmen für etwas zu bestrafen, für das sie nichts können. Denn keiner von denen ist Verhandlungsführer bei euren Verhandlungen. Aber alle von denen finanzieren letztlich euer Gehalt.

All denen zeigt ihr gerade sehr deutlich, dass man sich auf die Bahn besser nicht verlässt und sich Alternativen offenhält. Wenn man aber diese Alternativen geschafft hat, dass ist für euch kein Platz mehr. Das Jobcenter lässt grüßen...

Ja und wer liest das?

J-C, In meiner Welt, Montag, 10.12.2018, 09:02 (vor 2678 Tagen) @ Münchner
bearbeitet von J-C, Montag, 10.12.2018, 09:03

Ich sehe gleich eine Welle an Reaktionen hervorkommen, die das Für und Wider diskutieren...

Fakt ist, dass die meisten "Eisenbahner" diesen "offenen Brief" nicht lesen werden. Außerdem sehe ich keinen Sinn eines eigenen Threads, wenn es bereits einen Thread zum Warnstreik gibt.

Ich find's auch deppat, in Österreich war das viel besser gewesen. Aber trotzdem...

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Eisenbahner und Rentner

RenateMD, Montag, 10.12.2018, 10:03 (vor 2678 Tagen) @ J-C

- kein Text -

Für Dich vielleicht ...

Christian_S, Montag, 10.12.2018, 11:05 (vor 2678 Tagen) @ J-C

Ich find's auch deppat, in Österreich war das viel besser gewesen. Aber trotzdem...

Für Dich als Studi mit gechillten Pendel-Uhrzeiten mag das viel besser gewesen sein, aber ob sich die ganzen Schichtarbeiter und Schüler so gefreut haben? In vielen Berufen mit Schichtarbeit dürften die Spätschichten nicht rechtzeitig zur Arbeit gekommen sein, viele Schüler dürften nach Schulschluss lange auf ihre Heimfahrmöglichkeit gewartet haben.

Merke: nicht jeder arbeitet 9-5 ...

Mir schon klar

J-C, In meiner Welt, Montag, 10.12.2018, 15:39 (vor 2678 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von J-C, Montag, 10.12.2018, 15:43

Zu meiner Schulzeit hätte mich das sicher auch betroffen, dafür wäre ich halt eben später nach Hause gekommen. Innerstädtisch kann man sich ja immer gut eine Ersatzverbindung heraussuchen und bei größeren Reisen verlegt man seine Freizeit halt in die Innenstadt, bis sich die Situation bessert.

Am Ende kann man nicht vermeiden, dass jemand davon betroffen ist, was nun einmal eben der Zweck eines Streiks ist, aber es ist immer noch wesentlich besser, als wenn früh morgens, wo die meisten Leute fahren, alles still steht.

Die Leute hatten überwiegend Verständnis, allzu stressig ist es nicht geworden und die ÖBB haben sich zumindest nach meinen Sichtungen auch aktiv um die Information der Kunden gekümmert...

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Andere streiken auch;)

rainman51, Paderborn, Montag, 10.12.2018, 09:54 (vor 2678 Tagen) @ Münchner
bearbeitet von rainman51, Montag, 10.12.2018, 09:57

Naja waren ja nur ein paar Stunden. Die Mediziner haben vor Jahren länger gestreikt, dass war weniger toll. Für die Bahn gibt es ja Alternativen. Außerdem bin ich der Meinung, lieber sicher ankommen. Sprich bessere Arbeitsbedingungen für die Fahrdienstleiter.

Andere streiken auch;)

Münchner, Montag, 10.12.2018, 10:56 (vor 2678 Tagen) @ rainman51

Naja waren ja nur ein paar Stunden.

Richtig. Es waren nur ein paar Stunden, die man so gewählt hat, bei allen unbeteiligten Dritten einen größstmöglichen Schaden zu verursachen.

Dagegen wird sich die DB freuen. Züge, die nicht fahren, verursachen keine Kosten und sich auch nicht verspätet. Die Einnahmen aus Zeitkarten hat man auch und da werden die Betroffenen keinen Cent sehen. Bei allen anderen Ansprüchen kann man sich problemlos damit rausreden, dass ein Streik höhere Gewalt ist.

Die Mediziner haben vor Jahren länger gestreikt, dass war weniger toll.

Mir wäre nicht bekannt, dass die Mediziner komplett die medizinische Behandlung in diesem Land verhindert hätten.

Für die Bahn gibt es ja Alternativen.

Richtig. Und die sollte man auch nutzen.

Außerdem bin ich der Meinung, lieber sicher ankommen. Sprich bessere Arbeitsbedingungen für die Fahrdienstleiter.


Das ist das übliche Blabla. Man kann aber gerne mal erklären, wofür man jetzt gestreikt hat, was zukünftig Unfälle wie den in Bad Aibling, wo der Fahrdienstleiter lieber auf seinem Handy gedaddelt hat, verhindern würde.

Andere streiken auch;)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 10.12.2018, 11:06 (vor 2678 Tagen) @ Münchner

Richtig. Und die sollte man auch nutzen.

Leider nicht unbedingt. Es gibt Orte, die sind im ÖPNV eben nur per Bahn erreichbar (oder per Bus, der ab Orten fährt, die nur per Bahn erreichbar sind).

Ich konnte heute echt froh sein, daß die HLB wenigstens auf dem kritschen Streckenteil fahren konnte, weil dort ein eigenes Stellwerk beteiligt ist, ansonsten hätte ich in die Röhre geguckt. Taxi kann ich mir nicht leisten. Laufen geht momentan mit Ach und Krach ein paar Meter, damit verbietet sich auch das Radfahren. Und dank der Pillen, die mich wenigstens ein paar Meter laufen lassen, darf ich offiziell auch nicht Auto fahren.

Innerhalb Frankfurts platzen natürlich heute Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen aus allen Nähten, weil dort Alternativen existieren und genutzt werden.

Immer noch eine ansonsten nicht zitierfähige Meinung zu dieser Geiselnahme habende Grüße
der Colaholiker

--
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Andere streiken auch;)

Celestar, Montag, 10.12.2018, 14:39 (vor 2678 Tagen) @ Colaholiker

Es gibt neben den ÖPNV auch andere Verkehrsmittel und die Bahn scheint doch sehr stark darauf hinzuarbeiten, sich aufs Abstellgleis zu schieben.

Bin jetzt zum ersten Mal zu meinem Einsatzort in der Münchener Innenstadt mit dem Auto gefahren. Totales Verkehrschaos, etwa 5 Minuten langsamer als mit dem ÖPNV. Stellt sich die Frage, warum ich das nicht jeden Tag mache, zumal es an anderen Tagen sicher schneller gehen würde.
Wenn man im ÖPNV wenigstens im Normalfall einen Sitzplatz hätte ...

Private Firmen zu bestreiken ist eine Sache, angeblich wichtige öffentliche Infrastruktur IHMO moralisch fragwürdig.

Celestar

Andere streiken auch;)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 11.12.2018, 07:19 (vor 2677 Tagen) @ Celestar

Es gibt neben den ÖPNV auch andere Verkehrsmittel und die Bahn scheint doch sehr stark darauf hinzuarbeiten, sich aufs Abstellgleis zu schieben.

Deshalb habe ich ja aufgezählt, daß die theoretischen Alternativen für mich in der Praxis ausscheiden. Es bleibt nur der ÖPNV, und da ist auf dem Weg von mir zu Hause zur Arbeit eben immer irgendwo ein Stück Eisenbahn involviert.

Bin jetzt zum ersten Mal zu meinem Einsatzort in der Münchener Innenstadt mit dem Auto gefahren. Totales Verkehrschaos, etwa 5 Minuten langsamer als mit dem ÖPNV. Stellt sich die Frage, warum ich das nicht jeden Tag mache, zumal es an anderen Tagen sicher schneller gehen würde.

Morgens wäre ich mit dem Auto schneller als mit dem ÖPNV, nachmittags im besten Falle genauso schnell, wahrscheinlich aber langsamer. Und im Moment scheidet es für mich ja eh aus. (Auch wenn die Medikamente höchstens bei einer Blutprobe nachweisbar wären...)

Wenn man im ÖPNV wenigstens im Normalfall einen Sitzplatz hätte ...

Das ist der Grund, warum ich schon morgens um halb sechs in die Straßenbahn steige. ;-)

Private Firmen zu bestreiken ist eine Sache, angeblich wichtige öffentliche Infrastruktur IHMO moralisch fragwürdig.

Deshalb gehört die Schienen-Infrastruktur (nicht notwendigerweise auch die Erbringung der Transportleistung) genauso wieder in direkte staatliche Hand wie die Autobahnen.

Gewerkschaftsfreie Grüße
der Colaholiker

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+1

RenateMD, Montag, 10.12.2018, 10:02 (vor 2678 Tagen) @ Münchner

- kein Text -

Danke liebe Eisenbahner...

moonglum, Hagen, Montag, 10.12.2018, 17:50 (vor 2677 Tagen) @ Münchner
bearbeitet von moonglum, Montag, 10.12.2018, 17:50

Streik ist ein verbrieftes Grundrecht, und man muss damit rechnen, wenn es eine eklatante Kluft zwischen Interessen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber klafft, und das ist gut so. Für dieses Recht wurde mit vielen Menschenopfern einst bezahlt. Wenn allerdings in einem Unternehmen immer wieder gestreikt wird, stimmt in der Regel mit dem Unternehmen an sich etwas nicht.... der Focus meint dazu heute....

Streiks, Schrott-ICE und Gewinnwarnungen: Warum die Deutsche Bahn vor dem Kollaps steht...

Klick

--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV

Danke liebe Eisenbahner...

Frecciarossa, Montag, 10.12.2018, 18:16 (vor 2677 Tagen) @ moonglum

Wenn allerdings in einem Unternehmen immer wieder gestreikt wird, stimmt in der Regel mit dem Unternehmen an sich etwas nicht....

Kannst Du das bitte stichhaltig begründen?

Danke liebe Eisenbahner...

Garfield_1905, Montag, 10.12.2018, 18:26 (vor 2677 Tagen) @ Frecciarossa

Wenn allerdings in einem Unternehmen immer wieder gestreikt wird, stimmt in der Regel mit dem Unternehmen an sich etwas nicht....


Kannst Du das bitte stichhaltig begründen?

Ich nehme mal nicht an, das Du ernsthaft eine Antwort erwartest. Es ist bei ihm üblich, irgendwas in den Raum zu stellen und sich dann andere daran austoben zu lassen. Wahrscheinlich gibt ihm das irgendwie erst den richtigen 'Kick', falls die Pillen nicht wirken.

Und nun?

Matze86, München, Montag, 10.12.2018, 20:34 (vor 2677 Tagen) @ Münchner

- kein Text -

Lieber ein Ende mit Schrecken...

hardy, Dienstag, 11.12.2018, 11:25 (vor 2677 Tagen) @ Münchner

Hallo Münchner,

Ich kann deinen Ärger verstehen, trotzdem finde ich den Termin geschickt gewählt. Jetzt sollte wieder allen klar sein, welche Auswirkungen ein Streik haben kann. So kann sich jeder Beteiligte und Unbeteiligte seine Meinung bilden und dementsprechend handeln (Arbeitgeber amgemessenes Angebot machen, Gewerkschaft sich abhängig von der öffentlichen Meinung für oder gegen einen Streik am Montagmorgen entscheiden, Bahnfahrer Unmut/Verständnis/beides äußern, Politik allgemein Druck auf den Eigentümer machen, einen Streik zu vermeiden oder ihn in Kauf zu nehmen um Grenzen zu halten (Gewinn, Arbeitszeit, ...).
Ein Streik von 10 bis 15 Uhr wäre doch wirkungslos gewesen. Da wären fast alle Pendler früher/länger auf Arbeit gewesen, im Fernverkehr wären die Morgenzüge gefahren und am Abend hätte sich der Verkehr wieder eingepegelt, nur bei Langläufern und der Auslastung hätte man den Streik gemerkt.
Deinen Punkt mit den nachzuholenden Besprechungen zu Lasten der Freizeit verstehe ich nicht. Außer du hast nur Besprechungen und wirst so gut bezahlt, dass Überstunden damit abgegolten sind.

Gruß
Hardy

Lieber ein Ende mit Schrecken...

Bluenight1983, Dienstag, 11.12.2018, 12:49 (vor 2677 Tagen) @ hardy

Ein Warnstreik soll ja auch die geringsten Auswirkungen haben. Es ist eine Warnung ohne gleich für Chaos zu sorgen. Deswegen sollte es null Verständnis für diesen Warnstreik geben. Es ging nur darum den größt möglichen Schaden an dem Kunden zu verursachen.

