Frühling zwischen Südtirol und Aostatal 7/7 | 45 B (Reiseberichte)

TD, Samstag, 24.03.2018, 17:16 (vor 2924 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum letzten Teil unserer Frühlingstour zwischen Südtirol und Aostatal. Im sechsten Teil hatten wir zuletzt die Meterspurbahn von Aigle nach Les Diablerets besucht.

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Nach dem kleinen Spaziergang durch Les Diablerets kehren wir zum Bahnhof zurück. Dort wartet der Triebwagen, mit dem wir angereist waren. Für die Heimfahrt hätten wir hier auch eine Abkürzung nehmen und mit dem Bus nach Gstaad fahren können – aber warum einfach, wenn auch ein Umweg geht?

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Hier passieren wir gerade den Ort Vers-L'Eglise mit der Kirche aus dem Jahr 1456. Um die Kirche rankt sich eine nette Legende, so sollen die Bewohner auf der Suche nach dem besten Standort für die Kirche drei Pfähle an unterschiedlichen Stellen gesetzt und dann den Winter abgewartet haben. Zwei der Pfähle wurden von Lawinen begraben und an der Stelle des verbliebenen Pfahls wurde sodann die Kirche erbaut.

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Der Winter spielt auch für die Geschichte der Bahn eine gewisse Rolle, denn nachdem die Straßenverbindungen nach Le Diablerets wintersicher ausgebaut waren, gab es Bestrebungen, den Personenverkehr auf die Straße zu verlagern. Diesem Ansinnen widersetzte man sich vor Ort, und so fährt die Bahn bis heute – von 6 bis 22 Uhr im angenäherten Stundentakt.

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Hmm, ich denke Bilder hätte ich genug – allein es mangelt mir an einem Instagram-Account.

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Hoch am Talhang der Grande Eau bietet die Strecke einen tollen Ausblick, die Straßenverbindung in das Tal verläuft am gegenüberliegenden Hang. Die Bahnstrecke führt anschließend kurvenreich durch ein Waldgebiet hinab zum Talboden. Bald kommt wieder das Château d'Aigle ins Blickfeld.

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Auf der Straße geht es dann die letzten Kilometer durch das Stadtgebiet bis zum Bahnhof von Aigle.

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Und hier sind wir am Bahnhof angekommen. Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht zum letzten Mal in Aigle war, denn auch die anderen Meterspurstrecken der TPC harren noch der Bereisung.

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Mit dem nächsten Interregio fahren wir eine Station weiter von Aigle nach Montreux. Die Bahnstrecke erreicht bald das Ostufer des Genfersees.

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Ein bekannte Sehenswürdigkeit an der Strecke ist das Schloss Chillon, die Wasserburg liegt auf einer Felseninsel, die bereits in der Bronzezeit bewohnt war.

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Dieses Bild ist nun nicht mehr aus dem Zug aufgenommen, hier stehen wir direkt an der Uferpromenade von Montreux. Durch seine geschützte Lage ist Montreux der mildeste Ort am Genfersee. Nachdem wir die Frühlingssonne am Ufer genossen haben...

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...wird es Zeit für die Weiterfahrt. Der Bahnhof von Montreux ist in Hanglage gebaut, zu den Gleisen geht es deshalb von der Straßenebene aus nach oben.

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Als letzter besonderer Programmpunkt steht noch der MOB Panoramic auf unserem Reiseplan. Den Goldenpass kannte ich zwar schon, trotzdem hatte es mich mal wieder gereizt, so dass in dem Zug nun zwei der sog. VIP-Plätze in der ersten Reihe der Aussichtskanzel für uns reserviert sind.

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Und los geht’s! Die Bahnstrecke gewinnt auf den ersten Kilometern schon deutlich an Höhe und bald gibt es für die Fahrgäste einen Panoramablick über den Genfersee, während sich die Strecke in Kehren nach oben windet.

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Hier fahren wir in den Keilbahnhof von Chamby mit dem charakteristischen Empfangsgebäude in Mittellage ein. Für uns geht es rechts weiter in Richtung Zweisimmen, nach links die nur noch im Museumsverkehr betriebene Strecke nach Blonay.

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Mit der nächsten Kurve verlässt die Meterspurstrecke die Hänge der Waadtländer Riviera, die Landschaft wird nun deutlich gebirgiger und führt in Richtung der Bergkette des Col de Jaman, welche schließlich in einem Tunnel unterquert wird.

