Mit der RHB zum Rheinbähnle 1/2 | 35 Bilder (Reiseberichte)

TD, Mittwoch, 11.04.2018, 19:11 (vor 2901 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hatte Euch zuletzt zu einer kleinen Alpenrundfahrt zwischen Südtirol und Aostatal mitgenommen, dabei hatten wir am ersten Reisetag die Appenzeller Bahnen und das Wälderbähnle im Bregenzerwald besucht. Bei einem Tagesausflug im August 2017 wollen wir mit dem Rheinbähnle eine weitere Museumsbahn in Vorarlberg besuchen.

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Wir lösen eine Tageskarte Euregio Bodensee (die heißt seit diesem Jahr übrigens „Bodensee Ticket“) und wenn es schon im Preis enthalten ist, entscheiden wir uns für eine Rundfahrt um den See und bauen auch noch einen kleinen Umweg ein. Von Konstanz fahren wir über Romanshorn und Rorschach zur Rorschach-Heiden-Bergbahn und weiter mit dem Postauto zur Bergbahn Rheineck-Walzenhausen. Von dort geht es nach Bregenz und mit dem Schiff zum Rheinbähnle, bevor wir dann am deutschen Seeufer über Lindau, Friedrichshafen und Radolfzell zurück nach Konstanz fahren.

Ich hoffe nur, dass aufgrund des Beitragstitels hier niemand Bilder der Rhätische Bahn erwartet hatte, denn die schreibt sich RhB, während wir mit der RHB (Rorschach-Heiden-Bergbahn) fahren.


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Der Wetterbericht verspricht einen schönen Sommertag, und so starten wir positiv gestimmt am frühen Morgen mit dem Regio-Express von Konstanz nach Romanshorn. Wir nutzen den sogenannten Spangenzug, der Konstanz mit St. Gallen verbindet.

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Auf der von der damaligen Schweizerischen Nordostbahn erbauten Strecke fahren wir über die deutsch-schweizerische Grenze nach Kreuzlingen Hafen und weiter auf der Seelinie nach Romanshorn.

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In Romanshorn bleibt Zeit für einen kleinen Spaziergang am Seeufer, anschließend fahren wir mit der S 7 weiter nach Rorschach Hafen, auch dies wieder ein GTW von Thurbo.

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Und weiter geht die Fahrt auf der Seelinie. Ich ertappe mich immer wieder dabei, einen Platz links zu wählen mit Blick auf den See, dabei ist das am Morgen wegen des Gegenlichts keine gute Wahl und der Blick ins Bodensee-Hinterland eigentlich dankbarer.

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In Rorschach Hafen wechseln wir auf die S 25 – besser bekannt als Rorschach-Heiden-Bergbahn. Heute kommt sogar einer der alten Triebwagen zum Einsatz, der Triebwagen Nr. 23 stammt aus dem Jahr 1953. Er trägt noch das alte Logo der RHB, mittlerweile ist die Bahn in den Appenzeller Bahnen aufgegangen.

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Eine S-Bahn mit offenen Sommerwagen ist auch nicht alltäglich. Das sieht im ersten Moment zwar sonderbar aus – aber das ist schon „vorne“, denn die drei Wagen werden per Fernsteuerung vom Triebwagen geschoben.

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Die Rorschach-Heiden-Bergbahn ist eine normalspurige Zahnradbahn, die von Rorschach in den rund 400 Meter höher gelegenen Ort Heiden führt. Vom Hafen im Zentrum verläuft die Strecke zunächst zum Bahnhof von Rorschach, dann beginnt der Zahnradabschnitt und den Fahrgästen bietet sich ein toller Blick über den Bodensee.

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Durch die Ausläufer des Rorschacherbergs gewinnt die Strecke weiter an Höhe, bei Wienacht-Tobel gibt es einige Weinberge. Und weiter geht die Bergfahrt durch das Appenzeller Vorderland.

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Die Strecke ist 5,6 Kilometer lang, hier erreichen wir den schmucken Bahnhof Schwendi. Die Strecke wurde nach einer Bauzeit von anderthalb Jahren 1875 eröffnet, sie ist seit 1930 elektrifiziert.

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Und hier fahren wir schon in den Endbahnhof von Heiden ein. Heiden liegt auf 794 Meter über dem Meer, der Ort hat gut 4.000 Einwohner. Im Jahr 1838 vernichtete ein verheerender Brand den Dorfkern mit knapp 130 Gebäuden samt der Kirche, in der Folge wurde das Dorf im klassizistischen Stil neu aufgebaut und entwickelte sich zu einem bedeutenden europäischen Kurort, in dem die Kaiser von Österreich und Deutschland ein- und ausgingen. Heiden wird heute als "Biedermeierdorf" vermarktet.

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Zu den Sehenswürdigkeiten von Heiden gehört die Reformierte Kirche, die nach dem großen Dorfbrand im klassizistischen Stil errichtet wurde und zwischenzeitlich auch schon einmal niedergebrannt ist und wiederaufgebaut wurde.

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Der beschauliche Kirchplatz von Heiden verwandelt sich zur vollen Stunde in einen großen Busbahnhof, nacheinander treffen Postautos aus den unterschiedlichen Richtungen in Heiden ein.

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Die klassische Touristenrunde sieht eigentlich eine Wanderung von Heiden nach Walzenhausen auf dem acht Kilometer langen „Witzweg“ vor, der mit 40 Witz-Tafeln durch die Appenzeller Landschaft mit Blick auf den Bodensee führt. Man sehe es uns nach, dass wir stattdessen das Postauto wählen, das uns in rund zwanzig Minuten nach Walzenhausen bringt.

Es geht gleich weiter...