2 Tage vorher wurde es erst bekannt gegeben und es gab keinen richtigen Notbetrieb. Sowas sollte bei so wichtigen Dingen verboten werden. Ein Notbetrieb sollte pflicht sein.

Lieber ein Ende mit Schrecken...

superkolbi, Aschaffenburg, Dienstag, 11.12.2018, 13:29 (vor 2677 Tagen) @ Bluenight1983

Ein Warnstreik soll ja auch die geringsten Auswirkungen haben. Es ist eine Warnung ohne gleich für Chaos zu sorgen. Deswegen sollte es null Verständnis für diesen Warnstreik geben. Es ging nur darum den größt möglichen Schaden an dem Kunden zu verursachen.

Sehe ich ähnlich.
Man könnte auch auf anderen Wegen den Konzern bestreiken ohne gleich in solch einem großen Maße die Kunden _"zu ärgern". Mir kommt es immer so vor, als waren die Bahnkunden "die Bösen" die bestraft warden müssten, nicht der Konzern.

Lieber ein Ende mit Schrecken...

heinz11, Dienstag, 11.12.2018, 14:04 (vor 2677 Tagen) @ superkolbi

Ein Warnstreik soll ja auch die geringsten Auswirkungen haben. Es ist eine Warnung ohne gleich für Chaos zu sorgen. Deswegen sollte es null Verständnis für diesen Warnstreik geben. Es ging nur darum den größt möglichen Schaden an dem Kunden zu verursachen.

Sehe ich ähnlich.
Man könnte auch auf anderen Wegen den Konzern bestreiken ohne gleich in solch einem großen Maße die Kunden _"zu ärgern". Mir kommt es immer so vor, als waren die Bahnkunden "die Bösen" die bestraft warden müssten, nicht der Konzern.


Die Theorie hat was für sich. Mit dieser Art "Warnstreik" kann man es diesen !XX@$ßß! und !QXWTZL! Beförderungsfällen mal endlich richtig zeigen.

-1 Troll-Alarm

bauhaus, Dienstag, 11.12.2018, 13:12 (vor 2677 Tagen) @ Münchner

Ein Anzeichen für einen Troll ist, wenn der Themenstarter sich später zu keiner einzigen Antwort äußerst. Thema gestartet und ins Rollen gebracht. Fertig.

Fehlalarm

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 11.12.2018, 13:42 (vor 2677 Tagen) @ bauhaus

Ein Anzeichen für einen Troll ist, wenn der Themenstarter sich später zu keiner einzigen Antwort äußerst. Thema gestartet und ins Rollen gebracht. Fertig.

Hat er doch.

Dich mit der Nase draufstupsende Grüße
der Colaholiker

--
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Zustimmung!

GUM, Dienstag, 11.12.2018, 14:16 (vor 2677 Tagen) @ Colaholiker

- kein Text -

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
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Herzliches Danke und zusätzliche Schikane-Information

GUM, Dienstag, 11.12.2018, 14:14 (vor 2677 Tagen) @ Münchner
bearbeitet von GUM, Dienstag, 11.12.2018, 14:15

...zeigt ihr doch heute Vormittag einmal mehr, dass man sich auf die Deutsche Bahn besser nicht verlässt.

Heute in der früh durfte ich meine Eltern noch schnell auf einen Fernbus umbuchen. Sie haben für die Fahrt mit euch 113,00 € Flexpreis bezahlt. Nun kommen sie für 49€ an ihr Ziel und wie man feststellt, auch noch eher.

Von meinem Arbeitsweg will ich nicht reden. Das ist da eher Pillepalle dagegen. Auch dass viele Kollegen nicht da sind. Freude kommt auf, wenn man daran denkt, dass man die ganzen nun ausfallenden Besprechungen nachholen darf. Zu Lasten der Freizeit jedes einzelnen.

Ich habe ohne Frage Verständnis für eure Tarifforderungen. Für den Zeitpunkt eures 1. (!) Warnstreiks absolut nicht. Geht es hier ganz offensichtlich nicht um Tarifverhandlungen, sondern darum, ein Land mit 80 Millionen Einwohnnern mal so richtig zu schikanieren. Anders kann man es sich nicht erklären, warum man einen 1. Warnstreik am Montagmorgen von 4-9 Uhr ansetzt. Klar, es trifft immer jemanden. Aber was hätte gegen 10:00-15:00 Uhr gesprochen?

Lieber Münchner ich möchte mich zuerst sehr herzlich für den Beitrag bedanken.

Und kann gerne die Frage von J-C beantworten, wer das liest! Ich zum Beispiel.

Ich stimme Dir zu 100 % zu und möchte noch zwei Dinge ergänzen, die mir aufgefallen sind:

1.) Das komplette Stilllegen fast des gesamten Unternehmens zu diesem Zeitpunkt halte ich für unangemessen. Wenn die Deutsche Bahn das vor Gericht feststellen lassen würde, hätte sie meiner Meinung nach gute Chancen.

Denn erstens besteht ja während der Verhandlungen eine Art Friedenspflicht. Zweitens hat dieser Streik den Rahmen des "Warnstreiks" überschritten.

Wenn an einem 10-Minuten-Takt Bahnhof fünf bis sieben S-Bahn Ladungen an Fahrgästen warten müssen, dann ist das kein Warnstreik mehr.

Zweitens hat der EVG-Chef eine Strategie gewählt, die mich an den GDL-Chef erinnert, dessen Namen ich verdrängt habe: Erpressung und Geiselnahme.

Am Sonntagnachmittag angekündigt steht ja der Rechtsweg für eine Eilentscheidung auf Unterlassung nicht unbedingt offen. Bei Beginn um 05 Uhr frühmorgens am Montag gibt es wohl kein deutsches Gericht, welches in der Nacht von Sonntag auf Montag tagen könnte.

Selbst wenn würde sich die Beklagte Zeit zum Schriftsatz lesen ausbedingen und die Klageerwiderung herauszögern.

Damit hat die Gewerkschaft dem Arbeitgeber die Chance auf rechtsstaatliche Überprüfung genommen. Das ist unfair. Viele Kunden = Eure Lohnzahler werden sich das merken.

2.) Die Schikane-Strategie ging auch nach 09 Uhr weiter, wie ich an einem Endpunkt des 10 Minuten Taktes einer S-Bahn-Linie beobachten konnte.

Der erste, fahrende Zug vor nicht etwa um 09 Uhr Richtung Innenstadt als 12er Pack, sondern praktisch leer stadtauswärts. Erst mit einem sehr großen, zeitlichen Abstand fuhr der erste Zug Richtung Innensdtadt.

Mit nur 8 S-Bahn-Waggons. Was das für die Unterwegsbahnhöfe bedeutet, lässt sich sehr gut ausmalen.

Zusätzlich zum kalten Wetter hat sich die Gewerkschaft also den perfekten Tag zum Kundenvergraulen ausgesucht.

Dann auch noch im Weihnachtsverkehr, das halte ich für noch verwerflicher.

Das muss nicht unbedingt sein.

Stellt Euch vor Ihr wäret Einzelhändler mit verderblicher Food-Ware: Dann fehlen die Umsatzstunden derjenigen Kunden, die Urlaub hatten und nicht befördert wurden.

Insgesamt also: Maximaler Imageschaden erreicht.

Zumal die EVG-ler sich auch versteckt haben: Nirgendwo Streikposten zu sehen, die sich den berechtigten Unmut der Passagiere abholten.

Oder sich von einem Unternehmer mal sagen lassen, was eine 7,5%ige Erhöhung der Personalkosten wirklich bedeutet.


Noch immer frierende Grüße

GUM

--
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Herzliches Danke und zusätzliche Schikane-Information

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 11.12.2018, 14:30 (vor 2677 Tagen) @ GUM

Zumal die EVG-ler sich auch versteckt haben: Nirgendwo Streikposten zu sehen, die sich den berechtigten Unmut der Passagiere abholten.

In Frankfurt stand ne Handvoll EVG-ler vor dem Hbf und versuchte erfolglos mit Tröten und Pfeifen die Buhrufe und Beschimpfungen der gestrandeten Pendler zu übertönen. Größere Mengen des hauseigenen Sicherheitsdiensts standen nicht weit entfernt...

Das nur begrenzt als Sympathieäußerungen interpretierende Grüße
der Colaholiker

--
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Danke & leider der "falsche" Bahnhof.......

GUM, Dienstag, 11.12.2018, 14:46 (vor 2677 Tagen) @ Colaholiker

- kein Text -

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Kleinlaut

brun, Dienstag, 11.12.2018, 22:45 (vor 2676 Tagen) @ GUM
bearbeitet von brun, Dienstag, 11.12.2018, 22:49

Wie lief es ab?

Am Samstagnachmittag sagt die EVG: Wir verhandeln gar nicht weiter, böse Bahn! Wir streiken.
Am Montagmorgen streikt die EVG und die GANZE Republik steht still.
Am Montagnachmittag sagt die EVG kleinlaut in der Presse: Wir wollen wieder verhandeln. Wie jetzt, auf einmal doch wieder?? Obwohl die Bahn gar kein neues Angebot vorgelegt hat?

Meine Theorie: Die EVG hat einfach aus der Laune heraus gestreikt, weil sie auch mal wichtig sein wollte, merkte dann am Montagmorgen, wie groß die Folgen bundesweit waren, und traut sich jetzt nicht, zuzugeben, dass das alles eigentlich gar nicht so gedacht war, sie also richtig Sch**ße gebaut hat.

Kleinlaut

GUM, Freitag, 14.12.2018, 10:59 (vor 2674 Tagen) @ brun

Danke für den Beitrag, brun!

Das Hauptproblem der EVG dürfte jetzt sein, dass keinerlei Eskalationsstufen mehr zur Verfügung stehen. Anstatt eines kleinen, kontrollierbaren Streiks gab es ja den Flächenbrand der kompletten Betriebsunterbrechung.

Zudem kippt die öffentliche Meinung, weil es ja so nicht geht! Ich kann alle Eisenbahner nur dazu aufrufen dort auszutreten.

Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist nicht so toll, dass 7,N Prozent in einer oder zwei Stufen verteilt werden könnten.

Vergleicht doch bitte mal die Gehälter mit Polizei & Feuerwehr.... das öffnet die Augen.

--
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Kleinlaut

heinz11, Freitag, 14.12.2018, 11:16 (vor 2674 Tagen) @ GUM

...
Vergleicht doch bitte mal die Gehälter mit Polizei & Feuerwehr.... das öffnet die Augen.


Gerne, aber dann bitte netto/netto. Da werden dem einen oder anderen schon mal die Augen geöffnet. Ein Beamter hat nämlich bei gleichen Bruttobezügen DEUTLICH mehr an netto als ein Tarifangestellter.

Und soviel Beamte aus Bundesbahnzeiten sollte es nicht mehr geben, aber dazu habe ich keine Zahlen.

Kleinlaut

Henrik, Freitag, 14.12.2018, 12:20 (vor 2674 Tagen) @ heinz11

...
Vergleicht doch bitte mal die Gehälter mit Polizei & Feuerwehr.... das öffnet die Augen.

Gerne, aber dann bitte netto/netto. Da werden dem einen oder anderen schon mal die Augen geöffnet. Ein Beamter hat nämlich bei gleichen Bruttobezügen DEUTLICH mehr an netto als ein Tarifangestellter.

Und soviel Beamte aus Bundesbahnzeiten sollte es nicht mehr geben, aber dazu habe ich keine Zahlen.

etwa 30.000

„Der große Schub ist aufgrund der Demografie in den nächsten zehn Jahren zu erwarten. In dieser Zeit gehen von den gut 30.000 Beamten rund 20.000 in Pension“, sagte die Leiterin Beschäftigungsbedingungen des Konzerns, Sigrid Heudorf. [...] Zu den größten Gruppen gehören 4200 Lokführer, 3600 Fahrdienstleiter und 1700 beim Service in den Bahnhöfen. Von den derzeit 30.800 Beamten sind nach Angaben der Bahn 26 500 im aktiven Dienst. Rund 3500 davon seien beurlaubt, vor allem um als Führungskräfte zu besseren Konditionen tätig sein zu können.

https://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article175098939/Die-Bahn-hat-b...
03.04.2018

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/pensionierungswelle-grosst...
02.04.2018

Danke heinz11!

