Schweiz-Runde (Reiseberichte)
Hoi,
Naja, ein Großteil der Auslandsverbindungen mit Schweizer Wagenmaterial geht doch nach Deutschland. Ganz wenig nach Österreich, und das war’s auch schon, oder? Da wäre es doch naheliegend, wenn die SBB Wagen einsetzen würde, die mit deutscher Technik kompatibel sind…
Naheliegend wäre, wenn man dort ansetzen würde, wo die Probleme entstehen. Das ist nicht in den Wagen, die fahren sonst ja überall problemlos.
Den allergrössten Teil fährt dieser Wagentyp in der Schweiz. Der Anteil an Laufleistung in Deutschland ist verhältnismässig gering. Dabei sollten sie gar nie nach Stuttgart fahren (das machen sie nur, weil die ICE-T versagt hatten) und nach München ist auch auf absehbare Zeit Schluss (beim Spatenstich zur Elektrifizierung Lindau-Geltendorf wird am 23. März 2018 ein SBB RABe 503 in Memmingen anwesend sein).
19 € ist mehr, als ich für Friedrichshafen – Luzern gezahlt hatte. :p Und das ist erheblich weiter.
Diese Sparpreise verzerren das Bild halt schon extrem. Als Messlatte für einen fairen Preis sind sie also völlig ungeeignet. Die MGB hat ja die Akzeptanz für DB-Sparpreise auf der Stecke Visp-Zermatt gänzlich aufgekündigt, weil die DB ihr keine faire Entschädigung geben wollte (welche die DB bei dem tiefen Preisniveau der Sparpreise wohl gar nicht hätte stemmen können).
Falsch liegt im Auge des Betrachters – immerhin entstanden schöne Fotos, die durch Fensterscheibes so sicher nicht möglich gewesen wären. :)
Aber sehr löblich, dass man dem Kunden die Wahl lässt!
Die Kunden bevorzugen zu über 95% das moderne klimatisierte Rollmaterial. Ab 2019 wird es da wie gesagt die Wahl nicht mehr geben. Die paar Fahrgäste, die nicht mehr kommen sollten, weil man keine Fenster mehr wird öffnen können, werden um ein vielfaches überkompensiert durch neue Fahrgäste, welche mit dem neuen Rollmaterial hinzukommen, weil die Züge nun in ihren Augen attraktiver geworden sind.
Der Spatz fährt auch in der Ecke. Ich war verwirrt vom vielen Gefieder. ;)
Ich meinte, dass die Spatzen seit der Finken-Lieferung nicht mehr in der Ecke eingesetzt werden. Die Spatzen haben keine Zahnräder, können also nicht aus eigener Kraft über den Brünig - im Gegensatz zu den Finken. Also hat man die Spatzen für die Luzerner S-Bahn zusammengezogen.
Wer oder was ist Bärntüütsch?
Bärn ist die Mundartaussprache für Bern und tüütsch ist Schweizerdeutsch für deutsch. Gemeint ist also der Berner Dialekt.
Der Fußweg ist nur 1,6 km (Bahnstrecke macht einen Bogen). Wenn man davon ausgeht, dass sie wahrscheinlich nicht den Westbahnhof als Ziel hatten, wohl noch weniger. Ich wäre vermutlich gelaufen.^^
Willkommen in der Schweiz, da nimmt man innerstädtisch den IC(E) dafür. ;-)
Aber man hätte die Bauarbeiten natürlich auch in den Fahrplan einarbeiten können, wäre besser für die Pünktlichkeitsstatistik. ;)
Der Onlinefahrplan war teilweise angepasst. Ansonsten hat der Begriff Jahresfahrplan in der Schweiz eben noch eine Bedeutung. Das bedeutet, dass ein Zug während eines Fahrplanjahres an jedem Tag grundsätzlich gleich fährt.
Das dürfte doch bestimmt eine beliebte Pendlerstrecke sein. Und jemand, der von Biel nach Bern pendelt, sieht das sicher anders.
Zeitlich ist der Zug voll konkurrenzfähig, da gibts nichts auszusetzen. Genau auf der Strecke hatte ich gar mal ein Wettrennen Zug gegen Auto gewonnen. Start war mitten in Bern und Ziel irgendwo in einem Bieler Wohnquartier. Es war Wochenende, auf Schiene und Strasse verhältnismässig wenig los. Ich lief zum Berner Bahnhof, rein in den RE nach Biel und dann in den nächsten Stadtbus und war kurz vor meiner Konkurrenz im Auto am Ziel.