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Mit der RHB zum Rheinbähnle 1/2 Fortsetzung

TD, Mittwoch, 11.04.2018, 19:12 (vor 2901 Tagen) @ TD

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Der Bus hält direkt am „Bahnhof Walzenhausen“, wobei auch die Bezeichnung Bergstation nicht unzutreffend wäre. Hier befindet sich der Endpunkt der Bergbahn Rheineck-Walzenhausen (RhW). Im Bahnhofsgebäude gibt es einen kleinen Laden mit Bistro, und so legen wir bei einer Tasse Kaffee einen kleinen Zwischenstopp ein.

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Die Bergstation liegt am Ende des 70 Meter langen Walzenhausen-Tunnels, der unter dem Kurhaus verläuft. Die Bergbahn begünstigte die touristische Entwicklung des Dorfs zu einem Luftkurort. Da bis zur nächsten Bahn aber noch Zeit bleibt...

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...drehen wir eine kleine Runde durch den Ort, der ebenso wie Heiden hoch am Berg gelegen einen Panoramablick über den Bodensee bietet. Hier sehen wir auch schon unser Tagesziel, nämlich die Rheinvorstreckung, über die der Fluss weit in den Bodensee hinaus geleitet wird.

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Unterhalb des Kurhauses warten wir nun auf den Zug. Die Bergbahn Rheineck–Walzenhausen führt in einer Spurweite von 1.200 Millimetern hinauf auf den Berg, die Bergstrecke ist als Zahnradbahn ausgeführt, unten auf Seehöhe gibt es noch einen kurzen Adhäsionsabschnitt.

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An Gleis 1 steht die S 26 nach Rheineck. Das „Walzehuusebähnli“ gehört seit 2006 zu den Appenzeller Bahnen und ist in das Netz der S-Bahn St. Gallen integriert. Auf der Strecke gibt es nur einen einzigen Triebwagen, er wurde 1958 gebaut.

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Die Strecke ist knapp zwei Kilometer lang, sie wurde 1896 als Standseilbahn mit Wassergewichts-Antrieb eröffnet und später zur Zahnradbahn umgebaut, der Zahnrad-Abschnitt hat eine konstante Steigung von 25 Prozent. Unterwegs gibt es zwei Bedarfshalte – und einen schönen Blick über den See.

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Nach einer Fahrzeit von neun Minuten ist die Endstation Rheineck erreicht, das Gleis der RhW endet auf dem Bahnsteig am SBB-Bahnhof. Von hier aus...

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...geht es für uns mit der S 2 eine Station weiter bis St. Margrethen. Auch dies wieder ein GTW von Thurbo. Mit drei Minuten ist die Fahrzeit so kurz, da reicht es nicht mal für ein Streckenbild.

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St. Margrethen ist der Grenzbahnhof zu Österreich, normalerweise würde man hier auf die S-Bahn Vorarlberg zur Weiterfahrt nach Bregenz umsteigen. Wegen Bauarbeiten gibt es jedoch einen Schienenersatzverkehr.

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Und so fahren wir eben mit dem Bus über den Rhein...

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...und queren dabei auch das Gleis, welches wir später mit dem Rheinbähnle befahren werden. Hier also schon mal der Bahnübergang aus der Perspektive des Straßenverkehrsteilnehmers.

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Anschließend drehen wir eine kleine Runde durch die Landeshauptstadt Vorarlbergs, hier mit Blick zum Turm der Seekapelle. Das Verhältnis der Bregenzer zu ihren schweizerischen Nachbarn war nicht immer so gut, die Kapelle etwa wurde zur Erinnerung an den Sieg über die Appenzeller errichtet.

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An der Uferpromenade von Bregenz findet gerade das Lesefestival StadtLesen statt, daran beteiligen sich auch die ÖBB mit einem Lesetisch im Cityjet. Ich bin allerdings unschlüssig, ob die Original-Aussicht nicht sogar schöner ist.

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Und als kleinen Ausblick auf den nächsten Programmpunkt werfen wir einen Blick auf den Abfahrtsanzeiger vom Bregenzer Hafen, wo eine Schiffsfahrt zum Rheinbähnle angekündigt wird - aber dazu dann mehr in den nächsten Tagen im zweiten Teil.


Viele Grüße


Tobias

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Mit der RHB zum Rheinbähnle 1/2 Fortsetzung - Danke

RhBDirk, Donnerstag, 12.04.2018, 07:13 (vor 2900 Tagen) @ TD

Auch wenn ichs auf DSO schon gepostet habe ;-)

Vielen Dank für deine Bilder.

Die ähnliche Tour habe ich (und teilweise zwei weitere hiesige Forumanen) im Dezember auch mal wieder gemacht (aber noch mit einem Schlenker über Flawil mit dem Chocolarium von maestrani, Wil, Unterwasser, Buchs SG, Rheineck, Heiden, Rorschach, Konstanz) und war über das geschlossene Hotel Walzenhausen überrascht.

Vor mehr als 20 Jahren habe ich mal irgendwo (Appenzell Tourismus, Schweiztourismus oder beim Bodensee Magazin) eine Übernachtung für 2 Personen im Hotel Walzenhausen gewonnen und wahrgenommen. Leider ist dieses wunderschöne Hotel mit tollem Ausblick seit 2016 geschlossen. Es wird wohl auch nie wieder öffnen. Allerdings ehrlich: Mich würde da oben ins "Nichts" auch nix ziehen. Da sind die Orte direkt am See interessanter ;-)

http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/appenzellerland/das-hotelsterben-im-appenzeller-vorde...

Herzlichen Dank!

GUM, Donnerstag, 12.04.2018, 12:16 (vor 2900 Tagen) @ TD

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