(Nur Text) Meine erste längere Railjetfahrt in Österreich (Reiseberichte)
Hey Leute, bin zurück von den sehr aufbauenden Wanderexerzitien aus Slowenien.
Uuund ich habe gestern die Rückfahrt angetreten, die durchaus bemerkenswert ist.
Es fing damit an, dass meine planmäßige (an sich auch wesentlich schnellere) Rückfahrt per Auto geplatzt ist, weil spontan überfüllt und weil ich der einzige war, der so flexibel war, dank Sommerticket auch ab Villach nach Hause fahren zu können.
Also nach Villach gefahren und damit zum ersten Mal eine Fahrt von Villach nach Wien gefahren, also zum ersten Mal länger als 1, 2 Stunden im Railjet gefahren sein, sondern über 4 Stunden.
In Villach stand der Railjet schon länger bereit, sodass ich im noch halbleeren Railjet einsteigen konnte. Kurz vor Abfahrt füllte sich der Zug schon ein wenig.
Und dann ging es los, auf einer Fahrt mit vielen Stationen. Hab leider keine Bilder, deswegen auch der Disclaimer im Titel.
Jedenfalls, zunächst fuhr man am wirklich malerischen Wörthersee entlang, teils direkt daneben, wo man noch ein wenig das Panorama um jenen türkisblauen See genießen konnte.
Erst nach Klagenfurt kam die Begrüßungsansage, vorher kamen nur die Ansagen der Halte vom Band und hier und auch der Senf vom Zugbegleiter, der aber recht dezent ist.
Man hatte mal einen längeren Aufenthalt an der Station, ich vermute erhöhtes Fahrgastaufkommen, schließlich stiegen da nicht wenige Leute zu....
also wir fuhren halt über viele Stationen, bis Bruck war die längste Fahrt zwischen 2 Stationen eine halbe Stunde lang, in Deutschland würde sowas wohl als RE laufen... oder ein IC2 fahren.
Zwischendurch habe ich mir im Restaurant faschierte Laibchen mit Erdäpfelpüree und einem kleinen Salat zum Preis von 10,90€ gegönnt. Schmeckte lecker. Hab mir danach noch einen Muffin genommen, der auch ok war. Aber wie gestern gesagt, gab leider kein Wiener Schnitzel bei Henry.
Während ich im Restaurant war, gab es, wie ich gestern berichtete, die Schnellbremsung, was mich an jene im CD-Railjet erinnerte, wo es dann auch ordentlich schepperte...
2 Mal auf der Fahrt kam auch ein Caddy mit. Wo Kaffee angefragt wurde, hat der Caddy diesen frisch zubereitet. Ich brauchte hingegen keinen Kaffee, in sofern ^^
Naja und ich habe befürchtet, dass die 4 Stunden in der zweiten Klasse vom Komfort her problematisch sein könnten - hat sich nicht bestätigt, fühlte mich ganz wohl.
Bis Bruck hat man dann eine Viertelstunde Verspätung gesammelt. Wurde irgendwann sogar mal auch erwähnt, mit der Bitte um Entschuldigung. Während man in Deutschland wohl eine "Störung im Betriebsablauf" noch beschuldigen würde, hat man auf eine Nennung eines Grundes verzichtet. Auf Nachfrage, wieso es so langsam vorangeht, meinte jener, die Signale würden halt so stehen.
Meine Vermutung hier, dass irgendwas anderes vor dem Zug noch herläuft.
Und dann hat man zwischen Bruck und Wiener Neustadt eine durchgehende Fahrt von so 1:15h. Und ja, für österreichische Verhältnisse ist das auch generell schon lang als durchgehende Fahrt. Und so fuhr man auch ohne Zwischenhalt überm Semmering. Leider war es bewölkt und teilweise regnerisch.
Man konnte die Versptätung am Ende auf 5 Minuten reduzieren, wichtige Anschlüsse, zum Beispiel von Bruck nach Graz oder von Wien Meidling in Richtung Bregenz konnten erreicht werden, der Zugbegleiter hat jedoch Umsteiger darum gebeten, sich zu beeilen, was dank bahnsteiggleichem Übergangs jedoch recht leicht fallen dürfte ;-)
Und dann kam ich in Wien an. Hab tatsächlich die schon in den Nachrichten berichteten Bäume begutachtet, die den Bahnhof in meinen Augen tatsächlich aufwerten. Tatsächlich wurden dafür Werbebanner abgehängt und die Bäume haben drumherum Sitzbänke, sodass man tatsächlich im Bahnhof eine gewisse Oase der Entspannung hat.
Außerdem hat sich auch was an der Kosmetik der Wiener S-Bahn geändert: Die Stammstrecke ist jetzt pink und wird auch bei dem Netzplan der Wiener Linien entsprechend eingezeichnet. Weiters wird jetzt endlich mal angezeigt, von welchem Bahnsteig die Züge in welche Richtung fahren. Vorher musste man immer auf den Monitoren blicken, wenn man es nicht auswendig wusste. Muss aber auch sagen, dass pink doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Zumindest sind die Stationen nicht alle in dieser Farbe umlackiert wurden, nur hier und da dezent die Streifen entsprchend neu gefärbt, ansonsten dominiert weiterhin das viel angenehmere blau.
Da frag ich mich, wieso man als Linienfarbe nicht blau nahm, aber who cares?
Wenn man jetzt auf der Stammstrecke mal ein besseres Zugsicherungssystem als die veraltete PZB 90 einsetzen würde...
Da stimme ich sogar jemandem von der FPÖ zu, wenn er meint, dass man dort mal ETCS einführen sollte
Den Rest nach Tschechien ging es dann im Ex100. Hab ein Eurofima-Abteil mir gegönnt, so hatten meine ganzen Wandersachen und das Zelt ein wenig Platz.
Was ich lustig fand, das Kinderkino in dem Wagen hat noch das ÖBB-Branding, obwohl es schon länger der CD gehört und an sich schon längst das Najbrt-Design außen bekam.
Also ja, das ist meine erste längere Reise innerhalb Österreichs, die mir durchaus gefiel. Gleichwohl habe ich nun selber erlebt, wie Verspätungen in Österreich so gehandlet werden. 5 Minuten werden meist gar nicht erst erwähnt, bei größeren Verspätungen erwähnt man's, gibt aber gerne auch mal keinen Grund an. Dafür kriegt man die Anschlüsse - letzteres dürfte die Hauptsache sein.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky