Reisebericht Schweden (Teil 1/4 - Anreise) (Reiseberichte)

DG, Freitag, 01.09.2017, 21:35 (vor 3130 Tagen)

In diesem Sommer hatte ich drei Wochen Urlaub. Da ich schon gar nicht der Typ bin, der diese ungenutzt verstreichen lässt, und zudem immer gerne Neues entdecke, sollte es eine knappe Woche nach Stockholm gehen. In Schweden war ich bisher noch gar nicht, und Stockholm als Hauptstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten schien geeignet.
Dieser Reisebericht in vier Teilen (Anreise - 2x Aufenthalt (ohne großen Bahnbezug) - Abreise) berichtet davon. Alle Bilder sind mit dem Smartphone entstanden, was man teilweise merkt, ich habe mich aber bemüht, nur recht gute Bilder zu verwenden.
Es gilt zudem wie immer: Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten.
In der Regel ist es so, dass erst 1-2 Bilder folgen, und darunter dann der sich darauf beziehende Text, nicht andersherum.
Ich hoffe, Ihr habt an dem Reisebericht ebenso viel Spaß, wie ich auf der Reise ;-)


Los ging es von Hannover. Viele Verbindungen gibt es nicht (2 am Tag), und während es sehr schwierig war, ein bezahlbares Hotel zu finden, waren die passenden Fahrkarten schnell gefunden. Hin und zurück jeweils mit einem Sparpreis Europa 1. Klasse zu je knapp 65€. Das nenne ich mal günstig.

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Los ging es in aller Frühe mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof, und von dort mit dem IC um 5:11 nach Hamburg Hbf. Die Fahrt verlief unspektakulär und pünktlich. Auf dem Nachbargleis warteten jedoch bei Abfahrt noch zahlreiche Fahrgäste, dass der ICE nach Berlin aufgeschlossen wird, es bildeten sich Menschentrauben vor den Türen.

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In Hamburg habe ich dann kurz die Lounge aufgesucht und mich mit einem Croaissaint gestärkt, anschließend noch Franzbrötchen für unterwegs erworben, und mich dann auch auf den Weg zum Bahnsteig gemacht.
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Dort stand auch schon der dänische IC3 bereit, in Doppeltraktion. Die nicht allzu große erste Klasse im rückwärtigen Endwagen war wohl auch ausgebucht. Leider sind dort ja alles vis-a-vis-Plätze, sodass man sich den Fußraum mit dem gegenüber Sitzenden teilen muss, während der Platz hinter dem Sitz ungenutzt bleibt. Mir gegenüber saß ein wohl auch nicht eisenbahnunerfahrener Herr, der nach Norwegen fuhr, sollte er sich hier erkennen, möge er sich gegrüßt fühlen.

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Interessant war, dass bei Abfahrt in Hamburg noch Zeitungen, Thermoskannen, Pappbecher, Teebeutel, Süßkram und einzelne kleine Wasserflaschen in den SB-Bereichen der 1. Klasse bereit standen, ich dachte, dieser Service sei vor längerem eingestellt worden...
Erstere beide nahm der DB-Zub jedoch sehr bald mit.

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Nach einiger Zeit und Befragung durch den deutschen Zoll (wohin, wie lange, welches ist Ihr Gepäck?) fuhren wir irgendwann auf die Fähre Puttgarden-Rødby, so wie es aussah passte die Doppeltraktion IC3 dort gerade so drauf.

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Wie mir bekannt war und auch durchgesagt und kontrolliert wurde, musste während der Überfahrt der Zug verlassen werden. Die Überfahrt war ruhig, ich genoss sie auf einem Außendeck und kaufte nur ganz wenig von den völlig überteuerten Duty-Free-Waren ein.

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Anschließend ging es wieder in den Zug, wo nun aus den SB-Bereichen auch die restlichen Bestandteile entfernt wurden, wobei die Wasserflaschen schon vorher von den Reisenden an sich genommen wurden und man mit den Bechern ohne Heißwasser eh nichts anfangen konnte.

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In Rødby (Abb. ähnlich) kontrollierte dann der dänische Zoll, oder wohl eher die Polizei, insbesondere die asiatisch anmutenden Reisenden neben mir wurden genauer beäugt und befragt, dort passte aber alles. Einen Reisenden nahmen die Polizisten aber wohl mit.

