SBB-Twindexx behindertentauglich? (Allgemeines Forum)
Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 30.01.2018, 02:02 (vor 2987 Tagen)
Was genau ist das Problem?
numi, Dienstag, 30.01.2018, 04:05 (vor 2987 Tagen) @ Re 8/12
Wo genau liegt denn da jetzt das Problem? Laut dem Bericht (Dokument bei Minute 5:04) beträgt die Neigung der Rampen am Einstieg 14 %. Erlaubt sind nach TSI PRM 4.2.2.8. (7) jedoch Rampen mit bis zu 15 % Neigung. Damit sollte die Rechtslage in diesem Fall doch eigentlich klar sein.
Was genau ist das Problem? Ein Summenproblem!
br752, Dienstag, 30.01.2018, 07:15 (vor 2987 Tagen) @ numi
Hallo zusammen.
Weiterhin enden die Griffstangen, an der Treppe vom Obergeschoss, zu frueh *1, so dass sehbehinderte Menschen ins Leere greifen muessen, wenn sie von oben kommend aussteigen wollen. *2
Es geht wohl auch um ein Sammelsurium von "Missverstaendnissen" und falsch interpretierten Absprachen. Man moechte eben eine zufriedenstellenden Loesung haben, da die Zuege fuer 40 Jahre Einsatz konzipiert sind.
BR752
*1 Anders als seinerzeit gezeigt und vorgestellt.
*2 An der Schwachsinnseinstiegsgriffstangenanordnung im ICE4 habe ich mir fast schon mal das Handgelenk verrenkt.
Was genau ist das Problem?
JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 30.01.2018, 10:26 (vor 2987 Tagen) @ numi
Wo genau liegt denn da jetzt das Problem? Laut dem Bericht (Dokument bei Minute 5:04) beträgt die Neigung der Rampen am Einstieg 14 %. Erlaubt sind nach TSI PRM 4.2.2.8. (7) jedoch Rampen mit bis zu 15 % Neigung. Damit sollte die Rechtslage in diesem Fall doch eigentlich klar sein.
Hat das Schweizer BehiG da ggf. strengere Anforderungen?
--
Weg mit dem 4744!
Was genau ist das Problem?
numi, Dienstag, 30.01.2018, 23:36 (vor 2986 Tagen) @ JeDi
Ich habe mal die Dokumente dazu überflogen die ich spontan gefunden habe. Dort wird aber auch immer auf die TSI PRM verwiesen. Schärfere Werte als die genannten habe ich nicht gefunden.
Was genau ist das Problem?
sflori, Dienstag, 30.01.2018, 23:40 (vor 2986 Tagen) @ numi
bearbeitet von sflori, Dienstag, 30.01.2018, 23:41
Ich habe mal die Dokumente dazu überflogen die ich spontan gefunden habe. Dort wird aber auch immer auf die TSI PRM verwiesen. Schärfere Werte als die genannten habe ich nicht gefunden.
Danke fürs Nachschauen. Ich kenne die schweizer Regeln nämlich auch nicht und war sehr auf eine Antwort gespannt.
Ganz allgemein zieht eine TSI-Verschärfung auf nationaler Ebene zusätzliche Kosten bei jedem Einkauf von Infrastruktur oder Rollmaterial nach sich und sollte daher gut bedacht sein. :)
Bye. Flo.
Was genau ist das Problem?
sflori, Dienstag, 30.01.2018, 11:13 (vor 2987 Tagen) @ numi
bearbeitet von sflori, Dienstag, 30.01.2018, 11:17
Erlaubt sind nach TSI PRM 4.2.2.8. (7) jedoch Rampen mit bis zu 15 % Neigung.
Es gab doch schon einen größeren Umbau aufgrund von Änderungswünschen des Behindertenverbandes. Ich frage mich, wie man jetzt behaupten kann, nicht frühzeitig in den Prozess involviert gewesen zu sein. Gibts da ggf. mehrere Verbände, die sich gegenseitig im Wichtigmachen übertrumpfen möchten?
Ob bei 14 % Steigung jemand selbstständig da rauskommt, hängt i.Ü. auch vom Gewicht und der Kraft des Betroffenen ab. Wenn man die TSI in Frage stellt, wäre hier eine Versuchsreihe sinnvoll, anstatt auf einzelne Betroffene zu verweisen.
Bombardier setzt die TSI-Anforderungen um und die nationalen Anforderungen. Die konstruieren keine 14-%-Rampen, wenn sie dafür keine Freigabe durch europäische, nationale oder projektspezifische Vereinbarungen haben.
Wenn man alleinig den Boden höher baut, damit die Rampe nicht mehr so steil ist, passt die lichte Höhe nicht mehr. Man ist also dann an anderer Stelle nicht mehr TSI-konform. Eine Lösung wäre das Modell wie im deutschen Twindexx, der sowohl unten als auch im Oberstock spezielle Konstruktionselemente besitzt. Das kann der Kunde natürlich kaufen und bezahlen. Sinnvollerweise, BEVOR der Zug konstruiert und produziert wird. ;) Im jetzigen Produktionsstand (=fertig) würde das beim schweizer Zug einer Verschrottung der Wagen gleichkommen.
Bye. Flo.
76-cm-Murks
Alphorn (CH), Dienstag, 30.01.2018, 12:23 (vor 2987 Tagen) @ sflori
Zu dem Rampen kann man noch anmerken, dass sie nur nötig wurden, weil die SBB unbedingt zu 76-cm-Einstiegen in Deutschland kompatibel sein wollten und die TSI maximal einen 16-cm-Schritt nach unten erlaubt; somit muss der Einstieg auf 60 cm sein. Daraus folgen Rampen, eine schräger Boden an Fuss der Treppe aus dem Oberdeck und deutlich weniger Platz für die Querbänke im Oberdeck. Ob die Züge tatsächlich nach Deutschland fahren werden, steht in den Sternen.
Was war wohl die Überlegung bei 16-cm-Regel? Das ist ja deutlich weniger als eine Treppenstufe. Ich finde, die sollte auf 19 bis 21 cm angepasst werden.
