Immer der Sonne nach! (4/7, 43 Bilder) (Reiseberichte)

Splittergattung, Donnerstag, 30.11.2017, 22:47 (vor 3043 Tagen)
bearbeitet von Splittergattung, Donnerstag, 30.11.2017, 22:52

Hallo zusammen,

im letzten Teil - der nun aus Zeitmangel meinerseits schon wieder eine Weile her ist - hatten wir es bis nach Nizza geschafft und eine Tagesrundfahrt über die Tendabahn und nach Èze gemacht. Nun machen wir uns auf den Weg zum nächsten Tagesausflug von Nizza aus - diesmal geht es mit dem Train des Pignes nach Annot in der Haute-Provence - und danach fahren wir weiter in Richtung Pyrenäen.

Zunächst unsere aktuelle Streckenkarte:
[image]

[image]
1 Der erwähnte Dampfzug in die Berge war ja leider ausverkauft, deswegen ging es nun mit einem modernen Zug in die Haute-Provence. Diese gelben Doppeltriebwagen fahren am Bahnhof Nice CP ab, der fußläufig etwas nördlich vom Hauptbahnhof liegt. Wegen einer Baustelle war er an dem Tag zu Fuß allerdings etwas schwer zu erreichen... wir haben unseren Zug trotzdem gefunden, waren ja zwei Tage vorher schon mal da.

[image]
2 Wir verlassen nun Nizza in Richtung Norden, durch das Tal des Flusses Var, nach dem auch dieses Industriegebiet benannt ist. Hier gibt es diverse Arbeitsplätze und einige Besiedlung, so dass ein vergleichsweise dichter Takt von Vorortzügen, meist von Nizza bis Colomars oder Plan du Var, angeboten wird. Die touristischen Züge, die in Richtung Annot und Digne-les-Bains weiterfahren (besonders viele sind es nicht), fahren entsprechend bis Plan du Var an den meisten Stationen durch.

[image]
3 Hinter Plan du Var wird es ländlicher, auch wird das Tal langsam enger.

[image]

[image]
4, 5 Wir nähern uns La Tinee.

[image]
6 Und erreichen schließlich den kleinen Ort, der nach einem Flüsschen benannt ist, das hier in den Var fließt. In den modernen Triebwagen kann man - so man bei der allgemein sehr guten Besetzung einen passenden Platz ergattert - durch die Scheiben dem Lokführer über die Schulter auf die Strecke schauen.

[image]
7 Davon machen wir noch häufiger Gebrauch, wie auch hier zwischen La Tinee und Toüet-sur-Var. Die gerade Streckenführung täuscht - die Bahn ist hier eine Rumpelpiste sondergleichen, trotzdem heizt man mit überraschend hoher Geschwindigkeit über die Gleise. Immerhin wurde hier 1980 ein mutmaßlicher Geschwindigkeitsrekord für Meterspurfahrzeuge in Frankreich aufgestellt.

[image]
8 Wir erreichen Toüet. Fragt mich nicht, wie man das ausspricht, offensichtlich wird das o nicht mit dem u verschmolzen und der provencalische Dialekt, der hier gesprochen wird, hat ohnehin eine etwas ungewöhnliche Aussprache, wenn man mit dem Schulfranzösischen aufgewachsen ist.

[image]
9 Wir fahren weiter, gute Streckenbilder werden langsam schwieriger, weil das Tal enger wird. Hier in Puget-Théniers beginnen im Sommer an einigen Tagen die Dampfzugfahrten, in den am linken Bildrand erkennbaren Lokschuppen sind die Fahrzeuge dafür untergebracht. Mit etwas Glück kann man zwischen den Bäumen auch im Freien stehende Wagen erspähen, eine Lok sah ich aber nicht.

[image]
10 Mittlerweile fahren wir in westlicher Richtung, erreichen bald Annot, was auch der Endpunkt der Dampfzüge ist. Der kleine Triebwagen auf dem Gegengleis ist kein Gegenzug, sondern eine Dienstfahrt - nach Digne fahren hauptsächlich die gelben Doppeltriebwagen, die kleinen Triebwagen übernehmen den Vorortverkehr von Nizza.

[image]
11 Wir verabschieden uns von unserem Zug - die modernen Züge fahren noch weiter nach Digne, dafür haben wir heute nicht die Zeit, wollen wir doch noch Annot und Entrevaux besichtigen.

[image]
12 Der Bahnhof von Annot liegt ein klein wenig erhöht am oberen Rand des Dorfes, so dass man durch eine Baumlücke diesen schönen Blick auf den Ort hat. Im Provencalischen spricht man das t des Ortsnamens übrigens mit und das o ist etwas offener als man es im Standardfranzösisch erwarten würde.

[image]
13 Hotellerie. Will jemand kaufen? Sehr schöne Gegend, und vermutlich gibt's hier ein ganzes Hotel zum Behalten für den Preis, den man sonst für eine Nacht bezahlt...

[image]
14 Wir wechseln mal die Flussseite - es ist hier nicht mehr der Var und auch nicht dessen Nebenfluss Coulomp, durch deren Täler die Bahnstrecke weiter unten verläuft, sondern die Vaire (mein Texteditor schafft leider keine doppelten Pünktchen auf dem i, denkt sie euch dazu), der in den Coulomp fließt. Jenseits - oder aus Bahnhofssicht diesseits - des Flüsschens sehen wir den Markt von Annot.

[image]
15 Zurück auf dem linken Ufer der Vaire sieht man altmodische Landwirtschaft in Action.

[image]
16 Wir gehen zurück auf die Hauptstraße, von der die Bahnhofstraße abzweigt.

[image]
17 Und schauen uns noch ein wenig die örtliche Architektur an...

[image]
18 ... bevor es Zeit wird, zum Bahnhof zurückzugehen, denn es kommt schon der Zug Richtung Nizza, den wir diesmal nur ein paar Stationen benutzen. Die Fahrt nutzen wir für eine kurze Unterbrechung, die der Zeilenbegrenzung geschuldet ist...

Immer der Sonne nach! (4/7, 43 Bilder) Teil 2

Splittergattung, Donnerstag, 30.11.2017, 22:52 (vor 3043 Tagen) @ Splittergattung

Da sind wir auch schon wieder.

[image]
19 Nämlich bis Entrevaux, ausgesprochen wird es etwa wie deutsch Entrevaus. So schreibt man es auch im Provencalischen.

[image]
20 Hier sind wir schon wieder am Var, und über diesen blicken wir vom Bahnhof auf den Ort. Am rechten Bildrand erhebt sich ein Berg, auf dem sich die berühmte Zitadelle von Entrevaux befindet. Die besuchen wir auch noch.

[image]
21 Da ist sie.

[image]
22 Heute dominiert hier der Tourismus mit entsprechend teuren Restaurants, kleinen Läden und einem privaten Motorradmuseum, das wir zwar nicht besucht haben - aber die Eisenbahnromantik war in ihrer Folge zum Pinienzapfenzug da.

[image]
23 Wir blicken einmal an der Stadtmauer entlang auf den Var.

[image]
24 Und gehen dann über den Pont levis in den alten Stadtkern. Kaum zu glauben, aber das Kaff mit heute noch 880 Einwohnern war bis zur Französischen Revolution mal eine Bischofs- und seit Vauban auch Festungsstadt.

[image]
25 Hier mal ein Stadtplan zur Orientierung. Braucht man nicht, man kann den Ort quasi von jedem Punkt aus komplett überblicken.

[image]
26 Hier gibt's regionale Spezialitäten - mein mäßiges Französisch erkennt Honig, Olivenöl, Konfitüren, Ziegenkäse, Orangenwein (was soll das denn sein? Vielleicht hätte ich doch reingehen und mal probieren sollen, andererseits hätte mich Alkohol an einem Tag mit 38 Grad wohl ziemlich umgelegt...), Senf, Essig, 50 Kräuter und etwas, das ich nicht identifizieren kann.

[image]
27 Ne Kirche. War das mal die Kathedrale?

[image]
28 Noch mehr Gastronomie, die dem Auge sehr, dem Geldbeutel dafür umso weniger behagt.

[image]
29 Aber wir haben Essen eingepackt und gehen hinauf auf die Zitadelle. Wer findet den Bahnhof?

[image]
30 Weiter aufwärts. Diesmal blicken wir in die andere Richtung.

[image]
31 Zwischen Burgmauern.

[image]
32 Komm'Se rauf, könn'Se runtergucken. Hier das Tal des Var abwärts.

[image]
33 Im Innenhof der Zitadelle. Als Savoyen noch ein eigenständiger Staat war, lag Entrevaux im Grenzgebiet auf französischer Seite. Ludwig XIV. beauftragte 1690 seinen General und Baumeister Marquis de Vauban damit, die Stadt zur Festung gegen die Savoyer auszubauen, die sie auch nie einnehmen konnten. Später im ersten Weltkrieg waren hier deutsche Kriegsgefangene untergebracht.

[image]
34 Einige der Innenräume sind für die Öffentlichkeit Sackgassen. Man kann sich denken, warum.

[image]
35 Wir werfen einen letzten Blick aufs Tal...

[image]
36 ... und gehen dann hinunter in selbiges, wo wir vom Park aus einen Zug Richtung Digne erspähen.

[image]
37 Wir wechseln nochmal die Talseite, wo es im neueren Teil von Entrevaux einen musealen Mühlenwanderweg gibt. Der ist durchaus sehr schön anzusehen, aber biestig zu fotografieren, weswegen ich keine weiteren Bilder davon habe. Ist aber eine angenehme Abkühlung in der Hitze der Provence!

[image]
38 Zurück am Bahnhof. Der Zug auf der Rückfahrt ist noch voller als der auf dem Hinweg, dazu muss er anscheinend die Nizzaner Vororthalte für einen ausgefallenen Bummelzug übernehmen. Deswegen gibt's hier keine Bilder mehr.

[image]
39 Wir springen zum nächsten Tag, wo nach der Bummelei der letzten Tage mal wieder Kilometerfressen angesagt ist. Da ich furchtbar müde war und die halbe Fahrt geschlafen habe, gibt's nur wenige Bilder. Hier bei Sete. Marseille haben wir schon hinter uns, bis dorthin brachte uns ein typischer TER-Provence-Alpes-Cote-d'Azur-Doppelstockzug.

[image]
40 Mit der ungefähr einzigen Verbindung, die weder reservierungspflichtig ist noch zahlreiche zeitraubende Umstiege enthält, erreichen wir dann am Nachmittag Perpignan.

[image]
41 Dieser Zug hat uns hingebracht. Es war ein Doppelpack vierteiliger Z 27500 von TER Languedoc-Roussillon.

[image]
42 Wir schauen uns noch kurz den Bahnhof von draußen an - auf den geplanten Stadtbummel verzichten wir aber, weil im Rücken der Kamera dunkle Wolken mit Regen aufziehen, die auch bis zum Abend nicht mehr verschwinden. Schade.

[image]
43 Stattdessen beziehen wir die Jugendherberge, die uns mit fantasievollem Deutsch begrüßt. Und das war's auch schon von Kapitel 4, in Kapitel 5 geht's hoch hinaus in die Pyrenäen! Bis dann!

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum