5x 1.Kl.-Lounge und 16 Bundesländer mit Tageskarte [m. 7 B.] (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
bei früheren Recherchen von "Ringverbindungen" Hamburg - Berlin -
München - Frankfurt - Köln, mit dem Ziel festzusetellen, ob man alle DB
Lounges mit "1. Klasse-Bereich" an einem Tag besuchen kann, hat es nie
ganz gepasst: entweder es fehlten paar Minuten auf einen notwendigen
Anschluss oder die letzte Lounge hat bei Ankunft gerade schon
geschlossen... Angeregt hierdurch
habe ich doch noch eine Variante gefunden: Da die
Lounge in Frankfurt Hbf eine Stunde länger geöffnet hat als die in Köln,
funktioniert es fahrplantheoretisch, wenn man am Ende tauscht:
04:20 ab Hannover RE 4400 - 05:39 Bremen
05:56 IC 2020 - 06:51 Hamburg Hbf
(Lounge laut DB-Homepage Sa/So ab 7:00 geöffnet)
07:38 ICE 703 - 09:21 Berlin
10:05 ICE 1723 - 14:46 München
15:28 ICE 514 - 20:05 Köln
20:28 ICE 19 - 21:31 Frankfurt (Lounge geöffnet bis 22:00)
Danach wieder weg zu kommen war erst mal zweitrangig, aber es war ohnehin schwer zu glauben, dass es klappt. Ende Juli herrschte schon seit Tagen eine angespannte Betriebslage, zahlreiche Böschungsbrände kamen noch zu den sonstigen Unwägbarkeiten hinzu. Aber meine Prämie "DB-Tageskarte Samstag 1. Klasse" verlor bald ihre
Gültigkeit, so musste ich es einfach probieren:
Auf dem Weg früh morgens um kurz nach vier zum Hbf Hannover war ich
verwundert, wie viel Feiervolk noch um den Raschplatz herum unterwegs
war - lebe ich etwa doch in einer Großstadt? Der rote Doppelstock-RE
stand bereit und pünktlich ging es los.
![[image]](https://www.dropbox.com/s/7i5s7lvcwzbdsdi/01_RE_rs.jpg?dl=1)
Laut RIS-Prognose hatte IC 2020 gerade bis zu +30 gesammelt, so dass ich schon mal nachguckte, ob zur Not auch ein Metronom rechtzeitig von Bremen nach Hamburg führe, ja,
Hamburg Hbf an 7:24 - ginge so gerade. Doch der IC hatte dann wohl freie Bahn, während ich im Morgenlicht sinnierte, welche Bäume bei Verden wohl beim nächsten Sturm
umknicken werden, schrumpfte die Verspätung des IC 2020 bis er in
Bremen war auf +5, so dass er noch vor dem erwähnten Metronom auf die
Strecke ging.Der IC war recht voll und hatte einen kreativen Wagenpark
ohne angezeigte Reservierungen (überwiegend Ex-Interregio, aber auch ein
deklassierter Apmz und ein Bpmz 857). Eine komplette Garnitur ICmod
hing samt 101 hinten mit dran, war aber glaub nicht zur Mitfahrt
freigegeben, obwohl sie in den Digitalanzeigen mit IC 2020 beschildert
war. Da die Abteile des alten Avmz mit je mindestens drei, teils
querliegend schlafenden, Reisenden belegt waren, verzichtete ich auf
meine 1. Klasse-Berechtigung und bin ganz vorne in einen weniger stark
besetzten Interregio-Waggon mit geöffneten Fenstern. Der Tf machte
weiter ordentlich Tempo, so dass Harburg drei Minuten vor Plan erreicht
wurde, Hbf mit -1 .
![[image]](https://www.dropbox.com/s/g6epfbf1xjt2ng9/02_IC_rs.jpg?dl=1)
Schon unterwegs stellte ich fest, dass bing und google angeben, die
Lounge in Hamburg öffne Sa/So um 7:30 - na toll. Und so stand es dann auch aufm Schild... Öffnung 7:30,ungemütlich bei Abfahrt 7:38, immerhin Gleis 6 , das im Sprintmodus in
ca. 30 Sekunden von der Lounge zu erreichen sein dürfte. Nach meinem Hinweis wurde die Angabe auf bahn.de nun korrigiert.
Zwischenzeitlich versuchte ich aus der Not eine Tugend zu machen und
ging auf gut Glück zum Tunnelbahnsteig der S-Bahn und hatte Erfolg:
Gleich die S21 ab 6:58 war ein ET 490, so dass ich zum Dammtor meine
Premierenfahrt absolvierte.
