Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? (Fahrkarten und Angebote)

bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 15:42 (vor 2909 Tagen)
bearbeitet von bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 15:45

Hallo liebes Forum,

ich habe folgende Frage zum NV-Vorlauf bei "normalen" FV-Sparpreisen:

Bekanntlich besteht im NV-Vorlauf keine Zugbindung und eigentlich auch keine Streckenbindung. Die mir bekannte Aussage der DB war, dass jede "sinnvolle" Verbindung zum Beginn des FV-Zugbindungs-Abschnittes genutzt werden darf.

Ob eine Verbindung sinnvoll ist, lässt sich - so weit ich mich erinnern kann - aus Sicht der Bahn z.B. dadurch feststellen, ob die Verbindung sich ohne Angaben von VIAs in der Fahrplanauskunft erzeugen lässt.

In meinem konkreten Fall geht es um eine Verbindung mit NV von Wasserburg (Inn) Stadt nach Nürnberg Hbf, ab dort besteht Zugbindung im ICE. Die aufgedruckte Verbindung des NV-Vorlaufs ist die über Wasserburg (Inn) Bf - Ebersberg - Grafing Bf - München Hbf - Nürnberg Hbf (Mü-Nü-Express).

In der Fahrplanauskunft werden, wenn man Wasserburg - Nürnberg mit "nur NV" abfragt, auch die Verbindungen über (Wasserburg (Inn) Bf - Mühldorf - Landshut - Regensburg - Nürnberg Hbf) sowie über (Wasserburg (Inn) Bf - Rosenheim - Grafing Bf - München Hbf - Nürnberg Hbf) ausgegeben, ohne dass ich VIAs eingebe. Ich habe nun an den Kundendialog geschrieben und gefragt, ob ich eigentlich auch diese beiden anderen Verbindungen nehmen darf. Die Antwort war: Die über Landshut ja, aber nicht über Rosenheim.

Nun die Frage ans Forum: Meiner Meinung nach müsste auch die Fahrt über Rosenheim möglich sein, genauso wie z.B. der Abschnitt München - Nürnberg über Donauwörth/Treuchtlingen. Wie seht ihr das?

Viele Grüße.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

M-PAS, München, Donnerstag, 05.04.2018, 16:39 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Punkt 2.7.1 BB

Fahrkarten ohne Wegeangabe gelten nur für den direkten Weg.

Lösung ... Sparpreis mit via im NV erzwingen und z. B. als Onlineticket buchen, auf dem die Wegstrecke zu diesem Preis auch ersichtlich ist. Alles andere muss nicht, aber kann zu unnötigen Diskussionen führen.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 16:53 (vor 2909 Tagen) @ M-PAS

Danke.

Wie definiert sich der direkte Weg? Zeitlich der schnellste oder wird hier auf die kürzesten Strecken-KM abgestellt?

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

M-PAS, München, Donnerstag, 05.04.2018, 17:11 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von M-PAS, Donnerstag, 05.04.2018, 17:13


Wie definiert sich der direkte Weg?

Diese Frage könnte eine umfangreiche und vielversprechende Diskussion auslösen. Würde schon öfter und ergebnisoffen ausdiskutiert, bzw. nicht verbindlich gelöst.

Dazu wirst Du viele Meinungen bekommen, ebenso wie es auch das Zugpersonal so oder so sieht/sehen kann, oder könnte.

Deine Verbindungsalternativen (Ebersberg-Grafing/Landshut/Rosenheim) liegen preislich ja quasi gleich.

Ich persönlich wäre der Meinung, dass die günstigste Variante jederzeit gültig sein sollte. Dann die schnellste, die KM Kürzeste? Oder doch die, mit den wenigsten Umsteigen? Huch, Alles sehr unkonkret, was die BB mit "direktem Weg" meinen könnte.

Meine Lösung nannte ich schon. Was auf dem Ticket steht und mir (als Weg) verkauft würde, dass fahre ich auch.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

Ösi, Donnerstag, 05.04.2018, 18:00 (vor 2909 Tagen) @ M-PAS

Für mich ist der direkte Weg jeder Weg, den mir die Fahrplanauskunft ohne Eingabe von Vias liefert. Ich wüsste auch sonst nicht, wie ich die Frage "Ist der Weg X von A nach B ein direkter Weg?" beantworten könnte.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 19:36 (vor 2909 Tagen) @ Ösi

"Für mich ist der direkte Weg jeder Weg, den mir die Fahrplanauskunft ohne Eingabe von Vias liefert"


Diese Definition hatte ich eben auch im Hinterkopf.

Ich frage mich, wieso das Buchungssystem nicht anstelle des "NV*ICE xyz" eine Wegvorschrift für den Vor- und Nachlauf erzeugt. Dann wäre die ganze Unklarheit beseitigt und technisch dürfte es ohne Probleme machbar sein, auch wenn es wahrscheinlich unterm Strich nachteilig für manche Fahrgäste ist, da "sehr kreative" Wegführungen durch die Raumbegrenzung dann eindeutig unterbunden wären.

