Fahrzeugeinsatz RE Chemnitz - Leipzig ? (Allgemeines Forum)

RhBDirk, Samstag, 02.01.2010, 21:44 (vor 6037 Tagen)

Die Frage steht ja schon im Betreff. Weiss einer Bescheid?

Fahrzeugeinsatz RE Chemnitz - Leipzig ?

ICE-T-Fan, Samstag, 02.01.2010, 21:47 (vor 6037 Tagen) @ RhBDirk

Nach wie vor BR 612, soweit ich weiß, auch wenn einer vor paar Wochen "aus den Latschen gekippt ist" ;)

Fahrzeugeinsatz RE Chemnitz - Leipzig ?

safe go, Chemnitz, Samstag, 02.01.2010, 21:48 (vor 6037 Tagen) @ RhBDirk
bearbeitet von safe go, Samstag, 02.01.2010, 21:49

BR 612 ("Schaukelzüge" - obwohl das im Moment ja nicht so ganz stimmt ;-) )

an manchen Wochenenden und zu Feiertagen auch zwei Zugpaare der Erzgebirgsbahn mit Desiros (BR 642) - eines davon von/nach Vejprty und Johanngeorgenstadt

edit: Ich sehe schon, ich war mal wieder zu langsam ...

kleine Fehlerkorrektur

safe go, Chemnitz, Samstag, 02.01.2010, 21:59 (vor 6037 Tagen) @ safe go
bearbeitet von safe go, Samstag, 02.01.2010, 22:01

Tschuldigung, muss mich korrigieren, nach Johanngeorgenstadt fährt er nur früh, also hinzu.

Und der nach Vejprty durchgebunden nach Chomutov - ich dachte, das wäre abgeschafft worden?!

Fahrzeugeinsatz RE Chemnitz - Leipzig ?

safe go, Chemnitz, Samstag, 02.01.2010, 22:34 (vor 6037 Tagen) @ safe go
bearbeitet von safe go, Samstag, 02.01.2010, 22:35

noch eine kleine Präzision:

Die WE-Verkehre sind in der Wintersaison, d.h. bis Ostern (1. Aprilwochenede) und wieder ab letztem Novemberwochende (das musste ich jetzt aber im Kursbuch nachschauen).

Fahrzeugeinsatz RE Chemnitz - Leipzig ?

Matze86, München, Samstag, 02.01.2010, 22:54 (vor 6037 Tagen) @ RhBDirk

Elektrifizierung?

Tommyboy, OWL, Samstag, 02.01.2010, 23:10 (vor 6037 Tagen) @ RhBDirk

Hallo,

ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es im ehemaligen Osten verhältnismäßig viele Strecken, auch wichtige, gibt, die nicht elektrifiziert sind. Ein gutes Beispiel wäre die Sachsen-Franken-Magistrale, wo eigens Diesel-ICE konstruiert worden sind.

Wie kommt das? Hielt es die Reichsbahn der DDR nicht für nötig das Streckennetz möglichst flächendeckend zu elektrifizieren und die DB heute immer noch nicht? Oder sprechen auf solchen Strecken wie Hof-Plauen, Chemnitz-Leipzig etc. bauliche Besonderheiten dagegen? Abgesehen von den Investitionen ist doch der elektrische Betrieb auf die Dauer erheblich wirtschaftlicher, insbesondere bei schweren Gespannen.

Von NRW kenne ich es so, dass, bis auf kleine Nebenbahnen, alles elektrisch gefahren wird, es sei denn, die Strecke hat viele Tunnel wie z.B. die Sauerlandstrecke Hagen-Bestwig-Warburg oder Eifelstrecke Köln-Gerolstein-Trier.

Gruß,
Tommyboy

--
Um die Sicherheit in den Zügen und in den Bahnhöfen zu gewährleisten, sind in Gruppen reisende Fußballfans –falls bekannt –unbedingt an das für Ihren Bereich zuständige Regionalbüro Konzernsicherheit zu melden. (Auszug aus dem VKL)

Elektrifizierung?

ICE-T-Fan, Samstag, 02.01.2010, 23:36 (vor 6037 Tagen) @ Tommyboy

Hallo,

ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es im ehemaligen Osten verhältnismäßig viele Strecken, auch wichtige, gibt, die nicht elektrifiziert sind. Ein gutes Beispiel wäre die Sachsen-Franken-Magistrale, wo eigens Diesel-ICE konstruiert worden sind.

Wie kommt das? Hielt es die Reichsbahn der DDR nicht für nötig das Streckennetz möglichst flächendeckend zu elektrifizieren und die DB heute immer noch nicht? Oder sprechen auf solchen Strecken wie Hof-Plauen, Chemnitz-Leipzig etc. bauliche Besonderheiten dagegen? Abgesehen von den Investitionen ist doch der elektrische Betrieb auf die Dauer erheblich wirtschaftlicher, insbesondere bei schweren Gespannen.

