Interessantes Urteil: FGR ohne Formular/Postweg (Fahrkarten und Angebote)

ICE4711, Samstag, 19.08.2017, 10:24 (vor 3181 Tagen)
bearbeitet von ICE4711, Samstag, 19.08.2017, 10:25

Hannoveraner siegt im Papierkrieg mit der Bahn
Bei einer Verspätung gibt es bei der Deutschen Bahn einen Teil des Fahrpreises zurück – aber nur, wenn man einen schriftlichen Antrag stellt. Der Hannoveraner Tim Gerber wehrt sich gegen das umständliche Verfahren – und hat sich vor Gericht durchgesetzt.

Mehr dazu hier

Leider ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, sprich: wir profitieren davon wohl erstmal noch nicht.

Blub. Kann jeder machen.

br752, Samstag, 19.08.2017, 10:41 (vor 3181 Tagen) @ ICE4711

Habe ich auch schon zwei mal so gemacht.

Im Reisezentrum wurde mir das Geld ausbezahlt. Fertig. Das das verbucht werden muss und dazu natuerlich ein Beleg existieren muss ist eine andere Sache. Den habe ich aber nicht erstellt. (Ausname war eine Grenzueberschreitende Fahrt. Auch wenn die Verspaetung in Deutschland war, muss das schriftlicht per Post eingereicht werden)

Wald, rufen, echo.


BR752

einige Details des Vorgangs

ktmb, Samstag, 19.08.2017, 11:10 (vor 3181 Tagen) @ ICE4711

Er hat einen formlosen Antrag per Mail bei der Bahn eingereicht. Der wurde abgelehnt. Daraufhin hat er eine Klage beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht. 105 € Prozessgebühren musste er vorstrecken.
Das Gericht hat die Bahn schließlich zur Zahlung von 18,80 € verurteilt. Die Prozesskosten musste sie auch übernehmen.
Letztlich geht es nur um eine Antragsmöglichkeit ohne Formular/Postweg.
Das ist noch sehr weit von meinen Vorstellungen entfernt, das Ganze zu automatisieren, was sicher Kosten bei der Bahn sparen könnte.
Herzliche Grüße

Automatisierung verursacht Kosten in diesem Falle

Höllentalbahn, Samstag, 19.08.2017, 11:29 (vor 3181 Tagen) @ ktmb

Nochmals, der aktuelle Weg ist mit Absicht so beschissen um Geld zu sparen da es vielen zu anstrengend ist ihre Ansprüche geltend zu machen.
Da Entschädigungen auf alle Fahrkarten umgelegt werden würde dies diese für uns alle verteuern.
Abgesehen davon ist es jetzt auch keine Unmöglichkeit ein Formular auszufüllen und in den Briefkasten werfen.
Mfg Höllentalbahn

Automatisierung verursacht weniger Kosten

ktmb, Samstag, 19.08.2017, 11:39 (vor 3181 Tagen) @ Höllentalbahn

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die mehrfache Bearbeitung der FGR-Fälle durch die Mitarbeiter*innen günstiger sein kann, als eine Software, die mich eh schon auf die Verspätung per Mail hinweist. Werde wohl demnächst auch einmal klagen. Meist reicht das als Ankündigung auch schon aus, um die widerwillig erfolgende Bearbeitung mit Erfolg zu beschleunigen. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus.

Dann muss die Bahn pünktlicher werden

ICE4711, Samstag, 19.08.2017, 12:25 (vor 3181 Tagen) @ Höllentalbahn

Es sind doch berechtigte Ansprüche. Einen Vorgang extra kompliziert zu machen, um berechtigte Ansprüche zu blockieren oder zu lähmen, das ist doch eine Methode, die schlicht unverschämt ist. Der Kern des Problems liegt doch schlicht und einfach in der nicht mehr vorhandenen Zuverlässigkeit der DB...

So sieht es aus.

ktmb, Samstag, 19.08.2017, 12:40 (vor 3181 Tagen) @ ICE4711

Anfang Juli mussten wir beispielsweise in München eine gute Stunde auf Notwasserrationen warten, weil die Klimanlagen im benachbarten Ausland ja hätten versagen können.

Macht jedes Unternehmen so/Die Bahn ist keine Ausnahme

Höllentalbahn, Samstag, 19.08.2017, 12:47 (vor 3181 Tagen) @ ICE4711

Es sind doch berechtigte Ansprüche. Einen Vorgang extra kompliziert zu machen, um berechtigte Ansprüche zu blockieren oder zu lähmen, das ist doch eine Methode, die schlicht unverschämt ist. Der Kern des Problems liegt doch schlicht und einfach in der nicht mehr vorhandenen Zuverlässigkeit der DB...

Was meinst du warum Kündigungen die nicht per Einschreiben kommen komischerweise bei den Providern nie ankommen, oder bei deinen Fitnessstudios ?
Warum Anbieter wie Aboalarm so erfolgreich sind ?
Klar ist es asozial, aber jedes Unternehmen geht so vor weil es schlicht und ergreifend billiger ist auch wenn ktmb es nicht wahrhaben will.
Mfg Höllentalbahn

Bahn wird aktuell pünktlicher - darum gehts nicht

Henrik, Samstag, 19.08.2017, 13:14 (vor 3181 Tagen) @ ICE4711

Es sind doch berechtigte Ansprüche.

gegen die Ansprüche an sich sagt ja auch niemand, die wurden ja auch nicht abgelehnt.

Einen Vorgang extra kompliziert zu machen, um berechtigte Ansprüche zu blockieren oder zu lähmen, das ist doch eine Methode, die schlicht unverschämt ist.

es wird ja nichts extra kompliziert gemacht - so ein FGR-Formular auszufüllen, ist ja nun das unkomplizierteste überhaupt, die allermeisten machen es ja auch innerhalb der 2 Stunden Verspätung im ICE, geben es anschließend im Bahnhof ab, fertig, oder lassen es gar komplett selbst die Schalterfrau ausfüllen.
es war nie kompliziert, geschweige denn extra.
Stand 2009 war alles super.
Die Frage allein ist nur, ob das alles heute - 8 Jahre später - noch zeitgemäß ist, im Zeitalter der Digitalisierung 4.0

vgl. auch Antwort der DB dazu.

Der Kern des Problems liegt doch schlicht und einfach in der nicht mehr vorhandenen Zuverlässigkeit der DB...

nicht wirklich. höchstens die Ursache der Verspätung, aber nicht der Kern, hier irrelevant,
das sah ja nie wirklich anders aus bzw. schlechter.

Papierformular ist 2009

ICE4711, Samstag, 19.08.2017, 14:56 (vor 3181 Tagen) @ Henrik

es wird ja nichts extra kompliziert gemacht - so ein FGR-Formular auszufüllen, ist ja nun das unkomplizierteste überhaupt, die allermeisten machen es ja auch innerhalb der 2 Stunden Verspätung im ICE, geben es anschließend im Bahnhof ab, fertig, oder lassen es gar komplett selbst die Schalterfrau ausfüllen.
es war nie kompliziert, geschweige denn extra.
Stand 2009 war alles super.
Die Frage allein ist nur, ob das alles heute - 8 Jahre später - noch zeitgemäß ist, im Zeitalter der Digitalisierung 4.0

Da hast du Recht, an sich ist gegen die anschließende Zahlungsbereitschaft und Bearbeitungsdauer (gerade wenn man es mit Airlines vergleicht) nichts zu sagen. Nur das Papierformular ist halt lähmend = nicht zeitgemäß, im Zeitalter der Digitalisierung

Papierformular ist 2009

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 21.08.2017, 08:47 (vor 3179 Tagen) @ ICE4711

Da hast du Recht, an sich ist gegen die anschließende Zahlungsbereitschaft und Bearbeitungsdauer (gerade wenn man es mit Airlines vergleicht) nichts zu sagen.

Stimmt, als ich im Februar mit einer großen US-Fluggesellschaft über den Teich gehopst bin, kam mein Gepäck fünf Tage nach mir dort an. Zwangsläufig mußte ich also Klamotten kaufen gehen. Als ich den Rödel einreichen wollte, bekam ich auch ein passendes Formular, wo man allen möglichen und unmöglichen Scheiß, bis hin zur Daten des Arbeitgebers und des Jobs, den man dort zu tun vorgibt, ausfüllen sollte.

Was es dort nicht gab, war ein Feld für die Bankverbindung. Die Sache ist noch in Bearbeitung, ich rechne damit, daß ich irgendwann einen Brief bekomme, in dem ich aufgefordert werde, den mir zustehenden Betrag in Höhe von $64,59 am Firmensitz in Houston, Texas, Greatest Country of All abzuholen. Reisekosten werden nicht erstattet.

FGR-Formulare dagegen als Pillepalle bezeichnende Grüße,
der Colaholiker

--
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8 Tage ohne SC Fahrgastrechte 2011 - und mit?

Giovanni, Samstag, 19.08.2017, 15:41 (vor 3181 Tagen) @ Henrik

Es sind doch berechtigte Ansprüche.


gegen die Ansprüche an sich sagt ja auch niemand, die wurden ja auch nicht abgelehnt.

Einen Vorgang extra kompliziert zu machen, um berechtigte Ansprüche zu blockieren oder zu lähmen, das ist doch eine Methode, die schlicht unverschämt ist.


es wird ja nichts extra kompliziert gemacht - so ein FGR-Formular auszufüllen, ist ja nun das unkomplizierteste überhaupt, die allermeisten machen es ja auch innerhalb der 2 Stunden Verspätung im ICE, geben es anschließend im Bahnhof ab, fertig, oder lassen es gar komplett selbst die Schalterfrau ausfüllen.
es war nie kompliziert, geschweige denn extra.

Zunächst einmal muss der Kunde erst einmal feststellen, ob das betroffene Verkehrsunternehmen überhaupt vom SC Fahrgastrechte vertreten wird - denn das ist nach eigenen Angaben nur für 42 Eisenbahnverkehrsunternehmen zuständig. In Deutschland gibt es insgesamt 449, einige der nach Fahrgastzahlen größten Unternehmen sind gar nicht dabei...

*: Mir ist bewusst, dass etwa die Hälfte dieser Eisenbahnverkehrsunternehmen keinen oder keinen regelmäßigen Personenverkehr anbietet.

Ich hätte also erst einmal ein Fahrgastrechteformular besorgen oder ausdrucken müssen - am Bahnhof gab es keine - dann den Briefumschlag basteln, dass Formular ausfüllen um dann nach x Wochen die Antwort zu bekommen, dass eine Erstattung nicht möglich sei weil das entsprechende Unternehmen gar nicht vom SC Fahrgastrechte vertreten wird...

Oder aber ich schreibe einfach eine kurze Mail an das Verkehrsunternehmen und habe nach 8 Werktagen das Geld auf dem Konto. Außerhalb der Ferienzeit und ohne Rückfrage des Bearbeiters hätte es vermutlich noch schneller funktioniert.
Das war übrigens 2011 ;)

Hat diese 8 Werktage ab Abgabe (nicht Eingangsstempel) das SC Fahrgastrechte jemals erreicht?

--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

8 Tage ohne SC Fahrgastrechte 2011 - und mit?

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 20.08.2017, 09:03 (vor 3180 Tagen) @ Giovanni

Zunächst einmal muss der Kunde erst einmal feststellen, ob das betroffene Verkehrsunternehmen überhaupt vom SC Fahrgastrechte vertreten wird - denn das ist nach eigenen Angaben nur für 42 Eisenbahnverkehrsunternehmen zuständig. In Deutschland gibt es insgesamt 449, einige der nach Fahrgastzahlen größten Unternehmen sind gar nicht dabei...

*: Mir ist bewusst, dass etwa die Hälfte dieser Eisenbahnverkehrsunternehmen keinen oder keinen regelmäßigen Personenverkehr anbietet.

Dann wird weitergeleitet.

Ich hätte also erst einmal ein Fahrgastrechteformular besorgen oder ausdrucken müssen - am Bahnhof gab es keine - dann den Briefumschlag basteln, dass Formular ausfüllen um dann nach x Wochen die Antwort zu bekommen, dass eine Erstattung nicht möglich sei weil das entsprechende Unternehmen gar nicht vom SC Fahrgastrechte vertreten wird...

Geht auch Formlos.

Oder aber ich schreibe einfach eine kurze Mail an das Verkehrsunternehmen und habe nach 8 Werktagen das Geld auf dem Konto. Außerhalb der Ferienzeit und ohne Rückfrage des Bearbeiters hätte es vermutlich noch schneller funktioniert.
Das war übrigens 2011 ;)

Hat diese 8 Werktage ab Abgabe (nicht Eingangsstempel) das SC Fahrgastrechte jemals erreicht?

Ja, 8 Werktage ab Abgabe im Reisezentrum hab ich schonmal geschafft.

--
Weg mit dem 4744!

8 Tage ohne SC Fahrgastrechte 2011 - und mit?

clime, Hannover, Montag, 21.08.2017, 20:30 (vor 3179 Tagen) @ JeDi
bearbeitet von clime, Montag, 21.08.2017, 20:32

Dann wird weitergeleitet.

Das wäre schön. Meine Frau hat grade einen Antrag zurückbekommen, weil die S-Bahn Berlin nicht am gemeinsamen Entschädigungsverfahren teilnimmt... Sie soll sich direkt an das Unternehmen wenden.

Grüße
c.

Kommentar: Digitalisiert die Fahrgastrechte!

Henrik, Samstag, 19.08.2017, 11:39 (vor 3181 Tagen) @ ktmb
bearbeitet von Henrik, Samstag, 19.08.2017, 11:41

Letztlich geht es nur um eine Antragsmöglichkeit ohne Formular/Postweg.
Das ist noch sehr weit von meinen Vorstellungen entfernt, das Ganze zu automatisieren, was sicher Kosten bei der Bahn sparen könnte.

er meint genau das Automatisieren (ohne Postweg/im Reisezentrum macht das ja eh ein sehr großer Teil).

Ende des Jahres verfasste er einen entsprechenden Kommentar darüber.


Kommentar: Digitalisiert die Fahrgastrechte!
30.12.2016

Ein "Fahrgastrechtezentrum" für Online-Kunden der Bahn, das nur per Schneckenpost erreichbar ist, hat seinen Namen nicht verdient, findet c't-Redakteur Tim Gerber.

Seit letztem Sommer schuldet mir die Bahn 7,25 Euro. Ein Blitzeinschlag in die Oberleitung am Stadtrand von Hannover hatte meinem IC gute zwei Stunden Verspätung eingebracht. Dafür steht mir die Hälfte des Fahrpreis als Erstattung zu.

Natürlich hatte ich die Fahrkarte online gebucht, aufs Handy geladen, vom Schaffner eingescannt und die Bahn hatte mir sogar wunschgemäß einen Verspätungsalarm aufs Handy gebeamt. Das ist schließlich ein modernes Unternehmen. Man kann die Zugfahrten inzwischen sogar per "Zugradar" live im Internet verfolgen.

[...] Ganz einfach, ist ja alles online. Also schnell die E-Mail mit der Buchungsbestätigung gesucht, auf "Antworten" geklickt und einen netten Text formuliert.

Die Reaktion der Bahn war ernüchternd: Ich soll ein zwei DIN-A4-Seiten langes "Fahrgastrechteformular" ausfüllen, das nur Angaben enthält, die der Bahn bereits vorliegen. Das Formular kann ich auch nicht etwa via Internet oder per E-Mail einreichen, sondern muss es ausdrucken und zum "Fahrgastrechtezentrum" senden [...]

Die Hoffnung, dass die Bahn ein Einsehen haben könnte und uns nicht anschließend noch mit papierenen "Fahrgastrechteformularen" quält, habe ich längst aufgegeben. Das wäre ja noch schöner, wenn man den Antrag per Mausklick stellen könnte, die Daten alle aus dem Kunden-Account automatisch übernommen würden und der Antrag gar noch elektronisch ins Fahrgastrechtezentrum käme, sodass der Reisen das in Sekundenschnelle erledigt hätte. Dann würden das womöglich alle machen.

[...]

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Digitalisiert-die-Fahrgastrechte-3579...

https://www.facebook.com/DBPersonenverkehr/posts/10208160149058443

bisschen sehr klischeehaft nerdig, aber naja.. :D :D

In der Sache immerhin plausibel nachvollziehbar,
Fahrkarten stornieren, umtauschen, erstatten klappt über die online-Maske.
allein schon sämtliche online vorhandene Daten auf das FGR-Formular zu übertragen, würde ja schon helfen.
Würde natürlich so einiges an Kosten einsparen.. vielleicht kommts ja bald, würde grade in diesen Jahren sehr gut passen, tut sich da ja sehr viel.

"Fahrkarten stornieren, umtauschen, erstatten klappt"?

ktmb, Samstag, 19.08.2017, 11:45 (vor 3181 Tagen) @ Henrik

Fahrkarten stornieren, umtauschen, erstatten klappt über die online-Maske.


Was soll denn da klappen? Nach zwei Monaten kommt ein Brief, dass diese und jene Angaben fehlen würden. Alles nur Blabla, um Geld zu sparen.

"Fahrkarten stornieren, umtauschen, erstatten klappt"?

Henrik, Samstag, 19.08.2017, 11:48 (vor 3181 Tagen) @ ktmb

Fahrkarten stornieren, umtauschen, erstatten klappt über die online-Maske.

Was soll denn da klappen? Nach zwei Monaten kommt ein Brief, dass diese und jene Angaben fehlen würden. Alles nur Blabla, um Geld zu sparen.

nun gut, über Ausnahmen muss man sich nicht unterhalten,
die Maske besteht und es klappt grundsätzlich bestens digital in Sekundenschnelle..

einige Details des Vorgangs

Celestar, Samstag, 19.08.2017, 12:16 (vor 3181 Tagen) @ ktmb

Irgendwelche Geschäfte im 21. Jahrhundert auf dem Postweg, oder allgemeiner, auf Papier zu machen, gehört eigentlich verboten. Das sind doch Methoden aus der Steinzeit...

Celestar

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