In meinem Fall ist der Preisunterschied beim Flexpreis zwischen der billigsten (Regensburg - Landshut - Mühldorf) und der teuersten (München - Rosenheim) übrigens bei ca. 12 EUR.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 19:50 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 19:52

Bekanntlich besteht im NV-Vorlauf keine Zugbindung und eigentlich auch keine Streckenbindung.

Was heißt „eigentlich“? Ich möchte mich den Ausführungen von M-PAS anschließen: Ohne Wegeangabe gilt der Fahrschein auf dem direkten Weg.

Die mir bekannte Aussage der DB war, dass jede "sinnvolle" Verbindung zum Beginn des FV-Zugbindungs-Abschnittes genutzt werden darf.

Was beschreibt die DB in diesem Zusammenhang als „sinnvoll“? An welcher Stelle trifft die DB diese Aussage?

Ob eine Verbindung sinnvoll ist, lässt sich - so weit ich mich erinnern kann - aus Sicht der Bahn z.B. dadurch feststellen, ob die Verbindung sich ohne Angaben von VIAs in der Fahrplanauskunft erzeugen lässt.

Das würde ich mal als „verkehrsüblich“ bezeichnen - immerhin ein Indiz.

In meinem konkreten Fall geht es um eine Verbindung mit NV von Wasserburg (Inn) Stadt nach Nürnberg Hbf, ab dort besteht Zugbindung im ICE. Die aufgedruckte Verbindung des NV-Vorlaufs ist die über Wasserburg (Inn) Bf - Ebersberg - Grafing Bf - München Hbf - Nürnberg Hbf (Mü-Nü-Express).

In der Fahrplanauskunft werden, wenn man Wasserburg - Nürnberg mit "nur NV" abfragt, auch die Verbindungen über (Wasserburg (Inn) Bf - Mühldorf - Landshut - Regensburg - Nürnberg Hbf) sowie über (Wasserburg (Inn) Bf - Rosenheim - Grafing Bf - München Hbf - Nürnberg Hbf) ausgegeben, ohne dass ich VIAs eingebe.

Allerdings zu unterschiedlichen Preisen, noch so ein Indiz.

Ich habe nun an den Kundendialog geschrieben und gefragt, ob ich eigentlich auch diese beiden anderen Verbindungen nehmen darf. Die Antwort war: Die über Landshut ja, aber nicht über Rosenheim.

Verständlich. Der Weg über Rosenheim ist geographisch ein Umweg, verkehrlich nicht notwendig und die teuerste der drei Varianten, also auch tariflich ein Umweg - der enstprechende Flexpreis liegt schließich über jenem der von dir gewählten Route.

Nun die Frage ans Forum: Meiner Meinung nach müsste auch die Fahrt über Rosenheim möglich sein,

Nein, weshalb?

genauso wie z.B. der Abschnitt München - Nürnberg über Donauwörth/Treuchtlingen.

Hier wäre ich immerhin noch bei dir, Gewähr dafür habe ich allerdings keine.

Wie seht ihr das?

Etwas anders, aus den genannten Gründen.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

chriL999, Donnerstag, 05.04.2018, 21:11 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von chriL999, Donnerstag, 05.04.2018, 21:11

Meine "Meinung":

- die Verbindung auf dem Online-Ticket unter "Reiseverbindung" sollte gültig sein
- jede andere Verbindung, sofern diese im Nahverkehr als jeweils Flexpreis den gleichen oder einen geringeren Preis hat (und zusätzlich - wie du schreibst - vom System auch ohne Via-Angabe vorgeschlagen wird).

Das muss so nicht 100% korrekt sein, zumal die Bahn mir selber schon mal geantwortet hat "Es gilt Streckenbindung" im NV-Vorlauf.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? - Sammelantwort

bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 22:10 (vor 2909 Tagen) @ chriL999
bearbeitet von bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 22:12

@musicus:

"Was heißt „eigentlich“?"

Nun, da mir der Kundendialog zumindest zwei unterschiedliche Strecken genannt hat, die gefahren werden dürfen, kann zumindest mal keine Streckenbindung bestehen ;-)

Woher die Definition ist, weiß ich nicht mehr (daher auch die Nachfrage), ich habe sie eben irgendwo mal gelesen. Kann gut sein, dass damit eigentlich "verkehrsüblich" definiert ist, wie du eben schreibst.

"Verständlich. Der Weg über Rosenheim ist geographisch ein Umweg, verkehrlich nicht notwendig und die teuerste der drei Varianten, also auch tariflich ein Umweg - der enstprechende Flexpreis liegt schließich über jenem der von dir gewählten Route."