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Nach einigen weiteren Kilometern erreichten wir irgendwann Kopenhagen. Da der Aufenthalt gut zwei Stunden betrug und ich keine anderen Bedürfnisse hatte, suchte ich auch die dortige Lounge auf, die zwar nicht mit der Hamburgischen mithalten kann, aber dennoch sehr angenehm ist.
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Diese ist seit meinem letzten Besuch aber in neue Räumlichkeiten umgezogen, wo statt der edel wirkenden Holzwände nun quasi Panoramablick durch die Bahnhofshalle zur Verfügung stand.
Dort lernte ich dann eine Mutter mit Ihrer jugendlichen Tochter aus Colorado, USA, kennen. Diese sollten eigentlich den vorigen Zug nach Stockholm nehmen, wegen eines kurzfristigen Gleiswechsels und ihres vielen Gepäcks verpassten sie diesen aber. Neue Reservierungen hatten sie aber bekommen und wir vereinbarten, gemeinsam zum Zug zu gehen, zumal, wie mir vorher unklar war, der Weg zum Gleis 26 wohl nicht ganz einfach wäre.

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Eine halbe Stunde vor Abfahrt gingen wir dann los, versicherten uns nochmal des Gleises, und trennten uns dann in der Halle, da die beiden wegen des vielen Gepäcks über die Straße gehen wollten, während ich einen Bahnsteig hinunter ging, und mich auf diesem dem Gleis 26 näherte, welches dort gut ausgeschildert war.

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Am Ende des Bahnsteigs musste ich eine Treppe hoch, ein stück nach links, und dann wieder eine Treppe hinunter. Fahrstühle standen auch zur Verfügung.

Die Zeitangaben passten jedoch nicht wirklich, quasi minütlich erreichte ich eine Markierung, auf der die Zeitangabe um 5 Minuten abnahm. Besser so, als anders herum.

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Dann kam der Zug in Sicht, der wohl noch gereinigt wurde. Also hieß es noch ein wenig warten. Wir prüften die Reservierungen und stellten fest, dass die beiden nicht zusammen saßen, ich aber zu einem der Plätze eine angrenzende Reservierung besaß, also tauschten wir kurzerhand. Zwar hatte ich dadurch quasi einen Wandfensterplatz, aber was tut man nicht alles. Ab Malmö hatte ich eine Sitznachbarin, es war aber trotz im Fußraum verstauter Tasche genug Platz.

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Der schwedische X2000, der wie ich später feststellte, wohl nur einen erstklassigen Wagen führte, war in selbigem sehr bequem. Neigung der Sitze Fehlanzeige, aber die Sitzfläche konnte nach vorne gezogen werden.

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Im Zug stand eine kleine SB-Ecke mit Kaffee, Tee, Mineralwasser, Obst und Muffins bereit, in der sich die 1.-Klasse-Fahrgäste bedienen konnten.

Kurz nach der Abfahrt erfuhren wir, dass wir in Malmö den Zug wechseln müssten, da dieser zurück nach Kopenhagen müsse. Tz-Tausch gibt es also nicht bei der DB.
Doch Kastrup Lufthavn blieb nicht unser einziger Zwischenhalt, umgehend nach der Öresundbrücke blieben wir im nächsten Bahnhof stehen, wo die schwedische Polizei mit einem auf dem Bahnsteig geparkten Wohnmobil wartete, und jeder Reisende einer Passkontrolle unterzogen wurde. Ich war wieder recht uninteressant, aber die vor mir sitzenden US-Amerikaner wurden genauer befragt, wie lange sie bleiben wollten.
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Nach einer Weile ging es dann weiter bis Malmö, wo das teils mühsam verstaute Gepäck wieder ausgeladen wurde und wir in den im gleichen Gleis direkt vor uns stehenden X2000 wechselten.

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Durch malerische Landschaften ging es dann bei hervorragendem Mobilfunkempfang durch Schweden, gelegentlich wurde an Bahnhöfen gehalten. Durch die Polizeikontrolle und den Zugwechsel in Malmö hatten wir etwa 15 Minuten Verspätung, die wir auch nicht mehr verringern konnten. So kamen wir dann leicht verspätet in Stockholm an, wo ich mich zunächst um Fahrkarten für den Nahverkehr bemüht habe, und dann mit diesem zu meinem Hotel gefahren bin.
Die Fahrt war sehr angenehm, der X2000 verfügt über Neigetechnik die reichlich genutzt wird, und die Stoffsitze der ersten Klasse sind sehr bequem. So waren auch die gut 5 Stunden hierdrin kein Problem.

Eindrücke insbesondere aus Stockholm, wie gesagt mit wenig Bahnbezug, vielleicht ab und an etwas Metro (-Station), gibt es in Teil 2 und 3 des Reiseberichts.

Reisebericht Schweden (Teil 2/4 - Impressionen Stockholm)

DG, Freitag, 01.09.2017, 21:36 (vor 3130 Tagen) @ DG

In Teil 2 und 3 des Reiseberichts folgen nun einige Bilder aus Stockholm mit Beschreibung dazu, die Reihenfolge ist nicht zwangsweise streng chronologisch, das ist hier auch nicht nötig. In Teil 4 gibt es dann wieder vollkommen In-Topic auch Bahnbezug, nämlich die Abreise zurück nach Hannover.

Da hier die Bilder allein nicht ganz so viel sagen, schreibe ich hier meist erst den Text, und setze die passenden Bilder dann dahinter.

Für den örtlichen Nahverkehr kann man sich für 20 Kronen (gut 2€) eine Plastikkarte mit RFID-Funktion kaufen (nicht wie ich dachte leihen und später wieder abgeben, diese ist wohl aber 5 oder 8 Jahre gültig), auf die man dann Geld für Einzel- oder Mehrtageskarten laden kann, das geht etwa in den Pressbyrån-Läden, die es in vielen Stationen gibt.
Die Bahnsteige sind mit Schranken gesichert, sodass man ohne Fahrkarte gar nicht dorthin gelangt, ähnlich wie etwa in Marseille und sicher auch vielen anderen Städten.

Recht bald kam ich an der aufwändig gestalteten Tunnelbana (kurz: T-Bana)-Station Kungsträdgården an, die nicht nur tief unter der Erde liegt, sondern auch aufwändig gestaltet ist.
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Dort ging es dann oberirdisch weiter mit einem Blick durch den wohl namensgebenden Garten. Dort wurde gerade einiges für ein Festival aufgebaut, was einige Tage lang stattfinden sollte.
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Unweit davon der Gustav-Adolfs-Platz mit der Statue des Namensgebers, auch dort wurden Festival-Zelte und Absperrungen aufgebaut.
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Von dort mit einem Blick in die zahlreichen Kanäle zwischen den Inseln, auf denen die Stadt liegt, ging es auf die kleine Insel Helgeandsholmen.
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Auf dieser steht der Schwedische Reichstag, ein beeindruckendes Gebäude.
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Etwas weiter, womöglich nach dem Übergang auf die Insel Stadsholmen, erblickte ich dann diese Boote mit Vorrichtungen, um vermutlich Blätter und/oder Müll aufzusameln.
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Nun ein etwas größerer Sprung. Nach einer Busfahrt gen Osten, vorbei an den Botschaften, erreicht man eine Art Museumsbereich, ein Areal, auf dem sich zahlreiche Museen befinden, unter anderem das Polizeimuseum, aber auch ein Museum, welches ein traditionelles japanisches Teehaus im Außenbereich 'ausstellt' (im Bild unten nicht das Teehaus, sondern eine kleine Steinstatue in dessen Garten).
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Wieder ein Sprung, nämlich in den Bahnhof. Dort kam ich Mittags vorbei, und da ich am Abend nach der Anreise wegen der späten Zeit die örtliche Lounge nicht mehr besuchen konnte, wollte ich das jetzt nachholen. Nach einem kurzen Blick auf die Fahrkarte wurde ich hereingebeten.
Die Lounge bietet einige verschiedene Bereiche, teils mit normalen Tischen und Stühlen, aber auch mit Sesseln und Ohrensesseln, sowie zwei weitestgehend abgetrennte Bereiche, ein einem läuft wohl ein Fernseher, im anderen ist es eher ruhig. Bilder davon folgen in Teil 4.
Natürlich gibt es aber auch Verpflegung. Kaltgetränke kann man bei Siri ordern, Heißgetränke am Automaten. Es stehen kostenlos Knäckebrot und ein Frischkäseaufstrich bereit sowie wohl eine Art Kuchen. Zudem scheint man käuflich Salate und Sandwiches erwerben zu können, die in einem Kühlschrank vorgehalten werden.
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Nachdem ich die Lounge verlassen hatte, blickte ich einmal längs durch die Halle.
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Bei einem kurzen Gang durch den Bahnhof erblickte ich dann eine klassische schwedische Lok-Wagen-Kombination.
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Wieder ein Sprung, diesmal zum Ericsson Globe (von den Einheimischen Globen genannt), einer Veranstaltungshalle mit Aussichtsgondeln und angeschlossenem Einkaufszentrum.
Letzteres fand ich recht uninteressant und es war auch eher schwach besucht, eine Fahrt auf das Dach wollte ich mir aber nicht enteghen lassen und schon für die übernächste Abfahrt in 15 Minuten konnte ich eine Fahrkarte erwerben. Die Fahrt war ruhig, die Aussicht gut. Vor Abfahrt wurde in einem Mini-Kinosaal ein Film zum Gebäude gezeigt.
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Weitere Eindrücke aus Stockholm der Länge wegen in Teil 3.

