Schwarzbuch Deutsche Bahn (Allgemeines Forum)

Steffen, Donnerstag, 21.01.2010, 20:42 (vor 6025 Tagen)

Das Buch "Sänk ju for traveling" hat einen Bruder: Das "Schwarzbuch Deutsche Bahn".

Gestern bin ich zufällig in eine Fernsehsendung (Talkshow "Mentz"(?) im ZDF, kurz nach Mitternacht), wo die beiden Autoren Christian Esser und Astrid Randerath zu Gast waren. Es hörte sich für mich so an als wäre das Buch die populärjournalistische Variante von "Sänk ju for traveling", leider auf Bildzeitungsniveau. Es wird praktisch alles aufgezählt, was in dem Konzern so passiert ist, was haarstreubend ist.

Besonders wurde darauf rumgeritten, dass Lokführer keine Toilette haben, wo heute doch jeder Wohnwagen mit einem WC ausgestattet ist! Und deshalb würden sich dann die Lokführer in Zügen, die mit 300 km/h fahren, in Colaflaschen "erleichtern", weil sie unter Druck gesetzt würden dass sie nicht anhalten dürften. Eine Idee, wie der Lokführer die Toilette besucht ohne anzuhalten, blieben die Autoren dem Publikum schuldig (den Aufschrei hätte ich gerne gehört, wenn es eine Toilette gäbe und der Lokführer während der Fahrt die Toilette besucht).

Ungefähr dieses Niveau wurde gehalten. Schade!!


P.S.: Ich meine es gab vor kurzem einen TV-Tipp (von Holger_HAM?), wo Inhalte des Buches Gegenstand einer Reportage waren - oder verwechsle ich da was? (ich finde den Beitrag jetzt nicht zum Verlinken)

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Schwarzbuch Deutsche Bahn

Matze86, München, Donnerstag, 21.01.2010, 20:48 (vor 6025 Tagen) @ Steffen

Besonders wurde darauf rumgeritten, dass Lokführer keine Toilette haben, wo heute doch jeder Wohnwagen mit einem WC ausgestattet ist! Und deshalb würden sich dann die Lokführer in Zügen, die mit 300 km/h fahren, in Colaflaschen "erleichtern", weil sie unter Druck gesetzt würden dass sie nicht anhalten dürften.

Ich dachte, die pinkeln in Kaffeebecher... *SCNR*

Schwarzbuch Deutsche Bahn

Steffen, Donnerstag, 21.01.2010, 20:50 (vor 6025 Tagen) @ Matze86

Ich dachte, die pinkeln in Kaffeebecher... *SCNR*

Ganz so tiefgehend wurden die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zum glück nicht beleuchtet *fg*

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Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Donnerstag, 21.01.2010, 20:53 (vor 6025 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von Holger_HAM, Donnerstag, 21.01.2010, 20:54

Hallo,

P.S.: Ich meine es gab vor kurzem einen TV-Tipp (von Holger_HAM?), wo Inhalte des Buches Gegenstand einer Reportage waren - oder verwechsle ich da was? (ich finde den Beitrag jetzt nicht zum Verlinken)

hier ist der Link:
http://www.ice-treff.de/index.php?id=52083

Das "Toilettenproblem" dürfte die Lokführer am wenigsten stören, so mein Eindruck unter den Leuten, die im Freundeskreis diesen Beruf (gerne) ausüben.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Matze86, München, Donnerstag, 21.01.2010, 20:55 (vor 6025 Tagen) @ Holger_HAM

Hallo,

P.S.: Ich meine es gab vor kurzem einen TV-Tipp (von Holger_HAM?), wo Inhalte des Buches Gegenstand einer Reportage waren - oder verwechsle ich da was? (ich finde den Beitrag jetzt nicht zum Verlinken)


hier ist der Link:
http://www.ice-treff.de/index.php?id=52083

Das "Toilettenproblem" dürfte die Lokführer am wenigsten stören, so mein Eindruck unter den Leuten, die im Freundeskreis diesen Beruf (gerne) ausüben.

Naja, wenn man fünf Stunden nicht ohne WC aushält, dann sollte man sich vielleicht umorientieren bzw. einen Arzt aufsuchen...

Grundschullehrer müssen auch "aushalten" ;-)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Donnerstag, 21.01.2010, 21:00 (vor 6025 Tagen) @ Matze86

Hallo,

Das "Toilettenproblem" dürfte die Lokführer am wenigsten stören, so mein Eindruck unter den Leuten, die im Freundeskreis diesen Beruf (gerne) ausüben.


