Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen (Allgemeines Forum)
cwing, Sonntag, 14.10.2018, 16:28 (vor 2746 Tagen)
Hallo,
nachdem ich den Thread In Limburg/Montabaur brennt der 511 jetzt mal gelesen habe, hier mal ein kleiner Bericht, wie alles aus meiner Sicht ablief. Ich habe in der Mitte von Wagen 33 gesessen. Also direkt vor dem ausgbrannten Wagen.
Einige Minuten (ca. 5-10 Minuten) bevor der Zug abbremste, habe ich einen Schlag gehört. Ich habe das nicht weiter beachtet, da immer mal wieder ein Koffer umfällt, und dabei ähnliche Geräusche macht. Der Schlag war im Nachhinein betrachte, aber stärker als "üblich". Ob dieser Schlag wirklich im Zusammenhang mit dem Unglück steht, kann ich nicht sagen.
Wenige Minuten später kamen Reisende aus Richtung 31/32 und setzten sich in Wagen 33. Sie sagten, dass eine Scheibe gesplittert sei. Ob die Scheibe nur angerissen war, oder richtig zerbrochen, weiß ich nicht. An dem Platz habe niemand gesessen, so dass nichts weiter passiert ist. Als ich dann kurze Zeit später aus dem Fenster schaute, war oranges, flackerndes Licht zu sehen. Wir haben uns noch gewundert und das dann auf den Stromabnehmer zurückgeführt. Alles bei voller Fahrt.
Zwischendurch ist auch Zugpersonal in Richtung Wagen 32 gegangen (nicht gelaufen), vermutlich um den Schaden zu begutachten.
Kurze Zeit später kamen das Zugpersonal wieder zurück. Der Zug war immer noch in voller Fahrt. Wieder etwas später bremste der Zug dann plötzlich ab, und dann kam schon ein Polizist, und sagt nur, alle sollen möglichst schnell den Wagen ohne Gepäck verlassen und nach vorne gehen. Bei einem kurzen Blick nach hinten sah man schon Rauch im Zug.
Dann ging eingentlich alles ganz schnell und ohne Panik. Die Leute gingen im Zug nach vorne. Jemand (ich vermute ein Bahnmitarbeiter) öffnete eine Tür vorsichtig auf der rechten Seite, schloss sie aber sofort wieder, und sagte, da sei die Oberleitung heruntergekommen. Dann wurde die Tür auf der anderen Seite geöffnet, zwei Personen sprangen heraus, und halfen den anderen Reisenden beim Ausstieg.
Ein Lob kann ich dem Zugpersonal aussprechen. Es hat zügig und schnell, ohne Panik reagiert.
Den Bericht vom Focus ist Unsinn. Es haben keine 5 Zufälle dafür gesorgt das nich mehr passiert ist. Wenn der Polizist nicht gewesen wäre, hätte ein anderer Reisende die Notbremse gezogen und für die Räumung gesorgt. Es waren auch kleine Kinder an Bord, und bei Babys wären genügend Reisende anwesend gewesen, die geholfen hätten.
Der wichtigste "Zufall" war das besonnen reagierende Zugpersonal.
Gruß,
Christoph
Danke
mdln, Sonntag, 14.10.2018, 16:42 (vor 2746 Tagen) @ cwing
Hallo,
danke für deine Sicht, da läuft es einem Eiskalt den Rücken runter...
Ein Lob kann ich dem Zugpersonal aussprechen. Es hat zügig und schnell, ohne Panik reagiert.
Zustimmung!
Den Bericht vom Focus ist Unsinn. Es haben keine 5 Zufälle dafür gesorgt das nich mehr passiert ist. Wenn der Polizist nicht gewesen wäre, hätte ein anderer Reisende die Notbremse gezogen und für die Räumung gesorgt. Es waren auch kleine Kinder an Bord, und bei Babys wären genügend Reisende anwesend gewesen, die geholfen hätten.
Leider muss es heutzutage immer einen Helden geben, da passt der Bundespolizist ganz gut ins Bild. Und zur Qualität von Journalisten brauch man nicht viel sagen, die ist länger nicht mehr gut.