GUM, Montag, 17.12.2018, 15:22 (vor 2671 Tagen) @ heinz11

...
Vergleicht doch bitte mal die Gehälter mit Polizei & Feuerwehr.... das öffnet die Augen.

Gerne, aber dann bitte netto/netto. Da werden dem einen oder anderen schon mal die Augen geöffnet. Ein Beamter hat nämlich bei gleichen Bruttobezügen DEUTLICH mehr an netto als ein Tarifangestellter.

Und soviel Beamte aus Bundesbahnzeiten sollte es nicht mehr geben, aber dazu habe ich keine Zahlen.

Danke für Deine indirekte Zustimmung. Genau das meinte ich nämlich: Das die Tarifangestellten der Bahn im Vergleich zu Hochrisikoberufen wirklich gut entlohnt sind.

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Herzlichen Undank

Berlin-Express, nähe BPHD, Dienstag, 11.12.2018, 23:00 (vor 2676 Tagen) @ GUM

Lieber Münchner ich möchte mich zuerst sehr herzlich für den Beitrag bedanken.

Lieber GUM ich möchte mich nicht für deinen Beitrag bedanken, aber darauf reagieren.

Und kann gerne die Frage von J-C beantworten, wer das liest! Ich zum Beispiel.

Ich stimme Dir zu 100 % zu und möchte noch zwei Dinge ergänzen, die mir aufgefallen sind:

Traurig aber wahr

1.) Das komplette Stilllegen fast des gesamten Unternehmens zu diesem Zeitpunkt halte ich für unangemessen. Wenn die Deutsche Bahn das vor Gericht feststellen lassen würde, hätte sie meiner Meinung nach gute Chancen.

Es haben wenige Tausend Mitarbeiter von über 300.000 Mitarbeitern gestreikt, vom kompletten Stilllegen kann also keinesfalls die Rede sein.

Denn erstens besteht ja während der Verhandlungen eine Art Friedenspflicht. Zweitens hat dieser Streik den Rahmen des "Warnstreiks" überschritten.

Wie kommst du darauf?

Wenn an einem 10-Minuten-Takt Bahnhof fünf bis sieben S-Bahn Ladungen an Fahrgästen warten müssen, dann ist das kein Warnstreik mehr.

Weil?

Zweitens hat der EVG-Chef eine Strategie gewählt, die mich an den GDL-Chef erinnert, dessen Namen ich verdrängt habe: Erpressung und Geiselnahme.

Geiselnahme? Ich wage mal zu behaupten, dass sämtliche Fahrgäste die Züge verlassen durften, wenn sie den wollten. Jeder Streik ist in irgendeiner Form "Erpressung", anders würde es ja keinen Sinn ergeben.

Am Sonntagnachmittag angekündigt steht ja der Rechtsweg für eine Eilentscheidung auf Unterlassung nicht unbedingt offen. Bei Beginn um 05 Uhr frühmorgens am Montag gibt es wohl kein deutsches Gericht, welches in der Nacht von Sonntag auf Montag tagen könnte.

Selbst wenn würde sich die Beklagte Zeit zum Schriftsatz lesen ausbedingen und die Klageerwiderung herauszögern.

Damit hat die Gewerkschaft dem Arbeitgeber die Chance auf rechtsstaatliche Überprüfung genommen. Das ist unfair. Viele Kunden = Eure Lohnzahler werden sich das merken.

Aha...

2.) Die Schikane-Strategie ging auch nach 09 Uhr weiter, wie ich an einem Endpunkt des 10 Minuten Taktes einer S-Bahn-Linie beobachten konnte.

Der erste, fahrende Zug vor nicht etwa um 09 Uhr Richtung Innenstadt als 12er Pack, sondern praktisch leer stadtauswärts. Erst mit einem sehr großen, zeitlichen Abstand fuhr der erste Zug Richtung Innensdtadt.


Mit nur 8 S-Bahn-Waggons. Was das für die Unterwegsbahnhöfe bedeutet, lässt sich sehr gut ausmalen.

Die Fahrdienstleiter sind also schuld an verkürzten Zügen und schlechter Fahrzeugdisposition? Wow...

Zusätzlich zum kalten Wetter hat sich die Gewerkschaft also den perfekten Tag zum Kundenvergraulen ausgesucht.

Weil?

Dann auch noch im Weihnachtsverkehr, das halte ich für noch verwerflicher.

Wann hättest du denn Zeit für einen (Warn) Streik?

Das muss nicht unbedingt sein.

Es muss auch nicht sein, dass die DB schlechte Arbeitsbedingungen bietet.


Stellt Euch vor Ihr wäret Einzelhändler mit verderblicher Food-Ware: Dann fehlen die Umsatzstunden derjenigen Kunden, die Urlaub hatten und nicht befördert wurden.

Was möchtest du uns damit sagen?

Insgesamt also: Maximaler Imageschaden erreicht.

Ahja...

Zumal die EVG-ler sich auch versteckt haben: Nirgendwo Streikposten zu sehen, die sich den berechtigten Unmut der Passagiere abholten.

Zumindest in Berlin durchaus vertreten.

Oder sich von einem Unternehmer mal sagen lassen, was eine 7,5%ige Erhöhung der Personalkosten wirklich bedeutet.

Zum Beispiel zufriedenere Mitarbeiter.


Noch immer frierende Grüße

GUM

Erstaunte Grüße,

Berlin-Express

Herzlichen Undank

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Mittwoch, 12.12.2018, 08:12 (vor 2676 Tagen) @ Berlin-Express

Ich bin zwar nicht GUM, möchte aber auf einige der Nichtargumente mal eingehen.

Es haben wenige Tausend Mitarbeiter von über 300.000 Mitarbeitern gestreikt, vom kompletten Stilllegen kann also keinesfalls die Rede sein.

Das Produkt, das man dem Kunden verkauft, nämlich die Transportdienstleistung, ist durch den Streik größtenteils entfallen. Dabei ist es für den Kunden zweitrangig, ob beispielsweise die Zugpersonale oder jede Art von Büromitarbeiter ihren Dienst angetreten haben oder nicht, wenn die bestellte und bezahlte Leistung nicht erbracht werden kann. Oder, um es mal krasser auszurdrücken, auch wenn das SocialMedia-Team gearbeitet hat, hat mich das nicht von A nach B gebracht.

Wie kommst du darauf?

Die Auswirkungen sprechen für sich.

Geiselnahme? Ich wage mal zu behaupten, dass sämtliche Fahrgäste die Züge verlassen durften, wenn sie den wollten. Jeder Streik ist in irgendeiner Form "Erpressung", anders würde es ja keinen Sinn ergeben.

Auch wenn ich es schon gefühlt tausendmal gesagt habe - es werden die Leute "erpresst", die nichts dafür können und auch nicht die Situation ändern können. Die Chefetage wird im Auto zur Arbeit kutschiert und juckt sich nicht dran. Stattdessen steht die zahlende Kundschaft (die ja bereits bezahlt hat!) dumm da und bekommt selbst Probleme.

Am Sonntagnachmittag angekündigt steht ja der Rechtsweg für eine Eilentscheidung auf Unterlassung nicht unbedingt offen. Bei Beginn um 05 Uhr frühmorgens am Montag gibt es wohl kein deutsches Gericht, welches in der Nacht von Sonntag auf Montag tagen könnte.

Selbst wenn würde sich die Beklagte Zeit zum Schriftsatz lesen ausbedingen und die Klageerwiderung herauszögern.

Damit hat die Gewerkschaft dem Arbeitgeber die Chance auf rechtsstaatliche Überprüfung genommen. Das ist unfair. Viele Kunden = Eure Lohnzahler werden sich das merken.

Aha...

Man muß kein Jurist sein, um den Trick zu kennen, sämtliche Fristen und Zeitpunkte zu seinen Gunsten zu nutzen.

Zusätzlich zum kalten Wetter hat sich die Gewerkschaft also den perfekten Tag zum Kundenvergraulen ausgesucht.


Weil?

Montag, Mistwetter, reicht doch!

Es muss auch nicht sein, dass die DB schlechte Arbeitsbedingungen bietet.

Es muß auch nicht sein, daß zigtausend Pendler, von denen vermutlich nicht mal ein Dutzend, falls überhaupt ein einziger, irgendetwas für diese Arbeitsbedingungen kann oder etwas an ihnen ändern kann, darunter leiden müssen. Wenn ich Streß mit meinem Nachbarn habe (hab ich zum Glück nicht, ich konnte deichseln, daß ein Kumpel von mir, der gerade eine Wohnung gesucht hat, dort einziehen konnte), terrorisiere ich damit ja auch nicht irgendwelche Leute, die halt gerade bei mir vor'm Haus lang gelatscht kommen.

Was möchtest du uns damit sagen?

Daß die Auswirkungen auf Dritte noch viel größer sind, als die meisten hier mit ihrem Horizont, dessen Radius nur knapp über null liegt, vorstellen können. Ich habe es im Gegensatz zu Dir anscheinend verstanden.

Ahja...

Die Buhrufe und Beschimpfungen der Pendler gegen die Streikposten sprachen eine deutliche Sprache.

Mal zwischen Bayern und Berlin übersetzende Grüße
der Colaholiker

--
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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 11.12.2018, 16:59 (vor 2677 Tagen) @ Münchner
bearbeitet von 218 466-1, Dienstag, 11.12.2018, 17:01

...zeigt ihr doch heute Vormittag einmal mehr, dass man sich auf die Deutsche Bahn besser nicht verlässt.

Heute in der früh durfte ich meine Eltern noch schnell auf einen Fernbus umbuchen.(...)
Von meinem Arbeitsweg will ich nicht reden (...)
Ich habe ohne Frage Verständnis für eure Tarifforderungen. Für den Zeitpunkt eures 1. (!) Warnstreiks absolut nicht. Geht es hier ganz offensichtlich nicht um Tarifverhandlungen, sondern darum, ein Land mit 80 Millionen Einwohnnern mal so richtig zu schikanieren. Anders kann man es sich nicht erklären, warum man einen 1. Warnstreik am Montagmorgen von 4-9 Uhr ansetzt. Klar, es trifft immer jemanden. Aber was hätte gegen 10:00-15:00 Uhr gesprochen?

Letztlich tut ihr nicht anders als Millionen von Menschen und unzählige Unternehmen für etwas zu bestrafen, für das sie nichts können. Denn keiner von denen ist Verhandlungsführer bei euren Verhandlungen. Aber alle von denen finanzieren letztlich euer Gehalt.

All denen zeigt ihr gerade sehr deutlich, dass man sich auf die Bahn besser nicht verlässt und sich Alternativen offenhält. Wenn man aber diese Alternativen geschafft hat, dass ist für euch kein Platz mehr. Das Jobcenter lässt grüßen...

Ähm ja, aber ist das denn nicht täglich so, dass man verlassen ist, wenn man sich auf DB verlässt?
Die Pinguine in DB-Tower kümmert es einen Sch... ob deine Eltern an ihr Ziel kommen, oder ob du zur Arbeit kommst. Denn denen geht es nur um Profit und wenn halt ständig ICE defekt herumstehen, weil sie nicht sachgemäss instandgehalten werden, weil nicht genug Personal vorhanden ist (lt. vor kurzen hier thematisieter Fernsehsendung fehlen über 2000 Arbeitskräfte alleine in den AW), dann ist das denen genauso egal, denn deren S-Klasse fährt immer.^^
Einsichtig sind sie nicht. Der Sparkurs von Herrn M. wurde von allen Nachfolgern fortgesetzt. Die >6. Min. Pünktlichkeit im FV liegt bei mageren ca. 71%, die der >15 Min. bei 87% und Ausfälle sind da nichteimal eingerechnet.

Auf die Forderungen der Gewerkschaften einzugehen muss doch jetzt eigentlich das A und O sein, denn nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, bewerben sich potentielle Eisenbahner. Der Arbeitsmarkt in Deutschland sieht momentan s.i.w. sehr gut aus und wenn DB das Personal schuften lässt und nicht ausreichend bezahlt, denn suchen sich die Leute eben andere Jobs mit besseren Bedingungen.
Es gilt den Personalmangel zu beseitigen, nur dann werden die ständigen Ausfälle und Verspätungen reduziert und die Betriebsqualität besser.
Daher verstehe ich weniger denn je, dass die Fahrgäste bei Streik, nach wie vor überwiegend auf der Seite der Vorstände sind.
Denkt doch einmal etwas weiter, als nur an den einen Zug, der gerade (offiziell) wegen Streik ausfällt. Was ist mit den hunderten, anderen Zügen, die täglich ausfallen, wegen Streik (der Technik) und wegen Personalmangel, wo dann in letzter Minute auch keine Zeit mehr bleibt, noch umzubuchen?
Die Gewerkschaften wollen die Gesamtsituation verbessern, wovon ihr Fahrgäste am Ende auch profitiert! Daher solltet ihr euch mit den Eisenbahnern solidarisch zeigen und über den Arbeitgeber beschweren.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Mittwoch, 12.12.2018, 08:25 (vor 2676 Tagen) @ 218 466-1

Ähm ja, aber ist das denn nicht täglich so, dass man verlassen ist, wenn man sich auf DB verlässt?