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Nachdem der Alpenpass durchfahren ist, geht es zunächst wieder etwas nach unten, hier am Bahnhof Allières sind wir auf gut 1.000 Meter über dem Meer. Recht kurvenreich geht es weiter nach Montbovon und zum Stausee Lac du Vernex, umrahmt von den Bergen des Pays-d'Enhauts.

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Auch in Château-d’Œx ist der Frühling schon angekommen, es blüht links und rechts der Strecke. Bis Gstaad folgen die Gleise dem Tal der Saane.

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In Flendruz ist eine goldfarbene Garnitur abgestellt, die ich bisher dem Streckenast nach Lenk zugeordnet hätte. Kurz darauf in Rougemont die nächste Zugbegegnung, diesmal mit einem fahrenden Gegenzug.

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Zwischen Rougemont und Saanen queren wir die Sprachgrenze, über Gstaad führt die Strecke ins Simmental. Seit dem Jahr 1905 ist die Strecke durchgehend bis Zweisimmen befahrbar.

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Nachdem die Strecke bei Saanemöser den Scheitelpunkt erreicht hat, geht es nun hinab nach Zweisimmen, am Bahnhof Oeschseite erinnert ein Schneepflug an die Wintertage.

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In Zweisimmen endet die Meterspurstrecke der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB), rechts steht schon der normalspurige Anschlusszug der BLS zur Weiterfahrt nach Spiez. Ab Ende 2019 soll der „GoldenPass-Express“ mittels umspurfähiger Drehgestelle und einer Umspuranlage umsteigefrei über Zweisimmen hinaus verkehren.

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Zum Abschluss dieser Fahrt werfen wir nochmals einen Blick in das interessante Fahrzeug, im Vordergrund die erste Klasse mit Panoramaverglasung, links der Durchgang zu den VIP-Plätzen und rechts der Zugang zum erhöhten Führerstand. Auf der Goldenpass-Internetseite lese ich „VIP Plätze nur bis 01.09.2018 verfügbar“ – was hat es denn damit auf sich?
Aber nun gleich weiter...

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...in den RegioExpress der BLS. Für weitere 40 Minuten fahren wir nun durch das Simmental im Berner Oberland bis Spiez.

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Ab Spiez geht es im Fernverkehr weiter, mit einem doppelstöckigen Intercity nach Romanshorn fahren wir über Bern und Zürich bis Weinfelden.

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Mit den letzten Sonnenstrahlen fahren wir entlang des Thunersees...

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...und durch Bern, anschließend wird es für weitere Bilder zu dunkel. Nach einem letzten Umsteigen in Weinfelden auf die S 14 nach Konstanz endet die fünftägige Rundtour wieder am Bodensee.

Ich bedanke mich für das Interesse, die Kommentare und Rückmeldungen zu den bisherigen Teilen.


Viele Grüße vom Bodensee
und einen schönen Sonntag


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/

Frühling zwischen Südtirol und Aostatal 7/7 |

heinz11, Samstag, 24.03.2018, 20:24 (vor 2924 Tagen) @ TD

Vielen herzlichen Dank auch für diesen Reisebericht! Ich lese Deine Berichte immer mit großem Genuß und die eine oder andere Idee zum Nachfahren kommt mir dabei auch in den Sinn.


Reiselustige Grüße

heinz

Vielen Dank!

462 001, Taunus, Sonntag, 25.03.2018, 10:03 (vor 2924 Tagen) @ TD

Guten Morgen an den Bodensee,

erstmal vielen Dank für deinen Bericht, der war mal wieder spitze:))


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Als letzter besonderer Programmpunkt steht noch der MOB Panoramic auf unserem Reiseplan. Den Goldenpass kannte ich zwar schon, trotzdem hatte es mich mal wieder gereizt, so dass in dem Zug nun zwei der sog. VIP-Plätze in der ersten Reihe der Aussichtskanzel für uns reserviert sind.

Oh mit den Goldenpass Panoramic bin ich im Dezember in die Gegenrichtung gefahren. Komplett verschneit sieht das auch schön aus;-)

Und es hat schon was, ganz vorne zu sitzen^^

Zum Abschluss dieser Fahrt werfen wir nochmals einen Blick in das interessante Fahrzeug, im Vordergrund die erste Klasse mit Panoramaverglasung, links der Durchgang zu den VIP-Plätzen und rechts der Zugang zum erhöhten Führerstand. Auf der Goldenpass-Internetseite lese ich „VIP Plätze nur bis 01.09.2018 verfügbar“ – was hat es denn damit auf sich?

