[RU] St. Petersburg: Metro, Tram und Sightseeing (mvB) (Reiseberichte)

kcp, Donnerstag, 03.08.2017, 20:07 (vor 3191 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hatte mich von meinem besten Freund überreden lassen mit ihm und seine Familie eine Ostsee-Kreuzfahrt zu machen. Einer der Stops war in St. Petersburg. Dabei sind ein paar Metro- und Tram-Schnppschüsse entstanden (mehr als Schnappschüsse sind es wirklich nicht, weil wir aufgrund der Visa-Regelungen in Rußland nur mit Führer in die Stadt kamen und es so wenig Chancen gab, sich für Bahnfotographie abzuseilen).

Metro

Aber unsere Führerin hatte auf unseren Wunsch hin ein Stück Metro auf dem Weg zum Peterhof in die Tour eingebaut. Und so ging es mit der roten Linie 2 Stationen von "Narvskaya" bis nach "Avtovo".

Die Station "Narvskaya" von außen

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Eine kleine Münze öffnet die Zugangsbarriere

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Mit einer ordentlichen steilen und ordentlich fixen Rolltreppe ging es dann abwärts. Unten bestimmen Marmor mit Bronzeinesätzen das Bild und huldigen dem Arbeitervolk der Sowjetunion

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In "Avtovo" bestimmen kunstvoll verzierte Säulen und Kronleuchter das Bild

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Wir waren mit so einem Zug der älteren Bauart unterwegs

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Am Gleis gegenüber steht was moderneres

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Die Eingangshalle der Station hat was von Tempel mit der Kuppel

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So sieht "Avtovo" von außen aus

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Im Park des Peterhofs gab es Wasserspiele verschiedenster Art und Größe

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Obus und Tram

Neben der Metro hat Petersburg noch Obusse

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Und verschiedene Typen von Straßenbahnen. Als der Bus uns an der Metro "Narvskaya" raus ließ gelang dieser Nachschuß auf die Tram (oder besser das Trämlein ;-))

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Und auf der Fahrt zum Peterhof konnte ich aus dem Bus heraus ab und zu die Straßenbahn erhaschen

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Da ist Bewegung drin

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Da St Petersburg viel Wasser hat, gehörte auch eine Fahrt auf der Newa und den diversen Kanälen zum Programm. So entstand dieses Trambild

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Sightseeing

Das solls an Bahn gewesen sein (an den Fernbahnhöfen sind wie leider nur vorbei gefahren, sodaß ich keine russischen Züge vor die Linse bekommen habe). Da aber St. Petersburg auch so sehr sehenswert ist, noch ein paar Sightseeingimpressionen.

Die Kirche der Peter-und-Paul-Festung. Hier endete am zweiten Tag uns Petersburgaufenthalt

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Die Eremitage - ein riesiges Kunstmuseum - von vorne und von anderen Ufer

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Sie wird laut unserer Führerin regelmäßig in einer anderen Farbe gestrichen. Diesesmal blaß türkis (oder wie auch immer man die Farbe nennen will).

Das Tragflügelboot verbindet Peterhof und Eremitage

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Wer was für Kirchen übrig hat, dem sei ein Besuch der Blutkirche (auch Auferstehungskirche genannt) ans Herz gelegt

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Die Malereien und Mosaike im Inneren sind einfach atemberaubend

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Da in der "Blutkirche" noch eine "richtige" Kirche ist, in der ab und an Gottesdienste gefeiert werden, ist die Tür zum Alterraum verschlossen

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Im Gegensatz zur nicht minder sehenswerten Isaakkathedrale. Diese ist keine Kirche mehr, sondern offiziell ein Museum

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Hier mischen sich beindruckende Architektur, Gold und tolle Mosaike

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Vor den Toren der Stadt im Ort Puschkin liegt der Katharinenpalast

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Mich persönlich hatte der große Ballsaal mit seinem Gold und Glas viel mehr beeindruckend, als das später folgende Bernsteinzimmer

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Ein großer Kachelofen, der aber nur der Dekoration diente, und nie befeuert wurde

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Auch an diesen Palast schließt sich ein großer Park an

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Ein gewisser Kontrast zur eher filigran und künstlerisch wirkenden Architektur des Stadtzentrums: Dieser "Verwaltungspalast" aus der Sowjetzeit

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Eher kurios: WC-Bus im Hof der Peter-und-Paul-Feste

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Noch ein paar Abendimpressionen (da wir abends wieder auf dem Schiff sein mußten und das Terminal außerhalb der Stadt liegt, leider keine Innenstadtbilder).

