Japan: Shinkansen N700 (Reiseberichte)

sflori, Freitag, 12.10.2018, 18:29 (vor 2720 Tagen)

Moin,

ich komme gerade aus Japan zurück und zeige hier eine kleine Dokumentation meiner Shinkansen-Fahrten.

Ich war in Zügen der Baureihe N700 unterwegs in mehreren Abschnitten zwischen Tokyo und Hiroshima. Das sind 800 km. Die Fahrt dauert 3:44 h. Und da wir in Japan sind, auch keine Sekunde (!) länger.

techn. Details siehe hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Shinkansen-Baureihe_N700

Karte:
https://goo.gl/maps/ZGLMPKsTd6q

Die Shinkansen-Züge beschleunigen direkt ab Bahnsteig auf Streckengeschwindigkeit und bremsen auch erst zum Bahnsteig hin wieder ab. Rumgurkereien durchs Bahnhofsvorfeld gibt es schlichtweg nicht. Die Züge verkehren außerdem auf eigenem Bahnkörper, der eingezäunt und an vielen Stellen videoüberwacht ist. Die Ticketkontrolle erfolgt an Bahnsteigsperren, sodass in der Regel in den reservierten Bereichen im Zug keine weitere Kontrolle erfolgt.

Bahnsteigsperre (mit Railpass muss man leider durch den Schaffner-Zugang ganz rechts):

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Stacheldraht und Videoüberwachung (hinten Schinkansen-Gleise, vorne Regio):

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Viele Bahnsteige haben Bahnsteigtüren, jedoch nicht immer durchgehend. Alle Ansagen und Anzeigen erfolgen in Japanisch und Englisch. Also keinen Schreck kriegen, wenn ich hier Fotos mit japanischen Anzeigen zeige - das wechselt nach ein paar Sekunden. ;)

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Sperren-Meister:

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Bestuhlung in der 2. Klasse 2+3, in der 1. Klasse 2+2. Das klingt eng, stört aber gar nicht, da als Ausgleich die Beinfreiheit enorm ist. Dies liegt auch daran, dass die Sitzreihen drehbar sind. In der Regel werden sie in Fahrtrichtung gedreht, lassen sich jedoch auch durch Passagiere umdrehen, falls man eine Sitzgruppe bilden möchte

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Auf den Rückenlehnen findet sich immer ein Überblick, welche Zugeinrichtungen im aktuellen Wagen und in den Nachbarwagen zu finden sind.

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Im Zug gibt es Pissoirs, reine Waschkabinen, Toiletten und keinen (!) Speisewagen. Dafür kursiert eine Minibar, die sogar Grüntee-Eis im Angebot hat. Mjamm.

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Das schaut alles schon ein wenig anders aus als bei uns. Für Raucher gibts übrigens Raucherräume. Die Raucher unserer Reisegruppe waren begeistert!

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Was ist das? Kennt das die heutige Jugend noch? Man sieht Fernsprecher noch an vielen Stellen, und das im technikverrückten Japan. Die Maschine rechts ist ein Geldscheineinzugsgerät.

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Die 1. Klasse heißt hier übrigens gar nicht 1. Klasse, sondern man reserviert einfach gegen Aufpreis im "Green Car". In anderen Zügen gibts noch eine zusätzliche Luxusklasse - nicht jedoch im N700.

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Beim Einsteigen helfen detaillierte Beschreibungen, den richtigen Wagen zu finden. Die ersten paar Wagen haben in der Regel unreservierte Plätze - der Rest ist reserviert. So gibts kein Chaos in den ca. 400 Meter langen Zügen.

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Für Dinge wie umgekehrte Wagenreihung, fehlende 1. Klasse oder ausgefallene Toiletten gibts im Japanischen übrigens gar keine Übersetzung. ;) Die Verspätung der Shinkansen-Züge beträgt im Durchschnitt 6 Sekunden.

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Und für die Fahrgäste, die sich noch nicht in den echten Shinkansen trauen, gibts am Bahnsteig schonmal die Möglichkeit, zu üben. ;)

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Bye. Flo.

どうもありがとう!

JanZ, HB, Freitag, 12.10.2018, 18:57 (vor 2720 Tagen) @ sflori

Vielen Dank für den Bericht! Nach Japan muss ich allein wegen der Eisenbahn unbedingt auch mal.

Was ist das? Kennt das die heutige Jugend noch? Man sieht Fernsprecher noch an vielen Stellen, und das im technikverrückten Japan.

Hmm, aber warum? Ich gehe davon aus, dass die Handydichte in Japan genauso hoch ist wie unsere.