Es mag für Dich überraschend klingen, aber ich hatte in diesem Jahr nur einen Fahrgastrechtefall (der mich blöderweise um meine Premiere in den ex-MET-Wagen gebracht hat, was ich ärgerlicher finde als die eigentliche Versptung). Ansonsten natürlich die große Nummer wegen des einen durchdrehenden Zugchefs, aber das war ganz klar das Versagen einer einzelnen Person.

Die Pinguine in DB-Tower kümmert es einen Sch... ob deine Eltern an ihr Ziel kommen, oder ob du zur Arbeit kommst. Denn denen geht es nur um Profit und wenn halt ständig ICE defekt herumstehen, weil sie nicht sachgemäss instandgehalten werden, weil nicht genug Personal vorhanden ist (lt. vor kurzen hier thematisieter Fernsehsendung fehlen über 2000 Arbeitskräfte alleine in den AW), dann ist das denen genauso egal, denn deren S-Klasse fährt immer.^^

Da möchte ich Dir nicht widersprechen. Im Gegenteil, ich stimme Dir da sogar zu, aber...

Einsichtig sind sie nicht. Der Sparkurs von Herrn M. wurde von allen Nachfolgern fortgesetzt. Die >6. Min. Pünktlichkeit im FV liegt bei mageren ca. 71%, die der >15 Min. bei 87% und Ausfälle sind da nichteimal eingerechnet.

Auch hier bin ich durchaus gewillt, Dir zuzustimmen, aber...

Auf die Forderungen der Gewerkschaften einzugehen muss doch jetzt eigentlich das A und O sein, denn nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, bewerben sich potentielle Eisenbahner. Der Arbeitsmarkt in Deutschland sieht momentan s.i.w. sehr gut aus und wenn DB das Personal schuften lässt und nicht ausreichend bezahlt, denn suchen sich die Leute eben andere Jobs mit besseren Bedingungen.

Na ja. Ein Großteil des Gejammers, man fände keine Bewerber, dient nur dazu, die Schulabsolventen in die richtigen Wege zu lenken, um ein Überangebot zu provozieren, das die Preise drückt. So rosig sieht es mit den Arbeitsbedingungen nicht aus, zumindest in meiner Branche sind befristete Verträge und zwischengeschaltete Sklavenverleiher die Regel. (Zum Glück bin ich lange genug in meinem Unternehmen, um noch einen direkten und unbefristeten Vertrag zu haben.) Ansonsten sind die Anforderungen der Unternehmen meist aberwitzig, man möchte niemanden mehr einarbeiten, sondern erwartet, daß der Bewerber alles exakt schon kann. In der Softwarebranche mußt Du beispielsweise schon mehrjährige Erfahrungen mit Produkt X und Entwicklung nach Methode Y haben, ansonsten biste direkt draußen.

Es gilt den Personalmangel zu beseitigen, nur dann werden die ständigen Ausfälle und Verspätungen reduziert und die Betriebsqualität besser.

Will man überhaupt mehr Leute einstellen?

Daher verstehe ich weniger denn je, dass die Fahrgäste bei Streik, nach wie vor überwiegend auf der Seite der Vorstände sind.

Ich verstehe das schon. Aus folgenden Gründen:

  • Sie erleiden selbst dadurch direkte Nachteile, weil sie zu spät zur Arbeit kommen.
  • Sie erleiden finanzielle Nachteile, weil sie, gerade im Pendlerverkehr, ihre Zeitkarten bereits bezahlt haben, und exakt 0 Erstattung bekommen werden, für Leistung, die sie nicht bekommen haben.
  • Sie haben erkannt, daß es den Vorstand einen feuchten Scheiß interessiert, ob gestreikt wird, oder nicht. Im Gegenteil, es spart Geld. Man muß die streikenden Leute nicht bezahlen, nicht fahrende Züge verschleißen nicht, brauchen keinen Strom, ... - na, merkste was?

Denkt doch einmal etwas weiter, als nur an den einen Zug, der gerade (offiziell) wegen Streik ausfällt. Was ist mit den hunderten, anderen Zügen, die täglich ausfallen, wegen Streik (der Technik) und wegen Personalmangel, wo dann in letzter Minute auch keine Zeit mehr bleibt, noch umzubuchen?

Ich weiß, Hollywood hat immer einen Hang zum Drama, aber so oft sehe ich an der Anzeigetafel in Frankfurt keine kompletten Ausfälle...

Die Gewerkschaften wollen die Gesamtsituation verbessern, wovon ihr Fahrgäste am Ende auch profitiert! Daher solltet ihr euch mit den Eisenbahnern solidarisch zeigen und über den Arbeitgeber beschweren.

Nein. In erster Linie wollen die Gewerkschaftsbosse eins - Macht. Und das wollen sie demonstrieren. Wer hat den längsten? Ich habe mich hier mal mit so einigen Veröffentlichungen der IG Metall auseinandergesetzt (die wären hier zuständig, Metall- und Elektroindustrie eben), und ich bin schreien im Kreis gerannt...

Dir ein Abnehmen der rosaroten Brille (paßt eh nicht zu Deinem sonstigen Outfit) nahelegende Grüße
der Colaholiker

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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Donnerstag, 13.12.2018, 07:16 (vor 2675 Tagen) @ Colaholiker
bearbeitet von 218 466-1, Donnerstag, 13.12.2018, 07:19

Es mag für Dich überraschend klingen, aber ich hatte in diesem Jahr nur einen Fahrgastrechtefall (der mich blöderweise um meine Premiere in den ex-MET-Wagen gebracht hat, was ich ärgerlicher finde als die eigentliche Versptung). Ansonsten natürlich die große Nummer wegen des einen durchdrehenden Zugchefs, aber das war ganz klar das Versagen einer einzelnen Person.

Die Ausfälle sind natürlich nicht gleichmässig verteilt. Wer heuer öfter ICE1 fahren wollte, hat vmtl. mehr FGR-Fälle, als IC-Fahrer. Auf VdE8 scheint es auch besser zu laufen, als z.B. auf KRM.
Dank meiner selbst gebastelten Verbindungen, hatte ich nie FGR-Fälle, da die Übergangszeiten sehr grosszügig waren bzw. keinen Gebrauch davon gemacht, wenn der ex-MET verspätet war, da der in diesen Fällen fast immer der Grund für die Fahrten war. Den MET zu verpassen, wegen anderen Zügen, hätte die Stornierung der Fahrkarte bedeutet weil in Hamburg und Berlin wollte ich nichts.

Na ja. Ein Großteil des Gejammers, man fände keine Bewerber, dient nur dazu, die Schulabsolventen in die richtigen Wege zu lenken, um ein Überangebot zu provozieren, das die Preise drückt. So rosig sieht es mit den Arbeitsbedingungen nicht aus, zumindest in meiner Branche sind befristete Verträge und zwischengeschaltete Sklavenverleiher die Regel. (Zum Glück bin ich lange genug in meinem Unternehmen, um noch einen direkten und unbefristeten Vertrag zu haben.) Ansonsten sind die Anforderungen der Unternehmen meist aberwitzig, man möchte niemanden mehr einarbeiten, sondern erwartet, daß der Bewerber alles exakt schon kann. In der Softwarebranche mußt Du beispielsweise schon mehrjährige Erfahrungen mit Produkt X und Entwicklung nach Methode Y haben, ansonsten biste direkt draußen.

Ich habe halt nur "Fachkräftemangel" in Deutschland und die recht niedrigen Arbeitslosenzahlen mitbekommen. Wie es im "unteren" Bereich aussieht, weiss ich nicht, aber bei einigen Unternehmen konnten auch nicht alle Lehrstellen besetzt werden. Ob das an den (zu hohen) Einstellungskriterien, oder an mangelder Nachfrage liegt, weiss ich nicht.

Will man überhaupt mehr Leute einstellen?

Bisher offenbar nicht. Sollte man aber bei Personalmangel. Ein weiterer Punkt der Bahnreform, wo sich der Sparkurs nicht ausgeht.

Ich verstehe das schon. Aus folgenden Gründen:

  • Sie erleiden selbst dadurch direkte Nachteile, weil sie zu spät zur Arbeit kommen.
  • Sie erleiden finanzielle Nachteile, weil sie, gerade im Pendlerverkehr, ihre Zeitkarten bereits bezahlt haben, und exakt 0 Erstattung bekommen werden, für Leistung, die sie nicht bekommen haben.

Aber das ist doch im NV zumidest regional (insbesondere bei Regio Württemberg und bei RAB) immer so. Und auch im FV fehlen neben dem generellen Fahrzeugmangel noch viele Tz, die defekt oder ausgebrannt, abgestellt sind.

  • Sie haben erkannt, daß es den Vorstand einen feuchten Scheiß interessiert, ob gestreikt wird, oder nicht. Im Gegenteil, es spart Geld. Man muß die streikenden Leute nicht bezahlen, nicht fahrende Züge verschleißen nicht, brauchen keinen Strom, ... - na, merkste was?

Dass DB nicht zögert, den FV bei jeder Kleinigkeit einfach pauschal, bundesweit komplett einzustellen, ist nichts neues mehr. Passt aber überhaupt nicht zur sonst gängigen Praxis, trotz Fahrzeugmangel, alles was noch irgendwie als "Betriensfähig" eingestuft wird, jeden Tag in Umläufe zu stopfen, damit ja kein Fahrzeug eine Stunde herumsteht, ohne Geld zu verdienen. Letztendlich stehen die Züge aber noch viel länger herum, s.o. was eben zu den vielen Ausfällen führt.
Die sollen sich einmal entscheiden: Entweder den Fahrplan massiv ausdünnen und überhaupt nur noch das nötigste fahren, oder mehr Fahrzeuge beschaffen und mehr Personal einstellen, weil der jetzige Fahrplan ist mit der aktuellen Situation nichts weiter, als eine Lotterie, die die Maximalgewinne anzeigt, die man mit den Losen (Fahrkarten) gewinnen kann.

Ich weiß, Hollywood hat immer einen Hang zum Drama, aber so oft sehe ich an der Anzeigetafel in Frankfurt keine kompletten Ausfälle...

Das RIS ist jedenfalls seit Monaten täglich mit roten Hinweisen geflutet. Im Ersatzthread ist die Liste der Ausfälle auch viel zu lange. Manchmal wäre es echt einfacher, dort nur die pünktlichen Züge zu posten, weil man >50% praktisch vergessen kann, wenn die - sofern überhaupt - nur nach aktueller Betriebslage, statt nach Fahrplan fahren.

Nein. In erster Linie wollen die Gewerkschaftsbosse eins - Macht. Und das wollen sie demonstrieren. Wer hat den längsten? Ich habe mich hier mal mit so einigen Veröffentlichungen der IG Metall auseinandergesetzt (die wären hier zuständig, Metall- und Elektroindustrie eben), und ich bin schreien im Kreis gerannt...

Dir ein Abnehmen der rosaroten Brille (paßt eh nicht zu Deinem sonstigen Outfit) nahelegende Grüße
der Colaholiker

Das wollen die Vorstände aber genauso. Wenn man aber das Brustklopfen der Alphatiere auf beiden Seiten aussen vor lässt, geht es letztendlich um die, die eh schon immer das ausbaden müssen, was eben die Grosskopferten im DB-Tower zu verantworten haben, nämlich das Betriebspersonal. Und die Fahrgäste sitzen doch im gleichen Boot, weil es ligt nicht an den Tf und ZuB, dass die Züge von DB, ständig Türstörungen, Fahrzeugstörungen, geschlossene Restaurants, nur halbe Kapazität, Schmierereien und generell total heruntergekommene Zustände aufweisen, sofern sie überhaupt fahren.
Das Bild, das DB heuer abgibt, ist einfach nur peinlich, selbst wenn man das dicke auftragen in den Medien wegrechnet. Das Feedback in Eisenbahnforen, in denen selbst eiserne DB-Verteidiger mittlerweile nicht mehr widersprechen, spricht Bände.

Aber meine Ansprüche sind vlt. auch zu hoch, weil Eisenbahner in den USA können von EVG- und GdL-Tarifverträgen nur träumen und die Fahrgäste hier sind genauso genervt.

Von Personalmangel und technischen Störungen auch bei NJ-Transit geplagte Grüsse.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 13.12.2018, 09:14 (vor 2675 Tagen) @ 218 466-1

Die Ausfälle sind natürlich nicht gleichmässig verteilt. Wer heuer öfter ICE1 fahren wollte, hat vmtl. mehr FGR-Fälle, als IC-Fahrer. Auf VdE8 scheint es auch besser zu laufen, als z.B. auf KRM.

"Dank" der Umstationierung der Wackeleimer auf meine Stammstrecke ist nicht nur der Verbrauch an Reisekrankheitstabletten srunghaft gestiegen sondern auch die ICE1-Quote gesunken. Aber nichtsdestotrotz hatte ich in diesem Jahr noch genug ICE1-Fahrten ohne Probleme. Der besagte FGR-Fall war übrigens eine Streckenstörung und somit nicht vom Fahrzeugtyp abhängig.

Dank meiner selbst gebastelten Verbindungen, hatte ich nie FGR-Fälle, da die Übergangszeiten sehr grosszügig waren bzw. keinen Gebrauch davon gemacht, wenn der ex-MET verspätet war, da der in diesen Fällen fast immer der Grund für die Fahrten war. Den MET zu verpassen, wegen anderen Zügen, hätte die Stornierung der Fahrkarte bedeutet weil in Hamburg und Berlin wollte ich nichts.

Ich habe in aller Regel nur Umstiege vom oder zum Stadtverkehr. Und in meinem Fall war es einfach so, daß der ex-MET um meinen Einstiegsbahnhof herum umgeleitet werden mußte. Ich habe ihn sogar noch auf der Umleitungsstrecke auf dem Weg zu meinem Ersatzzug gesehen, allerdings wollte man mich nicht während der Fahrt umsteigen lassen.

Ich habe halt nur "Fachkräftemangel" in Deutschland und die recht niedrigen Arbeitslosenzahlen mitbekommen.

Die Arbeitslosenzahlen sind halt ziemlich geschönt, jeder Arbeitslose, der in irgendeiner "Maßnahme" steckt, und sei es nur das drölfzigste Bewerbertraining, ist aus der Statistik draußen.

Wie es im "unteren" Bereich aussieht, weiss ich nicht, aber bei einigen Unternehmen konnten auch nicht alle Lehrstellen besetzt werden. Ob das an den (zu hohen) Einstellungskriterien, oder an mangelder Nachfrage liegt, weiss ich nicht.

Wenn man sieht, wo im Handwerk mittlerweile unter einem sehr guten Realschulabschluß niemand mehr genommen wird, wo früher auch gute Hauptschüler Chancen hatten...

Bisher offenbar nicht. Sollte man aber bei Personalmangel. Ein weiterer Punkt der Bahnreform, wo sich der Sparkurs nicht ausgeht.

Zustimmung.

Aber das ist doch im NV zumidest regional (insbesondere bei Regio Württemberg und bei RAB) immer so. Und auch im FV fehlen neben dem generellen Fahrzeugmangel noch viele Tz, die defekt oder ausgebrannt, abgestellt sind.

Zugriff auf Link von hier nicht möglich, und selbst wenn wäre es ohne Audio wohl witzlos.

Dass DB nicht zögert, den FV bei jeder Kleinigkeit einfach pauschal, bundesweit komplett einzustellen, ist nichts neues mehr. Passt aber überhaupt nicht zur sonst gängigen Praxis, trotz Fahrzeugmangel, alles was noch irgendwie als "Betriensfähig" eingestuft wird, jeden Tag in Umläufe zu stopfen, damit ja kein Fahrzeug eine Stunde herumsteht, ohne Geld zu verdienen. Letztendlich stehen die Züge aber noch viel länger herum, s.o. was eben zu den vielen Ausfällen führt.

Wenn die Betriebszentralen bestreikt werden, ist doch abzusehen, daß nix läuft. Und bevor die Züge irgendwo auf freier Strecke stehen bleiben und die Leute in den Zügen hohl drehen, kann ich schon verstehen, wenn man gar nicht erst abfährt.

Die sollen sich einmal entscheiden: Entweder den Fahrplan massiv ausdünnen und überhaupt nur noch das nötigste fahren, oder mehr Fahrzeuge beschaffen und mehr Personal einstellen, weil der jetzige Fahrplan ist mit der aktuellen Situation nichts weiter, als eine Lotterie, die die Maximalgewinne anzeigt, die man mit den Losen (Fahrkarten) gewinnen kann.

Ich glaube, Du kannst das von so weit weg nicht wirklich beurteilen. Abgesehen vom Streik habe ich bei der DB in diesem Jahr nur den einen Ausfall, der aber ein Haltausfall und kein Zugausfall war, gehabt. Ansonsten noch einen Zug, der Verspätung gehabt hätte, was aber dank aufgehobener Zugbindung sogar zu einer früheren Ankunft geführt hat. Ich kann mich da echt nicht beklagen.

Das RIS ist jedenfalls seit Monaten täglich mit roten Hinweisen geflutet. Im Ersatzthread ist die Liste der Ausfälle auch viel zu lange. Manchmal wäre es echt einfacher, dort nur die pünktlichen Züge zu posten, weil man >50% praktisch vergessen kann, wenn die - sofern überhaupt - nur nach aktueller Betriebslage, statt nach Fahrplan fahren.

Ich lebe anscheinend in einem Paralleluniversum. Oder Frankfurt ist nicht annähernd so schlimm betroffen, wie andere Ecken. Da mir die reinen Zugnummern in der Regel nichts sagen, schaue ich in den Ersatzzugthread nur, wenn ich selbst eine Fahrt gebucht habe und daher nach "meiner" Nummer suchen kann.

Das wollen die Vorstände aber genauso. Wenn man aber das Brustklopfen der Alphatiere auf beiden Seiten aussen vor lässt, geht es letztendlich um die, die eh schon immer das ausbaden müssen, was eben die Grosskopferten im DB-Tower zu verantworten haben, nämlich das Betriebspersonal. Und die Fahrgäste sitzen doch im gleichen Boot, weil es ligt nicht an den Tf und ZuB, dass die Züge von DB, ständig Türstörungen, Fahrzeugstörungen, geschlossene Restaurants, nur halbe Kapazität, Schmierereien und generell total heruntergekommene Zustände aufweisen, sofern sie überhaupt fahren.

Es war aber schon immer so, daß die Chefs entschieden haben. Ob richtig oder falsch, es ist deren Entscheidung, deshalb sind sie Chef. Von daher kann der Vorstand entscheidne, was sie machen wollen. (Daß da mal ausgemistet und fühige Leute hingesetzt gehören, steht auf einem anderen Blatt, aber darum geht es den Gewerkschaften ja auch nicht.)

Das Bild, das DB heuer abgibt, ist einfach nur peinlich, selbst wenn man das dicke auftragen in den Medien wegrechnet. Das Feedback in Eisenbahnforen, in denen selbst eiserne DB-Verteidiger mittlerweile nicht mehr widersprechen, spricht Bände.

Ja, es läuft nicht alles gut. Aber der Deutsche hat nun mal einen Hang zum Jammern.

Aber meine Ansprüche sind vlt. auch zu hoch, weil Eisenbahner in den USA können von EVG- und GdL-Tarifverträgen nur träumen und die Fahrgäste hier sind genauso genervt.

Mehr als schienengebundenen Stadtverkehr bin ich in den USA noch nicht gefahren, wie es da mit den Konditionen für die angestellten aussieht, kann ich daher nicht sagen. Generekk sagt meine USA-Erfahrung aber, daß Arbeitnehmer es hier in Deutschland meist besser haben. Wir haben deutlich mehr Urlaubstage, die Sozialversicherung hier ist um Längen besser (mein Kumpel drüben hat neulich erzählt, die Krankenversicherung seines Arbeitgebers verlangt regelmäßige Blutuntersuchungen, um anhand von Cholesterin und wer weiß was die Beiträge anzupassen - mich für die Krankenversicherung anzapfen lassen, ich glaub, ich spinne!), und so weiter und so fort.

Von Personalmangel und technischen Störungen auch bei NJ-Transit geplagte Grüsse.

Vielleicht aufgrund meiner HLB-Erfahrung die DB gar nicht so schlecht funktionierend findende Grüße
der Colaholiker

--
[image]

Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Donnerstag, 13.12.2018, 16:49 (vor 2675 Tagen) @ Colaholiker

"Dank" der Umstationierung der Wackeleimer auf meine Stammstrecke ist nicht nur der Verbrauch an Reisekrankheitstabletten srunghaft gestiegen sondern auch die ICE1-Quote gesunken. Aber nichtsdestotrotz hatte ich in diesem Jahr noch genug ICE1-Fahrten ohne Probleme. Der besagte FGR-Fall war übrigens eine Streckenstörung und somit nicht vom Fahrzeugtyp abhängig.

Wackeleimer würden bei mir beides auf Null reduzieren. Nichts und niemand bringt mich mehr dazu, in ICE-T einzusteigen. Selbst Freifahrt würde ich ablehnen. DB müsste mir (viel) Geld und die anschliessend nötigen Medikamente zahlen, damit ich mir das antun würde.
Und bei DB gibt es nichts, das problemlos funktioniert, weil Herr M. & Co überall den Rotstift angesetzt haben. Die Infrastruktur ist genauso im A.... wie überall, übereinstimmend berichtet wird.

Ich habe in aller Regel nur Umstiege vom oder zum Stadtverkehr. Und in meinem Fall war es einfach so, daß der ex-MET um meinen Einstiegsbahnhof herum umgeleitet werden mußte. Ich habe ihn sogar noch auf der Umleitungsstrecke auf dem Weg zu meinem Ersatzzug gesehen, allerdings wollte man mich nicht während der Fahrt umsteigen lassen.

Und warum musste der umgeleitet werden? Weil DB vmtl. wieder Mist gebaut hat.^^

Die Arbeitslosenzahlen sind halt ziemlich geschönt, jeder Arbeitslose, der in irgendeiner "Maßnahme" steckt, und sei es nur das drölfzigste Bewerbertraining, ist aus der Statistik draußen.

Aber war das nicht schon immer so? Ok, vlt. gibt es auch mehr so Massnahmen als vor paar Jahren. Sowas bekommt man hier, ohne tägliche Suche online (wozu ich keine Lust habe) nicht mit.

Wenn man sieht, wo im Handwerk mittlerweile unter einem sehr guten Realschulabschluß niemand mehr genommen wird, wo früher auch gute Hauptschüler Chancen hatten...

Dann sind die Betriebe selbst schuld, aber wenigsten können sie jammern. ;) Dennoch gibt es da wahrscheinlich kein solches Chaos wie bei den Bahnen.

Zugriff auf Link von hier nicht möglich, und selbst wenn wäre es ohne Audio wohl witzlos.

Das übliche halt. Zugausfälle, Fahrgäste sind verärgert, die NVBW schiebt es auf DB, die das direkt wieder zurück schiebt und dann schiebt es die NVBW auf den Bund und keiner will schuld sein. Die NVBW bekommt Erstattungen für Ausfälle, die Fahrgäste nicht.

Wenn die Betriebszentralen bestreikt werden, ist doch abzusehen, daß nix läuft. Und bevor die Züge irgendwo auf freier Strecke stehen bleiben und die Leute in den Zügen hohl drehen, kann ich schon verstehen, wenn man gar nicht erst abfährt.

In dem Fall waren das wieder FakeNews, oder GDL- und ex-Bundesbahn-Tf haben sich nicht dran gehalten, denn es gab durchaus einige Züge, die den Streik einfach in irgendeinem Bf in einem Kaff am Laufweg abgewartet haben und dannach weitergefahren sind.
Auf freier Strecke darf man keine Züge zuwarten lassen, schon garnicht Reisezüge. Einfahrt auf Bahnsteiggleis für fahrende Züge musste auch nach Streikbeginn noch gestellt werden.
Fahrten von dringlichen Hilfszügen müssen jederzeit möglich sein.

Nein, es reicht auch ein Orkan im Norden aus, dass dann zw. Nürnberg und München auch keine ICE's mehr fahren und sich die Fahrgäste in NV-Zügen stapeln. DB bestreikt sich auch selbst und abseits jeglicher Tarifverhandlungen.

