Über die Pfefferminzbahn zum Neusiedler See – 4/5 Fortsetz. (Reiseberichte)

TD, Samstag, 04.08.2018, 18:36 (vor 2794 Tagen) @ TD

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Am Wiener Hauptbahnhof schnuppern wir kurz etwas frische Luft...

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...dann geht in einem doppelstöckigen REX weiter an den Neusiedler See. Nachdem der Zug das Stadtgebiet von Wien verlassen hat, geht es zunächst entlang der Leithaberge nach Osten.

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Die Weinberge gehören nun schon zum Weinbaugebiet Neusiedlersee im Osten des Neusiedler Sees, so langsam nähern wir uns also unserem heutigen Tagesziel.

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Der Neusiedler See ist ein flacher Steppensee, der von einem breiten Schilfgürtel umgeben ist. Hier der Blick Richtung See, wobei das Gewässer selbst von hier aus nur zu erahnen ist.

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Wir nehmen nun in Neusiedl am See Quartier – wobei der Ortsname etwas irreführend ist, denn der Ort liegt doch ein ganzes Stück vom See entfernt. Werfen wir zunächst einen Blick auf Pfarrkirche...

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...und Rathaus. Mit der Schmalspurbahn bequem bis zur Badeanstalt am Neusiedler See zu fahren, das wäre jetzt eine feine Sache. Nur blöd, dass die Kleinbahn Neusiedl am See schon 1939 stillgelegt wurde. Und so heißt es nun eben, die 1,5 Kilometer lange Strecke zu Fuß zurückzulegen.

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Doch der Fußweg lohnt sich, wir werden mit einem Bilderbuch-Sonnenuntergang belohnt. Der Neusiedler See liegt zwar teilweise in Ungarn, dennoch ist er der größte österreichische See. Und er ist der größte See in Mitteleuropa, der keinen Abfluss hat.

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Tja, wenn jetzt nur nicht der Rückweg nach Neusiedl wäre.

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Bis wir zurück sind, ist es dunkel. Hier sind wir im Stadtzentrum beim Glockenturm des Brennerschen Hofs angekommen. Und damit endet auch unser vierter Reisetag.


Tag 5: Neusiedl am See – Eisenstadt – Wulkaprodersdorf – Sopron – Fertőszentmiklós – Neusiedl am See – Podersdorf – Neusiedl am See

Heute wollen wir den Neusiedler See umrunden. Leider spielt das Wetter nicht so recht mit, so dass die weiteren Bilder von grauen Wolken und Regentropfen geprägt sind.

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Neusiedl hat zwei Bahnhalte, wir starten am Bahnhof und umfahren den See gegen den Uhrzeigersinn. Mit einem ÖBB-Talent führt uns die erste Etappe nach Eisenstadt.

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Wir fahren auf der sogenannten Pannoniabahn oder Leithagebirgsbahn, die ein Teil der historischen Verbindung zwischen Bratislava und Sopron ist. Die Strecke galt immer wieder als einstellungsgefährdet, nach einer Modernisierung und Elektrifizierung ist der Betrieb heute offenbar gesichert. Den Neusiedler See werden wir bei der Umrundung kaum zu Gesicht bekommen, in der Ferne ist das Gewässer nur kurz zu sehen.

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Über dem Weinbauort Jois erhebt sich die alte Pfarrkirche, die 1770 erbaut wurde, nachdem der Vorgängerbau bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung zerstört worden war. Weiter führt die Strecke entlang der Ausläufer des Leithagebirges.

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Bevor der Zug den Bahnhof von Eisenstadt erreicht, sticht in der Ferne ein markantes Gebäude ins Auge. Bei dem 144 Meter langen Gebäude handelt es sich um die Martinskaserne.

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Eisenstadt ist die Landeshauptstadt des Burgenlandes – und hat für eine Landeshauptstadt einen überschaubaren Bahnhof. Aber gut, bei nur knapp 15.000 Einwohnern reichen drei Gleise und eine Regionalverkehrsanbindung.

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Unseren kleinen Stadtrundgang beginnen wir mit dem Dom St. Martin...

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...und dem Haydn-Haus, wo der Komponist Joseph Haydn von 1766 bis 1778 wohnte und dem Haus Esterházy als Hofkapellmeister diente.

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Das Schloss Esterházy ist eines der Wahrzeichen von Eisenstadt. Die ungarische Adelsfamilie Esterházy gehörte einstmals zu den reichsten Adelsfamilien und baute die damalige Wehrburg von Eisenstadt in den 1650ern zu einem repräsentativen Barockschloss um.

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Schließlich laufen wir noch hinauf zum Kalvarienberg mit der Kreuzkapelle, dann geht es zu Fuß zurück zum Bahnhof. Eine Busfahrt zum Bahnhof wäre aber auch interessant gewesen, denn die drei Linien des Stadtbusses tragen Namen. Ich weiß nur gerade nicht, ob Linie Georg, Vitus oder Martin zum Bahnhof gefahren wären. Und ich weiß auch nicht, ob es in Eisenstadt eine Gleichstellungsbeauftragte gibt und was die dazu sagt, dass die Buslinien nur Männernamen tragen – aber das ist eine andere Geschichte.

Upps, mit knapp 50 Bildern ist dieser Teil jetzt auch wieder recht lang geworden, da machen wir hier mal einen Schnitt. In den nächsten Tagen folgt der fünfte und letzte Teil, in dem wir die Umrundung des Neusiedler Sees fortsetzen und Sopron besuchen, und auch die Heimfahrt an den Bodensee steht dann an.


Viele Grüße und einen schönen Sonntag

Tobias

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