Schwarzfahren soll keine Straftat mehr sein (Fahrkarten und Angebote)

ICE4711, Freitag, 22.09.2017, 11:10 (vor 3144 Tagen)
bearbeitet von ICE4711, Freitag, 22.09.2017, 11:12

Justizminister will Schwarzfahren nicht mehr als Straftat ahnden

Tausende Menschen sitzen in Haft, weil sie ihre Strafe wegen Schwarzfahrens nicht bezahlen. Das ist teuer für den Staat. NRW will das laut einem Bericht ändern.

Weil die Unterbringung der "Schwarzfahrer-Straftäter" angeblich alleine in NRW 160 TEUR am Tag kostet, möchte man das ganze in eine Ordnungswidrigkeit ändern.
Ich halte das für einen falschen Weg, vielmehr zeigt es erneut wie lasch unser Rechtssystem ist bzw. wird. Denn im Kleinen fängt es an...

Den ganzen Artikel gibt es hier:
zeit.de (klick)

Schwarzfahrer

sflori, Freitag, 22.09.2017, 11:24 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711
bearbeitet von sflori, Freitag, 22.09.2017, 11:25

Justizminister will Schwarzfahren nicht mehr als Straftat ahnden

Wer fährt am ehesten so oft schwarz, dass es strafrechtlich relevant wird? Der, der sich kein Ticket leisten kann. Und der kann dann natürlich auch keine Strafe zahlen. Das ist definitiv ein Problem. Wie will man diese Zielgruppe sinnvoll bestrafen?

Wenn man jedoch den Straftatbestand aufhebt, werden auch die schwarzfahren, die bislang aufgrund des Straftatbestands abgeschreckt wurden.


Bye. Flo.

Schwarzfahrer

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 22.09.2017, 11:30 (vor 3144 Tagen) @ sflori

Wer fährt am ehesten so oft schwarz, dass es strafrechtlich relevant wird? Der, der sich kein Ticket leisten kann. Und der kann dann natürlich auch keine Strafe zahlen. Das ist definitiv ein Problem. Wie will man diese Zielgruppe sinnvoll bestrafen?

Einfache Lösung: Arbeitsstunden. Züge schrubben, Stationen schrubben, Graffiti entfernen (wenn nötig eben auch nachts in der Betriebspause, wenn man sonst nicht sicher dran kommt), festgetretene Kaugummis loskratzen, Tätigkeiten gibt es viele. Eine Person, die eine Gruppe beaufsichtigt, kostet sicher weniger als drei bis vier Putzkräfte, und wenn mal 20 Schwarzfahrer ordentlich schrubben müssen, dürfte mehr Leistung bei raus kommen. Und so manch einen dürfte der Gedanke, die nächsten Nächte das Putzequipment zu schwingen mehr abschrecken als der Gedanke, die nächsten Wochen im warmen halbwegs bequemen Knast verbringen zu müssen.

Kreativ seiende Grüße,
der Colaholiker

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Danke / +1

Magrathea, NRW, Freitag, 22.09.2017, 11:38 (vor 3144 Tagen) @ Colaholiker

- kein Text -

Schwarzfahrer

Ösi, Freitag, 22.09.2017, 12:41 (vor 3144 Tagen) @ sflori

60 Euro oder doppelter Fahrpreis reicht als Abschreckung, denke ich. Es muss nicht jede Kleinigkeit zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Schwarzfahrer

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 22.09.2017, 12:46 (vor 3144 Tagen) @ Ösi

60 Euro oder doppelter Fahrpreis reicht als Abschreckung, denke ich. Es muss nicht jede Kleinigkeit zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.

Deshalb gibt es auch keine Schwarzfahrer mehr, weil das so umfassend abschreckt. Verstehe.

Irgendwie gerade in der falschen Realität seiende Grüße,
der Colaholiker

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Schwarzfahrer

Ösi, Freitag, 22.09.2017, 12:50 (vor 3144 Tagen) @ Colaholiker

Und wenn man die Todesstrafe für Schwarzfahren einführen würde: Es würde noch Schwarzfahrer geben.

Schwarzfahrer

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 22.09.2017, 13:17 (vor 3144 Tagen) @ Ösi

Wenn selbst das nicht hilft, wie kann dann popelige 60 Euro als Abschreckung reichen?