Ich glaube, Du kannst das von so weit weg nicht wirklich beurteilen. Abgesehen vom Streik habe ich bei der DB in diesem Jahr nur den einen Ausfall, der aber ein Haltausfall und kein Zugausfall war, gehabt. Ansonsten noch einen Zug, der Verspätung gehabt hätte, was aber dank aufgehobener Zugbindung sogar zu einer früheren Ankunft geführt hat. Ich kann mich da echt nicht beklagen.
Ich lebe anscheinend in einem Paralleluniversum. Oder Frankfurt ist nicht annähernd so schlimm betroffen, wie andere Ecken. Da mir die reinen Zugnummern in der Regel nichts sagen, schaue ich in den Ersatzzugthread nur, wenn ich selbst eine Fahrt gebucht habe und daher nach "meiner" Nummer suchen kann.

Ursache und Wirkung. Ohne Information kein Wissen. Auf Berlin - Düsseldorf/Düsseldorf's südlichem Vorort sieht es lt. RIS z.B. besonders schlecht aus, seit auch ein ICE2-TK abgefackelt ist. Aktuell gerade auch mindestens einer im Ausfall.

Es war aber schon immer so, daß die Chefs entschieden haben. Ob richtig oder falsch, es ist deren Entscheidung, deshalb sind sie Chef. Von daher kann der Vorstand entscheidne, was sie machen wollen. (Daß da mal ausgemistet und fühige Leute hingesetzt gehören, steht auf einem anderen Blatt, aber darum geht es den Gewerkschaften ja auch nicht.)

Ja, es läuft nicht alles gut. Aber der Deutsche hat nun mal einen Hang zum Jammern.

Aber seit etwa 15 Monaten ist schon nocheinmal ein Abstieg zur vorher bereits nicht rosigen Situation festzustellen. Das ist jetzt schon nichtmehr nur das jammern wegen jeder 10m Verspätung. GdL-Weselsky hat gerade erst gesagt, dass DB wegen dem Sparkurs gerade kollabiert und dass er heuer deswegen nichtmehr streiken wird.

Mehr als schienengebundenen Stadtverkehr bin ich in den USA noch nicht gefahren, wie es da mit den Konditionen für die angestellten aussieht, kann ich daher nicht sagen. Generekk sagt meine USA-Erfahrung aber, daß Arbeitnehmer es hier in Deutschland meist besser haben. Wir haben deutlich mehr Urlaubstage, die Sozialversicherung hier ist um Längen besser (mein Kumpel drüben hat neulich erzählt, die Krankenversicherung seines Arbeitgebers verlangt regelmäßige Blutuntersuchungen, um anhand von Cholesterin und wer weiß was die Beiträge anzupassen - mich für die Krankenversicherung anzapfen lassen, ich glaub, ich spinne!), und so weiter und so fort.

Der Personalmangel hier ist entstanden, weil viele engineers zu MTA gewechselt sind, die besser bezahlt und weil NJ Transit bisher niemand von ausserhalb von NJ genommen hat. Das wurde aber gerade geändert.

Vielleicht aufgrund meiner HLB-Erfahrung die DB gar nicht so schlecht funktionierend findende Grüße
der Colaholiker

Aufrund meiner DB-Erfahrung, die Aufregung der Amerikaner über NJ-Transit nicht verstehende Grüsse. Denen sage ich immer, wenn die eine Woche in Deutschland DB fahren würden, dann würden die sich dannach nie mehr über NJT beschweren. ;)

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]

Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 14.12.2018, 09:55 (vor 2674 Tagen) @ 218 466-1

Wackeleimer würden bei mir beides auf Null reduzieren. Nichts und niemand bringt mich mehr dazu, in ICE-T einzusteigen. Selbst Freifahrt würde ich ablehnen. DB müsste mir (viel) Geld und die anschliessend nötigen Medikamente zahlen, damit ich mir das antun würde.

Leider habe ich mittlerweile wenig Wahl. Ich fahre halt nicht zum Vergnügen durch die Lande, sondern weil ich irgendwie von A nach B kommen muß. Und am Freitag sieht es meist so aus:

- Züge, die so früh fahren, daß ich sie nicht nehmen kann, weil ich dann noch arbeite
- Zwei, drei Züge, die zeitlich in Frage kommen, aber preislich nicht attraktiv sind
- Ein Wackeleimer, der mit Zustieg ab Frankfurt Süd für mich sogar praktischer ist und auch noch halbwegs bezahlbare Fahrkarten bietet
- Züge, die bezahlbar wären, aber deren Ankunft erst viel zu spät ist

Auf meiner Stammverbindung gibt es halt auch zeitlich keine wirklichen Alternativen. Selbst wenn ich über Hannover fahren würde, steigt die Reisezeit gleich gewaltig an, und die ICE4-Gefahr ist auch nicht zu verachten.

Nichtsdestotrotz hoffe ich aber darauf, daß die Kisten bald wieder von dieser Strecke verschwinden.

Und bei DB gibt es nichts, das problemlos funktioniert, weil Herr M. & Co überall den Rotstift angesetzt haben. Die Infrastruktur ist genauso im A.... wie überall, übereinstimmend berichtet wird.

Sehr wenig zumindest.

Und warum musste der umgeleitet werden? Weil DB vmtl. wieder Mist gebaut hat.^^

Wurde nicht kommuniziert. Man hörte was von "Problemen mit einem Bahnübergang", was aber auch heißen kann, daß da ein Traktor liegengeblieben ist.

Aber war das nicht schon immer so? Ok, vlt. gibt es auch mehr so Massnahmen als vor paar Jahren. Sowas bekommt man hier, ohne tägliche Suche online (wozu ich keine Lust habe) nicht mit.

Ja, gibt es wohl. Wenn man diejenigen rausrechnet, die in Maßnahmen, Ein-Euro-Jobs und unfreiwillig in irgendwelchen Minijobs stecken, sieht das schon ganz anders aus.

Dann sind die Betriebe selbst schuld, aber wenigsten können sie jammern. ;) Dennoch gibt es da wahrscheinlich kein solches Chaos wie bei den Bahnen.

Ja, ein Großteil der angeblichen Krise ist hausgemacht.

Das übliche halt. Zugausfälle, Fahrgäste sind verärgert, die NVBW schiebt es auf DB, die das direkt wieder zurück schiebt und dann schiebt es die NVBW auf den Bund und keiner will schuld sein. Die NVBW bekommt Erstattungen für Ausfälle, die Fahrgäste nicht.

Aha...

In dem Fall waren das wieder FakeNews, oder GDL- und ex-Bundesbahn-Tf haben sich nicht dran gehalten, denn es gab durchaus einige Züge, die den Streik einfach in irgendeinem Bf in einem Kaff am Laufweg abgewartet haben und dannach weitergefahren sind.

Warum sollte die Koordination intern besser funktionieren als die externe Kommunikation? Mein HLB-Tf hat am Montagmorgen auch nur durchgesagt "Wir kriegen kein Ausfahrtsignal, ich erreiche keinen FDL, gehen Sie mal davon aus, daß wir so bald hier nicht weg kommen". Mehr konnte er wohl selbst nicht in Erfahrung bringen.

Auf freier Strecke darf man keine Züge zuwarten lassen, schon garnicht Reisezüge. Einfahrt auf Bahnsteiggleis für fahrende Züge musste auch nach Streikbeginn noch gestellt werden.

Ob man sich darauf wirklich verlassen will?

Fahrten von dringlichen Hilfszügen müssen jederzeit möglich sein.

Auch da bezweifle ich, daß das wirklich gegeben ist.

Nein, es reicht auch ein Orkan im Norden aus, dass dann zw. Nürnberg und München auch keine ICE's mehr fahren und sich die Fahrgäste in NV-Zügen stapeln. DB bestreikt sich auch selbst und abseits jeglicher Tarifverhandlungen.

Was das soll, verstehe ich auch nicht. Xavier hat mir ja auch einige graue Haare beschert letztes Jahr.

Ursache und Wirkung. Ohne Information kein Wissen. Auf Berlin - Düsseldorf/Düsseldorf's südlichem Vorort sieht es lt. RIS z.B. besonders schlecht aus, seit auch ein ICE2-TK abgefackelt ist. Aktuell gerade auch mindestens einer im Ausfall.

Alleine für "Düsseldorf's südlichen Vorort" könnte ich dich gerade knutschen. ;-)

Aber seit etwa 15 Monaten ist schon nocheinmal ein Abstieg zur vorher bereits nicht rosigen Situation festzustellen. Das ist jetzt schon nichtmehr nur das jammern wegen jeder 10m Verspätung. GdL-Weselsky hat gerade erst gesagt, dass DB wegen dem Sparkurs gerade kollabiert und dass er heuer deswegen nichtmehr streiken wird.

Naja, zwei Wochen vor Jahresende ist "dieses Jahr streiken wir nicht" zu sagen schon eine sehr spezielle Art von Humor. *augen roll*

Aufrund meiner DB-Erfahrung, die Aufregung der Amerikaner über NJ-Transit nicht verstehende Grüsse. Denen sage ich immer, wenn die eine Woche in Deutschland DB fahren würden, dann würden die sich dannach nie mehr über NJT beschweren. ;)

Die meiste USA-Zeit dieses Jahres in einer Gegend mit nur zwei Personenzügen am Tag verbracht habende Grüße
der Colaholiker

--
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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Freitag, 14.12.2018, 17:01 (vor 2674 Tagen) @ Colaholiker

Leider habe ich mittlerweile wenig Wahl. Ich fahre halt nicht zum Vergnügen durch die Lande, sondern weil ich irgendwie von A nach B kommen muß. Und am Freitag sieht es meist so aus:

- Züge, die so früh fahren, daß ich sie nicht nehmen kann, weil ich dann noch arbeite
- Zwei, drei Züge, die zeitlich in Frage kommen, aber preislich nicht attraktiv sind
- Ein Wackeleimer, der mit Zustieg ab Frankfurt Süd für mich sogar praktischer ist und auch noch halbwegs bezahlbare Fahrkarten bietet
- Züge, die bezahlbar wären, aber deren Ankunft erst viel zu spät ist

Auf meiner Stammverbindung gibt es halt auch zeitlich keine wirklichen Alternativen. Selbst wenn ich über Hannover fahren würde, steigt die Reisezeit gleich gewaltig an, und die ICE4-Gefahr ist auch nicht zu verachten.

Nichtsdestotrotz hoffe ich aber darauf, daß die Kisten bald wieder von dieser Strecke verschwinden.

Eieiei, "ICE4-Gefahr", ist der wirklich so schlimm, (hart, eng, Economy feeling)? Wundern tut es mich nicht und wenn ich das immer höre, bin ich sehr froh, den Kisten rechtzeitig entkommen zu sein.
Wackeleimer auf der NIM (und BRB LINT Richtung Augsburg) sind halt sehr einfach mit MNX ersetzbar gewesen , die praktisch jeweils nebeneinander zur Abfahrt bereit standen und die gerade einmal 5-10 Minuten spätere Ankunft / Frühere Abfahrt in München (ja, die ICE sind südlich von Ingolstadt trotz drei Halten weniger, dank Mischverkehr kaum schneller als MNX-RE) haben sich eh nicht auf Anschlüsse ausgewirkt. Mit dem neuen MNX gibt es auch dort ab Mitte 2019 nur noch die Wahl zw. Not und Übel weshalb ich DB nicht sehr vermisse. RP hat eh DB als m.M. bestes deutsches EVU abgelöst. ;)

Sehr wenig zumindest.

Über zu wenig negative Berichte kann sich DB schon lange nicht mehr beschweren...

Wurde nicht kommuniziert. Man hörte was von "Problemen mit einem Bahnübergang", was aber auch heißen kann, daß da ein Traktor liegengeblieben ist.

Vermutlich ja, weil für defekte BÜ, gibt es ja entsprechende Regelungen, damit die trotzdem befahren werden können.

Ja, gibt es wohl. Wenn man diejenigen rausrechnet, die in Maßnahmen, Ein-Euro-Jobs und unfreiwillig in irgendwelchen Minijobs stecken, sieht das schon ganz anders aus.

Hauptsache Mutti kann die "schönen" Zahlen präsentieren.

Ja, ein Großteil der angeblichen Krise ist hausgemacht.

Bei DB ist die Kriese auch Hausgemacht und existiert nicht nur "angeblich".

Warum sollte die Koordination intern besser funktionieren als die externe Kommunikation? Mein HLB-Tf hat am Montagmorgen auch nur durchgesagt "Wir kriegen kein Ausfahrtsignal, ich erreiche keinen FDL, gehen Sie mal davon aus, daß wir so bald hier nicht weg kommen". Mehr konnte er wohl selbst nicht in Erfahrung bringen.

