Studie vs. Studie (Allgemeines Forum)

Turbonegro, Dienstag, 19.01.2010, 22:22 (vor 6028 Tagen) @ ICE-TD
bearbeitet von Turbonegro, Dienstag, 19.01.2010, 22:24

Ich bin hin und hergerissen, was ich geantwortet hätte, wenn man mich das gefragt hätte. Gut, ich bin kein Tf, aber immerhin Fdl (=Feind des Lokführers).

Einerseits bin ich jetzt seit 1986 bei der Bundesbahn, später Bahn AG, für welchen Geschäftsbereich will ich gar nicht mehr wissen, seit 1989 Fahrdienstleiter und seither eigentlich glücklich darüber, damals die Entscheidung getroffen zu haben. Ich freue mich eigentlich zur Arbeit zu kommen, denn eigentlich ist der Beruf spannender und abwechslungsreicher als eine Bürotätigkeit. Auch den Schichtdienst hab ich lieber als jeden Tag die gleiche Arbeitszeit.

Des Weiteren ist mein Arbeitsplatz sicher und auch die Bezahlung ist ok, vor allem wenn ich an all die Leute denke, die vielleicht mit dem gleichen schulischen und beruflichen Werdegang mehr bekommen haben und jetzt in Zeiten der Krise mit Hartz IV durchkommen müssen.

Dennoch gibt es einige Punkte die nicht in Ordnung sind, für die nur teilweise das Unternehmen etwas kann.

Ein ganz großer Nachteil sind die vielen, vielen Überstunden. 2009 habe ich 493 Überstunden auf dem Konto und damit liege ich gerade einmal im Mittelfeld. Auch wenn es die meisten ier nicht gerne hören, aber wir könnten meine Strecke problemlos einmal 2 Monate zu machen...

Und ein zweites Problem ist das, dass seit einiger Zeit die Kunden immer ungeduldiger und unfreundlicher bishin zu gewalttätig werden. Mein Stellwerk ist direkt am Bahnsteig und somit werde ich natürlich sofort für Auskünfte herangezogen, was ich gern mache. Allerdings anschreien und mir Gewalt androhen lassen muss ich nicht, dann ist die Türe ganz schnell zu.

Leider nimmt dieses Verhalten in meinem Bahnhof sehr stark zu. Und ich meine damit nicht die halbstarken Teenager, die sind da noch recht friedlich wenn es um Verspätungen und Zugausfälle geht.

Es sind mehr die Krawattenträger, Lehrer und Rentner, die bei so etwas ausrasten. Mit dem Fuß gegen die Stellwerkstür tretten gehört dabei ebenso zum guten Ton, wie persönliche Beleidigungen. Das ist das was mich immer relativ mitnimmt, gut ich nehm das nicht zu Herzen, sonst hätte ichs nicht so lange ausgehalten, aber es macht mich sehr nachdenklich...

Ich habe zum Beispiel den Bericht von den Zugbegleiter die teilweise Angst haben sehr genau beobachtet und die sind noch viel mehr im Kreuzfeuer

Also insofern weis ich nicht ob ich als Fdl bei der Bahn "zufrieden" oder "unzufrieden" bin, es ist stark relativ und ich denke bei vielen Kollegen ist das ähnlich...


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