Reisebericht Schweden (Teil 3/4 - Impressionen Stockholm)

DG, Freitag, 01.09.2017, 21:36 (vor 3130 Tagen) @ DG

Nächster Sprung, diesmal in das älteste Freilichtmuseum der Welt, Skansen. Nach dem Eingang und der Zahlung einiger Kronen für den Eintritt erwartet einen dort ein Modell des parkähnlichen Areals.
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In einem Bereich, für den man nochmal separat Eintritt bezahlen muss, kann man zahlreiche Tiere sehen, schon von außen (sehr werbewirksam und ein gutes Argument für den Besuch dort) diese Lemuren. Auch wenn ich anfangs skeptisch war, so habe ich am Ende für mich festgestellt, dass mir das Erlebnis die zusätzlichen Kronen wert war.
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Weiterhin sind dort aber auch viele Amphibien und Wasserbewohner zu finden, wie Fische, Schlangen, Echsen und Pfeilgiftfrösche.
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Im normalen Bereich sind unter anderem diverse Häuser aufgebaut, die zuvor irgendwo anders in Schweden standen und nun hierhin umgezogen sind, dort wird unter anderem auch gezeigt, wie die Schweden früher gelebt haben, oder wie es in einer schwedischen Schule zuging.
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Außerdem finden sich zahlreiche nordische Tiere, über Kühe, Schweine, Schafe, auch dieses Rentier samt Jungem und einiger Artgenossen.
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Hier muss man auch einige Höhenmeter überwinden. Die (kostenpflichtige) Bahn habe ich erst am Ende entdeckt, hätte diese wohl aber nicht genutzt. Von recht weit oben hatte man aber einen guten Blick in Richtung Stadt.
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Nächster und letzter Sprung, von den eigentlich unnötigerweise, da man wirklich alles mit Karte bargeldlos zahlen kann, getauschten Kronen, habe ich noch eine Schiffsrundfahrt 'Under the bridges' unternommen. Immerhin gut 2 Stunden ging es durch die Ostsee und den Mälaren-See, mit einem wirklich guten deutschen Audiokommentar, nicht so schlecht wie bei mancher Hop-on-Hop-off-Tour.
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Am Ende sahen wir noch ein recht großes Kreuzfahrtschiff in Stockholm anlegen, es war aber nicht das einzige, es warteten schon einige.
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Und später habe ich dann noch diese Aussicht entdeckt, mit Blick über einige geparkte Busse, sowie Auto- und Bahnbrücke, sowie einmal selbige mit zwei der T-Bana-Modelle. Wer mir übrigens den scheinbar existenten Unterschied zwischen den blauen und den roten Bussen nennen kann, immer gerne. Anhand der Legende der Fahrpläne ist mir das nicht klargeworden.
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Teil 4 beschäftigt sich dann gleich mit der Rückfahrt über Kopenhagen, Hamburg und Bremen, nach Hannover.

Reisebericht Schweden (Teil 4/4 - Abreise)

DG, Freitag, 01.09.2017, 21:36 (vor 3130 Tagen) @ DG

Alles hat ein Ende, auch mein Kurzurlaub in Stockholm. Ich hatte mich für die späte Abfahrt entschieden, sodass ich erst gegen 10:20 losfahren sollte, jedoch auch erst um 01:40 in Hannover wäre. Geschuldet unter anderem wieder dem zweistündigen Aufenthalt in Kopenhagen sowie dem nötigen Umweg über Bremen, da um die Zeit von Hamburg nichts mehr direkt nach Hannover fährt.

Hier mache ich es wieder so, dass die Bilder zuerst kommen, und die Erläuterung dann folgt. Bitte also nicht wundern.

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Mit der T-Bana angekommen am Stockholmer Bahnhof. Gar nicht so einfach, den zielführenden Aufzug zu finden.