Mhh, ich meine das die derzeitigen Steuerwagen wohl auch ersetzt werden müssen. Aber was genau es damit aufsich hat, kann sicher einer der Schweizer hier sagen.


Gruß aus dem Taunus von
Marcel

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

Frühling zwischen Südtirol und Aostatal 7/7 | 45 B

Turbonegro, Sonntag, 25.03.2018, 11:09 (vor 2924 Tagen) @ TD

Auch von meiner Seite vielen Dank, für alle 7 Berichte. Deine Berichte lese ich gerne und haben mich für eigene Touren schon mehrmals inspiriert.

Frühling zwischen Südtirol und Aostatal (m.B.)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 25.03.2018, 23:58 (vor 2923 Tagen) @ TD

Hoi,

Ich geh mal auf die letzten drei Teile gemeinsam ein.

Schließlich ist die Endstation Aosta erreicht. Nach dem Aussteigen blicken wir auf die Gleise, die noch 31 Kilometer weiter bis Pré-Saint-Didier führen. Der Verkehr auf diesem Abschnitt ist seit 2015 eingestellt.

Bitte? Neue Züge kaufen, aber gleichzeitig die halbe Strecke stilllegen, was soll denn der Quatsch? So unbevölkert scheint die Gegend dort ja auch nicht zu sein.
Die neuen Züge konnte man letzten Mai in Bussnang beim Tag der offenen Tür bereits im Bau sehen. Leider gab es an diesem Besuchertag in den Stadler-Hallen ein striktes Fotografierverbot.

Die italienische Busgesellschaft SAVDA und die schweizerische TMR bieten Busverbindungen von Aosta durch den Großen-St.-Bernhard-Tunnel nach Sembrancher bzw. Martigny an.

Bei der Reiseplanung wäre mir hier beinahe ein böser Fehler passiert, denn der Bus fährt nur an bestimmten Wochentagen (Dienstag und Freitag),

Der Tunnel am Grossen St. Bernhard war jetzt seit September wegen eines Schadens längere Zeit gesperrt. Die Busse fielen entsprechend monatelang aus.
Im Sommer gibt es aber wohl noch die Möglichkeit mit längerer Umsteigezeit am Hospiz über den Pass zu fahren: https://www.fahrplanfelder.ch/fileadmin/fap_pdf_fields/2018/12.211.pdf

In Sembrancher treffen die beiden Bahnstrecken in einem Keilbahnhof aufeinander. Die Züge sind auf der Strecke nach Le Châble durchgebunden, während Orsières mit einem Pendelzug bedient wird. Für uns heißt es hier deshalb umsteigen, aus Le Châble kommt schon der Zug nach Martigny eingefahren.

Seit in Verbier der Wintersportort ausgebaut wird, verkehren die Züge nicht mehr Martigny-Orsière durchgehend. Früher musste man von Le Châble aus in Sembrancher umsteigen. Bei der Modernisierung des Bahnhofs wurde dann dieses Konzept auch endgültig in Zement gegossen.

Doch nun zurück zum Bahnhof, im Hintergrund die Seilbahn zum Wintersportort Verbier, der auf einer Geländeterrasse über dem Tal liegt. Wir fahren jetzt zurück nach Martigny, nachfolgend nochmals drei Eindrücke der Fahrt durch das Val de Bagnes und das Tal der Dranse.

Ich war im Oktober mal in Le Châble, da sah es bereits anders aus:

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Die vergraben den Bahnhof im Boden und binden den Mittelperron direkt mit Lifts und Rolltreppen zur Gondelbahn und dem neuen darüberliegenden Busterminal. Das 27 Mio CHF teure Bauwerk ist ganze 270 Meter lang. Da fehlt dann nur noch ein direkter TGV aus Paris im Winter.