Nicht verstehende Grüße,
der Colaholiker

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Schwarzfahrer

Ösi, Freitag, 22.09.2017, 13:24 (vor 3144 Tagen) @ Colaholiker

Ich denke, dass der Teil der potenziellen Schwarzfahrer, der von 60 Euro abgeschreckt wird, ungefähr so groß ist wie der Teil der potenziellen Schwarzfahrer, der von einem Strafverfahren abgeschreckt wird. Also reicht das mildere Mittel, Restkriminalität wird in einem freien, demokratischen Rechtsstaat immer bleiben.

Schwarzfahrer

musicus, Freitag, 22.09.2017, 13:30 (vor 3144 Tagen) @ Colaholiker

Wenn selbst das nicht hilft, wie kann dann popelige 60 Euro als Abschreckung reichen?

Gar nicht. Ordnungswidrigkeiten und Straftaten sind nicht zu verhindern. Das konkrete Strafmaß spielt dabei eine sekundäre Rolle.

Schwarzfahren soll keine Straftat mehr sein

musicus, Freitag, 22.09.2017, 11:41 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711

Weil die Unterbringung der "Schwarzfahrer-Straftäter" angeblich alleine in NRW 160 TEUR am Tag kostet, möchte man das ganze in eine Ordnungswidrigkeit ändern.

Warum nicht? Die wirklich abschreckende Wirkung dürfte ja i.d.R. die Höhe des drohenden Bußgeldes haben, weniger der Umstand, dass es sich um ein strafbewehrtes Vergehen handelt, dass bei Erst-/Einmaltätern ohnehin in den wenigsten Fällen zur Verurteilung führt.
Falls die Rechnung stimmen sollte, steckt da ja ein theoretisches Sparpotential von über 50 Mio. € drin.

Ich halte das für einen falschen Weg

Eine Begründung wäre schön gewesen.

vielmehr zeigt es erneut wie lasch unser Rechtssystem ist

Noch ist Beförderungserschleichung eine Straftat.

bzw. wird.

Spekulation. Was ist diesbezüglich bereits beschlossen?

Denn im Kleinen fängt es an...

*wirwerdenallesterben*

Gut und schlecht

462 001, Taunus, Freitag, 22.09.2017, 11:42 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711

Ich halte das für einen falschen Weg, vielmehr zeigt es erneut wie lasch unser Rechtssystem ist bzw. wird. Denn im Kleinen fängt es an...

Die Justiz ist lasch, das stimmt. Erlebe ich bei meinem Job fast täglich... Meistens wird ein wenig "Du, du du!" gesagt und das wars.

Wobei aber bei einer Umwandlung in eine Ordnungswidrigkeit zumindest die Durchsetzungsquote besser wird, denn das OWiG ist das härteste Gesetz. Da zählt auch keine schwere Kindheit.

Und so ganz nebenbei, auch wegen Ordnungswidrigkeiten kann man in den Knast kommen, wenn man die Strafe(n) nicht zahlt.

--
Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1627
- Euro. Ausland: 717

Klingt gut

kater_k, BBRN, Freitag, 22.09.2017, 12:13 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711

Praktizieren andere Länder ja auch so. Allerdings scheint mir eine "Politik der harten Hand" im Moment deutlich stärker nachgefragt zu sein (man kann das besorgte Volk™ ja beinahe schon "Kuscheljustiz" schreien hören), weshalb ich da leider keine Chancen für die Umsetzung sehe. Egal, wie sinnvoll diese Maßnahme aus vielerlei Hinsicht wäre.

Klingt gut

musicus, Freitag, 22.09.2017, 12:17 (vor 3144 Tagen) @ kater_k

Allerdings scheint mir eine "Politik der harten Hand" im Moment deutlich stärker nachgefragt zu sein (man kann das besorgte Volk™ ja beinahe schon "Kuscheljustiz" schreien hören), weshalb ich da leider keine Chancen für die Umsetzung sehe. Egal, wie sinnvoll diese Maßnahme aus vielerlei Hinsicht wäre.

Zum einen das - zum anderern auch Lobbyismus.
Unter den Kommentaren des verlinkten Artikels findet sich auch dieser, mMn recht sinnvolle Einwurf:
"Man könnte auch einfach das erhöhte Beförderungsentgelt komplett gegen ein Bußgeld in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren ersetzen (meinetwegen dann in gleicher Summe die Zuschüsse zum ÖPNV erhöhen, damit die Verkehrsunternehmen auch was davon haben) und dann könnte man nämlich im Rahmen des Ermessens bei "Wiederholungstätern" die Beträge nach oben staffeln. Man fängt meinetwegen auch total klein an, beim ersten Schwarzfahren überhaupt fallen nur die Verwaltungsgebühren für das Ordnungswidrigkeitsverfahren an, beim zweiten Mal sind es schon 60 € und ab dann verdoppelt es sich mit jedem Mal bis zu einem Höchstbetrag von z. B. 5.000 €. Abgesehen von einigen weltfremden Anarchos kann ja in der Tat keiner wollen, dass Schwarzfahren folgenlos bleibt. Aber es hat im Strafrecht nichts verloren. Wesentlich gröbere Verfehlungen, die zB auch richtig Menschenleben potentiell gefährden (zB mit 50 durch die Spielstraße heizen), im Verkehrsrecht werden mit Geldbußen als Ordnungswidrigkeit geahndet, aber eine "opferlose Verfehlung", die lediglich die finanzielle Funktionsfähigkeit des ÖPNV untergräbt wenn sich viele Leute so verhalten würden, soll eine Straftat sein? Das stand für mich schon immer in einem groben Mißverhältnis."

