Der Mittwochsbahnhof, Teil 28 (25 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 02.08.2017, 18:00 (vor 3192 Tagen)

Moin und willkommen zurück zum Mittwochsbahnhof. Der Sommer ist kein richtiger Sommer mehr, da macht die Sommerpause keinen Spaß. Also weiter, Mittwoch für Mittwoch.
Zur Erinnerung: Thema dieser Serie sind Bahnhöfe in Niedersachsen, die ein (nicht in Klammern stehendes!) großes H in ihrem Namen aufweisen und täglich von Reisezügen bedient werden. Über mein Inhaltsverzeichnis, das in meiner Signatur verlinkt ist, erhaltet ihr die Links zu den bereits erschienenen Folgen. Das sind Bad Harzburg, Bad Lauterberg im Harz-Barbis, Hagen, Hämelerwald, Hameln, Hannover Anderten-Misburg, Hannover Bismarckstraße, Hannover Flughafen, Hannover Karl-Wiechert-Allee, Hannover-Bornum, Hannover-Kleefeld, Hannover-Leinhausen, Hannover-Linden/Fischerhof, Hann. Münden, Hardegsen, Haren (Ems), Harsefeld, Hedemünden, Heidkrug, Hesedorf, Hesepe, Hessisch Oldendorf, Hildesheim Ost, Hilter a. T. W., Hoheneggelsen, Holdorf (Oldenburg), Holtensen/Linderte, Holzminden, Hoykenkamp, Hude, Huntlosen, Nörten-Hardenberg, Osterode am Harz Leege, Osterode am Harz Mitte und Schortens-Heidmühle. Somit fehlen noch Hammah, Harsum, Hasbergen, Haste, Hattorf, Hechthausen, Heinschenwalde, Hemmoor, Herzberg (Harz), Herzberg Schloß, Himmelpforten, Hittfeld, Hitzacker, Horneburg und Natrup-Hagen.
Ursprünglich wollte ich als kleinen Einschub den neuen Hauptbahnhof in Münster vorstellen. Von dort gab es aber letzten Monat einige Aufnahmen. Ich mache also mit meiner Serie weiter. Los geht's!


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Harsum ist eine Gemeinde im Landkreis Hildesheim, gelegen am Unsinnbach. Sie hat gut 11.000 Einwohner, die sich auf neun Orte verteilen. Vier dieser neun Orte (Hönnersum, Machtsum, Hüddessum und Rautenberg) hatten einstmals Anschluss an die Hildesheim-Peiner Kreis-Eisenbahn. Die hatte ich neulich seltsamerweise ganz vergessen. Sie verband jedenfalls Hämelerwald mit Hildesheim und ging 1896/1897 in Betrieb. Heute sucht man sie vergeblich, 1956 endete der Reiseverkehr auf dem Nordabschnitt und 1964 auch zwischen Hildesheim und Hohenhameln. Die Strecke wurde anschließend abgebaut, die ersten Kilometer ab Hildesheim dienten noch einige Zeit als Industriegleis.


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In Hannover saß seit 1837 der aufgrund der Erbfolgeregelung der Welfen aus dem großen London dorthin verpflanzte Ernst August I. und regierte Harz und Heide. Der Moderne gegenüber war er wenig aufgeschlossen. Die neue Eisenbahn hätte er am liebsten verhindert. Das ging aber nicht; so setzte er wenigstens durch, daß sich die Bahnstrecken seines Reiches nicht in seiner Hauptstadt kreuzten, sondern in einem Kuhdorf ein wenig weiter östlich, das Lehrte hieß. Anfänglich waren es genau zwei Bahnstrecken, die deshalb Kreuzbahn genannt wurden. Diese beiden, Hannover - Lehrte - Braunschweig und Celle - Lehrte - Hildesheim, wurden am 12. Juli 1846 eröffnet. Harsum liegt auf der Teilstrecke zwischen Lehrte und Hildesheim. Auf dieser besteht seht dem 29. Mai 1965 elektrischer Betrieb. Am 14. Dezember 2008 wurden die hier bislang verkehrenden Regionalzüge durch die S-Bahn abgelöst. Auf den Fahrplan hatte das eher geringe Auswirkungen: Zwischen Hannover, Lehrte, Harsum und Hildesheim besteht ein Stundentakt mit ein paar Verstärkern zwischen Lehrte und Hildesheim in den Morgenstunden.
In Harsum befindet sich das 1984 in Betrieb genommene Stellwerk „Hf”, das den nördlichen Nachbarbahnhof Algermissen fernstellt.