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Ebenfalls nicht ganz so einfach war es diesmal, in die Lounge zu kommen. Angestellte liefen dort zwar rum, bemerkten mich aber scheinbar nicht. Irgendwann kam dann scheinbar ein anderer Reisender, der eine Karte an der Tür durchzog, woraufhin diese öffnete. In seinem Schatten betrat ich dann unbehelligt ebenfalls die Lounge und nahm in einem der sehr bequemen Ohrensessel platz. Das Speisen- und Getränkeangebot war immer noch, wie in Teil 2 beschrieben. Auf dem ersten Bild erkennt man die beiden abgetrennten Räume, jeweils mit Abfahrts- und Ankunftstafel.

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Eine Weile vor der Abfahrt machte ich mich auf den Weg zum Gleis, dort fuhr einige Minuten vor der Abfahrt dann auch der X2000 nach Kopenhagen ein. Beim sehr freundlichen Zugbegleiter erkundigte ich mich, ob wieder ein Umstieg in Malmö erforderlich sei, was dieser verneinte, da diese Garnitur 'über die Brücke fahren' könne. Weiß jemand, ob der Umstieg auf der Hinfahrt eine Ausnahme war, oder ob das öfter vorkommt?

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Diesmal hatte ich einen Einzel-Fensterplatz, wieder eine sehr angenehme Fahrt.

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Unterwegs begegneten uns verschiedene andere Züge, schwedische Regionalzüge, andere X2000, Öresundståg.

In diese Richtung fand keine Kontrolle statt, wer aus Schweden kommt ist für die Dänen wohl nicht interessant. Die Wartezeit verbrachte ich wieder in der Lounge. Eine Weile vor der Abfahrt des ICE nach Hamburg machte ich mich dann auf zunm Gleis. Lange wird man die ICEs ja hier wohl nicht mehr bestaunen können, umso größer war die Vorfreude und das Interesse, zumal ich noch nie mit einem ICE-TD gefahren war.

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Recht kurzfristig kam der ICE an, obwohl die Hinfahrt in Kopenhagen am Hauptbahnhof endete, begann die Rückfahrt des Zuges in Østerport, sodass bereits einige Fahrgäste an Bord waren. Ich hatte in der Panorama-Lounge (lt. Reservierung) reserviert und ließ daher erst die anderen Fahrgäste einsteigen.

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Mein Nebenplatz sollte frei bleiben, was aber sofort auffiel war die schlechte Luft und die starke Hitze, das war sehr unangenehm. Einer der anderen Fahrgäste, die dort reserviert hatten, verschwand schnell, ein anderer lief mehrmals während der Fahrt hin und her, im Großraumbereich war es ein wenig angenehmer.

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Der Zug war sehr voll, das wurde vom dänischen Zugbegleiter auch als Grund genannt, warum die Klimaanlage eingeschränkt sein könnte. Auf meine Nachfrage mit Reservierungspflicht meinte er, dass die nur im grenzüberschreitenden Verkehr gelte, aber innerdänisch 'niemand stehengelassen' werden dürfe. Auf den Unterwegshalten stiegen auch immer wieder Fahrgäste aus, aber wenige oder niemand ein.

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In Rødby ging es dann wieder auf die Fähre, der ICE hatte dort gut Platz, und es hieß wieder, an Deck zu gehen. Dort habe ich dann noch ein wenig Proviant mitgenommen, wie nicht anders zu erwarten war zu atemberaumenden Preisen. Der Kaffee, der 'proudly' von einer bekannten US-amerikanischen Kette serviert wurde, war aber sehr enttäuschend, möglicherweise weil die Milch ihren Weg in Pulverform in den Becher gefunden hatte.
Andere Mitreisende deckten sich teils in rauhen Mengen mit Bier ein.


Als es wieder in den Zug ging, stellte ich fest, dass dieser noch über die Video-Ausstattung an den Reihensitzen der 1. Klasse verfügt, diese war natürlich längst außer Funktion, zeigte lediglich das große Ameisenwandern.

Nach der Ankunft in Hamburg bin ich dann bald zum Gleis des IC2021 gegangen, der mich nach Bremen bringen sollte, andere Alternativen gab es um diese Zeit auch kaum noch.

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In diesem Zug, der leicht verspätet war, hatte man auch eine Möglichkeit gefunden, trotz fehlenden Wagens mit RIS-Rechner, den Reisenden klar zu machen, in welchem Zug sie sich befinden.

