Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket" (Fahrkarten und Angebote)

bers, Mittwoch, 22.11.2017, 11:23 (vor 3052 Tagen)
bearbeitet von bers, Mittwoch, 22.11.2017, 11:23

Heute kam ein Brief, in dem die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG die Unterstützung der Handyticket-App abkündigt. Dabei liegt ein Flyer, nach dem ab 1. Januar 2018 mit den Apps "VRR-App (Companion)", "BGSmobil" und "HandyTicket Deutschland" keine "BOGESTRA-Tickets" mehr gekauft werden können. Es bleiben viele Fragen.

- Was sind wohl "BOGESTRA-Tickets"?
- Was ist mit VRR-Tickets im DB Navigator?
- Was ist mit VRR-Tickets über andere Anbieter (z.B. DB Regio NRW) in der Handyticket-App? Kann ich damit nicht exakt die selben Tickets kaufen? Oder übersehe ich etwas?
- WARUM MUTTI? Ist die Handyticket-Landschaft nicht schon fragmentiert genug? Warum braucht jeder Verbund seine eigene App?

Würd mich freuen, wenn jemand Einblicke hat und teilen könnte.

Versuch von Antworten

JanZ, HB, Mittwoch, 22.11.2017, 11:46 (vor 3052 Tagen) @ bers

Heute kam ein Brief, in dem die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG die Unterstützung der Handyticket-App abkündigt. Dabei liegt ein Flyer, nach dem ab 1. Januar 2018 mit den Apps "VRR-App (Companion)", "BGSmobil" und "HandyTicket Deutschland" keine "BOGESTRA-Tickets" mehr gekauft werden können. Es bleiben viele Fragen.

Ich versuche mal, sie zu beantworten:

- Was sind wohl "BOGESTRA-Tickets"?

Tickets, die die Bogestra verkauft. Natürlich handelt es sich dabei in der Regel um VRR-Tickets, aber der Vertrieb liegt ja weiterhin in den Händen der Verkehrsunternehmen.

- Was ist mit VRR-Tickets im DB Navigator?

Was soll damit sein? Wenn in dem Brief nicht steht, dass es die nicht mehr gibt, dann wird es sie wohl weiterhin geben. Möglicherweise steigen sie auch aus dem Handyticket aus, eben weil man VRR-Tickets jetzt auch im Navigator kaufen kann.

- Was ist mit VRR-Tickets über andere Anbieter (z.B. DB Regio NRW) in der Handyticket-App? Kann ich damit nicht exakt die selben Tickets kaufen? Oder übersehe ich etwas?

Natürlich kannst du, wenn sie nicht auch aussteigen (siehe oben). Es sei denn, der Gültigkeitsbereich muss immer vom Bedienungsgebiet des jeweiligen Verkehrsunternehmens ausgehen, aber ich glaube, das ist nicht der Fall.

- WARUM MUTTI? Ist die Handyticket-Landschaft nicht schon fragmentiert genug? Warum braucht jeder Verbund seine eigene App?

Dass man manche Tickets im Navigator, manche in der Handyticket-App und manche noch woanders kauft, ist ja nicht neu. Wenn sich jetzt alles im Navigator konzentriert, soll mir das recht sein. Abgesehen davon ist Einheitlichkeit anscheinend nicht politisch gewollt, das ist ja nicht nur bei Handytickets so.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

GUM, Mittwoch, 22.11.2017, 15:26 (vor 3052 Tagen) @ bers
bearbeitet von GUM, Mittwoch, 22.11.2017, 15:27

Von außen kann nur ein Vergleich mit Technologieprojekten im Allgemeinen gezogen werden:

Manchmal erfüllen sich halt die Erwartungen an ein (Test-) Projekt nicht. Das kann sehr viele Ursachen haben.

Beispielsweise weil die ehrlich nachgerechneten Kosten pro Ticketverkauf nicht der ursprünglichen Werbe-Aussage entsprachen, dass es supergünstig wäre.

Man denke nur mal an die Anpassung an verschiedene Endgeräteplattformen/Handy-Betriebssysteme und deren Updates.

Ein weiterer Punkt ist der unbestrittene Produktivitätsverlust der Fahrkartenkontrollen. Wann immer eine Kontrolle zu lange dauert steigen viele nicht kontrollierte Fahrgäste aus.

Oder ein Dienstleister wird teurer oder oder oder.

Vielleicht hat sich auch einfach die Vernunft durchgesetzt, dass ein schneller barriefreier (Papier-)Ticket Verkauf die effizienteste Variante ist?

--
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Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

JanZ, HB, Mittwoch, 22.11.2017, 15:55 (vor 3052 Tagen) @ GUM

Vielleicht hat sich auch einfach die Vernunft durchgesetzt, dass ein schneller barriefreier (Papier-)Ticket Verkauf die effizienteste Variante ist?

Ich weiß zwar nicht, was du genau mit "barrierefrei" meinst, aber zeitlich ist der Papierticketverkauf ganz sicher weder für den Fahrgast noch für das Verkehrsunternehmen effizient. Von daher wäre es wünschenswert, wenn es ein Handyticket in welcher Form auch immer weiterhin gäbe, es darf natürlich niemand dazu gezwungen werden. Zu den Kosten kann ich natürlich nichts sagen. Ich kann mir aber vorstellen, dass die so hoch auch nicht mehr sind, wenn das Ganze erst mal entwickelt ist.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

kllaas, Mittwoch, 22.11.2017, 16:03 (vor 3052 Tagen) @ JanZ

Hallo,
Nach meinem Wissen will die Bogestra ab Feb 2018 ( oder nach Einführungsphase später) kilemeterbezogene Tarife über Handyortung verkaufen. Dabei meldet sich der Fahrgast selber beim Einsteigen mit Ortung an. Und beim Aussteigen wieder ab.
Vielleicht vertragen sich die beiden Systeme nicht in der Kontrolle oder Abrechnung.
Allzeit gute Fahrt .... Kristian
P.S. Schätze immer noch die Flexibiltät der nicht entwerteten Papiertickets.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

JanZ, HB, Mittwoch, 22.11.2017, 16:10 (vor 3052 Tagen) @ kllaas

P.S. Schätze immer noch die Flexibiltät der nicht entwerteten Papiertickets.

