Kohleausstieg = Chance für ICE nach Görlitz und Polen? (Allgemeines Forum)

IC 2083, Mittwoch, 24.10.2018, 21:45 (vor 2724 Tagen)

Die Sueddeutsche berichtet über den Kohleausstieg und den von der Kommission unterbreitete Ideen zur Förderung der Regionen (obwohl das Rheinland ja nicht gerade ab vom Schuss ist...)

Unter anderem wird schnelles Internet/Mobilfunk genannt, natürlich der in Deutschland obligatorische Autobahnausbau und für uns interessant, eine ICE-Verbindung nach Polen via Görlitz. Ob hier ein ICE Berlin - Breslau gemeint ist stelle ich mal in den Raum - Görlitz liegt ja nicht gerade auf dem Weg, wenn ich mich richtig erinnere.

Ich bin damals noch einmal mit dem Wawel über Forst fahren dürfen...


https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kohleausstieg-kommission-subventionen-1.4184257


Liebe Grüße,

2083

Kohleausstieg = Chance für ICE nach Görlitz und Polen?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Mittwoch, 24.10.2018, 23:11 (vor 2724 Tagen) @ IC 2083
bearbeitet von Alibizugpaar, Mittwoch, 24.10.2018, 23:15

Ich denke Görlitz wird erst dann einen ICE bekommen, wenn die Bundesrepublik Deutschland der Türkei ihr erträumtes Schnellzugnetz finanziert, gebaut und anschließend geschenkt hat. Für welche türkische Gegenleistung, das kann sich besser jeder selber überlegen.

Deutsch-türkisches Vorhaben 35 Milliarden für eine neue Bahn - und für bessere Beziehungen
Minister Altmaier fährt mit einer Wirtschaftsdelegation in die Türkei. Altmaier will seinen Teil dafür leisten, dass das hoffnungsvolle Schwellenland zwischen Europa und Asien nicht abschmiert. Vor seiner Reise sagte er dem SPIEGEL: "Das Land war ein zuverlässiger Wachstumsmarkt über die letzten Jahre. Und wir haben ein Interesse daran, dass das so bleibt und an der Südostflanke Europas keine neuen Unsicherheiten oder Instabilität entstehen."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/tuerkei-peter-altmaier-und-joe-kaeser-werben-fuer-bahn...

Und was vor diesem Hintergrund für den ICE nach Görlitz gilt, das trifft auch für den Bahnhof Köln Süd zu. Dort rufen die Pendler seit Jahrzehnten nach einem schnöden Treppenzugang von der Straßenbahn 9 zu den Zügen nach Bonn. Aber für diese Treppe ist kein Geld da. In der Bundesrepublik findet sich kein Geld für diese eine Treppe!!! Statt dessen müssen die Leute einen großen Umweg laufen, viele wagen den Sprung über die Gleise. Habe ich auch schon gemacht.

https://www.ksta.de/image/23059356/2x1/940/470/7241b8e7c0e9dee243acc3575e165f40/ws/2610...

Man kann allein an den Verfärbungen im Schotter erkennen, daß das ein gut frequentierter Gleistrampelpfad ist. Na hoffentlich bekommt wenigstens die Türkei reichlich Treppen.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Kohleausstieg = Chance für ICE nach Görlitz und Polen?

Splittergattung, Donnerstag, 25.10.2018, 17:49 (vor 2723 Tagen) @ Alibizugpaar

Und was vor diesem Hintergrund für den ICE nach Görlitz gilt, das trifft auch für den Bahnhof Köln Süd zu. Dort rufen die Pendler seit Jahrzehnten nach einem schnöden Treppenzugang von der Straßenbahn 9 zu den Zügen nach Bonn. Aber für diese Treppe ist kein Geld da. In der Bundesrepublik findet sich kein Geld für diese eine Treppe!!! Statt dessen müssen die Leute einen großen Umweg laufen, viele wagen den Sprung über die Gleise. Habe ich auch schon gemacht.

https://www.ksta.de/image/23059356/2x1/940/470/7241b8e7c0e9dee243acc3575e165f40/ws/2610...

Man kann allein an den Verfärbungen im Schotter erkennen, daß das ein gut frequentierter Gleistrampelpfad ist. Na hoffentlich bekommt wenigstens die Türkei reichlich Treppen.

Ja, ich bin auch regelmäßig an diesem Bahnhof und vermisse diese Treppe auch sehr, aber trotzdem musst du uns die Geschichte nicht in jedem Thread neu erzählen... und manche von den Gleislatschern da sind wirklich lebensmüde, wenn sie da noch kurz vor einem herannahenden, schon sichtbaren Zug über die Gleise laufen.

Kohleausstieg = Chance für ICE nach Görlitz und Polen?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 25.10.2018, 18:52 (vor 2723 Tagen) @ Splittergattung

Das werde ich noch viel öfter erwähnen, weil es gelebter Irrsinn ist. Bin auch nur ein Mensch und manches muß raus. Ich denke in zwei, drei Wochen könnte es aus neuem gegebenem Anlass wieder so weit sein. Dies als Vorwarnung, die ich Dich bitten möchte wirklich ernst zu nehmen. Wenn ich dran denke werde ich in die Überschrift ***mit Köln Süd*** setzen.