Naja, wenn man fünf Stunden nicht ohne WC aushält, dann sollte man sich vielleicht umorientieren bzw. einen Arzt aufsuchen...

wenn ich viel im ersten Schuljahr unterrichte und noch obendrein Pausenaufsicht habe, kann ich von 7:50 Uhr bis 11:30 Uhr auch nicht zur Toilette gehen. Ein Problem ist das nicht und in der Klasse habe ich auch keinen Kaffeebecher stehen. ;-)

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Grundschullehrer müssen auch "aushalten" ;-)

Martin, Donnerstag, 21.01.2010, 21:18 (vor 6025 Tagen) @ Holger_HAM

Ein richtiger Lehrer geht ja auch nicht auf Toilette sondern zum Kopieren, hat einen wichtigen Termin beim Direktor oder wurde von Kollegen aufgehalten. Oder ist das bloß in Bayern so? ;-)

Grundschullehrer müssen auch "aushalten" ;-)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Donnerstag, 21.01.2010, 21:20 (vor 6025 Tagen) @ Martin

Hallo,

Ein richtiger Lehrer geht ja auch nicht auf Toilette sondern zum Kopieren, hat einen wichtigen Termin beim Direktor oder wurde von Kollegen aufgehalten. Oder ist das bloß in Bayern so? ;-)

das kommt erst in den höheren Jahrgangsstufen. ;-) Also ein erstes Schuljahr alleine zu lassen ist schon sehr heikel, da sollte man eine "Lokführerblase" haben. ;-)

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und ausserdem...

Kai_ME, Null-zwo-elf, Donnerstag, 21.01.2010, 21:23 (vor 6025 Tagen) @ Holger_HAM

werden eh die Halte genutzt, um sich mal eben zu erleichtern, wenn 5 oder mehr minuten aufenthalt ist... oft genug gesehen, z.B K-Deutz tief... bevor es auf die KRM geht, im laufschritt durch den wagen, "austreten" und wieder retour! ;-)

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I am older now, but still running against the wind...

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Regiosprinter, Donnerstag, 21.01.2010, 23:02 (vor 6025 Tagen) @ Holger_HAM

Holger_HAM schrieb:

Das "Toilettenproblem" dürfte die Lokführer am wenigsten stören, so mein
Eindruck unter den Leuten, die im Freundeskreis diesen Beruf (gerne) ausüben.

Hier muss ich dir beipflichten.
Klar gibt es lange Schichten ohne größere Aufenthalte, aber darauf kann man sich einstellen. Man sollte dann eben nicht vorher drei Tassen Kaffee runterkippen. ;-)
Von München aus führen die längsten Schichten ohne Pause nach Leipzig und Hannover, was einer Fahrzeit von 4:25 bzw. 4:18 Stunden entspricht.
Und selbst wenn es mal eng werden sollte: Dann fährt der Zug eben zwei Minuten später ab... Soviel Luft ist üblicherweise im Fahrplan drin.
Klaus

Schwarzbuch Deutsche Bahn

geko, München, Donnerstag, 21.01.2010, 21:51 (vor 6025 Tagen) @ Steffen

Ich habe mir das Buch gekauft und wollte es morgen mal anfangen zu lesen. Ich habe schlimmste Befürchtungen, dass es auf einem ganz niedrigen Niveau spielt.

Schwarzbuch Deutsche Bahn

sunshine, Donnerstag, 21.01.2010, 22:21 (vor 6025 Tagen) @ geko

Hi, nun ja ich habe heute mal Auszüge aus dem Buch gelesen. Und ich als Bahnmitarbeiter der DB sage hier ganz klar es spiegelt schon sehr stark die Realität. Aber es sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden. Die letzten Seiten lassen schon einen tiefn Einblick in den Konzern zu...

Schwarzbuch Deutsche Bahn

Steffen, Donnerstag, 21.01.2010, 22:46 (vor 6025 Tagen) @ sunshine

Hi, nun ja ich habe heute mal Auszüge aus dem Buch gelesen. Und ich als Bahnmitarbeiter der DB sage hier ganz klar es spiegelt schon sehr stark die Realität. Aber es sollte sich jeder selbst ein Urteil bilden. Die letzten Seiten lassen schon einen tiefn Einblick in den Konzern zu...

Was ich geschrieben habe beruht auf Inhalte der Talkshow. Meine größten Bedenken waren, dass Einzel-Vorkommnisse generalisiert und Zusammenhänge verdreht werden. Wenn das Buch an sich fundierter ist, als es in der Fernsehsendung rüber kommt, würde mich das sehr freuen! (ist ja gut möglich, dass die Autoren z.B. gut schreiben, sich aber nur mässig im Fernsehen verkaufen können).