Für Dinge wie umgekehrte Wagenreihung, fehlende 1. Klasse oder ausgefallene Toiletten gibts im Japanischen übrigens gar keine Übersetzung. ;)

Wobei sie es sich bei den ersten beiden Punkten auch leicht machen und immer mit Triebzügen hin und her fahren ;-). Da kann gar kein einzelner Wagen kaputt gehen oder durch einen fehlenden Richtungswechsel umgekehrt gereiht sein.

Schöne URL übrigens ;-).

どうもありがとう!

sflori, Samstag, 13.10.2018, 15:06 (vor 2719 Tagen) @ JanZ

Wobei sie es sich bei den ersten beiden Punkten auch leicht machen und immer mit Triebzügen hin und her fahren ;-). Da kann gar kein einzelner Wagen kaputt gehen oder durch einen fehlenden Richtungswechsel umgekehrt gereiht sein.

DB Fernverkehr würde das hinkriegen. ;-)

Schöne URL übrigens ;-).

Ja, und schon sehr alt. Idee kam von den Kommilitonen damals und hatte wirklich nichts mit Kenntnissen der Mathematik zu tun...


Bye. Flo.

Japan: Shinkansen N700

Christian_S, Freitag, 12.10.2018, 20:19 (vor 2720 Tagen) @ sflori

Danke für Deinen Bericht, das weckt Erinnerungen :-)

Da hast Du ja quasi dieselben Strecken befahren wie ich 2013. Damals habe ich ja auch einen Reisebericht darüber hier eingestellt. 5 Jahre ist das schon wieder her, ich werde alt^^ ;)


Die Shinkansen-Züge beschleunigen direkt ab Bahnsteig auf Streckengeschwindigkeit und bremsen auch erst zum Bahnsteig hin wieder ab. Rumgurkereien durchs Bahnhofsvorfeld gibt es schlichtweg nicht.

Das aber stimmt so nicht. Bist Du nur mit Nozomi-Zügen gefahren? Die halten ja nur an den ganz großen Bahnhöfen, an denen es meist keine Durchfahrgleise gibt.
Die "langsameren" Kategorien Hikari und Kodama aber halten ja häufiger, letztere sogar an allen Stationen, an denen ähnlich Bahnhöfen wie Limburg Süd, Montabaur oder Vaihingen nur die seitlich angeordneten Gleise Bahnsteige haben, die durchgehenden Hauptgleise bahnsteiglose Durchfahrgleise sind. Und an denen sind in Japan Weichen verbaut, die sogar nur relativ langsam befahren werden (glaube 70 km/h). Daher fahren die Shinkansen dort nach ihrem Halt sehr wohl erstmal "langsam" aus dem Bahnhof, bevor dann auf Streckengeschwindigkeit beschleunigt wird.

Ich hoffe, Du hast auch KitKat mit Kirsch- und mit Grünteegeschmack probiert :-)

Abendliche Grüße


Christian_S

Japan: Shinkansen N700

sflori, Samstag, 13.10.2018, 15:10 (vor 2719 Tagen) @ Christian_S

Rumgurkereien durchs Bahnhofsvorfeld gibt es schlichtweg nicht.

Das aber stimmt so nicht. Bist Du nur mit Nozomi-Zügen gefahren?

Gemischt. Der Railpass gilt ja leider nicht in den Nozomi-Zügen. Gefühlt waren die Bahnhofseinfahrten selbst mit 70 km/h schneller als bei uns hier. Wenn ich hier in die großen Bahnhöfe fahre, gehts teils KILOMETERWEIT vorher schon auf 40 oder 60. In Japan ist das eher so wie bei uns Wolfsburg oder Frankfurt Flughafen.

Ich hoffe, Du hast auch KitKat mit Kirsch- und mit Grünteegeschmack probiert :-)

Ja, der halbe Koffer ist voll damit. Sehr lecker! ;)


Bye. Flo.

Japan: Shinkansen N700

JoergBS, Samstag, 20.10.2018, 22:50 (vor 2712 Tagen) @ sflori

Im Simulator vom Eisenbahnmuseum habe ich gelernt, das der Shinkansen automatisch von 270 km/h auf 70 km/h abbremst. Das Vorrücken zum finalen Haltepunkt geht dann mit 30 km/h .
Das Überholen sieht auf den kleineren und mittleren Bahnhöfen ausgefeilt aus:
Der/die schnelleren Züge überholen mit Vmax und dann rollt auch gleich der zur Seite genommene Zug an und folgt. Das führt teilweise zu 10-15 Min Aufenthalt.

Japan: Shinkansen N700

Southwest Chief, Samstag, 13.10.2018, 09:43 (vor 2720 Tagen) @ sflori

Kein Vandalismus! Kein Graffiti, keine halb abgerissene Verkleidung.

Schön. Danke für die Bilder.

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