Mit dem Gottardino zur Ferrovia Genova–Casella (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 26.11.2017, 14:21 (vor 3037 Tagen) @ TD
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 26.11.2017, 14:23

Hoi TD,

Wir starten morgens um acht Uhr am Bahnhof von Konstanz, als erster Zug steht der Interregio nach Zürich auf unserem Reiseplan.

Ich nehme an, die längere Umsteigezeit in Zürich HB hast du damals noch in der SBB Lounge verbracht? Die gabs ja wenig später nicht mehr. Ich durfte sie zwar kurz vor Schluss einmal besuchen, persönlich legte ich meine Verbindungen jedoch schon immer lieber so, dass ich gar keine langen Umsteigezeiten habe. Es mag einige Reisende geben, welche die Lounge wohl vermissen werden, in der Summe waren das halt aber zu wenig für den Weiterbetrieb der Lounge.

Aber vielleicht wirst du dafür ab Dezember 2018 ja weniger oft in Zürich HB umsteigen müssen. Dann fährt die Linie IR 70 von Konstanz umsteigefrei durch nach Zug und Luzern, betrieben mit IC2000-Doppelstockzügen (die neuen FV-Dosto kommen auf andere Linien, dafür erhalten die IC2000 bald ihr umfassendes Refit). Dann wird man in Konstanz von den EWIV-Pendeln Abschied nehmen müssen.

In Zürich wechseln wir auf den Interregio in Richtung Locarno. Gut, bei dem Wetter bräuchte es jetzt nicht unbedingt einen Panoramawagen, aber wir können dann doch nicht widerstehen.

Mit dem Panoramawagen über den Gotthard zu fahren, ist künftig jedenfalls schwieriger. Das geht nun nur noch im Gotthard Panorama Express (GoPEx). Nächstes Jahr sind dann nämlich die Umläufe des GoPEx und des Gotthard Weekenders (normaler Zusatz-IR ohne Spezialbillette nutzbar) getrennt. Das bedeutet, dass der Weekender keinen Panoramawagen mehr dabei hat, sondern nur noch einen normalen EC-Wagen Apm61. Fahren tun beide weiterhin nur saisonal, der Weekender zusätzlich nur Samstag/Sonntag.

So, genug der Kirchen, zurück an den Bahnhof. Biasca hat seit 1874 Bahnanschluss, bis 1973 gab es hier auch noch eine Meterspurbahn ins Bleniotal. Mit dem nächsten Interregio setzen wir unsere Reise fort.

In Biasca ausgestiegen bin ich bisher auch nur beim GBT-Fest ( http://www.ice-treff.de/index.php?mode=entry&id=424926 ) und nach der Fahrt mit dem Gottardino zwei Monate später.
Biasca hat leider wie im Prinzip alle Orte in der Leventina ihren Glanz vergangener Tage längst verloren. Das hat aber nichts damit zu tun, dass kein IR mehr fährt (fährt ab Dezember 2020 wieder stündlich von der SOB betrieben) oder alle Basistunnel-IC an Biasca vorbeisprinten (ab Fahrplanwechsel wird der letzte IC am Tag, ein Zug der Linie IC 21 von Basel nach Chiasso um 23:36 Uhr einen Halt in Biasca einlegen), sondern da sind die lokalen Tourismusverbände und Gemeinden sowie der Kanton in der Verantwortung, neue Impulse zu setzen (und nicht nur in den aktuellen Touristen-Hotspots).

Während der internationale Personenverkehr heute die Chiasso-Route nutzt, spielt Luino mit den weitläufigen Gleisanlagen im Güterverkehr eine wichtige Rolle.

Der Güterverkehr ist auch der Grund für den dünnen Takt. Aktuell fährt aber noch weniger als so schon, denn die Strecke ist derzeit für längere Zeit gesperrt. Ab Fahrplanwechsel soll es wieder Zugverkehr geben, wenn auch nicht alle Züge täglich. Hintergrund sind Bauarbeiten um die Strecke für die künftigen Anforderungen des Güterverkehrs herzurichten. Das sind vor allem Verlängerungen von Kreuzungsgleisen auf 800 m Nutzlänge, aber auch Lärmschutzmassnahmen und sonstige Sanierungen an der Infrastruktur sowie Aufrüstung der Energieversorgung und der Zugsicherung. Im Oktober sah es da aus wie bei einer Dieselnebenstrecke im Ausland (keine Fahrleitung weit und breit).

Der RE nach Luino Mittwochs zum Markt fährt übrigens nur Mai bis Oktober. Ansonsten gibts immer wieder mal Spezialfahrten direkt aus der Deutschschweiz zum Markt nach Luino mit historischen Kompositionen, wie dem TEE RAe II.

Für den Personenverkehr nach Malpensa sollte es ab Fahrplanwechsel eine weitere Verbindung ab dem südlichen Kantonsteil geben. Die Strecke Mendrisio-Varese sollte eigentlich schon zur Expo 2015 in Milano fertig sein, aber während der Schweizer Teil bis Stabio mit einem Alibi-Angebot im Dezember 2014 in Betrieb ging, gab es im italienischen Teil mehrere Baustopps. Jetzt ist es so, dass auch diesen Dezember der Betrieb noch nicht aufgenommen werden kann. Erst im Januar 2018 soll es nun soweit sein.
Allerdings binden die Italiener nun keinen Zug aus Lugano nach Malpensa durch, sondern einen aus Como. Es wird nämlich auch direkte Züge Como-Mendrisio-Varese geben. Der Kanton Tessin versucht da noch eine Lösung zu finden, dass künftig wie angedacht auch Lugano Direktzüge zum Mailänder Flughafen erhält und nicht nur bis Varese.


Ansonsten danke ich für den Bericht und freue mich auf die weiteren Teile!


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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