Klingt gut

kater_k, BBRN, Freitag, 22.09.2017, 12:36 (vor 3144 Tagen) @ musicus

Zum einen das - zum anderern auch Lobbyismus.
Unter den Kommentaren des verlinkten Artikels findet sich auch dieser, mMn recht sinnvolle Einwurf:
"Man könnte auch einfach das erhöhte Beförderungsentgelt komplett gegen ein Bußgeld in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren ersetzen (meinetwegen dann in gleicher Summe die Zuschüsse zum ÖPNV erhöhen, damit die Verkehrsunternehmen auch was davon haben) und dann könnte man nämlich im Rahmen des Ermessens bei "Wiederholungstätern" die Beträge nach oben staffeln. Man fängt meinetwegen auch total klein an, beim ersten Schwarzfahren überhaupt fallen nur die Verwaltungsgebühren für das Ordnungswidrigkeitsverfahren an, beim zweiten Mal sind es schon 60 € und ab dann verdoppelt es sich mit jedem Mal bis zu einem Höchstbetrag von z. B. 5.000 €. Abgesehen von einigen weltfremden Anarchos kann ja in der Tat keiner wollen, dass Schwarzfahren folgenlos bleibt. Aber es hat im Strafrecht nichts verloren. Wesentlich gröbere Verfehlungen, die zB auch richtig Menschenleben potentiell gefährden (zB mit 50 durch die Spielstraße heizen), im Verkehrsrecht werden mit Geldbußen als Ordnungswidrigkeit geahndet, aber eine "opferlose Verfehlung", die lediglich die finanzielle Funktionsfähigkeit des ÖPNV untergräbt wenn sich viele Leute so verhalten würden, soll eine Straftat sein? Das stand für mich schon immer in einem groben Mißverhältnis."

Ja, den Kommentar habe ich auch gelesen und kann in der Sache zum gegenwärtigen Zeitpunkt zustimmen - auch wenn ich mir als "weltfremder Anarcho" irgendwann einen komplett steurfinanzierten Nahverkehr wünsche. Zumindest im gegenwärtigen Ticket-Modell würde wohl auch ein Bußgeld nach dem OWiG diejenigen Schwarzfahrer, die sich eigentlich ein Ticket leisten können, ebenso abschrecken wie eine Strafe aus dem StGB.

Klingt gut

musicus, Freitag, 22.09.2017, 13:28 (vor 3144 Tagen) @ kater_k

naja, an den Details des Wortlautes wollte ich mich nun nicht aufhängen - auch ich sehe Schieneninfrastruktur als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Ich habe den Text absichtlich nur mit Minimalkommentar versehen, gerade das dargestellte Missverhältnis zwischen bestimmten Straftaten und bestimmten Ordnungswidrigkeiten fand ich aber schön herausgearbeitet.

Hallo weltfremder Anarcho...

Armchair traveller, Freitag, 22.09.2017, 15:25 (vor 3144 Tagen) @ kater_k

...wenn es komplett steuerfinanziert wäre, dann wäre die kostenlose Nutzung ja auch nicht anarchisch. Also doch kein weltfremder Anarcho. Und so völlig abwägig ist das ja nicht, wird zumindest in Berlin ja auch immer mal wieder (folgenlos) diskutiert.

Guter Punkt

kater_k, BBRN, Freitag, 22.09.2017, 21:35 (vor 3144 Tagen) @ Armchair traveller

...wenn es komplett steuerfinanziert wäre, dann wäre die kostenlose Nutzung ja auch nicht anarchisch. Also doch kein weltfremder Anarcho. Und so völlig abwägig ist das ja nicht, wird zumindest in Berlin ja auch immer mal wieder (folgenlos) diskutiert.