Wo liegt die im Vergleich zum gleichen Ticket per Handy gekauft? Ich rede jetzt nicht von dem kilometerbasierten Tarif, den du ansprichst und den es beispielsweise in NL oder testweise beim RMV gibt.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

Dominik, Duisburg, Mittwoch, 22.11.2017, 16:37 (vor 3052 Tagen) @ kllaas

P.S. Schätze immer noch die Flexibiltät der nicht entwerteten Papiertickets.

Ich persönlich hoffe eher, dass die Monatskarten mit ihren teilweise sehr attraktiven Zusatzregelungen erhalten bleiben.

--
Gern benutzte Fahrzeuge: n-Wagen, süwex-FLIRT, Dostos, 403, Talent
Fahrzeuge, die ganz ok sind: Talent 2, 611
äußerst ungern benutzte Fahrzeuge: 402, Bimz, LINT, 425

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

fbettker, Donnerstag, 23.11.2017, 09:37 (vor 3051 Tagen) @ kllaas

Hallo,
Nach meinem Wissen will die Bogestra ab Feb 2018 ( oder nach Einführungsphase später) kilemeterbezogene Tarife über Handyortung verkaufen. Dabei meldet sich der Fahrgast selber beim Einsteigen mit Ortung an. Und beim Aussteigen wieder ab.

So ein System gab es ja bereits von der Deutschen Bahn, dass einige Verkehrsverbünde genutzt hatten: Touch & Travel. Doch dieses wurde wegen zu geringer Akzeptanz seitens der Kunden vor ziemlich genau einem Jahr eingestellt.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Ticketdienst-Touch-Travel-stirbt-in-wenigen-Woc...

Von daher bezweifle, dass sich diese Art des Ticketverkaufs durchsetzt. Ich habe Touch & Travel gerne genutzt, man vergisst allerdings doch hin und wieder den Check-Out.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

lululu, Mittwoch, 22.11.2017, 18:30 (vor 3052 Tagen) @ JanZ
bearbeitet von lululu, Mittwoch, 22.11.2017, 18:31

Vielleicht hat sich auch einfach die Vernunft durchgesetzt, dass ein schneller barriefreier (Papier-)Ticket Verkauf die effizienteste Variante ist?


Ich weiß zwar nicht, was du genau mit "barrierefrei" meinst, aber zeitlich ist der Papierticketverkauf ganz sicher weder für den Fahrgast noch für das Verkehrsunternehmen effizient.

Ich stelle mir da eherlichgesagt die Frage, wie ein Papierticket überhaupt barrierefrei sein kann. Ok, die Möglichkeiten es zu kaufen können natürlich barrierefrei sein. Das Papierticket an sich ist allerdings niemals barrierefrei, es sei denn du druckst die wichtigen Informationen auch in Punktschrift drauf. Dafür brauchst du dann allerdings Punktschriftpapier, was wahrscheinlich kein Verkehrsunternehmen bezahlen will.

Ich verstehe also auch nicht so ganz wie GUM das meint :)

Seit dem es Handy-Tickets gibt, kaufe ich nur noch solche. Da bekomme ich wenigstens vorgelesen, was ich da gerade für ein Ticket habe.
Mal ganz davon abgesehen, dass meine Diskussion sowieso eher hypothetisch ist, da die überwiegende Mehrheit der Bilden und stark Sehbehinderten im NV sowieso freifahrtberechtigt sind.
Im FV sieht das natürlich ganz anders aus.

--
Grüße

lululu

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 23.11.2017, 08:16 (vor 3051 Tagen) @ lululu

Ich stelle mir da eherlichgesagt die Frage, wie ein Papierticket überhaupt barrierefrei sein kann. Ok, die Möglichkeiten es zu kaufen können natürlich barrierefrei sein. Das Papierticket an sich ist allerdings niemals barrierefrei, es sei denn du druckst die wichtigen Informationen auch in Punktschrift drauf. Dafür brauchst du dann allerdings Punktschriftpapier, was wahrscheinlich kein Verkehrsunternehmen bezahlen will.

Ich verstehe also auch nicht so ganz wie GUM das meint :)

Ich vermute, er meint barrierefrei nicht im Bezug auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf technische Barrieren. Beim Papierticket gehe ich zum Fahrer oder zum Automaten, äußere meinen Wunsch auf geeignete Weise, bezahle auf die eine oder andere Art, und erhalte ein Stück Papier, das als Nachweis für den entrichteten Fahrpreis dient. Außer dem nötigen Geld braucht der Fahrgast nichts. Zugegeben, wer nicht selbst durch Hinschauen prüfen kann, daß es die richtige Fahrkarte ist, muß dem Verkäufer vertrauen. (Wobei es dazu nicht unbedingt einer Sehbehinderung bedarf - durch das überall unterschiedliche Design und unterschiedliche Inhalte des Aufdrucks ist es, wenn man mal woanders als zu Hause unterwegs ist, auch für Sehende nicht einfach, die Korrektheit der Fahrkarte zu prüfen.)

Für ein Handyticket benötigt der potentielle Fahrgast zunächst ein Handy (weit verbreitet, aber hat beileibe nicht jeder), die richtige App auf dem Handy (dazu komme ich gleich), ausreichend Akkuladung, genug Datenvolumen in Reserve, ...
Klar, der Aspekt des Vorlesens ist in bestimmten Fällen ein gewaltiger Vorteil, der allerdings mit den genannten Nachteilen der recht hohen Einstiegsvoraussetzungen einher geht.
Beim e-Ticket benötigt man zumindest die Trägerkarte, die man meist nicht am Fahrkartenautomaten erhält. Auch dazu kann ich nach dem Ende dieses Gedankens noch etwas beitragen.