Ich gebe zu, dass es tatsächlich keine Verbindung gibt, mit der man über Rosenheim schneller in Nürnberg wäre, es ist bestenfalls drei Minuten langsamer. Wenn man aber die Ausgangsfrage mal dahingehend abändern würde (sorry), dass der Zugbindungsteil der Reise, z.B. ein ICE zwischen M und Nbg wäre, schaut es schon wieder anders aus. Da gibt es tatsächlich Zeiten, in denen man über Rosenheim eine knappe halbe Stunde früher in München wäre. Trotzdem ist es - wie du richtig festgestellt hast - weiterhin ein geographischer Umweg und der Flexpreis deutlich teurer. Würde man "direkter Weg" hier zeitlich auslegen, wäre der über Rosenheim ggf. "direkter" ;-)

Aber ich kann deine Sicht hier nachvollziehen, in meinem Urspruchsfall dürfte der Weg über Rosenheim wohl tatsächlich nicht möglich sein, solange man ihn nicht bei der Buchung auf "ihre Reiseverbindung" erzwingt. Danke für die Einschätzung.


@chriL999:

Ich glaube dass die unter deinen beiden Stichpunkten genannten Voraussetzungen wohl ziemlich zutreffend sind und sich auch mit der Meinung von musicus sowie der des Kundendialogs decken:

- Verbindung auf Ticket war über Ebersberg - München (NBS) -> gültig

- Verbindung über Landshut -> Flexpreis wäre billiger als die Verbindung auf Ticket -> gültig lt. Kundendialog

- Verbindung über Rosenheim -> Flexpreis wäre teurer als die Verbindung auf Ticket -> nicht gültig laut Kundendialog und musicus.


Damit wäre meine Frage geklärt. Danke!

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 05.04.2018, 22:16 (vor 2909 Tagen) @ musicus
bearbeitet von Alibizugpaar, Donnerstag, 05.04.2018, 22:17

Aber wie kann ein nicht ortskundiger Reisender erkennen, was der direkteste Weg sein soll? Gerade zu Tagesrandzeiten oder aus Mangel an zeitnahen Alternativen werden von der Auskunft (egal ob Internet oder Automat) gerne Schlenkerfahrten angezeigt. Aber ob nun die möglichen Umsteigebahnhöfe Tupfenberg, Schnarchkirch, Kaffbrunn oder Hengasch jeweils auf einem Umweg liegen oder eben nicht, wer weiß das schon außer manchen Einheimischen?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 22:27 (vor 2909 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 22:28

Aber wie kann ein nicht ortskundiger Reisender erkennen, was der direkteste Weg sein soll?

Wenn ein nicht ortskundiger Reisender willentlich von der zuvor selbst gewählten Verbindung und der demzufolge absichtlich gebuchten Strecke abweicht, halte ich es für zumutbar, bei der DB bzw. dem Personal vor Ort entsprechende Auskünfte einzuholen. Und für alle Sparfüchse, die unglaublich unvorhersehbare Reise“pläne“ haben gilt nach wie vor der bereits geäußerte Tip, vorsorglich Umwege einzubauen die dann gegebenenfalls sehr wahrscheinlich durch kürzere Direktverbindungen ersetzt werden dürfen.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 22:35 (vor 2909 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 22:35

Aber wie kann ein nicht ortskundiger Reisender erkennen, was der direkteste Weg sein soll? Gerade zu Tagesrandzeiten oder aus Mangel an zeitnahen Alternativen werden von der Auskunft (egal ob Internet oder Automat) gerne Schlenkerfahrten angezeigt. Aber ob nun die möglichen Umsteigebahnhöfe Tupfenberg, Schnarchkirch, Kaffbrunn oder Hengasch jeweils auf einem Umweg liegen oder eben nicht, wer weiß das schon außer manchen Einheimischen?

Kurz gesprochen: Leider gar nicht.

Und selbst der durchschnittliche Einheimische dürfte es nicht wissen.

Ich habe aber festgestellt, dass in der Praxis sowieso nur sehr wenige Fahrgäste von der nicht vorhandenen Zugbindung im NV Gebrauch machen, und wenn dann meist auch nur z.B. einen Takt früher auf der selben Verbindung, um mehr Umstiegszeit zu haben.

Ich lehne mich sogar mal so weit aus dem Fenster und behaupte, dass viele Sparpreiskäufer überhaupt nicht wissen, dass sie im NV anders fahren können, als es auf der Verbindung steht. Zumindest bei den Personen im Bekanntenkreis, für die ich ab und zu mal Tickets buche, sorgte es eher für Erstaunen, dass man auf dem NV-Teil mit "jedem Zug" fahren könne. Somit ist der betroffene Personenkreis schon mal recht eingeschränkt, hinzu kommt ein gewisser Anteil kulanter bzw. ignoranter Schaffner.