Ich höre dann wieder auf, mich als Anarcho zu fühlen :)

Die Büchse des Biesenbach - geht nie mehr zu

GUM, Freitag, 22.09.2017, 15:26 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711
bearbeitet von GUM, Freitag, 22.09.2017, 15:26

Danke für die bedenkliche Nachricht und den Link.

Die Menschen, die so etwas fordern, die sollen genau aufpassen: Die Gewalt der Schwarzfahrer wird weiter zunehmen. Denn mit dem Argument, dass es ja keine Straftat mehr wäre, kann der Zub den "Nicht-mehr-Täter" auch nicht mehr bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig festnehmen. Damit wird die Abwärtsspirale der Moral weiter gedreht.

Der Ordnungswidrigkeitenbegeher kann frech werden, die ehrlichen Fahrgäste beschimpfen. Eine Öffentlichkeitsfahndung der Videoaufnahmen ist ja dann auch nicht mehr möglich, weil diese Aufnahmen ja erst bei Straftaten ab einer bestimmten Schwelle angesehen und veröffentlicht werden dürfen.

Damit wird also die Büchse des Biesenbach geöffnet.

Ich rate ab und verwende dafür den Begriff der Kuscheljustiz, obwohl dieser sehr oft verunglimpft wird.

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Trollalarm wegen geballten Unsinns wurde ausgelöst

musicus, Freitag, 22.09.2017, 15:47 (vor 3144 Tagen) @ GUM
bearbeitet von musicus, Freitag, 22.09.2017, 15:52

Die Menschen, die so etwas fordern, die sollen genau aufpassen: Die Gewalt der Schwarzfahrer wird weiter zunehmen.

"Schwarzfahren" ist kein Gewaltdelikt. Ich bitte dich im Sinne des Diskussionstons im Forum um eine sachlichere Wortwahl.

Denn mit dem Argument, dass es ja keine Straftat mehr wäre, kann der Zub den "Nicht-mehr-Täter" auch nicht mehr bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig festnehmen.

De facto kann er das genauso gut wie jetzt bereits auch. Der Unterschied besteht bloß de iure.

Damit wird die Abwärtsspirale der Moral weiter gedreht.

Moral hat mit Gesetzen im Allgemeinen und Festnahmen oder anderen Maßnahmen des unmittelbaren Zwangs im Besonderen nichts zu tun.

Der Ordnungswidrigkeitenbegeher kann frech werden, die ehrlichen Fahrgäste beschimpfen.

Das steht jedem Fahrgast offen und ist vom Besitz eines Fahrscheins und/oder der Begehung einer Ordnungswidrigkeit und/oder einer Straftat gänzlich unabhängig.

Eine Öffentlichkeitsfahndung der Videoaufnahmen ist ja dann auch nicht mehr möglich, weil diese Aufnahmen ja erst bei Straftaten ab einer bestimmten Schwelle angesehen und veröffentlicht werden dürfen.

Und wo liegt da der Unterschied zum Status quo? Ich bitte um aussagekräftige Belege von Video-Öffentlichkeitsfahndungen wegen Schwarzfahrens in belastbarem Umfang!

Damit wird also die Büchse des Biesenbach geöffnet.

Prost!

Ich rate ab und verwende dafür den Begriff der Kuscheljustiz, obwohl dieser sehr oft verunglimpft wird.

Gesetzentwürfe bzw. Reformvorschläge und das was die exekutierende Justiz mit bestehenden oder künftigen Gesetzen und Verordnungen praktisch anfangen sind abermals zwei paar Schuhe und bezogen auf eine künftige, potentiell abweichende Rechtsnorm ist dein Einwurf blanke, polemisierende Spekulation. Ich bitte dich im Sinne des Diskussionstons im Forum um eine sachlichere Wortwahl.

Fehlercode: 0815, Unberechtigter Trollalarm entdeckt

GUM, Freitag, 22.09.2017, 16:15 (vor 3144 Tagen) @ musicus

- kein Text -

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Fehlercode: GUM

musicus, Freitag, 22.09.2017, 16:34 (vor 3144 Tagen) @ GUM
bearbeitet von musicus, Freitag, 22.09.2017, 16:39

Solange du keine inhaltliche Erwiderung zustandebringst, bleibt der Trollalarm aktiv!

Na, na, na ...

Garfield_1905, Freitag, 22.09.2017, 18:08 (vor 3144 Tagen) @ musicus
bearbeitet von Garfield_1905, Freitag, 22.09.2017, 18:10

Die Menschen, die so etwas fordern, die sollen genau aufpassen: Die Gewalt der Schwarzfahrer wird weiter zunehmen.