Auch sonst hat die TMR auf der Strecke etwas gebaut. Während sieben Stunden am Tag (HVZ) gilt nun seit Fahrplanwechsel der Halbstundentakt auf allen Streckenästen. Die zusätzlichen Züge fahren dabei Martigny-Sembrancher ohne Halt und bedienen auch die Station Etiez nicht.
In Bovernier wird derzeit noch an einem Doppelspurabschnitt gebaut. Dieser würde neben der Ausdehnung des Halbstundentakts auf den ganzen Tag auch die Einbindung weiterer Halte in den Halbstundentakt erlauben, wo die Züge derzeit auch im Halbstundentakt nur stündlich halten (weil die zusätzlichen Züge durchfahren). Die nur sporadisch zu Anlässen bediente Haltestelle Martgny-Expo könnte künftig auch fahrplanmässig bedient werden.

Die Fahrt auf der Simplonstrecke dauert 20 Minuten und führt über den Talboden des Rhonetals, hier queren wir gerade den Fluss. Aus der Fahrgastperspektive ist die Brücke unspektakulär, mit einer Spannweite von 125 Metern ist die "Pont des Paluds" die längste stählerne Eisenbahnbrücke der Schweiz.

Das wusste ich nicht mal, wieder was gelernt (Danke!). Ich weiss dafür, dass das aktuelle Bauwerk nigelnagel neu ist: https://www.vs.ch/de/web/railvs/pont-des-paluds-massongex
Geplant ist ab Dezember, den IR 90 stündlich mit IC2000-Pendelzügen zu führen. Dazu wurden auf der gesamten Strecke zwischen Lausanne und Visp in den letzten Jahren Ausbauten des Lichtraumprofils vorgenommen. Nötig war dazu auch, diese Brücke neu zu bauen.

Die erste Etappe der Fahrt führt straßenbahnähnlich durch das Stadtgebiet von Aigle, in der Parallelstraße fährt gerade ein Zug nach Leysin aus.

Da gibts Pläne, die Strecke Aigle-Leysin innerhalb von AIgle stillzulegen. Stattdessen soll am Ortsrand von Aigle-Dêpot aus ein Neubauabschnitt zur ASD gelegt werden. Die Züge von/nach Leysin sollen dann auf der ASD zum Bahnhof Aigle verkehren.
In Leysin gibts auch Ideen, die Strecke mit einem Neubauabschnitt zu verlängern.

Ursprünglich gab es Pläne, die Bahn über einen Pass bis Gstaad zu verlängern und dort an die Montreux–Berner Oberland-Bahn anzuschließen. Diese Pläne wurden nie verwirklicht und die Bahn war immer wieder von der Einstellung bedroht. Nun soll die Strecke tatsächlich weitergebaut werden – aber nur 800 Meter bis zur Talstation einer neuen Gondelbahn.

Die Rettung der Bahn konnte nur geschehen, weil man das Geld für eine Modernisierung aufbringen konnte. Darunter ganz wichtig die Einführung des automatischen Streckenblocks.
Darum finde ich es immer sehr befremdlich, wenn in einem Bahnforum unmodernisierte Bahnen als das Grösste bezeichnet wird und jeder Fortschritt des Teufels ist. Wenn nicht modernisiert wird, wird die Bahn früher oder später verschwinden. Wer gegen Modernisierung ist, ist deshalb eigentlich ein Feind der Eisenbahn (und kein Freund). Auf einer Museumsbahn mag das gut und recht sein, ein fahrplanmässiger Betrieb muss aber die Bedürfnisse der Nutzer und die heutigen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Bahnen leben von ihren Fahrgästen und die fahren dann mit, wenn es zeitgemässes Rollmaterial auf zeitgemässer Infrastruktur gibt.

Was auf der ASD jetzt noch kommen muss, sind der weitere behindertengerechte Ausbau der Stationen und die Beschaffung neuen Rollmaterials in den nächsten Jahren. Mit der Absicht zur Streckenverlängerung ist der Wille dazu aber mittlerweile auch vorhanden.

Und hier sind wir am Bahnhof angekommen. Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht zum letzten Mal in Aigle war, denn auch die anderen Meterspurstrecken der TPC harren noch der Bereisung.

Ab Aigle bin ich eigentlich schon alle gefahren, aber wenn die da munter weiter Strecken verlängern werde ich da auch mal wieder hinkommen.

Hier fahren wir in den Keilbahnhof von Chamby mit dem charakteristischen Empfangsgebäude in Mittellage ein. Für uns geht es rechts weiter in Richtung Zweisimmen, nach links die nur noch im Museumsverkehr betriebene Strecke nach Blonay.