Ich gebe dir aber durchaus Recht, wie oben schon geschrieben, dass die unklare Situation auch aus meiner Sicht eher unbefriedigend ist.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? - Sammelantwort

musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 22:41 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 22:42

@musicus:
Nun, da mir der Kundendialog zumindest zwei unterschiedliche Strecken genannt hat, die gefahren werden dürfen, kann zumindest mal keine Streckenbindung bestehen ;-)

Das mag durchaus sein, dennoch gilt infolgedessen nicht automatisch der Grundsatz: Keine Festlegung auf eine bestimmte Strecke = alle Umwege sind erlaubt.

"Verständlich. Der Weg über Rosenheim ist geographisch ein Umweg, verkehrlich nicht notwendig und die teuerste der drei Varianten, also auch tariflich ein Umweg - der enstprechende Flexpreis liegt schließich über jenem der von dir gewählten Route."

Ich gebe zu, dass es tatsächlich keine Verbindung gibt, mit der man über Rosenheim schneller in Nürnberg wäre, es ist bestenfalls drei Minuten langsamer. Wenn man aber die Ausgangsfrage mal dahingehend abändern würde (sorry), dass der Zugbindungsteil der Reise, z.B. ein ICE zwischen M und Nbg wäre, schaut es schon wieder anders aus. Da gibt es tatsächlich Zeiten, in denen man über Rosenheim eine knappe halbe Stunde früher in München wäre.

Für diesen Weg lässt sich sicherlich ebenfalls ein entsprechender Sparpreis buchen. Allerdings handelt es sich dann um einen anderen Fall als den in deiner Ausgangsfrage beschriebenen, Fahrkarte und Beförderungsvertrag würden demzufolge auch anders lauten.

Trotzdem ist es - wie du richtig festgestellt hast - weiterhin ein geographischer Umweg und der Flexpreis deutlich teurer. Würde man "direkter Weg" hier zeitlich auslegen, wäre der über Rosenheim ggf. "direkter" ;-)

Kommt ganz auf die Konstruktion an. Es ist ja nun nicht so, dass man bei der Buchung keine Wahlmöglichkeit hätte. Und wenn‘s hart auf hart kommt und die Reisezeitverlängerung via Rosenheim so essentiell ist, kann man sogar für den Abschnitt Wasserburg-Rosenheim-Grafing ein weiteres Ticket lösen (BC-rabattierbar) und einen geringen Teil der Sparpreisfahrkarte verfallen lassen.

Aber ich kann deine Sicht hier nachvollziehen, in meinem Urspruchsfall dürfte der Weg über Rosenheim wohl tatsächlich nicht möglich sein, solange man ihn nicht bei der Buchung auf "ihre Reiseverbindung" erzwingt. Danke für die Einschätzung.

Ich sehe hier weniger einen „Zwang“ als vielmehr die Wahlfreiheit des Kunden. Man kann via-Halte ebenso einbauen, wie man „Schnelle Verbindungen bevorzugen“ auch dezidiert abwählen oder Aufenthalte und/oder Mindestübergangszeiten in die Reisekette einbauen kann.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 22:46 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Zumindest bei den Personen im Bekanntenkreis, für die ich ab und zu mal Tickets buche, sorgte es eher für Erstaunen, dass man auf dem NV-Teil mit "jedem Zug" fahren könne.

In dieser Pauschlität ist der „Rat“ ja auch nicht ungefährlich. In einem so unbedarften Reisendenkreis wie von dir skizziert erst recht.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

bahnfahrerofr., Donnerstag, 05.04.2018, 22:55 (vor 2909 Tagen) @ musicus

Zumindest bei den Personen im Bekanntenkreis, für die ich ab und zu mal Tickets buche, sorgte es eher für Erstaunen, dass man auf dem NV-Teil mit "jedem Zug" fahren könne.

In dieser Pauschlität ist der „Rat“ ja auch nicht ungefährlich. In einem so unbedarften Reisendenkreis wie von dir skizziert erst recht.

Zu meiner Verteidigung: Es handelte sich um "ungefährliche Verbindungen" (z.B. Bayreuth - Nürnberg). Aber ja, ist es tatsächlich eher gewagt.

Andererseits ist dieser "unbedarfte Personenkreis" häufig gar nicht in der Lage, eigenständig irgendwelche komplizierteren Alternativverbindungen herauszusuchen, wenn es nicht gerade vor der Haustür ist :-) Da wird dann im Bedarfsfall sowieso eher das RZ aufgesucht.

stattgegeben

musicus, Donnerstag, 05.04.2018, 22:57 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.

- kein Text -

Eigene Erfahrung

mdst, Freitag, 06.04.2018, 08:05 (vor 2909 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Meine Vermutung ist leider, dass das von der DB absichtlich unklar gelassen wird. Es soll aber angeblich eine Dienstanweisung geben, wonach bis zu 30 km Umweg (Tarif-km) aus Kulanz erlaubt werden sollen. Verlassen kann man sich darauf natürlich nicht.

Eine Bekannte hatte vor vielen Jahren mal das Problem. Sie ist eine andere Strecke als aufgedruckt gefahren. Die andere Strecke war zwar deutlich länger, im Flexpreis aber gleich teuer und wurde auch ohne Angabe von VIAs angezeigt. Der ZuB im NV verlangte eine Zuzahlung und der Kundendialog sah das als korrekt an. Die SÖP hat dann aber letztlich anders entschieden und die Bahn hat den Aufpreis zurückgezahlt (nach 10 Monaten).

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? - Sammelantwort

mmandl, Freitag, 06.04.2018, 08:21 (vor 2909 Tagen) @ musicus

Ich gebe zu, dass es tatsächlich keine Verbindung gibt, mit der man über Rosenheim schneller in Nürnberg wäre, es ist bestenfalls drei Minuten langsamer. Wenn man aber die Ausgangsfrage mal dahingehend abändern würde (sorry), dass der Zugbindungsteil der Reise, z.B. ein ICE zwischen M und Nbg wäre, schaut es schon wieder anders aus. Da gibt es tatsächlich Zeiten, in denen man über Rosenheim eine knappe halbe Stunde früher in München wäre.

Für diesen Weg lässt sich sicherlich ebenfalls ein entsprechender Sparpreis buchen. Allerdings handelt es sich dann um einen anderen Fall als den in deiner Ausgangsfrage beschriebenen, Fahrkarte und Beförderungsvertrag würden demzufolge auch anders lauten.

Aber ich kann deine Sicht hier nachvollziehen, in meinem Urspruchsfall dürfte der Weg über Rosenheim wohl tatsächlich nicht möglich sein, solange man ihn nicht bei der Buchung auf "ihre Reiseverbindung" erzwingt. Danke für die Einschätzung.

Sehe ich anders. Die Beförderungsbedingungen erlauben es, die Fahrt zu unterbrechen, sodass es für die Verkehrsüblichkeit nicht allein auf die Gesamtstrecke ankommt, sondern der NV-Vorlauf isoliert betrachtet werden kann. Wenn du mi der von dir gewählten Verbindung früher in München sein kannst als bei der nächsten direkten Verbindung, darfst du auch diese benutzen. Dies leitet zu der Frage über, ob dann nur die Nutzung solcher Verbindungen möglich ist, bei denen tatsächlich ein Vorteil gegenüber dem direkten Weg nach München gegeben ist, oder ob, wenn der Vorteil der früheren Verbindung nur bei z.B. einer Verbindung am Tag besteht, auch alle anderen Verbindungen über diese Strecke genutzt werden können, auch wenn für die NV-Strecke kein Zeitvorteil besteht. Das halte ich für unklarer als den ersten Teil meiner Antwort. Letztlich können das nur die Gerichte klären.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? - Sammelantwort

musicus, Freitag, 06.04.2018, 10:19 (vor 2909 Tagen) @ mmandl
bearbeitet von musicus, Freitag, 06.04.2018, 10:21

Sehe ich anders.

Und wie nun? Ich werde nicht schlau aus deinem Beitrag.

Die Beförderungsbedingungen erlauben es, die Fahrt zu unterbrechen, sodass es für die Verkehrsüblichkeit nicht allein auf die Gesamtstrecke ankommt, sondern der NV-Vorlauf isoliert betrachtet werden kann.

Nicht nur das, jeder Einzelabschnitt zwischen jedem denkbaren Halt auf allen nicht-zuggebundenen Teilstücken der Reise kann isoliert betrachtet werden. Die Frage ist: Mit welchem Gewinn?

Wenn du mi der von dir gewählten Verbindung früher in München sein kannst als bei der nächsten direkten Verbindung, darfst du auch diese benutzen.

Kann er bei der von ihm geplanten Reise gar nicht - lediglich im später hypothetisch konstruierten Alternativbeispiel, für das das Buchungssystem sehr wahrscheinlich von selbst die zeitsparendste Verbindung ausgäbe.

Dies leitet zu der Frage über, ob dann nur die Nutzung solcher Verbindungen möglich ist, bei denen tatsächlich ein Vorteil gegenüber dem direkten Weg nach München gegeben ist, oder ob, wenn der Vorteil der früheren Verbindung nur bei z.B. einer Verbindung am Tag besteht, auch alle anderen Verbindungen über diese Strecke genutzt werden können, auch wenn für die NV-Strecke kein Zeitvorteil besteht.

Ich vermute: ja - allerdings dürfte diese Fragestellung nur selten zu wirklich kritischen Situationen führen.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 06.04.2018, 10:21 (vor 2909 Tagen) @ musicus

Ein Otto-normal-Verbraucher verlangt nur selten nach "absichtlich gebuchten Strecken", der gibt Start und Ziel an und schaut nach Preis und Gesamtreisezeit. Durch welche Regionen, Höhenzüge oder Dörfer ihn die Fahrt führen wird, ob es links oder rechts um den Pudding herum geht, das werden die allerwenigsten wissen. Auch wird kaum jemand erkennen können, mit welchen und wie vielen unterschiedlichen Wegevarianten er es bei den von der Auskunft ausgespuckten Vorschlägen zu tun hat.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Freitag, 06.04.2018, 11:11 (vor 2909 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von musicus, Freitag, 06.04.2018, 11:11

Ein Otto-normal-Verbraucher verlangt nur selten nach "absichtlich gebuchten Strecken", der gibt Start und Ziel an und schaut nach Preis und Gesamtreisezeit.

