...mal nach Innsbruck. (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 23.08.2017, 00:05 (vor 3171 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 23.08.2017, 00:07

Und heute bin ich eben ganz gepflegt von Wien nach Innsbruck mit der Retour gefahren.

Im Gegensatz zur Reise nach Prag war das ganze sogar fast komplett pünktlich (!)

Nachdem mich der Wetterbericht zwischen Zell am See und Innsbruck schwanken ließ und dieser sich über Nacht auch änderte, nahm ich Innsbruck. Es war Bewölkung angekündigt, aber davon wollte ich mich nicht stören lassen.

Also um 8:37 den Railjet in Richtung München genommen... jap. Denn diese Verbindung hatte was besonderes, es war eine Verbindung, wo man in Salzburg umsteigen muss, weil der IC-Railjet davor ab Salzburg eben weiter über Innsbruck nach Bregenz fährt. Übergang: 4 Minuten geplant. Im Zug selber hab ich mir noch einen Kaffee gegönnt - frisch zubereitet am Caddy. Und das ist auch eines der Sachen, die ich cool finde. Der Kaffee wird tatsächlich frisch am Caddy zubereitet. Bei der DB wird, soweit ich weiß, der Kaffee noch am Tablett ausgeteilt, also nicht ultrafrisch von der Maschine ;-)

Was soll ich sagen, man kam sogar eine Minute vor Plan in Salzburg an, konnte am selben Bahnsteig flugs in den Zug in Richtung Bregenz wechseln und dann eben - und das ist für mich durchaus neu - übers deutsche Eck fahren. War schon cool, sogar etwas durch Bayern mit dem ÖBB-Sommerticket reisen zu können, wo die Kosten pro Fahrt bei den vielen Fahrten wohl in Richtung 0, etwas Euro hinlaufen...

jedenfalls, so sah ich halt ein Stück Oberbayern bis kurz vor Rosenheim, wo man in die Strecke nach Kufstein einbog. Der Zug war der, der in Kufstein durchfährt, dafür in Jenbach hält. So konnte ich noch ein wenig von Tirol mir angeschaut haben, bevor es für 10 Minuten oder so ab Jenbach in den Tunnel geht - mit 200+.

Tja. In Innsbruck angekommen erstmal am ÖBB-Automaten die Tageskarte für den Stadtverkehr gekauft, was übrigens sehr leicht geht - auch mit der neuen Software, die in Tirol ja schon ausgerollt wurde, mir aber ein nicht wirklich handliches Format mitbrachte.

Und im Gegensatz zu Innsbruck hatte ich keinen Stadtführer, oder gar Plan, der Trip war absolut spontan und ich sehe die Stadt auch zum ersten Mal.

Dafür habe ich die Zeit aber auch gut nützen können. Praktischerweise ist Innsbruck jetzt nicht so groß wie Prag oder gar Wien. Und die sehenswerten Ecken sind sowieso recht übersichtlich. Also fleißig Fotos gemacht von der echt schönen Altstadt...

leider war die Stubaitalbahn im SEV geführt wegen notwendiger Sanierungen.

Interessant beim Stadtverkehr Innsbruck, dass man im Gegensatz zu Wien erstmal keinen Unterschied in der Liniennummer zwischen Autobus und Straßenbahn macht, in Wien wird den Buslinien nämlich ein A oder ein B nachgestellt und andererseits sind die Straßenbahn so zeitgemäß, sie haben Türen an beiden Seiten und Führerstände an beiden Enden. Das ist in Wien selbst bei den neueren ULFs noch nicht so, weswegen man in der Bundeshauptstadt sich noch mit Schleifen an den Enden beschäftigen darf...

dagegen reicht in der Landeshauptstadt Tirols ein simples Kehrgleis wie bei der U-Bahn.

Ich konnte bei der kurzen Zeit (4 Stunden sind halt nicht optimal für eine Tagestour) nicht alles sehen, die Hungerburgbahn, die ja echt schöne Stationen haben soll, bekam ich also nicht zu Gesicht, ebensowenig wie alle anderen Seilbahnen...

