Reisebericht ohne Bilder: EC(E)52 - 16.12.2017 (Reiseberichte)

Bahnfahrer, Duisburg, Samstag, 16.12.2017, 20:15 (vor 3017 Tagen)

Hallo zusammen,

hier ein kleiner Bericht zu meiner Reise im EC52 von Mailand nach Frankfurt.
Leider kann ich hier keine Bilder hochladen, da ich keinen Webspace dafür habe, aber auch Reiseberichte ohne Bilder sind hier ja teilweise sehr gefragt. Ich hoffe, meiner findet auch Gefallen...

Buchung: Ich habe mich erst kurzfristig zu einer Verlängerung meines Schweiz-Aufenthaltes entschieden und das Ticket für heute am Dienstag Abend buchen wollen. An diesem Tag gabe es aber abends technische Schwierigkeiten bei der Bahn und ich konnte das am Ticket auf bahn.de nicht buchen. Die Alternativen über die SBB bzw. Trenitalia waren mir zu teuer. Am Mittwoch Morgen hat es dann aber vor meiner Abreise noch geklappt und ich habe auf bahn.de die Buchung zum Europa-Spezial in der 1. Klasse abschliessen können.

Bahnhof Mailand: Der Bahnhof ist ein monumentaler Bau. Ein Kopfbahnhof, der, wie alle Bahnhöfe dieser Größe und Bedeutung, für die Verpflegung und alle sonstigen Bedürfnisse des Einkaufs alles bietet. Die Wege zu den Gleisen sind gut ausgeschildert. Es findet vor dem Betreten des Querbahnsteigs eine Ticketkontrolle statt. Dazu sitzen Mitarbeiter (ich meine eines Sicherheitsdienstes und nicht von Trenitalia) vor den Zugängen und schauen sich die Tickets an. Beim Anblick meines ausgedruckten Papiertickets hat man mich sofort durchgewunken, ohne auch nur näher auf die Gültigkeit des Tcikets zu achten.
Der Zug stand genau in diesem Moment am Bahnsteig 4 bereit. Die Abfahrtzeits war noch ca. 20 Minuten entfernt und es strömten alle Fahrgäste auf den Bahnsteig. Die 1. Klasse befand sich hinten im Zug, also waren es direkt die ersten beiden Wagen am Querbahnsteig mit einem nur kurzen Weg bis zum Einstieg.

Zugfahrt: Die Reservierungsanzeigen der Züge haben elektronisch alle Reservierungen und auch die freien Plätze angezeigt. Es waren beim Überblick viele freie Plätze dabei. Mein Platz war im Wagen 2 ein Fensterplatz eines 2er-Sitzes. Mein Eindruck war, dass man auf dem Sitz angenehm sitzt und die Stunden bis Frankfurt gut aushalten kann. Die Armlehnen zwischen den Sitzen und zum Gang kann man hochklappen, die zur Fensterseite ist fest.
Bei Abfahrt blieben auch einige Plätze, die ab Mailand reserviert waren frei.
Die Abfahrt in Mailand verzögerte sich ohne ersichtlichen Grund um ein paar Minuten. Bis Domodossola waren es dann 8 Minuten aber die Abfahrt in Brig war dann schon fast wieder Plan. Und durch die Schweiz ging es dann genau nach Fahrplan.
Die FIS-Monitore in dem Wagen funtionierten nicht. da der Computer wohl keine Verbindung zum Zentralrechner des Zuges aufbauen konnte und er startete sich dadurch immer wieder neu.
Das Personal der Trenitalia hat sich darum nicht gekümmert, was schade ist, da man, anders als bei der DB keine ausgedruckten Reisepläne oder ähnliches hat und die Karten und die angezeigten Informationen doch ganz nett sind.
In Italien ist dieser Zug alles andere als Hochgeschwindigkeitsverkehr. In angenehmer Geschwindigkeit geht es Richtung Stresa und man kann den Ausblick geniessen. Erst sieht man die Vororte Mailands und viele Bahnanlagen sowohl für den Passagierverkehr als auch Containerterminals. Dann kommen irgendwann die Berge in Sicht und man fährt am Lago Maggiore entlang Richtung Stresa. Von dort dann weiter nach Domodossola. Heute alles bei blauem Himmel und Sonnenschein.
Ab Domodossola wurde es voll im Zug. Ab hier stiegen viele Schweizer zu und bis Bern war der Wagen dann immer gut augeslastet. Die Schweizer Fahrgäste fuhren aber meist nur 1 oder 2 Stationen mit. Ich habe ab Bern meine Platz gewechselt und mich in den kleine 1. Klasse-Bereich im Wagen 3, dem Restaurant, gesetzt. Alle Plätze waren leer und ich habe mich für die 4-er-Sitzgruppe mit Tisch entschieden. Ein funktionierender FIS-Monitor direkt am Platz... Hier ist auch der Großteil dieses Berichtes entstanden. Bis Bern hatte ich einen anderen Resienden mit in dem Bereich, danach war ich alleine. Bei einem kurzen Blick in Wagen 2 in Basel stellte ich aber auch fest, dass auch hier nur noch wenige Reisende (max. 8-10) saßen. Ich habe während der Fahrt nicht in die 2. Klasse geschaut, aber von dem, was in Frankfurt am Bahnsteig zu sehen war, waren es auch dort nicht wirklich voll. Insgesamt sind vielleicht 30-40 Personen ausgestiegen. Aber das lässt sicher immer nur schwer zählen, find ich.
Nach Domodossola geht es in den Simplontunnel und bei Ausfahrt empfing die Schweiz uns mit grauen Wolken und wenig Sicht. Das blieb auch so und ab Bern hat es auch immer wieder etwas geregnet bzw. geschneit.
Die Geschwindigkeit des Zuges erhöhte sich in der Schweiz dann gefühlt. Auch die Neigetechnik kam zum Einsatz. ICh empfand dies nicht als schlimm. Ehrlich gesagt, musste ich doch ganz schön aufpassen und hab es nur am veränderten Blick nach draussen gemerkt, dass der Zug sich in den Kurven selbst noch geneigt hat.
Zwischen Domodossola und Brig fand im Zug eine Kontrolle durch italienische und schweizer Behörden statt. Und die Schweizer hatten wohl direkt bei uns im Wagen Glück. Die Toilette war besetzt und so wartete man eine ganze Weile, bis der Fahrgast heraus kam. Es dauerte den Beamten wohl zu lang, so dass man sich entschied, die Tür von aussen zu öffnen. Kurz darauf war dann nur zu hören, dass man nach dem Ausweis fragte und sich die Kommunikation schwierig darstellte. In Brig haben die Beamten dann mit der jungen Frau den Zug verlassen und sie zu durch eine unscheinbare Türe wohl in Amtsräume mitnahm.
Ticketkontrollen fanden durch den Zugbegleiter der Trenitalia statt, der sich mein DB-OnlineTicket nur kurz ansah und direkt angewunken hat. Hat ihm gereicht zu sehen, mehr wollte er nicht damit machen. Hat insgesamt vielleicht 3 Sekunden gedauert. Bis ich das Ticket wieder wegpacken konnte.
Auch die Schweizer Zugbelgieter haben Ticketkontrollen durchgeführt. Hier wurde mein Ticket, wie üblich in der Schweiz, eingelesen aber es gab keinen Zangenabdruck (genau wie sonst auch nicht mehr).
Ab Basel SBB dann deutsche Zugbegleiter. Kontrolle nach Freiburg wie immer: Online-Ticket eingescannt, Zangenabdruck drauf und BahnCard vorzeigen lassen.
Die Ansagen iim Zug kamen bis Basel meist vom Band und warne 4-sprachig italienisch, deutsch, französich und englisch. Die Ankunftsansagen an Umstiegsbahnhöfen in der Schweiz wie üblich dann vom Personal mit Angabe der nächsten Reisemöglichkeiten. Ab Basel SBB wurde dann durch das deutsche Team zusätzlich zu den Ankunftsansagen vom Band manuell die bei der DB bekannten Begrüssungsansagen gemacht.
In Karlsruhe wurde der Zug von 2 DB Station und Service Mitarbeitern angesehen und wir sind kurz ins Gespräch gekommen. Auch mit einer diensthabenden Zugbegleiterin und einer Kollegin, die auf dem Heimweg nach ihrem Arbeitstag war. Alle sind ganz begeistert von diesem Zug. An dieser Stelle hier nochmal Grüße nach Karlsruhe. Vielleicht lesen die Kollegen hier ja auch mit...
In Mannheim waren wir fast 10 Minuten vor Plan und haben dadurch eine etwas längere Standzeit gehabt. Danach gins zügig weiter aber dann wurde aus dem EuroCityExpress ein Bummelzug und wir führen in sehr gemächlicher Geschwindigkeit eine ganze Weile, ehe wir ins Germsheim zum stehen gekommen sind für eine Überholung. Danach gings auch wieder zügiger weiter Richtung Frankfurt und wir kamen mit +3 an.

Restaurant: Der Service im Zug war gut. Kurz nach der Abfahrt in Mailand kam ein Steward der nach Wünschen aus dem Bordrestaurant fragte. Und meiner Meinung nach haben viele Fahrgäste etwas bestell. Da es ein Schweizer Zug ist, ist auch die SBB für das Restaurant verantwortlich und es erwarten einen die Schweizer Preise.

Dadurch, dass der Zug Fahrtrichtungswechsel in Bern und Basel SBB hat, kommen in Frankfurt die 1. Klasse-Wagen am Zugschluss an. So hat man nochmal die Möglichkeit für einen kleinen Spaziergang aussen am Zug entlang bis zum Querbahnsteig.
Der Zug wurde ab Mailand meiner Meinung nach von vielen ausländischen Touristen auf dem weiteren Weg durch Europa genutzt (und die wenigsten wollten bis nach Deutschland mit diesem Zug). In der Schweiz dann durch "jedermann" und ab Deutschland war der Zug fast leer.

Fazit: Ich finde den Zug zum Reisen generell sehr angenehm. Die Verbindung nach Mailand ist schön, aber für den klassischen deutschen Reisenden nicht sehr interessant. Die Reisezeit ist für uns wohl doch zu lang. Mit dem Flugzeug ist man selbst aus Düsseldorf innerhalb von 90 Minuten am Flughafen Mailand und selbst mit dem Weg in die Stadt kommt man so von Tür zu Tür auf eine Reisezeit von vielleicht 4-5 Stunden. Alleine Frankfurt - Mailand bzw. umgekehrt dauert schon 7,5 Stunden. Aber es ist natürlich bequem. Man kann sich zurücklehnen und entspannen und den Ausblick geniessen. Und der ist, gerade in den Bergen, schon sehr schön! Aber für Teilstrecken ist der Zug natürlich gefragt, wie es ja oft bei langlaufenden Zügen ist und hat durchaus seine Berechtigung. Bezüglich der Auslastung darf man auch nicht verallgemeinern. Samstag ist ja sowieso eher ein schwacher Reisetag.
Dafür ist der Preis im Vergleich zum Flugzeug dafür aber auch 3 Tage vor der Reise noch richtig gut!

So, es war jetzt doch viel mehr Text als ich gedacht habe, aber ich hoffe, es hat Euch gefallen, etwas über diesen "neuen" Zug zu erfahren.

Viele Grüße
Sascha

Vielen Dank

462 001, Taunus, Sonntag, 17.12.2017, 01:55 (vor 3016 Tagen) @ Bahnfahrer

Hey,

danke für den Bericht und auch ohne Bilder ist er gelungen:)


Eben den ETR 610 005 auf dem IR36 gehabt habende Grüße aus Basel

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Stand: 20.02.2026

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