Hoffentlich erholst du dich von dem Schock gut:)
Gruß
mdln
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
Frecciarossa, Sonntag, 14.10.2018, 18:08 (vor 2746 Tagen) @ cwing
Dass die Boulevardpresse und die Click-Bait-Online-Medien ("Der ICE war schockiert, aber dann tat ein Fahrgast etwas besonderes ...") an den Tatsachen vorbei schreiben, war ja zu erwarten. Die ganzen Medienopfer hier im Forum werden natürlich wieder kein Wort zurücknehmen und so tun, als ob nichts gewesen wäre.
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
GYSEV ventus, Sonntag, 14.10.2018, 20:26 (vor 2746 Tagen) @ cwing
bearbeitet von GYSEV ventus, Sonntag, 14.10.2018, 20:28
Erstmal danke für deinen Bericht. Gut, dass du nicht weiter hinten gesessen bist.
Wenige Minuten später kamen Reisende aus Richtung 31/32 und setzten sich in Wagen 33. Sie sagten, dass eine Scheibe gesplittert sei. Ob die Scheibe nur angerissen war, oder richtig zerbrochen, weiß ich nicht. An dem Platz habe niemand gesessen, so dass nichts weiter passiert ist. Als ich dann kurze Zeit später aus dem Fenster schaute, war oranges, flackerndes Licht zu sehen. Wir haben uns noch gewundert und das dann auf den Stromabnehmer zurückgeführt. Alles bei voller Fahrt.
Wäre es nicht schon da an der Zeit gewesen, die Notbremse ziehen? Würdet ihr nicht die Notbremse ziehen, wenn (vor allem bei 300 km/h, aber auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten) eine Scheibe springt? Mir kommt es jetzt etwas komisch vor, dass da alle einfach brav in den nächsten Wagen gehen und nichts weiter tun. War in dem Fall wohl trotzdem von Vorteil, so war der Waggon wahrscheinlich schon (fast) leer, als das Feuer richtig ausbrach...
Liebe Grüße,
GYSEV ventus.
Scheibe kaputt
brun, Montag, 15.10.2018, 08:05 (vor 2745 Tagen) @ GYSEV ventus
bearbeitet von brun, Montag, 15.10.2018, 08:06
Letzten Winter war ich im IC Amsterdam-Berlin, als bei 200 Km/h eine Scheibe zersplitterte (wahrscheinlich ein Eiszapfen von einer Brücke gefallen, oder irgendwelche Jungs haben gefrorene Schneekugeln an den Zug geworfen).
Irgendjemand hat sofort die Notbremse gezogen. Als wir standen, waren die Zugbegleiter auch schon in dem betroffenen Wagen. Sie haben es sich kurz angeschaut, dann mit dem Lokführer telefoniert, der den Zug dann mit niedriger Geschwindigkeit in den nächsten Regionalbahnhof gefahren hat. Bewusst, weil man sonst die Strecke blockiert, und dort ja auch nicht aussteigen kann.
Während den letzten Paar Kilometer sind dann schon alle in den nächsten Wagen gegangen (war ja auch eisig kalt inzwischen...)
Man unterschätzt wie besonnen und ruhig und klug das Zugpersonal und die Fahrgäste handeln können.
Und genau das ist in diesem Fall auch passiert. Ob jetzt die Notbremse nach zwei Sekunden oder erst nach zwei Minuten gezogen wird, ist doch egal. Alle haben das Richtige gemacht.
Wäre es nicht schon da an der Zeit gewesen, die Notbremse ziehen? Würdet ihr nicht die Notbremse ziehen, wenn (vor allem bei 300 km/h, aber auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten) eine Scheibe springt? Mir kommt es jetzt etwas komisch vor, dass da alle einfach brav in den nächsten Wagen gehen und nichts weiter tun. War in dem Fall wohl trotzdem von Vorteil, so war der Waggon wahrscheinlich schon (fast) leer, als das Feuer richtig ausbrach...
Liebe Grüße,
GYSEV ventus.
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
cwing, Montag, 15.10.2018, 11:00 (vor 2745 Tagen) @ GYSEV ventus
Erstmal danke für deinen Bericht. Gut, dass du nicht weiter hinten gesessen bist.
Wenige Minuten später kamen Reisende aus Richtung 31/32 und setzten sich in Wagen 33. Sie sagten, dass eine Scheibe gesplittert sei. Ob die Scheibe nur angerissen war, oder richtig zerbrochen, weiß ich nicht. An dem Platz habe niemand gesessen, so dass nichts weiter passiert ist. Als ich dann kurze Zeit später aus dem Fenster schaute, war oranges, flackerndes Licht zu sehen. Wir haben uns noch gewundert und das dann auf den Stromabnehmer zurückgeführt. Alles bei voller Fahrt.
Wäre es nicht schon da an der Zeit gewesen, die Notbremse ziehen? Würdet ihr nicht die Notbremse ziehen, wenn (vor allem bei 300 km/h, aber auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten) eine Scheibe springt? Mir kommt es jetzt etwas komisch vor, dass da alle einfach brav in den nächsten Wagen gehen und nichts weiter tun. War in dem Fall wohl trotzdem von Vorteil, so war der Waggon wahrscheinlich schon (fast) leer, als das Feuer richtig ausbrach...
Ich denke schon, dass die Fahrgäste die Notbremse gezogen hätten, wenn es so schlimm gewesen wäre. Es waren einige Pendler dabei, die schon einige Jahre diese Strecke jeden Tag fahren, so wie ich auch.
Das Feuer brach es richtig aus, als der Zug zum Halten gekommen war.
Die Zerstörung an den Wagen ist vermutlich auch deshalb so groß, weil die Feuerwehr erst sehr spät angfangen hat zu löschen. Man wollte vermutlich erst sichergehen, dass der Strom der Oberleitung auch wirklich abgestellt ist, und die Oberleitung geerdet ist. Aber das ist jetzt Spekulation von mir.
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
brun, Montag, 15.10.2018, 11:28 (vor 2745 Tagen) @ cwing
Die Zerstörung an den Wagen ist vermutlich auch deshalb so groß, weil die Feuerwehr erst sehr spät angfangen hat zu löschen. Man wollte vermutlich erst sichergehen, dass der Strom der Oberleitung auch wirklich abgestellt ist, und die Oberleitung geerdet ist. Aber das ist jetzt Spekulation von mir.
Genau. Auch wird die Oberleitung meistens noch geerdet, da eine Zusage, dass die Spannung weg ist, nicht immer heißt, dass es auch so ist... (Stromnetze sind komplex, und es ist nicht immer leicht, innerhalb von Minuten eine Leitung ab zu schalten).
Diese Erdung erfolgt manuell, da braucht es auch nochmal das richtige Gerät.
Bis dahin wird gar nichts gelöscht. Die Gefahr ist einfach viel zu groß.
Außerdem braucht man noch das richtige Löschmittel, das muß erst mal da sein. Wenn es ein Trafobrand war, dann brennen dort hunderte von Liter Öl, und das sollte man wirklich nicht mit Wasser löschen (vergleiche es mit einem Fett-Pfannenbrand).
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
Mike65, Montag, 15.10.2018, 13:26 (vor 2745 Tagen) @ brun
Außerdem braucht man noch das richtige Löschmittel, das muß erst mal da sein. Wenn es ein Trafobrand war, dann brennen dort hunderte von Liter Öl, und das sollte man wirklich nicht mit Wasser löschen (vergleiche es mit einem Fett-Pfannenbrand).
Ölbrände werden mit Schaum gelöscht, man kann das auf den Bildern auch gut sehen. Die dazu notwendigen Chemikalien sollte jeder Löschzug an Bord haben, schliesslich gibt es auf der Autobahn auch immer wieder mal was zu löschen. Eher ein Problem auf freier Strecke ist die Wasserversorgung.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
martarosenberg, Sonntag, 14.10.2018, 20:46 (vor 2746 Tagen) @ cwing
bearbeitet von martarosenberg, Sonntag, 14.10.2018, 20:48
Moment Mal. Oberleitung runtergekommen?
Hat der Zug da die ganze Zeit, wo er nach Schaden fuhr, mit einem Stromabnehmer kilometerweit die Oberleitung runtergeholt?
UND: Wieso kann man dann so schnell so einfach auf der anderen Seite aussteigen? Sorgt die Zugleittechnik dafür, dass der Gegenverkehr automatisch sicher gestoppt wird wenn es zu einem Nothalt kommt?
Und danke für den Bericht. Liest sich nach gutem Handeln.