@geko: Mich interessiert Dein Eindruck, wenn Du darin gelesen hast.

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Schwarzbuch Deutsche Bahn

JanKrohn, Vaals (NL), Freitag, 22.01.2010, 09:41 (vor 6024 Tagen) @ Steffen

Besonders wurde darauf rumgeritten, dass Lokführer keine Toilette haben, wo heute doch jeder Wohnwagen mit einem WC ausgestattet ist! Und deshalb würden sich dann die Lokführer in Zügen, die mit 300 km/h fahren, in Colaflaschen "erleichtern", weil sie unter Druck gesetzt würden dass sie nicht anhalten dürften. Eine Idee, wie der Lokführer die Toilette besucht ohne anzuhalten, blieben die Autoren dem Publikum schuldig (den Aufschrei hätte ich gerne gehört, wenn es eine Toilette gäbe und der Lokführer während der Fahrt die Toilette besucht).

"Auf Grund von dringenden Bedürfnissen verkehrt ICE 725 heute 5 Minuten verspätet."

"Auf Grund von großen Geschäften verkehrt ICE 725 heute 10 bis 15 Minuten verspätet."

;-)

Jan

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MEIN EINDRUCK (gelesen: Schwarzbuch Deutsche Bahn)

geko, München, Sonntag, 24.01.2010, 09:24 (vor 6022 Tagen) @ Steffen

Hallo zusammen,
ich habe das Buch nun wie angekündigt am Freitag durchgelesen; passend während einer ICE-Fahrt von Hamburg nach München. Nachfolgend meine Eindrücke.

1. Vergangenheitswahn
Am liebsten verwenden die beiden Autoren das Wort "früher". Sowohl in eigenen Passagen als auch bei Zitaten/Berichten von DB-Mitarbeitern wird in der Regel dargestellt, dass "früher" alles anders und besser war. Das nervt unglaublich. Keiner kann sich ernsthaft die Zeiten der "Deutschen Bundesbahn" zurückwünschen, sicher auch nicht die Autoren. Dennoch setzen sie stets auf Rückblenden. Was die Autoren zu übersehen scheinen (und typischerweise alle Menschen, die laufend mit "früher" argumentieren): 1. Früher waren auch alle anderen Lebensumstände anders und 2. man erinnert sich meistens verklärt an Vergangenes, vergisst gerne (negative) Details.

2. Einzelschicksale
Am laufenden Band werden Einzelschicksale erzählt. Dadurch werden sie aber gewiss nicht allgemeingültig. Für Nicht-Bahnfahrer müssen diese Berichte haarsträubend klingen, für genervte Bahnfahrer gießen diese Einzelberichte Öl ins Feuer. Ich als Fernpendler und häufiger Bahnfahrer hatte nur eine Reaktion parat "Aha, und?".

3. Veränderung als Makel
Dass sich die Deutsche Bahn weiterentwickelt halt, moderner wurde, schneller wurde etc. - das ist ein rotes Tuch für die Autoren. Ich gewann den Eindruck, dass die beiden der DB keinen Fortschritt gönnen. Nach dem Motto: Jeder soll sich entwickeln, aber meine Bahn bleibt bitte die alte. Beispiel: Die Ticket-Automaten und Internetbuchung sei nicht zu bedienen, früher (da ist es wieder) im bedienten Verkauf war alles besser und bequemer. Nun, was will man da entgegen? Ich kann nur sagen: Die Internetbuchung ist (vor allem nach dem kürzlich erfolgten Update mit Buchungsmöglichkeit für Dritte) prima bedienbar. Die Anzahl der Online-Tickets in den Fernverkehrszügen belegt dies auch. Und der Ticketautomat? Ich kann ihn bedienen, viele andere auch. Klar, er hat Usability-Mängel - die aber kein Kaufhemmnis sind. Das eigentliche Problem hinter beiden Ticket-Systemen beleuchten die beiden Autoren nicht, evtl. sind sie selbst betroffen: Eine Verweigerung zur persönlichen Weiterentwicklung. Online-Tickets, Online-Banking, Online-Hotelbuchungen, fahrerlose U-Bahnen, E-Mail statt Brief, Mobilfunkgeräte und und und - alles Dinge, die auch vom Kunden eine persönliche Entwicklung fordern. Die Welt dreht sich, sie dreht sich womöglich schneller als vor 50 Jahren. Aber wie schon beim Umstieg von Kerzen auf Strom und von Pferden auf Diesel/Benzin, müssen Menschen sich weiterentwickeln. Wer sagt "Onlinebanking ist nicht zu bedienen, früher war es besser mit Menschen am Schalter", der zeigt, dass er selbst nicht bereit ist, zu lernen. Gleiches gilt für Fahrkartenautomaten der Bahn. Bei allen Bugs im System: Sie funktionieren. Und wer sie aus einer grundsätzlichen Haltung "früher wars besser/bequemer" ablehnt, lehnt ab selbst zu lernen. So wohl auch die Autoren.