Der IC2000, welcher nur an 55-cm-Bahnsteigen fährt, hat einen komplett flachen Einstieg, mehr Platz für die Querbänke sowie dank etwas grösserem Lichtraumprofil mehr Platz im Oberdeck.
Ich verstehe nach wie vor nicht, dass die DB explizit für den Fernverkehr 76-cm-Bahnsteige will, obwohl sie keinen einzigen FV-Zug mit 76-cm-Einstieg hat. Solche mit 55-cm-Einstiegen hingegen hat sie hingegen schon...
76-cm-Murks
Frecciarossa, Dienstag, 30.01.2018, 12:49 (vor 2987 Tagen) @ Alphorn (CH)
Was gibt es da nicht zu verstehen? Es gibt im wesentlichen zwei Gründe hierfür:
1. Bei einstöckigen Zügen ist 76 cm besser als 55 cm. Zum einen, weil man 76 cm konstruktiv leichter erreichen kann als 55 cm. Und zum anderen, weil auch bei höherem Einstieg zumindest eine Stufe wegfällt, was das Ein- und Aussteigen beschleunigt. Gerade mit schwerem Gepäck ist es schon ein erheblicher Unterschied, ob man zwei oder drei Stufen zu überwinden hat.
2. Es ist in Deutschland historisch so gewachsen (aus gutem Grund, s.o.) und es gibt heute nun mal wesentlich mehr Bahnsteige mit 76 cm als 55 cm. Ein Wechsel auf 55 cm wäre ein erheblicher Aufwand und würde in der Übergangszeit auf Jahre die Situation verschlechtern. Gerade in Regionen, in denen man schon fast alle Bahnsteige auf 76 cm hat (Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW), wäre es wirklich absolut hirnrissig, jetzt alles wieder umzubauen.
Doppelstock-Murks
Benjamin.Keller, Dienstag, 30.01.2018, 15:42 (vor 2987 Tagen) @ Frecciarossa
bearbeitet von Benjamin.Keller, Dienstag, 30.01.2018, 15:43
Gerade in Regionen, in denen man schon fast alle Bahnsteige auf 76 cm hat (Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW), wäre es wirklich absolut hirnrissig, jetzt alles wieder umzubauen.
Insbesondere im Grenzbereich zu den Niederlanden (ja ja, ich weiß, weit weg von der Schweiz), wo man eben die Bahnsteige von 1000 auf 760mm absenkt.
2. Es ist in Deutschland historisch so gewachsen (aus gutem Grund, s.o.) und es gibt heute nun mal wesentlich mehr Bahnsteige mit 76 cm als 55 cm.
Man muss einfach mal festhalten, dass die Schweiz jahrzehntelang beim Ausbau der Bahnsteige geschlafen hat (wenn man dies zB mit den Niederlanden vergleicht). Jetzt hat man die technischen Möglichkeiten auch niedrigere Fahrzeuge zu bauen - Glück gehabt für die Schweiz. Deswegen ist aber nicht alles andere gleich Murks, es wäre doch dem Forenfrieden zuträglich hier nicht immer gleich mit solchen Tönen rumzuspucken.
Murks sind Doppelstocktriebfahrzeuge, die eigentlich weder für S-Bahnen noch für Fernverkehr und wirklich maximal im interregionalen Pendlerverkehr ohne großes Gepäck geeignet sind.
Und ich sehe auch nicht ein, um mal so polemisch zu bleiben Alphorn, warum wir in Nordrhein-Westfalen mit 18 Millionen Einwohnern und wunderbar hohen Bahnsteigen uns an irgendwelchen Alpentälern orientieren sollten, die kaum mehr Einwohner als unsere Regierungsbezirke haben ;)
76-cm-Doppelstock-Murks
Alphorn (CH), Dienstag, 30.01.2018, 20:14 (vor 2986 Tagen) @ Benjamin.Keller
Gerade in Regionen, in denen man schon fast alle Bahnsteige auf 76 cm hat (Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW), wäre es wirklich absolut hirnrissig, jetzt alles wieder umzubauen.
Ob sich eine Umstellung jetzt noch lohnt, ist eine eigene Frage. Vor 10-20 Jahren hingegen hätte man mit deutlich weniger Aufwand landesweit 55 cm anstreben können.
Insbesondere im Grenzbereich zu den Niederlanden (ja ja, ich weiß, weit weg von der Schweiz), wo man eben die Bahnsteige von 1000 auf 760mm absenkt.
OK, damit schafft man Barrierefreiheit in den Niederlanden - dafür verliert man sie in Frankreich, der Schweiz, Österreich, Tschechien und Dänemark.
2. Es ist in Deutschland historisch so gewachsen (aus gutem Grund, s.o.) und es gibt heute nun mal wesentlich mehr Bahnsteige mit 76 cm als 55 cm.
Man muss einfach mal festhalten, dass die Schweiz jahrzehntelang beim Ausbau der Bahnsteige geschlafen hat (wenn man dies zB mit den Niederlanden vergleicht). Jetzt hat man die technischen Möglichkeiten auch niedrigere Fahrzeuge zu bauen - Glück gehabt für die Schweiz.
Die Entscheidung für 76 cm ist allerdings auch in Deutschland zu einem Zeitpunkt gefallen, wo es 55-cm-Niederflurfahrzeuge schon gab.
Murks sind Doppelstocktriebfahrzeuge, die eigentlich weder für S-Bahnen noch für Fernverkehr und wirklich maximal im interregionalen Pendlerverkehr ohne großes Gepäck geeignet sind.
Ich bezog mich mit Murks auf die Kombination 76 cm und Doppelstock. Die Festlegung auf 76 cm in Deutschland finde ich falsch, aber nicht gerade Murks. Murks ist dann schon eher wieder, dass man dauerhaft Teile des Netzes mit 55 cm und andere Teile mit 76 cm betreiben will.
Doppelstockfahrzeuge ungeeignet für Fernverkehr? Sag das mal dem TGV 2N2 und dem IC 2000. Ich schätze diese Fahrzeuge wegen der Laufruhe und Kapazität und Aussicht; zudem sind sie bei 55 cm barrierefrei. Und sie kommen mit kürzeren Bahnsteigen aus.
