Niedersachsen: Landesweites Semesterticket kommt... (Fahrkarten und Angebote)

ALR997, Donnerstag, 07.12.2017, 16:56 (vor 3033 Tagen)

...und ist doch offenbar nicht so landesweit, wie man meinen könnte.

Moin,

ein etwas älterer Bericht aus der NOZ (November 2017) erwähnt, dass im kommenden Jahr nach den Sommerferien (endlich) ein landesweit einheitliches Semesterticket auch in Niedersachsen eingeführt werden soll.

Der Artikel

Zur Erklärung: bisher schließt jede Hochschule einzeln Verträge mit den einzelnen Verkehrsbetrieben ab, die in diesem Ticket enthalten sein sollen. Das heißt, dass auch jede Hochschule unter Umständen andere Preise bezahlt, um die gleiche Strecke zu benutzen.

Zugleich führt das jedoch dazu, dass bisher die Strecken nach Hochschule individuell gewählt werden können: ist für die Uni Osnabrück womöglich die Nutzung der Linie nach Münster besonders interessant, nutzen Studenten in Lüneburg vielleicht eher die Verbindung nach Lübeck.

Das soll sich in Zukunft ändern, im SPNV soll ein einheitlicher Vertrag mit allen EVUs geschlossen werden. Zu den Preisen wird so viel gesagt:

Konkret soll in Osnabrück das landesweite Semesterticket im Wintersemester 2018/19 sowie im Sommersemester 2019 zunächst 129,59 Euro kosten.

Heute sind es 125 Euro, das Ticket wird also 4 Euro teurer.
Dazu kämen aktuell etwa 54 Euro, die Studenten für den Busverkehr in Stadt und Landkreis löhnen müssen.

Zum Vergleich: in Braunschweig bezahlt man aktuell für den Bahn-Teil 95 Euro (bei sogar etwas größerem Netz, wenn ich das richtig sehe), und 70 Euro für den Nahverkehr im VRB. Hier muss man dazu sagen, dass in der VRB-Karte natürlich auch der SPNV enthalten ist, so dass man sich die gesamten SPNV-Anteile in dieser Region im Bahn-Semesterticket sparen kann. Für die Braunschweiger dürfte das Ticket indes eine Verschlechterung darstellen, das in Zukunft 35 Euro mehr kostet. Auch hier kämen jedoch einige Strecken hinzu.

Auf einer Seite der Studierendenschaft der Uni Osnabrück findet sich auch eine Streckenkarte, die den Geltungsbereich zeigt.

Was ich persönlich enttäuschend finde ist, dass man den ÖPNV nicht integriert hat. Zahlt man beispielsweise in Bochum 189 Euro enthält das Ticket sämtlichen Nahverkehr in NRW - der dann natürlich auch besser aufgestellt ist als in Niedersachsen. Insofern sehe ich da noch etwas Auholbedarf für das Land zwischen Harz und Heide - gleichwohl ist dann natürlich ein Anfang gemacht.

Nebenbei muss man natürlich auch sagen, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis regional durchaus krasse Unterschiede bietet - mit höchstens 400 Euro im Jahr kommt man aber wohl an fast jeder Hochschule aus und ist damit meiner Meinung nach gut bedient.

Außerdem könnte es auch schlechter sein, wie in München, wo das Semesterticket einfach 160 Euro kostet und nur im MVV gilt. Wer in Augsburg, Ingolstadt oder gar noch weiter weg wohnt, hat Pech gehabt. Zur Abdecken der Grundbedürfnisse, wozu das Semesterticket ja gedacht ist reicht es wohl aber schon.

Man kann das Thema definitiv von zwei Seiten betrachten und ich als Student freue mich natürlich auch über alle Angebotsverbesserungen.

Long story short: wer vor hat, in Niedersachsen zu studieren, der kann sich unter Umständen auf ein größeres Netz, mehr Strecken innerhalb Niedersachsens aber auch im Ausland freuen.

PS: Was mir gerade noch auffällt: wer heute mit seinem Semesterticket noch Groningen erreichen kann, der muss demnächst dafür wohl wieder bezahlen, die Strecke ist nämlich nicht mehr enthalten.

Liebe Grüße

Niedersachsen: Landesweites Semesterticket kommt...

ktmb, Donnerstag, 07.12.2017, 18:35 (vor 3033 Tagen) @ ALR997
bearbeitet von ktmb, Donnerstag, 07.12.2017, 18:35

Dafür darf dann auch Hengelo angefahren werden. Immerhin etwas.

und endlich Richtung SA

echter HGV, Donnerstag, 07.12.2017, 19:11 (vor 3033 Tagen) @ ktmb

Mit einem Sachen Anhalt Ticket kann man von Zittau bis Marienborn (300 km Luftlinie) fahren. Aber für die 9 km bis Helmstadt durfte noch mal ordentlich draufgezahlt werden. Ein Glück, dass Dies nun vorbei ist.

und endlich Richtung SA

martarosenberg, Freitag, 08.12.2017, 00:18 (vor 3032 Tagen) @ echter HGV

Mit einem Sachen Anhalt Ticket kann man von Zittau bis Marienborn (300 km Luftlinie) fahren.

Oder nimm' das Regio120plus. Kostet weniger, und gilt bis Niedersachsen rein. (Gilt ggf. nicht im Trilex, damit wäre dann Zittau wieder draussen .. dafür geht aber Sebnitz)

Etwas kritik dazu ..

martarosenberg, Freitag, 08.12.2017, 00:22 (vor 3032 Tagen) @ ALR997

Semestertickets dienen ja eigentlich dem Abdecken des Grundbedürfnisses: Mobilität von Studentenbude zur Uni und Alltagsfahrten am und um den Studienort.

Diese Landesweiten Semestertickets sind zwar für fahrfreudige Studenten recht praktisch, aber auf der anderen Seite kenne ich auch viele Studenten, die das nicht brauchen, und die knapp bei Kasse sind und auch kein finanziell priviligiertes Elternhaus haben. Für diese ist das Zwangs-Landesticket eine Verschlechterung. Und wie viele fahren wirklich (fast) jede Woche heim und "heim" liegt innerhalb des Semesterticketgültigkeitsbereiches?

Also ich sehe das sehr zwiespältig. Habe meines natürlich auch immer gerne genutzt, aber ich gehörte eben auch zu den reisefreudigen Sonderfällen.


Gerade die finanziell prekär dastehenden Randfälle, die ggf. aus gesundheitlichen Gründen auch noch gewisse Altersgrenzen überschreiten und daher auch noch andere Ausgaben haben die die meisten Studenten haben, und selber nichts dafür können dass sie so dastehen wo sie eben gerade dastehen, schneiden bei sowas dann nochmal schlecht ab. Mir zu gut bekannt.


Daher bin ich gegen Pflicht-Semestertickets die über den Hochschulstandort und unmittelbare Umgebung hinaus gültig sind.

Etwas kritik dazu ..

akbar23, Freitag, 08.12.2017, 16:38 (vor 3032 Tagen) @ martarosenberg

Ja, ich verstehe das.
Als ich in Göttingen studierte gabe es auch ein sogenanntens "solidarisches" Semesterticket. Zu Anfangs noch sogar noch ohne Stadtbus, da die Studenten dagegen stimmten.
Ich habe das Ticket in manchen Semestern kaum genutzt. Dennoch finde ich es im Prinzip eine gute Sache. Und war auch bereit, das zu bezahlen.

Preis ist politisch motiviert

numi, Freitag, 08.12.2017, 20:34 (vor 3032 Tagen) @ akbar23

Der Preis des Tickets hängt ja auch nicht wirklich mit dem Umfang zusammen sondern entsteht rein politisch. Die teuersten Semestertickets in Deutschland sind nur im Verkehrsverbund gültig. Beispiele wären Nürnberg (72€ + 202,50€ = 274,50€), München (66,50€ + 193€ = 259,50€) und Stuttgart (45,60€ + 203€ = 248,60€). Bei allen drei Städten gilt, dass mit den Semestergebühren der Sockelbetrag bezahlt werden muss, damit darf man dann Abends (ab 18 oder 19 Uhr) und am Wochenende fahren. Um auch an Werktagen tagsüber fahren zu dürfen, ist der Zusatzbetrag nötig (die Fett markierten Zahlen sind also die Preise für ein Ticket, mit dem man zu Vorlesungen fahren kann). Wie gesagt, erlauben diese Fahrkarten nur Fahrten im Verbundgebiet.

Es kommt also immer darauf an, wie sehr die Städte/Länder bereit sind, die Studierenden zu unterstützen und entsprechende Tickets vergünstigt anzubieten. Wenn diese Bereitschaft, wie beispielsweise in NRW, besteht, dann bekommt man für unter 200 € ein landesweites Ticket. Wenn diese eben nicht besteht, ist man bei den Beispielen von oben.

Kritik Ländertickets/Semesterticket

MFBM, Mannheim, Freitag, 08.12.2017, 23:41 (vor 3031 Tagen) @ ALR997
bearbeitet von MFBM, Freitag, 08.12.2017, 23:46

Bei Ländertickets werden (oft) Grenzpendler in andere Bundesländer nicht berücksichtigt. Im VRN bin ich über die teilweise Gültigkeit des Semestertickets in BaWü, RLP und Hessen froh. Nicht wenige pendeln aus Mannheim und Umgebung über Rhein&Neckar zur Uni sowie umgekehrt.

BaWü möchte auch das Länderticket für Studierende einführen, nur was nützt dies für Studierende in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Worms etc. Umgekehrt nutzen RLPler & Hessen keine Ländertickets wenn sie in Mannheim oder Heidelberg studieren. Klar Mannheim gelte bei Ländertickets als Ausnahme, doch viele müssen mehr ins "Landesinnere" und nicht nur kurz über die (Landes-)Grenze.

Bei uns erhebt der VRN zusätzlich noch 20-25 Euro Solidaritätsbeitrag, welcher über die Semesterbeiträge zum Verkehrsverbund hinzu. Dies müsste bei den Semesterticket-Preisen berücksichtigt werden. Ich geben diesen Preis immer mit "185 Euro" pro Semester an (aktuell 160 Euro vom VRN + 25 Euro über den Semesterbeitrag).

Niedersachsen: Landesweites Semesterticket kommt...

611 040, Erfurt, Samstag, 09.12.2017, 00:14 (vor 3031 Tagen) @ ALR997

Ich finde die landesweit gültigen Semestertickets sehr gut. In Thüringen gibt es das auch und gilt für NV-Züge in ganz Thüringen und im Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) wo viele Hochschulstandorte sind (Erfurt,Jena,Gera)
Es kostet 50€ für das DB-Ticket plus 93€ für VMT.
Das ist sehr günstig wenn man überlegt was Einzelfahrten sonst kosten.
Semstertickets sind von Preis/Leistunf top und ich bin absolut zufrieden.

Gut man muss auch sagen ich nutze es viel, da ich natürlich auch Thüringen entdecken möchte wenn ich jetzt hier bin.

Grüße 611 040
der morgen wieder mit dem Ticket unterwegs sein wird

--
❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Günstig, ggü. Einzelfahrkarten

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Samstag, 09.12.2017, 00:19 (vor 3031 Tagen) @ 611 040

Ja, die Bahncard 100 ist auch günstig gegenüber vielen Flexpreisen.

Vor ein paar Jahren gab es an meiner ehemaligen Uni in Rostock eine Abstimmung darüber, ob das Semesterticket in ganz Mecklenburg-Vorpommern gelten soll oder nicht. Eine Mehrheit hat sich dann dafür entschlossen, dass es nur für Rostock gilt. Das fand ich damals etwas schade, inzwischen sehe ich das aber mit anderen Augen. Einen ähnlichen Standpunkt hat ein anderer User bereits vorgetragen: Es geht darum, ein Grundangebot solidarisch zu finanzieren. Und dafür reicht in genug Fällen der Verbund bzw. die Stadt.