... aber trotzdem war's gelungen. Mir gefällt die Stadt einfach, nicht zu groß, nicht zu klein, umrahmt von Bergen, gut per Bahn erreichbar und das auch international (erst Recht mit dem Brennerbasistunnel, mit dem man recht schnell Italien erreicht).

Und man kommt auch gut nach Wien, besonders, wenn die Ausbauten am Brenner-Nordzulauf fertig sind, der vielleicht auch eine Beschleunigung der Korridorstrecke mitbringen könnte, mindestens jedoch eine Verlängerung der Hochgeschwindigkeitsbahn am Inntal, die interessanterweise nicht unähnlich ist zu dem Neubautunnel am Rheintal, der ja jetzt in Schwierigkeiten ist...).

Zwischendurch hab ich kurz den falschen Weg genommen, hatte dadurch aber die ideale Konstellation, am Innsbrucker Westbahnhof fuhren nämlich gerade ein ÖBB-Talent 1 und eini DB-Talent 2 gleichzeitig in die selbe Richtung ab. Ich fand einen guten Standort zum Fotografieren und zack war das TALENTierte Familientreffen auch auf dem Chip festgehalten.

Schaut eigentlich nicht wahnsinnig spektakulär aus, aber das Timing war wirklich perfekt.

Und wer das Foto jetzt sehen will, tja der muss schon einen Beitrag schreiben. Sonst mach ich mir die Mühe und niemand sieht's :-P

Dann ging es zurück nach Innsbruck Hbf, hab kurz mir angeschaut, ob der Railjet, den ich anpeilte, die komplette Schnellfahrstrecke nimmt und nicht etwa in Jenbach hält, weswegen er dann wieder oben rüber fahren müsste.

Und ich hatte Glück, der Zug kam aus Zürich, also konnte ich den Tunnel komplett erleben. Und in Innsbruck wird dieser Zug verstärkt - mit einer Garnitur, die bereits eine Viertelstunde vorher bereitstand. So konnte ich mich in aller Ruhe dort bequem machen.

Und ja, ich finde die Neubaustrecke am unteren Inntal gelungen. Innsbesondere die Einbindung von Jenbach und Wörgl. Weil die Railjets alternierend beide Stationen bedienen, kann sich das Land Tirol es sparen, noch extra einen REX zur Bedienung dieser zuschicken.

Und auch kurios, die Zillertalbahn hat eher mäßige Anschlüsse zum Nahverkehr, aber ideale Anschlüsse vom und zum Fernverkehr.

Ich hab mir aber auch andere Gedanken gemacht. So stellte ich schnell fest, dass man an der Korridorstrecke im Fernverkehr ja mehr ÖBB-Züge als DB-Züge sieht. Wenn die ÖBB damals die Ausschreibung im Nahverkehr gewonnen hätten, wäre die DB ja geradezu fremd im eigenen Land, was schon irgendwie sehr amüsant wäre.

Ok, ich sah auch einen DB-IC zwischendurch auf der Korridorstrecke, alles ist gut.

2 Mal mussten wir auch etwas langsamer sein, ein Mal, weil ein 628er uns kreuzte in Prien am Chiemsee wenn ich es nicht durcheinanderbrachte (er fuhr nach Aschau, bin zu faul, jetzt nachzuschauen, ob es wirklich Prien am Chiemsee war :-P) und das andere Mal hab ich vergessen. Auf der Hinfahrt hatte man sogar einen außerplanmäßigen Halt in Deutschland gehabt. Zum Glück öffnen die Türen nicht automatisch, wäre da jemand ausgestiegen, müsste man ihm ja theoretisch einen Auslandsfahrschein verrechnen - von den Spesen des unbefugten Betretens von Bahnanlagen und dem Eingriff in den Bahnverkehr abgesehen. :-D

Also ich finde, der Korridorverkehr ist schon was feines und auch irgendwie ungewöhnlich für mich. Zum ÖBB-Tarif länger durch's DB-Gebiet fahren als nur kurz über die Grenze... das hat was.