Die Ankunft in Bremen erfolgte recht pünktlich. Dort ging ich zum Nachbarbahnsteig, auf dem der RE nach Hannover fahren sollte, ließ mich noch kurz von einer Gleisänderung des ankommenden RE aus Hannover verwirren, stieg dann aber in den richtigen Zug und kam wegen Wartens auf Anschlussreisende in Bremen letzten Endes etwas verspätet in Hannover an, konnte nach einiger Zeit aber eine Straßenbahn besteigen, die mich nach Hause brachte.

An dieser Stelle dann noch zwei Danksagungen.
Zum einen an diejenigen, die diesen Reisebericht gelesen haben. Für Fragen, Ergänzungen und Kritik bin ich offen.
Zum anderen aber auch allen anderen, die Reiseberichte schreiben, da ich, obwohl ich auch schon ein oder zwei dergleichen hier veröffentlicht hatte, gerade wieder festgestellt habe, dass das ja richtig Arbeit macht und mich mit Schreiben, Formatieren und (parallelem Bilderupload) gute zwei Stunden gekostet hat. Daher vielen Dank an alle, die das ebenfalls auf sich nehmen und uns an ihren Reisen teilhaben lassen!

Vielen Dank!

Regiosprinter, Freitag, 01.09.2017, 22:22 (vor 3130 Tagen) @ DG

Mange tak!

(War das richtig, Sören?)

Das erinnert mich wieder an meinen letzten Besuch in Stockholm vor drei Jahren:
An unserem Ferienhaus in der Nähe von Alvesta war es schon morgens angenehm warm, es wurden Temperaturen von über 20 Grad angekündigt. Wir also ohne Jacken los nach Stockholm. 300 km weiter nördlich hatte es dann knapp über 10 Grad und Nieselregen...

Von daher hattest du mit dem Wetter offenbar Glück.
Für uns Festlandbewohner ist es immer wieder faszinierend, wie sich eine Stadt auf 14 Inseln verteilen kann...

Viele Grüße
Klaus

Vielen Dank!

ktmb, Samstag, 02.09.2017, 10:05 (vor 3129 Tagen) @ DG
bearbeitet von ktmb, Samstag, 02.09.2017, 10:08

Vielen Dank für das Mitnehmen! Die Lounge in Stockholm hat mir auch sehr gut gefallen. Der größte Kontrast bei der Rückfahrt war für mich der unbequeme ICE ab Kopenhagen.
Übrigens war das Schiff eine Fähre.
Herzliche Grüße

Reisebericht Schweden (Teil 4/4 - Abreise)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 02.09.2017, 20:42 (vor 3129 Tagen) @ DG

Moin,

tack så mycket. Stockholm ist immer eine Reise wert!

Skansen gilt als das älteste Freilichtmuseum der Welt. Nicht umsonst heißt Freilichtmuseum auf plonisch Skanzen - und das ist wohl nicht das einzige Beispiel.

Umstieg in Malmö. SJ hat nur eine begrenzte Anzahl dänemarktauglicher X2 (X2K). Außerdem wird gerne mal bei Verspätungen vorzeitig gewendet. Also sowas ähnliches wie Basel, wenn gerade kein Tunnel kaputt ist.


@Klaus: Richtig ja, aber dänisch. ;-)

@hjholtz: Die innerstädtischen Linien 1 bis 4 haben aber niedrige Haltestellenabstände.


Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Danke für Antworten + Feedback + Bonusbild

DG, Sonntag, 03.09.2017, 09:44 (vor 3128 Tagen) @ DG

Hallo in die Runde.

Vielen Dank für das Feedback, scheinbar habe ich da eine Reise unternommen, die der ein oder andere womöglich auch mal antreten wird. Ich empfehle, wenn ein so günstiger Sparpreis verfügbar ist, unbedingt die paar (<20) Euro mehr für die erste Klasse.

Ein Bild hatte ich zwar hochgeladen, dann aber vergessen einzubinden und trotz des gelassenen Abstands auch beim Drüberschauen nicht gesehen, bevor es zu spät war.
Daher jetzt noch das Bild vom Film "Ameisenwanderung reloaded":
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@Sören Heise: Danke auch für die Aufklärung in Sachen DK-X2000.

@hjholtz: Danke für die Aufklärung bezüglich der roten und blauen Busse.

@markw: Die alternativen Anbieter Stockholm-Göteborg sehen auch interessant aus,
aber wahrscheinlich würde ich, um das nicht noch mehr zu verlängern, bei der SJ bleiben. Danke dennoch für den Hinweis, auf die wäre ich sonst wohl nicht aufmerksam geworden.