Na also - warum die Fahrzeit dann durch Umwege verlängern?

Durch welche Regionen, Höhenzüge oder Dörfer ihn die Fahrt führen wird, ob es links oder rechts um den Pudding herum geht, das werden die allerwenigsten wissen. Auch wird kaum jemand erkennen können, mit welchen und wie vielen unterschiedlichen Wegevarianten er es bei den von der Auskunft ausgespuckten Vorschlägen zu tun hat.

Weshalb sollte er sich dann überhaupt für alternative Routen interessieren? Welchen Grund gibt es dann von der Buchung abzuweichen? Und weshalb es Reisende überfordern soll, sich nach der Gültigkeit ihres Fahrscheins auf Umwegrouten zu erkundigen bleibt nach wie vor unklar.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 06.04.2018, 13:01 (vor 2909 Tagen) @ musicus

"warum die Fahrzeit dann durch Umwege verlängern?"

Weil die Bahn die Infos so raus gibt und weil Ankunftszeiten besser oder schlechter geeignet sein können für die nachfolgende Weiterfahrt. Für Göttingen - Warburg werden Regioverbindungen über Ottbergen oder Kassel angeboten. Von Kassel nach Erfurt über Leinefelde oder Eisenach. Von Hannover nach Leipzig über Goslar oder Magdeburg. Von Preetz nach Hamburg über Kiel oder Lübeck.

"Weshalb sollte er sich dann überhaupt für alternative Routen interessieren?"

Weil auf einer Fahrkarte mit NV im Vor-/Nachlauf keine Via-Punkte angegeben sind und auch keine Regio-Unterwegsbahnhöfe zur gebuchten Verbindung. Es ist nicht erkennbar, über welche Orte die Fahrt zu erfolgen hat, welche Alternativen zusätzlich gestattet sind und welche nicht. Bei der Alternativsuche (es ist ja egal warum jemand früher/später fahren will/muß) wird der Kunde nur Start - Ziel dieser Teiletappe angeben. Das Leben spielt nun mal so. Nicht wenige Linien sind nur im 2-Std-Takt unterwegs.

--
Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Freitag, 06.04.2018, 13:18 (vor 2909 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von musicus, Freitag, 06.04.2018, 13:18

Weil auf einer Fahrkarte mit NV im Vor-/Nachlauf keine Via-Punkte angegeben sind und auch keine Regio-Unterwegsbahnhöfe zur gebuchten Verbindung.

Diese Argumentation legitimiert jedweden Umweg (einschließlich Rund-, Kreuz- und Rückfahrten) im NV-Vor-/Nachlauf.
Die - ggf. durchaus erlaubte - Abweichung vom unter "Reiseverbindung" angegebenen Fahrtverlauf liegt nunmal im Verantwortungsbereich des Kunden, der sich qua Beförderungsvertrag auch BB-konform zu verhalten hat.

Es ist nicht erkennbar, über welche Orte die Fahrt zu erfolgen hat, welche Alternativen zusätzlich gestattet sind und welche nicht.

Wie schon mehrmals geschrieben: Fragen kostet nix. Die erforderlichen Informationen sind nicht unerreichbar.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

JanZ, HB, Freitag, 06.04.2018, 13:24 (vor 2909 Tagen) @ musicus

Es ist nicht erkennbar, über welche Orte die Fahrt zu erfolgen hat, welche Alternativen zusätzlich gestattet sind und welche nicht.

Wie schon mehrmals geschrieben: Fragen kostet nix. Die erforderlichen Informationen sind nicht unerreichbar.

Sind sie das? Welche Stelle bei der DB erteilt dazu zuverlässig und rechtsgültig Auskunft?

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 06.04.2018, 13:48 (vor 2909 Tagen) @ musicus

Spuckt die DB-Auskunft denn Rund-, Kreuz- und Rückfahrten aus???

Also mehr mag ich zu diesem Thema jetzt nicht mehr schreiben, der Bonbon ist gelutscht. Den Rest musst Du bitte mit Dir selber oder anderen Leuten ausmachen.

--
Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Freitag, 06.04.2018, 14:04 (vor 2908 Tagen) @ JanZ

Sind sie das? Welche Stelle bei der DB erteilt dazu zuverlässig und rechtsgültig Auskunft?

