Der Mittwochsbahnhof, Teil 36 (30 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 04.10.2017, 15:52 (vor 3090 Tagen)

Moin!


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Haste ist, wie der geographiekundige Eisenbahnfreund weiß, der einzige Ort im Landkreis Schaumburg-Lippe mit täglichem Reisezugverkehr in drei Richtungen. Der Intercityreisende in Fahrtrichtung Hannover -> Minden kennt es als den Bahnhof, in dem der stündliche Taktzug übers Ausweichgleis an der im Hauptgleis stehenden S-Bahn vorbeifährt (das habe ich blöderweise in der Taktlücke des Fernverkehrs fotografiert).
Der Bahnhofsname Haste (Han) ist jüngeren Datums, denn der Landkreis Grafschaft Schaumburg, in dem Haste bis zur Kreisreform 1977 lag, kam erst 1932 zur damaligen preußischen Provinz Hannover. Eingerichtet worden war er am Jahresanfang 1822 im damaligen Kurfüstentum Hessen. Haste selbst wurde 1612 erstmals erwähnt, damals lag es auf dem Territorium der Grafschaft Schaumburg. Mehr zu sagen gibt es zum Ort nicht.

Eisenbahnhistorisch haben wir es mit der Hauptstrecke von Hannover nach Minden und der Strecke Weetzen - Haste, Deisterstrecke genannt, zu tun. Letztere hat ihren Namen vom Deister, denn sie führt am Nordrand dieses Höhenzuges entlang. Die Konzession ging 1868 an Strousbergs Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft. Am 1. Mai 1872 wurde der Abschnitt von Weetzen nach Barsinghausen, am 15. August die Fortsetzung nach Haste eröffnet. Am 31. Mai 1970 wurde der elektrische Betrieb erföffnet. Im Rahmen des Baus der S-Bahn Hannover wurden die ersten neun Kilometer (von 25, von Weetzen bis Egestorf) zweigleisig ausgebaut. Bis Haste kommt von Hannover her halbstündlich die S-Bahn. Die S 1 bietet hierbei das Vergnügen, ohne Umstieg von Haste bis Haste zu fahren. Während für die Fahrten der Deisterstrecke Endstation ist, geht es auf der Hauptstrecke von Hannover kommend weiter bis Minden.
Ebenjene Strecke (Hannover - Minden) wurde am 15. Oktober 1847 eröffnet. Am 29. September 1968 wurde der elektrische Betrieb offiziell aufgenommen. Die Strecke ist ziemlich stark belastet (vier Reisezüge je Stunde und Richtung, dazu noch Einzelleistungen und der umfangreiche Güterverkehr). Ausbaupläne gibt es, aber das war es auch schon. Haste hat ein örtlich besetztes Stellwerk, das 1968 eröffnet wurde. Es zeichnet sich durch die bauliche Trennung von Bedienplatz und Technikräumen aus. Von Hannover her kommend steht es gleich hinter den Bahnsteigen links. Das Empfangsgebäude ist das erste. Schön sieht es nicht mehr aus mit seinem Schutznetz. Meine Aufnahmen entstanden am 17. August 2016.


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1 Angekommen mit der S-Bahn. Auf Gleis 2 kommt gleich die in die andere Richtung.


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2 Ansicht gen Hannover. Die beiden durchgehenden Streckengleise am Mittelbahnsteig. Gleis 4 links, da wo der IC käme, hatte mal während Bauarbeiten einen provisorischen Seitenbahnsteig. Gleis 1 hat einen dauerhaften.


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3 Somit bleibt 424 010 beim Nachschuß alleine. (In der Gegenrichtung findet die Überholung in Wunstorf statt. Da nutzt ganz prosaisch der Intercity das Durchgangsgleis).


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4 Die Ausfahrt steht ebenso wie links die S-Bahn gen Deisterstrecke.


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5 Das Empfangsgebäude ist seit Jahren sich selbst überlassen.


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6 Auf Gleis 2 ist die S-Bahn nach Haste eingefahren. Angezeigt wird Hannover. Das ist auch logisch, weil man ja schon am Endbahnhof des Zuges ist, der in 83 Minuten auch hier sein wird.


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7 Das Stellwerkshäuschen.


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8 Der Bahnübergang wurde kürzlich aufgehoben.


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9 Fußgänger nutzen den Personentunnel, der über diesen Weg erreichbar ist.


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10 Dem Tunnel sein Anfang.


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11 Untendrin zeigen sich gestalterische Unterschiede zwischen neuem (hier) und altem (da) Teil.


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12 Rampen gehen seltener kaputt als Aufzüge. Ob die Ersatzteilversorgung einfacher ist, weiß ich leider nicht.


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13 Licht und Schatten.


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14 Auch in Haste war die Post gleich am...


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15 ...Bahnhof.


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16 Bahnhof früher.


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17 Bahnhof heute.


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18 Der Güterzug ist gerade weg.


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19 Richtung Minden.


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20 Von ein wenig dichter dran. Im Vordergrund geradeaus das Verbindungsgleis zwischen der Fern- und der Deisterbahn. Gab es da eigentlich jemals planmäßige Züge?


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21 Das zweite Deisterstreckenbahnsteiggleis wurde durch Parkplätze ersetzt.


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22 Kommunalwahlkampf. Grüne und Sozialdemokraten stehen, WGN hängt.


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23 Infotafel.


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24 Der Bahnübergang von der Ortsseite.


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25 Wenn man damals die Technik übereinander gestapelt hätte, wäre der Funkmast billiger geworden.


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26 Die S-Bahn von der Deisterstrecke ist in Gestalt von 424 023 angekommen.


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27 Bahnsteigendbild.


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28 Auf Gleis 3 ist der RE aus Hannover angekommen.


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29 Am Wendepunkt der Rampe.


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30 Die P+R-Plätze sind kostenfrei benutzbar.


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Auch fürs Betrachten meiner Bahnhofsportraits ist keine Gebühr zu zahlen. Dafür müßt ihr aber mit dem Vorlieb nehmen, das ich euch vorsetze. Nächstes Mal gibt es einen Haltepunkt mit zwei Gleisen, aber ohne jeden Zug und einen Haltepunkt mit einem Gleis. Den zum Ausgleich mit Zügen, aber ohne seinen Namensgeber.


Viele Grüße
Sören

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