Neues Stadion und Brücke

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Kraftwerkstürme im Sonnenuntergang

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Abendhimmel über dem Kreuzfahrtterminal

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Rettungsboot im Abendlicht

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Zwei Tage sind natürlich viel zu wenig für sei eine Stadt. Die Tage haben aber Lust gemacht nochmal wiederzukommen.

Das ist eh das, wozu so eine Kreuzfahrt am besten taugt: Für ein oder zwei Tage in eine Stadt reinzuschnuppern und so ein Bild zu bekommen, ob sich wiederkommen lohnt, Mein Fazit nach der Tour: Petersburg, Helsinki, Stockholm und Kopenhagen lohnen sich, da nochmal hinzufahren. Tallin war eher nicht so mein Fall.

Ein paar letzte Worte zum Kahn: War eher das Schiff der lebendige Toten (meines Freundes Schwager prägte am ersten Abend den Begriff "Zombies" für unsere Mitreisenden - den haben wir für den Rest des Trips auch ausgiebig verwendet :-)). Was auch ein wenig gewöhungsbedürftig ist: 1200 Passagiere werden von einer 500 Mann starken Crew umsorgt, die zu 90% aus Filipinos besteht - das hat schon was von modernem Sklaventum.

Damit endet mein kleiner Petersburg-Rückblick. Freue mich über Rückmeldungen.

Grüße
Charly

Top. Daumen hoch

MF_5289, Donnerstag, 03.08.2017, 20:12 (vor 3191 Tagen) @ kcp

- kein Text -

Da werden Erinnerungen wach...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 04.08.2017, 08:23 (vor 3191 Tagen) @ kcp

Mittlerweile war ich schon dreimal dort, dementsprechend kommt mir so einiges bekannt vor, was Du zeigst. :)

ich hatte mich von meinem besten Freund überreden lassen mit ihm und seine Familie eine Ostsee-Kreuzfahrt zu machen.

Überreden? Wirklich? Da müßte man mich nicht überreden.

(mehr als Schnappschüsse sind es wirklich nicht, weil wir aufgrund der Visa-Regelungen in Rußland nur mit Führer in die Stadt kamen und es so wenig Chancen gab, sich für Bahnfotographie abzuseilen).

Bei unserem ersten Aufenthalt hatten wir einen ganz offiziellen Ausflug über die Reederei gebucht, bei dem wir vier Stunden Aufenthalt zur freien Verfügung hatten. Das Gruppenvisum gab es dafür auch, wir mußten nur zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Treffpunkt sein.
Wir haben die Zeit damals (Frevel) allerdings genutzt, um zum Freizeitpark Divo Ostrov zu gelangen, und die dortigen Achterbahnen "abzuhaken". Wannhat man schon mal die Möglichkeit dafür. Aber - natürlich war da auch eine Metrofahrt für nötig, die für uns an der Station Admiralteiskaja begann und nach dem Ausflug auch endete. Diese Station ist die tiefstgelegene Station im Netz (mehr als 100 Meter unter der Erde), und man braucht rund eine Viertelstunde vom Verlassen des Zuges bis zum Ausgang der Station. Bei der Länge der dortigen Rolltreppen läuft da übrigens niemand.

Mit einer ordentlichen steilen und ordentlich fixen Rolltreppe ging es dann abwärts. Unten bestimmen Marmor mit Bronzeinesätzen das Bild und huldigen dem Arbeitervolk der Sowjetunion

Was mich dort fasziniert ist nicht nur die Gestaltung der Stationen, sondern auch ihr Zustand. Immer top gepflegt.

Im Park des Peterhofs gab es Wasserspiele verschiedenster Art und Größe

Im Peterhof waren wir letztes Jahr. Schöööön!