Wenn der FdL streikt, meldet der sich natürlich auch nicht mehr. Dass andere EVU mit hineingezogen werden ist ärgerlich. Vlt. sollten sie diese Züge doch noch fahren lassen.

Ob man sich darauf wirklich verlassen will?

FdL können in dem Fall zumidest eine Abmahnung riskieren. Bei Medizinischen Notfällen von Fahrgästen, auch Kopf und Kragen. Es reicht aber irgendein Bf, kann also auch ein Bbf Überholgleis im Nirgedwo sein. Es muss halt eine Ausstiegsmöglichkeit bestehen.

Auch da bezweifle ich, daß das wirklich gegeben ist.

Bei der GdL ist das sogar in der Streikanweisung enthalten, dass man Fahrstrassen eben wegen dringlichen Hilfszügen nicht zu blockieren hat und nur in Bf stehen bleiben darf, nicht auf der freien Strecke.

Was das soll, verstehe ich auch nicht. Xavier hat mir ja auch einige graue Haare beschert letztes Jahr.

Wie war das noch lt. Lindner? Lieber nicht fahren, als falsch fahren, oder so. Allerdings fährt DB täglich falsch.
Amtrak seht bei Stürmen der DB aber in nichts nach und kündigt auch schon am Tag vorher zumindest die cancellation der Züge an, die durch entsprechende Gebiete fahren.

Alleine für "Düsseldorf's südlichen Vorort" könnte ich dich gerade knutschen. ;-)

:)

Naja, zwei Wochen vor Jahresende ist "dieses Jahr streiken wir nicht" zu sagen schon eine sehr spezielle Art von Humor. *augen roll*

Aber die Tarifverhandlungen sind ja auch da bereits gescheitert. Also könnte durchaus bereits vorher noch gestreikt werden, wenn man unbedingt wollte.

Die meiste USA-Zeit dieses Jahres in einer Gegend mit nur zwei Personenzügen am Tag verbracht habende Grüße
der Colaholiker

Mehr sind es bei mir i.d.R auch nicht. Bald gibt es auch hier die Triebzugvariante der bereits Lokbespannt fahrenden Dosto.

Wakeleimer bei NJ Transit nicht befüchten müssende Grüsse.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Danke Euch beiden, 218 466-1 und Colaholiker...

WindyCity, Freitag, 14.12.2018, 20:20 (vor 2673 Tagen) @ 218 466-1

... für Eure derart informative Diskussionskultur in diesem Teilthread.
Lange nicht mehr habe ich im ICE-Treff einen solchen Dialog verfolgen können, in dem es mal nicht um "Besserwisserei" dem anderen gegenüber ging...

Hoffend dass dieses Niveau zum Standard werden mögende Grüße...
WindyCity

Danke Euch beiden, 218 466-1 und Colaholiker...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 17.12.2018, 08:29 (vor 2671 Tagen) @ WindyCity

... für Eure derart informative Diskussionskultur in diesem Teilthread.
Lange nicht mehr habe ich im ICE-Treff einen solchen Dialog verfolgen können, in dem es mal nicht um "Besserwisserei" dem anderen gegenüber ging...

Gern geschehen. Aber solche Dialoge zwischen uns haben schon eine lange Tradition hier im Forum. Wir sind zwar nicht in allen Punkten einer Meinung, wissen aber damit umzugehen. ;-)

Bei so manchen anderen Diskussionen (und ihren Teilnehmern) hier heftig den Kopf schüttelnde Grüße
der Colaholiker

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Danke Euch beiden, 218 466-1 und Colaholiker...

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 18.12.2018, 07:16 (vor 2670 Tagen) @ WindyCity

... für Eure derart informative Diskussionskultur in diesem Teilthread.
Lange nicht mehr habe ich im ICE-Treff einen solchen Dialog verfolgen können, in dem es mal nicht um "Besserwisserei" dem anderen gegenüber ging...

Hoffend dass dieses Niveau zum Standard werden mögende Grüße...
WindyCity

Danke.
Sachlich zu diskutieren mach mehr Spass, als sich gegenseitig anzufeinden.
Es hat sich für mich bewährt, User, die nichts nettes zu sagen haben, einfach zu ignorieren, dafür auf interessante Beiträge immer einzugehen.
Beschweden über unsere vorherigen Diskussionen gab es 2017 dennoch - weil sie über Wochen hinweg anhielten und die Threads mit den Gutscheinbörse in der Länge konkurrierten. ;)

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MET - Der beste Zug den es je gab
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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 17.12.2018, 08:24 (vor 2671 Tagen) @ 218 466-1

Eieiei, "ICE4-Gefahr", ist der wirklich so schlimm, (hart, eng, Economy feeling)? Wundern tut es mich nicht und wenn ich das immer höre, bin ich sehr froh, den Kisten rechtzeitig entkommen zu sein.

An besagtem Tag, als der MET einen Bogen um mich machte, landete ich letztlich in einem ICE 4. Das Raumgefähl ähnlich eng wie im 411, nur mit noch weiter entferntem Wagenende, OP-Beleuchtung, Gefühlter Sitzabstand in der 1. Klasse wie früher im ICE 1 in der 2. Klasse in Originalausstattung, seibstverständlich bei deutlich unbequemeren Sitzen. Da sind selbst die nicht verstellbaren 2.-Klasse-Sitze in den HLB-Zügen hier (egal ob Lint oder VT2E, da gleiche Stühle installiert) bequemer.

Wackeleimer auf der NIM (und BRB LINT Richtung Augsburg) sind halt sehr einfach mit MNX ersetzbar gewesen , die praktisch jeweils nebeneinander zur Abfahrt bereit standen und die gerade einmal 5-10 Minuten spätere Ankunft / Frühere Abfahrt in München (ja, die ICE sind südlich von Ingolstadt trotz drei Halten weniger, dank Mischverkehr kaum schneller als MNX-RE) haben sich eh nicht auf Anschlüsse ausgewirkt. Mit dem neuen MNX gibt es auch dort ab Mitte 2019 nur noch die Wahl zw. Not und Übel weshalb ich DB nicht sehr vermisse. RP hat eh DB als m.M. bestes deutsches EVU abgelöst. ;)

Klar, je nach zu fahrender Strecke kann man auch Alternativen haben. Aber zwischen meinen zwei Heimaten gibt es eigentlich keine Alternativen, die nicht mit einem erheblichen Mehraufwand an Zeit einher gehen. Einzig die Zeit in weniger bequemen Zügen kann man minimieren, indem man einen ICE 1 bis Göttingen nimmt, und eben für "die letzte Meile" dann die einzige Möglichkeit nutzt. Allerdings bin ich kein Freund von unnötigen Umstiegen.

Über zu wenig negative Berichte kann sich DB schon lange nicht mehr beschweren...

Das ist wahr, allerdings haben so manche Schreiberlinge (die ich nicht als Journalisten bezeichnen möchte) auch Ergüsse geliefert, wo man sich fragt, ob deren einziges tatschlich stattgefundenes Bahnerlebnis mal ein Spaziergang am Bahndamm war.

Vermutlich ja, weil für defekte BÜ, gibt es ja entsprechende Regelungen, damit die trotzdem befahren werden können.

Ja, wenngleich man bei Hildesheim immer beachten muß, daß die Verbindung zwischen Himmelsthür (Ausfädelung aus der Strecke richtung Elze (Han) und Sorsum (Einfädelung in die SFS) eingleisig ist. Wenn da die Fahrzeiten arg aus dem Tritt gekommen sind und ein Zug in einer der beiden Richtungen warten muß, blockiert einer von beiden eine der beiden Strecken. Gerade wenn der Richtung Frankfurt zu spät ist, kommt der sich gerne mit dem Gegenzug ins Gehege.

Hauptsache Mutti kann die "schönen" Zahlen präsentieren.

Wenn die, die Du meinst, meine Mutti wäre, hätte ich ihr schon längst erklärt, nicht ihr Sohn zu sein. ;-)

Bei DB ist die Kriese auch Hausgemacht und existiert nicht nur "angeblich".

Abgesehen von einigen bestimmten Usern hier bestreitet ja auch keiner, daß bei der DB einiges im Argen liegt. Allerdings darf man es auch nicht ganz so schwarz malen (ist das noch politisch korrekt zu sagen?) wie manche es hier und in den Medien tun.

Wenn der FdL streikt, meldet der sich natürlich auch nicht mehr. Dass andere EVU mit hineingezogen werden ist ärgerlich. Vlt. sollten sie diese Züge doch noch fahren lassen.

Zumindest wäre es ein fairer Zug gewesen, vor Streikantritt noch einen Rundspruch (geht sowas im Bereich eines Stellwerks? Bei der Straßenbahn weiß ich, daß die Leitstelle auf Knopfdruck alle Züge einer Linie oder alle Züge auf Strecke erreichen kann, ich denke, bei der Eisenbahn wirds vergleichbares geben) zu machen "aufgrund eines Streiks ist das Stellwerk X ab jetzt bis Y Uhr außer Betrieb, es finden bis dahin keine Zugfahrten statt." Davon wäre der Zug zwar auch nicht gefahren, aber der Tf hätte seinen Fahrgästen wenigstens sagen können, daß er sicher weiß, er wird bis Y Uhr nicht fahren können.

FdL können in dem Fall zumidest eine Abmahnung riskieren. Bei Medizinischen Notfällen von Fahrgästen, auch Kopf und Kragen. Es reicht aber irgendein Bf, kann also auch ein Bbf Überholgleis im Nirgedwo sein. Es muss halt eine Ausstiegsmöglichkeit bestehen.

In meinem Fall bestand die ja, der Zug stand ja am Bahnsteig in Frankfurt Hbf. Deine Schreibweise FdL, deren Bedeutung mir bekannt ist, läßt mich schmunzeln.

Bei der GdL ist das sogar in der Streikanweisung enthalten, dass man Fahrstrassen eben wegen dringlichen Hilfszügen nicht zu blockieren hat und nur in Bf stehen bleiben darf, nicht auf der freien Strecke.

Ist ja auch sinnvoll. Es kann ja durchaus mal zu Notfällen im Zug kommen, Herzinfarkte und Schlaganfälle können ja auch völlig unverhofft auftreten. Und dann zhlt jede Sekunde.

Wie war das noch lt. Lindner? Lieber nicht fahren, als falsch fahren, oder so. Allerdings fährt DB täglich falsch.

Zum Glück ist mir echtes "Falschfahren", im Sinne von einem Zug, der ungeplant woanders hin fährt als er sollte, noch nicht vorgekommen. Spontane Umleitungen ja, aber die Fahrt Fulda - Aschaffenbug - Frankfurt aufgrund eines PU bei Gelnhausen war ja zumindest kurzfristig auch so beabsichtigt. Nur Haltausfälle a la Wolfsburg habe ich schon am eigenen Leib erlebt. Alles andere waren entweder Verspätungen oder Totalausfälle, wenngleich auch in überschaubarer Dimension.

Amtrak seht bei Stürmen der DB aber in nichts nach und kündigt auch schon am Tag vorher zumindest die cancellation der Züge an, die durch entsprechende Gebiete fahren.

Zumindest die Ecke der USA, mi der ich häufiger zu tun habe, hat aber auch eine etwas andere Definition von "Sturm" als wir. Zugegeben, die haben in der Gegend auch weniger Wald als wir, aber da ist es erst Sturm, wenn die Häuser hinterher weg sind. (Was bei den dortigen Streichholzgebäuden auch nicht schwer ist.)

Aber die Tarifverhandlungen sind ja auch da bereits gescheitert. Also könnte durchaus bereits vorher noch gestreikt werden, wenn man unbedingt wollte.

Vielleicht hat man wenigstens in der Weihnachtszeit Mitgefühl mit den Fahrgästen. ;-)

Mehr sind es bei mir i.d.R auch nicht. Bald gibt es auch hier die Triebzugvariante der bereits Lokbespannt fahrenden Dosto.

Wakeleimer bei NJ Transit nicht befüchten müssende Grüsse.

Die Amis können ja auch anständige Dostos. (Oben würde mir vermutlich trotzdem übel, aber es wäre Platz.)

In Oklahoma City immerhin jetzt den Bau einer Straßenbahnlinie und die Installation eines Stadtbusnetzes beobachtet habende Grüße
der Colaholiker

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Gerne geschehen, lieber Fahrgast...