Zumal ich eh so selten in Deutschland bin seit einem Jahr.

Interessanterweise reiste auch ein älteres Paar mit, wo der Mann der Frau auch ein wenig so die Fahrt erklärte. Dass man zum Beispiel noch einen zweiten Teil in Innsbruck angehängt bekommt, oder wie wir von der Strecke Kufstein-München auf die Strecke München-Salzburg wechselten... auch wie man zwischen Freilassing und Salzburg die Grenze überquerte, was freilich nicht nur durch den Fluss erkennbar ist.

Ich war begeistert, ich meine, wann erlebt man es schon, dass man so bahnaffine Mitreisende hat?

Zumal ich diese Details ja auch selber für die Dinge halte, die das Bahnfahren durchaus interessant machen.

Interessant auch, dass in Salzburg man einen Cityjet von der Ostregion sieht.

Interessant, dass an selbigem Bahnhof 2 Tauri fuhren - einer, der wohl der slowenischen Bahn gehören will und einer, der anscheinend Werbeträger ist und für die Relativitästheorie von Einstein, die ihr hundertjähriges feiert, wirbt... zumindest der Folie nach.

Und auch interessant, wenn man in Linz einen Salzburger Talent findet, wobei das nicht wirklich abwegig ist.

Aber der Cityshuttle aus der Ostregion in Salzburg, das ist dann doch etwas abwegig finde ich zumindest...

naja, in Linz waren die beiden dann ausgestiegen. Zwischendurch wechselte der Schaffner, mein Sommerticket musste ich jedoch nicht erneut zeigen.

Als jener jedoch mal vorbeikam und mir das iPad auffiel, welches die Zugbegleiter ja neuerdings als Dienstgerät haben, ins Auge stach, fragte ich einfach mal, was es so kann.

Ich habe darüber schon unlängst berichtet, aber fand es trotzdem interessant, es so mitzubekommen. So kann man in Zukunft mit dem Gerät erkennen, ob eine Fahrkarte, die mehrere Tage gültig ist, nicht schon gestern zum Beispiel benutzt wurde.

Naja und man kann auch Fahrkarten ins Ausland damit abbilden und die Zahlung per Bankomatkarte ist damit auch möglich. Das spricht natürlich mich an. Ich nix Kreditkarte. Nur Bankomatkarte! :-D

Zum Abend hin gönnte ich mir noch eine Gulaschsuppe beim Zugrestaurant.

Zuvor war mir was neues untergekommen, so wurde gefragt, ob man was aus dem Restaurant wünsche... in der zweiten Klasse. Doch Entwarnung: es geht nur um Snacks. Also keine Bange, die ÖBB haben Wehingers ursprüngliches Railjet-Konzept, welches vorsah, dass auch in der zweiten Klasse ein Am-Platz-Service stattfindet (noch) nicht umgesetzt.

Übrigens deswegen war der Railjet anfangs nur mit einem Bistro ausgestattet, welches nachträglich zu einem Restaurant ausgebaut wurde.

Am Ende war ich schon fast überrumpelt, als man in Meidling ankam, so schnell sah ich es irgendwie dann nicht mehr kommen.

Und ganz nebenbei, ich persönlich hab kein Problem 4 Stunden (oder mehr) in der zweiten Klasse im Railjet zu sitzen. Mein Rücken erfreut sich bester Geschmeidigkeit ;-)

Und kaum gibt es keine Bilder, hab ich schon einen Wall of Text geschreiben. Ich hab's halt drauf.

Mal schauen, ob ich übermorgen nach Klagenfurt komme oder so... kann noch bis zum 10. September durch Österreich cruisen. Hat jemand Vorschläge, wo ich unbedingt mal gewesen sein muss? ^^

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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