Der Schnee in Kitzbühel (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Sonntag, 04.02.2018, 17:43 (vor 2966 Tagen)

Hallo liebes Forum,

So langsam komme ich endlich mal dazu, meine Reiseberichte zu verfassen. ;)

Vor mittlerweile über einem Jahr, Mitte Januar 2017, stand meine Erstbefahrung der Sazburg-Tiroler-Bahn an. Allzu schön war das Wetter nicht, aber wenigstens schneetechnisch war ja letzten Januar einiges geboten.^^
Am 14.01.17 um 7:55 verließ der Meridian mit dem Fahrtziel Salzburg und mir den Münchner Hbf. Ich blieb nur eine knappe Stunde bis Prien am Chiemsee sitzen. Nach 20 min Wartezeit traf dort der Railjet gen Klagenfurt ohne zu beklagende Verspätung ein. Müßig zu erwähnen, dass ich der einzige Fahrgast war, der diesen Umstieg wählte: Zeitlich wäre er nur für Leute aus Endorf mit einem Ziel südlich von Salzburg sinnvoll (der RJ kam ja auch aus München), und preislich dürfte kaum jemand so verrückt sein, die maximale Zeit im FV-Zug zum gleichen Ticketpreis rauszuholen. :D Aber eine Railjet-Fahrt von Prien nach Golling-Abtenau, also zwischen zwei Eigentlich-Nicht-Railjet-Halten, das hatte irgendwie was.^^
Wie gesagt, schöne Aussicht auf die Berge gab’s keine, aber die Wolken sorgten auch irgendwie für eine spezielle Stimmung.
Anbei einige Impressionen bis Golling-Abtenau:
1 Der Meridian in Prien
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2 20 min später der RJ in Prien
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3 Winterliches Alpenvorland
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4 Grenzbrücke über die Saalach
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5 Einige Fahrgäste nutzten den gut 10-minütigen Aufenthalt in Salzburg, um Selbstzerstörung zu machen. Ich machte lieber ein Foto
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6 In Golling-Abtenau hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Berchtesgadener Alpen. Manchmal.
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Weiter ging es in einem aus Wien kommenden, nur samstags verkehrenden 4-Wagen-Zug nach Wörgl. Mitte Januar war der so sehr ausgelastet, dass ich die ganze Fahrt über ein eigenes Abteil hatte. Gefühlt sogar einen eigenen Wagen. Die Fenster ließen sich aber nicht öffnen und waren oft nass, daher erwartet keine fotografischen Meisterwerke.
Auch wenn es kein Bergpanorama gab, war ich ganz begeistert von der landschaftlichen Schönheit! Am besten zeige ich einfach die Bilder:
7 Wörgl. Kommt ein Stier hereingeschneit…
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8 Im Tal der Salzach
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9 Gleicher Ort, andere Blickrichtung
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10 Das Tal hat einfach was!
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11 Hier erkennt man wenigstens einmal etwas von den Bergen drumherum
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12 Selbst auf den Oberleitungsmasten lag reichlich Schnee
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13 Der Namensgeber des Ortes Zell am See
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14 Bei genauerem Hinschauen zeigt sich, dass man auf dem weißen Etwas bisweilen auch Boot fahren kann
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15 Da der Begriff „Monster“ bei mir Dieselloks vorbehalten ist, frage ich mich, wie man diese Wuchtbrumme nennen soll. (In manchen Vierteln würde man ohne zu zögern einfach „deine Muddah“ dazu sagen. Aber das ist dort ja auch nicht eindeutig…)
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16 & 17 Bergpanorama. (Nicht.)
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18 & 19 Ui! Ist das etwa die Sonne? Mehr durchsetzen konnte sie sich über Österreich nicht…
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Pünktlich wurde Wörgl im Inntal erreicht. Mit zweieinhalb Stunden war das die mit Abstand längste Fahrt des heutigen Tages. Um nach Kufstein zu kommen, hatte ich die Wahl: einen knappen Umstieg auf den Brenner-EC oder die S-Bahn mit weniger Wartezeit in Kufstein. Da der EC 5 min Verspätung hatte, wählte ich den. Im vollen Zug kamen die Nachteile eines Abteilwagens leider sehr zum Tragen, in den Gängen war Durchkommen kaum möglich. Hätte ich gewusst, dass die Fahrt bis Kufstein nur 8 min dauert (in der S-Bahn sind’s gleich 13), hätte ich mir den Stress der Sitzplatzsuche erspart.^^ Das Wagenmaterial war österreichisch, das Personal allerdings Deutsche, die Ansagen dreisprachig (Bayrisch, Bavarian English und herrliches Süditalienisch, gesprochen alles von derselben Person :D).
20 Dieser Stier kommt aus Italien
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In Kufstein hatte ich nun eine halbe Stunde Aufenthalt. Die Altstadt ist ja wirklich schön, aber beim Bahnhof hilft einfach nur Abreißen & neu bauen in Schön. Ein Bild erspare ich euch.
Ebenso habe ich kein Foto vom Meridian von Kufstein nach Rosenheim. War aber auch kein anderes Fahrzeug als das, mit dem ich am Morgen nach Prien gefahren war, bloß kürzer (Dreiteiler statt Sechsteiler). Die Fahrt durchs Inntal war relativ unspektakulär, die Auslastung im mittleren Bereich. Nach weniger als einer halben Stunde wurde Rosenheim pünktlich erreicht, und das war auch gut so, denn ich hatte nur 5 min, um den Bahnsteig zu wechseln.
Der Retter der Nebenbahn brummte schon wohlig, als ich mich näherte, und setzte sich alsbald in Bewegung. Die Strecke von Rosenheim Richtung Norden kannte ich noch nicht, ist nicht spektakulär, aber ganz nett. In Wasserburg stieg ich um in einen weiteren Retter der Nebenbahn (bei der Südostbahn erleben die ja eine große Renaissance) mit anfangs einstelliger Fahrgastzahl gen Grafing. Zum Glück stiegen zwischendurch auch einige Fahrgäste zu, sonst hätte man auch ein Taxi nehmen können.^^ Landschaftlich bot die Strecke wenig. Interessant war nur die doppelte S-Kurve kurz vor Ebersberg und höchstens noch die Durchquerung von Ebersberg.
Ab Grafing ging es dann mit dem nächsten Takt des Meridian aus Kufstein zum Münchner Hbf.
Anbei noch einige Impressionen der Strecke zwischen Rosenheim, Wasserburg und Grafing:
21 Bayrisches Dorf
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22 Bayrischer Bach
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23 Treffen der Retter der Nebenbahnen in Wasserburg: im Vordergrund der Zug nach Grafing, hinten links mein Zug aus Rosenheim nach Mühldorf/Landshut und rechts daneben sein Gegenspieler
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24 Kurz vor Ebersberg (wo die Münchner Quietschi endet) wurde dieser Stinktierpfad (Straße) per S-Kurve überquert
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Gefahren bin ich mit einem Bayern-Ticket für 23 € (damals™ noch vor Fahrplanwechsel gekauft) sowie einem Sparpreis Europa von Prien nach Kufstein via Schwarzach-St.-Veit für 19 €. Bis auf den EC waren alle Züge pünktlich. Insgesamt habe ich ca. 480 km zurückgelegt.
Trotz des nicht optimalen Wetters war es ein sehr schöner Ausflug!