"Schwarzfahren" ist kein Gewaltdelikt. Ich bitte dich im Sinne des Diskussionstons im Forum um eine sachlichere Wortwahl.

Nur der Ordnung halber: Natürlich ist das 'Schwarzfahren' selber kein Gewaltdelikt, das hat aber, glaube ich, so auch niemand behauptet.

Gefühlt aber ist die Gewaltbereitschaft bei 'Schwarzfahrern' deutlich gestiegen, wie ich seit Wochen und Monaten bei uns beobachten muß. Gerade gestern hat wieder ein Zug über 30 Minuten Verspätung erhalten, weil ein 'Schwarzfahrer' unseren Fahrgastbetreuer körperlich angegangen ist, vorsichtig formuliert. Andere Fahrgäste und letztlich die Landes-Polizei haben offenbar eine handfeste Schlägerei verhindert. Solche und ähnliche Beispiele könnte ich Dir inzwischen leider gehäuft erzählen.

Ob 'Schwarzfahren' nun weiter als 'Straftat' oder zukünftig als 'Ordnungswidrigkeit' zu betrachten ist, hilft in der Sache, glaube ich, nicht viel weiter. Das 'Schwarzfahren' selber wird man so oder so nicht eindämmen, m.E. auch nicht z.B. mit höherem Bußgeld, da die Beteiligten dies in aller Regel so oder so nicht bezahlen können. Was könnte helfen ? Weiß ich, ehrlich gesagt, auch nicht. Gegen die Gewalt aber muß mit aller Härte eingegriffen werden !

Na, na, na ...

musicus, Freitag, 22.09.2017, 18:25 (vor 3144 Tagen) @ Garfield_1905

Die Menschen, die so etwas fordern, die sollen genau aufpassen: Die Gewalt der Schwarzfahrer wird weiter zunehmen.

"Schwarzfahren" ist kein Gewaltdelikt. Ich bitte dich im Sinne des Diskussionstons im Forum um eine sachlichere Wortwahl.

Nur der Ordnung halber: Natürlich ist das 'Schwarzfahren' selber kein Gewaltdelikt, das hat aber, glaube ich, so auch niemand behauptet.

Ich bitte um genaue Lektüre von GUMs Wortmeldung. Schwarzfahren und Gewaltdelikte im selben Atemzug in die Debatte einzuführen und eine kausale Abhängigkeit von Gewalt von der juristischen Handhabe des Schwarzfahrens zu unterstellen, finde ich eben reichlich daneben.

Gefühlt aber ist die Gewaltbereitschaft bei 'Schwarzfahrern' deutlich gestiegen, wie ich seit Wochen und Monaten bei uns beobachten muß.

Nur bei Schwarzfahrern? Alle Fußballfans sind friedlich? Gefühlt?

Gerade gestern hat wieder ein Zug über 30 Minuten Verspätung erhalten, weil ein 'Schwarzfahrer' unseren Fahrgastbetreuer körperlich angegangen ist, vorsichtig formuliert. Andere Fahrgäste und letztlich die Landes-Polizei haben offenbar eine handfeste Schlägerei verhindert. Solche und ähnliche Beispiele könnte ich Dir inzwischen leider gehäuft erzählen.

Und welchen Unterschied macht es da, ob Schwarzfahren nun eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit darstellt?

Ob 'Schwarzfahren' nun weiter als 'Straftat' oder zukünftig als 'Ordnungswidrigkeit' zu betrachten ist, hilft in der Sache, glaube ich, nicht viel weiter.

Eben. Doch genau um diese Frage geht es in diesem Thread - und eben nicht um Gewalt oder Gewaltbereitschaft. Deswegen halte ich die Vermischung der beiden Themenbereiche - wie von GUM vorgenommen - für störend.

Das 'Schwarzfahren' selber wird man so oder so nicht eindämmen, m.E. auch nicht z.B. mit höherem Bußgeld, da die Beteiligten dies in aller Regel so oder so nicht bezahlen können. Was könnte helfen ? Weiß ich, ehrlich gesagt, auch nicht.

Hier stimme ich dir zu, habe mich im Beitragsbaum bereits in eine ähnliche Richtung geäußert.

Gegen die Gewalt aber muß mit aller Härte eingegriffen werden !

Ja. Keine Toleranz gegenüber Gewalttaten!
Und: Themen bitte nicht mischen - egal ob geschüttelt oder gerührt.

Na, na, na ...