Was nützen den Pendlern heute freundliche Beteuerungen, daß alles mit einer neuen S-Bahn umgebaut und besser wird, wenn diese erst in 25 Jahren kommt? Es ist in diesem Land vieles so elend schwerfällig und entsetzlich träge. Ist das in allen anderen zivilisierten Staaten auch so?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

TR: 2018-2023, € 39 Mia. an Investitionen ins Schienennetz!

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 25.10.2018, 21:26 (vor 2723 Tagen) @ Alibizugpaar

Deutsch-türkisches Vorhaben 35 Milliarden für eine neue Bahn - und für bessere Beziehungen

€ 39 Milliarden sogar.

Die Türkei wird wahrscheinlich eine signifikante Nation im Sache Hochgeschwindigkeitsverkehr. Zwischen 2018-2023 sollen satte € 39 Milliarden Euros in das Schienennetz investiert werden.
Das ist mehr als doppelt so viel wie im Zeitrahmen 2003-2018 (€ 15 Milliarden).

"Turkey is the second-largest country after China in railway constructions. Our target is to complete 11,700 kilometers (7,270 miles) of high-speed railway lines until 2023 and to link 41 cities to each other," said Arslan.

2023 sollen satte 11.700 km an Rennbahnen zur Verfügung stehen, die dann 41 Städte miteinander verbinden. Auch wenn ich mal Ende 2023 rechne ("until and including"), ist das ein Baufortschritt von 195 km pro Monat. Warte mal... (eher nicht...)

...das Äquivalent von Hannover-Würzburg soll also innerhalb 15 Wochen gebaut werden...???

(wenn ich mal Doppelspur rechne = 2*327 km)

Na gut, wenn die Chinesen das hinkriegen (ich berichte ja fast jeden Monat über eine neu fertiggestellte Rennbahn in China), wieso die Türken denn nicht?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Kohleausstieg = Chance für ICE nach Görlitz und Polen?

heinz11, Donnerstag, 25.10.2018, 10:04 (vor 2724 Tagen) @ IC 2083

Die Sueddeutsche berichtet über den Kohleausstieg und den von der Kommission unterbreitete Ideen zur Förderung der Regionen (obwohl das Rheinland ja nicht gerade ab vom Schuss ist...)

Unter anderem wird schnelles Internet/Mobilfunk genannt, natürlich der in Deutschland obligatorische Autobahnausbau und für uns interessant, eine ICE-Verbindung nach Polen via Görlitz. Ob hier ein ICE Berlin - Breslau gemeint ist stelle ich mal in den Raum - Görlitz liegt ja nicht gerade auf dem Weg, wenn ich mich richtig erinnere.

Ob ein ICE nach Görlitz fährt, ist beim Kohleausstieg die Frage, die die Menschen vor Ort ganz am Schluß interessiert. Es geht um ca. 8.200 direkte, mit Zulieferern um ca. 25.200 Arbeitsplätze, für die ein Ersatz gefunden werden muß. Ohne diesen ist eine ICE-Strecke nur weiße Salbe, denn wer soll sonst im ICE sitzen? Für Touristen wäre eine Fahrt im Dampfnostalgiezug deutlich besser, weil man dann die vielen Wolfsrudel im menschenleeren Südbrandenburg und Nordsachsen viel besser beobachten kann.

Eine nachhaltige Lösung mit Industrie, Mittelstand und ja, auch einigen Behörden muß her. Anderenfalls ist dort nach dem Kohleausstieg im wahrsten Sinne des Wortes der Ofen aus und wir können großräumig devastieren und uns an im Wortsinne blühenden Landschaften erfreuen.

[OT] ...

martarosenberg, Donnerstag, 25.10.2018, 10:10 (vor 2724 Tagen) @ heinz11

Es geht um ca. 8.200 direkte, mit Zulieferern um ca. 25.200 Arbeitsplätze, für die ein Ersatz gefunden werden muß.

Die Denke dass man nur dann "Existenzberechtigt" ist wenn man irgendwelche Dinge umwälzt (nichts anderes tut ja Wirtschaft) halte ich für problematisch. Und jetzt nicht aus einer menschenrechtlichen Sichtweise, sondern aus einer nachhaltigen:

Es sollte eher so viel umgewälzt werden wie nötig, und von dort der Bedarf an Arbeit bestimmt werden.

Erfordert natürlich, dass die Existenzgrundlagen nicht zwingend an Erwerbsarbeit hängen und damit eine grundlegende Umstrukturierung, .., ich denke hier gerade nur physisch.

Kohleausstieg = Chance für ICE nach Görlitz und Polen?

Manitou, Sonntag, 28.10.2018, 02:48 (vor 2721 Tagen) @ heinz11

Wenn die letzte Tonne Kohle gefördert ist, werden für ca. 30 Jahre Arbeiten zur Rekultivierung der Tagebaue und der Formung einer Bergbau-Folgelandschaft notwendig sein. Da die Personaldecke im Bergbau bereits erheblich ausgedünnt ist, braucht man also alle Bergleute (bzw. zumindestens die, die älter als 35 Jahre sind) bis zur Rente, um die Gruben zuzuschütten und Gras drüber wachsen zu lassen oder auch Restlöcher in Seen zu verwandeln.

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