Außer, dass bei der gesprungenen Scheibe die Notbremse zu ziehen ggf. angebracht wäre -- die könnte ja auch plötzlich dann ganz rausfallen (vllt. bei einer Druckwelle bei entgegenkommendem Zug) und Scherben durch den Wagen schleudern.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
agw, NRW, Montag, 15.10.2018, 08:06 (vor 2745 Tagen) @ martarosenberg
Moment Mal. Oberleitung runtergekommen?
Hat der Zug da die ganze Zeit, wo er nach Schaden fuhr, mit einem Stromabnehmer kilometerweit die Oberleitung runtergeholt?
UND: Wieso kann man dann so schnell so einfach auf der anderen Seite aussteigen? Sorgt die Zugleittechnik dafür, dass der Gegenverkehr automatisch sicher gestoppt wird wenn es zu einem Nothalt kommt?
Und wenn die Oberleitung runter ist und möglicherweise auf dem Zug liegt/lag, warum sollte dann eine Seite sicherer als die andere sein?
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
brun, Montag, 15.10.2018, 09:29 (vor 2745 Tagen) @ agw
Und wenn die Oberleitung runter ist und möglicherweise auf dem Zug liegt/lag, warum sollte dann eine Seite sicherer als die andere sein?
Wenn sie auf dem Zug oder dem Gleis liegt, ist da im Prinzip schon ein Kurzschluss entstanden, und müsste die Spannung schon deswegen abgeschaltet sein.
Trotzdem nimmt man bei einer Evakuierung selbstverständlich kein unnötiges Risiko, und lässt die Fahrgäste auf der anderen Seite aussteigen.
Diskutieren, ob die andere Seite jetzt wirklich sicherer gewesen ist, macht man nachher, zum Beispiel in Foren voller Menschen die nicht dabei waren, und keine Ahnung von Notfallszenarieren haben, aber hinterher trotzdem meinen, sie wüssten alles besser. ;-)
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
agw, NRW, Montag, 15.10.2018, 19:29 (vor 2745 Tagen) @ brun
Und wenn die Oberleitung runter ist und möglicherweise auf dem Zug liegt/lag, warum sollte dann eine Seite sicherer als die andere sein?
Wenn sie auf dem Zug oder dem Gleis liegt, ist da im Prinzip schon ein Kurzschluss entstanden, und müsste die Spannung schon deswegen abgeschaltet sein.
Weder noch. Deswegen dauert es ja auch sonst immer 5h, bis man aussteigen darf.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
EK-Wagendienst, EGST, Montag, 15.10.2018, 19:32 (vor 2745 Tagen) @ agw
Und wenn die Oberleitung runter ist und möglicherweise auf dem Zug liegt/lag, warum sollte dann eine Seite sicherer als die andere sein?
Wenn sie auf dem Zug oder dem Gleis liegt, ist da im Prinzip schon ein Kurzschluss entstanden, und müsste die Spannung schon deswegen abgeschaltet sein.
Weder noch. Deswegen dauert es ja auch sonst immer 5h, bis man aussteigen darf.
Wenn Gefahr im Verzug ist, ist das aber was anderes.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
brun, Montag, 15.10.2018, 09:25 (vor 2745 Tagen) @ martarosenberg
Moment Mal. Oberleitung runtergekommen?
Hat der Zug da die ganze Zeit, wo er nach Schaden fuhr, mit einem Stromabnehmer kilometerweit die Oberleitung runtergeholt?
Die Oberleitung ist wahrscheinlich einfach geschmolzen in dem Feuer. Das passiert schnell.
Auf einigen Fotos sieht man auch, dass sie kaputt ist.
Oberleitung runter?
MC_Hans, 8001376, Montag, 15.10.2018, 10:23 (vor 2745 Tagen) @ brun
Moment Mal. Oberleitung runtergekommen?
Hat der Zug da die ganze Zeit, wo er nach Schaden fuhr, mit einem Stromabnehmer kilometerweit die Oberleitung runtergeholt?
Die Oberleitung ist wahrscheinlich einfach geschmolzen in dem Feuer. Das passiert schnell.Auf einigen Fotos sieht man auch, dass sie kaputt ist.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die OL schon kurz nach dem Nothalt des Zuges aufgrund des Feuers durchgeschmolzen war, ist gering. Der Zug rollte ja noch, d.h. die Hitzeeinwirkung verteilt sich auf eine lange Strecke.
Entweder: OL runter bereits kurz nach dem Halt, dann mechanisches "Abräumen" ursächlich
Oder: beim Verlassen des Zuges bereits längere Standzeit vergangen, dann Schmelzvorgang wahrscheinlich
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
cwing, Montag, 15.10.2018, 10:38 (vor 2745 Tagen) @ martarosenberg
Die Oberleitung ist erst runtergekommen, als der Zug schon stand. Vermutlich durch das Feuer. Wurde mir auch so von einem mitreisendem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr gesagt.
Er ist übrigens mit einem Feuerwehrmann der Flughafenfeuerwehr, der ebenfalls im Zug war, durch den Zug gegangen um zu überprüfen, ob noch Personen im Zug sind.
Es hatten auch schon Mitreisende auf der rechten Seite die Türentriegelung gezogen, aber das anwesende Zugpersonal hat sofort gesagt, die Entriegelung wieder umgehend zu schließen, was auch gemacht wurde.
Die Türen wurden auch nicht sofort geöffnet, mit dem Hinweis, dass erst die Strecke gesperrt werden muss. Als das passiert war wurden es uns mitgeteilt und die Türen, dort wo ich stand, auf der linken Seite geöffnet.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
martarosenberg, Montag, 15.10.2018, 10:48 (vor 2745 Tagen) @ cwing
Die Oberleitung ist erst runtergekommen, als der Zug schon stand. Vermutlich durch das Feuer. Wurde mir auch so von einem mitreisendem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr gesagt.
Er ist übrigens mit einem Feuerwehrmann der Flughafenfeuerwehr, der ebenfalls im Zug war, durch den Zug gegangen um zu überprüfen, ob noch Personen im Zug sind.
Es hatten auch schon Mitreisende auf der rechten Seite die Türentriegelung gezogen, aber das anwesende Zugpersonal hat sofort gesagt, die Entriegelung wieder umgehend zu schließen, was auch gemacht wurde.
Die Türen wurden auch nicht sofort geöffnet, mit dem Hinweis, dass erst die Strecke gesperrt werden muss. Als das passiert war wurden es uns mitgeteilt und die Türen, dort wo ich stand, auf der linken Seite geöffnet.
Danke. Hört sich nach guter Leitung durch das Personal an.
"Durfte" man denn jetzt überall aussteigen, oder nur dort wo Nottreppchen hingestellt waren?
Immerhin ist man denke ich ja auch bei einem Feuer in einem Wagen in weiter entfernt liegenden Wagen auch noch relativ sicher, denke ich, solange der Wind den Rauch nicht dorthin bläst. In sofern war auch das abwarten auch eine gute Idee.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
cwing, Montag, 15.10.2018, 11:04 (vor 2745 Tagen) @ martarosenberg
"Durfte" man denn jetzt überall aussteigen, oder nur dort wo Nottreppchen hingestellt waren?
Man durfte überall aussteigen. Bei uns war keine Nottreppe aufgestellt. Es sind zwei Personen heruntergesprugen, und habe den nachfolgenden Fahrgästen geholfen.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
VT642, Montag, 15.10.2018, 20:04 (vor 2745 Tagen) @ cwing
Auf den Bildern waren auch eingeschlagene Fenster zu sehen. Sind also auch Fahrgäste durch die Fenster ausgestiegen?
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
cwing, Montag, 15.10.2018, 20:56 (vor 2745 Tagen) @ VT642
Auf den Bildern waren auch eingeschlagene Fenster zu sehen. Sind also auch Fahrgäste durch die Fenster ausgestiegen?
Ich denke nicht. Wenn du in der ARD Mediathek suchst, findest du ein Video bei dem noch alle Fenster des letzten Wagens verschlossen sind. Selbst die Tür ist noch zu.
Ich denke es wird zu dem Zeitpunkt niemand mehr im letzten Wagen gesessen haben.
Die Fenster und Türen wurden vermutlich von der Feuerwehr geöffnet.
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 16.10.2018, 08:10 (vor 2744 Tagen) @ cwing
Die Fenster und Türen wurden vermutlich von der Feuerwehr geöffnet.