Garfield_1905, Freitag, 22.09.2017, 19:12 (vor 3144 Tagen) @ musicus

Gefühlt aber ist die Gewaltbereitschaft bei 'Schwarzfahrern' deutlich gestiegen, wie ich seit Wochen und Monaten bei uns beobachten muß.

Nur bei Schwarzfahrern? Alle Fußballfans sind friedlich? Gefühlt?

Alle Fußballfans sind nicht friedlich, aber die weitaus überwiegende Anzahl. Aber das ist wirklich ein anderes Thema und auch hier im Forum schon häufig diskutiert.

'Gefühlt' deshalb, weil ich bezügl. der Übergriffe keine Statistik führe, aber für mein 'Gefühl' (übrigens nicht nur für meins ...) hat das im Zusammenhang mit 'Schwarzfahrern' deutlich zugenommen. Mag sein, das das Unternehmen dazu Statistiken führt. Die sind mir aber nicht bekannt und selbst wenn, wäre das eine Sache der Pressestelle, diese Statistiken ggfs. zu veröffentlichen.

Gerade gestern hat wieder ein Zug über 30 Minuten Verspätung erhalten, weil ein 'Schwarzfahrer' unseren Fahrgastbetreuer körperlich angegangen ist, vorsichtig formuliert. Andere Fahrgäste und letztlich die Landes-Polizei haben offenbar eine handfeste Schlägerei verhindert. Solche und ähnliche Beispiele könnte ich Dir inzwischen leider gehäuft erzählen.

Und welchen Unterschied macht es da, ob Schwarzfahren nun eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit darstellt?

Natürlich macht das in diesem Zusammenhang keinen Unterschied. Das habe ich aber auch nicht behauptet.

Ob 'Schwarzfahren' nun weiter als 'Straftat' oder zukünftig als 'Ordnungswidrigkeit' zu betrachten ist, hilft in der Sache, glaube ich, nicht viel weiter.

Eben. Doch genau um diese Frage geht es in diesem Thread - und eben nicht um Gewalt oder Gewaltbereitschaft. Deswegen halte ich die Vermischung der beiden Themenbereiche - wie von GUM vorgenommen - für störend.

Da bin ich nicht Deiner Meinung, denn die Gewalt resultiert hierbei aus dem 'Schwarzfahren'. Insofern gehört das durchaus insgesamt zum Thema, jedenfalls meimer Meinung nach und danach richte ich mich bei meinen Beiträgen.

Andere Gewalttaten im Bahnbetrieb, z.B. wie bei uns geschehen Steinwürfe gegen den Lokführer, gehören in eine andere Kategorie, da gebe ich Dir Recht. Gilt übrigens auch für Fußballfans ...

Und: Themen bitte nicht mischen - egal ob geschüttelt oder gerührt.

Wie gesagt, ich habe nichts gemischt, dazu siehe oben.

Na, na, na ...

musicus, Freitag, 22.09.2017, 19:24 (vor 3144 Tagen) @ Garfield_1905
bearbeitet von musicus, Freitag, 22.09.2017, 19:24

Da bin ich nicht Deiner Meinung, denn die Gewalt resultiert hierbei aus dem 'Schwarzfahren'. Insofern gehört das durchaus insgesamt zum Thema, jedenfalls meimer Meinung nach und danach richte ich mich bei meinen Beiträgen.

Peripher mag das das Thema streifen. Aber die Gewalt von Schwarzfahrern wird durch die Frage, wie man Schwarzfahren sanktioniert nicht verursacht oder beeinflusst. Und genau gegen diese Verquickung, die GUM vorgenommen hat, habe ich mich gewandt und so deinen Widerspruch hervorgerufen.
Ob man Schwarzfahren selbst als Straftat oder Ordnungswidrigkeit behandelt hat mit Gewalt ebensowenig zu tun wie Gewalt oder Gewaltbereitschaft davon abhingen ob man Schwarzfahrer ist oder nicht.

GUM lacht sich ob seiner gelungenen Trollerei wahrscheinlich gerade tot.

Die Büchse des Biesenbach - geht nie mehr zu - Unsinn

Quasar, Freitag, 22.09.2017, 16:25 (vor 3144 Tagen) @ GUM
bearbeitet von Quasar, Freitag, 22.09.2017, 16:27

Danke für die bedenkliche Nachricht und den Link.

Die Menschen, die so etwas fordern, die sollen genau aufpassen: Die Gewalt der Schwarzfahrer wird weiter zunehmen. Denn mit dem Argument, dass es ja keine Straftat mehr wäre, kann der Zub den "Nicht-mehr-Täter" auch nicht mehr bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig festnehmen. Damit wird die Abwärtsspirale der Moral weiter gedreht.

