Nachmittags im RE1 von Düsseldorf nach Hamm, keine Fotos (Reiseberichte)

kllaas, Dienstag, 24.07.2018, 08:44 (vor 2798 Tagen)

Hallo,

Gestern führte mich nach der Arbeit in Langenfeld seit langer Zeit eine Fahrt in der HVZ von Düsseldorf Hbf nach Hamm. Und abends spät über Unna mit dem RE 11 zurück.

In Düsseldorf Hbf, Gleis 17, kam der RE 1 mit wenigen Minuten Verspätung rein. Da Sommerferien, standen nicht so große Mengen an Reisenden am Bahnsteig. Was mir auffiel, waren Radfahrer, die über den Zug verteilt den Zug entern wollten und nicht am richtig ausgeschilderten Platz für das Sonderabteil standen. Dazu mindestens 1 Reisender mit großem Bild mit Rahmen, mindestens DIN A0. Die Verspätung wurde etwas größer, weil Reisende die Lichtschranke mindestens einer Tür nicht freigaben. Nach entsprechender, leicht genervter Ansage ging es aber, auch an anderen Stationen weiter.
Die Einfahrt nach Düs-Flughafen wurde sehr spät angesagt, so dass Reisende, die auf die englischsprachige Ansage angewiesen waren, erst ausstiegen, während große Mengen schon wieder einstiegen.
In Duisburg Hbf wollten wieder Massen in den RE 1, mehr als Aussteiger. Und auch da warten wegen Türen, Radfahrer an falschen Aufstellplätzen und ein weiterer Rahmenträger DIN A1. Im Mülheim/Ruhr erstmals deutlich mehr Aussteiger als Einsteiger.
Dann Warten vor Essen Hbf auf ein freies Gleis. In Essen großer Fahrgastaustausch, Türen schließen wieder nicht, s.o. Der nachfolgende IC nach HH, nebenan, fährt nicht vor.
Wattenscheid mit sehr wenig Wechsel. Bochum mit vielen Aussteigern. Ab hier gab es Sitzplätze in übersichtlicher Zahl.
Dortmund Hbf erreichten wir mit 12 Minuten Verspätung. Der Zug mit Halt über Preußen war nur noch halb voll. Mit 20 Minuten Verspätung ging es hinter dem IC nach HH raus. Viele Berufstätige bei mir freuten sich über die direkte Verbindung dorthin.
Aber dann kam die Killeransage: Der Halt fällt aus, weil eine RB 51 dort liegen geblieben war. Nächster Halt Hamm, Reisende nach Preußen sollen sitzen bleiben, dieser Zug fährt nach kurzer Wendezeit dorthin zurück. Was nicht gesagt wurde, dass es etwa 1 Stunde dauert, bis der Zug Preußen wieder erreicht. Hinter dem Abzweig auf die Osterfelder Bahn fuhr der Zug ohne weitere Ereignisse nach Hamm, und kam auf Gleis 13 mit genau 15 Minuten Verspätung an. Gegenüber wartete RE 6 nach Minden, der Umstieg wurde stark genutzt.

Fragen: Darf DB Regio, VRR oder NVR diesen Zug für Fahrradbeförderung sperren? Das Mehrzweckabteil war im Zug. Ich weiß nicht, wie voll es war.
Warum suchen sich Reisende mit Fahrrädern um halb fünf oder fünf Uhr nachmittags diesen Zug aus? Es gibt leerere Züge, auch um die Zeit.
Wie ist die Situation bei diesem Zug erst außerhalb der Sommerferien?
Ja, ich weiß, ich hätte auch mit dem RE 13 fahren können. Fernverkehr kam gerade keiner die Strecke entlang.
Großes Lob an den Fahrer für die Ansagen, fürs zügige Gasgeben etc.
Klimaanlagen funktionierten in allen Zügen einwandfrei. Auch auf de Rückfahrt mit dem RE11 ab Unna. Was ich da von Dortmund und Bochum für Ecken erstmals sah....

Bon voyage ... Kristian

Erklärungsversuche

Proeter, Dienstag, 24.07.2018, 10:14 (vor 2797 Tagen) @ kllaas
bearbeitet von Proeter, Dienstag, 24.07.2018, 10:19

Erst einmal danke für deinen wichtigen und zugleich dankbar sachlichen Beitrag.

Die Verspätung wurde etwas größer, weil Reisende die Lichtschranke mindestens einer Tür nicht freigaben.

Das liegt nicht nur an den Fahrgästen, aber auch an der nachsichtigen Türsteuerung, die schon bei einer durchziehenden Fliege die Tür wieder öffnet.
Habt ihr mal angesehen, wie die Türen der Pariser Metro schließen?
Die schließen mit großer Kraft bis auf einen ca. 20 cm breiten Spalt und danach etwas langsamer. Vor diesen Türen haben die Fahrgäste großen Respekt - da hält niemand die Tür auf. Warum geht das in Deutschland nicht?