Die Strecke hat noch eine wichtige Bedeutung für die Organsiation des planmässigen Betriebs der MVR. Die MOB tauscht hier Fahrzeuge zwischen MOB und MVR aus (wenn auch nur als Dienstfahrten ohne Fahrgäste). Die SURF (Série 7500) der MVR kommen teilweise auch als Régio auf der MOB zum Einsatz. Die MVR-Fahrzeuge müssen auch zur MOB in den Unterhalt.

Ab Ende 2019 soll der „GoldenPass-Express“ mittels umspurfähiger Drehgestelle und einer Umspuranlage umsteigefrei über Zweisimmen hinaus verkehren.

Das umspurfähige Rollmaterial wurde letztens bestellt. Weil das in der Schweiz noch nie gemacht wurde, muss es Tests bei allen Jahreszeiten geben. Aus diesem Grund kann der fahrplanmässige Verkehr erst Dezember 2020 aufgenommen werden. Geplant sind vier tägliche Zugspaare Montreux-Interlaken Ost (Montreux ab 07:40, 09:40, 12:40 und 14:40 Uhr).

Im Zweisimmen ist bereits schon einiges für den Spurwechselverkehr erkennbar. Die folgenden Bilder habe ich im März 2018 gemacht:

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Fertig ist das ganze zwar noch nicht, die Umspuranlage selbst fehlt noch, aber man erkennt schon etwa, wie das betrieblich laufen soll. Auf der Normalspurseite mündet die Meterspur in ein mittiges Abstellgleis und auf der Meterspurseite mündet die Normalspur in ein mittiges Abstellgleis.
Auf der BLS werden die Transgoldenpasszüge mit Lokomotiven des Typs Re 465 bespannt werden. Auf der MOB werden pro Zug zwei Schlepptriebwagen der Série 9000 zum Einsatz kommen (einteilig, nur einseitig mit Führerstand, andere Seite mit Wagenübergang), davon fahren auf der MOB schon ein paar rum:

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Auf der Goldenpass-Internetseite lese ich „VIP Plätze nur bis 01.09.2018 verfügbar“ – was hat es denn damit auf sich?

Ich kenne den exakten Projektfahrplan des MOB-Rollmaterialkonzepts nicht auswendig. Tatsache ist, dass die MOB bis 2020 ihren Rollmaterialeinsatz komplett neu ausrichten wird.

Man wird neben den drei Transgoldenpass-Umläufen noch zwei Umläufe mit Panoramiczügen zwischen Montreux und Zweisimmen haben. Diese werden strikt verpendelt sodass sie den ganzen Tag in gleicher Formation verkehren. Auf Seite Zweisimmen werden sie mit einer Ge 8000 bespannt. Auf Seite Montreux wird es noch je einen Panoramasteuerwagen geben, aber nur noch die beiden neueren mit der rundlicheren Form.
Die kantigeren Panoramasteuerwagen bleiben wohl noch als Reserve im Bestand. Aber viele ältere Wagen, auch bereits Panoramawagen, werden verschrottet oder verkauft. Mit den Transgoldenpasswagen wird ja auch einiges an neuem Rollmaterial in Betrieb gehen.
Zu erwähnen ist im speziellen noch, dass die MOB zwei ihrer vier Loks der Série Ge 8000 an die RhB verkauft hat (Typ Ge 4/4 III).

Der Belle-Epoque-Zug (Goldenpass Classic) wird künftig wegen des Behindertengleichstellungsgsetzes von zwei Schlepptriebwagen der neuesten Generation Série 9000 ins Sandwich genommen und weiterhin als Schnellzug zwischen Montreux und Zweisimmen eingesetzt werden (drei tägliche Zugspaare). Der Belle-Epoque-Zug ist derzeit bis Juni ausser Betrieb, um die dafür nötigen Anpassungen umzusetzen. Gleichzeitig ist aber auch die Strecke Montbovon-Château-d'Oex (auf den Stationsschildern der MOB wird Oe getrennt geschrieben) bis Juni vollgesperrt.

Es kann also sein, dass auch die Panoramiczüge einige Zeit ausser Betrieb genommen werden, um ans künftige Konzept angepasst zu werden. Im Endzustand hat man dann die VIP-Plätze sowieso nur noch in Fahrtrichtung Montreux und nur noch bei zwei Umläufen (= fünf Zugspaare am Tag).


Ansonsten danke ich für den schönen Bericht.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

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