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 18.12.2018, 07:17 (vor 2670 Tagen) @ Colaholiker

An besagtem Tag, als der MET einen Bogen um mich machte, landete ich letztlich in einem ICE 4. Das Raumgefähl ähnlich eng wie im 411, nur mit noch weiter entferntem Wagenende, OP-Beleuchtung, Gefühlter Sitzabstand in der 1. Klasse wie früher im ICE 1 in der 2. Klasse in Originalausstattung, seibstverständlich bei deutlich unbequemeren Sitzen. Da sind selbst die nicht verstellbaren 2.-Klasse-Sitze in den HLB-Zügen hier (egal ob Lint oder VT2E, da gleiche Stühle installiert) bequemer.

Dass ist das, was ich vermutet habe. Wenn Du das schon sagst, dann weiss ich genau, was ich von ICE4 zu halten habe: Gar nichts! Die Zeiten, in denen ICE das Flagschiff der DB war, sind leider vorbei. Er ist nur noch der allgemeine Fernzug, der mit Fernbussen und lt. DB mit Economy Class der Fluchzeuge konkurriert. Alles im künftigen "A-Netz" (2030) wird "ICE" genannt. Mit dem Fahrplanwechsel wurden gerade erst weitere IC einfach auf ICE ungestellt, ohne schnellere Fahrzeiten, dafür unbequemer und teurer. Möglichst viele Fahrgäste in möglichst wenig Fahrzeuge unterzubringen (zu stopfen), ist wirtschaftlich. Denen, die das entscheiden ist der Komfort eh egal, weil die sehen Züge nie von innen.

Klar, je nach zu fahrender Strecke kann man auch Alternativen haben. Aber zwischen meinen zwei Heimaten gibt es eigentlich keine Alternativen, die nicht mit einem erheblichen Mehraufwand an Zeit einher gehen. Einzig die Zeit in weniger bequemen Zügen kann man minimieren, indem man einen ICE 1 bis Göttingen nimmt, und eben für "die letzte Meile" dann die einzige Möglichkeit nutzt. Allerdings bin ich kein Freund von unnötigen Umstiegen.

Das habe ich sogar gemacht, wenn sich Wackeleimer gar nicht vermeiden liessen. In Nürnberg noch raus aus dem ICE-T um mit dem bequemeren MNX bis Ingolstadt hinterher zu fahren.
Oder umständlichere Umstiege. Jahr 2010, Fahrt München - Lindau, EC verpasst, daher 218-n-Wagen-RE München - Buchloe - Kaufbeuren + 612 Wackeleimer (auch wenn der damals im Allgäu noch nicht Wackeln durfte) Nürnberg - Augsburg - Buchloe - Kaufbeuren - Kempten - Lindau. Beide im Blockabstand im Abschnitt Buchloe - Kaufbeuren. Der ZuB des n-Wagen RE, hat mir bei der Kontrolle freundlich den Umstieg in Buchloe empfohlen, weil der Wackeleimer dort ein paar Min. später am gleichen Bahnsteig nebenan halten würde (Gleis 4->5), statt der Unterführung in Kaufbeuren (Gleis 3->1). Ich wollte aber unbedingt noch die 20 Km mehr n-Wagen Komfort und weniger 612-Tortur. Kurz nach Buchloe kam der ZuB um die Zuglaufschilder für die Rückfahrt des Zuges zu wechseln und fragte mich, warum ich immernoch da bin. Ich habe es ihm dann erklärt, dass selbst Unterführungen angenehmer sind, als 20 Km mehr Wackeleimer und dass er dem BW Kempten einen Gruss ausrichen soll, die können sich ihre 612 sonstwo hinstecken. :)

Das ist wahr, allerdings haben so manche Schreiberlinge (die ich nicht als Journalisten bezeichnen möchte) auch Ergüsse geliefert, wo man sich fragt, ob deren einziges tatschlich stattgefundenes Bahnerlebnis mal ein Spaziergang am Bahndamm war.

Es kommt auch immer drauf an, worüber genau berichtet wird. Dass bei äusseren Einflüssen auch die Bahnen beschuldigt werden, ist nicht fair. Manche Schreiberlinge bezeichnen Loks von IC und GZ als "Triebwagen", wo ich dann sofort aufhöre, weiterzulesen.
Daher mache ich mir immer selbst ein Bild. Da das bei deutschen Eisenbahnen nicht mehr möglich ist, sind die Foren (man kennt noch sowohl die übertriebenen Nörgler als auch DB-Verehrer und die neutralen User) und Fachseiten (railwaygazette u.a.) sinvoller, als Fake News. Nur schneidet DB in letzter Zeit nirgends mehr gut ab.

Ja, wenngleich man bei Hildesheim immer beachten muß, daß die Verbindung zwischen Himmelsthür (Ausfädelung aus der Strecke richtung Elze (Han) und Sorsum (Einfädelung in die SFS) eingleisig ist. Wenn da die Fahrzeiten arg aus dem Tritt gekommen sind und ein Zug in einer der beiden Richtungen warten muß, blockiert einer von beiden eine der beiden Strecken. Gerade wenn der Richtung Frankfurt zu spät ist, kommt der sich gerne mit dem Gegenzug ins Gehege.

Ich hätte eher an einen BÜ im Raum Frankfurt gedacht. Müsste MET-ICE 1193/1196 gewesen sein, aber der hält ja eh nicht in Frankfurt Hbf, sondern Süd und Flughafen? Was kürzeres um Süd wegen Verspätung auszulassen gibt es dort ja eigentlich auch nicht.

Wenn die, die Du meinst, meine Mutti wäre, hätte ich ihr schon längst erklärt, nicht ihr Sohn zu sein. ;-)

Ich bin auch froh, sie los zu sein, auch wenn Phil Murphy kein guter Ersatz ist.

Abgesehen von einigen bestimmten Usern hier bestreitet ja auch keiner, daß bei der DB einiges im Argen liegt. Allerdings darf man es auch nicht ganz so schwarz malen (ist das noch politisch korrekt zu sagen?) wie manche es hier und in den Medien tun.

Aber die Änderungen, die nötig wären, um DB wieder komplett zuverlässig und pünktlich zu machen, gehen über die Köpfe der Gesellschaft hinaus. Investitionen im hohen zweistelligen Milliarden-Bereich wären nötig. Sehr viele neue Fahrzeuge, umfangreiche ABS, NBS usw. aber die Wutbürger wollen das nicht.
Es würde aber auch schon helfen, wenn DB das "RESET" Programm bei jeder Untersuchung anwenden würde, statt nur einmal in >10 Jahren. Und dafür braucht man mehr Personal.

Zumindest wäre es ein fairer Zug gewesen, vor Streikantritt noch einen Rundspruch (geht sowas im Bereich eines Stellwerks? Bei der Straßenbahn weiß ich, daß die Leitstelle auf Knopfdruck alle Züge einer Linie oder alle Züge auf Strecke erreichen kann, ich denke, bei der Eisenbahn wirds vergleichbares geben) zu machen "aufgrund eines Streiks ist das Stellwerk X ab jetzt bis Y Uhr außer Betrieb, es finden bis dahin keine Zugfahrten statt." Davon wäre der Zug zwar auch nicht gefahren, aber der Tf hätte seinen Fahrgästen wenigstens sagen können, daß er sicher weiß, er wird bis Y Uhr nicht fahren können.

Bei der Kommunikation hat sich technisch viel geändert, seit ich das letzte mal auf einem Stw war. Vor 15 Jahren gab es halt den Funk, aber damit konnte man nur Züge erreichen, die eh schon im eigenen Streckenabschnitt oder Bf waren. Für Notfälle ist i.d.R. der FdL des nächsten Knotenbf. zuständig, oder in der BZ, der in seinem (grösseren) Notfallbereich alle Züge direkt anfuken kann. Aber wenn der selbst streikt, hilft das auch nichts.^^
In Stw von ganz grossen Bf sind dann einzelne Fdl nur für Teile des Bf zuständig, z.B. in München.

In meinem Fall bestand die ja, der Zug stand ja am Bahnsteig in Frankfurt Hbf. Deine Schreibweise FdL, deren Bedeutung mir bekannt ist, läßt mich schmunzeln.

Manchmal hat man als Tf das Gefühl, dass FdL immer streiken...

Ist ja auch sinnvoll. Es kann ja durchaus mal zu Notfällen im Zug kommen, Herzinfarkte und Schlaganfälle können ja auch völlig unverhofft auftreten. Und dann zhlt jede Sekunde.

Eben. Daher Halt bei Streik nur in Bahnhöfen.

Zum Glück ist mir echtes "Falschfahren", im Sinne von einem Zug, der ungeplant woanders hin fährt als er sollte, noch nicht vorgekommen. Spontane Umleitungen ja, aber die Fahrt Fulda - Aschaffenbug - Frankfurt aufgrund eines PU bei Gelnhausen war ja zumindest kurzfristig auch so beabsichtigt. Nur Haltausfälle a la Wolfsburg habe ich schon am eigenen Leib erlebt. Alles andere waren entweder Verspätungen oder Totalausfälle, wenngleich auch in überschaubarer Dimension.

Zwei mal habe ich von Fehlleitungen in Friedrichshafen gehört, als Züge Ri. Ulm, nach dem Richtungswechsel an der Abzweigung wieder zurück Ri. Lindau geleitet wurden.
Es gab auch Ausfälle von Durchfahrten, d.h. die Macht der Gewohnheit liess Tf auch an Stationen halten, wo dieser eine Zug abweichend vom Rest normal nicht hält. ;) Immerhin hat eine Oma, die eigentlich auf den nächsten Zug gewartet hat, so einmal eine unerwartet frühere Fahrtmöglichkeit bekommen.
Haltausfall einmal am damals erst wenige Wochen alten Hp Friedrichshafen-Landratsamt (Strecke Ri. Singen - Basel) und ein Betriebshaltausfall des Kleber-Express in Altshausen. An W(Sa) hielt bei deren Kreuzung dort nur der zuerst einfahrende Zug, an Sa+S sollten beide halten, wegen ZuB-Tausch. Der FdL stellte Durchfahrt, der Tf wusste nix vom ZuB-Tauch und ist durchgefetzt. An dem Tag hatte dann der Freiburger ZuB in Aulendorf, wo die Ablösung kam, vorzeig fertig, und der Aulendorfer ZuB durfte dafür noch bis Neustadt(Schw) weiter arbeiten und war dann erst gegen 21:00 Uhr statt kurz nach 13:00 daheim.
Umleitungen wegen PU hatte ich aufgehört zu zählen. Das war längst zweistellig. Aber eh cool auf unüblichen Strecken weitgehend und über 1h nonstop zu fahren, je nach dem, wie man durch kommt. IC-feeling in n-Wagen hat was, genauso wie ICE, IC, MET und MNX im Donau- bzw. Altmühltal.

Zumindest die Ecke der USA, mi der ich häufiger zu tun habe, hat aber auch eine etwas andere Definition von "Sturm" als wir. Zugegeben, die haben in der Gegend auch weniger Wald als wir, aber da ist es erst Sturm, wenn die Häuser hinterher weg sind. (Was bei den dortigen Streichholzgebäuden auch nicht schwer ist.)

Auch an der Ostküste gibt es ausserhalb von NYC und Newark überwiegend Holzhäuser. Red Bank kam bei "Sandy" aber glimmpflich davon, anders als die Bahnstrecke. Einen Tornado gab es heuer auch in New York (Stadtteile Bronx und Queens, 3. August) aber mit 85 mph vergleichsweise klein, über 50 Bäume gefällt, keine Verletzten.

Vielleicht hat man wenigstens in der Weihnachtszeit Mitgefühl mit den Fahrgästen. ;-)

So in etwa hat es Weselsky auch gesagt, ohne das Wort "Mitgefühl" konkret zu erwähnen. ;)

Die Amis können ja auch anständige Dostos. (Oben würde mir vermutlich trotzdem übel, aber es wäre Platz.)

Nun ja, das ist Bombardier, der gleiche Hersteller, wo DB auch IC2 und Twidexx-Vario (BR 445) her hat. But you get what you pay for. :P
Und totz Wackeleimer-unverträglichkeit, halte ich es im Multilevel Oberdeck ganz gut aus. Die schaukeln nicht so stark, wie IC2 in deren ersten Monaten.

In Oklahoma City immerhin jetzt den Bau einer Straßenbahnlinie und die Installation eines Stadtbusnetzes beobachtet habende Grüße
der Colaholiker

Immerhin etwas. ;)
Ab jetzt endlich auch in allen Zügen mit PTC die gleichen Sicherheitsstandards vorfindende Grüsse.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
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