Bis zum ersten Drittel der 1990er war nicht einmal die Strecke Eisenach-Erfurt elektrifiziert, sodass in Erfurt um gespannt werden musste.

Ich denke einfach mal, dass man sich zu DDR-Zeiten einfach keine längeren Streckensperrungen leisten wollte, weil die Eisenbahn zu wichtig für den Binnenwarenverkehr war und die ganze DDR-Wirtschaft dran hing.

Darum wurden auch kaum Strecken ausgebaut und von der DR nur notdürftig repariert. Durchgehender Betrieb war halt wichtiger als Streckenausbau.

Elektrifizierung?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Sonntag, 03.01.2010, 00:30 (vor 6037 Tagen) @ Tommyboy

Wie kommt das? Hielt es die Reichsbahn der DDR nicht für nötig das Streckennetz möglichst flächendeckend zu elektrifizieren und die DB heute immer noch nicht? Oder sprechen auf solchen Strecken wie Hof-Plauen, Chemnitz-Leipzig etc. bauliche Besonderheiten dagegen? Abgesehen von den Investitionen ist doch der elektrische Betrieb auf die Dauer erheblich wirtschaftlicher, insbesondere bei schweren Gespannen.

Das große Vorteil einer nicht-elektrifizierten Strecke: man wird nicht von vereisten Oberleitungen gestört...:)

1. Die fehlende Elektrifizierung hat wohl auch mit dem großen Streckennetz zu tun. In den 20ern müßte z.B. Großbrittanien 20.000 Meilen an Strecken elektrifizieren. Das war natürlich viel zu teuer, also hatte man trotzdem für elektrische Züge gewählt, aber mit Stromschiene oder vor allem Diesel Power statt Oberleitung.
In den USA spielt das Argument noch mehr: dort sind sogar die schwersten Cargoschlangen dieselelektrisch. Amidiesel sind alleine schon mastodontisch, aber dann wird auch noch mit 3-4 Loks gefahren.
In Frankreich geht die Elektrifizierung auch mühsam voran. TER-Züge fahren dort lange Strecken mit und ohne Oberleitung, also hat man hier für Hybridtriebwagen gewählt: wenn die Fahrdraht endet, wird abgebügelt und speist man die Fahrmotoren mit einem Dieselaggregat (ähnlich wie Regio-Tram in KS).

2. Ich wage zu bezweifeln, ob auf den Dieselstrecken im Osten viele schwere Güterzüge verkehren. Die sind meistens schon elektrisch. Für Personenverkehr ist Elektrifizierung weniger notwendig, denn statt der guten alten BR 219/232 + Silberlingen verkehren jetzt vor allem Leichtbautriebwagen.

3. Freightliner (UK) hat bei General Electric eine Flotte Class 70 bestellt. Laut Hersteller sind diese (dieselelektrischen) Maschinen sogar umweltschonender als oberleitunggespeiste Elloks.

Von NRW kenne ich es so, dass, bis auf kleine Nebenbahnen, alles elektrisch gefahren wird, es sei denn, die Strecke hat viele Tunnel wie z.B. die Sauerlandstrecke Hagen-Bestwig-Warburg oder Eifelstrecke Köln-Gerolstein-Trier.

Krefeld-Kleve? Dortmund-Enschede? Euregiobahn? NRW-S 28?


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Elektrifizierung?

Dirk, Sonntag, 03.01.2010, 07:54 (vor 6036 Tagen) @ Tommyboy

Moin,
während der Teilung liefen auf Reichsbahngebiet - wie auch im Westen - die Hauptverkehrsströme in Nord-Süd Richtung. Deshalb hat die DR vordringlich diese Strecken elektrifiziert. Den Strom konnte man aus heimischer Braunkohle beziehen, während das Rohöl für die Dieselproduktion hauptsächlich aus der UdSSR importiert werden musste. Die heute wieder wichtigen Ost-West Achsen spielten im Verkehrsnetz keine so große Rolle. Vor allem bestand wohl kein (politisches) Interesse die Strecken Richtung BRD aufzumöbeln.

Elektrifizierung?

Holger2, Sonntag, 03.01.2010, 12:54 (vor 6036 Tagen) @ Dirk

Und die Antwort, warum nicht noch mehr Strecken in der DDR elektrifiziert worden sind, ist schlicht und einfach: Die hatten dafür kein Geld.

Denn ansonsten hätte das ja Sinn gemacht, Braunkohlenstrom stand ja zur Verfügung, Erdöl hingegen nicht wirklich.

Holger

Elektrifizierung?