![[image]](https://www.dropbox.com/s/t5lr6x06ccxghim/04_490_rs.jpg?dl=1)
Zurück am
Hbf-Lounge-Eingang klingelte ich ab 7:24 dezent alle zwei Minuten, exakt
um 7:30 öffnete sich die Tür. Für ein Croissant und ein Glas Cola hat es
gereicht, um 7:35 bin ich wieder los und konnte noch locker vor Abfahrt
am ICE 1 entlang spazieren...
Die Fahrt nach Berlin verlief pünktlich, in Spandau fuhr parallel ICE
786 ein, in den ich spontan wechselte, um im Hbf Höhenmeter zur Lounge
zu sparen und mal wieder über die Stadtbahn zu fahren.
Die Berliner Lounge war gut besucht, und ich hatte etwa eine halbe Stunde Zeit.
ICE 1723 war umgekehrt gereiht, ohne Reservierungsanzeigen, mit WLAN
aber ohne ICE-Portal und in Wagen 28 mit defekten Lautsprechern
unterwegs - also hinten statt vorne raus gucken, aber insgesamt war ich
bei meiner VDE8-Premiere zufrieden mit längerer Aussicht dank geringerer
v_max. Der ICE war pünklich, allerdings gab es ab Bamberg Probleme mit
der Stromversorgung. Der (mutmaßlich, bin kein Bahnelektriker)
Hauptschalter ging immer wieder aus, wir rollten langsam dahin. Immer
wieder hörte man charakteristisches Klacken am Dach
beim Wiederanschalten, und immer wieder gingen bald danach Motor,
Lüftung und Bordsteckdosen wieder aus. Ab und zu konnte der Tf noch
wieder etwas beschleunigen bevor der Strom wieder weg war, aber ich
befürchtete schon, dass der Zug in Erlangen oder Nürnberg enden würde,
und ich gucken muss ob es eine rechtzeitige Alternative nach München
gibt. Mit nur etwa +10 vor Erlangen funktionierte plötzlich alles
wieder, der Tf hatte auf den vorderen Stromabnehmer gewechselt. Ob es
einen Zusammenhang gab zu dem starken Geblitze und Gebrazzel, das mir
bereits im Tiergartentunnel am hinteren Stromabnehmer auffiel, weiß ich
nicht, denn von Südkreuz bis Bamberg war es wieder ruhig. Bis München
war der Zug wieder pünktlich. Die gute halbe Stunde in der Münchener
Lounge verlief auch entspannt.
Auch bei ICE 514, einem Velaro, war zumindest ein Zugteil gedreht und
viele Leute wollten mitfahren. Es ging pünktlich los, und ich war
zuversichtlich auch die übrigen zwei Lounges zu schaffen. Zwar wuchs die
Zahl der bundesweiten Störungsmeldungen, aber meine Zielregion war noch
nicht betroffen. Dachte ich. Gegen 16:00 erlangte ich Kenntnis vom PU
bei Hockenheim. Da das RIS angab "Strecke Karlsruhe-Mannheim" hoffte ich
zunächst, es sei vielleicht noch knapp vor der SFS Stuttgart-Mannheim
passiert und diese nicht betroffen. Aber ein Blick auf die Verspätungen
entgegen kommender ICE und die hafas livemaps von DB-Netze zeigten,
dass doch. Ereignis 15:23, Prognose Streckensperrung bis 17:30 -
Abwarten, auf etwa 18:15 schätzte ich meine planmäßige Durchfahrtszeit.
Dann SperrPrognose bis 18:00 - würde gerade reichen, ich hoffte
inständig auf rechtzeitige Streckenfreigabe. Doch bei Abfahrt in
Stuttgart um 17:45 kamen dann +25 ins RIS für die Umleitung über
Heidelberg, und bald darauf wurde diese auch per Latsprecher verkündet.
Damit war klar, dass der Plan scheitert und es nur noch für die Lounge
in Köln oder Frankfurt reicht. Entlang Mannheim Friedrichsfeld konnte
nur geschlichen werden, die Prognose des ICE 514 stieg auf +40 .
Deshalb habe ich umdisponiert und bin in Mannheim raus. Nächster Zug
nach Frankfurt Hbf war ECE 52 aus Mailand mit etwa +60, und da ich noch
nie ETR 610 gefahren bin, gab es ein weiteres Premierentrostpflaster.
