Über die Pfefferminzbahn zum Neusiedler See – 3/5 Fortsetz. (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 31.07.2018, 18:31 (vor 2790 Tagen) @ TD

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So, nun wird es für mich interessant, denn polnische Dieseltriebwagen kommen ja nicht besonders häufig nach Deutschland und mit der Baureihe SA135 bin ich noch nie mitgefahren. Die Regionalverkehrslinie D 19 von Görlitz nach Jelenia Góra / Hirschberg wird von der Koleje Dolnośląskie betrieben.

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Nach kurzer Fahrt überqueren wir die Lausitzer Neiße und damit die deutsch-polnische Grenze. Der Neißeviadukt ist 475 Meter lang und wurde 1847 mit der Bahnstrecke von Görlitz ins damalige Kohlfurt (Węgliniec) eröffnet, zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden einige Bögen gesprengt und später unter polnischer Leitung wieder aufgebaut. Der Blick fällt am deutschen Ufer auf die Obermühle, die einstige Getreidemühle beherbergt heute die östlichste Bierbrauerei Deutschlands.

Bald darauf ist in der Ferne der Kirchturm von Jerzmanki (Hermsdorf) zu sehen.

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Etwa eineinhalb Stunden dauert die Fahrt von Görlitz bis Jelenia Góra, das ist eine reizvolle Landpartie durch Niederschlesien mit einigen Wald- und Wiesenbahnsteigen, dazwischen auch alte Bahnhöfe wie in Zaręba (Lichtenau).

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Abschnittsweise prägen Schienenstöße die Fahrt und das monotone Rütteln macht etwas schläfrig...

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...da muss man schon aufpassen, dass man das historische Empfangsgebäude von Stara Kamienica (Altkemnitz) nicht versäumt. Wir fahren hier auf einem Teilstück der Schlesischen Gebirgsbahn, die von der Preußischen Staatsbahn als Teil einer neuen Bahnverbindung zwischen Berlin und Wien gebaut wurde.

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Am Fuße des Riesengebirges führt die Strecke schließlich nach Jelenia Góra (Hirschberg), wo die Fahrt mit der Koleje Dolnośląskie endet.

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Auch hier haben wir Zeit für einen kleinen Stadtrundgang eingeplant. Die niederschlesische Stadt Jelenia Góra hat 80.000 Einwohner – und eine schmucke Altstadt.

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Obwohl es in Hirschberg keine Kriegszerstörungen gab, verfielen nach 1945 zahlreiche Häuser in der Altstadt. Erst nach 1965 wurden die Bürgerhäuser aus der Barock- und Rokokozeit vereinfacht rekonstruiert. Im Zentrum liegt der Hirschberger Ring...

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...rund um das Rathaus.

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Ja, doch – ich sehe da auch eine Straßenbahn, die zwischen den Autos parkt. Die ausgemusterte Bahn dient als Touristinformation, heute gibt es in Jelenia Góra keinen Straßenbahnbetrieb mehr.

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Vorbei an der Kreuzerhöhungskirche...

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...laufen wir zurück zum Bahnhof. Seit 1866 ist Hirschberg (bis 1945 Hirschberg (Rsgb) Hbf) an das Bahnnetz angeschlossen. Der Bahnhof wurde in den letzten Jahren renoviert und modernisiert. Wir wollen nun weiterreisen nach Breslau.

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Hmm, das war aber anders geplant. Ich hatte mir für die Strecke gezielt den Intercity ausgesucht, da dieser eigentlich aus einem Pesa Dart bestehen sollte und ich diesen Fernverkehrstriebwagen gerne mal von innen angeschaut hätte. Stattdessen steht ein Wagenzug für die Fahrt nach Breslau bereit, schade.

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Aber die Strecke ist schön, zumindest anfangs bei der Fahrt durch das Hirschberger Tal, hier bei Janowice Wielkie (Jannowitz). Weiter folgt die Strecke landschaftlich reizvoll dem Tal des Flusses Bober.

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Wir sind weiter auf der Schlesischen Gebirgsbahn unterwegs und fahren durch die Ausläufer des Riesengebirges, rund um Wałbrzych (Waldenburg) geht es dabei recht kurvenreich zu. Hat man eigentlich von dem ominösen Gold-Zug von Wałbrzych mal wieder etwas gehört, den die Nazis in einem Stollen versteckt haben sollen?
Die weitere Fahrt nach Breslau ist dann landschaftlich langweilig.

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Mit Breslau ist schließlich unser heutiges Tagesziel erreicht. In der Stadt war ich zwar schon mehrfach – aber trotzdem ist hier rund um das alte Rathaus am Großen Ring immer wieder schön.

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Ich mag auch die Atmosphäre, die an lauen Sommerabenden am Ring herrscht, da lohnt es sich auf jeden Fall, nach Sonnenuntergang nochmals herzukommen.

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Ja, und damit sind wir am Ende des dritten Teils angelangt. In den nächsten Tagen folgt Teil 4 mit der Weiterfahrt an den Neusiedler See. Ob wir dann mehr Glück haben und wenigstens die Mitfahrt im Pendolino der PKP klappt?

Viele Grüße

Tobias

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