Turbonegro, Sonntag, 03.01.2010, 13:41 (vor 6036 Tagen) @ Tommyboy

Hallo,

ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es im ehemaligen Osten verhältnismäßig viele Strecken, auch wichtige, gibt, die nicht elektrifiziert sind. Ein gutes Beispiel wäre die Sachsen-Franken-Magistrale, wo eigens Diesel-ICE konstruiert worden sind.

Wie kommt das? Hielt es die Reichsbahn der DDR nicht für nötig das Streckennetz möglichst flächendeckend zu elektrifizieren und die DB heute immer noch nicht? Oder sprechen auf solchen Strecken wie Hof-Plauen, Chemnitz-Leipzig etc. bauliche Besonderheiten dagegen? Abgesehen von den Investitionen ist doch der elektrische Betrieb auf die Dauer erheblich wirtschaftlicher, insbesondere bei schweren Gespannen.


Hey, auch wenn ich kein großer Freund der Reichsbahn bin, muss ich die Planer der Reichsbahn mal in Schutz nehmen.

Die Reichsbahn hat sehr wohl viel elektrifiziert, allerdings das, was aus damaliger politischer Sichtweise auch Sinn gemacht hat. So wurde rund um Falkenberg, Leipzig und Halle sehr viel elektrifiziert, allerdings ging das Elektrifizierungsprojekt erst in den 80er Jahren los. Davor musste man die Kriegsschäden aufarbeiten, das zweite Gleis wieder aufbauen und die Oberleitung auf den wichtigsten Linien wieder herstellen. In der ganzen DDR gab es meines wissens nach 1945 keine zweigleisig oder elektrifizierte Strecke.

Man kann froh sein, dass sich die Reichsbahnoberen zur Wiederelektrifizerung in 15 kV 16,7 Hz entschieden haben und nicht wie auch diskutiert in 25 kV, 50 Hz.

Die DDR-Regierung wird auch keine Notwendigkeit gesehen, Strecken wie Reichenbach-Plauen-Hof, Magdeburg - Marienborn oder Neudietendorf - Gerstungen zu elektrifizieren, in den Gegenden hatte der DDR-Bürger ohnehin nicht viel zu suchen. Statt dessen hin der Fahrdraht bis Arnstadt, Camburg(Saale) oder zwischen Riesa und Elsterwerda, was aus heutiger Sicht absolut keinen Sinn mehr machen mag.

Gerade an die Jüngeren von euch, man muss hier einfach mal die politsche und finanzielle Situation der DR und der DDR hernehmen und bedenken die BRD war der Klassenfeind und die DDR schon in den 80er chronisch pleite (Straußkreditit 1983). Die Reichsbahn hätte sicher gern mehr gemacht...

Grüße aus der ehem. BRD ;)

Turbonegro

Elektrifizierung DB <-> DR

Christian_S, Sonntag, 03.01.2010, 17:27 (vor 6036 Tagen) @ Turbonegro

Mein Vorredner hat schon einige richtige Ansätze genannt. Ich möchte das Thema, besonders im Vergleich zur DB, aber noch weiter vertiefen.

Es ist schlichtweg falsch, das die DR kaum Strecken elektrifiziert hat. Im Gegenteil, vor allem im Norden war die DR da wesentlich weiter als die DB. So waren fast alle wichtigen Hauptstrecken nördlich von Berlin Ende der 80er Jahre bereits elektrifiziert, so auch die Küstenstrecken bis zur Insel Rügen, während in Westdeutschland die Fahrleitung defacto nur bis Hamburg führte, nördlich, östlich und westlich davon alles Dieselstrecken waren. Das sieht man auch heute z.T. noch, auch wenn mittlerweile ja die Strecken nach Kiel, Flensburg und inzwischen auch Lübeck nun elektrisch sind.

Was die Strecken der DR weiter südlich betrifft, so hat man damals all das elektrifiziert, was als Hauptrelationen wichtig war. Dazu zählen fast sämtliche Hauptstrecken im Leipziger Raum, aber auch Dresden-Berlin, Dresden-Chemnitz-Reichenbach, die Verbindungen bis Erfurt (-Arnstadt) und Halle-Magdeburg, eben alle Hauptmagistralen - außer jenen, welche irgendwie etwas mit Transitstrecken der BRD zu tun hatten. Da wurden mit Absicht die Elektrifizierungslücken gelassen (z.B. Camburg-Probstzella, Reichenbach-Staatsgrenze bei Hof, Magdeburg-Helmstedt etc). Das war politisch auch nicht anders gewollt, die E-Netze beider Bahnen berührten sich nirgendwo.

Wäre die Wende 1989 noch nicht gekommen, wären weitere Teilstrecken elektrifiziert worden, so z.B. Erfurt-Nordhausen, Reichenbach-Plauen usw.

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