Und ich sehe auch nicht ein, um mal so polemisch zu bleiben Alphorn, warum wir in Nordrhein-Westfalen mit 18 Millionen Einwohnern und wunderbar hohen Bahnsteigen uns an irgendwelchen Alpentälern orientieren sollten, die kaum mehr Einwohner als unsere Regierungsbezirke haben ;)
Wenn wir nach Mehrheiten gehen, ist die Entscheidung eh klar: Die umliegenden Nachbarländer mit 55-cm-Bahnsteigen haben zusammen mehr Einwohner als Deutschland :)
76-cm-Doppelstock-Murks
Frecciarossa, Dienstag, 30.01.2018, 20:24 (vor 2986 Tagen) @ Alphorn (CH)
Ob sich eine Umstellung jetzt noch lohnt, ist eine eigene Frage. Vor 10-20 Jahren hingegen hätte man mit deutlich weniger Aufwand landesweit 55 cm anstreben können.
Vor 20 Jahren gab es 55-cm-Bahnsteige in nennenswertem Umfang nur in Ostdeutschland. Im Westen waren die Bahnsteige entweder höher oder tiefer.
Die Entscheidung für 76 cm ist allerdings auch in Deutschland zu einem Zeitpunkt gefallen, wo es 55-cm-Niederflurfahrzeuge schon gab.
Die Entscheidung ist bereits 1904 gefallen. Dass man nach der Wende auch 55 cm als zweiten Standard etabliert hat, war eine Konzession an die Ostdeutschen, die sich heute als Fehler herausstellt.
76-cm-Doppelstock-Murks
Benjamin.Keller, Donnerstag, 01.02.2018, 20:53 (vor 2984 Tagen) @ Alphorn (CH)
OK, damit schafft man Barrierefreiheit in den Niederlanden - dafür verliert man sie in Frankreich, der Schweiz, Österreich, Tschechien und Dänemark.
Man schafft nicht, man hat geschafft. Ich mag einen Großstadt-Bias haben, aber für mich sind 760mm-Bahnsteige immer der Normalzustand gewesen (außer natürlich den 960mm Bahnsteigen, die zumindest in meinen ersten 20 Lebensjahren sicher die Mehrheit meiner Bahnsteignutzungen gewesen sind und ganz sicher ein weiterer Grund, warum 550mm keine Option ist).
Die Entscheidung für 76 cm ist allerdings auch in Deutschland zu einem Zeitpunkt gefallen, wo es 55-cm-Niederflurfahrzeuge schon gab.
Soso...
Und was Frecciarossa sagte...
Am Schweizer (Bahn)Wesen soll die Welt genesen.
Höllentalbahn, Mittwoch, 31.01.2018, 02:03 (vor 2986 Tagen) @ Benjamin.Keller
Gerade in Regionen, in denen man schon fast alle Bahnsteige auf 76 cm hat (Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW), wäre es wirklich absolut hirnrissig, jetzt alles wieder umzubauen.
Insbesondere im Grenzbereich zu den Niederlanden (ja ja, ich weiß, weit weg von der Schweiz), wo man eben die Bahnsteige von 1000 auf 760mm absenkt.
2. Es ist in Deutschland historisch so gewachsen (aus gutem Grund, s.o.) und es gibt heute nun mal wesentlich mehr Bahnsteige mit 76 cm als 55 cm.
Man muss einfach mal festhalten, dass die Schweiz jahrzehntelang beim Ausbau der Bahnsteige geschlafen hat (wenn man dies zB mit den Niederlanden vergleicht). Jetzt hat man die technischen Möglichkeiten auch niedrigere Fahrzeuge zu bauen - Glück gehabt für die Schweiz. Deswegen ist aber nicht alles andere gleich Murks, es wäre doch dem Forenfrieden zuträglich hier nicht immer gleich mit solchen Tönen rumzuspucken.
Murks sind Doppelstocktriebfahrzeuge, die eigentlich weder für S-Bahnen noch für Fernverkehr und wirklich maximal im interregionalen Pendlerverkehr ohne großes Gepäck geeignet sind.
Und ich sehe auch nicht ein, um mal so polemisch zu bleiben Alphorn, warum wir in Nordrhein-Westfalen mit 18 Millionen Einwohnern und wunderbar hohen Bahnsteigen uns an irgendwelchen Alpentälern orientieren sollten, die kaum mehr Einwohner als unsere Regierungsbezirke haben ;)
Ich dachte das wäre in Bahnkreisen allgemein bekannt. Was die Schweiz auch macht ist automatisch beste Lösung für alle anderen.
Mfg Höllentalbahn
(Der jetzt ebenfalls 55cm-Bahnsteige vor die Tür gesetzt bekommt)
Strohmann
Alphorn (CH), Mittwoch, 31.01.2018, 02:43 (vor 2986 Tagen) @ Höllentalbahn
Ich dachte das wäre in Bahnkreisen allgemein bekannt. Was die Schweiz auch macht ist automatisch beste Lösung für alle anderen.
Habe ich irgendwo argumentiert, dass 55 cm richtig seien, weil die Schweiz sie verwendet? Die Doppelstock-Rampenargumente haben nicht das geringste mit der Schweiz zu tun.
Die Schweiz fliesst nur beim Argument ein, dass die deutliche Mehrheit der Nachbarländer 55 cm verwenden. Aber dieses Argument ist unabhängig davon, woher ich komme.
Ich anerkenne übrigens, dass der Weg zu 55 cm für die Schweiz einiges einfacher war, weil erst spät mit dem Bau von Hochbahnsteigen begonnen wurde. Aber eine Bahnsteig-Entscheidung wirkt noch hundert Jahre, da sollte eine unangenehme Übergangsphase nicht zu stark einfliessen.
Niederlande.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 01.02.2018, 10:25 (vor 2985 Tagen) @ Benjamin.Keller
Frecciarossa:
Gerade in Regionen, in denen man schon fast alle Bahnsteige auf 76 cm hat (Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW),
Niederlande...
wäre es wirklich absolut hirnrissig, jetzt alles wieder umzubauen.