Es grüßt
das Krümelmonster

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Meine alten Reiseberichte (inkl. Bildern) verschicke ich gern per Email - bitte per Direktnachricht melden!

DANKE ! Sehr schöner, informativer Bericht. :-)

Garfield_1905, Sonntag, 04.02.2018, 18:01 (vor 2966 Tagen) @ Krümelmonster

- kein Text -

Danke:)

462 001, Taunus, Sonntag, 04.02.2018, 19:31 (vor 2966 Tagen) @ Krümelmonster

- kein Text -

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

So ging's mir auch beim Skifahren...

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 04.02.2018, 20:27 (vor 2966 Tagen) @ Krümelmonster
bearbeitet von J-C, Sonntag, 04.02.2018, 20:29

...die meiste Zeit völlig bewölkt und verschneit.

Aber danke dir für diesen netten Bericht. Hab die Giselabahn in just jenem IC, der per Fahrplanwechsel durch einen saisonalen Railjetflügel ersetzt wurde, im Sommer auch genutzt. Allerdings sowohl hin als auch zurück und das auch auf dem kompletten Laufweg aus Wien

Und danke für die Bestätigung, dass nicht nur die Bahnsteige von Kufstein zum Weglaufen sind... ziemlich schade eigentlich, wenn man weiß, wie viele Bahnhöfe vergleichbarer Größe in Österreich aussehen.

Wenn man das mal mit Attnang-Puchheim vergleicht

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

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