Ich frage mich inzwischen schon, warum ich in Berlin als Student eigentlich ein Semesterticket ABC habe. Die allermeisten Studenten in Berlin werden wohl nur AB benutzen. Klar, ein Potsdamer Student kann ruhig ein ABC Ticket haben. Das ergibt ja auch Sinn. Aber ich glaube andersrum ist das echt nicht nötig. Meiner Meinung nach kann man da auch nur noch relativ schwer von "Grundangebot" sprechen.

Daher sehe ich es eher so: Wer ein Stück weiter weg wohnt und dafür aber günstiger oder sogar im Elternhaus, der soll gefälligst das Geld dafür aufbringen, auch die Distanz zu bezahlen. Das sollte nicht auf kosten der allgemeinen Studentenschaft geschehen. Zur Not muss man halt Prioritäten setzen bzw. (mehr) arbeiten gehen.

Günstig, ggü. Einzelfahrkarten

611 040, Erfurt, Samstag, 09.12.2017, 00:50 (vor 3031 Tagen) @ Paladin

Es geht doch nicht nur um die Strecke Wohnung-Uni. Dafür reicht es bei den meisten wohl wirklich im Verkehrsverbund bzw sogar Stadt.
Ich nutze mein Semesterricket aber regelmäßig für Freizeitfahrten... und davon haben doch alle Studenten etwas. Es ist doch für jeden schön wenn er/sie nach der Uni oder am Wochenende mal irgendwo hinfahren kann, und da man gerade als Srudent (oft) nicht unbedingt Geld im Überfluss hat würde man sich Einzelfahrten öfter wohl nicht leisten können oder wollen. Da man das Semsterticket aber eh hat, kann man es ja auch nutzen.

Also das ist nur meine Meinung und ich bin froh ein landesweites Semesterricket zu haben...

Grüße aus dem neuen ICE-Knoten Erfurt
611 040

--
❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Günstig, ggü. Einzelfahrkarten

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Samstag, 09.12.2017, 01:07 (vor 3031 Tagen) @ 611 040

Es geht doch nicht nur um die Strecke Wohnung-Uni. Dafür reicht es bei den meisten wohl wirklich im Verkehrsverbund bzw sogar Stadt.

Doch, genau das ist der Grundgedanke des solidarischen Semestertickets

Ich nutze mein Semesterricket aber regelmäßig für Freizeitfahrten...

Herzlichen Glückwunsch.

und davon haben doch alle Studenten etwas.

Alle Studenten haben etwas davon, dass du dein Semesterticket regelmäßig für Freizeitfahrten nutzt? Das musst du aber erklären.

Es ist doch für jeden schön wenn er/sie nach der Uni oder am Wochenende mal irgendwo hinfahren kann,

Jo, aber es ist halt viel sinnvoller, wenn man sich aussucht, wo man hinfährt alsdass es durch das Ticket vorgegeben ist.

und da man gerade als Srudent (oft) nicht unbedingt Geld im Überfluss hat,

sollte man das Semesterticket auf das nötigste beschränken, rihtig.

würde man sich Einzelfahrten öfter wohl nicht leisten können oder wollen.

Oder eher die Möglichkeit haben dort hinzufahren, wo man auch möchte

Da man das Semsterticket aber eh hat, kann man es ja auch nutzen.

Oder auch nicht.

Also das ist nur meine Meinung

Ja, die allerdings nicht unbedingt dem Grundgedanken des Semestertickets entspricht.

und ich bin froh ein landesweites Semesterricket zu haben...

Es sei dir gegönnt.

Grüße aus dem neuen ICE-Knoten Erfurt

Grüße aus der Bundeshauptstadt

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