Der schweizer Schnellzug hat eine ordentliche Zeit hingelegt nach
Frankfurt, kurz nach 19:50 ging es dort in die Lounge.
![[image]](https://www.dropbox.com/s/qhuswcqigtkrra1/06_ETR_rs.jpg?dl=1)
Ursprünglich hatte ich zwei unterschiedliche Ideen für die Rückfahrt:
Entweder von Frankfurt mit IC nach Würzburg, um am nächsten Morgen noch
nordwärts mit ICE2 und ICE4 die bis dahin nicht genutzen ICE-Typen zu
sammeln, oder aber ins Saarland, um innerhalb eines Tages alle
Bundesländer befahren zu haben (ja, die VDE 8 fährt ein kleines Stück
durch Sachsen) und dann früh morgens zurück nach Hannover (Das letzte
Stück wäre dann wegen der 10 Uhr-Grenze nachzulösen gewesen). Nun hatte
ich Samstag Abend plötzlich viel mehr Zeit als geplant. So lag es für
mich nahe, flexibel den vlexx durchs Nahetal zu nehmen - Frankfurt ab
20:25. Da wollte ich schon immer mal lang, aber leider wurde es bald
dunkel und man konnte die Landschaft nur noch
erahnen. Hinter Mainz war die Sonne schon untergegangen.
![[image]]( https://www.dropbox.com/s/qzhypzx955v8bb1/07_SUM_rs.jpg?dl=1)
Ich hatte mir schon im Vorfeld ein Hotel direkt beim Bahnhof
Bad Homburg (Saar) ausgeguckt, wo ich, hätte alles geklappt, um 23:55
aus Mannheim hätte angekommen können. So war es nun schon etwa 40
Minuten vorher aus dem mir bis dahin unbekannten Neunkirchen und ich
konnte sogar knapp sechs Stunden schlafen.
![[image]](https://www.dropbox.com/s/5y1osht52im8da3/09_Homburg_rs.jpg?dl=1)
Um 5:52 ging es dann mit EC 217 schon wieder los, über Mannheim und von dort mit ICE 604 nach Köln (wieder planwidrig gereiht mit 1. Klasse nach hinten rausguckend, aber auch das macht Spaß)
![[image]](https://www.dropbox.com/s/qahgths11atoh7w/08_KRM_rs.jpg?dl=1)
So konnte ich in Köln noch die fünfte Lounge, und für die Bundesländerwertung NRW,
nachholen - damit habe ich die Ziele zwar mit einer Tageskarte, aber
nicht an einem Tag erreicht. Aber so ist dann dann eben. Insgesamt
hatte ich trotzdem durchaus Freude an der Aktion, werde es aber vermutlich kein zweites Mal probieren, zumindest nicht absehbar bald :-)
Ach ja, ich musste dann noch mit ICE 857 zurück nach Hannover, und
aufgrund vermuteter Vermittlungsprobleme und Scham habe ich mich nicht
getraut, Bahnbedienstete zu bitten, die Tageskarte 2,5 Stunden länger zu
akzeptieren, sondern habe die Tage zuvor von der Comfort-Hotline
geschenkten Punkte für eine Freifahrt genutzt. An sich unter Wert,
Köln-Hannover wäre mir sonst mit BC50 dafür zu günstig, aber da es sich
ja um eine reine Spaßreise handelte, wollte ich die Kosten auf die fürs Hotel beschränken. Zur Verpflegung habe ich nichts kaufen
müssen, fünf 1.Klasse-Lounges reichen gut für 32 Stunden - fürs
Hotelfrühstück bin ich in Homburg zu früh weg. Meine
Lounge-Konsumbilanz so weit ich mich erinnere: 3 Croissants, 1 Kuchen, 2
Vollkornschnitten, 2 Sandwiches, 2 Cappucino, 1 Cola, 2 Fassbrausen, 2
alkoholfreie Weizenbiere, es ist schwer den Geldwert davon zu bemessen.
In Gastronomiepreisen beachtlich, Beschaffungskosten geringer, Grund-
und Zusatzkosten des Lounge-Betriebes für mich als Nicht-BWLer schwer für Einzelbesuche zu beziffern.
Es folgen nun noch zwei Fotobeiträge: Eine Fisheye-Dokumentation der 1.Klasse-Bereiche und - zufällig zum Tag der Deutschen Einheit, ein Bundesländerrätsel, viel Spass und schönen Feiertag!
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