NL hat sich für 76 cm entschieden. Die ET425NL sind somit, kombiniert mit diesen Bahnsteigen, barrierefrei (mal abgesehen von manchmal breiten Spalten zwischen Zug und Bahnsteigkante). Auch nachfolgende "Sprinter"-Triebwagen sind auf 76 cm ausgelegt.
Nur schade, dass es bei uns mehr "IC"- als "Sprinter"-Verkehre gibt: so verkehr zwischen Utrecht-Den Bosch der "Sprinter" nur halbstündlich, der "IC" jede 10 Minuten.
Und diese "IC"s werden in der Mehrheit mit Doppelstocktriebwagen gefahren. Also sind Lösungen wie der Bombardier Omneo notwendig, damit man auch bei 76 cm barrierefrei in den Zug kommt.
Zwar sollten die IC200 (Coradia Stream) auch bei 76 cm barrierefrei sein, aber die sind dann auch als Ersatz für Einstöcker gemeint. Irgendwann kommen die VIRM auch in die Jahre, und auf Strecken wie Amsterdam-Eindhoven sind Dostos notwendig.
Benjamin.Keller:
Man muss einfach mal festhalten, dass die Schweiz jahrzehntelang beim Ausbau der Bahnsteige geschlafen hat (wenn man dies zB mit den Niederlanden vergleicht).
Bin ich mir nicht sicher.
Ich weiss nicht genau, wann CH und NL angefangen haben, Bahnsteighöhen zu vereinheitlichen. Ich weiss nur, dass bei uns in den 1980ern/1990ern von 60 bis 100 cm alles drin war.
Murks sind Doppelstocktriebfahrzeuge, die eigentlich weder für S-Bahnen noch für Fernverkehr und wirklich maximal im interregionalen Pendlerverkehr ohne großes Gepäck geeignet sind.
VIRM der NS...?
Alphorn (CH):
Die Entscheidung für 76 cm ist allerdings auch in Deutschland zu einem Zeitpunkt gefallen, wo es 55-cm-Niederflurfahrzeuge schon gab.
Seit wann gibt es 55 cm Niederflurfahrzeuge (Einsto und Dosto)?
Wäre es sinnvoll gewesen, wenn NL auch 55 cm angestrebt hätte?
(Doppelstock gab es bei uns schon Ende 1980er, der echte Durchbruch kam in den 1990ern mit den VIRM-Triebwagen)
Ich bezog mich mit Murks auf die Kombination 76 cm und Doppelstock. Die Festlegung auf 76 cm in Deutschland finde ich falsch, aber nicht gerade Murks.
Die Entscheidung wurde offenbar genommen, als der ganze Fernverkehr in Deutschland noch einstöckig war. Dann ist die Wahl 55 vs. 76 relativ egal, vermutlich ist 76 sogar besser.
76 cm und Doppelstock findet man bei uns in NL. Nur mit dem Unterschied, dass die VIRM Mittelstockeinstieg haben und die IC2000 Unterstockeinstieg. Man hat also in den VIRM immer Stufen, wenn man einen Fahrgastraum betreten möchte (ausgenommen die paar Sitze im Einstiegsbereich).
Murks ist dann schon eher wieder, dass man dauerhaft Teile des Netzes mit 55 cm und andere Teile mit 76 cm betreiben will.
Das hat zum Teil auch mit regionalen Ausschreibungen zu tun. Für die S-Bahn Hannover musste man damals eine separate Triebwagenbaureihe (424) entwickeln, damit man mit 76 cm Bahnsteigen zurechtkommen konnte. Die 423er waren offenbar für 100 cm ausgelegt.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Niederlande.
Alphorn (CH), Donnerstag, 01.02.2018, 23:45 (vor 2984 Tagen) @ Oscar (NL)
Und diese "IC"s werden in der Mehrheit mit Doppelstocktriebwagen gefahren. Also sind Lösungen wie der Bombardier Omneo notwendig, damit man auch bei 76 cm barrierefrei in den Zug kommt.
Omneo und RRX schaffen vernünftige barrierefreie 76-cm-Einstiege - aber auf Kosten der Kapazität.
Ich weiss nicht genau, wann CH und NL angefangen haben, Bahnsteighöhen zu vereinheitlichen. Ich weiss nur, dass bei uns in den 1980ern/1990ern von 60 bis 100 cm alles drin war.
Ich denke schon, dass Benjamin recht hat. Man hat in der Schweiz nie höher als 55 cm gebaut, lange nur 30 cm. Als dann die Niederflurfahrzeuge mit 55-cm-Boden kamen, hatte man keine Fehlinvestitionen und Kompatibilitätsprobleme.
Seit wann gibt es 55 cm Niederflurfahrzeuge (Einsto und Dosto)?
Dostos mindestens seit 1974 (!). Einstock weiss ich nicht, den FLIRT gib es seit 2004. Jedenfalls beides bevor sich DE auf 76 cm festlegte.
Wäre es sinnvoll gewesen, wenn NL auch 55 cm angestrebt hätte?
Kommt drauf an, wie viele Hochbahnsteige mit >76 cm schon gebaut waren - von denen kann man nicht in 55-cm-Züge einsteigen. Braucht NL denn Fahrzeuge mit mehr als 2 Türen pro Seite (die sind mit Tiefenstieg schwer bis nicht zu schaffen)? Wenn nicht, dann waren Hochbahnsteige wohl eine Fehlentscheidung - und 55 cm sind jetzt wohl nicht mehr machbar.
Die Entscheidung wurde offenbar genommen, als der ganze Fernverkehr in Deutschland noch einstöckig war. Dann ist die Wahl 55 vs. 76 relativ egal, vermutlich ist 76 sogar besser.
Tendenziell einverstanden, leichte Vorteile für 76 cm bei Einstöckern (aber auch leichte Nachteile: Lademassüberschreitungen, etwas höhere Baukosten, längere Treppen/Rampen, Verletzungsgefahr bei Sturz auf Gleis).
Aber: Die Bahnsteighöhe muss zwischen Fernverkehr und Nah-/Regionalverkehr einheitlich sein. Und da letzterer viel mehr Einsteigevorgänge, Fahrzeuge und Bahnsteige hat, bestimmt er die Bahnsteighöhe. Und in Deutschland mit vielen kurzen Bahnsteigen ist der Dosto unverzichtbar, in NL mit vielen Reisenden genauso.