Ich halte bereits die BB für aussagekräftig genug. Auslegungshilfe leistet das DB-Personal. Bei juristischen Auffassungsverschiedenheiten ist die gerichtliche Klärung ohnehin unumgänglich.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Freitag, 06.04.2018, 14:05 (vor 2908 Tagen) @ Alibizugpaar

Spuckt die DB-Auskunft denn Rund-, Kreuz- und Rückfahrten aus???

Kostet der Umweg dasselbe wie die gebuchte Verbindung?

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

JanZ, HB, Freitag, 06.04.2018, 14:09 (vor 2908 Tagen) @ musicus

Sind sie das? Welche Stelle bei der DB erteilt dazu zuverlässig und rechtsgültig Auskunft?


Ich halte bereits die BB für aussagekräftig genug. Auslegungshilfe leistet das DB-Personal. Bei juristischen Auffassungsverschiedenheiten ist die gerichtliche Klärung ohnehin unumgänglich.

Dann kannst du sicher sagen, was im Sinne der BB der "direkte Weg" ist und auch belegen, dass dies auch die aus Sicht der DB gültige Antwort ist.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Freitag, 06.04.2018, 14:20 (vor 2908 Tagen) @ JanZ

Steht ja bereits im Thread

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? - Sammelantwort

mmandl, Freitag, 06.04.2018, 15:12 (vor 2908 Tagen) @ musicus

Sehe ich anders.

Und wie nun? Ich werde nicht schlau aus deinem Beitrag.

Die Ausgangthese von bahnfahrerofr. war folgende: Ein Umweg im NV-Vorlauf ist erlaubt, wenn man aufgrund des Umwegs früher am Endziel ist (nicht kürzere Fahrzeit, sondern lediglich früher am Endziel). Soweit stimme ich zu.

Beispiel von A nach C mit Fahrt über B

Abfahrt A: 8.00 - Ankunft C 9:30 (direkt) --> zulässig
8.10 - 10:20 (Umweg) --> zulässig
8:30 - 10:40 (Umweg) --> Zulässigkeit fraglich
9:00 - 10:30 (direkt) --> zulässig

Jetzt lassen die Beförderungsbedingungen jedoch eine Unterbrechung zu. Der Fahrgast möchte die Fahrt in B unterbrechen. Jetzt kann es nicht auf die gesamte Fahrt ankommen, sondern auf die Verkehrsüblichkeit betreffend der Teilstrecke A-B

Beispiel:

Abfahrt A: 7:00 - Ankunft B: 7:30 Abfahrt ICE 9:00 (direkt) --> zulässig
7:10 - 8:10 (Umweg) --> bewirkt keine frühere Ankunft in C, die Fahrt A-B ist auch zeitlich länger, dennoch ist sie verkehrsüblich, da der Zug in A später abfährt als der frühere direkte Zug und in B früher ankommt als der nächste direkte Zug
8:00 - 8:30 (direkt) --> zulässig

Wenn die Verbindung für die Teilstrecke isoliert verkehrsüblich ist, sehe ich die Nutzung einer solchen Verbindung als relativ unproblematisch an, sofern die Beförderungsbedingungen eine Fahrtunterbrechung gestatten. Fraglich ist hingegen, ob eine solche Umwegverbindung auch genutzt werden kann, wenn sie für die Teilstrecke A-B nicht verkehrsüblich ist, weil der Zug etwa irgendwo zwischen A und B eine langen Aufenthalt hat.

Die Frage, wie es zu beurteilen ist, wenn die Fahrtunterbrechung nicht an dem Bahnhof des Umstiegs auf den Zug mit Zugbindung erfolgen soll, sondern irgendwo unterwegs, ist m.E. zweistufig zu prüfen:

Erst ist zu prüfen, ob der Ort der Fahrtunterbrechung im Rahmen der Fahrt vom Ausgangsort zu dem Bahnhof des Umstiegs zu dem Zug mit Zugbindung erfolgen auf verkehrsüblichem Weg durchfahren wird. Wenn dies der Fall ist, ist hinsichtlich der Teilstrecken eine isolierte Prüfung vorzunehmen. Dies kann dazu führen, dass für die Teilstrecke ein Weg nutzbar ist, der bei einer Prüfung der Verkehrsüblichkeit hinsichtlich der Gesamtstrecke nicht zulässig wäre.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis? - Sammelantwort

musicus, Freitag, 06.04.2018, 16:19 (vor 2908 Tagen) @ mmandl
bearbeitet von musicus, Freitag, 06.04.2018, 16:21

Die Ausgangthese von bahnfahrerofr. war folgende: Ein Umweg im NV-Vorlauf ist erlaubt, wenn man aufgrund des Umwegs früher am Endziel ist (nicht kürzere Fahrzeit, sondern lediglich früher am Endziel). Soweit stimme ich zu.

Ich eben - im konkret diskutierten Anlassfall - nicht. Und dass man es auf eine derart allgemeingültige Formel wie die „These“ bringen kann, bezweifle ich, eine Aufstellung einer solchen ist jedenfalls nicht wirklich meine Absicht. In meinen Augen lassen sich solche Fragen nur im Rahmen der Einzelfallbetrachtung befriedigend beantworten.