Da St Petersburg viel Wasser hat, gehörte auch eine Fahrt auf der Newa und den diversen Kanälen zum Programm. So entstand dieses Trambild

Die Newafahrt war zusammen mit dem Katharinenpalast vorletztes Jahr auf dem Programm bei uns.

Die Kirche der Peter-und-Paul-Festung. Hier endete am zweiten Tag uns Petersburgaufenthalt

An zwei Tagen kann man natürlich wesentlich mehr machen, wir lagen bisher bei jeder Fahrt nur von morgens bis abends im Hafen.

Die Eremitage - ein riesiges Kunstmuseum - von vorne und von anderen Ufer

Sie wird laut unserer Führerin regelmäßig in einer anderen Farbe gestrichen. Diesesmal blaß türkis (oder wie auch immer man die Farbe nennen will).

Ich kenne sie nur in dieser Farbe. Sie zu besuchen soll aber nicht ohne sein, weil grundsätzlich voll und viel zu viel um es in halbwegs sinnvoller Zeit zu schaffen. Naja, für mich als Kunstmuggel eh nichts.

Wer was für Kirchen übrig hat, dem sei ein Besuch der Blutkirche (auch Auferstehungskirche genannt) ans Herz gelegt

Im Gegensatz zur nicht minder sehenswerten Isaakkathedrale. Diese ist keine Kirche mehr, sondern offiziell ein Museum

Bei unserem ersten Besuch in Petersburg waren wir oben auf der Isaakkathedrale. Da hat man eine tolle Aussicht.

Mich persönlich hatte der große Ballsaal mit seinem Gold und Glas viel mehr beeindruckend, als das später folgende Bernsteinzimmer

Und ganz wichtig: Im Bernsteinzimmer nicht fotografieren!

Eher kurios: WC-Bus im Hof der Peter-und-Paul-Feste

:-o Haben die da ernsthaft Kabinen reingezimmert?

Zwei Tage sind natürlich viel zu wenig für sei eine Stadt. Die Tage haben aber Lust gemacht nochmal wiederzukommen.

Oh ja, und Sankt Petersburg ist wirklich faszinierend.

Das ist eh das, wozu so eine Kreuzfahrt am besten taugt: Für ein oder zwei Tage in eine Stadt reinzuschnuppern und so ein Bild zu bekommen, ob sich wiederkommen lohnt, Mein Fazit nach der Tour: Petersburg, Helsinki, Stockholm und Kopenhagen lohnen sich, da nochmal hinzufahren. Tallin war eher nicht so mein Fall.

Mir haben alle der aufgezählten Städte gefallen, auch Tallinn. Sowohl zu Fuß durchs historische Zentrum oder wie beim letzten Mal mit den Hop On Hop Off-Bussen durch die Stadt und ihre Umgebung.

Ein paar letzte Worte zum Kahn: War eher das Schiff der lebendige Toten (meines Freundes Schwager prägte am ersten Abend den Begriff "Zombies" für unsere Mitreisenden - den haben wir für den Rest des Trips auch ausgiebig verwendet :-)).

Nicht umsonst haben diese Schiffe auch den Spitznamen Mumienkutter. :-P

Was auch ein wenig gewöhungsbedürftig ist: 1200 Passagiere werden von einer 500 Mann starken Crew umsorgt, die zu 90% aus Filipinos besteht - das hat schon was von modernem Sklaventum.

Ist auf Kreuzfahrtschiffen nicht ungewöhnlich, wobei ich über die Jahre mit etlichen filipinos Kontakte geknüpft habe, und durch die Bank weg alle mir erzählt haben, daß die Arbeit auf dem Schiff zwar hart ist, aber die Bedingungen (und erst recht die Bezahlung) meist deutlich besser ist, als das, was sie in ihrer Heimat erreichen könnten. Ein Kellner erzählte mal, daß mit seinem Gehalt seine gsamte Familie gut leben kann und seine Töchter auf eine gute Privatschule gehen können - um das gleiche Geld zu haben, mßte in seiner Heimat die gesamte Familie inklusive der Töchter arbeiten. Ein anderer Barkeeper erzählte, er würde jetzt einfach recht sparsam leben, den Job ein paar Jahre machen, dann in seine Heimat zurück kehren, und sich von dem erarbeiteten Geld ein schönes Haus zulegen und mit seiner gesammelten Erfahrung irgendwo, wo es sich lohnt, selbst eine Bar aufmachen und dann ist er nur noch Chef.
Beim ersten Mal kommt es einem schon seltsam vor, aber die Menschen dort haben einfach eine andere Mentalität - sie sehen diese Arbeit als Chance für einen wirtschaftlichen Auschwung für ihre Familien. Jedenfalls sind die Jobs sehr begehrt und die Reedereien sieben kräftig aus... abe ich schweife ab.

Dir für die schönen Bilder dankende Grüße,
der Colaholiker

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Da werden Erinnerungen wach...

kcp, Freitag, 04.08.2017, 08:40 (vor 3191 Tagen) @ Colaholiker

Überreden? Wirklich? Da müßte man mich nicht überreden.

Mein Eltern machen das einmal im Jahr. Deren Faszination kann ich nicht so ganz teilen. Aber alle paar Jahre, lasse ich mir das gefallen.

Bei unserem ersten Aufenthalt hatten wir einen ganz offiziellen Ausflug über die Reederei gebucht, bei dem wir vier Stunden Aufenthalt zur freien Verfügung hatten. Das Gruppenvisum gab es dafür auch, wir mußten nur zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Treffpunkt sein.

Wir hatten 2 Tage in Petersburg (Ankunft war gegen 9 und am nächsten Tag gegen 19 Uhr legten wir wieder ab). Wir hatten nicht per Reederei, sondern über eine lokale Agentur ein 2 Ausflugsprogramm gebucht. Wir hatten ein paar Ideen genannt, was wir sehen wollen (u.a. eben die Metro) und die haben einen Programmvorschlag zusammengezimmert. So waren wir dann in einer 6er-Gruppe mit einem Minibus unterwegs (das Ding hatte getönte scheiben - da fühlt man sich wie ein Promi :-)).

Was mich dort fasziniert ist nicht nur die Gestaltung der Stationen, sondern auch ihr Zustand. Immer top gepflegt.

Zumindest für die zwei Stationen, die ich gesehen habe, kann ich das bestätigen

Ich kenne sie nur in dieser Farbe. Sie zu besuchen soll aber nicht ohne sein, weil grundsätzlich voll und viel zu viel um es in halbwegs sinnvoller Zeit zu schaffen. Naja, für mich als Kunstmuggel eh nichts.

Drin waren wir auch nicht: Wir hatten von vorne herein gesagt, daß wir lieber was von der Stadt sehen wollten, statt durch ein Museum zu pilgern.

Und ganz wichtig: Im Bernsteinzimmer nicht fotografieren!

Genau. Ordentlich wie ich bin, habe ich mich (im Gegensatz zu vielen anderen) dran gehalten.

Eher kurios: WC-Bus im Hof der Peter-und-Paul-Feste


:-o Haben die da ernsthaft Kabinen reingezimmert?

War nicht drin, kann es daher nicht genau sagen. Sowas ist uns in der Stadt sogar nochmal über den Weg gelaufen.

Zwei Tage sind natürlich viel zu wenig für sei eine Stadt. Die Tage haben aber Lust gemacht nochmal wiederzukommen.


Oh ja, und Sankt Petersburg ist wirklich faszinierend.

Jepp. Mein Traum wäre eine Trip mit einer Woche Petersburg und einer Woche Moskau (Reise dazwischen natürlich mit der Bahn). Mal sehen, ob was irgendwann mal was wird.

Nicht umsonst haben diese Schiffe auch den Spitznamen Mumienkutter. :-P

Beim Abendessen am ersten Abend mußte ich an "The Sixth Sense" denken: I see dead people.

Die meisten Zombies waren aber sehr nett. Es waren viele Schweizer auf dem Kahn unterwegs, mit denen wir ganz nett in Gespräch gekommen sind.

So long
Charly

Da werden Erinnerungen wach...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 04.08.2017, 08:56 (vor 3191 Tagen) @ kcp

Mein Eltern machen das einmal im Jahr. Deren Faszination kann ich nicht so ganz teilen. Aber alle paar Jahre, lasse ich mir das gefallen.