Bei der Kontrolle während der Fahrt ist der zeitliche Unterschied auch immens. Wenn ich überlege, wie schnell früher ein Team des Prüfdienstes bei uns durch die Straßenbahn durch kam, da war eine Kontrolle zwischen zwei Haltestellen überhaupt kein Thema. Die "Fangquote" war dementsprechend hoch. (Zugegeben, damals kamen die Prüfteams auch noch in Zivil, was ein gewaltiger Vorteil war.) Heute steigt die erste Hälfte der Schwarzfahrer schon aus, wenn sie die Prüfteams in Dienstkleidung sieht, die andere Hälfte hat genug Zeit, an der nächsten Haltestelle auszusteigen, während die Teams drei bis vier e-Tickets pro Minute prüfen.

Seit dem es Handy-Tickets gibt, kaufe ich nur noch solche. Da bekomme ich wenigstens vorgelesen, was ich da gerade für ein Ticket habe.

Der Vorteil für Dich ist vollkommen nachvollziehbar. ;-)

Mal ganz davon abgesehen, dass meine Diskussion sowieso eher hypothetisch ist, da die überwiegende Mehrheit der Bilden und stark Sehbehinderten im NV sowieso freifahrtberechtigt sind.
Im FV sieht das natürlich ganz anders aus.

Da bleibt aber die Möglichkeit, personalbedient zu kaufen. Entweder im Reisezentrum oder der Agentur in der Nähe, oder völlig wohnortunabhängig telefonisch.
Mal rein interessehalber - wie gut kommt man mit einem Screenreader durch eine Fahrkartenbuchung auf bahn.de? Das hast Du doch sicher schon mal probiert.

Zu meinen selbt erlebten Geschichten, die ich angekündigt hatte...

Die Problematik der richtigen App auf dem Handy hatte ich im Frühjahr, als ich mit meiner Freundin in Hamburg war. Da ich nicht damit rechnete, ein Handyticket kaufen zu wollen, hatte ich mir die HVV-App nicht installiert, mit "Öffi" kriegt man ja auch alle Verbindungen, die man sucht. Also brachten wir nach unserer Ankunft schnell das Gepäck ins Hotel, gingen zur U-Bahn und wollten eine Tageskarte kaufen. Doch am Automat gab es dann die große Überraschung - aus Frankfurt bin ich es gewohnt, daß die ÖPNV-Fahrkartenautomaten jede Art von "Plastikgeld" akzeptieren, egal ob Girocard oder Kreditkarte. Tja, nicht so in Hamburg, dort wird (oder wurde zumindest in diesem Frühjahr noch) auf das tote Pferd "GeldKarte" gesetzt. Nachdem ich in der Anfangszeit dieses Systems damit schlechte Erfahrungen gemacht habe (50 Mark aufgeladen, Chip ging kaputt, Postbank zuckte mit den Schultern, Geld war weg), halte ich von diesem System nur noch Abstand, dementsprechend hatte ich zwar eine Karte mit passendem Chip dabei, aber kein Guthaben drauf. Bargeld in ausreichender Menge hatten wir auch nicht einstecken. Also standen wir vor der Wahl, daß ich entweder die App installiere (was ich dann am Abend für den nächsten Tag auch im WLAN des Hotels tat, ansonsten hätte es mein Datenvolumen gesprengt oder wir hätten erst lange nach einem Hotspot suchen müssen), oder einfach zum nächsten Gelduatomaten gehen und dort Bargeld beschaffen. Fazit: Hürde fürs Handyticket ist, wenn man unvorbereitet ist, als zig-MB-Download doch recht hoch.

Beim e-Ticket hatte ich ähnlichen Spaß hier in Frankfurt. Anfangs gab es das e-Ticket nur für persönliche Jahreskarten, Jobtickets und eine Handvoll ausgewählter Sondertarife. Irgendwann wurde quasi über Nacht umgestellt, daß ab Wochenkarte aufwärts alle Zeitkarten nur noch als e-Ticket ausgegeben werden. Da stand ich nun also an meiner Haltestelle zu Hause, wollte eine Wochenkarte kaufen, konnte aber nicht, weil mir die Trägerkarte fehlte. Am Automat bekommt man sie nicht, also durfte ich zu einem Kiosk irgendwo enn paar Straßen weiter latschen (natürlich zu einem anderen Zeitpunkt, als ich die Fahrkarte kaufen wollte, hatten die geschlossen), die ebenfalls RMV-Fahrkarten verkaufen. Dort kam dann gleich das nächste Problem auf - man hatte zwar die e-Ticket-Karten, akzeptiert aber keine Bezahlung per Kreditkarte. Auf meine Frage, ob sie mir nicht einfach eine unprogrammierte Karte geben könne, die ich mir am Automaten passend auflade, mußte sie eine halbe Stunde(!) rumtelefonieren, um zu erfahren, daß das möglich ist.
Neulich wollte ich auf besagte Karte wieder etwas aufladen - und die Karte ist tot. Wird nicht mehr vom Lesegerät erkannt. Zum Glück ist das beim Aufladen aufgefallen und nicht bei einer Fahrkartenkontrolle.

Lustig ist in diesem Zusammenhang auch, daß die Umstellung mit dem Argument des Papiersparens kam. Früher druckte der Automat zwei etwa Scheckkartengroße Zettel aus - einen mit dem Kartenzahlungsbeleg (die über 130 Euro für eine Monatskarte füttere ich da sicher nicht bar rein), den zweiten mit der eigentlichen Fahrkarte. Heute druckt er den gleichen Zahlungsbeleg, den genauso großen Beleg über den Kauf der Fahrkarte, auf dem Kartennummer, Gültigkeitsdatum und Art der gekauften Fahrkarte vermerkt sind, und eine halb so große Quittung zur Vorlage wo auch immer mit ausgewiesenem Fahrpreis aus. Voll Papier gespart!