Der Ordnungswidrigkeitenbegeher kann frech werden, die ehrlichen Fahrgäste beschimpfen. Eine Öffentlichkeitsfahndung der Videoaufnahmen ist ja dann auch nicht mehr möglich, weil diese Aufnahmen ja erst bei Straftaten ab einer bestimmten Schwelle angesehen und veröffentlicht werden dürfen.

Damit wird also die Büchse des Biesenbach geöffnet.

Ich rate ab und verwende dafür den Begriff der Kuscheljustiz, obwohl dieser sehr oft verunglimpft wird.

In welcher Welt lebst du denn? Deine unverwechselbar-moralisierende Art ist eher ein Nervfaktor, als das sie wirklich zum Thema beiträgt. Dieser theologisch angehauchte Geist mit dem "Habt-euch-alle-Lieb" verträgt sich nicht mit deinem verschwörungstheoretisch angehauchten Bedenken.

Mit deinen Bedenken und Forderungen stehst du noch über den CSU Granten Hermann und seinem Handlanger de Maizière. Wenn das dein Ziel ist: Abschnallen und die Aussicht genießen....

Substanz, bitte!

GUM, Freitag, 22.09.2017, 16:29 (vor 3144 Tagen) @ Quasar

In welcher Welt lebst du denn? Deine unverwechselbar-moralisierende Art ist eher ein Nervfaktor, als das sie wirklich zum Thema beiträgt. Dieser theologisch angehauchte Geist mit dem "Habt-euch-alle-Lieb" verträgt sich nicht mit deinem verschwörungstheoretisch angehauchten Bedenken.

Lieber Quasar,

ich finde leider keine Verschwörungstheorie in meinem Beitrag. Es ist vielmehr so und leider bewiesene Tatsache, dass die Entkrimninalisierung von Taten nicht dazu beiträgt die öffentliche Ordnung nachhaltig zu stabilisieren.

Das kann Dir jeder Ladenbesitzer in klaugefährdeten Gebieten bestätigen. Die ohnehin geringen Strafen für Ladendiebstahl oder Leistungserschleichung heute sind nicht abschreckend.

Wird dann Schwarzfahren wie Falsch parken, dann brechen alle Dämme.

Die Einnahmenausfälle werden erheblich sein, weil die Verkehrsbetriebe auch nicht mal mehr eine moralische Handhabe haben.

Dies bitte ich zu berücksichtigen.

--
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Substanz, bitte! Genau!

Benjamin.Keller, Freitag, 22.09.2017, 18:30 (vor 3144 Tagen) @ GUM
bearbeitet von Benjamin.Keller, Freitag, 22.09.2017, 18:32

Es ist vielmehr so und leider bewiesene Tatsache, dass die Entkrimninalisierung von Taten nicht dazu beiträgt die öffentliche Ordnung nachhaltig zu stabilisieren.

Da würde ich die "Beweise" ja gerne mal sehen.


Und schade, dass du immer nach Ausgewogenheit und Substanz rufst, aber dann immer der erste bist, der Provoziert und undifferenziert und schwafelig Herumlamentiert. Heute hat man mal wieder das Gefühl, dass sich da im GUMmiballon so viel heiße Luft aufgebaut hat, dass sie quietschend und unter Druck ganz dringend mal entweichen muss.

Ich weiß auch nicht, was die beste Lösung im Umgang mit Schwarzfahren ist und was das richtige Maß zwischen den Polen "ausreichend ernst nehmen" und "überreagieren" ist. Aber es ist kein Beitrag zu einer um Erkenntnis bemühten Diskussion, mit einem diffamierenden Kampfbegriff wie "Kuscheljustiz" in eine Diskussion zu starten. In einem inhaltlich anders gelagerten Forum, das ich mit Freunden führe, löschen wir solche Postings, weil sie erkennbar nicht an Erkenntnis interessiert sind.

Die Gewalt der Schwarzfahrer wird weiter zunehmen. Denn mit dem Argument, dass es ja keine Straftat mehr wäre, kann der Zub den "Nicht-mehr-Täter" auch nicht mehr bis zum Eintreffen der Polizei vorläufig festnehmen. Damit wird die Abwärtsspirale der Moral weiter gedreht.

Kein ZUB hat das Recht, einen "Täter" "festzunehmen". Und jede Form von Gewalt ist sowieso strafrechtlich relevant, vollkommen egal wie Schwarzfahren bewertet wird.