4. Mitarbeiterüberwachung ausgebreitet
Ein großes Kapitel für die Überwachung der Mitarbeiter. Ganz kurz und knapp: Skandalös was hier teilweise gelaufen ist, gut dass es öffentlich wurde und noch besser, wenn daraus (auch strafrechtliche) Konsequenzen gezogen werden. Nur: Das war's dann auch, für mich ist die Sache abgehakt. Insbesondere ist - bitte entschuldigt meine Offenheit - ein internes Bespitzeln von Mitarbeitern nicht zwingend kundenrelevant. Natürlich: Ich kann mir überlegen, ob ich ein solches Unternehmen durch den Kauf von Produkten/Dienstleistungen unterstütze (vergleiche Lidl, Schlecker). Aber die Autoren vermengen die sicher abzulehnenden Vorgänge ggü. Mitarbeitern zu einem "Schwarzbuch Bahn", welches den Anspruch erhebt, die Allgemeinheit zu informieren, wie ist wirklich bei der Bahn läuft. Ich finde das nicht statthaft in diesem Umfang.

5. Regio vs. Fern
Ich fühlte mich beim Lesen ein bisschen schuldig, ein bisschen als Täter. Die Autoren geißeln die Entwicklung der Bahn zu einem rasenden ICE-Monster. Die Bahn würde die Regionalpendler übersehen und vernachlässigen. Konkret: Die Autoren sehen es als überflüssig an, dass immer mehr ICEs immer schneller durchs Land brausen, während in Posemuckel Regentropfen durchs Regio-Bahnhofdach auf Pendler fallen. Sorry, liebe Autoren, es gibt kein "oder" sondern ein zwingendes "und". Ich pendle München-Hamburg per ICE und bin vor einem Jahr aktiv (!) umgestiegen vom Flieger auf den ICE. Das tat ich nur, weil der Zug unter sechs Stunden braucht für die Strecke und somit für mich konkurrenzfähig zum Flieger ist. Bei >7/8 Stunden würde ich schön jede Woche weiterfliegen. Anderes Beispiel: Berlin-Hamburg. Hier schreiben die Autoren gerne über die kaputten Betonschwellen (was tatsächlich unglaublich peinlich für die Bahn war), aber nicht dass unzählige Flüge eingestellt wurden, seitdem Geschäftsreisende in 90 Minuten per ICE fahren können. Würde die Fahrt über 2h dauern, sähe die Rate anders aus. Damit wir uns richtig verstehen: Die regionalen Verbindungen sind elementar und müssen verbessert werden. Aber dies darf nicht auf Kosten des schnellen Fernverkehrs geschehen. Ziel muss es sein, das Flugzeug innerdeutsch als Verkehrsmittel abzulösen. Dies gelingt nicht mit perfekt gereinigten, ausreichend langen, mit freundlichen Mitarbeitern besetzten Regionalzügen bei Tempo 140.

6. Was mir positiv auffiel
Die Autoren zitieren sehr häufig Dritte, meistens Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Das finde ich sehr gut. Es zahlt aus meiner Sicht nicht wirklich darauf ein, die Feststellungen allgemeingültig zu erklären (es bleiben meist Einzelsichten), aber es zeigt deutlich, dass die Bahn mehr für ihre Mitarbeiter tun muss. Die Begriffe "Kundenzufriedenheit" und "Mitarbeiterzufriedenheit" als oberste Maxime für das Unternehmen (übrigens gleichwertig mit "Gewinn" und nicht erst irgendwo dahinter) sind bei der Bahn nicht richtig implementiert. Diesen Eindruck, den ich und andere auch hier im Forum haben, verstärkt das Buch. Das haben die Autoren gut gemacht.

Fazit: Es wird immer "in" sein über die Bahn zu poltern. Jeder Deutsche könnte aus eigener Sicht perfekter Bahnchef werden. Erlebt man ja auch am Bahnsteig oft genug. Kaum jemand, der nicht ein paar Ratschläge für die Bahn parat hat. Ein solches Buch trifft genau diese Haltung. Es erörtert ein paar interessante Dinge, verpasst aber wirklich sachlich zu bleiben. Wichtiger war für die Autoren möglichst bei jedem Leser ein "Genau, so ist es! Sauerei!" auszulösen. Unwichtig bleibt eine sachliche Aufklärung über positive Entwicklungen der Bahn sowie verbesserungswürdige Umstände (die es ja unzweifelhaft gibt, auch aus der Sicht der härtesten Bahnfans!).