@heinz11: Es wäre ja die Möglichkeit für intensive Befragungen gewesen. Genauer nachgefragt hat aber nur der deutsche Zoll, wobei die jeden etwas detaillierter befragt haben. Warum genau weiß ich nicht, vielleicht hatten die Sorge, dass ich einige unversteuerte Hektoliter Bier ausführe, oder was schmuggelt man sonst von DE nach DK? ;-)

ja, der Auswanderertraum: Bahnhofschef in Nattavaara

Blaschke, Sonntag, 03.09.2017, 17:38 (vor 3128 Tagen) @ DG

Hey.

Vielen Dank für das Feedback, scheinbar habe ich da eine Reise unternommen, die der ein oder andere womöglich auch mal antreten wird.

Am liebsten noch heute wieder. Nach daoben möchte ich wohl auswandern. Möglichst einsam muss es nur sein. Bahnhofsvorsteher in Nattavaara zum Beispiel.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nattavaara#/media/Datei%3ANattavaara_station.jpg

Aber ich kann ja nix außer 'ne große Klappe haben.

Immerhin habe ich deinen Bericht zum Anlaß genommen, meinen eigenen Reisebericht noch mal zu lesen und mich an die Tour zu erinnern.


Schöne Grüße von

jörg

ja, der Auswanderertraum: Bahnhofschef in Nattavaara

JanZ, HB, Sonntag, 03.09.2017, 17:57 (vor 3128 Tagen) @ Blaschke

Hey.

Vielen Dank für das Feedback, scheinbar habe ich da eine Reise unternommen, die der ein oder andere womöglich auch mal antreten wird.


Am liebsten noch heute wieder. Nach daoben möchte ich wohl auswandern. Möglichst einsam muss es nur sein. Bahnhofsvorsteher in Nattavaara zum Beispiel.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nattavaara#/media/Datei%3ANattavaara_station.jpg

Aber ich kann ja nix außer 'ne große Klappe haben.

Und selbst das ist eine Fähigkeit, die in einsamen Gegenden eher selten nachgefragt ist.

Immerhin habe ich deinen Bericht zum Anlaß genommen, meinen eigenen Reisebericht noch mal zu lesen und mich an die Tour zu erinnern.

Ging mir, wie gesagt, ähnlich. Ich werde mich sicher auch noch mal gen Norden aufmachen.

Blaue und rote Busse

hjholtz, Freitag, 01.09.2017, 22:27 (vor 3130 Tagen) @ DG

Vielen Dank für den faszinierenden und detaillierten Bericht! Da bekomme ich direkt Lust, doch auch mal trotz der langen Reisezeit komplett mit dem Zug nach Schweden zu fahren, statt sonst immer hinzufliegen und nur ab Flughafen Arlanda mit dem Zug weiterzufahren.

Wer mir übrigens den scheinbar existenten Unterschied zwischen den blauen und den roten Bussen nennen kann, immer gerne. Anhand der Legende der Fahrpläne ist mir das nicht klargeworden.

Dem Konzept nach sind die blauen Busse "als Bus verkehrende U-Bahn-Linien" (und deswegen auch in der gleichen Farbe wie die U-Bahn-Fahrzeuge angemalt): Sie haben eher große Haltestellenabstände, fahren vorwiegend auf Hauptstraßen, schaffen außerhalb des Stadtzentrums vor allem Querverbindungen zwischen Stationen der U-Bahn (Tunnelbana) und S-Bahn (Pendeltåg), oder fahren auf stark nachgefragten Pendler-Relationen. Es kommen ausschließlich Gelenkbusse zum Einsatz, und waren zwecks Beschleunigung von Ein- und Ausstieg schon mehrere Jahre vor den roten Busse durchgehend niederflurig. Der Takt ist idealerweise "so dicht, dass man sich den Fahrplan nicht merken muss".

Die roten Busse sind dagegen innerstädtisch tendenziell eher zur Feinerschließung gedacht, und verbinden Wohnquartiere mit den jeweiligen Stadteilzentren, Schulen/Ärzten/Einkaufsmöglichkeiten/... und den nächsten Zugangsstellen zum Schienenverkehr (oder zu den blauen Bussen). Außerhalb binden die roten Busse Vororte an, zu denen kein Schienenverkehr existiert, und deren Verkehrsaufkommen keinen blauen Bus rechtfertigt.

Krass endgeil!

Blaschke, Freitag, 01.09.2017, 22:56 (vor 3130 Tagen) @ DG

Huhu.