Jetzt lassen die Beförderungsbedingungen jedoch eine Unterbrechung zu.

Darum geht es nicht, sondern um die Frage, ob ein SP-Ticket auch dann noch Gültigkeit besitzt, wenn anstatt der gebuchten Route tarifliche (im konkreten Anlassfall offenbar verkehrsübliche) Umwege befahren werden. Ich meine nein. Natürlich darf ein NV-Vor-/Nachlauf während des Geltungszeitraumes beliebig unterbrochen werden, solange damit für den NV-Vorlauf insgesamt kein tariflicher Umweg einhergeht. Meine Auffassung tendiert zu: Tarifdifferenz schlägt Verkehrsüblichkeit, zumal ja 2.7.1 BB nach wie vor gilt (was ausdrücklich nicht von Einzelfallprüfungen dispensiert)

Der Fahrgast möchte die Fahrt in B unterbrechen. Jetzt kann es nicht auf die gesamte Fahrt ankommen, sondern auf die Verkehrsüblichkeit betreffend der Teilstrecke A-B

Allerdings entscheidet sich erst anhand der Gesamtstrecke, ob und wie eine Verbindung bepreisbar und/oder verkehrsüblich ist und damit inwieweit und in welcher Form A-B also überhaupt Teil der Verbindung A-C ist bzw. sein kann. Demzufolge halte ich es für unzulässig, Einzelaspekte ohne die Berücksichtigung ihrer systemischen Auswirkungen herauszugreifen und von Teilaspekten aufs Ganze zu schließen.

Die Frage, wie es zu beurteilen ist, wenn die Fahrtunterbrechung nicht an dem Bahnhof des Umstiegs auf den Zug mit Zugbindung erfolgen soll, sondern irgendwo unterwegs, ist m.E. zweistufig zu prüfen:

Erst ist zu prüfen, ob der Ort der Fahrtunterbrechung im Rahmen der Fahrt vom Ausgangsort zu dem Bahnhof des Umstiegs zu dem Zug mit Zugbindung erfolgen auf verkehrsüblichem Weg durchfahren wird.

Völlig unstrittig.

Wenn dies der Fall ist, ist hinsichtlich der Teilstrecken eine isolierte Prüfung vorzunehmen.

Nein, hinsichtlich der Gesamtstrecke! „Stufe 2“ lautet: besteht hinsichtlich der unterschiedlichen NV-Vorlaufs-Gesamtstrecken eine tarifliche Differenz?

Eigene Erfahrung

chriL999, Freitag, 06.04.2018, 21:16 (vor 2908 Tagen) @ mdst

Interessant wird es aber auch, wenn Stich-, Rund- und Rückfahrten 'explizit' in den Reiseverbindungen aufgeführt sind (da absichtlich so hineinkonstruiert), die gemäß den Beförderungsbedingungen aber ja nicht erlaubt sind.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

bahnfahrerofr., Montag, 09.04.2018, 19:38 (vor 2905 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Heute zufällig in der DB-Community gelesen und ganz passend dazu:

[...] wenn ein Teilabschnitt [...] lediglich [mit] NV angegeben ist und keine Raumbegrenzung vorliegt, kann das Ticket mit allen Nahverkehrsverbindungen [...] genutzt werden, wo ein Preis über die Reiseauskunft abbildbar ist [...]. /ch

https://community.bahn.de/questions/1441473-zielort-mehreren-etappen-karte-sparpreis-we...


Das wäre ja wieder eine andere Aussage, als von den meisten hier vertreten. Vielleicht zum Ausdrucken geeignet, wenn man es unbedingt ausprobieren will, "teurere" als die gebuchten Strecken zu nutzen.

Streckenführung bei NV-Vorlauf Sparpreis?

musicus, Montag, 09.04.2018, 20:41 (vor 2905 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Heute zufällig in der DB-Community gelesen und ganz passend dazu:

[...] wenn ein Teilabschnitt [...] lediglich [mit] NV angegeben ist und keine Raumbegrenzung vorliegt, kann das Ticket mit allen Nahverkehrsverbindungen [...] genutzt werden, wo ein Preis über die Reiseauskunft abbildbar ist [...]. /ch

Also sogar Umwegfarten von gewissem Umfang.

Das wäre ja wieder eine andere Aussage, als von den meisten hier vertreten.

Es wäre oendrein eine andere Aussage, als das, was du als DB-Position berichtet hast.

Vielleicht zum Ausdrucken geeignet, wenn man es unbedingt ausprobieren will, "teurere" als die gebuchten Strecken zu nutzen.

Why not... wenn sich Bahnens schon in im selbstgemachten Tarifwirrwarr verheddern, stehen die Chancen wohl gar nicht so schlecht, einen KiN anzutreffen, der unmotiviert genug ist, um „NV“ pauschal durchzuwinken.

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