Frühling zwischen Südtirol und Aostatal 7/7 | 45 B (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum letzten Teil unserer Frühlingstour zwischen Südtirol und Aostatal. Im sechsten Teil hatten wir zuletzt die Meterspurbahn von Aigle nach Les Diablerets besucht.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/079-Suedtirol-Aostatal/79-000Karte.jpg)
Nach dem kleinen Spaziergang durch Les Diablerets kehren wir zum Bahnhof zurück. Dort wartet der Triebwagen, mit dem wir angereist waren. Für die Heimfahrt hätten wir hier auch eine Abkürzung nehmen und mit dem Bus nach Gstaad fahren können – aber warum einfach, wenn auch ein Umweg geht?
Hier passieren wir gerade den Ort Vers-L'Eglise mit der Kirche aus dem Jahr 1456. Um die Kirche rankt sich eine nette Legende, so sollen die Bewohner auf der Suche nach dem besten Standort für die Kirche drei Pfähle an unterschiedlichen Stellen gesetzt und dann den Winter abgewartet haben. Zwei der Pfähle wurden von Lawinen begraben und an der Stelle des verbliebenen Pfahls wurde sodann die Kirche erbaut.
Der Winter spielt auch für die Geschichte der Bahn eine gewisse Rolle, denn nachdem die Straßenverbindungen nach Le Diablerets wintersicher ausgebaut waren, gab es Bestrebungen, den Personenverkehr auf die Straße zu verlagern. Diesem Ansinnen widersetzte man sich vor Ort, und so fährt die Bahn bis heute – von 6 bis 22 Uhr im angenäherten Stundentakt.
Hmm, ich denke Bilder hätte ich genug – allein es mangelt mir an einem Instagram-Account.
Hoch am Talhang der Grande Eau bietet die Strecke einen tollen Ausblick, die Straßenverbindung in das Tal verläuft am gegenüberliegenden Hang. Die Bahnstrecke führt anschließend kurvenreich durch ein Waldgebiet hinab zum Talboden. Bald kommt wieder das Château d'Aigle ins Blickfeld.
Auf der Straße geht es dann die letzten Kilometer durch das Stadtgebiet bis zum Bahnhof von Aigle.
Und hier sind wir am Bahnhof angekommen. Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht zum letzten Mal in Aigle war, denn auch die anderen Meterspurstrecken der TPC harren noch der Bereisung.
Mit dem nächsten Interregio fahren wir eine Station weiter von Aigle nach Montreux. Die Bahnstrecke erreicht bald das Ostufer des Genfersees.
Ein bekannte Sehenswürdigkeit an der Strecke ist das Schloss Chillon, die Wasserburg liegt auf einer Felseninsel, die bereits in der Bronzezeit bewohnt war.
Dieses Bild ist nun nicht mehr aus dem Zug aufgenommen, hier stehen wir direkt an der Uferpromenade von Montreux. Durch seine geschützte Lage ist Montreux der mildeste Ort am Genfersee. Nachdem wir die Frühlingssonne am Ufer genossen haben...
...wird es Zeit für die Weiterfahrt. Der Bahnhof von Montreux ist in Hanglage gebaut, zu den Gleisen geht es deshalb von der Straßenebene aus nach oben.
Als letzter besonderer Programmpunkt steht noch der MOB Panoramic auf unserem Reiseplan. Den Goldenpass kannte ich zwar schon, trotzdem hatte es mich mal wieder gereizt, so dass in dem Zug nun zwei der sog. VIP-Plätze in der ersten Reihe der Aussichtskanzel für uns reserviert sind.
Und los geht’s! Die Bahnstrecke gewinnt auf den ersten Kilometern schon deutlich an Höhe und bald gibt es für die Fahrgäste einen Panoramablick über den Genfersee, während sich die Strecke in Kehren nach oben windet.
Hier fahren wir in den Keilbahnhof von Chamby mit dem charakteristischen Empfangsgebäude in Mittellage ein. Für uns geht es rechts weiter in Richtung Zweisimmen, nach links die nur noch im Museumsverkehr betriebene Strecke nach Blonay.
Mit der nächsten Kurve verlässt die Meterspurstrecke die Hänge der Waadtländer Riviera, die Landschaft wird nun deutlich gebirgiger und führt in Richtung der Bergkette des Col de Jaman, welche schließlich in einem Tunnel unterquert wird.
Nachdem der Alpenpass durchfahren ist, geht es zunächst wieder etwas nach unten, hier am Bahnhof Allières sind wir auf gut 1.000 Meter über dem Meer. Recht kurvenreich geht es weiter nach Montbovon und zum Stausee Lac du Vernex, umrahmt von den Bergen des Pays-d'Enhauts.
Auch in Château-d’Œx ist der Frühling schon angekommen, es blüht links und rechts der Strecke. Bis Gstaad folgen die Gleise dem Tal der Saane.
In Flendruz ist eine goldfarbene Garnitur abgestellt, die ich bisher dem Streckenast nach Lenk zugeordnet hätte. Kurz darauf in Rougemont die nächste Zugbegegnung, diesmal mit einem fahrenden Gegenzug.
Zwischen Rougemont und Saanen queren wir die Sprachgrenze, über Gstaad führt die Strecke ins Simmental. Seit dem Jahr 1905 ist die Strecke durchgehend bis Zweisimmen befahrbar.
Nachdem die Strecke bei Saanemöser den Scheitelpunkt erreicht hat, geht es nun hinab nach Zweisimmen, am Bahnhof Oeschseite erinnert ein Schneepflug an die Wintertage.
In Zweisimmen endet die Meterspurstrecke der Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB), rechts steht schon der normalspurige Anschlusszug der BLS zur Weiterfahrt nach Spiez. Ab Ende 2019 soll der „GoldenPass-Express“ mittels umspurfähiger Drehgestelle und einer Umspuranlage umsteigefrei über Zweisimmen hinaus verkehren.
Zum Abschluss dieser Fahrt werfen wir nochmals einen Blick in das interessante Fahrzeug, im Vordergrund die erste Klasse mit Panoramaverglasung, links der Durchgang zu den VIP-Plätzen und rechts der Zugang zum erhöhten Führerstand. Auf der Goldenpass-Internetseite lese ich „VIP Plätze nur bis 01.09.2018 verfügbar“ – was hat es denn damit auf sich?
Aber nun gleich weiter...
...in den RegioExpress der BLS. Für weitere 40 Minuten fahren wir nun durch das Simmental im Berner Oberland bis Spiez.
Ab Spiez geht es im Fernverkehr weiter, mit einem doppelstöckigen Intercity nach Romanshorn fahren wir über Bern und Zürich bis Weinfelden.
Mit den letzten Sonnenstrahlen fahren wir entlang des Thunersees...
...und durch Bern, anschließend wird es für weitere Bilder zu dunkel. Nach einem letzten Umsteigen in Weinfelden auf die S 14 nach Konstanz endet die fünftägige Rundtour wieder am Bodensee.
Ich bedanke mich für das Interesse, die Kommentare und Rückmeldungen zu den bisherigen Teilen.
Viele Grüße vom Bodensee
und einen schönen Sonntag
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
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TD,
24.03.2018, 17:16
- Frühling zwischen Südtirol und Aostatal 7/7 | - heinz11, 24.03.2018, 20:24
- Vielen Dank! - 462 001, 25.03.2018, 10:03
- Frühling zwischen Südtirol und Aostatal 7/7 | 45 B - Turbonegro, 25.03.2018, 11:09
- Frühling zwischen Südtirol und Aostatal (m.B.) - Twindexx, 25.03.2018, 23:58