Fragen: Darf DB Regio, VRR oder NVR diesen Zug für Fahrradbeförderung sperren?

"Darf"? Wahrscheinlich schon. Allerdings hat man im VRR erst vor einiger Zeit die Sperrzeiten abgeschafft, wohl um Verwirrung zu vermeiden.

Das Mehrzweckabteil war im Zug. Ich weiß nicht, wie voll es war.

Oft genug ist es voll, doch eben nur nicht mehr Fahrrädern, sondern mit Leuten, die auf den Klappsitzen Platz nehmen - und meist auch keinen Platz machen, wenn jemand mit Fahrrad kommt.
Würden folgende Regeln beachtet, könnten große Mengen Fahrräder mitfahren:
- Niemand sitzt auf Klappsitzen
- Fahrräder werden platzsparend und ohne Gepäck untergebracht.
- Radfahrer bemühen sich, die Fahrräder schon beim Einsteigen so vorzusortieren, dass das im Zug unterbleiben kann
- Kinderwagen werden bei hoher Auslastung konsequent zusammengeklappt
- Radfahrer steigen alle ins Mehrzweckabteil ein.
- Andere Reisende meiden diesen Ausgang und bevorzugen den anderen Ausgang im gleichen Waggon

Ich habe im RE 1 noch NIE erlebt, dass mehr Fahrräder mitfahren wollten, als bei kooperativer Vorgehensweise ins Mehrzweckabteil gepasst hätten.

In den neuen S-Bahnen geht man nun den Weg, dass zumindest auf einer Seite keine Klappsitze mehr angebracht werden. Ein Segen!

Warum suchen sich Reisende mit Fahrrädern um halb fünf oder fünf Uhr nachmittags diesen Zug aus? Es gibt leerere Züge, auch um die Zeit.

- Weil dadurch Reiseketten verunmöglicht werden.
- Weil man bei vielen Pendelrelationen im Ruhrgebiet (oft sogar an beiden Enden) ein Fahrrad braucht und die Leihradsysteme völlig unzureichend sind.
- Weil keine Kenntnis über den Belegungsgrad vorliegt.
- Weil zuvor ein IC mit Fahrradreservierung verpasst wurde

Wie ist die Situation bei diesem Zug erst außerhalb der Sommerferien?

- Entspannter, weil weniger Fahrradtouristen (mit großen Packtaschen) unterwegs sind.

Erklärungsversuche

Frankfurt (Main) Süd, Dienstag, 24.07.2018, 13:45 (vor 2797 Tagen) @ Proeter

Ich bin ja weitgehend bei Dir, aber in diesem einen Punkt gehe ich nicht mit:

- Kinderwagen werden bei hoher Auslastung konsequent zusammengeklappt

Bei Kindern ab zwei Jahren aufwärts sollte das in der Regel funktionieren (allerdings muss dann auch noch der ganze Krempel, der sich im Korb unten im Wagen befindet, anderweitig verstaut werden, was in einem gut gefüllten Mehrzweckabteil auch nicht ganz einfach ist). Kinder, die noch nicht allein sitzen, stehen und laufen können, sind dagegen häufig im Wagen am besten aufgehoben. Und als alleinfahrender Elternteil das wahlweise schreiende, trinkende oder schlafende Baby auf dem Arm zu halten und mit der anderen Hand den Wagen kleinzufalten, ist je nach Wagen schwierig bis unmöglich. Schließlich: Wenn das Kind noch in der Babywanne liegt (idR bis zu einem Alter von sechs bis neun Monaten), hat man nach dem Zusammennfalten das Gestells immer noch die Wanne als sperriges Trumm. Bringt also wenig bis nichts.

Zumindest im RMV ist, wenn mich nicht alles täuscht, klar geregelt, dass Rollstühle und Kinderwagen Vorrang vor Fahrrädern haben. IMHO völlig zu Recht.

Erklärungsversuche

lululu, Dienstag, 24.07.2018, 19:54 (vor 2797 Tagen) @ Frankfurt (Main) Süd
bearbeitet von lululu, Dienstag, 24.07.2018, 19:56

Ich bin ja weitgehend bei Dir, aber in diesem einen Punkt gehe ich nicht mit:

- Kinderwagen werden bei hoher Auslastung konsequent zusammengeklappt


Bei Kindern ab zwei Jahren aufwärts sollte das in der Regel funktionieren (allerdings muss dann auch noch der ganze Krempel, der sich im Korb unten im Wagen befindet, anderweitig verstaut werden, was in einem gut gefüllten Mehrzweckabteil auch nicht ganz einfach ist). Kinder, die noch nicht allein sitzen, stehen und laufen können, sind dagegen häufig im Wagen am besten aufgehoben. Und als alleinfahrender Elternteil das wahlweise schreiende, trinkende oder schlafende Baby auf dem Arm zu halten und mit der anderen Hand den Wagen kleinzufalten, ist je nach Wagen schwierig bis unmöglich. Schließlich: Wenn das Kind noch in der Babywanne liegt (idR bis zu einem Alter von sechs bis neun Monaten), hat man nach dem Zusammennfalten das Gestells immer noch die Wanne als sperriges Trumm. Bringt also wenig bis nichts.