Naja, erstens isses nicht jedermanns Sache und zweitens hängt das auch vom Schiff ab. Ich denke, auf so dem Schiff wäre es auch nicht meins gewesen. ;-)

Wir hatten 2 Tage in Petersburg (Ankunft war gegen 9 und am nächsten Tag gegen 19 Uhr legten wir wieder ab). Wir hatten nicht per Reederei, sondern über eine lokale Agentur ein 2 Ausflugsprogramm gebucht. Wir hatten ein paar Ideen genannt, was wir sehen wollen (u.a. eben die Metro) und die haben einen Programmvorschlag zusammengezimmert. So waren wir dann in einer 6er-Gruppe mit einem Minibus unterwegs (das Ding hatte getönte scheiben - da fühlt man sich wie ein Promi :-)).

Ach, guck mal einer an. Uns sagte man, das Gruppenvisum gäbe es ausschließlich bei über die Reederei gebuchten Ausflügen. Gut zu wissen.

Drin waren wir auch nicht: Wir hatten von vorne herein gesagt, daß wir lieber was von der Stadt sehen wollten, statt durch ein Museum zu pilgern.

Wenn man nicht gerade der große Kunstkenner ist, ist das auch die bessere Alternative. ;-)

Genau. Ordentlich wie ich bin, habe ich mich (im Gegensatz zu vielen anderen) dran gehalten.

Lustigerweise darf man aus dem Nachbarzimmer hineinfotografieren. Unsere Reiseleiterin sagte, das Fotografierverbot sollte nur den Verkauf von Souvenirpostkarten ankurbeln. Klang schon plausibel.

War nicht drin, kann es daher nicht genau sagen. Sowas ist uns in der Stadt sogar nochmal über den Weg gelaufen.

Lustig. Die busse sehen mir nach alten Neoplan-Niederflurern aus. Bei hiesigen Busfahrern waren die als "Scheißkisten" beschimpft worden. Paßt also. :o)

Jepp. Mein Traum wäre eine Trip mit einer Woche Petersburg und einer Woche Moskau (Reise dazwischen natürlich mit der Bahn). Mal sehen, ob was irgendwann mal was wird.

Naja, der Zug ist auch nur ein ICE 3. ;-) aber grundsätzlich wäre das schon interessant, wenngleich ich es mir ohne Russischkenntnisse schwierig vorstelle, mit Englisch kommt man da nicht soo weit. Ich erinnere mich, wie ich eine Getränkeverkäuferin in Petersburg fragen wollte, ob das Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure sei - letztlich habe ich dann die Handbewegung wie beim Öffnen der Flasche gemacht, dazu das Geräusch des austretenden Gases imitiert und "Da? Njet?" gefragt. Hat aber auch geklappt.

Beim Abendessen am ersten Abend mußte ich an "The Sixth Sense" denken: I see dead people.

Ich muß allerdings anmerken, daß auch bei Reedereien, die sonst eher jüngere Semester ansprechen, auf Ostseetouren der Altersschnitt höher als üblich ist.

Die meisten Zombies waren aber sehr nett. Es waren viele Schweizer auf dem Kahn unterwegs, mit denen wir ganz nett in Gespräch gekommen sind.

Alter und Nettigkeit korellieren ja nicht zwangsläufig. ;-)

Für Fremdwortmuggel noch einen Hinweis auf die Anständigkeit des Wortes "korellieren" hinterlassende Grüße,
der Colaholiker

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Visum-Gedöns

kcp, Freitag, 04.08.2017, 09:18 (vor 3191 Tagen) @ Colaholiker

Wir hatten 2 Tage in Petersburg (Ankunft war gegen 9 und am nächsten Tag gegen 19 Uhr legten wir wieder ab). Wir hatten nicht per Reederei, sondern über eine lokale Agentur ein 2 Ausflugsprogramm gebucht. Wir hatten ein paar Ideen genannt, was wir sehen wollen (u.a. eben die Metro) und die haben einen Programmvorschlag zusammengezimmert. So waren wir dann in einer 6er-Gruppe mit einem Minibus unterwegs (das Ding hatte getönte scheiben - da fühlt man sich wie ein Promi :-)).


Ach, guck mal einer an. Uns sagte man, das Gruppenvisum gäbe es ausschließlich bei über die Reederei gebuchten Ausflügen. Gut zu wissen.