Technisch einfache Lösungen bevorzugende Grüße,
der Colaholiker

--
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+ 1

GUM, Donnerstag, 23.11.2017, 14:54 (vor 3051 Tagen) @ Colaholiker

- kein Text -

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Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

lululu, Donnerstag, 23.11.2017, 22:57 (vor 3051 Tagen) @ Colaholiker

Ich stelle mir da eherlichgesagt die Frage, wie ein Papierticket überhaupt barrierefrei sein kann. Ok, die Möglichkeiten es zu kaufen können natürlich barrierefrei sein. Das Papierticket an sich ist allerdings niemals barrierefrei, es sei denn du druckst die wichtigen Informationen auch in Punktschrift drauf. Dafür brauchst du dann allerdings Punktschriftpapier, was wahrscheinlich kein Verkehrsunternehmen bezahlen will.

Ich verstehe also auch nicht so ganz wie GUM das meint :)


Ich vermute, er meint barrierefrei nicht im Bezug auf Menschen mit Behinderungen, sondern auf technische Barrieren. Beim Papierticket gehe ich zum Fahrer oder zum Automaten, äußere meinen Wunsch auf geeignete Weise, bezahle auf die eine oder andere Art, und erhalte ein Stück Papier, das als Nachweis für den entrichteten Fahrpreis dient. Außer dem nötigen Geld braucht der Fahrgast nichts. Zugegeben, wer nicht selbst durch Hinschauen prüfen kann, daß es die richtige Fahrkarte ist, muß dem Verkäufer vertrauen. (Wobei es dazu nicht unbedingt einer Sehbehinderung bedarf - durch das überall unterschiedliche Design und unterschiedliche Inhalte des Aufdrucks ist es, wenn man mal woanders als zu Hause unterwegs ist, auch für Sehende nicht einfach, die Korrektheit der Fahrkarte zu prüfen.)

So kann man es natürlich auch sehen. Bei Barrierefreiheit denke ich allerdings eher weniger an technische Barrieren, als an die Zugänglichkeit z.B. dieser Technik :)
Du hast natürlich schon recht, dass beim Papierticket die Abläufe einfacher sind.

Für ein Handyticket benötigt der potentielle Fahrgast zunächst ein Handy (weit verbreitet, aber hat beileibe nicht jeder), die richtige App auf dem Handy (dazu komme ich gleich), ausreichend Akkuladung, genug Datenvolumen in Reserve, ...
Klar, der Aspekt des Vorlesens ist in bestimmten Fällen ein gewaltiger Vorteil, der allerdings mit den genannten Nachteilen der recht hohen Einstiegsvoraussetzungen einher geht.
Beim e-Ticket benötigt man zumindest die Trägerkarte, die man meist nicht am Fahrkartenautomaten erhält. Auch dazu kann ich nach dem Ende dieses Gedankens noch etwas beitragen.

Bei der Kontrolle während der Fahrt ist der zeitliche Unterschied auch immens. Wenn ich überlege, wie schnell früher ein Team des Prüfdienstes bei uns durch die Straßenbahn durch kam, da war eine Kontrolle zwischen zwei Haltestellen überhaupt kein Thema. Die "Fangquote" war dementsprechend hoch. (Zugegeben, damals kamen die Prüfteams auch noch in Zivil, was ein gewaltiger Vorteil war.) Heute steigt die erste Hälfte der Schwarzfahrer schon aus, wenn sie die Prüfteams in Dienstkleidung sieht, die andere Hälfte hat genug Zeit, an der nächsten Haltestelle auszusteigen, während die Teams drei bis vier e-Tickets pro Minute prüfen.

Die verlorene Zeit holt der ein oder andere Fahrkartenprüfer dann dadurch raus, dass wenn er einen Langstock sieht, einem schon mehr oder weniger entgegen ruft, dass er den Schwerbehindertenausweis nicht braucht, da man ja sowieso unentgeldlich mitfahren dürfe. Das kann übrigens nicht nur das Kontrollpersonal diversester Verkehrsverbünde, sonder auch die DB-Regio im NV.

Seit dem es Handy-Tickets gibt, kaufe ich nur noch solche. Da bekomme ich wenigstens vorgelesen, was ich da gerade für ein Ticket habe.


Der Vorteil für Dich ist vollkommen nachvollziehbar. ;-)

Mal ganz davon abgesehen, dass meine Diskussion sowieso eher hypothetisch ist, da die überwiegende Mehrheit der Bilden und stark Sehbehinderten im NV sowieso freifahrtberechtigt sind.
Im FV sieht das natürlich ganz anders aus.


Da bleibt aber die Möglichkeit, personalbedient zu kaufen. Entweder im Reisezentrum oder der Agentur in der Nähe, oder völlig wohnortunabhängig telefonisch.
Mal rein interessehalber - wie gut kommt man mit einem Screenreader durch eine Fahrkartenbuchung auf bahn.de? Das hast Du doch sicher schon mal probiert.

Die DB-Internetseite ist eigentlich ganz gut. Da darf ich jetzt nun wirklich nicht meckern :)
Ich kaufe meine Tickets zwar mittlerweile meistens direkt im DB-Navigator, liegt allerdings nur daran, dass das Ticket da ja sowieso hin soll und ich zu faul bin, nach dem Ticketkauf am Rechner noch Buchungscode und Nachname in die App zu füttern, wenn die App das auch selbst kann.
Zur Verbindungssuche nehme ich aber immer noch gerne bahn.de. Da lässt es sich einfacher mit Umsteigezeiten, Via-Angaben usw. rumspielen.

Zu meinen selbt erlebten Geschichten, die ich angekündigt hatte...

Die Problematik der richtigen App auf dem Handy hatte ich im Frühjahr, als ich mit meiner Freundin in Hamburg war. Da ich nicht damit rechnete, ein Handyticket kaufen zu wollen, hatte ich mir die HVV-App nicht installiert, mit "Öffi" kriegt man ja auch alle Verbindungen, die man sucht. Also brachten wir nach unserer Ankunft schnell das Gepäck ins Hotel, gingen zur U-Bahn und wollten eine Tageskarte kaufen. Doch am Automat gab es dann die große Überraschung - aus Frankfurt bin ich es gewohnt, daß die ÖPNV-Fahrkartenautomaten jede Art von "Plastikgeld" akzeptieren, egal ob Girocard oder Kreditkarte. Tja, nicht so in Hamburg, dort wird (oder wurde zumindest in diesem Frühjahr noch) auf das tote Pferd "GeldKarte" gesetzt. Nachdem ich in der Anfangszeit dieses Systems damit schlechte Erfahrungen gemacht habe (50 Mark aufgeladen, Chip ging kaputt, Postbank zuckte mit den Schultern, Geld war weg), halte ich von diesem System nur noch Abstand, dementsprechend hatte ich zwar eine Karte mit passendem Chip dabei, aber kein Guthaben drauf. Bargeld in ausreichender Menge hatten wir auch nicht einstecken. Also standen wir vor der Wahl, daß ich entweder die App installiere (was ich dann am Abend für den nächsten Tag auch im WLAN des Hotels tat, ansonsten hätte es mein Datenvolumen gesprengt oder wir hätten erst lange nach einem Hotspot suchen müssen), oder einfach zum nächsten Gelduatomaten gehen und dort Bargeld beschaffen. Fazit: Hürde fürs Handyticket ist, wenn man unvorbereitet ist, als zig-MB-Download doch recht hoch.

Beim e-Ticket hatte ich ähnlichen Spaß hier in Frankfurt. Anfangs gab es das e-Ticket nur für persönliche Jahreskarten, Jobtickets und eine Handvoll ausgewählter Sondertarife. Irgendwann wurde quasi über Nacht umgestellt, daß ab Wochenkarte aufwärts alle Zeitkarten nur noch als e-Ticket ausgegeben werden. Da stand ich nun also an meiner Haltestelle zu Hause, wollte eine Wochenkarte kaufen, konnte aber nicht, weil mir die Trägerkarte fehlte. Am Automat bekommt man sie nicht, also durfte ich zu einem Kiosk irgendwo enn paar Straßen weiter latschen (natürlich zu einem anderen Zeitpunkt, als ich die Fahrkarte kaufen wollte, hatten die geschlossen), die ebenfalls RMV-Fahrkarten verkaufen. Dort kam dann gleich das nächste Problem auf - man hatte zwar die e-Ticket-Karten, akzeptiert aber keine Bezahlung per Kreditkarte. Auf meine Frage, ob sie mir nicht einfach eine unprogrammierte Karte geben könne, die ich mir am Automaten passend auflade, mußte sie eine halbe Stunde(!) rumtelefonieren, um zu erfahren, daß das möglich ist.
Neulich wollte ich auf besagte Karte wieder etwas aufladen - und die Karte ist tot. Wird nicht mehr vom Lesegerät erkannt. Zum Glück ist das beim Aufladen aufgefallen und nicht bei einer Fahrkartenkontrolle.

Von solchen Problemen kann ich - nach Abschaffung der Kilometerbegrenzung - glücklicherweise nicht berichten. Einfach Einsteigen und losfahren ist schon praktisch :)
Man muss halt nur irgendwie rauskriegen, was da gerade vor einem steht :)

Lustig ist in diesem Zusammenhang auch, daß die Umstellung mit dem Argument des Papiersparens kam. Früher druckte der Automat zwei etwa Scheckkartengroße Zettel aus - einen mit dem Kartenzahlungsbeleg (die über 130 Euro für eine Monatskarte füttere ich da sicher nicht bar rein), den zweiten mit der eigentlichen Fahrkarte. Heute druckt er den gleichen Zahlungsbeleg, den genauso großen Beleg über den Kauf der Fahrkarte, auf dem Kartennummer, Gültigkeitsdatum und Art der gekauften Fahrkarte vermerkt sind, und eine halb so große Quittung zur Vorlage wo auch immer mit ausgewiesenem Fahrpreis aus. Voll Papier gespart!

Welcher Fahrkartenautomat kann heute schon Papiersparen. Selbst die DB Automaten wollen dich bei Abholung von - durch die MSZ hinterlegten - Sitzplatzreservierungen nochmal in Papierform darauf aufmerksam machen, dass die Sitzplätze auch wirklich kostenlos waren. Zu jedem Ausdruck gibt es nämlich einen Papierschnipsel auf dem der Rechnungsbetrag,sowie eine Kreditkartennummer der DB, über die wohl semtliche unentgeldlichen Reservierungen abgerechnet werden, draufsteht. Die Mitarbeiter vom Service "freuen" sich jedes mal dieses Stück Papier gleich dem nächsten Papiermülleimer zuzuführen.
Es scheint wohl billiger zu sein Unmegen Papierschnipsel auszudrucken, als der Automatensoftware einfach mal beizubringen, bei einem Rechnungsbetrag von 0€ keine Quittungen mehr zu drucken.

Technisch einfache Lösungen bevorzugende Grüße,
der Colaholiker

--
Grüße

lululu

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

Yassakka, München, Freitag, 24.11.2017, 00:03 (vor 3051 Tagen) @ lululu

Ich weiß ja nicht, was dein Navigator macht, aber meiner lädt über die Webseite gebuchte Tickets problemlos herunter, wenn ich im Ticketordner einmal aktualisiere. Ganz ohne Buchungsnummer oder Name.

Ich frage mich nur immer, wieso ich auf der Webseite auswählen kann, ob ich das Handy als PDF haben möchte oder direkt in die App. Es kommt ja doch exakt auf dasselbe raus...

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

lululu, Freitag, 24.11.2017, 00:39 (vor 3050 Tagen) @ Yassakka
bearbeitet von lululu, Freitag, 24.11.2017, 00:41

Ich weiß ja nicht, was dein Navigator macht, aber meiner lädt über die Webseite gebuchte Tickets problemlos herunter, wenn ich im Ticketordner einmal aktualisiere. Ganz ohne Buchungsnummer oder Name.

Ich frage mich nur immer, wieso ich auf der Webseite auswählen kann, ob ich das Handy als PDF haben möchte oder direkt in die App. Es kommt ja doch exakt auf dasselbe raus...

Das wird wahrscheinlich daher kommen, dass bei mir Online-Ticket voreingestellt ist. Dementsprechend bekomme ich am Ende der Buchung nur einen Buchungscode + Mail mit PDF. Das müsste ich in der Tat vielleicht mal ändern :)
Das Ganze kommt allerdings daher, dass mir mal jemand gesagt hat, dass man bei Handy-Tickets, welche über einen Computer gebucht werden, keine PDF-Datei per Mail bekommt, was mir in Bezug auf z.B. eventuelle Fahrgastrechte dann doch zu blöd ist. Andere Quellen behaupten jetzt allerdings, dass man sehr wohl auch bei der Auswahl Handyticket eine PDF-Datei bekommt. Ich müsste es nochmal ausprobieren, aber so wie du schreibst, scheint das ja zu gehen.

--
Grüße

lululu

OnlineTicket und Import in den DB Navigator

Norddeich, Freitag, 24.11.2017, 01:02 (vor 3050 Tagen) @ lululu

Ich weiß ja nicht, was dein Navigator macht, aber meiner lädt über die Webseite gebuchte Tickets problemlos herunter, wenn ich im Ticketordner einmal aktualisiere. Ganz ohne Buchungsnummer oder Name.

Das wird wahrscheinlich daher kommen, dass bei mir Online-Ticket voreingestellt ist. Dementsprechend bekomme ich am Ende der Buchung nur einen Buchungscode + Mail mit PDF. Das müsste ich in der Tat vielleicht mal ändern :)

So mache ich das auch – Buchung als OnlineTicket nach Login bei www.bahn.de.
Danach öffne ich auf dem iPad den DB Navigator, gehe zu "Meine Tickets" und aktualisiere diese. Fertig.

Importieren mit Auftragsnummer und Nachname ist nur notwendig, wenn ohne meinen bahn.de-Account gebucht wurde – ich glaube, bei irgendeinem Sonderangebot war das 'mal so, könnte ltur.com gewesen sein. Oder wenn jemand anderes das Ticket ("für Dritte") gebucht hat.

OnlineTicket und Import in den DB Navigator

JoergBS, Freitag, 24.11.2017, 07:21 (vor 3050 Tagen) @ Norddeich


Importieren mit Auftragsnummer und Nachname ist nur notwendig, wenn ohne meinen bahn.de-Account gebucht wurde – ich glaube, bei irgendeinem Sonderangebot war das 'mal so, könnte ltur.com gewesen sein. Oder wenn jemand anderes das Ticket ("für Dritte") gebucht hat.

Das Importieren ist (inzwischen) immer dann notwendig, wenn sich der DB Navigator Account und der Account über den gebucht wurde unterscheiden (z.B. der Firmenaccount).

Zumindest auf Android musste ich immer das Leerzeichen hinter dem Nachnamen löschen, das der automatische Vorschlag produzierte.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

bers, Freitag, 24.11.2017, 07:23 (vor 3050 Tagen) @ Yassakka

Ich frage mich nur immer, wieso ich auf der Webseite auswählen kann, ob ich das Handy als PDF haben möchte oder direkt in die App. Es kommt ja doch exakt auf dasselbe raus...

Fast. Ein Online-Ticket kann man im Reisezentrum anscheinend öffnen und z.B. ausdrucken oder stornieren, ein Handyticket nicht. Zumindest war das die Aussage eines Reisezentrums vor gut 6 Wochen.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 24.11.2017, 08:55 (vor 3050 Tagen) @ lululu

So kann man es natürlich auch sehen. Bei Barrierefreiheit denke ich allerdings eher weniger an technische Barrieren, als an die Zugänglichkeit z.B. dieser Technik :)
Du hast natürlich schon recht, dass beim Papierticket die Abläufe einfacher sind.

Daß Du mit dem Begriff primär was anderes verbindest, ist nachvollziehbar. ;-)

Die verlorene Zeit holt der ein oder andere Fahrkartenprüfer dann dadurch raus, dass wenn er einen Langstock sieht, einem schon mehr oder weniger entgegen ruft, dass er den Schwerbehindertenausweis nicht braucht, da man ja sowieso unentgeldlich mitfahren dürfe. Das kann übrigens nicht nur das Kontrollpersonal diversester Verkehrsverbünde, sonder auch die DB-Regio im NV.

Die anzahl der E-Tickets in einem durchschnittlich besetzten Verkehrsmittel dürfte wohl die Zahl der Menschen mit Langstock bei weitem überschreiten. ;-)

Die DB-Internetseite ist eigentlich ganz gut. Da darf ich jetzt nun wirklich nicht meckern :)

Danke für dieses Feedback. Ich bin zwar auch nur Nutzer dieser Website, aber es hat mich einfach mal interessiert, ob es möglich ist, eine Gestaltung zu finden, die sowohl für die optische Benutzerführung als auch für die Sprachausgabe gut geeignet ist. Anscheinend ist das dort gelungen.

Ich kaufe meine Tickets zwar mittlerweile meistens direkt im DB-Navigator, liegt allerdings nur daran, dass das Ticket da ja sowieso hin soll und ich zu faul bin, nach dem Ticketkauf am Rechner noch Buchungscode und Nachname in die App zu füttern, wenn die App das auch selbst kann.

Wenn ich meine Fahrkarten auf bahn.de als normales Onlineticket zum Ausdrucken kaufe, bekomme ich sie trotzdem im Navigator angezeigt, ohne irgendwas eingeben zu müssen. Einfach in der Ticket-Ansicht einmal nach unten ziehen und loslassen um die Tickets neu zu laden, und schon sind sie da.

Welcher Fahrkartenautomat kann heute schon Papiersparen. Selbst die DB Automaten wollen dich bei Abholung von - durch die MSZ hinterlegten - Sitzplatzreservierungen nochmal in Papierform darauf aufmerksam machen, dass die Sitzplätze auch wirklich kostenlos waren.

Äh... ja. Natürlich nur im normalen Thermoaufdruck auf dem Papier, den man nur optisch erfassen kann. Macht Sinn...

Zu jedem Ausdruck gibt es nämlich einen Papierschnipsel auf dem der Rechnungsbetrag,sowie eine Kreditkartennummer der DB, über die wohl semtliche unentgeldlichen Reservierungen abgerechnet werden, draufsteht. Die Mitarbeiter vom Service "freuen" sich jedes mal dieses Stück Papier gleich dem nächsten Papiermülleimer zuzuführen.
Es scheint wohl billiger zu sein Unmegen Papierschnipsel auszudrucken, als der Automatensoftware einfach mal beizubringen, bei einem Rechnungsbetrag von 0€ keine Quittungen mehr zu drucken.

Mir aufgrund dieses tollen Lösung an den Kopf greifende Grüße,
der Colaholiker

--
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Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

lululu, Freitag, 24.11.2017, 12:32 (vor 3050 Tagen) @ Colaholiker

So kann man es natürlich auch sehen. Bei Barrierefreiheit denke ich allerdings eher weniger an technische Barrieren, als an die Zugänglichkeit z.B. dieser Technik :)
Du hast natürlich schon recht, dass beim Papierticket die Abläufe einfacher sind.


Daß Du mit dem Begriff primär was anderes verbindest, ist nachvollziehbar. ;-)

Die verlorene Zeit holt der ein oder andere Fahrkartenprüfer dann dadurch raus, dass wenn er einen Langstock sieht, einem schon mehr oder weniger entgegen ruft, dass er den Schwerbehindertenausweis nicht braucht, da man ja sowieso unentgeldlich mitfahren dürfe. Das kann übrigens nicht nur das Kontrollpersonal diversester Verkehrsverbünde, sonder auch die DB-Regio im NV.


Die anzahl der E-Tickets in einem durchschnittlich besetzten Verkehrsmittel dürfte wohl die Zahl der Menschen mit Langstock bei weitem überschreiten. ;-)

Selbstverständlich :)
Ich finde die Kontrollweise nur irgendwie komisch.
Einmal schauen, ob die Wertmarke gültig ist, wäre nicht verkehrt. Bei weitem nicht jeder bekommt diese Wertmarken umsonst (ok, als Blinder bekommst du sie eigentlich immer umsonst, aber ...). Da sollte man einfach auf alle mal kurz einen Blick werfen.
Gab dann auch schon Leute die in meiner nähe saßen und sich dann schon leicht aufregten, dass ich meinen Schwerbehindertenausweis + Wertmarke nicht raussuchen musste und sie wohl.

Die DB-Internetseite ist eigentlich ganz gut. Da darf ich jetzt nun wirklich nicht meckern :)


Danke für dieses Feedback. Ich bin zwar auch nur Nutzer dieser Website, aber es hat mich einfach mal interessiert, ob es möglich ist, eine Gestaltung zu finden, die sowohl für die optische Benutzerführung als auch für die Sprachausgabe gut geeignet ist. Anscheinend ist das dort gelungen.

So schwer ist das jetzt nun auch nicht :)
Überschriften müssen als solches hinterlegt bzw. erst mal vorhanden sein, um die Navigation zu erleichtern. Eingabefelder müssen richtig hinterlegt und zugewiesen sein. Wenn dann noch die Bilder nicht mit einem kryptischen Namen, sondern mit einer kurzen Beschreibung hinterlegt sind, ist schon viel getan.
Du merkst aber mittlerweile, dass Internetseiten von staatlichen Stellen oder Firmen und großen Firmen die was verkaufen wollen (DB, Lufthansa/Eurowings, Amazon, Banken, usw.), da wesentlich mehr drauf achten, als Firmen von denen du was willst (Online-Bewerbung usw.).

Ich kaufe meine Tickets zwar mittlerweile meistens direkt im DB-Navigator, liegt allerdings nur daran, dass das Ticket da ja sowieso hin soll und ich zu faul bin, nach dem Ticketkauf am Rechner noch Buchungscode und Nachname in die App zu füttern, wenn die App das auch selbst kann.


Wenn ich meine Fahrkarten auf bahn.de als normales Onlineticket zum Ausdrucken kaufe, bekomme ich sie trotzdem im Navigator angezeigt, ohne irgendwas eingeben zu müssen. Einfach in der Ticket-Ansicht einmal nach unten ziehen und loslassen um die Tickets neu zu laden, und schon sind sie da.

Ich glaube die Lösung des "Problems" habe ich mittlerweile. Ich erlaube dem Navigator nicht, dass er dauerhaft angemeldet ist und Prinzipiell jder drauf zugriff hätte. Dementsprechend kann ich dann entweder die Ticket über Buchungscode + Nachname reinladen oder ich würde mich anmelden und dann einfach aktuallisieren.

Welcher Fahrkartenautomat kann heute schon Papiersparen. Selbst die DB Automaten wollen dich bei Abholung von - durch die MSZ hinterlegten - Sitzplatzreservierungen nochmal in Papierform darauf aufmerksam machen, dass die Sitzplätze auch wirklich kostenlos waren.


Äh... ja. Natürlich nur im normalen Thermoaufdruck auf dem Papier, den man nur optisch erfassen kann. Macht Sinn...