Als ehemaliger Feuerwehrmann stimme ich dieser Vermutung zu.
Erstens schafft man auf diesem Weg Möglichkeiten, einen gezielten Außenangriff vorzunehmen (um den Brand so weit einzudämmen, zum Innenangriff übergehen zu können) und zweitens schafft man damit eine Möglichkeit, den Rauch abziehen zu lassen, was einerseits einen Flahshover (Rauchgasdurchzündung) verhindert und andererseits den Innenangriff erleichtert.
Bei Wohnungsbränden werden i.d.R. durch die Feuerwehr auch schnell Fenster geöffnet, um Rauch abziehen zu lassen (oft in Kombination mit Überdruckbelüftung - dieser dicke Ventilator vor der Haustür). Beim ICE bleibt da halt nur Fenster einschlagen, was in der Gesamtschadenssumme, insbesondere wenn der Endwagen ohnehin ein Totalschaden sein sollte, vernachlässigbar ist.
An den Tankzugbrand am Frankfurter Sdbahnhof anno 1997 denkende Grüße
der Colaholiker
--
![[image]](http://abload.de/img/kippelnverbotene3qfr.png)
Oberleitung runter? Und ? Stoppen des Gegenverkehres
martarosenberg, Donnerstag, 25.10.2018, 10:22 (vor 2735 Tagen) @ cwing
Die Oberleitung ist erst runtergekommen, als der Zug schon stand. Vermutlich durch das Feuer. Wurde mir auch so von einem mitreisendem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr gesagt.
Dann wäre die Gefahr ja sogar noch größer gewesen, wären die Leute gleich ausgestiegen, als die Oberleitung noch oben war.
Dazu fällt mir noch eine Frage ein: Hat der Zug eigentlich eine Kurzschlussvorrichtung für Notfälle, um gezielt den Schutzschalter der Stromversorgung auszulösen? Also solange die Oberleitung oben ist und der Zug angebügelt ist, einen Kurzschlussschalter innerhalb des Zuges. (Für einfach halte ich es nicht, muss ja sicher so viel Strom leiten ohne dass irgendwas schmilzt damit der Schutzschalter kommt, und beim Schließen des Schalters darf nicht ein Brand ausgelöst werden.)
Stoppen des Gegenverkehres
Henrik, Montag, 15.10.2018, 12:03 (vor 2745 Tagen) @ martarosenberg
Wieso kann man dann so schnell so einfach auf der anderen Seite aussteigen? Sorgt die Zugleittechnik dafür, dass der Gegenverkehr automatisch sicher gestoppt wird wenn es zu einem Nothalt kommt?
Der ICE 222 hat Willroth um 6:09h , der 511 hat 6:21h passiert. Der zweite Zug der von Frankfurt Richtung Köln fährt ist der 618 und der war um 6:29h in Montabaur und ist von dort zurück nach Frankfurt. Es war somit kein Zug in der Nähe
--
in einem anderen Forum zu lesen.
Willroth bzw. Üst Willroth befindet sich knapp 9 km weiter nördlich.
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
Southwest Chief, Sonntag, 14.10.2018, 21:42 (vor 2746 Tagen) @ cwing
Ein Lob kann ich dem Zugpersonal aussprechen. Es hat zügig und schnell, ohne Panik reagiert.
Den Bericht vom Focus ist Unsinn. (...)
Deswegen maulen ja so viele über unserer Lügen- und Lückenpresse. So ein Unmut wegen der schlechten Medienberichte hat nichts mit Nazi zu tun. Der Ärger ist vorprogrammiert, wenn man nur noch Clickbait-Artikel schreibt.
Der wichtigste "Zufall" war das besonnen reagierende Zugpersonal.
Danke. Ich verstehe gar nicht, warum das nicht über-DEUTLICH in den Medien erwähnt wird!
Ich vermute, das Bahnpersonal wird den Bundespolizisten einbezogen haben, weil er als Polizist a) eine gewisse Autorität hat und b) jede helfende Hand willkommen ist. (So wie auch die Passagiere, die beim aussteigen geholfen haben.)
Was die Notbremsung angeht: Ich hätte schon Bedenken, das zu tun, wegen der drakonischen Strafen. Schliesslich kann ich mir als Laie nicht zu 100 % sicher sein, das richtige zu tun. Und wenn dann ein Passagier fällt und mich zivilrechtlich verklagt, kommt KEIN Staat mit einem Anwalt zu Hilfe. Und die Rechtsschutzversicherung weigert sich dann vermutlich erneut...
Ich bin froh, dass dies kein zweites Eschede geworden ist!
P.S. Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
Southwest Chief, Sonntag, 14.10.2018, 21:50 (vor 2746 Tagen) @ Southwest Chief
Da ja zwischen dem geborstenen Glas und dem Feuer noch eine Zeit lang
gefahren wurde, dürften etliche Kilometer Gleis untersucht werden
müssen.
Eventuell versucht man die Stelle zu finden, an der das Erstereignis
war.
Schafft man das in so einer kurzen Zeit (1 Woche)?
P.S. Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
bahnfahrerofr., Sonntag, 14.10.2018, 22:29 (vor 2746 Tagen) @ Southwest Chief
bearbeitet von bahnfahrerofr., Sonntag, 14.10.2018, 22:29
Mal eine blöde Frage, aber was könnte die konkrete Ursache für das Bersten der Scheibe gewesen sein? Bereits Hitzeentwicklung? Von außen? Von unten?
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
Holger2, Sonntag, 14.10.2018, 23:25 (vor 2746 Tagen) @ cwing
Hallo,
also da sind schon noch ein paar offene Fragen:
-> Keiner der Fahrgäste hat die Notbremse gezogen. Genau dieses Fehlverhalten war Ursache für das Unglück in Eschede, wo 101 Menschen ums Leben kamen.
-> Das Zugpersonal ging in den Wagen, um den Schaden zu begutachten. Erst danach wurde von einem Bundespolizisten die Notbremse gezogen: D.h. nicht einmal das Zugpersonal war manns genug, die Notbremse zu ziehen. Zumindest hätte die Geschwindigkeit zu diesem Zeitpunkt schon reduziert worden sein können.
Meines Erachtens hatten hier etwa 500 Leute ziemlich viel Glück, dass sie überhaupt noch am Leben sind. Davon dass hier alles reibungslos gelaufen ist, kann überhaupt keine Rede sein - im Gegenteil.
Holger
Bericht zu ICE 511 am Freitag morgen
chritz, Montag, 15.10.2018, 06:51 (vor 2745 Tagen) @ Holger2
Hallo,
also da sind schon noch ein paar offene Fragen:
-> Keiner der Fahrgäste hat die Notbremse gezogen. Genau dieses Fehlverhalten war Ursache für das Unglück in Eschede, wo 101 Menschen ums Leben kamen.
URSACHE für das ICE-Unglück von Eschede war ein gebrochener Radreifen. Die Begrifflichkeiten sollten schon richtig genutzt werden, insbesondere wenn man dann so argumentiert:
-> Das Zugpersonal ging in den Wagen, um den Schaden zu begutachten. Erst danach wurde von einem Bundespolizisten die Notbremse gezogen: D.h. nicht einmal das Zugpersonal war manns genug, die Notbremse zu ziehen. Zumindest hätte die Geschwindigkeit zu diesem Zeitpunkt schon reduziert worden sein können.
"Manns genug". Also tut mir leid, solche Wertungen gehören sich nicht, wenn man nicht dabei war. Da schenke ich lieber dem Erstposter glauben.
Meines Erachtens hatten hier etwa 500 Leute ziemlich viel Glück, dass sie überhaupt noch am Leben sind. Davon dass hier alles reibungslos gelaufen ist, kann überhaupt keine Rede sein - im Gegenteil.
Du warst ja nicht dabei...
Holger
Abtransport der Reste des ICE im Video
ICETreffErfurt, Eisenach, Dienstag, 16.10.2018, 08:47 (vor 2744 Tagen) @ cwing
Zur Ursache.
martarosenberg, Donnerstag, 25.10.2018, 10:33 (vor 2735 Tagen) @ cwing
Zur Ursache schreibt [derwesten.de]:
Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ ist einer der beiden Transformatoren des Zuges zerborsten, weil diese mit Öl gekühlt würden, habe sich das Feuer schnell ausbreiten können. Details zur Ursache will der Konzern selbst erst nach Abschluss der Ermittlungen herausgeben.