Genau das war auch unser Wissensstand bis ein russischer Arbeitskollege die Schwester von meinem Freund aufgeklärt hat, daß das durchaus auch ohne Reederei geht. Er hat uns eine Agentur, die er kannte empfohlen. Wir haben bei der Agentur den Trip gebucht (es waren 10% Anzahlung bei Buchung fällig) und mußten dann in einem Online-System (ich glaube der Stadt) unsere Paßdaten, den An- und Abreisetag, den Namen vom Kahn und die Agentur angeben.

Auf dem Schiff mußten wir dann noch am Tag vor der Ankunft an der Rezeption mitteilen, daß wir so einen Trip gebucht haben (und darüber unser Visum bekommen), weil die wohl _vor_ dem Einlaufen im Hafen den Behörden mitteilen müssen, wieviele Leute vsl. von Bord gehen.

Mit der Buchungsbestätigung der Agentur, dem Boardausweis vom Schiff und den o.g. vorab gegebenen Infos, war die Einreise eine Sache von 5 Minuten (und mein Paß ziert jetzt je ein russischer Ein- und Ausreisestempel).

Lustiges Bürokratiedetail: Am ersten Tag wurde eine Karte in den Paß gelegt, die u.a. meinen Namen in lateinischen Buchstaben und kyrillischer Transkription enthielt. Diese Karte mußten wir abends wieder abgeben. Am zweiten Tag gab es die nicht und auch keine Paßstempel mehr. Da reichte die Kombination aus Paß und Boardausweis. Nach dem Sinn frage ich lieber nicht.

Die Peterbsurg-Touren vom Schiff waren auch nicht so toll. Wir hätten manchmal gerne den Vormittag von Tour A mit dem Nachmittag von Tour B kombiniert. Und so konnten wir uns recht frei aussuchen, was wir sehen wollen.

Noch ein Wort zu den Kosten: Hat am Ende rund 210 US$ pro Mann gekostet. Angebot der Agentur war auch in USD. Die Zahlung vor Ort (per Kreditkarte) war aber in Rubel, sodaß der Dollarbetrag nach dem akutellen Tageskurs in Rubel umgerechnet und dann ins Kreditkartengerät geklöppelt wurde :-).

Grüße
Charly

Danke für die Infos...

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 04.08.2017, 09:30 (vor 3191 Tagen) @ kcp

...wenns mal wieder nach Petersburg geht, komm ich mal drauf zurck und frage nach Details. ;-)

Diese Einleger für den Reisepaß samt Stempeln kenne ich. ber die Transkription des Namens im Kyrillischen Alphabet hat meine Freundin jedenfalls herzlich gelacht. Sah schon irgendwie merkwürdig aus, kam aber hin. (Auch wenn ich kein Russisch (mehr) kann, das Alphabet lesen geht noch.)
Mein alter Paß (hab im Januar einen neuen bekommen) hatte je drei dieser Stempel und dazu etliche USA-Stempel. Was bei der letzten Einreise in die USA mit diesem Paß dazu führte, daß der Officer mich anschaute "USA, Russia, USA, Russia, USA.. - what are you, a double agent?" und dabei herzhaft lachte. (Ja, das kommt vor, man sollte es nicht glauben) Als ich ihm dann grinsend erklärte, daß ich einfach nur jemand bin, der sowohl gerne in den USA Achterbahn fährt als auch auf der Ostsee Kreuzfahrten macht, wo Sankt Petersburg halt einfach dazu gehört, grinste er nur und meinte, die Kombination klingt interessant.

Mit dem neuen Paß wieder bei nur einem Stempel seiende Grüße,
der Colaholiker

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Vielen Dank und Fragen zu den WC-Bussen

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Freitag, 04.08.2017, 08:46 (vor 3191 Tagen) @ kcp

Hallo,

ich hatte mich von meinem besten Freund überreden lassen mit ihm und seine Familie eine Ostsee-Kreuzfahrt zu machen.

ist bei mir in ähnlichen Fällen auch so. Erst will man eher nicht und hinterher ist die Freude groß.

