OT: Deutung von statistischen Aussagen. (Allgemeines Forum)

sfn17, Donnerstag, 21.12.2017, 15:13 (vor 3035 Tagen) @ akbar23
bearbeitet von sfn17, Donnerstag, 21.12.2017, 15:15

Statistiken haben nichts mit latentem Rassismus zu tun

Statistiken können maximal Korrelationen aufzeigen, aber keine Kausalitäten.

Meinetwegen kann es eine echte seriöse statistische Auswertung geben, der zufolge Nafris doppelt so oft straffällig werden wie schweinchenrosa geborene Deutsche mit deutscher Oma.

Gerne. Kein Problem. Echt.

Aber selbst diese Erhebung kann eine Behauptung nicht stützen, dass Nafris aufgrund ihrer Eigenschaft, Nafri zu sein, doppelt so oft straffällig sind wie schweinchenrosa geborene Deutsche.

Man kann nur ein Gegenteil haben: Liegt *keine* Korrelation vor, ist es unwahrscheinlich, dass es eine Kausalität gibt.

Wenn eine statistische Korrelation vorliegt, so können dritte, bisher nicht gefundene
Ursachen vorliegen, die beides bedingen: Nafri zu sein und doppelt so oft straffällig zu sein.

Ein sehr, sehr klassisches Problem in der Forschung: Geschehen Ding A und Ding B, so ist eine Kausalität A->B oder B->A erfahrungsgemäß unwahrscheinlich, sondern sind Ursachen C, D und E und weitere gemeinsam verantwortlich für Ding A und Ding B.

Man könnte z.B. vermuten, dass Nafris eher in soziale Schieflagen geraten und deshalb öfter kriminell werden. Die weitere Überlegung, warum Nafris überhaupt eher in soziale Schieflagen geraten, könnte zur Vermutung führen, dass ihnen aus latentem Rassismus die guten Jobs verweigert werden und sie deshalb prekäre Jobs annehmen müssen.

Aber das ist Pegida-Fans schon nicht mehr zu vermitteln: Dass möglicherweise genau ihr Rassismus die Probleme hervorbringt, die sie bei gemutmaßten Mitgliedern der verfemten Rasse so stark wahrnehmen.

Eklig, dass man überhaupt in diesen Begriffen denkt...


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