Zumindest im RMV ist, wenn mich nicht alles täuscht, klar geregelt, dass Rollstühle und Kinderwagen Vorrang vor Fahrrädern haben. IMHO völlig zu Recht.

Hallo zusammen,

Proeters vorgeschlagene Vorgehensweise hat ein paar Probleme.
Das grundligende Problem ist, dass Radfahrer im Mehrzweckabteil erst an dritter Stelle in der "Rangliste" stehen. Als erstes haben Rollifahrer Anspruch auf Platz. Danach kommen Eltern mit Kanderwagen (nicht zusammengeklappt). Erst dann haben Fahradfahrer einen Anspruch auf Platz. Dazu kommt noch, dass alle Mobi-Aufträge im NV Zuganfang (d.h. erster Wagen erste Tür) auf dem Auftrag stehen haben, also je nach Fahrtrichtung auch noch im Mehrzweckbereich sitzend untergebracht werden müssen und demetsprechend wieder Vorrang vor Radfahrern haben.
Dementsprechend ist es z.B. auch völlig unmöglich die Klappsitze nicht zu benutzen.

Um beim RE 1 als Beispiel zu bleiben: Zwar nicht auf dem Abschnitt Düssseldorf-Hamm allerdings auf dem Teil Köln-Aachen, erlebe ich dort häufig, dass in Köln der Mehrzweckbereich mit Rollis, Kinderwagen und anderweitig berechtigten Personen so voll ist, dass an Fahradbeförderung gar nicht zu denken ist. Der Mehrzweckbereich im RE 1 ist nämlich nicht gerade groß.
Ich habe auch schon mitbekommen, dass der Zugbegleiter Fahrradfahrer darauf hingewiesen hat, dass sie im Mehrzweckbereicht prinzipiell richtig sind, allerdings Rollifahrern und Kinderwagen platzmachen müssten und falls dies nicht möglich wäre, aussteigen- und mit einem späteren Zug weiterfahren müssten.
Beim RE 1 ist von der Fahrradbeförderung - abgesehen von Tagesrandlagen - glaube ich eher abzuraten.

--
Grüße

lululu

Erklärungsversuche

idle2, Donnerstag, 26.07.2018, 14:22 (vor 2795 Tagen) @ Proeter

Würden folgende Regeln beachtet, könnten große Mengen Fahrräder mitfahren:
- Niemand sitzt auf Klappsitzen
- Fahrräder werden platzsparend und ohne Gepäck untergebracht.
- Radfahrer bemühen sich, die Fahrräder schon beim Einsteigen so vorzusortieren, dass das im Zug unterbleiben kann
- Kinderwagen werden bei hoher Auslastung konsequent zusammengeklappt
- Radfahrer steigen alle ins Mehrzweckabteil ein.
- Andere Reisende meiden diesen Ausgang und bevorzugen den anderen Ausgang im gleichen Waggon

Ich habe im RE 1 noch NIE erlebt, dass mehr Fahrräder mitfahren wollten, als bei kooperativer Vorgehensweise ins Mehrzweckabteil gepasst hätten.

Hauptproblem sind Radwanderer, die nicht einsehen, dass Fahrradtaschen abzumontieren sind und ZUBs die wenn's voll wird resignieren (also gar nicht erst durch den Zug gehen). Dann steht man meist allein da und muss diskutieren.

Lösung: Die Strecke lieber mit dem Fahrrad als mit DB Regio fahren! Mache ich am Wochenende so bis 80km.

Nachmittags im RE1 von Düsseldorf nach Hamm, keine Fotos

Steffen, Donnerstag, 26.07.2018, 16:06 (vor 2795 Tagen) @ kllaas

Ein Grund, mit dem Fahrrad in diesem Zug mitfahren zu müssen, ist, dass man als Anschluss einen IC mit Fahrradreservierung hat. Wenn man den verpasst, ist die Weiterfahrt ziemlich ungewiss, je nach Strecke auch problematisch.

In NRW würde ich sowieso versuchen, mich in den Zug zu quetschen. Man weiss nie, ob der nächste Zug pünktlich ist, ob er überhaupt kommt, und ob dann Platz fürs Fahrrad ist. Da ich persönlich aber keine Lust auf solch ungewisse Fahrten habe, versuche ich, wenn ich mit Fahrrad im Zug unterwegs bin, die Pendlerzeiten generell zu meiden.

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