Einer der Stops war in St. Petersburg. Dabei sind ein paar Metro- und Tram-Schnppschüsse entstanden (mehr als Schnappschüsse sind es wirklich nicht, weil wir aufgrund der Visa-Regelungen in Rußland nur mit Führer in die Stadt kamen und es so wenig Chancen gab, sich für Bahnfotographie abzuseilen).

Hervorhebung durch mich.
Die wissen aber auch nicht, was sie wollen: Erst wollten sie dem Führer ans Leder, jetzt geht es nicht mehr ohne?!? Ach nee, Geschichte mit Organisationstheorie verwechselt...
Die Vorschriften finde ich etwas befremdlich. Ich bin bisher auch nur in Länder gekommen, bei denen zur Einreise ein Ausweis reichte und derartige Regularien nicht gewohnt.

Aber unsere Führerin hatte auf unseren Wunsch hin ein Stück Metro auf dem Weg zum Peterhof in die Tour eingebaut.

Immerhin so flexibel sind sie dann doch noch.

Eher kurios: WC-Bus im Hof der Peter-und-Paul-Feste

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Da hab ich Fragen zu: Wurde der Bus umgebaut oder so geliefert? Wie kann man sich dort erleichtern? Haben die Kabinen drin? Und was machen die mit Abwässern (speichern oder ins Kanalnetz ableiten)?

Das ist eh das, wozu so eine Kreuzfahrt am besten taugt: Für ein oder zwei Tage in eine Stadt reinzuschnuppern und so ein Bild zu bekommen, ob sich wiederkommen lohnt.

Genau! Bei meinem letzten Arbeitgeber waren wir im Sachgebiet für den jährlichen Abteilungsausflug zuständig. Besichtigt haben wir ein Freilichtmuseum. War was anderes, hat aber auch nur für relativ kleine Einblicke gereicht. Da haben wir auch gesagt: Wen das nicht so interessiert, kann sich punktuell was ansehen und wer sich richtig umsehen will, muss eh für einen ganzen Tag wiederkommen.

Damit endet mein kleiner Petersburg-Rückblick. Freue mich über Rückmeldungen.

Zu den Bildern hatte ich noch nicht viel geschrieben, die sind aber einfach nur Klasse. Schön, dass du die Kurve doch bekommen hast!

Als Wuppertaler noch 31 Fahrten in toilettenfreien SEV-Bussen vor mir habende Grüße

Dirk

--
Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

! WC-Busse

VT642, Samstag, 05.08.2017, 18:15 (vor 3189 Tagen) @ oppermad

Hach, welch ein Zufall - habe vor 3 Jahren mit einer der größeren deutschen Reedereien, die unter maltesischer Flagge fahren, eine Kreuzfahrt auf exakt der gleichen Route unternommen.

Dabei gab es bei der Stadtrundfahrt in St. Petersburg auch einen Besuch in einem WC Bus. Bilder von innen habe ich sogar, werde sie in den nächsten Tagen einstellen.

Ja, es sind Kabinen drin, jedoch nur mit ca. 1m hohen Wänden sprich man kann hineinschauen. Alles aus Edelstahl. Die Waschbecken befanden sich an den Türen, dann einige Urinale und schätzungsweise 4 Kabinen je Bus. Wie es bei den Damen aussah, keine Ahnung. Jedenfalls war es eine seltsame Atmosphäre da drin, und da auch Haltestangen drin waren, wird das Gefährt wohl auch mal Linie gefahren sein. Ansonsten, fahrfähig sind die Busse weiterhin, Fahrerplatz ist vorhanden. Angeschlossen sind sie an die Kanalisation und eine Klofrau ist ebenfalls vor Ort, Benutzung 50 Cent.

Ich hoffe, das war genug Information :)

Vielen Dank!

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Samstag, 05.08.2017, 19:34 (vor 3189 Tagen) @ VT642

Moin,

vielen Dank für die ausführliche Antwort, die keine meiner Fragen offen gelassen hat. Abgesehen davon, dass ich noch nie einen WC-Bus gesehen habe, wirken noch über drei Jahre Arbeit bei “Schiss und Piss“ nach. Die Bezeichnung für die Stadtentwässerung stammt übrigens von der Betriebsleitung höchst persönlich.
Grüße aus dem 1135,

Dirk

--
Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

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