Advent zwischen Thüringer Wald und Franken - Fortsetzung (Reiseberichte)
Nach der Ankunft in Nürnberg geht es weiter zu Gleis 18, wo der Regionalexpress nach Stuttgart bereitsteht. Auf der Suche nach einem gelben Streifen laufe ich einmal den Zug ab, aber vergeblich, der Erste-Klasse-Wagen fehlt.
Das Wetter präsentiert sich während der Fahrt noch nicht viel besser – aber es hilft alles nichts, gleich heißt es wieder aussteigen und den warmen und trockenen Doppelstockwagen verlassen, denn in Ansbach ist ein Zwischenstopp eingeplant.
Auf der Fahrt von Nürnberg nach Stuttgart bin ich schön häufiger durch Ansbach gefahren, heute soll es nun also eine kleine Stadtbesichtigung sein. Beginnen wir mit dem Herrieder Tor, eines von ehemals fünf Stadttoren mit einem Unterbau aus dem 15. Jahrhundert.
Vorbei an der ehemalige markgräflichen Hofkanzlei...
...zum Weihnachtsmarkt zwischen der Stadtkirche St. Johannis...
...und der Sankt Gumbertus-Kirche. Die Fassade mit den drei Türmen prägt das Stadtbild von Ansbach. Im Jahr 748 gründete Gumbert hier ein Kloster, aus dem die Siedlung Onoldsbach/Ansbach hervorging.
Einen Besuch von Residenz und Orangerie sowie eine Suche im Hofgarten nach den Spuren des mysteriösen Kaspar Hauser verschieben wir auf besseres Wetter und wenden uns stattdessen dem Bahnhof zu. Der Bahnhof wurde 1859 eröffnet, damals erreichte zunächst die Strecke aus Gunzenhausen den Ort, heute kreuzen sich hier die Hauptstrecken Nürnberg-Crailsheim-Stuttgart und Würzburg-Treuchtlingen.
Mit dem Intercity Nürnberg-Karlsruhe geht die Reise nun nach Stuttgart. Der IC 2068 ist nicht uninteressant, fährt er doch seit diesem Fahrplanjahr an bestimmten Tagen von Leipzig durch das Saaletal nach Nürnberg und weiter nach Karlsruhe, diesen „Exoten“ wollen wir mal vormerken für die zukünftige Tourplanung.
Die Etappe von Ansbach nach Stuttgart ist unspektakulär, hier noch ein Alibibild von der Fahrt über die Frankenhöhe zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
Auch in Stuttgart gibt es einen Weihnachtsmarkt – aber halt, wir sind ja in einem Eisenbahnforum...
...da kommen diese Bilder wahrscheinlich besser an. Auf eine Mitfahrt mit der Dampfeisenbahn auf dem Schlossplatz verzichte ich allerdings.
Nun geht es noch auf eine Runde durch den weihnachtlich geschmückten Stuttgarter Hauptbahnhof...
...und zur polnische Weihnachtskrippe. Seit 1996 wird die „Krippe der Solidarität“ ausgestellt, organisiert wird die Aktion unter anderem vom Bildungszentrum zur Förderung der polnischen Sprache und der Stuttgarter Bahnhofsmission.
Nach einem kurzen Blick auf die Baustelle des neuen Bahnhofs...
...folgt nun der letzte Programmpunkt der Fahrplanwechseltour. Im Schatten der Betriebsaufnahme auf der VDE 8 gab es auch im Südwesten eine bedeutsame Änderung, verkehrt doch auf der Gäubahn nun der IC 2. Im Wechsel mit dem Intercity Stuttgart-Zürich mit schweizerischem Wagenmaterial verkehrt der IC 2 von Stuttgart nach Singen.
Zwei der Verbindungen sind durchgebunden nach Konstanz, so dass nun erstmals wieder eine Direktverbindung zwischen Stuttgart und Konstanz besteht. Der Intercity ist für Nahverkehrsfahrkarten freigegeben und hat zwei Zugnummern, ich habe den RE 52389 gebucht, der war bei einer durchgehenden Fahrkarte Bamberg-Konstanz billiger als der IC 2389.
Bei der Buchung des RE ist allerdings keine Sitzplatzreservierung enthalten – wobei das diesmal kein großer Nachteil ist, werden die Reservierungen doch ohnehin nicht angezeigt. Überhaupt läuft der Einsatz des IC 2 noch nicht so ganz rund, in der Mehrzahl der Wagen gibt es kein FIS, es werden keine Sitzplatzreservierungen angezeigt und Ansagen gibt es auch nicht. Das Gastropersonal vermisst die Speisekarten und kann mit seinen Geografiekenntnissen noch nicht überzeugen („Spaichingen? Ich glaube das ist kurz vor Singen“).
Für die Fahrgäste gibt es eine kleine Aufmerksamkeit - finde ich eine nette Idee.
Mit Streckenbildern kann ich aufgrund der einbrechenden Dunkelheit nun nicht mehr dienen. Ohne erkennbaren Grund sammelt der Zug munter Verspätungsminuten, bis Konstanz werden es knapp 20 Minuten sein. In Wagen 3 gibt es immerhin ein halbwegs funktionierendes FIS, wobei der Computer um 17:57 Uhr nach der Abfahrt aus Radolfzell noch immer meint, Konstanz sei bis 17:48 Uhr zu erreichen. Na ja, jetzt wollen wir mal nicht zu sehr rummäkeln, sondern die Daumen drücken, dass die Kinderkrankheiten bald behoben sind.
Jedenfalls müsste dieses Bild den zweiten Intercity 2 zeigen, der planmäßig den Bahnhof von Konstanz erreicht hat. Damit haben wir wieder den Ausgangspunkt unserer kleinen weihnachtlich-winterlichen Fahrplanwechseltour erreicht.
Ach so, der Bus nach Hause ist wegen der Verspätung längst weg – und so müssen wir die Wartezeit auf den nächsten Bus wohl oder übel für einen weiteren Weihnachtsmarktbesuch nutzen.
War die ganze Reise etwa unnötig? Hätten wir auch hier auf dem Weihnachtsmarkt von Konstanz Glaskunst aus Lauscha kaufen können? All die Strapazen der Reise, die vielen Stunden Zugfahrt, das Unbill des Wintereinbruchs – alles umsonst? Unglaublich.
Mit einem Blick über den Hafen von Konstanz mit dem Weihnachtsmarkt, dem Konzilgebäude und dem Weihnachtsschiff beenden wir den kleinen Reisebericht.
Ich bedanke mich für das Mitkommen, das Interesse und die Kommentare zu den bisherigen Teilen.
Viele Grüße vom Bodensee
und einen guten Start ins neue Jahr
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de. Dort habe ich zuletzt die Weihnachtsreise 2016 eingestellt - bis dort auch dieser Reisebericht auftaucht, wird es allerdings etwas dauern, denn zunächst harren noch weitere Reisen aus 2017 der Aufbereitung.
--
"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
gesamter Thread:
- Advent zwischen Thüringer Wald und Franken [3/3 m 59 B] -
TD,
26.12.2017, 18:30
- Advent zwischen Thüringer Wald und Franken - Fortsetzung -
TD,
26.12.2017, 18:31
- Vielen Dank - 462 001, 27.12.2017, 08:05
- Vielen Dank! - Regiosprinter, 27.12.2017, 20:33
- Advent zwischen Thüringer Wald und Franken - Fortsetzung -
TD,
26.12.2017, 18:31