Substanz, bitte! Genau!

musicus, Freitag, 22.09.2017, 18:40 (vor 3144 Tagen) @ Benjamin.Keller
bearbeitet von musicus, Freitag, 22.09.2017, 18:41

Kein ZUB hat das Recht, einen "Täter" "festzunehmen".

Doch, das Recht zur "Jedermann-Festnahme" nach § 127 StPO steht auch dem ZuB/KiN zu.

Klingt sinnvoll

telemaxx, Bremen, Hannover, Freitag, 22.09.2017, 16:20 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711

Wenn die Schwarzfahrer im Knast soviele Kosten verursachen, klingt das sinnvoll. Meiner Meinung nach ist Schwarzfahren ein Vergehen wie Parken ohne zu Bezahlen. Also sollte es auch etwa gleich behandelt werden. (Mal abgesehen davon, dass Falschparken 10-15 Euro kostet, das kann auch gerne deutlich teurer werden.)

...oder es einfach unmöglich machen schwarz zu fahren?

ice_pendler, Freitag, 22.09.2017, 17:30 (vor 3144 Tagen) @ ICE4711
bearbeitet von ice_pendler, Freitag, 22.09.2017, 17:30


Den ganzen Artikel gibt es hier:
zeit.de (klick)


Wenn man bedenkt, dass Deutschland 2016 für den ÖPNV 25 Mrd Euro ausgegeben hat (quelle) und der Finazminister gerade die Schuldenlast um 60 Milliarden gesenkt hat (quelle):

Würde man für den ÖPNV kein Entgelt mehr verlangen, könnte auch keiner mehr schwarz fahren.

Gut, man müsste dann eine Zweitverwendung für die armen arbeitslosen Kontrolleure suchen...

...oder es einfach unmöglich machen schwarz zu fahren?

superkolbi, Aschaffenburg, Freitag, 22.09.2017, 20:00 (vor 3144 Tagen) @ ice_pendler

Würde man für den ÖPNV kein Entgelt mehr verlangen, könnte auch keiner mehr schwarz fahren.

Es gibt Parteien, die fordern dies. Allerdings ist der ÖPNV zu Kernzeiten schon überlastet, die Kapazitäten für mehr Fahrgäste fehlen leider.

...oder es einfach unmöglich machen schwarz zu fahren?

kater_k, BBRN, Freitag, 22.09.2017, 21:33 (vor 3144 Tagen) @ superkolbi

Es gibt Parteien, die fordern dies. Allerdings ist der ÖPNV zu Kernzeiten schon überlastet, die Kapazitäten für mehr Fahrgäste fehlen leider.

Nun ja, wohl niemand würde ein solches Modell wohl sofort und flächendeckend ausrollen wollen.

Nicht noch mehr Zwangs-"Beglückung"!

Blaschke, Freitag, 22.09.2017, 22:25 (vor 3144 Tagen) @ ice_pendler

Hallo.

Mir reichen schon GEZ und die Sozialversicherung.

Und wenn der Anbieter nicht um Kunden kämpfen muß, wird die Angebotsqualität noch viel katastrophaler als derzeit.

Sollte man allerdings, um Gerechtigkeit zwischen den Verkehrsmitteln herzustellen, auch das Sprittanken kostenlos ermöglicht ...

Und innerdeutsche Flüge müßten natürlich auch gratis sein ...


Schöne Grüße von

jörg

Au ja! GEZ weg, dafür kostenloser ÖPNV

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Freitag, 22.09.2017, 22:49 (vor 3144 Tagen) @ Blaschke

Dass die Gleichstellung mit innerdeutschem Flugverkehr und kostenlosem Tanken an den Haaren herbeigezogen ist, muss ich dir wohl eher nicht erklären.

Ersteres ja, zweiteres nein.

Blaschke, Samstag, 23.09.2017, 07:00 (vor 3143 Tagen) @ Paladin

Dass die Gleichstellung mit innerdeutschem Flugverkehr und kostenlosem Tanken an den Haaren herbeigezogen ist, muss ich dir wohl eher nicht erklären.

Doch, wäre ganz nett.

Entweder gibt es das Grundrecht auf Mobilität oder nicht. Im letzteren Falle hat sich das Thema erübrigt. Im ersteren Falle kann man dann ja mal fragen, warum dann derzeit nur Nahverkehr bezuschusst wird und nicht Fernverkehr. Und warum nur Bus und Bahn. Warum keine Taxis. Warum keine Fahrräder. Warum keine Autos. Weil es schon immer irgendwie so war!? Und warum soll das dann nur auf Bahn-Fernverkehr erweitert werden? Was ist mit dem Fernbus? Nicht umsonst? Warum nicht?

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