Top!!!! Mensch, da kommt die Erinnerung an meine Kiruna-Fahrt wieder hervor. Jetzt kann ich die ganze Nacht nicht schlafen ...


Schöne Grüße von

jörg

Vielen Dank!!

462 001, Taunus, Freitag, 01.09.2017, 23:56 (vor 3130 Tagen) @ DG

Hej,

ein sehr schöner Bericht, der mich an meinen Sommerurlaub erinnert und mein eh schon vorhandenes Fernweh wieder erhöht;-)

Deine Begegnung im DSB-IC3 könnte ich beinahe sein, nur fuhr ich zu einer anderen Tageszeit rüber.

Da fällt mir auch ein, meinen DK/S/NO Bericht mal anzufangen^^


Gruß aus ROW

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

Reisebericht Schweden (Teil 1/4 - Anreise)

markw, Samstag, 02.09.2017, 00:36 (vor 3130 Tagen) @ DG

Danke für den Bericht!

Tipp, falls es Dich noch mal in die Gegend zieht: Zwischen Stockholm und Göteborg verkehren zwei auf unterschiedliche Art sehr interessante Privatbahn: Der Blataget und MRTexpress, insbesondere das Nostalgiefeeling im Blataget ist sehr gelungen. Man kann zum Beispiel von Stockholm anreisen und auf der Strecke nach Göteborg zwischen den Privatbahnen wechseln und von Göteborg dann zurück nach Kopenhagen fahren.

Reisebericht Schweden (Teil 1/

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Samstag, 02.09.2017, 06:01 (vor 3129 Tagen) @ DG

- kein Text -

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Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

Reisebericht Schweden (Teil 1/4 - Anreise)

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Samstag, 02.09.2017, 06:10 (vor 3129 Tagen) @ DG

- kein Text -

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Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

Vielen Dank! Gibt offensichtlich technische Probleme...

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Samstag, 02.09.2017, 06:17 (vor 3129 Tagen) @ DG

- kein Text -

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Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

GENIAL!! Skandinavien ist immer eine Reise wert!!

MF_5289, Samstag, 02.09.2017, 09:10 (vor 3129 Tagen) @ DG

- kein Text -

Vielen Dank

ICE4711, Samstag, 02.09.2017, 09:27 (vor 3129 Tagen) @ DG

Danke dir für den schönen Bericht (und die von dir investierten, mühevollen 2h)!

So ein Bericht macht doch immer wieder Lust aufs Reisen :-)

Vielen herzlichen Dank für den Reisebericht!

heinz11, Samstag, 02.09.2017, 10:38 (vor 3129 Tagen) @ DG

Er macht mir richtig Appetit, selbst mal dorthin zu fahren.

Das Desinteresse an Deiner Person bei all den Kontrollen macht Dich ja schon wieder höchst verdächtig...
;)

Tack så mycket!

JanZ, HB, Sonntag, 03.09.2017, 17:06 (vor 3128 Tagen) @ DG

Danke auch von mir für den schönen Reisebericht! Da werden Erinnerungen an einige Reisen in die Gegend wach, zuletzt war ich Ostern dieses Jahres in Stockholm. Wo hast du übrigens letztendlich übernachtet? Ich war einmal im Mosebacke Hostel und einmal im Loginn, einem Schiffshotel in Superlage direkt gegenüber vom Rathaus.

Tack så mycket!

DG, Sonntag, 03.09.2017, 19:18 (vor 3128 Tagen) @ JanZ

Hallo,

nachdem ich zunächst als günstiges Hotel das Best Western am Bromma Airport gefunden hatte, bin ich später noch auf das First Hotel Fridhemsplan aufmerksam geworden.
Dort habe ich dann letztlich gebucht und übernachtet, ich fand das auch recht ansprechend und vor allem preiswert (was ja was anderes als günstig oder gar billig ist). 150€ pro Nacht (was in der Masse der Hotels verlangt wurde) und aufwärts finde ich hingegen nicht preiswert, auch wenn man bedenken muss, dass wegen höherer Einkommen in SE dort nunmal alles teurer ist (außer Handytarifen, wie man auf zahlreichen Werbeträgern sieht, aber die sind wohl fast überall günstiger als bei uns). Eine Übernachtung in Hostel o.Ä. kam für mich nicht in Frage, dort hätte man aber sicher auch noch einiges sparen können.
Über die fast gleichnamige T-Bana-Station ist man über zwei Linien an den Centralbahnhof angebunden, wenn man auch bei der schnellen Linie am Bahnhof noch sehr weit laufen muss.

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