76 cm und Doppelstock findet man bei uns in NL. Nur mit dem Unterschied, dass die VIRM Mittelstockeinstieg haben und die IC2000 Unterstockeinstieg. Man hat also in den VIRM immer Stufen, wenn man einen Fahrgastraum betreten möchte (ausgenommen die paar Sitze im Einstiegsbereich).
Der Mittelstockeinstieg bei Dostos ist in Europa ein Auslaufmodell. Höchstens im begleiteten Fernverkehr ist ein Lift noch knapp zumutbar, ansonsten sind nur Tiefeinstiege barrierefrei.
Geschichtlicher Abriss
Frecciarossa, Freitag, 02.02.2018, 10:33 (vor 2984 Tagen) @ Alphorn (CH)
Seit wann gibt es 55 cm Niederflurfahrzeuge (Einsto und Dosto)?
Dostos mindestens seit 1974 (!). Einstock weiss ich nicht, den FLIRT gib es seit 2004. Jedenfalls beides bevor sich DE auf 76 cm festlegte.
Das ist nicht korrekt. Ich darf mal die EBO von 1904 zitieren:
§ 23. Bahnsteige.
(1) Die Kanten der Personenbahnsteige sind in der Regel 0,76 oder 0,38 m über Schienenoberkante zu legen, jedoch sind Bahnsteige von weniger als 0,38 m Höhe zulässig. In Krümmungen ist auf die Gleisüberhöhung Rücksicht zu nehmen.
Bereits damals wurden 38 cm und 76 cm als Standard festgelegt und bis zur Wende hat sich daran in Westdeutschland auch nichts geändert. Richtig ist, dass 1990 noch die Mehrheit der Bahnsteige 38 cm oder weniger hatte, aber es gab auch damals schon eine große Anzahl an 76er-Bahnsteigen, vor allem an den großen Stationen. 55 cm waren im Westen jedoch zu diesem Zeitpunkt eine Ausnahmeerscheinung. Im Osten gab es zwar aufgrund der Verbreitung von Doppelstockwagen die Höhe 55 cm, jedoch war diese alles andere als flächendeckend verbreitet. Gesamtdeutsch war zu diesem Zeitpunkt bereits 76 cm in der Überzahl. In den Nachwendejahren wurden dann zwar auch in einigen Regionen im Westen 55-cm-Bahnsteige errichtet, die Dominanz der 76er-Bahsteige blieb jedoch insgesamt bestehen.
Heute gibt es im Prinzip zwei denkbare Lösungen. Entweder man setzt sich eine deutschlandweite Vereinheitlichung zum Ziel, dann bedeutet 76 cm erheblich weniger Aufwand und auch weniger Inkompatibilität in der Übergangszeit. Oder man verfolgt weiterhin in unterschiedlichen Teilnetzen unterschiedliche Standards und akzeptiert an den Schnittstellen die Notwendigkeit von Workarounds.
76-cm-Murks
Giovanni, Dienstag, 30.01.2018, 19:26 (vor 2986 Tagen) @ Frecciarossa
Was gibt es da nicht zu verstehen? Es gibt im wesentlichen zwei Gründe hierfür:
1. Bei einstöckigen Zügen ist 76 cm besser als 55 cm. Zum einen, weil man 76 cm konstruktiv leichter erreichen kann als 55 cm. Und zum anderen, weil auch bei höherem Einstieg zumindest eine Stufe wegfällt, was das Ein- und Aussteigen beschleunigt. Gerade mit schwerem Gepäck ist es schon ein erheblicher Unterschied, ob man zwei oder drei Stufen zu überwinden hat.
Demgegenüber verbaut man sich den stufenfreien Einstieg in Doppelstockzüge und die meisten aktuell eingesetzten Regionalverkehrszüge.
In diesem Zusammenhang darf auch die Bedeutung des Fernverkehrs nicht überbewertet werden: Sowohl für die Barrierefreiheit als auch den Komfort ist nicht die Zahl der Personenkilometer entscheidend - sondern die Zahl der Fahrgäste. Und in letzterem Punkt ist der Anteil des Fernverkehrs fast schon zu vernachlässigen...
2. Es ist in Deutschland historisch so gewachsen (aus gutem Grund, s.o.) und es gibt heute nun mal wesentlich mehr Bahnsteige mit 76 cm als 55 cm. Ein Wechsel auf 55 cm wäre ein erheblicher Aufwand und würde in der Übergangszeit auf Jahre die Situation verschlechtern. Gerade in Regionen, in denen man schon fast alle Bahnsteige auf 76 cm hat (Hamburg, Schleswig-Holstein, NRW), wäre es wirklich absolut hirnrissig, jetzt alles wieder umzubauen.
Absolut betrachtet sind die 76cm-Bahnsteige noch deutlich in der Minderheit - und zieht man jene ab, an denen keine Züge mit stufenlosem Einstieg halten, wird die Zahl noch geringer.
Zudem gibt es so einige 76cm-Bahnsteige, an denen 76cm-Züge im Grunde gar nicht halten können - weil die Bahnsteige dazu erst verlängert werden müssten. Zusätzliche Züge scheitern an der Streckenkapazität und die geringere Kapazität von 76cm-Zügen gleicher Länge ist wegen der Fahrgastzahlen nicht akzeptabel...
--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)
76-cm-Murks
Frecciarossa, Dienstag, 30.01.2018, 20:18 (vor 2986 Tagen) @ Giovanni
Demgegenüber verbaut man sich den stufenfreien Einstieg in Doppelstockzüge
Nein, es gibt mittlerweile auch 76-cm-Doppelstockzüge.
und die meisten aktuell eingesetzten Regionalverkehrszüge.
In vielen Regionen hat man aber auch 76-cm-Fahrzeuge beschafft. Der Übergang zu einem einheitlichen Maß wird bei jeder gewählten Höhe in Teilbereichen zwischenzeitlich zu Inkompatibilitäten führen. Und diese wären bei 55 cm eher größer als bei 76 cm.
