Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... (Reiseberichte)
Guten Tag,
für Euch folgt ein kleiner Reisebericht zu unseren französischen Nachbarn, alles ohne Bilder und nur in Textform.
Ich möchte euch von einigen Auffälligkeiten auf meiner Frankreich-Rundreise in der letzten Woche berichten. Dank Interrail und co. ging es für mich in der letzten Woche kreuz und quer durch das Land. Ziel meiner Reise waren die beiden neu eröffneten, bzw. verlängerten TGV-Strecken nach Bordeaux und Rennes. Darüber hinaus bin aber auch die mir bekannten HGV-Strecken noch einmal abgefahren.
Es macht doch irgendwo Spaß, im TGV mit 300 km/h durch das Land zu düsen: Bordeaux, Rennes, Marseille, Strasbourg, Lyon, Metz und immer wieder Paris Paris Paris - nach der Woche war ich in so ziemlich jeder Ecke und habe Metro, RER als auch TGV ausgiebig genutzt.
Im TGV bin ich ausschließlich in der 1. Klasse gefahren.
Pünktlichkeit:
Auch wenn ich von den letzten Jahren immer mal wieder Streckensperrungen, Streiks u. Ä. gewohnt bin. Bei meiner Fahrt in der letzten Woche lief alles reibungslos! Die Verspätungen lagen max. im Bereich von 10 Minuten, alle Anschlüsse waren in Ordnung, die Züge nicht außerordentlich stark ausgelastet, sauber und angenehm.
Insgesamt kaum Ärgernisse bei fast 30 verschiedenen, französischen Zügen!
Bahnsteigsperren
Aktuell werden auf zahlreichen französischen TGV-Bahnhöfen Bahnsteigsperren installiert, so dass man nur mit gültigem Ticket in den TGV einsteigen kann. Hierbei wird das Ticket gescannt und dann der Durchgang freigegeben. Bei Problemen (oder deutschen Tickets ohne Barcode) steht jedoch ausreichend Personal bereit, welches den Durchgang gewährleistet.
An einigen Bahnhöfen gab es die Ticketkontrolle am Bahnsteig auch ohne gesonderte, baulich eingerichtete Sperren. An einigen Bahnhöfen waren die Bahnsteigsperren nicht in Betrieb.
Nach welchem System die Fahrkarten vor dem Einstieg kontrolliert werden, war nicht klar. Selbst an den großen Pariser TGV-Bahnhöfen war eine Kontrolle am Bahnsteig nur bei etwa jedem dritten Zug notwendig, alle anderen Züge konnte man problemlos direkt betreten.
Kennt hier Jemand die Systematik?
Auslastung und Ziel der Züge schien hierbei nicht relevant zu sein. Trotz Fahrkartenkontrolle am Bahnsteig fand meist auch eine zusätzliche Fahrkartenkontrolle im Zug statt.
Sicherheitsschleusen
Eine Schleuse zum Durchleuchten des Gepäcks (aus Angst vor möglichen Bomben oder Waffen) habe ich nur für die Thalys + Eurostar am Pariser Nordbahnhof entdeckt. Alle anderen TGV-Bahnhöfe hatten keine Gepäckkontrolle. Ich hoffe, dass es hierbei auch bleibt (die Gründe für die Sinnlosigkeit einer Gepäckdurchleuchtung wurden andernorts schon aufgezählt).
Die Schleusen für den Thalys sehen äußerst provisorisch aus und verstopfen leider den ganzen Querbahnsteig mit anstehenden und wartenden Fahrgästen -> eine gefährliche Ansammlung für Menschen (....)?
Komfort in der 1. Klasse TGV
In der letzten Woche hatte ich das Glück, auf so ziemlich jede TGV-Baureihe zu stoßen, von alt bis neu - einstöckig bis doppelstöckig! Hierbei ist mir aufgefallen, wie äußerst komfortabel die 1. Klasse im TGV doch erscheint: Es gibt viel Beinfreiheit, sehr weiche und breite Sessel. Im Unterdeck des TGV Duplex gibt es keine Durchgangsmöglichkeiten in die anderen Wagen, daher laufen dort keine Personen umher und es kehrt eine angenehme Ruhe ein!
Durch die dunklen Farben im TGV, das gedämpfte Licht und viel Stoff (Boden, Wände, Decke und Sitze) wurde es trotz Großraum ständig sehr ruhig. Der Stoff absorbiert die Geräusche der Fahrgäste sehr gut. Insgesamt war ich begeistert, dass trotz hoher Auslastung ein sehr gutes Sozialverhalten in der 1. Klasse an den Tag gelegt wurde: Zufall, oder liegt das an der Gesellschaft? Meine letzten Fahrten in der 2. Klasse habe ich im TGV doch als sehr belastend lärmintensiv in Erinnerung....
Selbst Telefongespräche wurden stets höflich im Gang durchgeführt.
Selbst die neuste Generation "TGV l'Océane", welcher eine andere Innenausstattung mit sich führt, wirkte in der 1. Klasse sehr üppig ausgestattet, so dass ich gerne ein paar Stunden damit gefahren bin. In den Medien wurde der TGV l'Océane für seine engeren Sitzabstände kritisiert.
TGV und 320 km/h
Immer wieder faszinierend: In Paris den Zug betreten und der nächste Halt ist dann erst wieder in 600 oder 800 km Entfernung! Hinter der Stadtgrenze geht es auf die Schnellfahrstrecke, es wird auf 300 (320) km/h beschleunigt und abgebremst wird erst wieder kurz vor Bordeaux, Rennes, Lyon, Strasbourg, Marseille, Brüssel oder London! Natürlich bin ich mir über die Nachteile des Systems und Verbindungen außerhalb von/nach Paris bewusst - Spaß macht die Fahrt aber dennoch! Landschaftlich sind die französischen HGV-Strecken äußerst eintönig. Spanien und Italien haben weitaus spannendere Streckenführungen mit Tunnel und Brücken zu bieten.
Einzig in Südfrankreich steigen die Berge links und rechts der Schnellfahrstrecke etwas an!
Besonders spannend: Im Juni 2018 wird die vorerst letzte französische Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet, die "Contournement ferroviaire de Nîmes et de Montpellier". Weitere Strecken sind zwar in der Planung, aber ein Baubeginn ist für alle weiteren Maßnahmen noch in weiter Ferne! Das TGV-Netz in Frankreich wird sich ab Juni 2018 für die kommenden 10 Jahre erstmal nicht groß ändern. In Ferner Zukunft geht es vll. mal mit 300 km/h auch weiter nach Toulouse, Torino, Nizza oder Perpignan....
Bistro im TGV
Von meinen Fahrten in den letzten Jahren wusste ich ja, was mich im TGV Bistro erwartet...
Aber es ist jedesmal aufs Neue erschreckend! Zwar ein hübsch eingerichtetes Bistro mit diverser Getränkeauswahl, aber alles in Richtung Speisen oder Snacks ist ungenießbar und untere Discounterqualität zu hohen Preisen! Da habe ich mich den Speisewagen im ICE richtig vermissen gelernt. Hungrig sollte man einen TGV nie betreten.
Insgesamt kann ich wirklich jedem Freund von ICE-Strecken eine Reise nach Frankreich nur empfehlen. Es macht einfach Spaß und das System des TGV, so unterschiedlich wie es zum ICE auch sein mag, ist äußerst komplex und unglaublich spannend! Wenn man einige Wochen im Voraus plant und etwas flexibel ist, lassen sich mit Interrail doch ordentliche Touren zusammenstellen. Dann noch ein wenig Metro in Paris und der Jahresurlaub ist perfekt!
gesamter Thread:
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
JumpUp,
18.12.2017, 14:11
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
Lehrter Bahnhof,
18.12.2017, 14:37
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
JumpUp,
18.12.2017, 14:42
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... - Lehrter Bahnhof, 18.12.2017, 14:44
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
JumpUp,
18.12.2017, 14:42
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
Lehrter Bahnhof,
18.12.2017, 14:40
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
Paladin,
18.12.2017, 14:54
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... - Lehrter Bahnhof, 18.12.2017, 14:58
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
Paladin,
18.12.2017, 14:54
- Immer mehr TGV Duplex! -
JumpUp,
18.12.2017, 14:58
- Immer mehr TGV Duplex! -
Lehrter Bahnhof,
18.12.2017, 15:19
- TGV inOui und Ouigo -
JumpUp,
18.12.2017, 15:52
- Zumindest Trainline verkauft OuiGo
-
Höllentalbahn,
18.12.2017, 16:52
- Zumindest Trainline verkauft OuiGo
- TGV inOui und Ouigo -
JumpUp,
18.12.2017, 15:52
- Immer mehr TGV Duplex! -
Lehrter Bahnhof,
18.12.2017, 15:19
- Frage zum TGV L`Ocean -
bendo,
19.12.2017, 16:04
- Frage zum TGV L`Ocean - JumpUp, 20.12.2017, 15:10
- Frankreich, Paris und der TGV: Eindrücke und Neuigkeiten... -
Lehrter Bahnhof,
18.12.2017, 14:37