Soweit zum ersten Eindruck.

MEIN EINDRUCK (gelesen: Schwarzbuch Deutsche Bahn)

Joachim, Neustadt, Sonntag, 24.01.2010, 09:49 (vor 6022 Tagen) @ geko

Hallo zusammen,
ich habe das Buch nun wie angekündigt am Freitag durchgelesen; passend während einer ICE-Fahrt von Hamburg nach München. Nachfolgend meine Eindrücke. [ ... ] Fazit: Es wird immer "in" sein über die Bahn zu poltern. Jeder Deutsche könnte aus eigener Sicht perfekter Bahnchef werden. Erlebt man ja auch am Bahnsteig oft genug. Kaum jemand, der nicht ein paar Ratschläge für die Bahn parat hat. Ein solches Buch trifft genau diese Haltung. Es erörtert ein paar interessante Dinge, verpasst aber wirklich sachlich zu bleiben. Wichtiger war für die Autoren möglichst bei jedem Leser ein "Genau, so ist es! Sauerei!" auszulösen. Unwichtig bleibt eine sachliche Aufklärung über positive Entwicklungen der Bahn sowie verbesserungswürdige Umstände (die es ja unzweifelhaft gibt, auch aus der Sicht der härtesten Bahnfans!).
Soweit zum ersten Eindruck.

Hallo Geko,

vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen Bericht!
Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, mir das Buch zu kaufen, aber nach Deinem Bericht werde ich mir diese Investition wohl sparen. Insgesamt scheint mir dieses Buch dieselbe Leserschaft zu bedienen, die sich schon bei der Lektüre von "Sänk ju for träwelling" über "DIE Bahn" ereifern konnte.

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mfG - Joachim

Danke für den Bericht

Matze86, München, Sonntag, 24.01.2010, 09:53 (vor 6022 Tagen) @ geko

Ich werds mir wohl auch nicht holen...

Auch von mir: Danke :))

Steffen, Sonntag, 24.01.2010, 11:26 (vor 6022 Tagen) @ geko

Danke für den Ausführlichen Bericht - fast den gleichen Eindruck hatte ich (aus der Fernsehsendung) leider auch :(
Unglaublich, mit was man sich Gehör (und Leser) verschaffen kann. Aber durch diesen Faden reduziert sich ja die Zahl der Käufer etwas *stolz*


Noch ein Wort zu Automatenfahrkarten: Es ist möglich, mit ein bisschen Übung (einerseits im Umgang mit den Automaten, andererseits im Bahnfahren) aus dem großen Kasten eine Fahrkarte zu bekommen - man muss halt in etwa wissen was es gibt und was man möchte. Das ist in vielen Fällen möglich. Aber von Menschen, die nur sehr selten mit der Eisenbahn reisen, möchte ich diesen Lernprozess nicht in dem Maße erwarten, wie er notwendig wäre, dass auch er selbständig zu einer richtigen(!) Fahrkarte kommt.

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MEIN EINDRUCK (gelesen: Schwarzbuch Deutsche Bahn)

Dirk, Sonntag, 24.01.2010, 16:23 (vor 6022 Tagen) @ geko
bearbeitet von Dirk, Sonntag, 24.01.2010, 16:23

Moin,
prima Rezension.
Noch einige Gedanken zum "Vergangenheitswahn": Ich nutze die Deutsche Bahn/Bundesbahn seit meiner Studentenzeit in den 80er Jahren. Da lief es im Winter auch nicht rund. Ich habe mir oft genug auf meiner Stammstrecke Göttingen-Hannover einen gewissen Körperteil auf dem Bahnsteig abgefroren, weil der Fahrplan aus den Fugen geraten war. Seither habe ich den Grundsatz: Wenn es wichtig ist, lieber einen Zug eher fahren.
Als damals die ersten Fahrkartenautomaten für den Nahverkehr aufkamen, war ich echt froh, weil das "Schlange-Stehen" vor einem Schalter mit Trennscheibe und "Sprechklappe" nun wirklich nicht die optimale Lösung war. Der Unterschied zu heute ist wohl, dass die Kunden höhere Maßstäbe an die angebotene Dienstleistung anlegen und daher vieles kritischer sehen.

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