In diesem Zusammenhang darf auch die Bedeutung des Fernverkehrs nicht überbewertet werden: Sowohl für die Barrierefreiheit als auch den Komfort ist nicht die Zahl der Personenkilometer entscheidend - sondern die Zahl der Fahrgäste. Und in letzterem Punkt ist der Anteil des Fernverkehrs fast schon zu vernachlässigen...
76 cm ist heute bereits im Nahverkehr weit verbreitet. In ganz Nordwestdeutschland sind 55-cm-Bahnsteige die absolute Ausnahme. Stand 2013 fanden in Deutschland 44% der Ein- und Aussteigevorgänge an 76-cm-Bahnsteigen statt im Vergleich zu 7% bei 55-cm-Bahnsteigen. https://www.deutschebahn.com/file/de/11878120/gmoPoFG3rJwRIwguuX_ozEoNhAg/11870990/data...
Absolut betrachtet sind die 76cm-Bahnsteige noch deutlich in der Minderheit - und zieht man jene ab, an denen keine Züge mit stufenlosem Einstieg halten, wird die Zahl noch geringer.
Nach Bahnsteiglänge gerechnet ist 76 cm die am häufigsten vorkommende Bauform (siehe Link oben).
76-cm-Murks
Giovanni, Dienstag, 30.01.2018, 22:48 (vor 2986 Tagen) @ Frecciarossa
Demgegenüber verbaut man sich den stufenfreien Einstieg in Doppelstockzüge
Nein, es gibt mittlerweile auch 76-cm-Doppelstockzüge.
Sowohl 446, als auch Desiro HC und die Skoda-Doppelstockzüge haben niedrigere Kapazitäten als normale 55cm-Doppelstockzüge.
Längere oder steilere Rampen, geringere Kopffreiheit oder gar Stufen ins Unterdeck?
und die meisten aktuell eingesetzten Regionalverkehrszüge.
In vielen Regionen hat man aber auch 76-cm-Fahrzeuge beschafft. Der Übergang zu einem einheitlichen Maß wird bei jeder gewählten Höhe in Teilbereichen zwischenzeitlich zu Inkompatibilitäten führen. Und diese wären bei 55 cm eher größer als bei 76 cm.
In vielen Regionen hat man trotz 76cm-Bahnsteigen auf 55cm-Fahrzeuge gesetzt - weil deren Vorteile überwiegen.
In diesem Zusammenhang darf auch die Bedeutung des Fernverkehrs nicht überbewertet werden: Sowohl für die Barrierefreiheit als auch den Komfort ist nicht die Zahl der Personenkilometer entscheidend - sondern die Zahl der Fahrgäste. Und in letzterem Punkt ist der Anteil des Fernverkehrs fast schon zu vernachlässigen...
76 cm ist heute bereits im Nahverkehr weit verbreitet. In ganz Nordwestdeutschland sind 55-cm-Bahnsteige die absolute Ausnahme.
In Mitteldeutschland sind 76cm-Bahnsteige die große Ausnahme.
Stand 2013 fanden in Deutschland 44% der Ein- und Aussteigevorgänge an 76-cm-Bahnsteigen statt im Vergleich zu 7% bei 55-cm-Bahnsteigen. https://www.deutschebahn.com/file/de/11878120/gmoPoFG3rJwRIwguuX_ozEoNhAg/11870990/data...
Langfristig ist die absolute Zahl entscheidend - und die ist mit rund einem Drittel wesentlich niedriger. Wobei auch von den 44% der Ein- und Aussteigevorgänge ein wesentlicher Teil nicht stufenlos sein dürfte, weil eben keine 76cm-Züge eingesetzt werden (können).
Absolut betrachtet sind die 76cm-Bahnsteige noch deutlich in der Minderheit - und zieht man jene ab, an denen keine Züge mit stufenlosem Einstieg halten, wird die Zahl noch geringer.
Nach Bahnsteiglänge gerechnet ist 76 cm die am häufigsten vorkommende Bauform (siehe Link oben).
1/3 ist eine Minderheit. Und der Anteil der 76cm-Bahnsteige, an denen passende Züge halten (können) ist noch geringer.
--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)
76-cm-Murks
Frecciarossa, Dienstag, 30.01.2018, 23:27 (vor 2986 Tagen) @ Giovanni
76 cm ist heute bereits im Nahverkehr weit verbreitet. In ganz Nordwestdeutschland sind 55-cm-Bahnsteige die absolute Ausnahme.
In Mitteldeutschland sind 76cm-Bahnsteige die große Ausnahme.
Mitteldeutschland ist aber nicht das Maß der Dinge.
Nach Bahnsteiglänge gerechnet ist 76 cm die am häufigsten vorkommende Bauform (siehe Link oben).
1/3 ist eine Minderheit.
Aber 1/5 ist eine noch viel kleinere Minderheit.
55 cm im Regionalverkehr besser, im Fernverkehr 76 cm
ICETreffErfurt, Eisenach, Mittwoch, 31.01.2018, 00:38 (vor 2986 Tagen) @ Frecciarossa
bearbeitet von ICETreffErfurt, Mittwoch, 31.01.2018, 00:42
76 cm ist heute bereits im Nahverkehr weit verbreitet. In ganz Nordwestdeutschland sind 55-cm-Bahnsteige die absolute Ausnahme.
In Mitteldeutschland sind 76cm-Bahnsteige die große Ausnahme.
Mitteldeutschland ist aber nicht das Maß der Dinge.
Ist Nordwestdeutschland auch nicht.
Jedenfalls macht es in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen recht wenig Sinn neue 76-cm-Bahnsteige zu bauen. In Thüringen hat man es auch nur in Erfurt Hbf und Saalfeld wegen der ICE gemacht, wobei in Erfurt der große Inselbahnsteig für den Nahverkehr überall eine Höhe von 55 cm besitzt. Selbst der neue Haltepunkt Jena Paradies wurde 2006 mit Bahnsteigen von 55 cm errichtet. (Was die 76 cm in Saalfeld noch absurder macht.)
In Saalfeld hat man jetzt die unvorteilhafte Situation, dass dort im Fernverkehr erstmal nur IC2 halten sollen und diese auf 55 cm optimiert sind.
Bei Neudietendorf verstehe ich den Sinn der 76 cm für Gleis 2/3 allerdings nicht, weil Gleis 1 55 cm hat.
55 cm sind nur eine Zwischenlösung
flierfy, Dienstag, 30.01.2018, 23:31 (vor 2986 Tagen) @ Giovanni
bearbeitet von flierfy, Dienstag, 30.01.2018, 23:32
In vielen Regionen hat man trotz 76cm-Bahnsteigen auf 55cm-Fahrzeuge gesetzt - weil deren Vorteile überwiegen.
Auf Fahrzeuge mit 55 oder 60 cm hohen Einstiegen setzt man nur, weil die meisten Regionalverkehrslinien immer noch Flachbahnsteige bedienen. Das ist aber keine Dauerlösung.
55 cm sind nur eine Zwischenlösung
Alphorn (CH), Dienstag, 30.01.2018, 23:43 (vor 2986 Tagen) @ flierfy
In vielen Regionen hat man trotz 76cm-Bahnsteigen auf 55cm-Fahrzeuge gesetzt - weil deren Vorteile überwiegen.
Auf Fahrzeuge mit 55 oder 60 cm hohen Einstiegen setzt man nur, weil die meisten Regionalverkehrslinien immer noch Flachbahnsteige bedienen. Das ist aber keine Dauerlösung.
Quelle?
Die DB spricht von Regionen mit dauerhaft 55 cm, "Somit ist auch hier eine Zielhöhe von 55 cm vorteilhaft". Entsprechend wurde auch im City Tunnel Leipzig mit 55 cm neu gebaut. Auch Bayern will viele Strecken auf 55 cm lassen.
55 cm sind nur eine Zwischenlösung
flierfy, Mittwoch, 31.01.2018, 11:40 (vor 2986 Tagen) @ Alphorn (CH)
Die DB spricht von Regionen mit dauerhaft 55 cm, "Somit ist auch hier eine Zielhöhe von 55 cm vorteilhaft". Entsprechend wurde auch im City Tunnel Leipzig mit 55 cm neu gebaut. Auch Bayern will viele Strecken auf 55 cm lassen.
Die DB hat ihr Bahnsteighöhenkonzept 'fortentwickelt'. Man scheint endlich zu der Erkenntnis gelang zu sein, dass nur eine einheitliche Höhe zum Ziel Stufenfreiheit führen kann. Was die DB da so euphemistisch als Fortentwicklung betitelt, ist im Grunde ein kompletter Neuanfang. Einer, der auch dringend notwendig ist. Die Kompromisse, die das erste Konzept der DB noch machen wollte, führen jedenfalls nicht zum gewünschten Ziel. Den Ländern kann man es jedenfalls nicht überlassen, das hat die Fehlentwicklung der letzten beiden Jahrzehnte gezeigt. Der von dir verlinkte Plan für Bayern führt es eindrucksvoll vor, wie ein Netz ohne Not und an völlig ungeeigneten Stellen zerteilt wird.
Immer wieder diese Bahnsteighöhen
MartinN, Fricktal, Schweiz, Mittwoch, 31.01.2018, 11:53 (vor 2986 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von MartinN, Mittwoch, 31.01.2018, 11:56
Hallo zusammen
Jetzt hört doch einmal auf über diese Bahnsteighöhen zu diskutieren. Es ist so wie es ist, die Einten finden das besser, die Anderen jenes. Fakt ist, es wird es immer geben und das ist etwas mit dem wir leben müssen und es bringt absolut nichts immer und immer wieder über dies zu diskutieren und uns jedes Mal dieselben Argumente unter die Nase zu Reiben.
Der Twindexx hat zwar genau mit diesem Problem zu kämpfen, dieses Problem werden aber auch weitere Fahrzeuge haben die in mehr als einem Land verkehren. Wichtig ist, dass der Twindexx nun in den regulären Fahrgastbetrieb kommt und nicht welche Bahnsteighöhe die Bessere ist.
76-cm-Murks
Alphorn (CH), Dienstag, 30.01.2018, 23:51 (vor 2986 Tagen) @ Frecciarossa
76 cm ist heute bereits im Nahverkehr weit verbreitet. In ganz Nordwestdeutschland sind 55-cm-Bahnsteige die absolute Ausnahme. Stand 2013 fanden in Deutschland 44% der Ein- und Aussteigevorgänge an 76-cm-Bahnsteigen statt im Vergleich zu 7% bei 55-cm-Bahnsteigen.
Die Umbaukosten des Gesamtnetzes werden aber nicht durch die Zahl der Reisenden, sondern durch die Zahl der Bahnsteige bestimmt. Zudem: Wie viele von diesen 76-cm-Einsteigevorgängen barrierefrei und autonom? Beim Fernverkehr 0%.
Laut Pro Bahn waren noch 2005 die Mehrheit der barrierefreie zugänglichen Bahnsteige auf 55 cm. Und wenn ich mir die Probleme beim Twindexx Swiss schon bei 60-cm-Einstiegen anschaue, dann bezweifle ich, dass man einen Dosto mit 76-cm-Einstieg ohne Murks hinbekommt.
76-cm-Murks
Frecciarossa, Mittwoch, 31.01.2018, 00:12 (vor 2986 Tagen) @ Alphorn (CH)
76 cm ist heute bereits im Nahverkehr weit verbreitet. In ganz Nordwestdeutschland sind 55-cm-Bahnsteige die absolute Ausnahme. Stand 2013 fanden in Deutschland 44% der Ein- und Aussteigevorgänge an 76-cm-Bahnsteigen statt im Vergleich zu 7% bei 55-cm-Bahnsteigen.
Die Umbaukosten des Gesamtnetzes werden aber nicht durch die Zahl der Reisenden, sondern durch die Zahl der Bahnsteige bestimmt.
Guter Punkt. Es gab zu jedem Zeitpunkt signifikant mehr 76er- als 55er-Bahnsteige, was war daher stets die günstigere Lösung?
Zudem: Wie viele von diesen 76-cm-Einsteigevorgängen barrierefrei und autonom? Beim Fernverkehr 0%.