Was denkst du denn :)
Die Servicemitarbeiter sind auch immer recht amüsiert, wenn sie diesen Papierschnipsel aus dem automaten rausholen.
Auf diesem dünnen DB-Automaten-Papier würdest du aber auch niemals Punktschrift drauf kriegen ohne es zu zerfleischen.

Zu jedem Ausdruck gibt es nämlich einen Papierschnipsel auf dem der Rechnungsbetrag,sowie eine Kreditkartennummer der DB, über die wohl semtliche unentgeldlichen Reservierungen abgerechnet werden, draufsteht. Die Mitarbeiter vom Service "freuen" sich jedes mal dieses Stück Papier gleich dem nächsten Papiermülleimer zuzuführen.
Es scheint wohl billiger zu sein Unmegen Papierschnipsel auszudrucken, als der Automatensoftware einfach mal beizubringen, bei einem Rechnungsbetrag von 0€ keine Quittungen mehr zu drucken.


Mir aufgrund dieses tollen Lösung an den Kopf greifende Grüße,
der Colaholiker

--
Grüße

lululu

Das liegt aber an DE, siehe London

Höllentalbahn, Freitag, 24.11.2017, 15:51 (vor 3050 Tagen) @ Colaholiker

Als ich in London war, habe ich auch mal eine Kontrolle in so einem roten Bus erlebt das Prüfteam war da Ratzfatz durch, scheint also eher an unserer Umsetzung zu liegen.
E-Tickets in Form von Oyster halte ich nämlich für einen echten Fortschritt.
MfG Höllentalbahn

Dafür bei der Kontrolle eine Katastrophe

Höllentalbahn, Mittwoch, 22.11.2017, 19:18 (vor 3052 Tagen) @ JanZ

Also meine neueste Zeitkarte habe ich auch elektronisch erworben da ich diese bei Verlust mir jederzeit neu ausdrucken kann.
Aber bei der Kontrolle im Zug muss der Schaffner erst auf seinem Terminal was drücken deutlich über 3 Minuten warten (er geht solange weiter und kontrolliert) bevor er mein Ticket Scannen kann.
Das kann es im Jahre 2017 halt auch nicht sein.
MfG Höllentalbahn

Dafür bei der Kontrolle eine Katastrophe

tom66, Mittwoch, 22.11.2017, 19:40 (vor 3052 Tagen) @ Höllentalbahn

Ach ich liebe in dieser Hinsicht meine Bahncard 100. Einfach nur unter die Nase halten und gut ist. Selbst dem netten Busfahrer bei der Bogestra. Kein lästiges Einlesen oder Scannen irgendwo. Noch nicht. Mal schauen was noch kommt.

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

PhilippK, Mittwoch, 22.11.2017, 16:06 (vor 3052 Tagen) @ GUM

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind da zwei unterschiedliche Plattformen im Einsatz. Handyticket ist die eine, die andere ist wohl die, auf die sich die Verkehrsbetriebe nun fokussieren. Daher kehren einige Verbünde/Anbieter dem System Handyticket den Rücken. Der VVS hat das schon 2015 gemacht (https://www.vvs.de/redaktionelle-seiten-vvsde/alt/handyticket-deutschland/), zeitgleich wohl u.a. auch Hamburg und Nürnberg.
Das führt erst mal dazu, dass jeder Verbund seine eigene App mitbringt. Die neuen Systeme sollen aber wohl kompatibel sein - die Tickets im DB Navigator sind wohl ein erster Schritt dahin.

Gruß, Philipp

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

bers, Mittwoch, 22.11.2017, 16:11 (vor 3052 Tagen) @ PhilippK

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind da zwei unterschiedliche Plattformen im Einsatz. Handyticket ist die eine, die andere ist wohl die, auf die sich die Verkehrsbetriebe nun fokussieren. Daher kehren einige Verbünde/Anbieter dem System Handyticket den Rücken. Der VVS hat das schon 2015 gemacht (https://www.vvs.de/redaktionelle-seiten-vvsde/alt/handyticket-deutschland/), zeitgleich wohl u.a. auch Hamburg und Nürnberg.
Das führt erst mal dazu, dass jeder Verbund seine eigene App mitbringt. Die neuen Systeme sollen aber wohl kompatibel sein - die Tickets im DB Navigator sind wohl ein erster Schritt dahin.

Sehr interessant. Der Link zum VVS fördert einen Standard namens IPSI zu Tage (https://oepnv.eticket-deutschland.de/produkte-und-services/ipsi/) - ist das vielleicht *der* neue Standard?

Bogestra beendet Zusammenarbeit mit "Handyticket"

Benjamin.Keller, Donnerstag, 23.11.2017, 15:17 (vor 3051 Tagen) @ PhilippK

Die neuen Systeme sollen aber wohl kompatibel sein - die Tickets im DB Navigator sind wohl ein erster Schritt dahin.

Dass man Tickets zukünftig über mehrere Kanäle bekommen kann ist ja auch nur sinnvoll. Warum sollte man nicht zum Beispiel in der car2go-App eine Fahrt für die "letzte Meile" zum Bahnhof mit einem Carsharing-Auto buchen und dann das Ticket vom Vorstadtbahnhof zum Hauptbahnhof gleich mit?

Moovel

Norddeich, Freitag, 24.11.2017, 01:08 (vor 3050 Tagen) @ Benjamin.Keller

Dass man Tickets zukünftig über mehrere Kanäle bekommen kann ist ja auch nur sinnvoll. Warum sollte man nicht zum Beispiel in der car2go-App eine Fahrt für die "letzte Meile" zum Bahnhof mit einem Carsharing-Auto buchen und dann das Ticket vom Vorstadtbahnhof zum Hauptbahnhof gleich mit?

Für den Anwendungszweck hat sich Daimler die moovel-App ausgedacht.

Moovel

Benjamin.Keller, Freitag, 24.11.2017, 15:56 (vor 3050 Tagen) @ Norddeich

Für den Anwendungszweck hat sich Daimler die moovel-App ausgedacht.

ich weiß ;)

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