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1 Der Bahnsteig ist modern.


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2 425 271 fährt weg.


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3 Ansicht weder mit Zug noch mit Bahnsteig.


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4 Die beiden Bahnsteige befinden sich jeweils hinterm Bahnübergang Morgenstern. Vor der Modernisierung befanden sich beide hinterm BÜ, von hier aus gesehen.


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5 Es ist bloß so, daß dort wohl nie wieder ein Wagen stehen wird.


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6 Stellwerk und Bahnübergang.


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7 Bemaltes Haus.


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8 Bahnübergang Peiner Landstraße, Blick nordwärts. Rechts im Hintergrund ein Überholgleis, nach links zweigte hinterm Ort die Anschlußbahn zum Schacht Siegfried ab.


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9 Ansicht südwärts.


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10 Wie so ziemlich jedes Dorf in der Gegend so hatte auch Harsum eine Zuckerfabrik. Sie wurde 1872 gegründet, 2001 erfolgte der Abbruch.
Am 3. September 2016 lichtete ich die Erinnerungstafel ab.


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11 Am 24. September war ich wieder da, denn die Rückseite ist für uns interessant.


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12 Da stand einstmals das Empfangsgebäude.


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13 Dieselbe Stelle von der Straßenseite, jetzt Neubaugebiet Zur Zuckerfabrik.


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14 Das Stellwerk, wieder am 3. September. Die Wagen im Vordergrund erinnern an die Zuckerfabrik.


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15 Die Kaiserstraße verläuft westlich der Bahnstrecke.


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16 Hier fährt sogar Sonnabendmittag noch ein Bus. Das ist auf dem Land nicht selbstverständlich. Die Firma Regionalverkehr Hildesheim (hier Wagen 278) betreibt fast alle Buslinien im Landkreis.


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17 Am Morgenstern, kurz vorm Bahnübergang, ein Bildstock mit einer Nachbildung der Werler Muttergottes.
Die ersten Jahre der evangelischen Gemeinde im katholischen Harsum waren nicht einfach (1911 geweiht). Eine der treibenden Kräfte war der damalige Bahnhofsvorsteher Ernst Ohlmer, dessen Erinnerungen auf der Seite der Kirchengemeinde abgerufen werden können.


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18 Immerhin findet man auf bahn.de beim Harsumer Bahnhof auch die Abfahrten der Busse ab Morgenstern.


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19 Blick nordwärts, Nummer fünf.


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20 So präsentiert sich Harsum dem Aussteiger.


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21 Die Lage des alten Bahnsteigs für Züge gen Hannover ist noch zu erkennen.


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22 Die katholische Kirche, auch als Harsumer Dom bekannt. Für ein kleines Dorf ist sie wohl doch ein wenig pompös aufgefallen. (Somit stelle ich im Rahmen dieser Serie wider Erwarten zwei Orte mit Dom vor, Haren war der erste.)


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23 Wir kehren auf den Bahnsteig zurück.


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24 Blick Richtung Hildesheim.


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25 Auf dem siebten Blick gen Norden fährt wieder ein Zug ins Bild. Diesmal sind es 424 014 und ein Artgenosse.


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Soviel aus Harsum. Muß man nicht kennen.
Nächstes Mal ist dann wohl mal ein ost-west ausgerichteter Bahnhof dran. ;-)


Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Vielen herzlichen Dank!

heinz11, Samstag, 05.08.2017, 08:24 (vor 3190 Tagen) @ Sören Heise

Obwohl ich Niedersachsen ein wenig kenne, entdecke ich durch Deine Potraits immer wieder etwas Neues.
Merci!

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