Für die Bestimmung der Endlösung irrelevant.
Laut Pro Bahn waren noch 2005 die Mehrheit der barrierefreie zugänglichen Bahnsteige auf 55 cm.
Das sagt nichts über den jeweiligen Gesamtaufwand zur Erreichung des Zielzustandes aus.
76-cm-Murks
Giovanni, Mittwoch, 31.01.2018, 23:46 (vor 2985 Tagen) @ Frecciarossa
Zudem: Wie viele von diesen 76-cm-Einsteigevorgängen barrierefrei und autonom? Beim Fernverkehr 0%.
Für die Bestimmung der Endlösung irrelevant.
Nicht ganz: Eine Bahnsteighöhe, die zu bestimmten Verkehren gänzlich inkompatibel ist, kann sich nicht flächendeckend durchsetzen.
siehe z.b. den Konflikt zwischen 96cm-Bahnsteigen und Güterzügen
Das Einsatzende von schwedischen und russischen Breitprofilwagen nach Berlin hängt möglicherweise auch mit der zunehmenden Verbreitung von 76cm-Bahnsteigen zusammen. Der EN Malmö - Berlin fährt seitdem nur noch mit Liegwagen und die RZD-Nachtzüge verzichteten lange auf Speisewagen (inzwischen ersatzweise PKP-Speisewagen ab Warschau).
Breitprofilwagen dürften aber im Gegensatz zu Doppelstockzügen nicht lebensnotwendig sein. Eine Bahnsteighöhe aber, die für Doppelstockzüge mit deutlichen Nachteilen verbunden ist, ist keine akzeptable Endlösung.
--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)
Doppelstockzüge sind doch selbst keine akzeptable Lösung
flierfy, Donnerstag, 01.02.2018, 00:28 (vor 2985 Tagen) @ Giovanni
- kein Text -
76-cm-Murks
Frecciarossa, Donnerstag, 01.02.2018, 09:07 (vor 2985 Tagen) @ Giovanni
Nicht ganz: Eine Bahnsteighöhe, die zu bestimmten Verkehren gänzlich inkompatibel ist, kann sich nicht flächendeckend durchsetzen.
Papperlapapp, in Holland geht es ja auch flächendeckend mit 76 cm.
76-cm-Murks
ACS64, Donnerstag, 01.02.2018, 10:47 (vor 2985 Tagen) @ Giovanni
Breitprofilwagen dürften aber im Gegensatz zu Doppelstockzügen nicht lebensnotwendig sein. Eine Bahnsteighöhe aber, die für Doppelstockzüge mit deutlichen Nachteilen verbunden ist, ist keine akzeptable Endlösung.
BR 446 (Twindexx zwischen Mannheim und Frankfurt) sieht innen eigentlich ganz in Ordnung aus mit 76 cm.
Alternativ kann auch mit Mischlösungen wie dem Desiro HC arbeiten.
--
![]()
Lösung: Mischfahrzeuge
SPFVG, Freitag, 02.02.2018, 02:11 (vor 2984 Tagen) @ ACS64
Breitprofilwagen dürften aber im Gegensatz zu Doppelstockzügen nicht lebensnotwendig sein. Eine Bahnsteighöhe aber, die für Doppelstockzüge mit deutlichen Nachteilen verbunden ist, ist keine akzeptable Endlösung.
BR 446 (Twindexx zwischen Mannheim und Frankfurt) sieht innen eigentlich ganz in Ordnung aus mit 76 cm.Alternativ kann auch mit Mischlösungen wie dem Desiro HC arbeiten.
So siehts aus, einstöckige Endwagen mit 76cm samt PRM-Ausrüstung, dazwischen Dostos mit welcher Einstiegshöhe auch immer.
76-cm-Murks
Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 31.01.2018, 15:10 (vor 2986 Tagen) @ Alphorn (CH)
Ob die Züge tatsächlich nach Deutschland fahren werden, steht in den Sternen.
Stimmt, es ist aus heutiger Sicht völlig offen. Aber gerade in dieser Situation wäre es ja auch nicht sehr weitsichtig gewesen, die Züge so zu bauen, dass sie nur im Inland verkehren können. Einsatzmöglichkeiten in Deutschland wären verschiedene denkbar:
- Stand nicht einmal ein Einsatz nach München zur Debatte?
- Für die Hochrheinstrecke sind nach der Elektrifizierung Flirts vorgesehen. Mit ihren breiteren Türen und dem sehr starken Beschleunigungsvermögen können sie zwar die Aufgabe der Neigetechnik leicht überkompensieren. Dennoch bleibt die Bilanz der Elektrifizierung mit Blick auf die Fahrzeiten eher enttäuschend. Der Twindexx mit ebenfalls breiten Türen und guten Beschleunigungsvermögen, aber zusätzlicher Wako, könnte hier eventuell etwas mehr rausholen.
- Am Oberrhein zwischen Karlsruhe und Basel wäre die Einführung eines IC-Stunden- oder Halbstundentakts denkbar, der die bisher von den ICE erbrachten Halte in Baden-Baden und/oder Offenburg übernähme (neben weiteren in Rastatt etc.). Könnte sich allenfalls auch die SBB für eine solche Leistung bewerben? Vielleicht sogar mit einer Durchbindung etwa nach Luzern (-Chiasso/Locarno) oder eben Richtung Hochrhein?
--
SBB-Twindexx behindertentauglich?
ikarus28003, 99974 Mühlhausen, Mittwoch, 31.01.2018, 07:27 (vor 2986 Tagen) @ Re 8/12
Wenn man das Gezerre um den Twindexx so die letzten Jahre verfolgt beschleicht zumindest mich ein Gefühl von „Lokalpatriotismus“, der aufzeigen soll, dass die SBB einen gravierenden Fehler mit dem gewählten Hersteller gemacht hat. Insbesondere das Gezerre um die Änderungen für den barrierefreien Zustieg hört man bei Stadler nicht. Lokalpatriotismus hin oder her, es ist eine völlig verzwickte Situation, ich merke das auch bei der Entscheidung der VBZ für Bombardier und Flexity-Trams...