Wenn dann HVZ ist, braucht der Zug noch genauso lang, das Auto aber länger.
Der Geschwindigkeitsrausch wird völlig überbewertet. Wir reden hier über maximal zwei Minuten, die mit einem Ausbau auf 160 km/h möglich wären. Mehrere Mio CHF investieren, um statt in 25 in 23 Minuten von Bern nach Biel zu kommen, ist nun völliger nonsens. Diese zwei Minuten sind nicht entscheidend. Deswegen fährt in Bern und Biel kein einziger Anschluss zwei Minuten früher los. Und da die meisten Reisenden nicht nur Bahnhof-Bahnhof fahren, sondern Anschlüsse an beiden Enden nutzen, wird die Gesamtreisezeit für die Mehrheit deswegen nicht verbessert.
Es gibt nur Nachteile:
- Die Investitionen benötigen Geld, das dann woanders nicht mehr verfügbar ist für Ausbauten.
- Die Unterhaltskosten steigen (je mehr Geld aus dem Topf für Unterhalt ausgegeben wird, desto weniger steht für Ausbau zur Verfügung).
- Die schnellere Fahrt verursacht deutlich höhere Energiekosten.
- So gut wie kein Reisender ist auf seiner Gesamtreise schneller.
Heute schreibt man auf dieser RE-Linie leichte Gewinne. Wenn die Kosten nun steigen (höherer Energierverbrauch), aber keine zusätzlichen Fahrgäste kommen (Gesamtreisezeiten bleiben ja unverändert), macht sich der öV nur kaputt. Das ist genau das Gegenteil davon, was wir wollen. Deswegen weiterhin so schnell wie nötig und nicht so schnell wie möglich. Denn so schnell wie möglich zerstört einen guten Bahnverkehr, es verbessert ihn nicht. Den Pendlern auf dieser Strecke ist mit vmax 125 km/h besser gedient als mit sinnloser Raserei.
Solche Ausbauten, die ein oder zwei Minuten bringen, sind dann sinnvoll, wenn es die entscheidenden Minuten sind, um einen Knoten zu erreichen oder nicht. Zum Beispiel heben wir auf der Strecke Winterthur-Weinfelden per Fahrplanwechsel Dezember 2018 die Streckengeschwindigkeit von 125 km/h partiell auf bis zu 150 km/h an. Das kostet 78.3 Mio CHF an Investitionen auf dieser 30 km langen Strecke und ergibt eine Fahrzeitreduktion von einer Minute. Diese Minute ist mit weiteren Massnahmen entscheidend, um in Romanshorn und Kreuzlingen Knoten um 15/45 statt wie heute um 00/30 einrichten zu können. Damit wird die Reisezeit für die Fahrgäste um ganze 15 Minuten reduziert!
Und genau das sind die Stützpfeiler des Erfolgs der Schweizer Bahnen. Kein hirnloser Geschwindigkeitsrausch, sondern mit Intelligenz das Netz als ganzes zu verbessern und dabei Geld möglichst effizient einzusetzen. DAS verbessert die Eisenbahn und nicht völlig sinnlos zwei Minuten schneller von Bern nach Biel zu kommen.
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
gesamter Thread:
- Schweiz-Runde, Teil 1 (mit 43 Bildern) -
Krümelmonster,
11.02.2018, 18:06
- Schweiz-Runde, Teil 2 (mit 41 Bildern) -
Krümelmonster,
11.02.2018, 18:07
- Schweiz-Runde, Teil 3 (mit 23 Bildern) -
Krümelmonster,
11.02.2018, 18:08
- Schweiz-Runde -
Twindexx,
11.02.2018, 21:31
- Hässlicher Bahnhof Bern - Alphorn (CH), 12.02.2018, 02:16
- Schweiz-Runde, Teil 3 (mit 23 Bildern) - Regiosprinter, 11.02.2018, 21:47
- Schweiz-Runde -
Twindexx,
11.02.2018, 21:31
- Schweiz-Runde, Teil 3 (mit 23 Bildern) -
Krümelmonster,
11.02.2018, 18:08
- ? Umwege zu Sparpreisen -
sflori,
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- ? Umwege zu Sparpreisen - Krümelmonster, 17.02.2018, 15:18
- Schweiz-Runde -
Twindexx,
11.02.2018, 21:30
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Krümelmonster,
17.02.2018, 15:28
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Twindexx,
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